Schaurig schön

Elf schöne Urlaubstage in Berlin habe ich mir vorgestellt und das werden sie hoffentlich auch, wenn auch mit Abstrichen. Das betraf schon die Anreise, mein Bahnticket habe ich sausen lassen und bin stattdessen mit dem Auto in die Hauptstadt gefahren. So kann ich bezüglich der Rückreise flexibler reagieren bzw. treffen mich eventuelle Zugausfälle nicht.

Das ab Dienstag neben allen Kultureinrichtungen auch sämtliche Kneipen, Bars und Clubs geschlossen haben werden, tangiert mich nicht so sehr. Das Wetter soll schön werden und so lange es keine Ausgangssperre gibt kann ich mich mit dem Fahrrad oder laufend fortbewegen oder das Berliner Umland erkunden. Einkaufen brauche ich auch nicht mehr, ich bin mit allem ausreichend versorgt, so dass ich mich nicht mehr, wie heute, langen Schlangen an den Kassen und leeren Regalen stellen muß.

Heute schien die Sonne schon einmal von einem blankgeputzten Himmel, bei allerdings noch recht frischen Temperaturen, und auf dem Tempelhofer Feld und im Volkspark Hasenheide war der Berliner Bär los. Kann man es den Menschen nach diesem langen, grauen Winter verdenken? Trotzdem begleitete mich bei dem Gedanken an die Corona-Epidemie ein gewissen Unbehagen. Aber auf den Weiten des Tempelhofer Feldes und in der Hasenheide herrscht ja kein Gedränge und Sonne und frische Luft sind für die physische und psychische Gesundheit ja auch extrem wichtig.

Mir hat meine Laufrunde auf jeden Fall sehr gut getan, auch wenn ich auf den letzten Kilometern beständig von Radfahrern, Inlinern und anderen Läufern nur so umkurvt wurde oder sie umkurvte. Ein Stück Normalität in unnormalen Zeiten, auch das ist schön!

Ein paar Tropfen

An meinem Abreisetag aus Berlin saß dort doch noch ein Lauf drin. Die Sommergrippe entpuppte sich zum Glück doch nur als Grippchen und hatte sich nach drei Tagen weitestgehend gelegt.

Nur noch schnell von der Haustür los, das Tempelhofer Feld wegen der prallen Sonne meidend, suchte ich den Schatten in der Hasenheide. Auf immerhin knapp 11 km kam ich bevor ich wenige Zeit später wieder im Zug zurück gen Oldenburg  fuhr.

Der erste Lauf gestern in heimatlichen Gefilden drohte aufgrund noch größerer Hitze so richtig hart zu werden. Aber kurz vorm Start sorgten dunkele Wolken und Gegrummel am Himmel für sich rasch abkühlende Luft. Das schwache Gewitter bewegte sich allerdings nördlich und so sah ich kein großes Risiko und trabte los. Begleitet von kaum nennenswerten Regentropfen, die es weder schafften den Boden noch den Deichläufer zu benetzen 😆 Dafür war die Temperatur mit um die 20° wie aus heiterem Himmel nahezu erfrischend.

Und auf den letzten drei Kilometern kam er dann doch noch, der Regen. Lange nicht mehr erlebt und auch nicht üppig, da sich schon wieder die ersten Sonnenstrahlen unter ihn mischten. Den zu seinen Ehren eingelegte Extrakilometer überlebte der Regen dann auch schon nicht mehr. Aber immerhin endlich mal ein paar Tropfen.

Davon war heute bei einem sehr kurzen Shirt- and shoeless-Lauf schon wieder nichts mehr zu sehen.

