Am Tag als der Regen kam

11.08.18 12

Zugeben, der erste Regen kam nicht zu meinem gestrigen Lauf, sondern schon am Donnerstag. Aber gestern war der erste Lauf nach vielen vielen Monaten, zu dem es endlich mal wieder geregnet hatte 😀

Der Regen vom Donnerstag ging einher mit einem kurzen Gewittersturm, der hier im Norden mal wieder zahlreiche Bäume umwarf, wie ich schon nach gut zwei Kilometern live erleben durfte. Obwohl der Wetterbericht harmlos war, sah der Himmel gestern doch immer wieder recht bedrohlich aus. Trotzdem vertraute ich darauf, was auf dem Fußweg der Huntebrücke geschrieben stand.

Mein Vertrauen wurde auch nicht enttäuscht und am Tweelbäker See verpuffte ein sich über Oldenburg näherndes Gewitter mit ein paar Blitzen und Donner ohne mir dabei zu sehr auf die Pelle zu rücken.

In Wüsting dann aber kam endlich, der Regen, ging nieder auf die glühenden Felder und die durstigen Wälder und auf den dankbaren Deichläufer! 😀 Leider blieb es bei einem ersten Schauer, der kurze Zeit später auf dem warmen Asphalt schon wieder verdampfte.

Allerdings blieb er nicht alleine und die dunklen Wolken sorgten die meiste Zeit dafür, dass mir die stechende Sonne nicht die Haut verbruzelte.

Die Kilometer schnurrten weitestgehend sehr kurzweilig dahin. Dabei war ich bemüht mein ruhiges Tempo zu halten und nicht ins Uferlose abstürzen zu lassen und nicht nur den Schuhen zur Liebe darauf zu achten, dass ich nicht so schlurfe 🙂

Apropos Schuhe, es war mein bis dato längster Lauf barfuß in V-Runs. Wie das alte Paar scheuern allerdings auch die Neuen zu Anfang in der Ferse.

11.08.18 18

Die schon nach drei Kilometern angebrachte Verpflasterung hielt aber über den Rest des Laufes und trotz über viele Kilometer nasser Füße gab es keine weiteren Probleme. So beendete ich den  Lauf nach insgesamt 35 km im 6:30iger Schnitt zwar etwas müde, aber ansonsten reibungslos.

Übrigens lagen die Temperaturen während des gesamten Laufs unter 20°, während des Regens so deutlich darunter, so dass ich den Lauf sogar um 12:00 Uhr in der „Mittagshitze“ starten konnte, genial! 😆

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Licht am Ende des Schuhs

Meine Umstellung auf minimales Laufschuhwerk ist inzwischen soweit fortgeschritten, dass ich mein erstes Paar Five Fingers geschrottet habe. Von allem was ich an Minimalen zur Verfügung habe – und das ist nicht gerade wenig – laufe ich die V-Runs am allerliebsten. Dementsprechend häufig kamen sie zum Einsatz. In der Masse waren sie dabei auf Asphalt unterwegs, aber auch Schotterwege und unbefestigte Wege kamen unter ihre Sohlen.

Da es ja keine Dämpfung gibt, die ihren Geist aufgeben kann, war ich gespannt, wie lange die Teile halten. Nicht allzu lange, wie ich feststellen durfte. Die Sohlen zeigten recht schnell deutlichen Verschleiß und während der letzten Läufe war das Material soweit abgerieben, dass sich schon Löcher ankündigten. Mein 24 km-Lauf vom vergangenen Samstag hat ihnen dann den Rest gegeben. Nach dem Lauf über viel groben Asphalt und Schotter waren die Sohlen komplett durch, so dass das Licht durch sie hindurchschien und ich auf kleiner Fläche wieder barfuß unterwegs war 😆

Bis zu diesem Totalausfall haben die V-Runs exakt 504,1 km hinter sich gebracht. Nicht gerade viel. Meine klassischen Laufschuhe hielten immer so um die 800 bis 900 km und dann war nicht die Sohle sondern die Dämpfung im Eimer.

Ich muß zugeben, dass ich mir durchaus ein paar mehr Kilometer Lebensdauer gewünscht hätte, zumal der Oberschuh noch tiptop in Ordnung ist. Aber das tut meiner Liebe zu diesen Teilen jetzt keinen dramatischen Abbruch. Die neuen sind schon da und mit denen geht es auch gleich wieder auf Piste.

