Rot

Auf diversen anderen Laufblogs fällt in den letzten Tagen immer öfters das Wort Frühling. Zwar gab es auch hier schon ganz ganz zarte Anklänge dieser wunderbaren Jahreszeit, aber mit dem Sturm von vorgestern wurden diese erstmal wieder verblasen.

So durfte ich heute bei weiterhin kräftigem Wind regnerische 4° genießen. Nicht berücksichtigt hatte ich dabei aber, dass der normalerweise milde Süd- bis Südwest die Temperatur heute deutlich ins Minus windchillte. Und so hatten sich meine regennassen Unterschenkel zeitweise eine kräftig rote Farbe zugelegt, wie ich sie den ganzen Winter noch nicht gesehen hatte und ich war froh zumindestens meiner inneren Eingebung gefolgt zu sein und nicht die kurze Tight angezogen zu haben.

Trotzdem ließ ich mir eine kleine Barfußlaufeinlage nicht nehmen und durfte erstmals feststellen, dass nasser Asphalt bei weitem nicht so die Fußsohlen schraddelt wie trockener. Zudem waren die Füße unglaublich warm, als ich sie anschließend wieder in die Laufschuhe versenkte. Für die Zwischenlagerung der Schuhe und das An- und Ausziehen bot sich der Windschatten und Dachüberstand des kleinen Gebäudes des Deichverbandes perfekt an.

Kurz nachdem ich wieder in die Schuhe geschlüpt war, hörte es auf zu regnen und auch der Rest des Körpers vermeldete ab da ein deutlich angenehmeres Temperaturempfinden und es lief so locker und weich, dass ich meine Runde noch minimal verlängerte und nach 15,6 km wieder zuhause einlief.

Sturmjäger

Es gibt ja so Verrückte, die sich in Amerika, aber auch hierzulande, in jedes Unwetter stürzen, immer auf der Suche nach den spektakulärsten Bildern von Tornadas oder Gewittern. Ganz so verrückt bin ich zwar nicht, aber auch ich hatte heute Bock den Sturm zu jagen bzw. mich von ihm jagen zu lassen 🙂

Thomas heißt der Bursche, dem ich mich da stellen wollte. Dazu habe ich erneut auf den Utkiek-Lauf verzichtet. Aber nach meiner Rückkehr durfte ich auf dem Smartphone lesen, dass dieser eh dem Sturm zum Opfer gefallen ist.

Los ging es bei gut 8° und Rückenwind, raus aus der Stadt, hinaus in die offene, norddeutsche Tundra. Der Regen beschränkte sich auf gelegentliche Schauer, die dann aber mit nochmals kräftigeren Böen einhergingen.

Nach exakt 9,5 km gab es dann mit dem Wind von vorne die volle Dröhnung. Einen guten Kilometer bot der Huntedeich noch etwas Schutz, aber dann ging so richtig der Punk ab und einige Male bin ich gefühlt auf der Stelle getreten.

Nach ca. 13 km ging mir dann im Gegensatz zum Wind kurzzeitig mal die Puste aus und ich wechselte in den Gehmodus. Die Gelegenheit mal den Sturmreporter zu spielen. Zu verstehen bin ich aufgrund der Lautstärke des Windes aber kaum 🙂

Wie schön war es da die letzten drei Kilometer im Windschatten der A 29 und der Bebauung der Stadt zu laufen. Das war die reine Erholung 🙂

18,5 km jagte ich den Sturm und er jagte mich. 6 km hatte ich ihn dabei in den Marschen direkt von vorn. Ein etwas spezieller Feierabendlauf, der mich ziemlich ausgepowert hat 😎

23-02-17-14

Isch habe fertisch

Windbreaker breaks wind

Meine gelbe Jacke hatte heute nach mehreren Monaten Dauereinsatz erstmals Pause. Bei 9° und etwas Sonnenschein tats endlich auch mal wieder der dünne Windbreaker. Der hatte an der Hunte dann aber auch seinen Namen gerecht zu werden. Allzu stark war der Wind zwar nicht, aber doch noch ganz schön frisch. Da wurden kurzzeitig sogar die Hände kalt.

