Kurz und gut

Endlich Regen! Wenn auch noch nicht wirklich viel, aber so hat es in den letzten Tagen immer mal wieder etwas vor sich hin geregnet. Da hilft nicht nur der dürstenden Natur, sondern hat auch endlich mal die Luft gereinigt. Und auch ich habe den Regen beim Laufen genossen. Am Dienstag hatte ich nach eineinhalb Wochen Pause den ersten Laufversuch unternommen um zu gucken, ob der untere Teil des linken Fahrwerks ausreichend ruhig ist. Er scheint es zu sein, während des gut vier Kilometer kurzen Laufs war gar nichts und nach dem Lauf nur ein ganz dezentes Murren zu verspüren.

Deshalb habe ich das Ganze heute noch einmal wiederholt. Der kräftige Regenschauer zu Beginn war zwar nach wenigen Minuten wieder vorbei, danach aber war die auf ca. 13° abgekühlte Luft ein Traum. Frisch, gepaart mit kräftigem Wind wie ich ihn mag. Weniger ein Traum waren die Schafshinterlassenschaften auf einem kurzen Wegabschnitt. Da traf es sich gut, dass ich zum Ende des Laufs den Deichschäfer traf, um ihn darauf hinzuweisen seinen Schafen doch mal Manieren beizubringen 😆 „Ist doch alles Bio 🙂 “ antwortete er und machte sich daran den Weg zu kehren. Wohlgemerkt nach meinem Lauf 👿

Davon abgesehen bleibt festzustellen, dass auch kurze Läufe Spaß machen können. Wenn auch gerade zweimal gute vier Kilometer, so haben haben sie doch ausgesprochen gut getan und wenn der Unterschenkel friedlich bleibt, darfs ja auch bald wieder etwas mehr sein.

Hier möchte ich versuchen Euch noch einmal die Frische zu transportieren. Norddeutscher Frühsommer in seiner für mich schönsten Form:

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Man muß nicht bekloppt sein

… um bei diesem Wetter zu laufen, aber es erleichert die Sache doch schon sehr. Und so lange die Sturmböen unter 100 km/h bleiben, kommt man auch noch irgendwie voran. So langsam wird zusätzlich zum Regen auch der stürmische Wind offensichtlich zur Gewohnheit 🙄

Nach der auch schon lausigen Tour vom 30.12. wußte der Wind heute auf jeden Fall noch einen draufzusetzen 🙂 Da freue ich mich, dass ich mit meiner Minimalschuhumstellung eine perfekte Ausrede für immer mal wieder etwas kürzere Läufe habe und die Gräben und Kanäle somit doch noch voller sind als mein Kanal 😛

03.01.18 01

Sturm, Regen, 5 bis 6°, gefühlt um Null, da sahen meine kurzbehosten Beine heute etwas aus wie frisch servierter Lobster 😆 Richtig kalt waren aber eigentlich nur die Hände in den nassen Handschuhen. Wenn das mit diesen Wetterlagen so weitergeht, brauche ich wohl doch noch mal ein Paar wasserdichte.

Überhaupt war ich zum Ende naß wie ein Pudel, da der Sturm den Regen wirklich durch jede Ritze gedrückt hatte und da ich mich ums Verrecken nicht draußen umziehen mochte, entbehrte es sicher nicht einer gewissen Komik, wie ich versuchte das in der Enge eines Fiat Panda zu erledigen ohne dabei sämtliches Gestühl zu durchnässen 😎

Dabei sah das Wetter beim anschließenden (teilweise etwas unscharfen Kamara-) Blick aus dem Autofenster eigentlich recht harmlos aus.

Wie auch immer, gute neun Kilometer haben mir heute gereicht. Aber natürlich nur wegen der Minimalschuhe 😆

I kill that cat

Nein, ich rede noch nicht von Silvester, sondern von dem Mietzekater, den ich mir vom Trail Uewersauer mitgebracht habe 😀

Autos sind ja undankbare Wesen. Hatte ich meinem kleinen automobilen Freund am Montagnachmittag, nach meiner Rückkehr aus Trier, noch anerkennend aufs Armaturenbrett geklopft und ihn dafür gelobt, dass er mich problemlos 1.000 km durch die Republik kutschiert hat, verkündete er am Dienstagmorgen auf dem Weg zur Arbeit mit heftigen Zündaussetzern, dass ihm nicht ganz wohl ist. Da hatte ich also zum einen über das Wochenende richtig Glück gehabt, aber zum anderen war nun ein dringender Werkstattaufenthalt angesagt.

