Das macht das Laufen

Da bricht man nach der Arbeit etwas lustlos und etwas gehetzt, um noch so viel wie möglich vom Tageslicht zu erhaschen, auf zu einem schnöden Feierabendlauf auf die wohl von mir am allermeisten gelaufene Strecke und wird dann einfach mal wieder so geflasht. Entführt in einen Wintertraum, in knackig kalte, kristiallklare Luft, in Windstille und Stille. Die blaue Stunde kleidet sich in pastellfarbene Töne, Raureif überzieht Bäume und Sträucher und Eis liegt auf dem kleinen Kanal und dem immer noch wenigen Wasser in den Bornhorster Wiesen. Ich bin mit mir allein und könnte keine Dreiviertelstunde nach Abschließen der Haustür schrein vor Glück.

Vorsichtshalber hatte ich die Yaktrax und dicke Handschuhe in den Laufrucksack gesteckt, der mir angenehm den oberen Rücken warmhält. Einmal wechsel ich von den dünnen Laufhandschuhen auf die dicken und ein paar Kilometer später wieder zurück. Die Yaktrax brauche ich aber nicht, an den wenigen spiegelglatten Stellen wechsel ich kurz in den Gehmodus.

Ansonsten bin ich flott unterwegs, es läuft sich gut auf Schnee und Eis und blankem Asphalt. Das Tempo liegt für meine Verhätlnisse hoch, nur unterbrochen von den Fotostopps um festzuhalten, was mich einfach nur begeistert.

Auf den letzten 20 Minuten reicht das Tageslicht noch nicht, nun glitzern Reif und Schnee im Licht der Lauflampe. So gefällt mir der Winter, so könnte es noch wochenlang weitergehen.

17-01-17-17

Was kann es schöneres geben als in einer Alltagssituation solche Glücksmomente zu erleben? Das macht das Laufen!

Alles über Deichhöhe ist überflüssig

Das ist ja eigentlich das Motto meines Blogs 🙂 Aber momentan reicht die Höhe der Deiche sogar um die Sonne dermaßen wegzufangen, dass die daneben liegenden Wege in deren Schatten tief winterlich bleiben.

06-12-16-08

Aber auch der Schatten von Bäumen, Gebäuden und sonstigen Gedöns reicht zur Zeit für etwas schlüpfrige Wegeverhältnisse. Auch der Blick aus dem Fenster beim Umziehen zum Lauf zeigte eindeutig: Winter. Da friert sogar der Weihnachtsmann 🙂 Eisiger Nebel und Eis auf dem Kanal zeigten ebenfalls: Winter! Sinnigerweise hatte ich mir mit den Nike Pegasus die Schuhe mit dem mäßigsten Profil ausgesucht :-/

Auf den ersten 7 Kilometern beißt ein leichter Ostwind in die betuchten Oberschenkel. Witzigerweise störte das die Waden weniger. Der Rückweg mit Rückenwind war da etwas molliger.

Das Zettelchen mit der Frage wie wir Weihnachten feiern, steckte auch immer noch im Zaunpfahl. Weitere Zettel konnte ich aber nicht entdecken.

06-12-16-10

Auf der Rampe runter von der Huntebrücke ist mir dann das passiert, was ich schon seit Jahren fürchte. Mitten auf dem Weg guckt das Ende eines Rohres aus dem Boden, rostbraun wie der Boden selber. Immer habe ich darauf aufgepaßt, aber heute bin ich bei der Suche nach dem Rohr draufgetreten. Zum Glück ist bis auf leichtes Umknicken ohne Folgen nichts passiert.

Irgendwann werde ich das Ding mal mit Neonfarbe ansprühen :-/

Einen knappen Kilometer vor Zuhause traf ich einen Kollegin mit ihrem Vater und Hund. Ich stoppte mich und den Garmin für einen kurzen Schnack. Diese Pause nutzte der Garmin trotz ausreichend Strom um sich einfach komplett abzuschalten. Er ließ sich erst nach dem Lauf durch Anstöpseln an den PC wieder zum Leben erwecken und zeigte dabei noch 21% Akkukapazität an. Macht das Ding jetzt nach nur einem Dreivierteljahr schon die Grätsche? Ich hoffe nicht, ich bin doch so hilflos ohne das Teil 😦

Der Lauf hatte heute also ein paar Widrigkeiten. So what, die klare Luft und die Abendstimmung waren wieder mal genial.

Versuchs mal mit Gemütlichkeit

Knackig kalt war die Nacht zum Montag und trotzdem habe ich nicht schlecht gestaunt, als selbst am Nachmittag noch Eis auf dem Kanal war, an dem ich so oft entlang trabe. In der Dämmerung hatte ich das gar nicht richtig erkannt, deutlich wurde es mir erst, als ich die Schwäne im „Eisloch“ gesehen habe.

Leichter Graupel und leichter Regen bei gerade mal 2- 3° machten den Lauf nicht gerade gemütlicher *bibber* Trotzdem oder gerade deswegen war es ein schöner 15 km-Törn 🙂

Schön ist es aber doch nach so einem Lauf ins wohligwarme Heim zu kommen. Dort macht es sich jetzt jeder wieder gemütlich und demnächst beginnt die weihnachtliche Dekoration. Unseren Teil dazu haben wir am Wochenende wieder mit unserer vorweihnachtlichen und winterlichen Ausstellung bei uns zuhause beigetragen. Nahezu schon traditoniell  hier wieder einige Impressionen:

 Also probierts mal mit Gemütlichkeit und Behaglichkeit 🙂