Nicht ungewöhnlich, aber ungewohnt

Der Wind, der Wind schrieb Doris letztens und berichtete über den kalten Ostwind, der über das Salzburger Land strich und die Temperatur in Echt und gefühlt in den Keller rauschen ließ. Dieser Wind hat offensichtlich ein recht großes Wirkungsgebiet. Auch hier im Norden sorgte er bei ebenfalls realen 3° und gefühlten Minustemperaturen für ausgesprochen schattige Verhältnisse, zumal er hier recht kräftig und -im Gegensatz zum Wallersee- ohne Sonne daherkam .

Deshalb zog ich es gestern einmal vor die freien Wiesen geben das halbwegs baumbestande Gellener Moor zu tauschen um etwas Windschutz zu genießen. Dabei macht Kälte Beine, war ich auf den 15 km doch verhältnismäßig flott unterwegs 😎

Heute ließ ich es etwas ruhiger angehen, wagte mich aber trotz der selben Wetterlage wieder an die Hunte. So leicht bekleidet wie Manfred traute ich mich das aber nicht. Neben Handschuhen und Mütze brauchte ich am Oberkörper schon drei Lagen um mich wohlzufüllen und habe trotzdem nicht geschwitzt.

21.11.18 01

Ungewöhnlich ist diese Wetterlage für November ja wirklich nicht, aber eben einfach ungewohnt nach all diesen vielen, wunderbaren, warmen Herbstwochen, während derer man aus dem Sommermodus gar nicht richtig herauskam.  Und nun haben wir in eineinhalb Wochen schon den ersten Advent, irre! 😯

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Eine Woche keine Sonne

Ich könnte Straßenlaternen umarmen und muß auspassen nicht vor Autos zu laufen, weil mich die Scheinwerfer so magisch anziehen wie die Motten das Licht. Das macht eine komplette Woche Dauergrau mit zusätzlichem ätzenden, kalten Ostwind mit mir. Der Winter gibt noch einmal alles einen an den Rande einer Depression zu bringen 😦

Da kostet sogar der Laufstart etwas Überwindung. Aber wie so oft, wenn man denn erstmal läuft, ist ja irgendwie doch immer alles ok. Das galt zwar nicht für den Utkiek-Lauf am Donnerstag, der auf einer Spaßskala von 1 – 10 eine – 5 bekommen hätte. Heute sah die Welt aber schon wieder ganz anders aus und mittendrin stellte sich auch mal wieder ein schon lange nicht mehr erlebter Runnershigh ein. Na also, geht doch 😎

Vor dem eisigen Wind, der die bei 0° liegende Temperatur gefühlt deutlich ins Minus trieb, flüchtete ich ins einigermaßen baumbestandene Moor. An einer besonders geschützten Stelle trabte ich auch wieder ein kurzes Stück barfuß.

Auf dem Rückweg boten mir die Deiche an Hunte und Kanal weitestgehend Windschutz und kurz vor Zuhause lugte dann doch tatsächlich für einen kurzen Moment die Sonne durch die Wolken. Für länger und ein Bild in Gänse hat es zwar noch nicht gereicht, aber immerhin, es gibt sie noch.

Auf Halbmarathondistanz habe ich der Winterdepression heute Paroli geboten und das sogar mit einem kleinen Pokal auf meiner Garmin für die schnellste HM-Zeit, die sie bis dato gemessen hat. Mal sehen, wie lang der Atem des Winters noch ist, der sch… ausdauernde Ostwind soll auf jeden Fall noch anhalten. Aber heute habe auf jeden Fall ich gewonnen 😀

Man gau, man gau

Zu hochdeutsch: Man schnell schnell. Und wenn ick mi gau na de Arbeit auf den Laufweg mache, kann ich die Lauflampe jetzt schon zuhause lassen. Für mich immer das erste Indiz, dass der Winter sich so ganz langsam dem Ende zuneigt, auch wenn es gerade erst heute in den frühen Morgenstunden nochmal einen Hauch neuen Schnee gegeben hat.