Lang automobile Rede, kurzer Sinn: Von meiner etwas außerhalb gelegenen Werkstatt komme ich immer am besten laufend wieder nachhause und so konnte ich gleich den Muskelkater aus meinen Waden treiben, den ich mir beim luxemburgischen Speed Hiking eingefangen hatte.

Gleich auf der anderen Straßenseite von der Werkstatt geht ein Pfad zum nahegelegenen Tweelbäker See  und von dem gehts weiter zum Blankenburger See und von dem über die Huntebrücke nachhause.

Es hat dabei mal wieder ordentlich geregnet und der Matschfaktor war deshalb sogar um ein vielfaches höher als beim Traillauf am Sonntag 😀 Eigentlich ist die genau 10 km lange Strecke ganz schön zu laufen, wenn nur so ein Werkstattbesuch nicht immer mit einer Rechnung verbunden wäre 😦

Apropos Rechnung: Die mit dem Töten der Katze ist nicht ganz aufgegangen. Obwohl es ein recht lockerer, spaßiger Lauf gewesen ist, ist der Muskelkater heute immer noch da. Aber eigentlich ist er jetzt nur noch ein Kätzchen 😆

Testlauf, Regenlauf, ersäuft!

Freitag nachmittag hatte ich wie geplant noch einen 20 km-Lauf hingelegt. Der Frust und Ärger des Tages mußte einfach über die Beine den Körper verlassen. Angekündigter Starkregen sollte dabei auch noch ein erhofftes Quentchen Spaß bringen. Was dann aber zum geplanten Laufstart abging, ließ sogar mich noch etwas abwarten bevor ich vor die Tür trat:

Auch mir kann es tatsächlich mal etwas zu viel regnen, zumal der Regen kurzzeitig von Blitz und Donner begleitet wurde. Aber nachdem das Schlimmste vorbei war, konnte ich entspannt laufen.

Dabei hatte ich noch zwei seltene Begegnungen. Zum einen Rehe an der Strecke und zum anderen, noch seltener, ein Flußkreuzfahrtschiff auf der Hunte auf dem Weg nach Oldenburg, dass hatte ich noch nie, wenn es auch ein recht kleines war.

Zum Schluß kam noch etwas die Sonne heraus und mein Gemütszustand war leidlich wiederhergestellt.

Von Samstag auf Sonntag ging es dann in die Nähe von Amsterdam, Großmarkt-Shopping für meines bessere Hältes Firma. Fünf Stunden Deko- und Wohnaccesoires-Overkill, den ich zumindestens barfuß genossen habe. Die Niederländer juckt so etwas nicht.

Aber auch barfuß schützt über so viele Stunden vor platten Füßen nicht 😆

Auf der Rückfahrt hat es denn teilweise so dermaßen geschüttet, dass der Regen vom Freitag dagegen noch wie ein Kindergeburtstag gewesen ist. An Tempo war nicht zu denken und die Scheibenwischer leisteten eine Stunde lang Schwerstarbeit. Auch wenn es zuhause nicht mehr so intensiv schüttete, Auto ausladen konnten wir erstmal vergessen. Stattdessen hatte ich, weil wir zeitig in Amsterdam losgekommen sind, noch genügend Zeit für ein Läufchen.

Nochmal ein Testlauf mit den Fivefingers. Warum schon wieder Testlauf? Weil ich sie diesmal im Regen und klitschnasser Strecke ausführen konnte. Ich hatte Bedenken, dass die VFF naß vielleicht an der aufgeweichten Haut scheuern könnten. Kurzzeitig hatte ich auch das Gefühl, dass sich aber zum Glück nicht bewahrheitet hat.

So langsam nehmen hier die Böden das ganze Wasser gar nicht mehr auf und was mir während des Laufens diesen Sommer schon stundenlang Spaß beschert hat, geht mir abseits des Laufens auch langsam auf den Keks.

