Zu anderen Ufern

… als denen des Wallersees treibt es dieser Tage die Doris. Ein paar Ihrer Urlaubstage verbringt sie bei uns im hohen Norden. Nach ihrer gestrigen Ankunft ging es natürlich erst einmal sofort auf eine kleine Laufrunde. Dafür verschmähte Doris schweren Herzens sogar frischen Pflaumenkuchen bei meiner Mutter. Das fand das Wetter gar nicht gut und strafte uns bei unserer kleinen Einstiegsrunde mit strömenden Regen.

Aber wer Doris und mich kennt, weiß dass Regen für uns keine allzu große Strafe bedeutet 😉 Und schon kurze Zeit später stand Doris zuerst an den Ufern des Großen Bornhorster Sees …

30.09. 01

… und anschließend an den Ufern des Kleinen Bornhorster Sees:

30.09. 05

Zum ersten Beineausschütteln reichten uns 7,8 km, schließlich stand für heute ein strammes Oldenburg-Sightseeing auf dem Programm. Dazu hat das Wetter jeden Widerstand aufgegeben 😀

Und weil ein Stadtbummel alleine noch keine Läufer müde macht, haben wir anschließend noch die drei Gipfel des berühmten Osternburger Utkiek-Massivs bezwungen 🙂

Fortsetzung folgt …

Immer am Wasser lang

Abwechselung tat heute mal wieder not. Damit ich nicht wie so oft an der Hunte laufen mußte, bin ich heute zur Abwechselung mal an der Hunte gelaufen 🙂 Und am Küstenkanal und am Osternburger Kanal und an der Mühlenhunte und an der Haaren.

Ohne Wasser geht es bei mir halt nicht. Aber Abwechselung geht. Deshalb führte mich mein Weg erst entlang idyllischerr Wiesen, dann durch den Agrar- und den Stadthafen vorbei an den Luxusneubauten, Richtung Innenstadt. Kurz vor der Fußgängerzone bog ich scharf nach links ab zum Küstenkanal, der hier mitten durch die Stadt führt. Dann lief ich ein paar Meter entlang des Osternburger Kanals und anschließend wieder entlang des Küstenkanals und später der Hunte durch die Buschhagenniederung zu den Tungelner Wiesen.

Wendepunkt war der Wanderparkplatz zwischen der Stadtgrenze Oldenburg und dem kleinen Örtchen Tungeln. Zurück lief ich aber einen anderen Weg. Zur Abwechselung ging es wieder entlang des Osternburger Kanals, der  an diesem Parkplatz in die Hunte führt. Gatter und Stacheldraht zum Deich des Kanals ließen sich mit entsprechenden Übersteighilfen problemlos überwinden und ich durfte nicht nur bestaunen, dass auf diesem Deich Ziegen statt Schafe weideten, sondern auch das hier ein Kanal offensichtlich renaturiert wird.

Mit Erreichen der Mauern der JVA –dahinter bin ich auch schon Halbmarathon gelaufen– endete die Idylle und über den Fahrrad- und Fußgänger-Highwigh zwischen Kreyenbrück und Osternburg und die Brücke über die Schleuse, über den großen P + R Parkplatz unter der Autobahn, vorbei am Olantis-Schwimmbad und dem Schloßgarten, erreichte ich, der Mühlenhunte folgend, das Gerichtsviertel, Oldenburgs vornehmes Viertel. Weiter ging es über den Paradewall zum Schloßplatz, wo ein Flohmarkt meinen Vorwärtsdrang etwas bremste. Da auch die Fußgängerzone, es war inzwischen schon gegen 20 Uhr, noch voller Menschen war, schlug ich mich zu den Wallanlagen durch. Entlang der Haaren mogelte ich mich entlang der City und streifte dabei auch noch den Cäcilien-Park hinter dem Staatstheater.

Anschließend lief ich über den Pferdemarkt, Oldenburgs zentralstem Verkehrkreisel und der Ort wo ich arbeite, und ging auf die letzten 3,5 Kilometer, die meinem täglichen Arbeitsweg mit dem Fahrrad entsprachen.

Abwechselungsreich war sie, die 24,1 km lange Strecke. Das Wetterchen war mit seinen 20 bis 22°  und Sonne und Wolken im Wechsel vom Feinsten.