04.08.18 19

Von oben sind die Alten eigentlich fast nur am Staub zu erkennen

 

Für den kleinen Barfußlauf zwischendurch

… eignet sich so ein Radlershirt mit seinen Taschenband auf dem Rücken vorzüglich. Weil da passen nämlich prima die Five-Fingers rein und ich brauche sie somit nicht in der Hand zu halten 😀

Ausprobiert heute auf einem 12,6 km langen Lauf durch die norddeutsche Steppe, wovon eben die letzten vier Kilometer barfuß waren.

Hände frei, nicht die ganze Zeit einen Rucksack auf dem Buckel und zu spüren sind die ultraleichten Treter auf dem Rücken auch kam. Rundherum praktisch also und witzig aussehen tut es auch noch 😆

72,14 %

Gestern konnte ich nach einer gefühlten Ewigkeit endlich mal wieder am Utkiek aufkreuzen. Dank der Zeitumstellung konnte die Lauflampe das erste Mal zuhause bleiben und auch die zahlreichen Regenschauer des Tages hatten pünktlich zum Lauf ihren Dienst quittiert. Das alles und auch der Sonnenschein halfen aber nicht darüberhinweg, dass meine Beine schwer und die paar poppeligen Höhenmeter beschwerlich waren. Lag es an dem 18 km-Lauf zwei Tage zuvor? Müßig sich darüber Gedanken zu machen.

Den schweren Beinen zur Liebe wollte ich den nächsten Lauf auch erst irgendwann in den kommenden Ostertagen unternehmen. Allerdings lockte der heutige Karfreitag mit dem besten Wetter, das für die Feiertage vorhergesagt ist. Somit habe ich meine Beine doch zum Laufen überredet und ihnen zur Belohnung eine längere Barfußetappe versprochen. Nicht gerechnet hatte ich aber mit dem ausgesprochen lebenhaften Ostwind, der der ersten Hälfte des Laufes eine unerwartete Anstrengung verleihte, so dass ich gar nicht auf das Wohlbefinden der Beine achten konnte 🙂

Ohne nachzudenken war ich wieder auf meiner alltäglichsten Alltagsstrecke unterwegs. Nach exakt 3,9 km pellte ich mich aus den V-Runs und trabte locker auf dem Feldweg neben dem Geestrandgraben her.

30.03.18 01

Nach knapp 1,5 km ging es dann weiter zu den Bornhorster Wiesen. Diese hatten noch einmal ordentlich Nachschub an Wasser erhalten, was offensichtlich auch die Graugänse nach wie vor zum Bleiben animiert. Auf jeden Fall waren die Vogelschwärme im strahlenden Sonnenlicht wieder einmal ein grandioses Schauspiel.

Nach knapp 7 km konnte ich endlich dem Ostwind den Rücken zudrehen. Von nun an lief es locker und fluffig. Erstmals zog ich zum Ende der Huntestrecke meine Laufschuhe nicht wieder an. Die Treppe zur Huntebrücke ging ich aber vorsichtig, hier liegen leider immer wieder Scherben zerschmetterter Flaschen, aber die Rampe herunter konnte ich wieder entspannt laufen.

Vom Ende der Rampe bis nachhause waren es dann nur noch zwei Kilometer, auf den ich einigen Asphaltabschnitten übelster Qualität über den Randstreifen ausweichen konnte. Die allerletzten Meter genoß ich noch fußschmeichelnde Klinkerbürgersteige und dann war meine längste Barfußetappe auf sehr wechselhaften Untergründen zu Ende.

10,1 von 14 km, dass macht 72,14 % Barfußanteil. Die haben aber auch erst einmal gereicht, die Fußsohlen haben die Herausforderung zwar gut überstanden, aber signalisierten auch, dass es viel weiter trotzdem noch nicht sein muß. Aber sooo weit weg ist die vollständige Standardrunde in Barfuß gar nicht mehr. Irgendwann werde ich sie mal in Angriff nehmen, eilt ja nicht. Ach ja, die Beine haben sich übrigens überhaupt nicht gemuckt 🙂

Pflegefall

Mein kleiner italienische Freund wird langsam alt und in 2017 mußte er mal so richtig schuften und fuhr in dem Jahr soviel wie in seinen ersten sechs Lebensjahren zusammen nicht. So sind kurz vor seinem 12. Geburtstag doch tatsächlich hinten mal neue Bremsen fällig 🙂

Fällig wurde damit mal wieder der obligatorische Lauf zurück von der Werkstatt nachhause.

