Schisser

Ach, was wäre ich doch gerne cool. So eine richtig coole Sau 😎 Allerdings werde ich das in meinem Leben wohl nicht mehr werden, dieses schwere Schicksal habe ich zu schultern *seufz*

Aber ich nehme dieses Schicksal an, jawohl, und es wird danach gehandelt. Und somit habe ich es getan, bzw. tun lassen, weil ich die Schrauben nicht aufbekommen habe (wie uncool ist das denn 😦 ): Ich habe an meinem Rennrad die Klickpedale wieder ab- und normale Sportpedale wieder dran bauen lassen.

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Das ist so entsetzlich uncool ❗ Aber ich kann mich mit diesen Klickpedalen einfach nicht anfreunden. Als diese Dinger seinerzeit anmontiert worden sind, hatte ich mich ja gleich beim Ein- bzw. Ausklicken üben auf die Fr… gelegt (soooo uncool, sage ich Euch) und dabei den linken Arm dermaßen geprellt, dass ich vier Wochen überhaupt nicht fahrradfahren konnte (laufen ging zum Glück). Seitdem verweigerte mir mein Kopf einen lockern Umgang und ich war quasi bei jedem einzelnen Stopp angespannt.

Bei einem Ausritt im letzten Jahr wäre ich um Haaresbreite wieder nicht aus den Dingern gekommen. Im letzten Bruchteil einer Sekunde ist es mir dann doch noch geglückt und ein Kippen mit dem Schädel gen Bordsteinkante blieb mir erspart.

Seitdem bin ich echt der Schisser und habe keinen Bock darauf aus diesem Grunde das Rennrad im Schuppen versauern zu lassen. Und da ich weder die Tour de France gewinnen noch die Hochalpen erklimmen will, sondern einfach nur ab und zu entspannt ne Runde biken will (biken klingt jetzt widerum cool, finde ich), wird jetzt wieder „normal“ getreten. Ständiges auf der Seite liegen ist ja auch irgendwie uncool 😎

So konnte ich meine heutige Achillessehnenschonrunde, meine erste Rennradausfahrt in diesem Jahr, auch genießen. Als Alternativ-Traingsgerät für geschundene Läufergräten tut es das Rennrad schließlich auch so 😉

Viel Zeit blieb heute nach Feierabend leider nicht, aber in gut eineinhalb Stunden kam ein knapper Marathon zusammen. 40,5  völlig uncoole aber dafür sehr entspannte Kilometer 😀

Zucker!

Ende der absoluten Sportabstinenz: Heute war wieder richtig feines Wetter, nicht so warm wie gestern, aber immerhin noch sonnige 12 °. Also von der Arbeit ab nach Hause, Crossbike rein in den Schuppen, Rennrad wieder raus, etwas in Schale geschmissen und los. So reichte das Tageslicht noch für eine akzeptable Tour.

In der Kürze der Zeit ließ sich zwar nur eine bekannte Strecke bewerkstellligen, aber egal, Hauptsache Bewegung 🙂

09.03.15 01Immer schön der Nase nach

09.03.15 02Paradox: Privatweg einer Kommune

09.03.15 03Rennradbegeistertes Publikum

09.03.15 04Immer noch viel Wasser in den Bornhorster Wiesen

09.03.15 05Sonnenuntergang, ab nach Hause, nur noch knapp 4 km

Eine schöne Feierabendausfahrt über 32,5 km. Endlich wieder zumindestens etwas auspowern. Allerdings war auf den letzten Kilometern nix mehr mit Power. Mit Puddingbeinen, grottigem Tempo und einem unglaublichen Jieper auf Süßigkeiten rettete ich mich nach Hause. Schnell das Bike weggeschlossen …

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… und im Haus alles an Süßigkram in mich hineingeschaufelt, was mir vor die Finger kam. Und das war nicht gerade wenig 😯