Aber beim Laufen waren es heute noch einmal gute 10 km Spaß, den die Fivefingers bei Regen noch steigern. Außerdem ist es mir gelungen, die gesamte Strecke stabil auf dem Vorfuß zu laufen. Es gibt also auch noch Positives zu berichten 🙂

Testlauf, Regenlauf, läuft!

Vorgestern waren meine Scheuerstellen durch die Luxustreter nach sechs Tagen soweit abgeheilt, dass ich den ersten Testlauf mit den Vibram Five Fingers unternehmen konnte. Auf die Dinger war ich schon besonders gespannt. Schon viel von ihnen gelesen, werden sie in der Regel geliebt oder gehasst, dazwischen scheint es nicht viel zu geben.

Zu diesem Testlauf hatte ich mir eine automobile Anreise in mein Lieblingslaufrevier gegönnt. So konnte ich mich auf das Laufen in den Zehenschuhen konzentrieren ohne durch jeglichen Verkehr und sonstige Umstände abgelenkt zu werden und die Strecke dabei einigermaßen kurz halten. Lange Rede, kurzer Sinn, mir hat das Laufen in den Dingern echt viel Spaß gemacht und ich war gleich länger in ihnen unterwegs als ich es mir vorgenommen hatte. Neun Kilometer im Verhältnis sieben Kilometer Asphalt zu zwei Kilometern Feldweg.

Dabei durfte ich feststellen, dass ich noch nicht auf lange Strecken im Vorfußlauf geeicht bin. Die letzten ca. 2,5 Kilometer landete ich auf dem Mittelfuß, weil es für das Fahrwerk wohl etwas zu anstrengend wurde. War auch ok, klingt nur etwas lauter 🙂

Die VFF sitzen super, eine kleine Blase gab es aber trotzdem, was allerdings überhaupt keinen Vergleich zu den vielen Scheuerstellen mit den Joe Nimbles darstellt. Allerdings fand ich diese nun wirklich minimalen VFF ganz fürchterlich warm. Wenn sich das bei den nächsten Läufen bestätigt, brauche ich im Winter wohl keine kalten Füße fürchten 😀

Hassen oder lieben? Für ein entgültiges Fazit ist es nach einem ersten Lauf zu früh, aber hassen werde ich sie sicher nicht. Ob es im wahrsten Sinne des Wortes eine heiße Liebe wird, werde ich aber noch abwarten 😎

Jede Selbstbeherrschung verlor ich gestern angesichts des herrlichen Regens, der pünktlich zur Feierabendzeit einsetzte. Ich mußte einfach noch einmal laufen, auch wenn das Zeitfenster wegen eines Termins am Abend eng war. Für ein halbes Stündchen sollte die Zeit auf jeden Fall reichen. Und für ein halbstündiges Läufchen brauche ich jetzt auch keine Laufschuhe mehr anzuziehen 😎 Einziges Manko: Ich bin noch einmal ins Auto gestiegen um zum Start zu fahren.

Aus den geplanten fünf Kilometern sind dann vor lauter Begeisterung doch sieben Kilometer geworden. Fünf Kilometer Feldweg und zwei Kilometer nasser Asphalt mit ein paar piewarmen Pfützen.

Das war er also, mein erster Barfußlauf im strömenden Sommerregen. Ist Laufen im Regen für mich schon immer der pure Genuß, so ist Barfußlaufen im Regen dazu noch einmal eine Steigerung. Größte Herausforderung war gestern dabei im prasselnden Regen irgendwie aus den patschnaßen Klamotten zu kommen und dabei nicht das halbe Auto unter Wasser zu setzen. Dieses Unterfangen ist lediglich so leidlich gelungen 😆

Böse

Da hüpfte mein Herz vor Freude angesichts der vorhergesagten, üppigen Regenfälle und dann ist es schon ab dem späten Vormittag wieder trocken. Die Regenmengen, die anderorts teilweise schon zuviel des Guten sind, mogeln sich haarscharf an Oldenburg vorbei. Das ist nicht nett.

