Berliner Standard

Berlin … eigentlich möchte ich mir ja so viele Ecken und die grünen Lungen der Stadt laufend erschließen. Aber die verlängerten Wochenenden, die ich regelmäßig dort verbringen darf, sind immer so voll von Aktivitäten und Begegnungen, dass für das Laufen generell schon wenig Raum bleibt und für das Auskundschaften neuer Strecken leider erst recht 😦

So bleibt es doch immer wieder bei meinen Ausritten über das Tempelhofer Feld, inzwischen ergänzt um den angrenzenden Volkspark Hasenheide. Mit dem Erstürmen der dortigen Rixdorfer Höhe habe ich zusätzlich die Möglichkeit die an diesen Wochenenden verpaßten Utkiek-Läufe zu kompensieren. Immerhin kann ich hier sogar 200 m am Stück bergauflaufen, dass toppt die Utkiek-Anstiege deutlich 🙂

Es gibt aber wahrlich schlimmeres als auf meinen Berliner Standardhausstrecken unterwegs zu sein. Schließlich kann ich zig Kilometer abseits des Großstadt(verkehrs)wuhlings auf freiem Feld und durch einen waldähnlichen Park laufen.

Zwei gut 11 km lange Läufe gingen sich am vergangenen Wochenende aus. Allerdings gabe es gewaltige Unterschiede zwischen dem Sonntag mit bombastischen Wetter, wo ganz Herrscharen von Menschen unterwegs waren …

… und dem Montag bei recht durchwachsenem Wetter …

Mal sehen, vielleicht finde ich ja bei der nächsten Berlin-Visite die Zeit andere Strecken zu erkunden, Auswahl gibt es ja wahrlich genug.

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Nen Halben in Berlin

Langsam wird es Zeit meinen läuferischen Berlin-Horizont mal etwas vom Tempelhofer Feld zu lösen. Da bot es sich an den nördlich an das Tempelhofer Feld angrenzenden Volkspark Hasenheide zu erkunden. Dieser ist zwar nicht riesengroß aber wirklich abwechselungsreich mit einem kleinem Tierpark und einer Schänke im 50iger-Jahre-Stil. Zudem ist er nicht einmal topfeben und sogar eine Anhöhe, die den Utkiek glattweg in den Schatten stellt, konnte ich erstürmen. Meine Ahnung, dass es sich bei dem 68 m hohen Hügel um einen Trümmerberg handeln könnte, bestätigte sich bei meiner anschließenden Internetrecherche.  Leider wird ein Rundblick auf die Stadt vom „Gipfel“ aus durch die umstehenden Bäume torpediert.

Um auf die gewollten Kilometer zu kommen, ging es dann aber doch noch über das Tempelhofer Feld, wo ich erstmals die komplette Außenrunde gelaufen bin. Die reinste Läuferautobahn, aber Platz ist genügend da und ich finde es cool, wieviele Menschen sich dort bewegen und es lassen sich herrliche Laufstilanalysen betreiben 🙂 Überhaupt werden an jeder Ecke die unterschiedlichsten Sportarten betrieben, dass begeistert mich total.

Ansonsten wird gerade sehr viel Asphalt erneuert, was vorallem die Rennradler, Inliner und Skater freuen wird. Zum Ende meines Laufs am frühen Nachmittag wird es langsam voll, so voll wie ich es dort noch nicht gesehen habe. Aber kann man es den Leuten verdenken, wenn einer der ersten richtig schönen, warmen Frühlingstage ins Freie lockt?

Gedanklich mitgenommen habe noch einen lieben Freund aus Wien, der genauso gerne in Berlin ist wie ich. Leider sehen wir uns nur selten. Ob er aber auf die auf Halbmarathon rund gemachte Distanz gerne selber mitgekommen wäre, weiß ich nicht so genau 🙂

Es war ein toller Lauf bei bestem Wetter auf Strecken ohne jeglichen Autoverkehr und das von der Haustür aus. Da kannste für Berliner Verhältnisse echt nicht meckern 😀

Von der Landebahn abgekommen

Es ist ja unglaublich wieviel Zeit man vertuddeln kann um eine 35 m²-Wohnung herzurichten. So verbrachten wir nahezu den kompletten Freitag damit unsere Berliner Herberge herzurichten und zu möblieren. Samstag ging es dann noch auf ausführliche Shoppingtour in Sachen Interieur. Da mußte am heutigen Sonntag unbedingt ein Lauf her, der mich ausnahmsweise mal wieder über das Tempelhofer Feld führte 😉

Nur 200 m von der Haustür entfernt, konnte ich schon jede Großstadthektik, die sich Sonntags aber eh in Grenzen hält, hinter mir lassen und auf die ehemalige Einflugschneise des Flughafen Tempelhofs, die einstmals ein Friedhof war, einbiegen.