Aber jetzt geht es mir wieder gut 😀

Die graue Eminenz

Heute war schon der zweite Tage allerfeinsten Vorfrühlingswetter. Mit 10° war es sogar noch etwas wärmer als gestern, wo ich meine kurze Laufpause beendet hatte. Unter solch herrlichen Bedingungen wollte ich auch diesen Tag nicht ungenutzt verstreichen lassen und habe kurzerhand schon mal die Rennradsaison eingeläutet. Zudem sollte es der erste richtige Ausritt mit den Klickpedalen sein. Das erste Üben mit den Dingen war ja gründlich in die Hose gegangen und bescherte mir im Herbst letzten Jahres vier vergnügliche Wochen mit einer ausgewachsenen Prellung des linken Arms.

Heute hat es besser geklappt und ich blieb von unerwünschten Bodenkontakt verschont. Ich muß zwar zugeben, dass ich im Umgang mit den Klickpedalen noch nicht restlos entspannt bin, aber ernsthafte Problme gab es heute keine. Diese Fahrt war also in erster Linie noch dem Üben gewidmet. Aufs Tempo habe ich nicht geachtet, es fand aufgrund eines recht frischen, kontinuierlichen Ostwindes auch kaum statt.

Trotzdem konnte ich meinem Hang zur kurzen Hose frönen, wenn auch etwas gemogelt. Aber so trägt man das ja heute und die Oberschenkel blieben schön warm 😀

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Zu meiner großen Freude durfte ich auch feststellen, dass ich meine heißgeliebte, alte Softshelljacke vom Discounter oder Kaffeeröster, so genau weiß ich das nicht mehr, doch noch nicht entsorgt hatte. Das Teil erwieß sich heute als die richtige Wahl. Schließlich war es speziell auf dem Rad denn doch noch nicht so warm, wie es angesichts des blauen Himmels vielleicht aussieht und fürs Rennradeln bei kälteren Temperaturen bin ich einfach noch nicht ausgerüstet.

Allerdings kamen Jacke und Shorts recht grau daher, aber das gräuliche Outfit harmonierte sehr gut mit dem klassichen Silbermetallic des Rennrades 😎

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Von wenigen Kilometern an der Hunte, auf denen sich Spaziergänger vornehmlich im Rudel und mit Kindern auf Rollern und Rädern tummelten, anderen Radfahrern und einem stur auf den Boden starrenden Inlineskater, den ich anbrüllen mußte, damit er auf mich aufmerksam wurde, obwohl ich ihm entgegen kam, abgesehen, war es eine schöne Tour. Wenn sie auch etwas anstrengend war, diesbezüglich hat der Winter schon etwas seine Spuren hinterlassen. Aber gute 38 km sind schon mal ein Anfang und vielleicht bietet sich ja noch der ein oder andere schöne Tag für eine Wiederholung, bis es wirklich Frühling wird.

Es hat klick gemacht

Im Rahmen der Erstinspektion habe ich an mein Rennrad nun noch Klickpedale bekommen, das passende Schuhwerk inklusive.

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Die Nachhausefahrt ist schon mal gut gegangen 😎 Beim anschließenden Üben hat es aber mit dem Ausklicken einmal nicht geklappt , aua 🙂 Grundsätzlich funktioniert es aber schon ganz gut. wenn auch noch kein Meister vom  Himmel gefallen ist. Höchstens vom Fahrrad :mrgreen:

Immer an der Wand lang

Die 21,1 km eines Halbmarathon in 21 Runden zu laufen mache ich auch nicht alle Tage. Aber eine längere Strecke war innerhalb der Mauern der Justizvollzugsanstalt Oldenburg nicht hinzukriegen. Mit viel Engagement wurde dort heute von den Initiatoren die siebte Auflage des JVA-Marathon veranstaltet.