Regenradar 30.06.17 01

 

Regenradar 30.06.17 02

Nun denn, des anderen Freud ist des Deichläufers Leid. Aber ich will nicht ungerecht sein, gestern am Utkiek haben wir so richtig den A…., den Popo naß bekommen. Und ganz trocken blieb es dann bei meiner heutigen Runde ja auch nicht. Und schlußendlich reicht seichter Regen über 20 km auch für einen nassen A…. ääääh Popo 😛

 

Für meine Barfußetappen gibt es ja eigentlich nichts schöneres als einen Feldweg, es sei denn es ist ein nasser Feldweg 🙂 Da bleiben sogar die Füße nahezu sauber 😆

An der Hunte, deren Anblick mich hier dann doch etwas mehr erfreut als am Dümmer, dann Barfußetappe Nr. 2. Das wird schon Routine, egal bei welchem Wetter.

Die heutigen 20 km, genau genommen waren es sogar 20,1 km hieften mich dann auch noch über mein Halbjahresziel. Auf dem letzten Drücker liege ich üppige 2,7 km über den anvisierten 1.000 km. Aber egal, erreicht ist erreicht 🙂

30.06.17 10

Das Glück liegt im Kleinen

Diese Erkenntnis ist ja nicht neu, aber die Wahrheit zeigte sich mal wieder in meinem heutigen Lauf. Dabei stand der gar nicht auf dem Programm. Aber während ich so auf dem Sofa saß, die Uhr gen 20 Uhr vorrückte, der Regen auf die Dachfenster trommelte und das Regenradar von Wetteronline ein fettes Regengebiet zeigte, konnte ich nicht anders als mich vom Sofa zu lösen und in die Laufklamotten zu schmeißen. Der Regen hat die Temperatur auf deichläuferfreundliche 12° abstürzen lassen, während z. B. Berlin zur gleichen Zeit bei 28° vor sich hin kochte.

Also schnell einmal die Rampe der Huntebrücke angesteuert, rauf und runter gedüst, dabei jede Pfütze mitgenommen. Herrlich, mein Laufwetter, ich liebe es.

Kurz vor Zuhause die Schuhe ausgezogen und die letzten Meter zur Haustür barfuß spaziert, klitschnaß und smilend like a honeycakehorse. Das Glück liegt im Kleinen, es war heute 6,8 km und knapp 41 Minuten lang.

33,333 km Rückenwind

10 Tage liegt sie nun schon zurück, meine Premiere beim Syltlauf 2017. Höchste Zeit für eine nähere Betrachtung, schließlich war dieser Lauf der Grund für gleich eine ganze Woche Urlaub auf der Insel.

Der sonntägliche Start um 10:00 Uhr verhieß noch ein angenehmes Ausschlafen nach der Anreise vom Vortag. Allerdings verhieß der Wetterbericht nichts gutes für diesen Lauf und er sollte recht behalten. Schon zum Aufstehen und Frühstück in der Ferienwohnung regnete es wie aus Eimern, es blies ausgesprochen kräftiger Wind und die Temperatur sorgte mit 4° gerade mal dafür, dass es eben regnete und nicht schneite.

Die bescheidenen 2,5 km zum Start beim Fünf-Städte-Heim in Hörnum-Nord ließ ich mich von Jens chauffieren. Ansonsten hätte ich keine Chance gehabt, meinen Rucksack mit den Wechselklamotten trocken zum Start zu bringen, damit dieser von dort zum Zielort List gekarrt werden konnte. Da ich mir am Anreisetag die Pastaparty mit Startnummernausgabe in Westerland gespart hatte, enterte ich das Fünf-Städte-Heim um an meine Startnummer zu kommen und Schutz vor den Regenfluten zu finden. Diese Idee hatten allerdings allen anderen logischerweise auch und so wurde meine „Vorliebe“ für Menschenmassen und engen Körperkontakt auf eine harte Probe gestellt. Da war ich froh als sich die Startzeit näherte und ich mich mit der ganzen Meute aus dem Gebäude spülen lassen konnte.

Zum Glück verlor der Meermann Ekke Nekkepenn nicht allzu viele Worte und ließ den Startschuß pünktlich um 10:00 Uhr fallen. Wie immer bei „Wettkämpfen“reihte ich mich ganz hinten ein und ließ es ruhig angehen. Die Laufrichtung erst einmal eingeschlagen kam der kräftige Wind von schräg hinten, was den Regen dann gar nicht mehr so schlimm erscheinen ließ und nach vielleicht drei Kilometern waren dann auch endlich meine Finger warm.