Nach gerade mal einem Kilometer erreichte ich dann das Tempelhofer Feld, das in seiner Weitläufigkeit nahezu mit meiner norddeutschen Heimat mithalten kann 🙂 Dazu begleiteten mich knalliger Sonnenschein und klare, kalte Luft. Kaiserwetter!

Nach fünf Kilometern bin ich dann ganz willentlich von der nördlichen der beiden Start- und Landebahnen abgekommen und auf den Trampelpfaden der großzügigen Rasenflächen barfuß weitergelaufen. Das ist auf dem Tempelhofer Feld gefahrlos möglich, da es eine hervorragende (Müll-)Infrastruktur und eine effektive Parkaufsicht gibt. Auf spitze Eisscherben muß man allerdings selber etwas aufpassen 🙂

Als ich mich zum Ende der Barfußetappe noch einen Moment sonnte, kam ein Ehepaar auf Fahrrädern daher. Er sagte zu ihr: Siehst Du, er hat warme Füße und Du nicht. Wobei sie in dicken Winterstiefeln steckte, aber auf dem Fahrrad ist das halt schon eine andere  Hausnummer, muß man fairerweise sagen 😀

Nach 5,4 km Barfußkilometern zog ich dann meine Leguano-Socks wieder an und trabte am Urban gardening-Feld vorbei …

… zurück ins traute, kleine Heim. Ein genialer 12 km-Sonnen-Lauf, während es in Oldenburg aus trübem Himmel schneite. Manchmal hat man halt doch Glück zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein 😀

 

Tapetenwechsel

16.07. 08

Recht spontan ging es für uns dieses Wochenende nach Berlin. Dort haben wir seit kurzem ein festes Domizil, das wir erstmals ansteuerten, und so werden wir / werde ich in Zukunft desöfteren Zeit in dieser genialen Stadt verbringen, worauf ich mich sehr freue.

Dieses Mal war mit der Spanne von Freitag Nachmittag bis Sonntag Nachmittag der Faktor Zeit allerdings recht begrenzt und so begrenzten wir uns auch erstmal auf die Erkundung des näheren Umfelds unseres neuen Zuhauses. Dazu gehört auch das Tempelhofer Feld. Der ehemalige Flughafen Tempelhof ist zum größten Freizeitareal Berlins geworden und liegt, über eine ruhige Wohnstraße zu erreichen, nur 700 m von unserer Wohnung entfernt.

Hier geht alles: Chillen, Grillen, Hundeausführen, Inlinern, Skaten, Rennradeln, Skateboardsurfen oder -kiten und natürlich Laufen. Spannend und unglaublich kreativ auch das „Urban-Gardening“. Dabei ist das Areal so riesig, dass dort keinerlei Enge und Gedränge herrscht und man einfach Ruhe genießen kann.

Trotz der begrenzten Zeit mußte ich am gestrigen Sonntag Vormittag wenigestens ein paar Laufschritte auf Berliner Boden unternehmen, da war es naheliegend dazu ebenfalls noch einmal das Tempelhofer Feld anzusteuern. Da mir die Zeitknappheit von vornherein bewußt war und damit nich soviele Kilometer zusammenkommen würden, hatte ich auch nur die Barfußschuhe dabei. Ganz barfuß geht aber auch, wie man unten sehen kann 🙂

Immerhin kamen doch noch sieben Kilometer zusammen. Gerne wäre ich noch ein paar Tage geblieben, zumal auch das Wetter perfekt war. Ich bin einfach gern in dieser Stadt und es gibt auch läuferisch unendlich viel zu entdecken.