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Dazu sind auch Gäste von Außerhalb ausdrücklich eingeladen. Diese Gelegenheit nahm ich nach 2012 zum zweiten Mal wahr. Auf die Marathonstrecke wagten sich gerade mal 9 Versprengte. Dagegen war der Halbmarathon mit knapp 60 Teilnehmern stark besetzt. Die Mischung zwischen Inhaftierten, die aus verschiedenen Justizvollzugsanstalten kamen, und Gästen war dabei recht ausgewogen, was von den Initiatoren sehr begrüßt wurde. Punkt 10 Uhr klappte die hölzerne Startklappe und keiner hats gehört … Erst auf Zuruf setzte sich das bunte Völkchen in Bewegung 🙂

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Dabei erwies sich für mich das Rundendrehen als erstaunlich kurzweilig. Nur auf den ersten Runden hatte ich die Sorge es könnte langweilig werden. Aber die Sorge verflog schnell und ich kam gut in mein Tempo. 21 Runden bedeuteten auch ein Wechselspiel aus Überrunden und Überrundet werden. Die Zuschauer hinter ihren vergitterten Zellenfenster mit ihren Rufen sind dabei schon ein spezielles Publikum. Über so manchen Zuruf mußte ich aber herzhaft lachen. Für mich lief es bei perfektem Laufwetter allerbest. Ich konnte die gesamte Strecke gut und entspannt laufen und hatte keinerlei Probleme oder Durchhänger. Damit war dieser Lauf der absolute Kontrapunkt zu meiner JVA-Laufpremiere vor zwei Jahren, wo ich das erste Mal in meiner Läuferkarriere einen offiziellen Lauf nicht gefinisht hatte. Somit habe ich da heute auch noch eine Rechnung mit mir selber beglichen 🙂

Mein heimlicher Wunsch unter zwei Stunden ins Ziel zu laufen ist in Erfüllung gegangen. Im Ziel erwartete mich mein Lauffreund Hermann, der mich zuvor zweimal überrundet hatte und ungefähr eine Viertelstunde schneller war als ich. Nach dem Duschen konnten wir uns auf dem Sportplatz am reichhaltigen Kuchenbuffet, bestückt von Läufern, Bediensteten und Gefangenen, stärken. Kaffee und Tee inklusive. Dabei hatte man auch mal die Gelegenheit sich mit Inhaftierten zu unterhalten, die sich teilweise darüber wunderten, was uns zum Laufen in die JVA treibt.

Die Siegerehrung umfasste übrigens alle Läufer. Vom Letzten bis zum Ersten wurde jeder aufgerufen und erhielt vom Anstaltsleiter seine Urkunde. Und zu jedem wußte der Initiator ein paar Worte zu sagen. Das fand ich total klasse. Zumal man so sehr deutlich sehen konnte, dass einige der schweren Jungs, die dort zum ersten Mal einen Halbmarathon gelaufen sind, stolz wie Bolle waren 🙂 Darüber hinaus gab es für jeden ein Finisher-Shirt aus Funktionsfaser, was ich bei einem Startgeld von nur 7 € schon bemerkenswert finde.

Der schnellste Marathonläufer war übrigens ein Inhaftierter der JVA Oldenburg, der die 42,195 km in ca. 3:45 Stunden gelaufen ist, die letzten 5 Kilometer sogar barfuß ❗

Da das Fotografieren in der JVA nicht erlaubt ist, gibt es alternativ mal Bilder von Finishershirt und Urkunde 😉

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18.10.14 03Zufrieden, Anne? :mrgreen:

Fazit: Eine rundum gelungene Veranstaltung. Dabei verdienen die Inhaftierten meinen Respekt, die in anderen JVA`en nur auf 90 bzw. 160 m langen Bahnen für den Halbmarathon trainieren konnten und unter diesen Bedingungen zur Stange gehalten haben.

Nach Verlassen der JVA (wir sind solange geblieben, bis der letzte Marathoni nach ca. 5 Stunden im Ziel war) habe ich meine wiedergewonnene Freiheit noch mit einem kurzen 22 km-Ausritt mit dem Rennrad gefeiert 😎

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Das war ein perfekter Sporttag 😀

Verflixt, wo ist die Bremse?

