Fortgang und Niedergang

Unser Urlaub setzt sich fort und die zweite Woche war im Wesentlichen von Inaktivität geprägt. Wir haben nichts großartiges unternommen sondern die Woche gechillt vor sich hin plätschern lassen. Ausnahme: Das Auto mußte mit einem platten Reifen in die Werkstatt, nun steht es schon auf den Winterreifen und die Werkstatt beschafft in Ruhe den passenden Ersatz für den kaputten Sommerreifen. Winterreifen… im September zwar etwas früh, aber man erkennt wohin die Jahresreise geht. Diese Woche hatte aber noch richtig schöne Tage …

… allerdings auch schon solche:

Dem Fortgang der Urlaubserholung tut dies aber keinen Abbruch, dem Niedergang meiner sportlichen Aktivität wirkt es aber auch nicht entgegen. Seit dem wunderbaren Lauf mit Catrina und Kai bin ich nicht mehr gelaufen. Ich warte dringlich darauf, dass mein Physio Zeit für mich hat. Außerdem hatte mir an unserem letzten Tag in Berlin eine Wespe in den Knöchel vom linken Fuß gestochen und es dauerte fünf Tage bis sich der Fuß vom Klumpfuß wieder auf Normalmaß zurückverwandelt hatte. Hingegen nutze ich noch fast jeden Tag um das Kraulen bzw. das Atmen dabei zu üben. So richtig habe ich den Bogen leider immer noch nicht raus und nach ein paar Zügen am Stück endet mein Koordinationsvermögen aus Kraulen, Beinschlag und Ein- und Ausatmen zum richtigen Zeitpunkt. Dabei sieht es doch eigentlich schon sooooooo perfekt aus 😀 :

Und meine Ruhe habe ich beim Üben inzwischen auch weitestgehend, die Badegäste verschwinden, es sind nur noch vereinzelnd Schwimmer im Wasser und die Horden von Hundebesitzern erobern sich den kleinen Strand zurück. Auch die Ketten, die den Nichtschwimmerbereich begrenzen, sind in dieser Woche abgebaut worden, was gut für mich ist, so schwimme ich da wenigstens nicht mehr rein 😆

Heute war ich gar schon ganz alleine im Wasser, während die Spaziergänger bei ostwindigen 15° teilweise schon dick angezogen unterwegs waren. Da die Nächte schon recht frisch werden, bin ich gespannt, wie lange ich noch meine 15 – 20 Minuten im Wasser aushalte. Dann hat es sich mit dem Schwimmen nämlich leider erst einmal erledigt. In den Schwimmbädern gilt 3G, das kostenlose Testen endet in Kürze und man MUSS sich elektronisch via Luca- oder CoronaApp einbuchen. Beides nutze ich nicht. Zumal ich auch einen Widerspruch daran sehe, dass man keine Wertsachen mit ins Schwimmbad nehmen soll, was angesichts häufig verbogener Spindtüren auch seine Berechtigung hat, aber das Smartphone dann zwingend dabei haben muß.

So sehe ich sportlich einem gewissen Niedergang entgegen. Meine Hoffnung in Bezug auf das Laufen besteht in schneller Hilfe durch meinen Physio und die Hoffnung in Bezug auf die Fortsetzung meiner Schimmübungen in einer Einsicht unserer Politiker auch unser Land zur Normalität zurückkehren zu lassen (natürlich ist die Hoffnung nicht groß, haben unsere Volksvertreter doch ab nächsten Sonntag erst einmal genug damit zu tun, sich zu irgendeinem neuen Gängel-Haufen zusammenzuraufen). Leider ist das nächste Schwimmbad im freien Holland mit ca. 90 km doch etwas zu weit entfernt 😦 Ansonsten: Das nächste Frühjahr kommt bestimmt und dann fange ich halt noch einmal von vorne an.

Ab morgen geht unser Urlaub in sein letztes Drittel und wir haben noch einiges auf dem Plan, was wir gerne erledigen wollen. Das torpediert leider auch meine Idee die letzten Urlaubstage noch einmal in Berlin zu verbringen. Man kann nicht alles haben, ich möchte ja entspannt bleiben. Auch wenn ich fürchte, dass es in Bezug auf körperliche Aktivtität in den kommenden Zeit schon zuviel Entspannung geben wird :-/

Mit Pauken und Trompeten

Einen Tag nach dem Marathon kam der Sommer noch einmal mit Macht zurück. Zum Glück erst in den Tagen DANACH stiegen die Temperaturen in Berlin auf 28 bis 30°. In meiner letzten Urlaubswoche konnte ich das so richtig genießen und mich in der Stadt einwenig treiben lassen und Freunde treffen.

Dienstag drehte ich eine erste After-Marathon-Runde zum Beinausschütteln. Ich lief sieben Kilometer und zum Ende war es richtig locker und selbst die Wärme habe ich richtig genossen.

18.09.18 01

Heute ging es denn noch auf eine Schlußrunde, bevor es morgen abend wieder gen Oldenburg geht. Und diese Runde hatte es in sich. Gerade als ich auf dem Tempelhofer Feld angekommen war, brauste der angekündigte Wetterwechsel über Berlin hinweg. Der Wind drehte auf Sturmstärke auf und ich fürchtete kurzzeitig auf der Startbahn tatsächlich abzuheben 😀 „Laß jetzt bloß keine Windhose kommen, dann haste die A…karte gezogen“ war mein Gedanke. Andererseits kann einem auf dem alten Flughafenfeld widerum auch nichts auf den Kopf fallen 🙂

Ruckzuck war das Tempelhofer Feld nahezu menschenleer. Aber sturmerprobte, norddeutsche Deichläufer lassen sich so schnell nicht schrecken, auch wenn mir der Sturm fast mein Laufleibchen ausgezogen hätte 😆

Im Gegenwind stockte mir fast der Atem, Staub und Sand schlugen mir entgegen und vereinzelt rasten kleine vertrocknete Sträucher übers Feld, die mich stark an die Tumbleweeds aus amerikanischen Western erinnerten, nur halt wesentlich schneller 🙂 Mit Rückenwind flog ich nur so dahin. Nur geregnet hat es kaum.

Mit Pauken und Trompeten pustete der Sturm den Sommer und auch fast schon meinen Urlaub davon. Drei geniale Wochen gehen allmählich dem Ende entgegen und mit dem Herbst kommt jetzt meine Zeit, wenn stört da das bisschen Arbeiten? 😀