Sturm-Report

Auf diesen Tag war ich schon gespannt. Schon sehr früh wurde für heute ein kräftiger Sturm vorhergesagt. Ungewöhnlich für September und nicht ganz ungefährlich, speziell weil die Bäume noch voll im Grün sind und damit dem Wind viel mehr Angriffsfläche bieten. So war in norddeutschen Gefilden heute schwer was los.

Direkt an der Nordsee, speziell auf Sylt, hat so ein Sturm mit Orkanböen noch eine ganz andere Qualität. Ab dem Nachmittag ging es dann auch so richtig los. Ein Spektakel, dass ich bislang bei meinen vielen Besuchen auf der Insel noch nicht erlebt hatte. Verdrücken hätten wir uns auch nicht können, der Autozug zum Festland hatte den Verkehr eingestellt.

Der Nachmittag:

Nachdem es seitdem frühen morgen wieder wie aus Kübeln geschüttet hatte, klarte es mit zunehmenden Wind teilweise auf und Jens und ich trauten uns aus dem Haus um uns so richtig kräftig den Wind um die Nase wehen zu lassen.

Weststrand:

Am Vortag sind offensichtlich in einer Hauruck-Aktion fast alle Strandkörbe vom Strand geholt worden. Besser war das wohl.

Oststrand und Hafen:

Hier sind die Strandkörbe ganz dicht unter die Flutmauer gerückt worden, im Hafenbecken steht das Wasser bis knapp unter der Kante. Und die Hose blieb auch nicht bis zum Schluß trocken, der Himmel öffnete immer wieder seine Schleusen.

Nach zwei Stunden gönnten wir uns erst einmal eine Pause in der Wohnung. Trockenlegen und Teetime 🙂

Der Abend:

Die vorgesagte Sturmflut ist da, zum Hochwasser machen wir uns wieder auf den Weg. Der Sturm hat noch an Stärke zugelegt.

Oststrand und Hafen:

Der Kai im Hafen ist überflutet. Am Oststrand wurden die schon an die Flutmauer gerückten Strandkörbe noch in Windeseile mit Hilfe der Feuerwehr geborgen. Der Oststrand ist komplett verschwunden.

 

Weststrand:

An der Treppe zum Weststrand kann man sich kaum noch auf den Beinen halten und selbst das Atmen fällt schwer. Leider schwindet inzwischen das Licht, so dass es mit dem Fotografieren schwierig wird. Die Kamera ruhig zu halten gelingt eh so gut wie nicht mehr. Sandkörner schmiergeln wie Geschosse die Beine und auch meinen Kopf, weil kurz nach dem Schnappschuß macht sich auch mein Buff aus dem Staub. Zum Glück konnte ich es noch wieder aus dem Dünengras fischen.

Was hab ich gesagt?:

Hier auf Sylt kann man mit so einem Wetter umgehen und die Einheimischen zucken höchstens mit den Schultern. Das einzig Ungewöhnliche ist lediglich die Frühe in diesem Jahr. Für mich war das aber schon ein Erlebnis und morgen oder übermorgen werde ich erstmal schauen, was dieser Sturm der Insel wieder an Substanz gekostet hat.

Wie anders die Sache im September aussehen kann, durften wir im letzten Jahr erleben. Da wurden wir zur gleichen Zeit von zwei Wochen Hochsommer verwöhnt.

 

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Das soll heute wohl so sein

Heute wollte ich eigentlich einen schönen, langen Lauf machen. Um die 25 km sollten es sein. Dem stehen aber müde, schwere Beine mit einer leichten Verhärtung im Bereich des linken Unterschenkels gegenüber. Dieses zu ignorieren und trotzdem starten zu wollen, wurde von Petrus allerdings mit kräftigem Donnergrollen und anschließendem Platzregen beantwortet.

Ein Studium des Regenradars und der aktuellen Unwetterwarnungen vor Gewittern und Orkanböen ließ mich dann gänzlich von meinem Vorhaben Abstand nehmen. Auch wenn es bis dato offenbar nicht so dicke zu kommen scheint wie angekündigt.

25.07.15 01

Das soll heute wohl so sein um mein Gräten vor irgendwelchem Ungemach zu schützen. Aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben.

Gibt es also doch eine höhere Macht, die auf einen aufpaßt? 🙄

Völlig abgefahren

Das war schon ganz schön was windig heute. Es war sogar so windig, dass ich mich nicht getraut habe von der Haustür aus loszulaufen. Dafür befinden sich doch zu viele Bäume auf meiner Strecke und einen solchen bzw. Teile davon wollte ich dann doch nicht auf den Kopf kriegen. So bin ich mit dem Auto zu den Bornhorster Wiesen gefahren. Zwar bietet ein Fiat Panda auch nicht gerade viel mehr Schutz als ein Fahrradhelm, aber ich wollte es einfach mal ausprobieren wie es sich bei Sturm mit Orkanböen der Stärke 11 (das sind immerhin über 100 km/h )noch so läuft 🙂

In den Bornhorster Wiesen kann einem nichts auf den Kopf fallen, aber dafür gibt es auch keinerlei Schutz vor dem mächtigen Sturm. Ich parkte mein Auto und hoffte, dass es nicht auf der Seite lag, bis ich wiedergekommen bin. Hat geklappt 😀

Die Wiesen sind in den letzten Tagen nochmal wieder mächtig voll Wasser gelaufen.

31.03.15 01

31.03.15 02

Den ersten Kilometer vom Parkplatz zur Hunte hatte ich den Wind direkt auf dem Rücken, was mir mühelos ein Pace im 4er-Bereich ermöglichte 😎 Ab der Hunte hatte ich ihn schräg von vorne. Leute, dass ging ab.  Ich habe mich teilweise selber seitlich getreten, weil das Bein, was gerade in der Luft war, vom Sturm gegen das andere gedrückt wurde. Einen geraden Strich zu laufen war so gut wie unmöglich und ich mußte aufpassen, dass ich der Hunte nicht zu nahe kam, um dort nicht ein unfreiwilliges Bad zu nehmen. Hier mal ein kleiner Eindruck, wie es sich so lief:

Zwischendurch ereilte mich ein kurzer Hagelschauer, die zum Glück kleinen Hagelkörner flogen waagerecht wie Geschosse und trafen das linke Ohr sogar schmerzhaft durch die Kapuze, von den Waden ganz zu schweigen 🙂 Zum Glück dauerte der Schauer nur kurze Zeit. Gerade in der Zeit kam mir der Landschaftswart mit dem Jeep entgegen, der muß auch gedacht habe, ich habe sie nicht mehr alle :mrgreen:

31.03.15 03

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31.03.15 05Wenn die Möwen sich im Landesinneren aufhalten, dann ist es wirklich stürmisch im Norden

Der finale Kilometer zurück zum Auto hatte es dann nochmal heftigst in sich. Zu dem und dem gesamten Lauf ein kleines Statement 😎

Jetzt erkläre mich bitte aber niemand hier für bekloppt 😀

31.03.15 06Kleiner Gruß von Niklas