Des Autofahrers Albtraum: Man muß bremsen und tritt ins Leere, kein Druck auf der Bremse, und die Fuhre rollt mit unverminderten Tempo weiter… Nicht ganz so dramatisch aber ähnlich fühlte ich mich bei meinem heutigen Lauf. Ein lockerer Lauf, einfach um des Laufens Willen, sollte es werden. Aber es kam anders. In der letzten Zeit habe ich schon gemerkt, dass ich mal wieder eine etwas „schnellere Phase“ habe. Als ich heute loslief verkündete meine Garmin schon nach dem ersten Kilometer ein flottes Tempo und ab dem dritten Kilometer zeigte er Tempi im 5:30iger Bereich. Kilometer sieben und acht knapp unter der 5:30iger Marke, Kilometer 11 in 5:20 und der finale 12. Kilometer in unglaublichen, nahezu nie dagewesenen 4:55.  Das machte auf die gesamte Strecke ein schon ewig nicht mehr gelaufenes 5:30iger Gesamttempo 😯 Das „Problem“ war, ich fühlte mich gut und locker und überhaupt nicht angestrengt. Trotzdem wollte ich nach jeder Kilometer-Meldung langsamer laufen. Aber es ging nicht. Bremse kaputt und der Tempomat ließ sich nicht ausschalten.

Dabei begeisterte mich zum Start das Wetter erstmal überhaupt nicht. Feucht-kühle 13° und nach einer Ewigkeit mal ein Tag ganz ohne Sonne brachten den ersten wirklichen Herbsttag. Das bedarf der Gewöhnung 😉

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Dem Lauf war das Wetter dann aber wohl eher zu- als abträglich. Grundsätzlich ist ja gegen ein bisschen Rennen auch nichts einzuwenden. Allerdings schwingt bei mir immer gleich die Sorge mit, dass mir mein morsches Laufgebälk solch Gehetze übelnimmt. Und in Bezug auf den für Samstag geplanten offiziellen Halbmarathon war der Run heute absolut kontraproduktiv. Aber was soll`s, zwei Tage Erholung habe ich noch und wenn Samstag die Luft raus ist, laufe ich den „Offiziellen“ halt etwas langsamer, ich habe eh nicht den Hang irgendwelche Rekorde zu brechen. Den heutigen Spaß kann mir jedenfalls schon keiner mehr nehmen 😀

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Ach ja, Rennradeln war ich gestern auch noch. Aber nicht mal ne Stunde und nur 20 km.

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Gülden

… kommt er daher, der Oktober. So soll es sein und so könnte es weitergehen. Und den Samstag habe ich schon mal im Sack. Mein Rennrad mußte dringend wieder ausgeführt werden. Schließlich muß ich noch die Kilometer für die Erstinspektion zusammenkratzen. Weil, bei dieser Inspektion bekomme ich noch Klickpedale und die entsprechenden Schuhe. Und die will ich noch Möglichkeit vor der Rennradwinterstarre auch nochmal ausprobieren. Mit dem gestrigen Tripp habe ich das Mindestkilometersoll nun voll, konnte ich doch gute 80 km hinzufügen 🙂

Auf der Strecke entdeckte ich in Moorriem dieses zum Verkauf stehende Haus, mein Traum. Leider ist so ein Schmuckstück im Unterhalt nicht zu bezahlen 😦

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Weiter ging es über das Huntesperrwerk bei Elsfleth an den Zusammenfluß von Hunte und Weser. Von dort aus fuhr ich weiter über Ranzenbüttel nach Warfleth. Dort steht die kleine Kirche mitten im Deich. Zwischendurch gönnte ich mir am Melkhus in Ohrt einen Himbeerschmaus, bestehend aus frischen Himbeeren, Milchreis, Milch und obendrauf Baiser. Lecker!