Aber das helle Wetter entschädigte für alles. Mein Feierabendklassiker war mal wieder einfach nur zum genießen.

Run to the Schwieger-Mum, der xste

Vor sechs Jahren habe ich das Zuhause meiner Schwiegermutter im ca. 20 km entfernten Berne das erste Mal laufend angesteuert. Seitdem kommt es immer mal wieder vor, dass ich zu ihr laufe während meine bessere Hälfte das Auto benutzt und meine Wechselklamotten mitnimmt.

Das ist quasi eine Win-win-Situation. Ich sehe meine weltbeste Schwiegermutter und bekomme gleichzeitig ausreichend Auslauf. Genügend Streckeenauswahl gibt es auch, Herz was will ich mehr.

Heute also wieder einmal links der Hunte durch Moor und Marsch via Gellen, Butteldorf und Huntebrück nach Berne. Dieser Februar-Sonntag erfreut dazu mit allerfeinstem Novembergrau.

Mit dem Tauwetter ist das frische Schneeweiß von letzter Woche auf den Moorteichen und -gräben verschwunden und die düstere Moormelancholie befindet sich auf dem Gipfelpunkt.

In Gellen sitzt wieder (oder immer noch?) dieses Bärchen auf einem Tisch an einem kleinen Rastplatz. Das hatte ich da schon bei meinem Lauf am 03.10.2016 gesehen, kurios. Für den Schlitten, der in Butteldorf in einem Vorgarten steht, gibt es in diesem Winter hoffentlich keine Einsatzmöglichkeit mehr.

Hinter Butteldorf öffnet sich die Marsch und das Grau verbindet sich mit der Weite der offenen Landschaft.

Ganz und gar nicht zur Novembertristesse paßt meine Lauffreude, die Beine schlagen von ganz alleine ein flottes Tempo an, das ich immer wieder vergebens zu bremsen versuche und so vermeldet die Garmin nach nur acht Tagen erneut einen neuen Halbmarathon-Rekord. Aber es steht immr noch eine 2 bei den Stunden, also kein Grund zur Sorge 😎

600 m  nach der Halbmarathon-Marke ist der Lauf auch zu Ende und es folgen ein schöner, gemütlicher und geselliger Nachmittag und ein ebensolcher Abend bei meiner Schwiegerma.

19-02-17-20

Ich wünsche mir, dass es noch viele, viele Gelegenheiten zum Run to Schwieger-Mum geben wird.

Braune Wiesen

Sorry Manfred, auf Deinen Kommentar bei „Stille“ hin, hatte ich Dir versprochen meine heutige Runde für Dich mitzulaufen. Aber ganz ehrlich, verdient hast Du diese Runde nicht.

Für den Utkiek-Lauf hagelte es nur Absagen und so hatte ich beschlossen doch lieber eine Tageslichtrunde im eigenen Laufrevier zu drehen. Aber so langsam stinkt es mir, dass es jedesmal stinkt. Wundern braucht mich das nicht, wenn ich mir all die Wiesen anschaue, an denen ich vorbeilief. Hier nur ein kleiner Auszug:

Aber ich konnte Manfred ja nicht komplett hängen lassen und bemühte mich daher wenigstens noch um etwas Idylle. Dieses mitten in der Pampa stehende Vögelhäuschen z. B.