Die Landwirte sind auf jeden Fall auch schon wieder aktiv, die Güllefässer rollen wieder. Es stinkt im wahrsten Sinne des Wortes zum Himmel. Auch die Holzfäller waren weiter fleißig, die gelagerte Holzmenge hat sich noch einmal verdoppelt. Verrückt, und es stehen immer noch überall Bäume 🙄

Leichter Frost mit schneidig kaltem Ostwind ließ mich mal wieder zur Langtight greifen. Dafür habe ich mir eine andere Verrücktheit in den Kopf gesetzt. Ich möchte jetzt immer mal wieder ein kurzes Stück barfuß laufen und am besten fängt man damit an, indem man damit anfängt. Was ich damit bezwecken will, weiß ich selber nicht. Aber ich habe da einfach mal Bock drauf, nachdem ich seit September zuhause nur noch barfuß oder sockfuß unterwegs bin und auch auf Sylt nicht nur am Strand längere Strecken barfuß zurückgelegt habe.

Kalte Füße bekam ich für die paar Minuten wenigstens nicht. Nur mit dem Tageslicht wurde es zum Schluß doch noch knapp. Aber zum Sehen reichte es noch vollens und zum Gesehen werden hatte ich ja meine quietschgelbe Jacke.

08-02-17-08

Zuhause angekommen bekam ich dann von meiner besseren Hälfte den freundlichen Hinweis, meine Laufklamotten bitte umgehend in die Waschmaschine zu schmeißen, so sehr hatten sie sich der „frischen Landluft“ angenommen 😦

Faxen dicke

13.02.16 03

Zum Laufen in der norddeutschen Tiefebene gehört der Wind wie die Höhenmeter zu Läufen in südlicheren Gefilden. Der Wind in seinen unteschiedlichen Ausprägungen kratzt mich in der Regel nicht, im Gegenteil. Laufen gegen den Wind bringt etwas Pepp ins Laufen und bietet seinen ganz eigenen Trainingsreiz.

Aber heute ist er mir doch mächtig auf den S .. Keks gegangen. Ich hatte mir mal wieder vorgenommen zur Teatime bei Schwiegermuttern zu Fuß zu erscheinen. Mit ein paar Schnörkeln dehnte ich die One-Way-Tour auf 24 km aus. Der Weg nach Berne führte strikt nach Osten. Und wo kam heute der Wind her? Aus Osten! Und zwar strikt und stetig mit Stärke 4. Zudem sorgte er dafür, dass die höher vorgesagten Temperaturen auf 2 – 3° hängenblieben.

Die Strecke war reich an ländlicher Idylle und mein Kneippweg vom Dienstag lag auch wieder trocken. Dazu hatte ich mir aber sicherheitshalber die Gezeitenvorausberechnung im Internet angeschaut. Für die lange Kante hatte ich denn doch keinen Bock auf nasse Füße.

Erste Farbtupfer waren zu sehen. Es blüht die Herbstzeitlose, was sie laut Wikipedia im Frühjahr sehr selten tut. Auch die Schneeglöcken breiten sich in ersten Teppichen aus. In großen Teilen erhellte die Sonne die Szenerie und das Gemüt. Aber der Wind, dieser elende Wind saugte mir die Energie aus den Knochen und kühlte mich auf der freien Pläne aus. Diesen Effekt hatte ich so nicht vorausgesehen, sonst hätte ich mir noch eine Schicht mehr übergeworfen.

Nach nur 15 km mußte mir ein Energieriegel etwas auf die Sprünge helfen. Zum Glück war das in zwei Patronengürtelfläschenchen mitgeführte Wasser noch etwas warm. Ich hatte die Pullen mit heißen Wasser gefüllt und in zwei dicke Handschuhe und diese in den Laufrucksack gesteckt.

Kurz nach der Pause wurde es in Sachen Wind nochmal richtig böse, auf einer weiteren langen Gerade kein Baum, kein Strauch. Lauflust sieht anders aus. Endlich erreichte ich die neue Huntebrücke in Huntebrück, Deutschlands größte einflügelige Klappbrücke, wie ich der Presse entnehmen durfte. Noch steht die alte Brücke daneben und wartet auf ihr baldiges Abbruchende.

Von der Brücke waren es nur noch drei Kilometer bis Berne und der Wind traf mich auf dieser Schlußetappe nur noch von der Seite. Trotzdem war es gut und ich war froh am Ziel zu sein. Allerdings streikte der Thermostat von Schwiegermutterns Dusche und statt der erhofften heißen Dusche, gab es nur lauwarmes Wasser. Die Heizfunktion mußte danach der heiße Tee übernehmen.

Von den 24 Kilometern um die zwanzig Kilometer kalter Ostwind direkt von vorne, das hat gereicht. Tröstlich ist allerdings, dass es im Vergleich zum für morgen angekündigten Schnee- und Schneeregenwetter heute doch noch das bessere Laufwetter gewesen ist.

13.02.16 14