Einen Wechsel der Weserseite mit der Fähre ersparte ich mir. Dazu sind die Tage schon zu kurz. Aber ich muß ja auch im kommenden Jahr noch Touren haben 🙂

In Berne machte ich einen kurzen Zwischenstopp bei Freunden und sagte anschließend noch schnell bei Schwiegermuttern guten Tag, dann ging es zurück nach Oldenburg. Ab ungefähr KM 65 war dann etwas die Luft raus. Zwei Frühstücksbrötchen und der Himbeerschmaus hatten ihr Leben zur Befeuerung des Deichläufers offensichtlich ausgehaucht 😐 Trotzdem schlenkerte ich in Oldenburg noch kurz, um die Kilometerzahl auf 80 schön rund zu machen 😀

Nach der strammen Radtour durfte da der heutige Lauf etwas kürzer ausfallen. Außerdem steht Samstag nochmal ein Halbmarathon auf dem Plan, so dass ich mich diese Tage eh etwas zurücknehmen darf. Deshalb trollte ich mich lediglich auf 10,6 Kilometern in Richtung der Bornhorster Seen. Das sanfte Sonnenlicht bescheint dabei eine Natur, die sich immer noch nicht zwischen Sommer und Herbst entscheiden kann. Goldenes Laub steht im Kontrast zu noch satt grünen Bäumen und Wiesen. Und auf einem Feld blüht der Raps … 😯

Durch das schöne Wetter war nochmal alles und jeder auf Beinen und auf Rädern unterwegs. Dem konnte ich mich nicht entziehen, meine Stirnlampe hat keinen Strom und außerdem wollte ich die Sonne auch noch genießen 🙂

Fehlt / Fehlt nicht

Windstille ist bei uns im Norden fast so selten wie Wasser in der Wüste. Aber als ich heute zum Feierabend laufen ging, herrschte eben diese bei einem wolkenverhangenen Himmel und muckeligen 20°. Schön, dachte ich noch, nettes Wetter, bis mein Körper nach kürzester Zeit auf die fehlende Windkühlung mit Wasserkühlung reagierte. Sprich, ich ölte wie in der Sauna. In der stehenden Luft standen auch die Insekten, von denen sich gleich drei mein rechtes Auge als Ort zum Sterben ausgesucht hatten. Das war es dann aber auch an Widrigkeiten. Ansonsten war der 12 km-Lauf allerbest.

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Ach ja, doch noch was zu möppeln: Meine im Mai erworbene Digi-Cam kann, wie ihre Vorgängerin, keine Bewegungsaufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen.

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Naja, kann ich mit leben. Besser auf jeden Fall als mit Windstille, da fehlt mir was 🙂

Ist der fehlende Wind fürs Laufen für meinen Geschmack suboptimal, führte er allerdings am Sonntag in Verbindung mit viel Sonne zu einem traumhaft schönen Rennradtrip durch die Wesermarsch und entlang der Hunte.

Trotz recht spätem Start erst um 15:15 Uhr erfuhr ich mir noch eine nette 60 km-Runde. Dem genialen Spätsommerwetter zum Trotz, man muß sich aber inzwischen beeilen, bevor einem die untergehende Sonne allmählich das Licht ausdreht.

Pünktlich!

Und die nächste Biketour … Am Freitagnachmittag lockte ein erneuter Traumspätsommertag ins Freie. Bei diesem Wetter bin ich froh, das Rennrad zu haben. Soviel wie ich dieser Tage draußen sein mag, könnte ich gar nicht laufen.

Unter sportlichem Motto stand die Tour nicht unbedingt, unterbrach ich die Fahrt doch schon noch 1,5 km um mir erstmal ein leckeres Schoko-Vanille-Softeis zu gönnen, natürlich die größte Größe auf der Preisskala 😎 Danach konnte ich entsprechend gestärkt in die norddeutsche Unendlichkeit aufbrechen.

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Aber ungefähr 30 km später konnte ich der nächsten Verlockung nicht widerstehen. An einem Melkhus erlag ich der Versuchung nach regionalen Milchprodukten. Ich habe mich für einen Erdbeermilchshake besonderer Güte entschieden. Jam Jam Jam.