Oder noch etwas Eis auf dem Kleinen Bornhorster See. Oder Deichläufer auf altem Bahndamm 😆

Die Stippvisite bei Aldi kurz vor Ende des Laufs steuerte noch Speckwürfel (ohne Bild) und gelbe Rosen (ohne Bild) bei und nach 12 km war der Spuk vorbei 😀

Lieber Manfred, ich versuchs gerne bei nächster Gelegenheit noch einmal, aber ich denke am besten läufst Du doch selber. Konferenzen hin, Elternsprechtag her 😉

Ministreak

Diese Woche lief vom Zeitmanagement her etwas krude. So kam es, dass ich am Mittwoch den Herbst-/Winterlauf und gestern den Utkiek-Lauf gemacht hatte. Da ich dieses Wochenende auch so gar keine Zeit habe und außerdem heute das Wetter so schön war, habe ich am Nachmittag gleich den dritten Lauf in Folge angehängt.

Ein im November doch eher seltener, wunderbarer, sonniger Nachmittag wartete auch mich. Mit ca. 7° war die Temperatur ganz verträglich, wenn auch sie durch den leichten Ostwind etwas frischer wirkte. Dazu gab das langsam schütter werdende Herbstlaub in Sachen Farbenpracht noch einmal alles.

Etwas Besonderes ist es auch jedesmal einen neuen Laufschuh „in Betrieb“ zu nehmen. Dieses Bonbon kam heute noch dazu. In München konnte ich meinen Lieblingslaufschuh als Teilnehmer des Bestzeitmarathons zu einem recht günstigen Kurs erstehen. Die Gelegenheit habe ich mir natürlich nicht entgehen lassen.

11-11-16-07

Das knallige Grüngelb paßte bestens zur Jacke und zum heutigen Wetter und so strahlte ich mit Sonne und Herbstlaub um die Wette 😀

Mein Ministreak bescherte mir gute 34 km, nahezu die komplette Bandbreite an Wetter, die diese Jahreszeit zu bieten hat, und ein paar Utkiek-Höhenmeter. Jetzt werde ich den lauffreien Samstag und Sonntag wohl überstehen 🙂

Übrigens überzog schon eine Stunde nach Laufende wieder erstes zartes Eis die Autodächer 😯

Komfortzone

Das Wort Komfortzone habe ich vor Kurzem irgendwo aufgeschnappt und es entpuppt sich so langsam zu meinem Lieblingswort, bewege ich mich doch am liebsten in ihr. Auch beim Laufen. Aber die Komfortzone auch bei einem Marathon beizubehalten ist ein Thema für sich, dazu mehr im weiteren Verlauf.

Ich habe zum zweiten Mal auf Einladung von der Doris das ferne Österreich aufgesucht. Als ich Anfang des Jahres ein Alternative für die für mich ausgefallene Harzquerung suchte, schlug Doris mir den Wolfgangseelauf vor. Die traditionelle Strecke dort geht über 27 km, es wird aber auch ein Marathon angeboten. Da habe ich der Doris gegenüber auf dicke Hose gemacht und gesagt wenn ich schon erneut zum Laufen bis nach Österreich reise, dann muß es sich auch richtig lohnen. Also sollte es schon der Marathon sein. Nun, so sei es. Doris hatte sich für den 27km-Klassiker entschieden, die für sie bislang längste Strecke.

Über das kurze Ankunftläufchen hatte ich schon berichtet. Den folgenden Tag, den Pre-Marathon-Tag, nutzten Doris und ich bei Sonnenschein erstmal zum Extrem-Tapern, bevor es zum Abholen der Startunterlagen nach St. Wolfgang ging. Dem fieberte ich noch aus einem anderen Grunde entgegen, sollte sich doch die Gelegenheit zu einem Treffen mit Steve ausgehen. Mit Steve an diesem Tag allerdings nicht laufen zu können, sondern nur etwas Essen zugehen war zwar einerseits extrem schade, aber auf der anderen Seite natürlich total klasse, sich überhaupt kennengelernt haben zu können.

Beim Bummel durch St. Wolfgang, vorbei am berühmten Weißen Rößl, konnten wir schon einmal den Zieleinlauf inspizieren und einen Blick auf die Starterlisten werfen, die mitten im Ort aufgestellt waren und auf denen doch tatsächlich auch ein gewisser Deichläufer aus Oldenburg zu finden war. Selbstverständlich habe ich mich auch an das Verbot gehalten, dass ich auf der anderen Seeseite auf einer öffentlichen Toilette gefunden habe. Als Gast im fremden Land benimmt man sich schließlich.

Jetzt aber zum Marathontag:

Schon die ca. einstündige Anfahrt nach St. Wolfgang hat mich teilweise geflasht. Traumhaftes Panorama mit einem glühenden Himmel darüber begeisterten mich und Doris mußte sich mein Ah und Oh die ganze Zeit anhören. In St. Wolfgang hieß es denn für mich in den für die Marathonis bereitgestellten Bus nach Bad Ischl zu steigen. Von dort würden wir zurück nach St. Wolfgang laufen um dann auf die Strecke der 27km-Läufer einzuschwenken, die knapp eineinhalb Stunden nach den Marathonläufern starteten.

Nach dem Start bei noch recht schattigen 5° galt es auf den ersten 10 km die ersten 100 Höhenmeter zu bewältigen, was mir angesichts meines hervorragenden Bergtrainings am Utkiek tadellos gelungen ist 😎 Nach 15 km in St. Wolfgang angekommen, waren die 27 km-Läufer schon weg und es sollte dauern, bis ich die ersten davon einholen konnte. Kurz vor St. Wolfgang stürmten dann noch die 5 km-Läufer an uns vorbei. Das waren schon gewaltige Tempounterschiede zwischen den beiden Gruppen 🙂

Ebenfalls kurz vor St. Wolfgang lief ich auf Wolfgang auf. Ein kurzes Hallo meinerseits ließ Gesprächsinteresse von Wolfgang erkennen und wir liefen ab dann viele Kilometer zusammen. An den Verpflegungsstellen, hier Labestellen genannt, ließ ich mir immer etwas mehr Zeit als er und ich arbeitete mich anschließend dann wieder ganz langsam an ihn heran. Für mich war das bei einem offiziellen Lauf eine Premiere, dass ich mit jemanden zusammengelaufen bin. Aber es hat, gerade auf den letzten Kilometern, sehr gut getan.

Kurz nach Kilometer 18 kam dann der Falkenstein, mein „Angstberg“:

18.10. 11*über den Felsen ging es drüber*

Hier ging es auf 1,3 km um die 300 Höhenmeter hinauf. Das da für mich nichts mehr mit Laufen war, war mir klar, aber den Falkenstein selbst zügig hinaufzustapfen, brachte mich ganz schön ins Keuchen. Außerdem wußte ich nicht wieviel Kraft mich das für den weiteren Marathonverlauf kosten würde. Runter war es teilweise auch so steil, dass ich ab und zu ein paar Schritte gegangen bin. Aber unten angekommen war die Halbmarathondistanz erreicht und ich lag gut in der Zeit. Die Aussichten auf der Strecke sind ein Traum, die Sonne schien und die Temperatur war mehr als verträglich, perfekt! Und von nun an ging es flach weiter.

Hinter einer Labestelle bei ca. Km 30 standen ein paar Leute mit einem Fäßchen Bier und einigen Frischgezapften auf einem Tischchen. Ich konnte dem Angbot nicht widerstehen und habe mir ein paar kleine Schlucke gegönnt, gemerkt habe ich davon aber nichts 😎 Bis die Beine schwer wurden, dauerte es noch ein paar Kilometer. Wolfgang und ich verschaften uns Ablenkung und ich war es, der ihn auf den letzten Kilometern dann etwas gezogen hat, die ich erstmals (dies war dritter offizieller Marathon) ohne Gehpausen durchlaufen konnte (bis auf ein paar Meter an der allerletzten Steigung kurz vorm Ziel) .

Das hatte aber auch seine Gründe: Ich bin schon ab dem ersten Kilometer immer geringfügig langsamer gewesen als ich mir ursprünglich vorgenommen hatte und bin so letztlich immer in meiner Komfortzone gelaufen. Ich wollte einfach nicht überpacen und schlicht und ergreifend ein Gefühl für die nicht ganz ebene Strecke bekommen. Das ist mir wirklich gut gelungen, gerade auch weil es eben kurz vor der Mitte des Marathon den Falkenstein zu überqueren galt. Das die Komfortzone sich auf den letzten 10 km trotzdem nicht mehr nach Komfortzone anfühlt, ist klar, aber so richtig hart wurde es nicht ein einziges mal. Zu dem bin ich meiner Taktik treu geblieben mich im Startfeld immer ganz hinten zu positionieren. So wird man nicht überrannt und hat die Gelegenheit auf den 42 Km so einige Läufer geruhsam einzusammeln 😎

4:43:40 Stunden habe ich genötigt. Angesichts des gegangenen Falkensteins und der Tatsache, dass ich jede der reichlichen Labestellen mitgenommen habe und dort größtenteils stehengeblieben bin, bin ich mehr als zufrieden. Und so hat der Salzkammergutmarathon, so sein offizieller Name, in erster Linie eines gemacht: Spaß! Dabei noch recht locker und strahlend ins Ziel einzulaufen und dort von der ebenfalls strahlenden Doris und ihrer Schwester jubelnd in Empfang genommen zu werden war die Krönung des ganzen.

Doris ist  die 27 km super gelaufen und mir doch tatsächlich keine Chance gegeben, sie zwischendurch einzuholen  🙂 Ihr Bericht zu ihrem Lauf hier.

Der Wolfgangseelauf ist in meinen Augen eine absolute Empfehlung. Das Panorama echt der Hammer, die Labestellen reichlich und teilweise mit Programm, die Organisation tadellos. Das tröstet mehr als ausreichend auch über den einzigen, wirklichen Nachteil hinweg, nämlich dass es über einige Kilometer an teilweise viel befahrenen Straßen entlang geht und der Weg zur Dusche fast noch einmal ein kleiner Marathon war  😉

Schön auch, dass es mir heute sehr gut geht. Die Erkältung hat mich nicht mehr beeinträchtigt und auch die Beine fühlen sich heute gut an. Lediglich die Knie vermelden sich, aber in einem durchaus verträglichen Rahmen.

Also was soll ich sagen (wo ich doch schon so viel gesagt habe 😉 ) :

Dieser Marathon, dieser Marathontag war perfekt, diesseits und jenseits der Komfortzone 😀

Angekommen

… und gestern zusammen mit meiner lieben Gastgeberin meinen Zielort erstmal mit einem kleinen Läufchen begrüßt. Bei für einen Deichläufer und einer Regenfrau bestem Laufwetter 🙂

16.10.2015

Heute steht noch eine Begegnung auf dem Programm, auf die ich mich besonders freue und morgen, ja morgen … Davon rede ich heute noch nicht 😉

 

 

Ich kanns noch

Neun Tage habe ich die Füße stillgehalten und damit der Erkältung Tribut gezollt. Zweieinhalb Wochen vor einem Marathon hätte mich so eine Zwangspause vor ein paar Jahren noch in den Wahnsinn getrieben. Glücklich machte mich diese Vollbremsung kurz vor Trainingsziel auch diesmal nicht, aber im Kopf konnte ich mir die Dinge schon so zurecht rücken, dass die Vorbereitung in den vergangenen Wochen und Monaten wirklich gut gelaufen ist und die Erkältung auch noch genügend zeitlichen Abstand zum Marathontag hatte.

Nerviger war das generelle „Sichnichtbewegen“ an sich. Gerade mit Arbeitsbeginn nach dem Urlaub hätte ich mir diese Woche dieses Ventil gewünscht. Das ganze gipfelte in diesem Wochenende mit einer großen Feier mit viel Essen, viel Trinken und wenig Bewegung.

Deshalb war ich wirklich froh, dass ich heute wieder laufen konnte. Strahlender Sonnenschein ließ es mich kaum abwarten können. Dem kalten und starken Ostwind wappnete ich mich mit warmer Jacke, Mütze und Buff um den Hals.

Die neun Tage Pause waren aber offensichtlich gut. Keine Schlappheit, keine Hitzewallungen, keine Kurzatmigkeit behinderten den Lauf und auch die Beine waren nach dieser Pause taufrisch. So stellte sich sogar ein recht flottes Tempo ein. Ich ließ es laufen wie es lief, weil ich mich locker und unangestrengt fühlte. Auch die Treppe hoch zur Huntebrücke zeigte keine Indizien dafür, dass noch irgendetwas im Argen liegt.

So genoss ich die 14 km glasklarer und 10° frischer Luft.  Wenn es mir morgen auch noch genauso gut geht, kann er also kommen, der Marathon um den Wolfgangsee.

Dabei verspricht schon die Anreise spannend zu werden, da der Zugverkehr zwischen Deutschland und Österreich bis dato wegen der Flüchtlingskrise eingestellt ist. Aber ich mache mich ja rechzeitig auf die Socken, von daher wird das schon schiefgehen.

Sylt 2015 – Gefühlswelten

Sylt 2015

Spät war er in diesem Jahr, unser Urlaub. Ich will nicht sagen zu spät, aber die Tage in meiner zweiten Heimat Hörnum auf Sylt waren diesmal deshalb einfach zu wenig. Trotzdem oder gerade deswegen waren es traumhafte Tage. Das besonder Sylt-Erleben fängt ja schon immer mit der Anreise an. Spätestens sobald man mit dem Auto auf dem Syltshuttle gefahren ist, beginnt im Prinzip der Urlaub.

Von der Inselhauptstadt Westerland sind es dann noch knappe 20 km und Hörnum ist erreicht. Unser neues Gefährt hat seine Jungfernfahrt mit Bravour bestanden 🙂

24.09.15 01

Hörnum, vertraut seit Kindertagen. Meine Mutter stammt von hier, meine Großvater lebte hier, ebenso wie zwei Onkel und eine Tante. Nun lebt hier keiner mehr aus der Familie. Mein zuletzt verbliebender Onkel starb vor wenigen Wochen und so ist es diesmal ein besonderes Gefühl in diesem Ort zu sein, das mich anfangs etwas fremdeln ließ. Aber Hörnum ist Hörnum und Sylt ist Sylt. Abseits von neureichem Yuppiegedöns ist diese Insel das was sie immer war: Ein Traum, ein Naturparadies mit wunderbaren Stränden und endlosem Meer.

Das Wetter war zwar ausgesprochen durchwachsen, aber es gab auch so warme Phasen, dass unsere Kakaopralinen auf dem Couchtisch durch die Sonneneinstrahlung durch die Fenster etwas aus der Form geraten sind 😀

Kacke*sieht aus wie…*

Gelaufen bin ich natürlich auch, dreimal insgesamt mit 61 km (17, 32, 12). Den letzten beiden Läufen werde ich noch einen gesonderten Post widmen. Neben den Laufkilometern kamen noch viele (Strand-)Spaziergehkilometer hinzu, wobei wir auf unserem längsten Marsch am Strand dermaßen den A…. naß bekommen haben, aber egal, auch das gehört zu einem Urlaub an der Nordsee 🙂

Wie eingangs gesagt, die Tage vergingen viel zu schnell und gerne wären wir noch eine Woche geblieben. Aber zwei Wochen haben wir uns für nächste Mal fest vorgenommen, weil es lohnt sich:

Am letzten Tag galten unsere Gedanken noch mal meinem Onkel, der vor seinem Heimatort seebestattet worden ist. Bei einer Schifffahrt in die Nähe des Besetzungsgebietes erwiesen wir ihm die letzte Ehre.
25.09.15 11
Es gibt für mich keinen schöneren Ort! Zum Erholen, zum Entspannen und … zum Erinnern.
25.09.15 15