Und da ein Kollege so gut sein wird, mich heute nach der Arbeit wieder zur Werkstatt zu karren, bin ich heute morgen locker flockig über knapp sechs Kilometer bei affenwarmen 11° ins Büro gejoggt. Zusammen mit den Treppen in den vierten Stock kann man das fast schon ein vollständiges Morgen-Workout nennen 😆

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Wer findet die Uhrzeit? 😛

Schuhangebot

In den Überschwemmungsmonaten des Winters bietet die Hunte alljährlich ein großes Warenangebot feil. Zugeben, es ist in der Regel eher 1 b-Ware, aber vom Vogelhaus ohne Dach, über Kühlschranktüren, kaputten Stühlen, Tischplatten, Behältnissen jeglicher Art bis hin zu Bierkästen, verschlissenen Bobbycars und sogar Fleisch in Form verendeter Tier ist wirklich alles und noch viel mehr dabei. Im Frühling 2013 zählte ich sogar einmal 20 Schuhe auf 2,5 km.

Ein Schuhangebot unterbreitete mir die Hunte auch heute wieder, vielleicht aus Mitleid, weil ich barfuß an ihr entlang trabte. Wir kamen aber nicht ins Geschäft, ich habe keinen Bock auf klobige, wohl schon getragene und quatschnasse Schuhe. Und dann war es auch nur einer, vermutlich nicht einmal in meiner Größe. Ne ne, da blieb ich lieber unbeschuht.

Auch, wenn ich mir heute mal am linken Fuß den zweitkleinsten Zeh ausgeschraddelt habe, ein kleiner Kollateralschaden der heutigen sieben Barfußkilometer, den ich doch lieber in meinen V-Runs begrenzte. Somit tat er dem wunderbaren Lauf, bei ruhigem, 2 ° frischem Winterwetter, kaum einen Abbruch. Der Lauf hätte ewig dauern können 😀

Symphonie in Grau

Irgendwie gelüstete es mich zwischen den Jahren noch nach einem etwas besonderen Lauf. Da ich am 30.12. ausgiebig Zeit hatte, gönnte ich mir deshalb als Rausschmeißer aus 2017 etwas Abwechselung vom Laufalltag und bin an die Nordsee gefahren, um etwas Seeluft zu schnuppern und Schiffe zu gucken. Und was ein echtes Nordlicht ist, der läßt sich dabei auch nicht vom ausgesprochen besch… eidenen Wetter abhalten.

Vom Hooksieler Hafen lief ich Richtung Jade-Weser-Port, Deutschlands einzigem Tiefwasserhafen, wo die dicksten Container-Brummer der Welt anlegen. Unter den gewaltigen Öllöschbrücken hindurch, lief ich gegen den ablandigen Wind, der zum frühen Nachmittag schon recht kräftig war und mir den Regen entgegenpeitschte. Dabei war ich noch vor dem Eintreffen der angekündigten milden Luft unterwegs und die 3° waren alles andere, nur nicht mucklig. Am Jade-Weser-Port angekommen war selbst ein Container-Riese im Regengrau kaum zu erkennen und ich freute mich, dass ich mich die nächsten fünf Kilometer vom Wind zurück nach Hooksiel schieben lassen konnte.  Dabei wurden meine eiskalten Hände in den klitschnassen Handschuhen und auch die Oberschenkel langsam wieder warm, wohl auch weil die Temperatur so langsam anstieg.

Über den Hooksieler Hafen lief ich nun zum kurzen Strand von Hooksiel, beste Gelegenheit noch einmal die V-Runs auszuziehen. Leider war der Strand teilweise sehr muschel- und vorallem extrem hundelastig und es kam noch zu einer unschönen Begegnung mit einem Vierbeiner, dessen Herrchen ihm sogar das Halsband abgenommen hatte und deshalb kaum zu fassen bekam. So bin ich den Strand nur einmal rauf und runter gelaufen und habe es dann nach insgesamt 19 km bewenden lassen.

Auf der Nachhausefahrt drehte der Wind dann so richtig auf und schaukelte mein kleines Gefährt kräftig durch, da gehörten schon beide Hände ans Lenkrad, während das Auto-Thermometer beständig auf bis zum Schluß 10 ° stieg. Ach, wie gemütlich kann es nach so einem rauhen Nordseelauf im Auto sein 😀

Entschädigt für diese Symphonie in Grau hat mein Neujahrslauf. Den halbwegs sonnigen Jahresauftakt konnte ich gerade noch nutzen bevor die gute alte Klara unterging 😀

Frischmilch

02.12.17 04

Heute hatten wir hier im Norden den ersten Tagfrost dieser Herbst-/Wintersaison. Zwar nur minimal, aber  nach Windchill waren es bis zum – 7°. Grauer Himmel mit leichtem Nebel und die sachte vor sich hindampfende Hunte und der sachte vor sich hin dampfende Große Bornhorster See sorgten für die typische, norddeutsche Wintermelancholie, die ich so sehr mag.