 

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Nach diesem neuerlichen Genuss steuerte ich unter Erkundung neuer Wege auf Heimatkurs. Ein kurzer Stopp noch an meinem Lieblingsplatz, wo ich eine Zeit lang den Blick über das weite Land schweifen ließ und in die immer tiefer stehende Sonne blinzelte  …

19.09.14 04Lieblingsplatz mit Rennrad

… und 10 km später war ich nach insgesamt 45 km wieder zuhause. Etwas Bewegung, etwas Genuss, will sagen, den Nachmittag und frühen Abend perfekt ausgenutzt.

Der Samstag gehörte unserem Garten. Verrückt, was es auf so ein paar Quadratmetern zu beschnibbeln und zu werkeln gibt. Aber letztendlich blieb doch noch ein kleines Zeitfenster um bei nahezu Windstille noch einmal eben knapp 20 km auszufahren.

Nicht knapp sondern exakt 20 km bin ich am heutigen Sonntag gelaufen. Nächtlicher Regen hat den Sommertraum hinweggefegt und läuferfreundliche Frische hinterlassen. Da durften es auch mal wieder ein paar Meter mehr sein. Da kam es nicht so gut, dass schon nach zwei Kilometern ein heftiger Schauer mit kräftigen Böen niederging, so dass selbst ich mich als bekennender Regenläufer für einige Minuten unter einen Dachvorsprung gerettet und den schlimmsten Guss abgewartet habe.

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Das hat zum Glück nicht lange gedauert und danach blieb es bis auf wenige Tropfen trocken. Ein Regenbogen grüßte dem abziehenden Schauer noch hinterher.

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Auf der Strecke begegnete mir nordicwalkend die Dezernentin meines alten Arbeitsbereiches. Der frische Wind lud aber nicht mehr zu einem langen Stopp ein und nach einem kurzem Gespräch verabschiedete ich mich von dieser tollen Frau um meinen Törn fortzusetzen. Das Tempo richtete sich nach dem Wind, war aber insgesamt recht flott und es lief durchweg entspannt.

21.09.14 03  Lieblingsplatz ohne Rennrad

21.09.14 04Herbstlicht

Kurzerhand verlängerte ich die ursprünglich geplanten 17 km auf besagte 20 km. Der letzte Kilometer verflog in 5:26 Minuten. Pünktlich hat der Herbst Einzug gehalten und so schön wie die letzten Spätsommerage waren, war es heute der nahezu ideale Lauftag.

Konsequent inkonsequent

Es gibt Zeiten, da möchte man sich selber gerne mal von außen betrachten. Das würde bei mir aber wohl zu einem gelinden Kopfschütteln über mich selber führen. Ich bin in manchen Dingen so herrlich konsequent inkonsequent. Ein Paradebeispiel dieser Inkonsequenz stellt meine Einstellung zum Thema Rennradeln dar. So lautete meine Meinung zu diesem Thema immer, dass es im küstennahen Flachland viel zu windig zum Rennradfahren ist. Und Wind ist beim Fahrradfahren nun mal anstrengend, zermürbend und demotivierend, sprich ätzend. Was beim Laufen noch gerade auszuhalten ist, ist beim Biken ein absolutes No go. Allerdings habe ich zwischendurch immer mal gerne Radtouren gemacht und dabei war es meistens irgendwie auszuhalten, mit dem Wind.

Damit wankte irgendwann meine ablehnende Haltung. Zumal das Biken auch eine schöne Ergänzung bzw. bei Verletzungen auch ein guter Ersatz zum/fürs Laufen ist. Aber es blieben noch die Gegenargumente „Teuer“ und „wir haben keinen Platz“ für noch ein Fahrrad. Diese Gegenargumente hielten sich hartnäckig. Gegenargument eins bröckelte in den letzten Monaten beim Blick auf den Kontostand und Gegenargument zwei hatte mit „Wo ein Wille ist, da ist auch Platz“ ein Gegenargument gegen sich selber gefunden.

