Testlauf, Regenlauf, ersäuft!

Freitag nachmittag hatte ich wie geplant noch einen 20 km-Lauf hingelegt. Der Frust und Ärger des Tages mußte einfach über die Beine den Körper verlassen. Angekündigter Starkregen sollte dabei auch noch ein erhofftes Quentchen Spaß bringen. Was dann aber zum geplanten Laufstart abging, ließ sogar mich noch etwas abwarten bevor ich vor die Tür trat:

Auch mir kann es tatsächlich mal etwas zu viel regnen, zumal der Regen kurzzeitig von Blitz und Donner begleitet wurde. Aber nachdem das Schlimmste vorbei war, konnte ich entspannt laufen.

Dabei hatte ich noch zwei seltene Begegnungen. Zum einen Rehe an der Strecke und zum anderen, noch seltener, ein Flußkreuzfahrtschiff auf der Hunte auf dem Weg nach Oldenburg, dass hatte ich noch nie, wenn es auch ein recht kleines war.

Zum Schluß kam noch etwas die Sonne heraus und mein Gemütszustand war leidlich wiederhergestellt.

Von Samstag auf Sonntag ging es dann in die Nähe von Amsterdam, Großmarkt-Shopping für meines bessere Hältes Firma. Fünf Stunden Deko- und Wohnaccesoires-Overkill, den ich zumindestens barfuß genossen habe. Die Niederländer juckt so etwas nicht.

Aber auch barfuß schützt über so viele Stunden vor platten Füßen nicht 😆

Auf der Rückfahrt hat es denn teilweise so dermaßen geschüttet, dass der Regen vom Freitag dagegen noch wie ein Kindergeburtstag gewesen ist. An Tempo war nicht zu denken und die Scheibenwischer leisteten eine Stunde lang Schwerstarbeit. Auch wenn es zuhause nicht mehr so intensiv schüttete, Auto ausladen konnten wir erstmal vergessen. Stattdessen hatte ich, weil wir zeitig in Amsterdam losgekommen sind, noch genügend Zeit für ein Läufchen.

Nochmal ein Testlauf mit den Fivefingers. Warum schon wieder Testlauf? Weil ich sie diesmal im Regen und klitschnasser Strecke ausführen konnte. Ich hatte Bedenken, dass die VFF naß vielleicht an der aufgeweichten Haut scheuern könnten. Kurzzeitig hatte ich auch das Gefühl, dass sich aber zum Glück nicht bewahrheitet hat.

So langsam nehmen hier die Böden das ganze Wasser gar nicht mehr auf und was mir während des Laufens diesen Sommer schon stundenlang Spaß beschert hat, geht mir abseits des Laufens auch langsam auf den Keks.

Aber beim Laufen waren es heute noch einmal gute 10 km Spaß, den die Fivefingers bei Regen noch steigern. Außerdem ist es mir gelungen, die gesamte Strecke stabil auf dem Vorfuß zu laufen. Es gibt also auch noch Positives zu berichten 🙂

Stinksauer

Nun also doch Borreliose. Nachdem ich nun vier Tage auf das Ergebnis der Blutuntersuchung warten durfte, weiß ich es seit heute.

Die Chronologie:

Am 10.07. war ich erstmalig bei meinem Hausarzt, bzw. dessen Kollegen in der Gemeinschaftspraxis. Der war für eine Blutuntersuchung und hat mir für den Fall eines positiven Befundes schon mal ein Antibiotika-Rezept ausgestellt. Im negativen Fall könnte ich die Sache vergessen und das Rezept wegschmeißen. Im positiven Falle: Drei Wochen Antibiotikum und Sportpause.

Drei Tage später war ich zufällig auch bei meiner Dermatologin, die empfahl die Antibiotika-Behandlung schon aufgrund des klinischen, sprich optischen Befunds. Inzwischen war aber das negative Ergebnis vom Antikörpertest da und ich glaubte doch lieber dem Hausarzt. Nur der Grund für die Borreliose-Annahme, der riesengroße Fleck am Oberschenkel, verschwand nicht sondern wurde noch etwas größer.  Deshalb war ich am 27.07. noch einmal beim Hausarzt, erneut bei dem besagten Kollegen, der immer noch nicht so recht an eine Borreliose glauben wollte.

