Heiß!

Du kannst mich mal an die Füße fassen heißt ja eigentlich so etwas ähnliches wie LMAA. Als Jens mir heute abend in unserem Leib- und Magenrestaurant unterm Tisch einmal an die Füße faßte,  durfte er erleben was für mich Alltag ist: Heiße Füße! „Die strahlen die Hitze ja richtig ab“ staunte Jens. Genau das ist es was mich auch im Alltag aus den Schuhen haut, ein Stunde feste Schuhe und Socken und ich laufe Amok 😯

Vorausgegangen war dem „An die Füße fassen“ ein 7 km-Barfußlauf am frühen Abend bei absolut traumhaften Spätsommerwetter. Mehr wollte ich nach den sonntäglichen 31 km im Rahmen des Tupperns nicht laufen. Dafür drehte ich tempomäßig etwas auf und absoliverte meinen bisher schnellsten Barfuß-Kilometer ever. 4:39 min/km sind für mich persé schon schnell und auf nackten Sohlen ein Allzeitrekord. Dafür habe ich mir allerdings mit einem im letzten Jahre neu geteerten Wegeabschnitt an der Hunte auch den schiersten Asphalt ausgesucht, den mein Laufrevier überhaupt zu bieten hat 🙂

Ich beließ es allerdings bei dem einen Rennkilometer, trotzdem war ich nach dem insgesamt etwas flotteren Lauf allerbester Laune. Zum Brennen bringe ich den Asphalt allerdings noch nicht, so heiß sind meine Füße denn doch noch nicht und das Tempo sowieso nicht 😆

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Schiebung

Schiebung, Bedeutung laut Duden u. a.  ungerechtfertigte Bevorzugung und Begünstigung.

Der vorgestrige Tag verwöhnte mit schönstem Maiwetter. Nach morgendlichen Regen wurde es viel schöner als vorhergesagt und ich runzelte diesbezüglich schon die Stirn, hatte ich mir doch nach Feierabend das dritte Tempotraining seit November letzten Jahres vorgenommen 😛 Schließlich ist schon die Kombination Volker + Tempo sehr exotisch und die Kombination Volker + Tempo + Wärme wäre es noch viel mehr geworden 😆

Doch es sollte anders kommen. Bis ich nach Feierabend und Teatime bei Muttern inklusive zweier Stücke Marmorkuchen und etwas Schokolade endlich soweit war, hatte das Wetter umgeschlagen. Der Wind hatte mächtig zugelegt, auf Nord gedreht und die Temperatur binnen kürzester Zeit um 9° gesenkt. Da war ich schon einmal froh, noch spontan meinen Windbreaker übers Laufleibchen gezogen zu haben.

Auf meinem Eintrabkilometer durch die inzwischen sattgrünen statt wasserglitzernden Bornhorster Wiesen schob mich der kräftig kühle Nordwind ordentlich von hinten. Als ich an der Hunte das erste Mal anfing Gas zugeben hatte ich den nahezu schon stürmischen Wind von schräg hinten. Nach einem Kilometer bin ich dann umgedreht und gegen den Wind locker zurückgetrabt, nach dem nächsten Kilometer wieder umgedreht und tempomäßig aufgedreht usw. und sofort. Schon den zweiten Tempokilometer piepste Garmin mit einem deutlichen, neuen Rekord ab, den ich auf dem dritten Tempokilometer nochmals unterbieten konnte 😯 Allerdings muß ich mir diesbezüglich den oben erläuterten Vorwurf der -im wahrsten Sinne des Wortes- Schiebung gefallen lassen. Wenn auch nur schräg von hinten bzw. seitlich hat der Wind mit Geschwindigkeiten von bis zu 7 m pro Sekunde schon etwas mitgeholfen. Cool bzw. sogar g..l war es aber trotzdem 😆

Nach dem vierten schnellen und insgesamt acht Kilometern wollte ich dann nur noch locker zwei Kilometer austraben, wozu ich die V-Runs in die Hand nahm. Schlußendlich trug ich die Schuhe aber insgesamt sechs Kilometer mit mir rum, weil ich die herrliche Kühle, den Wind und die wunderbar klare Luft einfach noch etwas ausgiebiger genießen mußte 🙂

14,1 km, zwei schnellste Kilometer ever, sechs Kilometer barfuß, mächtig Spaß, Herz was will ich mehr 🙂

Gestern lief auch der Utkiek-Lauf unerwartet flott. Lediglich Uli und ich waren dort anfangs unterwegs, was irgendwie automatisch zu einem schnellerm Tempo führte. Später stieß noch Antje zu uns, was aber das Tempo keineswegs minderte 🙂 Durch meine sehr zeitige Ankunft am Utkiek war ich darüber hinaus auch schon eine erste Runde alleine gelaufen, so dass der Utkiek-Lauf nicht nur verhältnismäßig schnell sondern mit elf Kilometern auch verhältnismäßig lang war.

