Wenn sich alles in Kreisen bewegt

… gehst Du links, geh ich rechts… Ich mag diesen Titel von Johannes Oerding!

Wenn sich eine muntere Läuferschar in einem großen, großen Kreis bewegt, dann läuft sie rechts und läuft sie rechts und läuft sie rechts und läuft sie rechts. So bewegte sich diese Winterlauftruppe eines Winters von West nach Ost vom Dollart zum Jadebusen, im Winter darauf von Nord nach Süd vom Jadebusen nach Oldenburg und im letzten Winter von Ost nach West von Oldenburg bis ins niederländische Bourtange. Nun fehlt noch die Bewegung von Süd nach Nord von Bourtange nach Emden um diesen großen Kreis zu schließen.

Zur ersten Etappe dieser Kreisvollendung machten sich am  gesterigen zweiten Advent auf: Antje, Freya, Kerstin, Sylke, Axel, Ralf, Stephan und meiner einer.

08.12.19 01

Leider ließ es der Fotograf etwas an Schärfe vermissen

Auf der Fahrt in die Niederlande schüttete es dabei teilweise wie aus Eimern und wir fühlten uns schon an die Läufe im letzten Winter erinnert, die teilweise zu den reinsten Regenschlachten ausgeartet waren. Aber pünktlich zum Start wurde es trocken und sollte es auch die gesamte Strecke über bleiben. Darüberhinaus wärmten üppige 10° nicht nur das Läuferherz sondern den gesamten Bewegungsapparat und ebenso üppiger, stürmischer Wind aus Südwest schob uns beherzt über nahezu die gesamte Distanz.

Wenn der norddeutsche Flächländer über die Flachheit der Landschaft staunt, dann ist er in den Niederlanden. Unglaublich, dass es hier wirklich noch einmal platter erscheint als in unseren eigenen, topfebenen Gefilden und die höchsten Erhebungen waren da schon einige Rübenberge am Wegesrand 🙂 Um das bereits erwähnte Wetterglück noch zu vollenden, blinzelte zwischenzeitlich auch noch die Sonne, von einigen Laufbegeisterten besonders begeistert begrüßt 😀

Weiter ging es gen Norden, immer entlang der deutsch-niederländischen Grenze. Ein Blick auf irgendein Haus sagte uns immer sofort auf welcher Seite wir gerade waren: Groß und neu: Deutschland; klein, unaufgeregt und symphatisch: Holland. Beiden Seiten gleich sind die teilweise langen geraden Strecken, die nicht gerade jedermanns Freund waren, und Windkraftanlagen 🙂

Am Ende einer dieser langen Geraden mit flauschigen Untergrund gab es die obligatorische und verdiente Pause mit Heißgetränken und gebrannten Mandeln, lecker!

So gestärkt konnten wir auf die Pferdestärken verzichten und unseren Weg entlang den Resten alter Festungsanlagen fortsetzen, die zeigen, dass die Niederländer offensichtlich schon manchen Kummer mit uns Germanen hatten 🙂

Als Abwechselung zu den langen Geraden waren uns die aber herzlich willkommen. Danach ging es nämlich wieder kilometerlang an einem Kanal entlang. Zum Glück endete dieses Stück dann doch irgendwann, noch bevor wir vom Kanal selbigen voll hatten 😀

Von da an war es nur noch ein Katzensprung bis zu unserem Etappenziel Bad Nieuweschans. Hier brachen wir mit einer über drei Winter mühsam aufgebauten Tradition. Nicht nur, dass wir das Schlußselfie vergessen haben, nein, es wurde anschließend auch nicht gemeinsam auf ein Stück Torte eingekehrt. Bad Nieweschanz lockte nämlich mit einem Thermalbad und dieser Verlockung konnte der Großteil unserer Truppe einfach nicht widerstehen 🙂

08.12.19 43

In den 36° warmen Termalbecken ließen sich in fantastisch ruhiger und entspannter Atmosphäre auf herrlichste Weise die müden Laufknochen auflockern und die Lebensgeister wieder wecken, ergänzt um köstliche Stärkungen im zum Termalbad gehörenden Restaurant, wobei zumindestens ich dann doch noch zu meinem Stück Torte gekommen bin 😛

Der Lauf war diesmal irgendwie überraschend schnell vorbei und bis zum Ende locker gelaufen und mein Garmintacho zeigte zum Schluß 24,5 km an. Erstaunlich barfußtauglich war die Strecke auch, insgesamt bin ich 11 km ohne Latschen gelaufen. Schlußendlich war es für mich tatsächlich auch noch mein längster Lauf seit meinem Selfmade-Marathon von Anfang Mai ❗ Cool, wie die nette Runde, in der wir da unterwegs waren, auf dieser flachsten aller flachen Strecken, mit a bisserl Matsch 😀