Da der Fleck aber partout nicht weichen will, habe ich am Montag, den 14.08., den Bluttest noch einmal wiederholen lassen. Und siehe da, das Ergebnis ist positiv. Zwar nur ein niedriger Wert und witzigerweise nur der Wert für den Langzeitindikator, aber eben positiv. Nun hatte ich heute meinen eigentlichen Hausarzt am Telefon, der mir sagte, dass er von vornherein anders vorgegangen wäre.

Da ich ja grundsätzlich den Berlin-Marathon laufen möchte,  habe ich mich intensiv mit ihm beraten. Einen Aufschub der nun anstehenden Antibiotika-Behandlung bis nach dem Marathon empfielt er nicht. Das heißt, wenn ich heute mit der Behandlung beginne, endet diese am 08.09. und somit 16 Tage vor dem Marathon.

Im Gegensatz zu seinem Kollegen und hier schreibenden Kollegen/innen aus meinem Bloggerfreundeskreis und im Einklang mit meiner Dermatologien hält er ein generelles Sportverbot nicht für notwendig und sieht in einem Training im unteren bis mittleren Frequenzbereich kein Problem.

Nun stehe ich da und bin stinksauer. Über die vertane Zeit, über die vielen sich widersprechenden Aussagen und über mich selber, der anfänglich einfach die für mich angenehmste Diagnose hat gelten lassen und voller Zweifel, ob ich im niedrigen bis mittleren Frequenzbereich das Fundament für einen Marathon schaffen bzw. halten kann.

Heute werden ich noch einmal einen 20 km-Lauf in den hoffentlich der Vorhersage entsprechend einsetzenden Starkregen brennen. Die nächsten vier Tage komme ich nicht zum Laufen, weil ich nur auf Reisen bin. Danach werde ich einen moderaten Lauf unternehmen und schauen wir es mir nach den ersten fünf Tagen mit dem Antibiotikum geht. Gehts gut werde ich versuchen einen Spagat zwischen Schonung und ausreichendem Training hinzubekommen, gehts nicht, trete ich den Marathon in die Tonne.

Was für ein Sch…, als wenn die letzten Wochen nicht schon belastend und anstrengend genug gewesen wären. Im Moment weiß ich nicht einmal ob ich überhaupt noch Bock auf den Marathon habe. Vielleicht versuche ich meinen Startplatz einfach zu verticken. Jemand Interesse?

Dabei liefen trotz allen Stresses die letzten Laufwochen und -monate ausgezeichnet und erst vorgestern war ich ganz stolz, dass ich auch schon 4,4 km barfuß auf Asphalt laufen konnte.

Sorry, für diesen Frustpost, aber das mußte ich jetzt einfach loswerden.

Stillleben

Bei meinem heutigen Lauf ging es um die Wurst 😀 Dazu gleich mehr.

Mein zweiter Lauf in den FiveFingers. Einmal zur Huntebrücke rauf, drüberweg, andere Seite runter zum Blankenburger See und retour. Die Gitter gegen freie Sicht und freien Sprung sind immer noch nicht fertig. Die sollen mal hinne machen. Ich hatte heute einen nervigen Tag, nicht dass ich doch nochmal in Versuchung komme 😛 Aber mit den Fivefingers werde ich eh nicht in die Tiefe springen, die machen nämlich Spaß 😉

Nach 11,2 km enterte ich Feinkost Albrecht. Zum Feierabend hatte ich bei Muttern eine Schüssel Kartoffelsalat abgestaubt, dazu passen einfach ein paar lecker Bratzwurst. Deshalb hatte ich mir einen Papierheiermann eingesteckt um zum Ende des Laufs diese kulinarische Köstlichkeit zu erwerben.