Tat alles mal wieder gut, tat not 😀

Wege

Es ist ja nicht so, dass ich nicht auch gerne mal feier. Nach Möglichkeit reichen mir aber Feiern, wo die Anzahl der Menschen noch an einen Esstisch paßt. Wenn aber wie gestern bei einer Party exorbitant laute Musik, fürchterliches Gedränge und entsetzliche Wärme zusammen kommen, dann ist bei mir schnell der Ofen aus. Gespräche sind mir im Krach zu anstrengend und ständiges Geschiebe löst bei mir Fluchtreflexe aus. Da versuche ich mich in Träume zu flüchten, wo ich möglichst ganz allein meiner Laufwege ziehe.

Deshalb habe ich heute meine Träume auch gleich in die Wirklichkeit umgesetzt. Wenn auch die Bedingungen sicher etwas suboptimal waren. Ich hatte mir in den Kopf gesetzt zum Kaffeetrinken zu Schwiegermuttern zu laufen. Komme es was da wolle. Und es kam Sommer ❗ 27 bis 28° begleiteten mich auf dem Weg nach Berne. Es war mir egal weil es ein Sommertag war, wie er im Buche stand. Trockene Wärme und ein frischer Wind, der mich allerdings die meistens Zeit nur unmerklich von hinten schob. Das Ganze begleitet von den wunderbaren Gerüchen des Sommers, nach Heu, nach Kiefern, nach Wald, nach Sommer eben.

So zog ich meiner Wege, wie ich es mir am Abend vorher gewünscht hatte. Von regen Fahrradausflugsverkehr abgesehen hatte ich meine Ruhe. Ich begegnete nur dem Deichschäfer, der mich lichthupend aus seinem Auto heraus grüßte und wies einer Fahrradfahrerin mit ihrem Sohn den Weg nach Moorriem.

Die Wege waren vielfältig. Erstaunlich was da auf so einem Lauf immer alles zusammen kommt. Schmale, verkehrsarme Straßen, Radwege, Wirtsschaftswege, Sandwege, Trampelpfade. Asphalt, Schotter, Beton, Sand, Moorboden, Pflastersteine. Lange Geraden, verschlungende Pfade, schattenreich oder offen unter dem Sommersonnenhimmel. Zu guter Letzt ließ sich auch ein Stück Radweg an der Bundesstraße 212 nicht ganz vermeiden.

Unterwegs erwartete mich viel norddeutsche Landschaft, flach, weit, hoher Himmel. Ruhig und erholsam, schön!

Meine Groupies waren mir heute nicht so wohlgesonnen, ihnen war es wohl zu warm. Sie nahmen gleich eine aggressive Haltung ein. Die hellhäutige Verwandschaft etwas später war da doch um einiges gelassener 🙂  Ansonsten lief es sich trotz der Wärme wunderbar, die Beine und die Stimmung blieben bis zum Schluß locker. Nach 22 km war ich am Ziel, tropfnaß geschwitzt aber rundum zufrieden.

Gebt mir einfach Landschaft, gebt mir Laufschuhe, gebt mir meine Ruhe und die Welt ist in Ordnung 😀

Chaotische Woche

Dieses ist die letzte Woche vor meinem Urlaub. Und wie letzte Wochen vor einem Urlaub immer so sind, tobt im Job noch der Wahnsinn und auch privat steht so einiges auf dem Zettel. Da paßt Laufen irgendwie nicht mehr dazwischen.

Heute holte Jens mich direkt von der Arbeit ab, um den nächsten Punkt auf unserer Agenda abzuarbeiten, und damit tat sich doch noch gleich eine Laufmöglichkeit auf. Wenn Jens mich von der Arbeit abholte, brauchte ich nicht mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. Die Busverbindung ist blöd, also konnte ich auch dorthin laufen. Deshalb hatte ich meinen Laufrucksack mit frischen Klamotten und Handtuch bepackt (Eine lange Hose habe ich eh immer im Büro, da ich bis dato noch in kurzen Hosen zur Arbeit radel) und es konnte losgehen.

Nun habe ich es nicht sonderlich weit zu Arbeit, so dass ich erstmal auf meine übliche Strecke Richtung Huntebrücke gelaufen war um von dort aus den Weg in die Stadt einzuschlagen.

Morgens gegen Halbsieben ist es nun schon nahezu dunkel. Aber der Himmel kündete schon in rosa Pastellfarben vom baldigen Sonnenaufgang. An der Treppe runter zur Hunte stand ein gutes Mountinbike, zu sehen war niemand, war es geklaut? Ich konnte mich nicht drum kümmern. Unbekümmert waren auch die Schafe, die um diese Uhrzeit wohl noch nicht mit einem Läufer gerechnet hatten.