Bis kurz vor Westerland verlief die Laufstrecke auf dem Radweg neben der einzigen Landstraße zwischen Hörnum und Westerland. Da war ich schon etwas enttäuscht, gibt es doch einen herrlich zu laufenden ehemaligen Gleisweg der früheren Inselbahn, wo man durch die tolle Dünenlandschaft abseits des Autoverkehrs laufen kann.

Kurz vor Westerland bogen wir dann aber ab Richtung Strandpromenade. Von hier ab war die Strecke klasse und wurde immer besser. Nach Westerland, Wenningstedt und Kampen kam das Highlight der ganzen Strecke, die unglaublich schöne und faszinierende Dünenland, die bis an den Zielort List heranreicht. Der Regen, der graue Himmel, der stürmische Wind und das Bestreben, dann doch einigermaßen gut durchzulaufen, sorgten aber für eine ausgesprochen magere Bilderausbeute.

Für mich lief es vom Startweg gut, ich fühlte mich gut, lief locker und hatte immer mal wieder zwischendurch nette Unterhaltungen mit den Mitläufern. Der kräftige Rückenwind machte das Laufen mühelos und den kalten Regen vergessen, nur umdrehen durfte man sich nicht 🙂 Ich pflügte auch einfach durch sämtliche Pfützen, die die meisten anderen Läufer immer noch zu umlaufen versuchten, obwohl ich mir nicht vorstellen konnte, dass noch irgendjemand trockene Füße hatte.

Auch weit über Kilometer 20 hinaus fühlte ich mich noch wie auf den ersten Metern und mit Dankbarkeit konnte ich feststellen, dass eine gewisse Anspannung, wie ich diesen Lauf wuppen würde, da ich in der Zeit vor dem Lauf mental nicht so gut drauf war, verschwunden war.

Die letzten sechs, sieben Kilometer war ich so richtig im Flow und lief ein gutes, nicht zu schnelles Tempo  (schlußendlich war es ein 6:08er Schnitt) und konnte wie beim Skislalom ständig andere Läufer überholen. Das war ein gutes Gefühl, wenn auch die Überholmanöver aufgrund der beschränkten Wegbreite manchmal nicht ganz einfach waren. Diese Kilometer liefen auch nicht ganz topfeben, was mich aber in keinster Weise kratzte und einen klitzekleinen Durchhänger bei Kilometer 30 konnte ich auch schnell wieder aus Kopf und Beinen schütteln und lief gute drei Kilometer später nahezu relaxt ins Ziel ein.

Besser hätte es nicht laufen können. Daran hatte der kräftige Rückenwind zwar sicher einen gehörigien Anteil, aber man wird ja auch mal genießen dürfen, gelle? Ich fischte mir meinen Rucksack aus dem Gepäckbus und in einer Turnhalle konnte ich mich dann aus den klitschnassen Klamotten schälen, es war nicht eine einzige trockene Faser mehr am Leib.

Glücklicher Weise hatte ich auch mein Handy dabei, weil das Ziel überraschender Weise nicht mitten im Ort List lag, sondern am Ortsanfang auf einem Sportgelände. So konnte ich Jens und Muttern mit dem Auto zu mir dirigieren, die auch schon verzweifelt den Zieleinlauf gesucht hatten. Die Möglichkeit mich zum Duschen und Schwimmen per Bus in die Sylter Welle nach Westerland karren zu lassen, ließ ich dankend aus und versank, zurück in der Ferienwohnung, stattdessen lieber in der dortigen Badewanne.

In Startwuhling und auf der Strecke durfte ich auch noch auf bekannte Gesichter treffen. Die Freundinnen von Elke, mit denen ich schon die Ehre hatte einen weinseligen Halbmarathon zu laufen, waren als Staffel angetreten. Leider hatte ich sie im Ziel nicht mehr gesehen. Auf der Laufstrecke kurz vor List kam mir dann Margitta entgegen. In dickes, wetterfestes „Zivil“ verpackt, hätte sie gar nicht erkannt, wenn sie nicht nach mir gerufen hätte.  Als ich die Überraschung realisiert hatte, war ich aber auch schon weit an ihr vorbei.