Beim Verlassen des Aldi hatte ich keine Meinung mehr nochmal in Trab zu fallen, sondern streifte mir die VFF von den Füßen und ging die guten 200 m barfuß nachhause. Dort angekommen brauchte ich freie Hände um den Haustürschlüssel aus dem Fach im Schweißband zu friemeln. Dazu wanderten Wurst und FünfFingerSchuhe auf die Pforte zwischen Schuppen und Hauswand. Als ich alles wieder einsammeln wollte, mußte ich dann aber erstmal lachen:

14.08. 06

Dass nenne ich einmal ein Stilleben 😆

Testlauf, Regenlauf, läuft! II

Heute fielen Test- und Regenlauf zusammen. Es wurde Zeit eine Standortbestimmung in Bezug auf den nahenden Berlin-Marathon vorzunehmen. Der letzte Lauf über 30 km war der Hermannslauf am 30.04., da sollte es heute ein Lauf mit irgendwas zwischen 25 – 30 km werden. Feinen Nieselregen und bescheidene 15° nahm ich dabei als optimale Laufbedingungen gerne hin.

Ich lief um den Kleinen Bornhorster See, der bei diesem Wetter nahezu hundefrei war, um den Großen Bornhorster See und bog dann in das Gellener Moor ab. Mein Vorhaben dort vier bis fünf Kilometer barfuß zu laufen wurde aber nach nur 1,8 km von frisch mit Holzschnitzel versehenen Wegen durch das Moor torpediert, dass war mir dann doch zu unbequem. Zur Entschädigung fing es dafür aber ab Kilometer 14 noch einmal richtig an zu schütten. Herrlich!

Wenig später verabschiedete sich der Regen entgültig und es kam sogar etwas die Sonne heraus.

Nach ca. 22 km fühlte ich eine erste Schwere in den Beinen, aber ansonsten lief es gut. Über die weiteren Kilometer sank lediglich das Tempo von ruhig auf sehr ruhig. Stoisch dieselte ich weiter, konditionell gab es nichts zu meckern und nach summa summarum 31 km in einer Gesamtpace von 6:20 war ich wieder zuhause.

Im Vorfeld richtig durchgeplant hatte ich diesen Lauf nicht. Die Strecke hatte ich nur grob im Kopf, zu Essen hatte ich nichts mit und zum Befüllen der Trinkblase hatte ich keinen Bock. Stattdessen hatte ich lediglich zwei leere Halbliter-Mineralwasserflaschen mit Leitungswasser gefüllt und ins Heckabteil verfrachtet. Nach den ersten 200 m hatte ich gemerkt, dass ich meine Salztabletten nicht eingesteckt hatte, aber nach 200 m dreht man halt nicht mehr um. Bei den Temperaturen war das kein Drama und Wadenkrämpfe blieben aus. Irgendwie lies Olivers letzter Blogbeitrag grüßen 😀

Lief wieder mal, da kann ich nicht meckern. Ob es auch weiterhin läuft, wird sich kommende Woche zeigen. Montag werde ich den Bluttest auf Borreliose-Antikörper wiederholen lassen, da der Fleck einfach nicht verschwinden will. Im Gegenteil, der ist noch etwas größer geworden. Eine eventuelle Anitbiotika-Kur käme mir eigentlich ziemlich ungelegen.

Aber egal, der heutige Lauf hat mir ein gutes Gefühl für ein paar mehr Kilometer gegeben und schlimmstenfalls wandere ich die letzten Kilomter beim Berlin-Marathon ins Ziel.

Testlauf, Regenlauf, läuft!

Vorgestern waren meine Scheuerstellen durch die Luxustreter nach sechs Tagen soweit abgeheilt, dass ich den ersten Testlauf mit den Vibram Five Fingers unternehmen konnte. Auf die Dinger war ich schon besonders gespannt. Schon viel von ihnen gelesen, werden sie in der Regel geliebt oder gehasst, dazwischen scheint es nicht viel zu geben.

Zu diesem Testlauf hatte ich mir eine automobile Anreise in mein Lieblingslaufrevier gegönnt. So konnte ich mich auf das Laufen in den Zehenschuhen konzentrieren ohne durch jeglichen Verkehr und sonstige Umstände abgelenkt zu werden und die Strecke dabei einigermaßen kurz halten. Lange Rede, kurzer Sinn, mir hat das Laufen in den Dingern echt viel Spaß gemacht und ich war gleich länger in ihnen unterwegs als ich es mir vorgenommen hatte. Neun Kilometer im Verhältnis sieben Kilometer Asphalt zu zwei Kilometern Feldweg.

