Belohnung

Nochmals wärmeres Wetter lockte mich wieder nach draußen. Bei 17° im November mußte ich einfach laufen. Um meine Füße für die vielen Aphalt-Kilometer der letzten Wochen zu belohnen, hatte ich mir dafür mal die Sandwege rund ums Gellener Moor ausgesucht.

Der feste Sand war zum Laufen ein Genuß. Warm in der Sonne, kühl und feucht im Schatten. Die Füße und Beine dankten mir diese Belohnung mit ausgesprochener Lauffreude. Schon lange nicht mehr war ich so fix unterwegs und erstmals fiel bei einem Barfußlauf bei zwei Kilometern die 4er-Pace-Schallmauer. Einen Kilometer lief ich in 4:40 min und den anderen in 4:30 min.

Die 12,2 km schlugen insgesamt mit einem Durchschnitt von 5:16 zu buche. Da kann ich nicht meckern. Die Beine waren einfach nicht zu bremsen 🙂

Überhaupt habe ich das Gefühl,  dass sich Waden und Füße nach Barfußläufen – von den Fußsohlen nach längeren Asphaltläufen mal abgesehen – nicht so erschöpft anfühlen wie sonst und ich auch schneller regeneriere. Ist das wirklich so oder bilde ich mir das nur ein? 🙄

Wie auch immer, das war ein mega-genialer Lauf 😀

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Schiebung

Schiebung, Bedeutung laut Duden u. a.  ungerechtfertigte Bevorzugung und Begünstigung.

Der vorgestrige Tag verwöhnte mit schönstem Maiwetter. Nach morgendlichen Regen wurde es viel schöner als vorhergesagt und ich runzelte diesbezüglich schon die Stirn, hatte ich mir doch nach Feierabend das dritte Tempotraining seit November letzten Jahres vorgenommen 😛 Schließlich ist schon die Kombination Volker + Tempo sehr exotisch und die Kombination Volker + Tempo + Wärme wäre es noch viel mehr geworden 😆

Doch es sollte anders kommen. Bis ich nach Feierabend und Teatime bei Muttern inklusive zweier Stücke Marmorkuchen und etwas Schokolade endlich soweit war, hatte das Wetter umgeschlagen. Der Wind hatte mächtig zugelegt, auf Nord gedreht und die Temperatur binnen kürzester Zeit um 9° gesenkt. Da war ich schon einmal froh, noch spontan meinen Windbreaker übers Laufleibchen gezogen zu haben.

Auf meinem Eintrabkilometer durch die inzwischen sattgrünen statt wasserglitzernden Bornhorster Wiesen schob mich der kräftig kühle Nordwind ordentlich von hinten. Als ich an der Hunte das erste Mal anfing Gas zugeben hatte ich den nahezu schon stürmischen Wind von schräg hinten. Nach einem Kilometer bin ich dann umgedreht und gegen den Wind locker zurückgetrabt, nach dem nächsten Kilometer wieder umgedreht und tempomäßig aufgedreht usw. und sofort. Schon den zweiten Tempokilometer piepste Garmin mit einem deutlichen, neuen Rekord ab, den ich auf dem dritten Tempokilometer nochmals unterbieten konnte 😯 Allerdings muß ich mir diesbezüglich den oben erläuterten Vorwurf der -im wahrsten Sinne des Wortes- Schiebung gefallen lassen. Wenn auch nur schräg von hinten bzw. seitlich hat der Wind mit Geschwindigkeiten von bis zu 7 m pro Sekunde schon etwas mitgeholfen. Cool bzw. sogar g..l war es aber trotzdem 😆

Nach dem vierten schnellen und insgesamt acht Kilometern wollte ich dann nur noch locker zwei Kilometer austraben, wozu ich die V-Runs in die Hand nahm. Schlußendlich trug ich die Schuhe aber insgesamt sechs Kilometer mit mir rum, weil ich die herrliche Kühle, den Wind und die wunderbar klare Luft einfach noch etwas ausgiebiger genießen mußte 🙂

14,1 km, zwei schnellste Kilometer ever, sechs Kilometer barfuß, mächtig Spaß, Herz was will ich mehr 🙂

Gestern lief auch der Utkiek-Lauf unerwartet flott. Lediglich Uli und ich waren dort anfangs unterwegs, was irgendwie automatisch zu einem schnellerm Tempo führte. Später stieß noch Antje zu uns, was aber das Tempo keineswegs minderte 🙂 Durch meine sehr zeitige Ankunft am Utkiek war ich darüber hinaus auch schon eine erste Runde alleine gelaufen, so dass der Utkiek-Lauf nicht nur verhältnismäßig schnell sondern mit elf Kilometern auch verhältnismäßig lang war.