Mit dem Wind auf dem Rücken waren die ersten Kilometer regelrecht gemütlich. Ich bin die Strecke  so gelaufen, dass der spätere Gegenwind durch den Deich der Elsflether Straße und die Bäume um den Großen Bornhorster See einigermaßen weggefangen wurde und so blieb es auch da nahezu kuschelig 🙂

Am Großen Bornhorster See waren noch ein paar Kühe draußen, eine hatte sich sogar gemütlich abgelegt, wenn das keine Frischmilch gibt, weiß ich es auch nicht.

Findet die Kuh 😀 :

15,7 enspannte Kilometer auf fast trockener Strecke, so dass die Zehensocken diesmal wieder zuhause bleiben konnten.

 

Islandpony

Sorry, liebe Leserschaft, auch heute geht es wieder um das Thema Minimal. Ich hoffe, dass Ihr es noch ertragen könnt. Aber es gab in dieser Hinsicht wieder etwas Neues zu entdecken 😎

Ein mittägliches Zeitfenster bot mir die Möglichkeit bei Tageslicht zu laufen. Allerdings war es wiederum nicht so groß, um über meine üblichen Strecken schlönzen zu können. Da fiel mir ein, ich könnte doch einmal etwas Intervalltraining machen, um mal wieder etwas Tempofestigkeit aufzubauen. Tja, da staunt der geneigte Leser doch nicht schlecht, sind doch „Tempo“ und „Intervalltraining“ absolute Fremdwörter auf diesem Blog 😆

So fremd wie die Worte, so fremd fühlte sich auch das Tempo an, dass ich nach einem Einlaufkilometer anzulegen versuchte. Mit den V-Run hatte ich zwar die dem Namen nach richtigen Schuhe an den Füßen, aber mal Gasgeben in den Teilen war mir bis dato halt noch fremd 🙂 Entsprechend ernüchternd war mit 5:27 min auch das Ergebnis des ersten Intervallkilometers. Es lief sich zwar ganz wunderbar über den Vorfuß, aber dass war auch das einzig wunderbare. So richtig auf Betriebstemperatur war ich auch noch nicht, kein Wunder bei a…kalten, leicht nebeligen 4° und ausgesprochen schattigem Ostgegenwind. Mütze und Handschuhe ein Muß.

Der zweite flotte Kilometer kam diesem Attribut schon näher. 4:59 min, knappstmöglich eine 4 vorneweg, aber eben eine 4, Rückenwind sei dank 😛 In meinen Polsterpuschen habe ich, um schneller zu laufen, einfach größere Schritte gemacht, schließlich konnte ich ja die Ferse ohne Hemmungen in den Boden rammen, ohne Dämpfung scheidet diese ohnehin nicht gerade optimale Option aus. So habe ich beim dritten Intervallkilometer nochmals ganz bewußt versucht schnellere Schritte zu machen, dass kam mir ziemlich trippelig vor und erinnerte mich irgendwie an die Gangart der Islandponys, welche ja eigentlich Pferde sind. Ob es auch wirklich so aussah weiß ich nicht, aber gefühlt kam ich gar nicht von der Stelle und konnte das Tempo überhaupt nicht einschätzen 😀 Ergebnis: Immerhin doch 4:54 min, aber wieder mit Gegenwind.

Beim vierten schnellen Kilometer versuchte ich mich dann auch noch darauf zu konzentrieren locker in den Beinen zu bleiben und hatte wieder keine Ahnung, ob und wie sich das aufs Tempo auswirkt, zumal der kalte Ostwind, zwar nicht allzu kräftig aber sehr kontinuierlich, weiterhin von vorne kam. Das Ergebnis hat mich dann sehr überrascht, der Garmin piepste eine 4:37 ab. Ui ui, bin ich überhaupt schon einmal so schnell gelaufen ❓ Wenn ja, dann muß es Jahre her sein, ich kann mich wirklich nicht erinnern 😯

Beim fünften und letzten Intervallkilometer behielt ich das Rezept bei, schnelle Islandponytrippelschritte und dabei loooooocker bleiben, was mir recht gut gelang. Die Atemfrequenz hielt sich noch in vertretbarem Rahmen und die Herzfrequenz hoffentlich auch, zumindestens fühlte sich alles nach grünem Bereich an.  Belohnt wurde ich dafür mit einem noch einmal einen Hauch schnellerem Tempo, 4:36 min. Krass! Für mich ist das echt ein absolut überirdisches Tempo ❗

Die Trabkilometer bin ich wirklich sehr ruhig gelaufen, zwischen 6:14 und 6:31.