Dabei durfte ich feststellen, dass ich noch nicht auf lange Strecken im Vorfußlauf geeicht bin. Die letzten ca. 2,5 Kilometer landete ich auf dem Mittelfuß, weil es für das Fahrwerk wohl etwas zu anstrengend wurde. War auch ok, klingt nur etwas lauter 🙂

Die VFF sitzen super, eine kleine Blase gab es aber trotzdem, was allerdings überhaupt keinen Vergleich zu den vielen Scheuerstellen mit den Joe Nimbles darstellt. Allerdings fand ich diese nun wirklich minimalen VFF ganz fürchterlich warm. Wenn sich das bei den nächsten Läufen bestätigt, brauche ich im Winter wohl keine kalten Füße fürchten 😀

Hassen oder lieben? Für ein entgültiges Fazit ist es nach einem ersten Lauf zu früh, aber hassen werde ich sie sicher nicht. Ob es im wahrsten Sinne des Wortes eine heiße Liebe wird, werde ich aber noch abwarten 😎

Jede Selbstbeherrschung verlor ich gestern angesichts des herrlichen Regens, der pünktlich zur Feierabendzeit einsetzte. Ich mußte einfach noch einmal laufen, auch wenn das Zeitfenster wegen eines Termins am Abend eng war. Für ein halbes Stündchen sollte die Zeit auf jeden Fall reichen. Und für ein halbstündiges Läufchen brauche ich jetzt auch keine Laufschuhe mehr anzuziehen 😎 Einziges Manko: Ich bin noch einmal ins Auto gestiegen um zum Start zu fahren.

Aus den geplanten fünf Kilometern sind dann vor lauter Begeisterung doch sieben Kilometer geworden. Fünf Kilometer Feldweg und zwei Kilometer nasser Asphalt mit ein paar piewarmen Pfützen.

Das war er also, mein erster Barfußlauf im strömenden Sommerregen. Ist Laufen im Regen für mich schon immer der pure Genuß, so ist Barfußlaufen im Regen dazu noch einmal eine Steigerung. Größte Herausforderung war gestern dabei im prasselnden Regen irgendwie aus den patschnaßen Klamotten zu kommen und dabei nicht das halbe Auto unter Wasser zu setzen. Dieses Unterfangen ist lediglich so leidlich gelungen 😆

Startblock C 3

Das war der heutige Treff- und Startpunkt für das offzielle Training für den Göteborg-Marathon 2021. Allen Ernstes sind zu diesem Stadtjubiläums-Marathon schon sechs Läufer aus dem Utkiek-Umfeld gemeldet und es wird auch schon fleißig alle Vierteljahr für diesen Marathon trainiert. Heute war einer dieser Trainingstage, zu dem aber auch Gastläufer, derer ich auch einer sein durfte, willkommen waren.

Als Startpunkt war dazu das Parkfeld C 3 eines international bekannten schwedischen Möbelhauses auserkoren, das an diesem Tag auch noch durch Flohmarktgetümmel belebt wurde  🙂 Ralf, Stephan und Uli gönnten sich vorab schon ein Rampen- und Treppentraining an der Huntebrücke. Ich kam erst zum Ende dieses Trainings hinzu und benügte mich mit dem fotografischen Festhalten der Heldentaten von den Dreien.

Kuriousiät am Rande: ca. 40 Jahre gibt es die Huntebrücke, jetzt, drei bis vier Jahre vor ihrem Abriss und Neubau bringt man dort ein Schutzgitter gegen Suzide an :-/

Sylke, Martina und Tomma kamen währenddessen aus anderer Richtung zum C 3 gelaufen.

Das eigentliche Göteborg-Training fand dann ohne Tomma und Uli statt, die ihr Training vorher beendeten. Der Rest der Truppe verfolgte dann ein sehr ernsthaftes Göteborg-Marathon-Training, das durch den Stadtwald und unter der Huntebrücke hindurch nach Iprump führte.

In Iprump wurde dann im Cafe Huntewasser eine ganz neue und spezielle Form des Carboloadings ausprobiert 😆 Ich selbst hatte zu dem Zeitpunkt 12 km in den Beinen, da tat Stärkung auch zwingend not :mrgreen:

Nach dieser ausgesprochen erfolgreichen Energiezufuhr an diesem besonderen Verpflegungsposten verabschiedete sich Stephan und Marion stieß mit dem Fahrrad dazu. Von hier führte uns der Weg zurück zum Startblock C 3, wo sich unsere kleine Truppe voneinander verabschiedete und in alle Winde verstreute.