Dieser Syltlauf war echt eine coole Nummer und mein bis dato längster Regenlauf. Und auch mein längster Lauf mit Rückenwind. Ich denke, dass wird sicher auch eine ganze Zeit ungetoppt bleiben 😀

Und scroll und scroll und scroll

Gestern habe ich mal laufend nachgeschaut, ob die Sturmflut an der Nordsee in der Nacht zum Dienstag auch die Hunte soweit zurückgedrückt hat, dass mal wieder die Bornhorster Wiesen geflutet worden sind. Dem war aber nicht so, dort steht nach wie vor sehr wenig Wasser.

Sehr wenig Wasser ist überhaupt das Stichwort. Irgendwie habe ich das Gefühl schon ewig nicht mehr im Regen gelaufen zu sein. Also ich meine jetzt so im richtigen Regen, nicht nur etwas Geniesel, Getröpfel oder mal einen Schauer. Wann war denn nur der letzte gescheite Regenlauf?

Nichts ist leichter rauszukriegen als das. Wofür führe ich schließlich einen Laufblog, der ja nahezu jeden meiner Läufe lückenlos dokumentiert 🙂

Und so scrolle ich meine Beiträge durch und scrolle und scrolle und scrolle. Nicht nur, dass ich offensichtlich viel schreibe, nein, der letzte Regenlauf liegt wirklich schon eine Ewigkeit zurück.

Fündig werde ich erst am 22.08., da hat es zumindestens mal für die Dauer des Laufs gedauerregnet, wenn auch nicht kräftig.

Das letzte Mal so richtig geschüttet hat es beim Laufen sage und schreibe sogar zuletzt am 25.06..

Da sage noch einmal jemand, dass es in Norddeutschland nur regnet 😎

Irgendwie hätte ich ja mal wieder Bock so richtig durch Starkregen zu rennen, klatschnaß zu werden und den Dreck so richtig spritzen zu lassen. Aber jetzt macht sich ja gerade erstmal so ein Superhoch breit. Also wird dieses Vergnügen noch etwas warten müssen. In diesem Jahr wird das wohl nichts mehr.

Sich regen im Regen bringt Segen

Die Affenhitze vom Donnerstag ist zum Glück schon wieder vorbei. Und nachdem ich am Montag schon einen wunderbaren, 11 km langen Regenlauf genießen durfte, schien mir auch heute das Glück hold und es schüttete wie aus Eimern als ich zu meinem Lauf startete.

Schon auf dem Weg direkt hinterm Haus fing der Spaß an und hörte auf dem matschigen alten Bahndamm noch lange nicht auf. Der Kleine Bornhorster See ließ sich prima umrunden, weil bis auf eine Ausnahme hundefrei. Die meisten Hunde bzw. wohl eher deren Herrchen fanden den Regen wohl nicht so prickelnd, wie auch der komplett leere Parkplatz zeigte.

Am Großen Bornhorster See verließ mich dann das Regenglück und wurde durch Fotoglück ersetzt. Noch nie hatte ein Fischreiher stillgehalten wenn ich ihn fotografieren wollte. Heute endlich zeigte sich einer gnädig, im Gegensatz zu einem von den beiden Schwänen, wo just einer den Kopf wegduckte als ich sie fotografierte.

Wenig später lugte dann sogar kurzzeitig die Sonne durch die Wolken und es wurde leicht tropisch. Da bereute ich es, angesichts des angekündigten Dauerregens, nichts zu trinken mitgenommen zu haben. Da können die langen Geraden schon mal noch etwas länger werden :-/

Aber immerhin konnte ich ab Kilometer 14 auf dem nächsten matschigen, mit Pfützen übersäten Weg unterm Huntedeich wieder die Füße abkühlen. Ich sah sowieso schon aus wie Sau und die Schuhe würden in den Pfützen und im Matsch abwechselnd sauber und wieder schmutzig 🙂

Auf den letzen Kilometern fing es dann wieder an zu dröppeln, woraus sich wieder angenehmer seichter Regen entwickelte. Herrlich, wenn ich nicht inzwischen schon restlich ausgedörrt gewesen wäre.

So gab es nach 23 km die erste Pulle noch vor der Haustür im Regen auf Ex. Regenläufe sind für mich im Alltag nach wie vor ein Highlight ❗

25.06.16 14