Im Hafen war schon Betrieb, Binnenschiffe wurden emsig beladen. An den großen Futtermittelsilos und anschließend an den neuen „exklusiven“ Wohnhäusern am Hafen vorbei gelangte ich in die Stadt. Vorbei auch am Arbeitsamt, wo man sich die Wartezeit offensichtlich auf sehr „gesunde“ Art vertreibt. Anschließend erlaubte mir die Fußgängerzone trotz des zwischenzeitlich erwachten Berufsverkehrs ein recht ruhiges Laufen, auch wenn durch sie schon etliche Fahrradfahrer fuhren, das zu dieser Uhrzeit allerdings erlaubt ist.

Nach der Fußgängerzone lief ich noch kurz durch ein ruhiges Altstadtviertel und danach mußte ich mich nur noch auf wenigen hundert Metern dem Verkehr stellen bis ich mein Bürogebäude erreichte. Mit einer letzten, kurzen Schleife machte ich 10 km voll.

Es war ein toller Lauf bei 11° in herrlicher, frischer Luft. Die Beine waren ebenso frisch! Es lief locker und leicht und von dem Gemurre nach dem sonntäglichen 30iger war nichts mehr zu spüren. Ohne Job im Nacken hätte ich gerne noch ein paar Kilometer mehr gemacht.

Und auf der Toilette war mir auch kein Kollege begegnet, der hätte in Ohnmacht fallen können, als ich mich dort schnell mit nacktem Oberkörper gewaschen hatte :mrgreen: Ging halt ausnahmsweise auch mal.

Sintflut

Selbst einem bekennenden Regenläufer kann Regen mal zuviel werden. Nämlich dann wenn der Regen eine Heftigkeit erreicht, dass er fürchten muß von den Regentropfen erschlagen zu werden und in ozeangroßen Pfützen zu ertrinken.

Die Regenmassen, die sich in den letzten Tagen über meine flache Heimat ergossen, hatten schon nahezu biblische Ausmaße und ich fragte mich ob ich mich nicht statt der Blogschreiberei lieber dem Bau einer neuen Arche widmen sollte. Das Ding müßte dann aber auch verdammt seefest werden, weil ordentlich windig war und ist es obendrein.

Der letztnächtliche Regen ließ den Regenmesser überlaufen und Schlafen nur bei geschlossenem Fenster oder mit Ohropax zu. Meine Idee, kurz vorm Einschlummern, mich doch gleich am Morgen laufend in die Fluten zu stürzen, verpuffte aber wie die süßesten Träume mit dem Weckerklingeln: Es war trocken.

Also konnte ich getrost wieder zum Feierabend meine Runde drehen. Dabei ist es erstaunlich, wie schnell sich die Spuren der Sintflut wieder verflüchtigten und so war es denn auch nicht die Arche, die die Hunte befuhr, sondern die „Heinz“ 🙂

28.07.15 01

Auf einigen Wiesen hingegen stand noch das Wasser wie sonst nur im Winter. Mit 16° waren die Temperaturen allerdings nicht so kalt und sanftes Sonenlicht tat so als hätte es die stundenlangen Sturzregen nicht gegeben.

So zeigte sich mein Laufrevier insgesamt unbeschadet und ich konnte es beim nach dem Rechten schauen mal bei „nur“ 10,5 km belassen 🙂

Das besondere Gefühl

Nach dem gestrigen Artikel geht es auch heute noch mal nicht ums Laufen.

Es folgt mein jährlicher Blog-Ausflug zum CSD Nordwest in Oldenburg. Über 10.000 Menschen waren heute wieder unterwegs um für Gleichberechtigung und Toleranz zu demonstrieren. Überall auf der Welt liegt da noch sehr vieles im Argen und endet in manchen Ländern dieser Erde sogar noch mit der Todesstrafe. Unglaublich ❗ Aber auch in Deutschland gibt es noch so einige Baustellen.

Nichtsdestotrotz lassen sich auch schon so manche Erfolge verbuchen. Darüberhinaus ist der CSD ein Tag, der einem das besondere Gefühl gibt, einmal in der Mehrheit zu sein. Aber letztendlich ist es doch das schönste, wenn die sexuelle Orientierung überhaupt keine Rolle mehr spielt und die Besucher des CSD und das Publikum sich einfach mischen.

Der Tag des CSD ist für Oldenburg immer ein guter Tag. Ein Tag, an dem der neue Oberbürgermeister die Tradition seines Vorgängers fort- und die Demonstration anführt. Ein friedlicher, demonstrativer, fröhlicher, politischer und weltoffener Tag. Ein Tag zum Fordern, zum Nachdenken und zum Feiern. Ein Tag für den Menschen.