06.08. 16

Für mich ging dieser besondere Traingslauf nach 22 km mit einer der Verplegung angemessenen Durchschnittspace von 7:05 zu Ende. Witzig wars, Spaß hats gemacht, gut hats getan 😀

Abkühlung

Berlin war in den letzten Tagen ein heißes Pflaster. Damit meine ich jetzt gar nicht die Lage meines Domizils in Neukölln, sondern die Temperaturen in der Stadt. Hitze und Stadt sind ja eh immer eine besonders heikle Kombination.

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Da tut es gut, dass der Nordwesten in den kommenden Tagen mit reichlich frischer Luft versorgt wird. Das fing heute vormittag schon an und so konnte ich bei angenehmen 20° und herrlich frischem und kräftigem Wind laufen gehen.

Heiß war zwar auch dieser Asphalt nicht mehr, aber noch warm und vorallem klebrig. Mit einem knapp hundert Meter langen Zwischensprint über die viel befahrene Landstraße konnte ich das Stück aber umgehen und mich dann wieder auf meine Laufstrecke auf der anderen Straßeseite retten 😎

An der Hunte konnte ich dann in den kräftigen Wind drehen, ein erfrischender und den Puls antreibender Genuß. Wenn auch nicht besonders selfiefreundlich, da der Wind die Kamera immer wieder umschubste, aber dafür auch zwei Fahrradfahrer hinter mir die ganze Zeit auf Abstand hielt :mrgreen:

So kommt man doch gerne wieder zuhause an 😀

Die Vorteile einer Großstadt

In Berlin gibt es Laufschuhe zu kaufen, die ich in Oldenburg nur per Internet bestellen könnte. Der Vorteil dabei ist, dass ich gleich die richtige Größe bekomme und nicht erst ausprobieren und hin- und herschicken muß. Auf meinem Weg zu minimalen Schuhwerk ist das ausgesprochen praktisch, da hier klassische Größenangaben gerne versagen. Aber selbst in dieser Stadt bleiben Wünsche unerfüllt, den Vivaro-Shop konnte man komplett knicken, da hat es mich schon geärgert, den Weg dorthin gemacht zu haben. Der hatte nicht einen Schuh in meiner Größe, Begründung: Es wäre das Ende der Saison. Lachhaft bei Barfußschuhen. Aber er bekäme in zwei Wochen Nachschub, wow!  Aber immerhin hat es doch für ein doppelte Ausbeute gereicht und einen Joe Nimble-Straßenschuh bekomme ich noch in der passenden Größe nachhause geschickt.

 

Die Five-Fingers habe ich gleich im Laden angehalten und sie durften die erste Bewährungsprobe im Großstadtdschungel absolvieren, da fühlen sie sich schon einmal sehr angenehm an.

Die Powertoes von Joe Nimble sind teuersten Treter aller Zeiten für mich, dafür aber vegan, was mir auch immens wichtig ist 😛 Mit denen ging es schon auf eine kleine Testrunde über das Tempelhofer Feld.

01.08. 04

Der Turm von Günther Jauch seiner Talg-Schau

Joe Nimble verspricht „Beinahe komplett nahtlos verarbeitet und uneingeschränkt atmungsaktiv durch ein neuartiges Mesh, das in Weichheit und Flexibiltät kaum zu übertreffen ist. Das einzigartige Barfußgefühl sorgt dafür, dass Dein Fuß jede Bewegung uneingeschränkt mitmachen kann“

Nun, was soll ich sagen: Bei extrem drückender Wärme drückten die Luxusschläppchen gewaltig. Sie erwiesen sich als unerwartet starr und kantig und sorgten über 7,4 km für dieses Ergebnis:

 

Der linke Fuß hat auch eine Stelle unterm Knöchel abbekommen. Von Weichheit und Flexibilität kann definitiv keine Rede sein. Für 180 Ocken ist das eine Enttäuschung. Dass kann der Leguano aktiv um ein vielfaches besser und selbst der etwas hölzernere Solerunner FX Trainer malträtiert die Füße nicht annähernd so sehr. Grundsätzlich läßt sich der Powertoes aber schon gut laufen und macht auch Spaß, aber eben nicht barfuß. Als Schuh für künftige längere Läufe werde ihn deshalb auch behalten. Im Winter wird er mir bestimmt gute Dienste leisten.