Somit war der gedankliche Weg geebnet. Allerdings hatte diese Wegebnung so lange gedauert, dass ich die Anschaffung eines Rennrades gegen Ende August und somit quasi zum Ende der Saison für nicht mehr lohnend erachtete. Eine überraschende Entwicklung in der Urlaubsplanung, unterstützt durch eine hinterhältige Bloggerin :mrgreen: , die sich auch eben mal so ein Rennrad gekauft hat, und ein intensiver Chat mit einer Triathletin, brachten auch diese Bastion zum Einsturz.

Und nun steht es da, das Ergebnis meines gedanklichen Kreuzfeuers:

26.08.14 01etwas konservativ in der Farbgebung, dafür zeitlos

Da der Norden heute in Bezug auf Sonnenschein sehr begünstigt war, bot es sich an, das gute Stück gleich drei Stunden nach Eigentumserwerb zu einem ersten Ritt auszuführen. Dabei hatte ich gleich auf den ersten schlappen 30 km Gegenwind. Er kam zwar sehr kontinuierlich daher, aber nicht unbedingt in Sturmstärke und so konnte ich trotzdem ein recht gutes Tempo fahren. Eine konkrete Strecke hatte ich mir nicht ausgesucht, aber es sind Straßen wie diese …

26.08.14 02

… die ich in der Umgebung zu Hauf habe, ruhige Nebenstraßen mit wenig Autoverkehr, die ich künftig fürs Rennradeln nutzen möchte. Die ca. zwei Kilometer die ich an der extrem stark befahrenen B 212 auf dem Radweg entlang gefahren bin, vergesse ich mal. Mit etwas Planung lassen sich solche Horrorstraßen umgehen. Letztendlich landete ich im maritimen Elsfleth. Ein schnuckeliges Städtchen kurz vor der Einmündung der Hunte in die Weser.

26.08.14 04Im Hintergund ein großes Seeschiff auf der Weser Richtung Bremen

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Von Elsfleth aus schlug ich so langsam die Richtung wieder gen Oldenburg ein. Ab jetzt hatte ich weitestgehend Rückenwind, allerdings bremsten mich häufiger Wurzelaufbrüche im Asphalt aus. Ansonsten ist Rückenwind auf dem Rennrad als wennsde fliechst 😎

Die letzten Kilometer führten mich durch mein vertrautes Laufrevier und schlußendlich war ich nach 54 km in knapp zweieinviertel Stunden reiner Fahrzeit wieder zuhause.

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Allererstes Fazit: Rennradeln macht Spaß, man ist schnell und vergrößert im Vergleich zum Laufen unglaublich seines Radius. Gegenwind bleibt Gegenwind, allerdings bietet man ihm auf dem Rennrad weniger Angriffsfläche und das geringe Gewicht und die schmalen Reifen machen einem den „Kampf“ gegen den Wind leichter. Das Rennradeln wird für mich eine gute Ergänzung zum Laufen sein. Die Oberhand wird es dabei aber nicht gewinnen, dessen bin ich mir sicher. Bei sommerlicher Hitze wird es mir schon die eine oder andere Laufeinheit ersetzen und um die Gräten zu schonen kann ich auch noch ein Tour machen, wenn das Laufen zuviel zu werden droht.

Auf der heutigen Tour habe ich mich schon gut an die speziellen Eigenschaften eines Rennrades gewöhnen können. Die Schaltung ist in ihrer Bedienung eingängig, allerdings muß man aufpassen, dass man das leichte Gefährt im Notfall nicht überbremst. Für den Anfang sind noch normale Pedale angebracht. Auf Klickpedale mit entsprechenden Schuhen werde ich umsteigen, sobald die Eingewöhnung abgeschlossen ist und ich mit dem neuen Pferdchen ausreichend vertraut bin. Das ist der Rat des kleinen aber feinen Händlers, wo ich das gute Stück  erworben habe, und ich finde diesen auch nicht schlecht. Für die erste Zeit wird mir auch mein Garmin Forerunner gute Dienste leisten, indem ich ihn auf Fahrradfahren umstelle. Ein Radcomputer ist definitiv in diesem Jahr nicht mehr geplant, da bleibe ich konsequent! 😀