Wer feiern kann, kann auch laufen

Am Vatertag bin ich aus den Niederlanden wieder zurück gekommen. Am Freitag war dann auch gleich das erste „Ich-bin-wieder-da“-Läufchen fällig. Gute 11 km durch die grüne Natur, die immer noch eine Schippe drauflegt. Aber leider habe ich meine Digicam vergessen. Große Katastrophe! Und da die paar Bilder, die ich mit meinem Outdoorhandy geschossen hatte, sich partout nicht via Bluetooth auf den Rechner schicken ließen, gibt es aus lauter Frust auch gleich keinen Bericht über diesen Lauf. Naja, es war wohl doch eher die fehlende Zeit 😉

Der Samstag war auch nochmal vollgepackt und abends stand eine Geburtstagsfeier im nahen Hude auf dem Programm. Da wird dort übernachteten, hatte ich mir vorher schon -mit tatkräftiger Unterstützung meines Lauffreundes Hermann- ein Strecke ausgetüftelt um am heutigen Sonntag von dort über gute 22 km wieder nachhause zu laufen.

Die Feier war schön. Nette Leute, Live-Musik, gutes Essen, a bisserl Bier. Alles was man so braucht. Da ich trotzdem nicht so der Partylöwe bin, hatte ich mich einigermaßen zeitig in die Falle begeben um zumindestens für den Lauf das richtige Stehvermögen zu erlangen 🙂

Nach einem späten Frühstück machte ich mich dann bei allerbesten Laufwetter auf den Weg nach Oldenburg. Der Wind war zwar etwas frisch und recht stark, aber diesmal hatte ich tatsächlich mal einen gewissen Anteil an Wald, so dass es sich gut aushalten ließ.

Durch den Reiherholz ging es durch Feld und Flur nach Oberhausen und von dort weiter nach Iprump. Für mich ungewöhnlich viele Kilometer über Wald- und Sandwege, die großteils schon ziemlich mullig, sprich trocken, tief und weich waren, machten das Laufen recht anstrengend. Aber wie immer, wenn ich nicht auf Asphalt laufe, war ich etwas flotter unterwegs und blieb deshalb über die gesamte Strecke unter 6 Minuten für den Kilometer.

Nach 15 km kam erstmals die Huntebrücke in Sicht und wenig später lief ich dann wieder auf vertrautem Terrain. Gute vier Kilometer vor Schluß noch einen Energieriegel gegen einen plötzlich auf tretenden Hungerast eingeworfen, dann ließ ich noch einen altbekannten Blick von der Huntebrücke gen Oldenburg schweifen und das war es auch schon gewesen.

Gewesen war es somit auch schon mit meinen zweieinhalb Wochen Urlaub. Der Aufenthalt in Trier liegt irgendwie schon in erschreckend weiter Ferne. Aber die Zeit in Nimwegen nimmt mich noch einwenig gefangen. Hoffentlich bleibt das noch etwas so, wenn mich morgen wieder das Arbeitselend überkommt.

Vom heutigen Lauf bleibt mir erstmal das etwas zeterige, sandweggeplagte Laufgebälk 😎

Ich habs mit der Blase

Genauer gesagt mit der Trinkblase. Das gute Stück habe ich am Sonntag auf meinem Run to the Schwiegermum nach längerer Zeit mal wieder im Gebrauch gehabt. So konnte ich unterwegs etwas piiwarmes Wasser süffeln, wenn mir danach war. Ich finde übrigens warmes Wasser beim Laufen sehr bekömmlich. Muß man nicht mögen, ich mag es aber.

Aber das lauwarme Wasser soll hier gar nicht das Thema sein, sondern die besagte Trinkblase. Und die will nach Gebrauch ja auch gereinigt und getrocknet werden.

Während man den Schlauch ja noch durchblasen kann, um ihn von Restwasser zu befreien, ist das mit der Blase ja man schwierig. Im leeren Zustand backt sie zusammen und umstülpen läßt sie sich auch nicht. Da ist Kreativität gefragt. Normalerweise ziehe ich sie immer über den Wasserhahn der Küchenamatur. Aber wenn in der Küche fürs leibliche Wohl gewerkelt wird, stört die trocknungsbedürftige Trinkblase. Deshalb durfte diesmal die Rückenschrubbbrürste im Bad herhalten. So hat die auch mal eine sinnvolle Aufgabe, weil zum Rücken schrubben benutze ich das Ding irgendwie nie.

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Wie trocknet Ihr denn so Eure Blasen? 🙂

Gestern gabs eine kurze Feierabendrunde. Bis ich mich allerdings zum Laufen aufgerafft hatte, war die Temperatur binnen kürzester Zeit in den Keller gesunken. Als ich bei 8° endlich vor der Haustür stand, dachte ich ich stehe im Wald Kalt.