Morgen oder übermorgen geht es dann mit den Fivefingers auf eine erste kurze Tour, ich bin gespannt wie die sich schlagen.

Ein Lauf wie ein Umarmung

Am Donnerstag bin ich zusammen mit Uli zum Utkiek gelaufen um dann die übliche Gruppenrunde zu drehen. Allerdings merkte ich schnell, dass ich noch nicht auf Gruppe gestimmt war und klingte mich dann aus um alleine eine Runde um den Utkiek zu drehen. Immerhin kam ich zusammen mit dem Hinlauf auf 16,6 km.

Da war es besser, dass ich heute wieder wie üblich alleine lostiggert bin. Nach eineinalb Kilometern sah ich gleich elf Störche auf der Wiese. Na, wenn das kein gutes Omen für den Lauf sein sollte.

29.07. 01

Es war ein gutes Omen.  Sämtliche Bedingungen waren freundlich zu mir. Die Temperatur angenehm, der Wind kühlend und die Regentropfen von ein paar schwachen Schauern erfrischend. Zudem war ich erst um 18:00 Uhr losgelaufen, dass sorgte zusammen mit dem durchwachsenen Wetter für fast komplette Ruhe auf der Strecke.

Erstmals nahm ich für meine Barfußetappen meinen Laufrucksack  mit, um nicht ständig Pendelstrecken laufen zu müssen. Die Laufschuhe passen mit Ach und Krach in das kleine Ding, aber sie passen.

Mit 23,2 km habe ich noch längerer Zeit endlich mal wieder die 20iger Marke überlaufen. Wird auch Zeit, schließlich rückt ein gewisser Marathon ja so langsam näher. Gute acht Kilometer davon war ich barfuß unterwegs, 3 km Feldweg, 2,1 km Deichkrone und 3 km nasser Asphalt. Das recht hohe Gras auf dem Deich sorgte dabei für ordentliche Kniehubarbeit. Das hat gut geklappt, wie jeder andere Meter dieses Laufs auch. Und auch der Kopf war wieder bei der Sache.

Dieser Lauf war wie eine freundliche Umarmung, wie eine Akku-Schnellladestation.  Ich sagte es schon, Laufen ist Leben 🙂

 

 

Laufen ist Leben

Nach drei Tagen, die intensiver und fordernder nicht hätten sein können, sind wir gestern aus Nimwegen zurückgekehrt und durften heute gleich erneut Abschied nehmen. Mit nur 56 Jahren verstarb die Frau unseres Deichschäfers nach schwerer Krankheit und einer verunglückten Alltagsoperation.

Nach dieser Abschiedsfeier hielt mich nichts mehr, ich mußte laufen. Laufen um zu leben. Die Sinne endlich wieder auf etwas anderes lenken. Atmen, laufen, schwitzen, dem Körper die Bewegung geben, die in den letzten Tagen zurückstehen mußte.

Die Sinne waren zwar nicht frei, dass war auch nicht zu erwarten, dass war auch okay. Der Kopf leistete Schwerstarbeit, dass übertrug sich unbewußt auf die Beine. Schon lange war ich nicht mehr so schnell unterwegs.

Selbst die Barfußetappen verliefen im Rekordtempo. Der Körper wollte dem Kopf etwas gutes tun. Nichts strengte an, nichts murrte, nichts muckte. Die Beine versuchten offensichtlich mit den Gedanken mitzuhalten. Dieses Zusammenspiel hat gut getan. 18,4 km im für Deichläuferverhältnisse nahezu Expresstempo. Dabei habe ich gespürt, dass alles funktioniert, was sonst auch immer scheinbar so selbstverständlich funktioniert. Ich war mir mal wieder so richtig bewußt, dass die Maschine Körper läuft wie geschmiert. Ein Geschenk. Dieser Lauf war ein Segen. Laufen ist Leben!