An diesem Donnerstag fehlte unser zuverlässigster Utkiek-Läufer und allseits geschätzter Lauforganisator Ralf. Ralf hat sich am Christi Himmelfahrtswochenende beim Laufen den Fuß gebrochen und wird deshalb noch ein paar Wochen ausfallen. Ralf, auch an dieser Stelle noch einmal gute Besserung und schnelle Heilung. Du fehlst!

Laufen ist Leben

Nach drei Tagen, die intensiver und fordernder nicht hätten sein können, sind wir gestern aus Nimwegen zurückgekehrt und durften heute gleich erneut Abschied nehmen. Mit nur 56 Jahren verstarb die Frau unseres Deichschäfers nach schwerer Krankheit und einer verunglückten Alltagsoperation.

Nach dieser Abschiedsfeier hielt mich nichts mehr, ich mußte laufen. Laufen um zu leben. Die Sinne endlich wieder auf etwas anderes lenken. Atmen, laufen, schwitzen, dem Körper die Bewegung geben, die in den letzten Tagen zurückstehen mußte.

Die Sinne waren zwar nicht frei, dass war auch nicht zu erwarten, dass war auch okay. Der Kopf leistete Schwerstarbeit, dass übertrug sich unbewußt auf die Beine. Schon lange war ich nicht mehr so schnell unterwegs.

Selbst die Barfußetappen verliefen im Rekordtempo. Der Körper wollte dem Kopf etwas gutes tun. Nichts strengte an, nichts murrte, nichts muckte. Die Beine versuchten offensichtlich mit den Gedanken mitzuhalten. Dieses Zusammenspiel hat gut getan. 18,4 km im für Deichläuferverhältnisse nahezu Expresstempo. Dabei habe ich gespürt, dass alles funktioniert, was sonst auch immer scheinbar so selbstverständlich funktioniert. Ich war mir mal wieder so richtig bewußt, dass die Maschine Körper läuft wie geschmiert. Ein Geschenk. Dieser Lauf war ein Segen. Laufen ist Leben!

Rauf und runter

… geht es in diesem November mit den Temperaturen. Am Dienstag durfte ich einen Lauf bei muckeligen 13° erleben, die sich durch das Nichtvorhandensein von Wind noch wärmer an fühlten. Das machte das neuerliche Wettrennen mit einem Binnenschiff zu einer schweißtreibenden Angelegenheit. Dass das Schiff mit auflaufendem Wasser und unbeladen die Hunte hinauffuhr, machte es für mich dabei nicht einfacher.

Dafür brachte mir das Wettrennen aber sogar zwei neue Temporekorde auf meiner seit März in meinem Besitz befindlichen Laufuhr. Über eine Meile und über einen Kilometer hatte sie noch nie so ein schnelles Tempo aufgezeichnet. Eine 4:47iger Pace als neue Bestmarke über den Kilometer zeigt aber deutlich, dass das Rennen halt nicht so meins ist. Deswegen konnte der Pott auf eineinhalb bis zwei Kilometer auch ungefähr eine halbe Schiffslänge auf mich gutmachen 🙂

So war der geplante ruhige Feierabendlauf über ein kurzes Stück zu einer Tempohatz geworden, quasi unverhofftes Intervalltraining in schöner Abendstimmung 😎

Und bevor ein falscher Eindruck aufkommt: Nein, ich bin nicht barfuß gelaufen, ich mußte nach dem 15 km-Lauf beim Dehnen nur dringend etwas abkühlen 🙂

Runter ging es denn mit der Temperatur beim Rauf und Runter des gestrigen Utkiek-Laufs. Die 3° bei sternenklarem Himmel machten aber auch den Lauf wieder zum Vergnügen.