Die Runde führte mich diesmal Richtung Hafen. Sie fing recht idyllisch an …

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… allerdings wird gerade an einem Strommasten gebaut und für die Baufahrzeuge wurde der Feldweg auf mehreren Hundert Metern mit Stahlplatten ausgelegt. Cool, die federn so schön und eine sang beim Drüberlaufen als wenn man einen Stein über eine Eisfläche wirft, witzig.

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Dann gönnte ich mir etwas Industriehafenromantik auf zum Teil schafköttelgarnierten Wegen 🙂

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Danach ging es wieder mal die Treppe zur Huntebrücke hoch und nach exakt 10 km war ich wieder zuhause.

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Beseelt

Die Strecke Oldenburg – Berne, konkreter zu meiner Schwiegermutter, habe ich in den vergangenen Jahren schon des Öfteren unter die Laufschuhe genommen. Nach der Trauerfeier für meinen Schwager am Freitag war es aber nochmal wieder etwas ganz besonderes zu ihr zu laufen. Dazu habe ich auch noch eine in Teilen neue Streckenvariante gewählt, die ich im letzten Jahr beim Rennradeln entdeckt hatte. Die war sehr schön und bis auf die letzten zwei Kilometer extrem verkehrsarm.

Hinter dem Großen Bornhorster See bog ich ab ins Moor, vorbei an den Gellener Torfmöörten (Kleine Moorseen mit pechschwarzem Wasser), vorbei an Butteldorf, durch die Moorriemer Hellmer und dann vorbei an der Großbaustelle für die neue Huntebrücke in Huntebrück. Die letzten zwei Kilometer entlang der B 212 hätten sich nur durch ein paar Zusatzkilometer verhindern lassen. Aber ich wollte es bei den heutigen 22 km belassen. Schließlich ist der letzte Lauf im 20iger-Bereich schon einige Wochen her.

Strahlender Sonnenschein und angenehme Temperaturen von um die 15° machten diesen Lauf zu einem Fest. Es wird grün, überall wird das Auge der erwachenden Natur gewahr. Nach den ersten vier Kilometern begegnete mir kaum noch eine Menschenseele. Die Bauernhöfe dösten in der Sonne und ihre Bewohner offensichtlich auch. Meine Gedanken wanderten über ein breites Spektrum. Von der wunderbaren Trauerrede für meinen Schwager, die ein guter Freund von uns gehalten hat, über die Schönheit der Natur und des Frühlings bishin zu Ärger über meinen Chef. Zwischendurch ereilte mich nach langer Zeit mal wieder ein Runners High. Wie beseelt lief ich dahin, Gänsehaut überkam mich, ohne das ich fror. Das über die gesamte Strecke recht gleichmäßige 6:00er-Tempo stellte sich von alleine ein und behagte mir. Es lief wunderbar, nichts strengte an und ich hätte noch einige Kilometer dranhängen können.

Mehr kann man von einem Lauf wohl kaum erwarten!

Besser als gar nicht

Nach der Rückkehr aus dem Land der Grachten, des Käses, der Tulpen und der Holzschuhe hatte ich heute noch einen Tag frei. Allerdings war dieser relativ vollgepackt und so reichte es nur für einen dazwischen gequetschten 10er. Immerhin besser als gar nicht. Ein fixer Törn um den Großen Bornhorster See und und entgegen meiner Gewohnheiten mal im Uhrzeigersinn.

So konnte ich statt wie sonst „bergauf“ laufen zu müssen, die „Gefällstrecke“ zum See runter laufen.

 

23.02.15 03Ich finde das Gefälle kann man auf dem Bild sogar erkennen 😎

Schnell rum um den Tümpel und ab wieder nachhause. Und das mal wieder ganz ohne Hundezwischenfall. Obwohl auf der Strecke am See eine Frau mit 5! Hunden unterwegs war, davon nur einer angeleint. Aber die Dame hatte ihre Tiere im Griff, so dass mein schon bei deren Anblick dicker Hals schnell wieder abschwellen konnte :-/

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Nach dem Lauf hatte ich meinen finalen Besuch beim HNO-Arzt. Der hat noch alles aus dem Ohr abgesaugt, was die Tropfen in den letzten Tagen so gelöst hatten und nun ist alles wieder in Ordnung 🙂 Dazu gab es noch eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte zuerst: Ich höre nicht gut. Die gute: Ich höre immer noch zu gut für ein Hörgerät. Da war übrigens vor 17/18 Jahren schon so. So gibt es doch noch eine Konstante in meinem Leben :mrgreen: