Geborgen

Irgendwie konnte ich es doch nicht mit ansehen, wie Quasimodo da so einsam und allein sein Dasein am Hunteufer fristete. So hat mein weiches Herz obsiegt und ich habe den kleinen Kerl bei meiner gestrigen Runde geborgen. Er war noch an Ort und stelle, saß aber nicht mehr, sondern hatte sich inzwischen etwas hingelegt 😉 Aber immerhin hatte er nicht sonderlich frieren müssen, vermeldete der Norden doch gestern Temperaturrekorde für einen 15. Januar.

Zuhause angekommen durfte der kleine Schmutzfink erst einmal ein Bad nehmen und wurde ordentlich geschrubbt, offensichtlich war er wirklich schon länger unterwegs.

Und so sah er einmal aus (gefunden bei Ebay):

15.01.20 10

Wo er mal seinen Platz finden wird, weiß ich zwar noch nicht, was ich aber weiß ist, dass ich erst einmal ein paar Tage Laufpause mache, bis sich die Wade wieder beruhigt. Beim Laufen ist sie zwar friedlich, aber im Alltag nicht. Es fühlt sich nach einer muskulären Geschichte an und ich denke, dass sie mit ein paar Tagen Laufruhe wohl wieder zufriedenzustellen sein wird. Immerhin hat sich der Ischias schon wieder beruhigt 🙂

Tsunami, Quasimodo und etwas Sonnenschein

Etwas rumpelig verlaufen die ersten Tage des neuen Jahres in Sachen Laufen. So quarkt zur Zeit die rechte Wade an ihrer Außenseite etwas rum und auch der Ischiasnerv scheint sich mit ihr zu einem Duett vereinen zu wollen. Beide hindern mich zwar nicht am Laufen, mindern aber etwas den Spaßfaktor.

Den Spaßfaktor minderte auch das etwas zermürbende, nasskalte Dauergrau. Am vorgestrigen Samstag wurden mir bei um die 4° doch sogar tatsächlich zwischendurch mal meine Zehen kalt, weil der starke Wind die Temperatur gefühlt gen Null drückte und der Asphalt naß war. Sowas aber auch 😛

Dafür gab es heute endlich, endlich mal wieder etwas Sonnenschein. Da lacht nicht nur gleich das Läuferherz sondern auch die Seele.

13.01.20 073

Das Lachen vergehen kann einem aber, wenn irgendwelche polnische Witzbolde ihrem abgehalfterten Binnenschiff den Namen“Tsunami“ geben. Ein Schiff nach etwas zu benennen, das schon vielen Menschen Tod und Verderben gebracht hat, finde ich zynisch. Leider hatte ich aber gerade nichts dabei um diesen Dampfer gleich an Ort und Stelle in der Hunte zu versenken.

Da konnte mir Quasimodo auch nicht helfen, dazu war er denn doch zu klein, wie er da so vorwitzig am Wegesrand saß. Ob es wirklich ein Zufall war, dass die Hunte ihn vermutlich als Treibgut direkt an den Wegesrand in sitzende Position gespült hat, sei einmal dahin gestellt. Ebenso, ob es mir zu denken geben sollte, dass mir direkt nach der(m) Tsunami auch noch Quasimodo begegnet. Zumindestens hoffe ich, dass ich trotz meiner kleinen Maleschen doch noch nicht ganz so krummbuckelig wie er unterwegs bin 🙂

Nachdem ich ihn auf einem Zaunpfosten kurz in Szene gesetzt habe, darf er am Fuße diese Pfostens weiter verweilen und ich bin gespannt, ob ich ihm dort bei meinen nächsten Läufen wiederbegegnen werde.

Wie gesagt, ich hoffe mal, dass weder polnischer Kahn noch Plastikfigur irgendwelche ernsthaften Omen für den weiteren Jahrenesverlauf sind, wäre doch schade ums schöne Laufen 😎