Wie im Süden

Die letzten neun Tage waren wunderbar. Am Freitag letzter Woche begann mein Urlaub, Jens mußte noch bis Samstag warten, und gleich an diesem Samstag startete der Urlaub mit einem Highligt. Catrina und Kai waren im Norden Deutschlands und statteten auch Oldenburg einen Besuch ab. Kai ist in und um Oldenburg aufgewachsen und pflegt hier noch Freundschaften. Das die Beiden trotz strammen Besuchsprogramms noch Zeit für einen gemeinsamen Lauf gefunden hatten, rechne ich ihnen hoch an und so standen sie am Vormittag bei mir vor Tür um eine Runde zu drehen. Catrina wollte gerne den Kleinen Bornhorster See sehen, wo ich ja fleißig das Kraulen übe, und ich wollte ihnen doch gerne die Bornhorster Wiesen und die Hunte zeigen. Beides zusammen führte zu einer 17 km langen Strecke.

Es war ein toller Lauf, wir hatten uns viel zu erzählen und es wirkte -wie eigentlich immer bei solchen Treffen- als würden wir uns schon länger kennen. Die Hunte hatte sogar eine spezielle Überraschung für uns parat, die Kai mit scharfem Auge gesehen hatte. Ein Seehund oder eine Kegelrobbe war in ihr unterwegs, obwohl weder der eine noch die andere dort etwas zu suchen hat. Leider zeigte sie sich nur kurz und es ließ sich nicht genau klären, welche Spezies da genau unterwegs war. Das Wetter war perfekt, wechselnd wolkig, mäßig warm und kaum Wind. Durch den Besuch aus der Schweiz fühlte ich mich aber wie im Süden 😎 Danke Catrina und Kai, dass Ihr da. Es war mir eine riesen Freude.

Tagsdrauf ging es für Jens und mich in den Urlaub. Eigentlich hätten wir einen Ferienhaus-Urlaub in Dänemark machen wollen. Da man ein Ferienhaus aber lange im Voraus buchen muss und wir nicht wussten, ob uns Corona in die Parade fährt, haben wir davon Abstand genommen. Sehr schade, weil die Dänen fünf Tage vorher in ihrem Land zur Normalität zurückgekehrt sind und wir dort hätten einen Urlaub verbringen können in einer Art und Weise wie man es einmal normales Leben nannte, ohne Tests, Maskenmumpitz und den all anderen Irrsinn.

Egal, das war halt nicht zu ahnen und so sind wir stattdessen in mein Domizil nach Berlin gefahren, wo wir in den eigenen vier Wänden leben konnten wie wir wollten. Immerhin war uns das Wetter gewogen, es erwarteten uns sonnige und warme Tage wie im Süden bis fast zum Schluß. Leider streikte in meiner Wohnung zu Anfang das Wlan, so dass ich das schöne Erlebnis mit Catrina und Kai nicht sofort posten konnte. Auf der anderen Seite war es auch ein Wink des Schicksals und deshalb machte ich aus der Not eine Tugend und einmal für acht Tage Pause mit dem Blog und auch mit dem Bloglesen (Ich hoffe Ihr seht mir das nach, also das Nichtlesen bei Euch meine ich 🙂 )

Da Jens nicht so der große Berlin-Freund ist, hatte ich ihm Ausflüge ins Umland versprochen und gleich am Tag nach unserer Ankunft ging es los mit dem Park Sans Souci. Bei Kaiser… pardon Königswetter vermittelte der Park, speziell im Bereich der Orangerie mit ihren vielen Palmen, nahezu mediterranes Flair, getoppt natürlich noch vom Schloß Sans Souci selber.

Am nächsten Tag standen Köpenick und Müggelsee auf dem Programm.

Uuuund der nächste Park, Park Bavelsberg mit gleichnamigen Schloß. Das Wetter: Der Hammer.

Am Freitag dann verließ uns das Wetterglück, zwar immer noch warm, wurde es gewittrig und der Besuch des Sowjetschichen Ehrenmals im Treptower Park wurde zur nassen und auch schnellen Angelegenheit. Aber immerhin stand mir nicht das Wasser in den Schuhen 😛

Abends war es denn wieder trocken und herrliche Wärme bis tief in die Nacht ließ uns doch einmal das Zentrum aufsuchen um das Festival auf Lights auf uns wirken zu lassen. Viel bunt, aber auch sehr schön. Nur die vielen Menschen war man nach den trüben Pandemiezeiten so gar nich mehr gewöhnt 🙂

Am letzten Tag erwischte uns auch auf dem Tempelhofer Feld ein kräftiger Schauer, aber wir fanden zum Glück Unterstand im Urban-Gardening-Bereich.

Am Abend dann noch ein Treffen in meiner Stammkneipe mit befreundeten Stammgästen unseres Stammrestaurants in Oldenburg, die am selben Tag in Berlin angekommen waren. Am Sonntag ging es zurück nach Oldenburg.

Damit war die erste unserer drei Urlaubswochen vorbei. Wenn auch Berlin und sein Umland Dänemark nicht ersetzen können, den Süden konnten sie ersetzen und wir hatten eine wirklich gute Zeit.

(Sorry für die Länge des Posts und die Bilderflut, ich konnte nicht anders 😙)

Ohne Sorge

Urlaubsreif habe ich mich in den letzten Wochen gefühlt. Daran konnte auch das wunderbare Berlin-Wochenende vor knapp drei Wochen nichts ändern. So hatte ich für diese und die kommende Woche noch zwei Wochen Urlaub in der Pipeline. Einfach ausschlafen, faul sein, laufen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen waren mein erklärtes Ziel.

Aber erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Zum einen habe ich den Urlaub einer Kollegin zur Liebe um zwei Tage verkürzt und zum anderen bekam ich ein verlockendes Angebot. Ein lieber Freund aus Nimwegen ist seit kurzem im Vorruhestand und besitzt schon seit sechs Jahren eine Zweitwohnung in ……… BERLIN.

Als er von meinem Urlaub erfuhr, folgte eine spontane Einladung nach Berlin, die ich nach sorgfältiger Überlegung angenommen habe. Leider alleine, weil Jens diese Woche noch arbeiten muß und mein Urlaub nun ja schon wieder etwas früher endet.

So durfte ich in kurzer Zeit das zweite Mal unsere Hauptstadt und diesmal auch das nähere Umland geniessen. Natürlich hatte ich dieses Mal auch die Laufklamotten im Gepäck und … habe diese unbenutzt wieder mit nachhause genommen. Ich war soviel unterwegs, stundenlang, tagelang, da blieb einfach keine Zeit zum Laufen. Aber dafür blieb auch nahezu kein Winkel von Berlin unentdeckt und ich beherrsche den Berliner Nahverkehr schon nahezu aus dem FF 😀

Es war die richtige Entscheidung die Einladung anzunehmen. Mein Freund, vormals Dozent an der Universität Nimwegen, ist ein hervorragender Kenner der Berliner und der Preußischen Geschichte, der in der Lage ist Geschichtliches spannend zu vermitteln und er war mir auch abends ein mehr als angenehmer Gesprächspartner. So bekam ich unendlich vielen neuen Input, der das Wissen erweiterte, den Geist beflügelte, die Gedanken neu sortierte und mich Abstand gewinnen ließ.

Tage, ohne Sorge, wie Sans Souci auf Deutsch heißt und das ebenfalls auf der Agenda stand.

11.03.13 Sans Souci

Die sorgenfreien Tage wurden zwar etwas getrübt, da mir mein Arbeitgeber wieder in die Parade gefahren ist. Mehrere Telefonate lassen mich über den Laden zwar so langsam verzweifeln, diese mit dem räumlichen und geistigen Abstand zu führen, haben mich aber der Art beflügelt, das mein Gastgeber ob meiner Gesprächsführung und Argumentation schwer begeistert war. So war ich trotz unbefriedengenden Ergebnisses mit mir selber hoch zufrieden. Und auch mein Gastgeber konnte über meinen Brötchengeber nur den Kopf schütteln.

13.03.14 Berliner Dom

Da in diesen Tagen ansonsten aber alles perfekt war, konnte ich weiter meinen Aufenthalt geniessen, der von strahlenden Sonnenschein an allen Tagen gekrönt wurde. Selbst die An- und Abreise mit der Bahn waren ein ungetrübtes Vergnügen 😎

So fehlte schlußendlich nur das Laufen und das wurde heute nachgeholt 😀

Stürmisch ging es dabei zu, nicht von meinem Lauftemperament her, sondern vom Wind, der heftig aus Nordwest pfiff und die tatsächlichen 9° gefühlt auf Werte um die Null fallen ließ.

15.03.14 Hunte

15.03.14 me1

15.03.14 Eimer

Und auch der Lauf verging ohne große Sorge. Zwar hatte ich bei den stundenlangen Ausflügen in und um Berlin ab und zu Signale meiner mitteilungsbedürftigen Ferse vernommen, aber heute verhielt sie sich insgesamt recht ruhig. So blicke ich jetzt doch recht hoffnungsvoll auf die nächsten Laufwochen.

Und bis einschließlich Mittwoch habe ich nun doch noch Zeit zum Ausschlafen, faul sein, laufen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen 😎