Dieser knochentrockene Wahnsinnssommer setzt sich fort. Aber immerhin erlebe ich ihn jetzt auch wieder im Laufschritt 😎

Berliner Standard

Berlin … eigentlich möchte ich mir ja so viele Ecken und die grünen Lungen der Stadt laufend erschließen. Aber die verlängerten Wochenenden, die ich regelmäßig dort verbringen darf, sind immer so voll von Aktivitäten und Begegnungen, dass für das Laufen generell schon wenig Raum bleibt und für das Auskundschaften neuer Strecken leider erst recht 😦

So bleibt es doch immer wieder bei meinen Ausritten über das Tempelhofer Feld, inzwischen ergänzt um den angrenzenden Volkspark Hasenheide. Mit dem Erstürmen der dortigen Rixdorfer Höhe habe ich zusätzlich die Möglichkeit die an diesen Wochenenden verpaßten Utkiek-Läufe zu kompensieren. Immerhin kann ich hier sogar 200 m am Stück bergauflaufen, dass toppt die Utkiek-Anstiege deutlich 🙂

Es gibt aber wahrlich schlimmeres als auf meinen Berliner Standardhausstrecken unterwegs zu sein. Schließlich kann ich zig Kilometer abseits des Großstadt(verkehrs)wuhlings auf freiem Feld und durch einen waldähnlichen Park laufen.

Zwei gut 11 km lange Läufe gingen sich am vergangenen Wochenende aus. Allerdings gabe es gewaltige Unterschiede zwischen dem Sonntag mit bombastischen Wetter, wo ganz Herrscharen von Menschen unterwegs waren …

… und dem Montag bei recht durchwachsenem Wetter …

Mal sehen, vielleicht finde ich ja bei der nächsten Berlin-Visite die Zeit andere Strecken zu erkunden, Auswahl gibt es ja wahrlich genug.

Nen Halben in Berlin

Langsam wird es Zeit meinen läuferischen Berlin-Horizont mal etwas vom Tempelhofer Feld zu lösen. Da bot es sich an den nördlich an das Tempelhofer Feld angrenzenden Volkspark Hasenheide zu erkunden. Dieser ist zwar nicht riesengroß aber wirklich abwechselungsreich mit einem kleinem Tierpark und einer Schänke im 50iger-Jahre-Stil. Zudem ist er nicht einmal topfeben und sogar eine Anhöhe, die den Utkiek glattweg in den Schatten stellt, konnte ich erstürmen. Meine Ahnung, dass es sich bei dem 68 m hohen Hügel um einen Trümmerberg handeln könnte, bestätigte sich bei meiner anschließenden Internetrecherche.  Leider wird ein Rundblick auf die Stadt vom „Gipfel“ aus durch die umstehenden Bäume torpediert.

Um auf die gewollten Kilometer zu kommen, ging es dann aber doch noch über das Tempelhofer Feld, wo ich erstmals die komplette Außenrunde gelaufen bin. Die reinste Läuferautobahn, aber Platz ist genügend da und ich finde es cool, wieviele Menschen sich dort bewegen und es lassen sich herrliche Laufstilanalysen betreiben 🙂 Überhaupt werden an jeder Ecke die unterschiedlichsten Sportarten betrieben, dass begeistert mich total.

Ansonsten wird gerade sehr viel Asphalt erneuert, was vorallem die Rennradler, Inliner und Skater freuen wird. Zum Ende meines Laufs am frühen Nachmittag wird es langsam voll, so voll wie ich es dort noch nicht gesehen habe. Aber kann man es den Leuten verdenken, wenn einer der ersten richtig schönen, warmen Frühlingstage ins Freie lockt?

Gedanklich mitgenommen habe noch einen lieben Freund aus Wien, der genauso gerne in Berlin ist wie ich. Leider sehen wir uns nur selten. Ob er aber auf die auf Halbmarathon rund gemachte Distanz gerne selber mitgekommen wäre, weiß ich nicht so genau 🙂

Es war ein toller Lauf bei bestem Wetter auf Strecken ohne jeglichen Autoverkehr und das von der Haustür aus. Da kannste für Berliner Verhältnisse echt nicht meckern 😀