Raus aus der Lethargie

Unglaublich, seit einem Vierteljahr bin ich, vom 5,4 km kurzen Mittsommernachtsberglauf abgesehen, keinen einzigen Lauf mehr mit einer Pace von unter 6 Minuten gelaufen. Und auch der Lauf im April war insgesamt eine Ausnahme. Die Statistik meines Lauftagebuches benennt für das gesamte bisherige Jahr 2016 gerade mal acht solche Läufe. Die meisten davon so gerade eben mit 5:58 oder 5:59 unter 6 Minuten. Ganz nebenbei stelle ich dabei fest, dass mein Gewicht langsam aber stetig nach oben geht.

Von den Gesamtkilometern her stehe ich in diesem Jahr bislang gar nicht schlecht da. Nur langsam bin ich geworden. Nun hat sich bei mir der Nabel der Laufwelt zwar noch nie um das Tempo gedreht, aber etwas mehr Pepp dürfte durchaus mal wieder aufkommen.

So war der Plan für heute einfach mal flott zu laufen. Das Tempo sollte durchaus etwas fordernd sein, mich aber nicht gleich aus dem letzten Loch pfeifen lassen.

Bis auf eine kurze Pinkelpause unterm Regenbogen wurde deshalb auch mal durchgelaufen. Ein kräftiger Regenguss kurz vorm Start drückte die Temperatur auf perfekte, knappe 17° und auch während des Laufs sorgte ein Schauer auf gut drei Kilometern für genau die richtige Wasserkühlung.

Schon mit dem ersten Kilometer lag ich gut im selbstgesteckten Soll und bald stellte sich mit Zeiten von 5:20 bis 5:30 ein erstaunlich angenehmes Reisetempo ein. Auf den letzten 800 m versuchte ich dann sogar noch so etwas wie eine Endbeschleunigung.

5:27  war die Durchschnittspace auf den 10 Kilometern und bescherte mir auf meinem schon gar nicht mehr so neuen Garmin sogar noch zwei neue Rekorde: Schnellste 5 km und schnellste 10 km. Na also, es geht noch. Und Spaß hats auch gemacht 😀

Verflixt, wo ist die Bremse?

Des Autofahrers Albtraum: Man muß bremsen und tritt ins Leere, kein Druck auf der Bremse, und die Fuhre rollt mit unverminderten Tempo weiter… Nicht ganz so dramatisch aber ähnlich fühlte ich mich bei meinem heutigen Lauf. Ein lockerer Lauf, einfach um des Laufens Willen, sollte es werden. Aber es kam anders. In der letzten Zeit habe ich schon gemerkt, dass ich mal wieder eine etwas „schnellere Phase“ habe. Als ich heute loslief verkündete meine Garmin schon nach dem ersten Kilometer ein flottes Tempo und ab dem dritten Kilometer zeigte er Tempi im 5:30iger Bereich. Kilometer sieben und acht knapp unter der 5:30iger Marke, Kilometer 11 in 5:20 und der finale 12. Kilometer in unglaublichen, nahezu nie dagewesenen 4:55.  Das machte auf die gesamte Strecke ein schon ewig nicht mehr gelaufenes 5:30iger Gesamttempo 😯 Das „Problem“ war, ich fühlte mich gut und locker und überhaupt nicht angestrengt. Trotzdem wollte ich nach jeder Kilometer-Meldung langsamer laufen. Aber es ging nicht. Bremse kaputt und der Tempomat ließ sich nicht ausschalten.

Dabei begeisterte mich zum Start das Wetter erstmal überhaupt nicht. Feucht-kühle 13° und nach einer Ewigkeit mal ein Tag ganz ohne Sonne brachten den ersten wirklichen Herbsttag. Das bedarf der Gewöhnung 😉

15.10.14 01

Dem Lauf war das Wetter dann aber wohl eher zu- als abträglich. Grundsätzlich ist ja gegen ein bisschen Rennen auch nichts einzuwenden. Allerdings schwingt bei mir immer gleich die Sorge mit, dass mir mein morsches Laufgebälk solch Gehetze übelnimmt. Und in Bezug auf den für Samstag geplanten offiziellen Halbmarathon war der Run heute absolut kontraproduktiv. Aber was soll`s, zwei Tage Erholung habe ich noch und wenn Samstag die Luft raus ist, laufe ich den „Offiziellen“ halt etwas langsamer, ich habe eh nicht den Hang irgendwelche Rekorde zu brechen. Den heutigen Spaß kann mir jedenfalls schon keiner mehr nehmen 😀

15.10.14 02

Ach ja, Rennradeln war ich gestern auch noch. Aber nicht mal ne Stunde und nur 20 km.

14.10.14 01