On the road again

19.01.18 09

Ich erkläre meine Laufpause für beendet. Der Schlitz am Hals sieht super aus und ist auch nicht mehr zu spüren, da traue ich mich ein paar Tage früher zu laufen als es der Operateur gesagt hat, zu mal auf dem Begleitzettel des Krankenhauses eh eine kürzere Zeit stand.

Egal wie lang oder kurz so eine Laufpause auch immer ist, der erste Lauf danach ist etwas besonderes. Wie ein kleiner Junge freute ich mich darauf wieder auf die Piste zu gehen. Da freute sich das Wetter gleich mit, bei 4° blinzelte die Sonne immer wieder durch die Wolken und nachdem uns hier im Norden der Orkan Friederike verschont hatte, hielt sich der Wind auch heute in Grenzen.

Wie nicht ander zu erwarten zeigten sich die ausgeruhten Beine sehr lauffreudig und das Tempo lag etwas höher als gewohnt. Ich ließ die Beine laufen. Nach den nicht enden wollenden Regenfällen steht überall das Wasser, nicht nur in den Bornhorster Wiesen. Ich blieb mit den V-Runs an den Füßen auf befestigten Wegen. Offroad und nasse Füße hatte ich in den letzten Monaten oft genug und kann ich mir sicher auch noch wieder oft genug holen.

Dafür gönnte ich mir zum Schluß noch die ersten 2,7 Barfußkilometer dieses Jahres.

Ein herrlicher Lauf! Und auch wenn ich kein Country-Fan bin, setzte sich nach dem Lauf doch dieser Ohrwurm bei mir fest. Darf er, irgendwie paßt er gerade ganz gut zum heutigen Tag und zu meiner guten Laune 😀

Langsam wirds eng

… in meinem Laufschuhregal. Aber wenn mein Umstieg auf Minimal/Barfuß weiterhin so planmäßig vonstattengeht, kann ich in einem guten Jahr alle „normalen“ Laufschuhe erst einmal einmotten. Dann ist wieder Platz 😎 Heute beglückte mich aber erst einmal der freundliche Paketfahrer mit dem nächsten Zuwachs meiner Minimalriege. Um auch bei schlechtem Wetter einigermaßen vernünftig  über Feldwege und Trampelpfade zu kommen (von Trails will ich in meinem Standardlaufrevier nicht wirklich sprechen) braucht es noch was Minimales mit etwas mehr Grip. Und da ist heute als erstes der Vibram Five Fingers V-Trail eingetrudelt.

Gerade passend um nach einwöchiger Pause eine erste Runde mit ihnen zu drehen. Zuvor hatte mich eine, wenn auch nur recht leichte, Erkältung Abstand vom Laufen nehmen lassen.

In diesen Tagen hatte ich lediglich zwei Spaziergänge gemacht. Der erste ging um den Kleinen Bornhorster See, den ich wegen seiner „Hundedichte“ nicht gerne umlaufe. Spazierend stört die nicht und ich genoß Herbstimpressionen, muckelige Temperaturen und erblickte viele weitere umgefallene Bäume.

Ich erblickte aber auch einen Läufer an einer Stelle, wo ich gar nicht wußte, dass es da einen Weg gibt. Kam gleich auf den Merkzettel 🙂

Sonntag folgte eine verlängerte Runde mit Muttern und GöGa zum Wahllokal. Das Wetter war Bombe, aber zum Laufen wäre mir die plötzliche Wärme eh zu viel des Guten gewesen. Dafür nahm auch hier das unfreiwillige Sturmschaden-Sightseeing kein Ende.

Sturmschäden waren dafür bei meinem heutigen Lauf nahezu nicht zu sehen. Dabei wollte ich den alten Bahndamm schon meiden, allerdings bot er auch die Chance auf wenigstens etwas Trailfeeling und er war tatsächlich frei laufbar. Auch die wunderschönen Alleen auf dem Weg zum Kleinen Bornhorster See zeigten sich zu meiner großen Freude fast unversehrt. Und die unbekannte Strecke vom Merkzettel hatte ich auch gleich unter die V-Trails genommen. Es waren zwar nur 800 m Neuland, aber immerhin kann ich damit zukünftig meine Standardrunden noch etwas mehr variieren.

Erstaunlich trocken waren dabei schon die Wege, Matsch Fehlanzeige. Das hätte ich nach den wenigen Tagen ohne Regen nicht gedacht. In meinem Kommentar bei Christian bin ich da noch von anderen Voraussetzungen ausgegangen.

10,6 km waren ein optimaler Wiedereinstieg. Die Beine waren wunderbar frisch, offensichtlich hat ihnen eine Woche Pause auch gut getan, und es kam sogar so etwas wie Tempo auf.

Die V-Trails laufen sich im direkten Vergleich zu ihren V-Run-Brüdern sehr kommodig. Alleine das Trail-Profil reicht für einen Hauch von Dämpfung und der gut, ähnlich „normalen“ Laufschuhen, gepolsterte Schaft verhindert hier die einzige Scheuerstelle, die mir der puristische V-Run an der rechten Ferse zugefügt hatte. Insgesamt hat der V-Trail noch mehr Handschuh-Feeling als der V-Run.

Das beim V-Trail mehr Material verbaut wurde, erkennt man im direkten Vergleich, da sieht er irgendwie fast eine Nummer größer aus als der V-Run. Und das Profil macht sehr deutlich, wo der V-Trail-Frosch die Locken trägt. Aber dafür hat er ja schließlich auch Einzug gehalten in mein überquellendes Laufschuhregal 🙂