Nu hab ich den Salat

Ach, wo ist sie hin, die glasklare, frische Luft der vergangenen Wochen und Monate?

Donnerstag: Utkiek-Lauf erstmals bei sommerlicher Temperatur, aber noch gut erträglich.

Gestern ein kurzer Lauf in den minimalen Laufschuhen zwischen zwei Gewittern in feucht, schwüler Luft.

Heute ein langer Lauf nach Berne zu Schwiegermuttern bei drückender Wärme. Die Sonne stach und da der laue Wind von hinten kam, konnte er keine Erfrischung bringen. Dieses Klima machte mir wirklich zu schafen, drückte auf Kreislauf und Atmung und nach gut 10 km durfte mich sogar in die Büsche schlagen, weil auch der Darm rebellierte. Jede Wolke, jeden Windhauch hatte ich begrüßt, allerdings war das nicht viel und die Hoffnung auf einen erlösenden Schauer blieb unerfüllt. Die Lauffreude beschränkte sich auf kurze Abschnitte und nach 23,6 km war ich froh als ich endlich mit kochendem Kühler bei Adele einlief.

Immerhin war die sattgrüne Natur um Ablenkung bemüht und ich nutzte jeden Fotostopp zum Verschnaufen. Da hab ich also den Wettersalat auf den ich getrost verzichten kann. Die plötzliche Wärme und vorallem die Schwüle sind wirklich nicht meins und bedürfen definitiv noch der Gewöhnung.

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Wer schlafen will, muß leiden

Mir ist mein Schlaf heilig, das ist wohl hinlänglich bekannt. So habe ich es auch heute vorgezogen ausgiebig meinem zweitliebsten Hobby zu frönen als mich in der Hoffnung auf frische Temperaturen in aller Herrgottsfrühe meinem liebsten Hobby hinzugeben. Ein Blick auf die Temperaturhistorie des heutigen Tages bestätigte mein Handeln sogar, war es doch z. B. um 4:30 Uhr immer noch über 21 ° warm. Zugeben, dass waren einige Grad weniger als die guten 27°, die zu meinem Laufstart um 18:30 Uhr herrschten. Aber wer schlafen will, muß halt leiden. Vergebens hatte ich auf die angekündigten Gewitter gehofft, von denen ich mir Abkühlung versprochen habe. Von ihnen war weit und breit nichts zu sehen, nur die Luft war danach.

Sicherheitshalber sattelte ich meinen Trinklaufrucksack auf, hatte ich mir doch trotz großer Wärme und Schwüle einen Lauf 20 km + vorgenommen. Aus dem Grunde wanderten auch noch zwei Gels und die Salztabletten in den Rucksack bevor ich mich auf die Runde Richtung Hunte nach Gellen, zum Gellener Moor, von dort zum Großen Bornhorster See und wieder nachhause machte. Schlußendlich waren es gerade mal 20 km + 1,3 km. Aber unter diesen Bedingungen hat es mir doch gereicht. Es gab keine trockene Faser mehr am Leib und während des Laufens waren sogar die Beine komplett schweißbedeckt.

Des Luftigkeitsfaktors wegen hatte ich heute mal wieder die leichteste Shorts an. Ich werde mit diesen Dingern nicht warm, zwar blieb dieses Mal mein Rückenmuttermal von der Reibung des Bündchens unversehrt, dafür habe ich mir aber einen Wolf gescheuert als der Stoff klitschnass an meinen Beinen klebte. Es geht für mich nichts über Tights, dafür pfeif ich auch auf das letzte Grad weniger.

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20.07.14 04Ich war noch nicht mal der einzige Verrückte, der bei der Schwüle unterwegs war…

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Die kleine Pause, die ich mir gegönnt habe, um mir das Gel reinzupfeifen und meinen Salzhaushalt etwas auszugleichen, habe ich allerdings an der denkbar ungünstigsten Stelle gemacht. Eine Bank im Moor bot sich an, den Rucksack kurz darauf abzusetzen. Allerdings wurde ich sofort heftigst von Bremsen attackiert, so dass ich schleunigst gesehen habe, dass ich weiterkam. Das Tempo hielt ich über die gesamte Strecke moderat, mehr wäre bei diesem Klima auch nicht möglich gewesen. Letztendlich kam ich mit den Bedingungen aber ganz gut zurecht. Aber immer muß ich die nicht haben. Einen dreiviertel Liter Wasser habe ich unterwegs getrunken und an der Haustür die gleiche Menge Schorle auf Ex.

Über Tag und während meines Laufes war ich in Gedanken immer wieder bei Helge und Karina, die heute in Roth ihr grosses Ironwomen-Debüt hatten. Während ich noch schlief, starteten die beiden mit dem Schwimmen. Ich schlief immer noch, als sie auf die Rennräder umgestiegen sind. Ich frühstückte und genoss den Nachmittag auf der Terrasse als die beiden immer nach radelten.  Ich hatte meine Tea-Time, als die beiden liefen.  Ich lief, als die beiden liefen, und ich lief als die beiden finishten.

12:46 Stunden und 13:07 Stunden waren sie unterwegs. Bei 30° in Roth.

Helge und Karina, Ihr seid die besten. CONGRATULATIONS!!! Ich habe mit Euch gefiebert und freue mich riesig. Ich hoffe es geht Euch einigermaßen gut. Laßt Euch feiern, ruht Euch aus. Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen auf das was Ihr zu berichten habt.