 

Zurück am Auto strahlte ich wie ein Island- nein, wie ein Honigkuchenpferd. Ich fühlte mich ausgezeichnet und war dank der kühlen Temperatur nicht einmal völlig durchgeglüht.

Hat echt Spaß gemacht. Ist Intervalltraining immer so cool? Dann habe ich die letzten 10 Jahre ja echt was verpaßt 😛

 

Langsam wirds eng

… in meinem Laufschuhregal. Aber wenn mein Umstieg auf Minimal/Barfuß weiterhin so planmäßig vonstattengeht, kann ich in einem guten Jahr alle „normalen“ Laufschuhe erst einmal einmotten. Dann ist wieder Platz 😎 Heute beglückte mich aber erst einmal der freundliche Paketfahrer mit dem nächsten Zuwachs meiner Minimalriege. Um auch bei schlechtem Wetter einigermaßen vernünftig  über Feldwege und Trampelpfade zu kommen (von Trails will ich in meinem Standardlaufrevier nicht wirklich sprechen) braucht es noch was Minimales mit etwas mehr Grip. Und da ist heute als erstes der Vibram Five Fingers V-Trail eingetrudelt.

Gerade passend um nach einwöchiger Pause eine erste Runde mit ihnen zu drehen. Zuvor hatte mich eine, wenn auch nur recht leichte, Erkältung Abstand vom Laufen nehmen lassen.

In diesen Tagen hatte ich lediglich zwei Spaziergänge gemacht. Der erste ging um den Kleinen Bornhorster See, den ich wegen seiner „Hundedichte“ nicht gerne umlaufe. Spazierend stört die nicht und ich genoß Herbstimpressionen, muckelige Temperaturen und erblickte viele weitere umgefallene Bäume.

Ich erblickte aber auch einen Läufer an einer Stelle, wo ich gar nicht wußte, dass es da einen Weg gibt. Kam gleich auf den Merkzettel 🙂

Sonntag folgte eine verlängerte Runde mit Muttern und GöGa zum Wahllokal. Das Wetter war Bombe, aber zum Laufen wäre mir die plötzliche Wärme eh zu viel des Guten gewesen. Dafür nahm auch hier das unfreiwillige Sturmschaden-Sightseeing kein Ende.

Sturmschäden waren dafür bei meinem heutigen Lauf nahezu nicht zu sehen. Dabei wollte ich den alten Bahndamm schon meiden, allerdings bot er auch die Chance auf wenigstens etwas Trailfeeling und er war tatsächlich frei laufbar. Auch die wunderschönen Alleen auf dem Weg zum Kleinen Bornhorster See zeigten sich zu meiner großen Freude fast unversehrt. Und die unbekannte Strecke vom Merkzettel hatte ich auch gleich unter die V-Trails genommen. Es waren zwar nur 800 m Neuland, aber immerhin kann ich damit zukünftig meine Standardrunden noch etwas mehr variieren.

Erstaunlich trocken waren dabei schon die Wege, Matsch Fehlanzeige. Das hätte ich nach den wenigen Tagen ohne Regen nicht gedacht. In meinem Kommentar bei Christian bin ich da noch von anderen Voraussetzungen ausgegangen.

10,6 km waren ein optimaler Wiedereinstieg. Die Beine waren wunderbar frisch, offensichtlich hat ihnen eine Woche Pause auch gut getan, und es kam sogar so etwas wie Tempo auf.

Die V-Trails laufen sich im direkten Vergleich zu ihren V-Run-Brüdern sehr kommodig. Alleine das Trail-Profil reicht für einen Hauch von Dämpfung und der gut, ähnlich „normalen“ Laufschuhen, gepolsterte Schaft verhindert hier die einzige Scheuerstelle, die mir der puristische V-Run an der rechten Ferse zugefügt hatte. Insgesamt hat der V-Trail noch mehr Handschuh-Feeling als der V-Run.

Das beim V-Trail mehr Material verbaut wurde, erkennt man im direkten Vergleich, da sieht er irgendwie fast eine Nummer größer aus als der V-Run. Und das Profil macht sehr deutlich, wo der V-Trail-Frosch die Locken trägt. Aber dafür hat er ja schließlich auch Einzug gehalten in mein überquellendes Laufschuhregal 🙂