An diesem Donnerstag fehlte unser zuverlässigster Utkiek-Läufer und allseits geschätzter Lauforganisator Ralf. Ralf hat sich am Christi Himmelfahrtswochenende beim Laufen den Fuß gebrochen und wird deshalb noch ein paar Wochen ausfallen. Ralf, auch an dieser Stelle noch einmal gute Besserung und schnelle Heilung. Du fehlst!

Islandpony

Sorry, liebe Leserschaft, auch heute geht es wieder um das Thema Minimal. Ich hoffe, dass Ihr es noch ertragen könnt. Aber es gab in dieser Hinsicht wieder etwas Neues zu entdecken 😎

Ein mittägliches Zeitfenster bot mir die Möglichkeit bei Tageslicht zu laufen. Allerdings war es wiederum nicht so groß, um über meine üblichen Strecken schlönzen zu können. Da fiel mir ein, ich könnte doch einmal etwas Intervalltraining machen, um mal wieder etwas Tempofestigkeit aufzubauen. Tja, da staunt der geneigte Leser doch nicht schlecht, sind doch „Tempo“ und „Intervalltraining“ absolute Fremdwörter auf diesem Blog 😆

So fremd wie die Worte, so fremd fühlte sich auch das Tempo an, dass ich nach einem Einlaufkilometer anzulegen versuchte. Mit den V-Run hatte ich zwar die dem Namen nach richtigen Schuhe an den Füßen, aber mal Gasgeben in den Teilen war mir bis dato halt noch fremd 🙂 Entsprechend ernüchternd war mit 5:27 min auch das Ergebnis des ersten Intervallkilometers. Es lief sich zwar ganz wunderbar über den Vorfuß, aber dass war auch das einzig wunderbare. So richtig auf Betriebstemperatur war ich auch noch nicht, kein Wunder bei a…kalten, leicht nebeligen 4° und ausgesprochen schattigem Ostgegenwind. Mütze und Handschuhe ein Muß.

Der zweite flotte Kilometer kam diesem Attribut schon näher. 4:59 min, knappstmöglich eine 4 vorneweg, aber eben eine 4, Rückenwind sei dank 😛 In meinen Polsterpuschen habe ich, um schneller zu laufen, einfach größere Schritte gemacht, schließlich konnte ich ja die Ferse ohne Hemmungen in den Boden rammen, ohne Dämpfung scheidet diese ohnehin nicht gerade optimale Option aus. So habe ich beim dritten Intervallkilometer nochmals ganz bewußt versucht schnellere Schritte zu machen, dass kam mir ziemlich trippelig vor und erinnerte mich irgendwie an die Gangart der Islandponys, welche ja eigentlich Pferde sind. Ob es auch wirklich so aussah weiß ich nicht, aber gefühlt kam ich gar nicht von der Stelle und konnte das Tempo überhaupt nicht einschätzen 😀 Ergebnis: Immerhin doch 4:54 min, aber wieder mit Gegenwind.

Beim vierten schnellen Kilometer versuchte ich mich dann auch noch darauf zu konzentrieren locker in den Beinen zu bleiben und hatte wieder keine Ahnung, ob und wie sich das aufs Tempo auswirkt, zumal der kalte Ostwind, zwar nicht allzu kräftig aber sehr kontinuierlich, weiterhin von vorne kam. Das Ergebnis hat mich dann sehr überrascht, der Garmin piepste eine 4:37 ab. Ui ui, bin ich überhaupt schon einmal so schnell gelaufen ❓ Wenn ja, dann muß es Jahre her sein, ich kann mich wirklich nicht erinnern 😯

Beim fünften und letzten Intervallkilometer behielt ich das Rezept bei, schnelle Islandponytrippelschritte und dabei loooooocker bleiben, was mir recht gut gelang. Die Atemfrequenz hielt sich noch in vertretbarem Rahmen und die Herzfrequenz hoffentlich auch, zumindestens fühlte sich alles nach grünem Bereich an.  Belohnt wurde ich dafür mit einem noch einmal einen Hauch schnellerem Tempo, 4:36 min. Krass! Für mich ist das echt ein absolut überirdisches Tempo ❗

Die Trabkilometer bin ich wirklich sehr ruhig gelaufen, zwischen 6:14 und 6:31.

 

Zurück am Auto strahlte ich wie ein Island- nein, wie ein Honigkuchenpferd. Ich fühlte mich ausgezeichnet und war dank der kühlen Temperatur nicht einmal völlig durchgeglüht.

Hat echt Spaß gemacht. Ist Intervalltraining immer so cool? Dann habe ich die letzten 10 Jahre ja echt was verpaßt 😛