Wiedersehensfreude und Klarstellung

Nach ewigen Wochen bin ich am Donnerstag mal wieder beim Utkiek gewesen. Die Freude die ganzen Berggämsen wiederzusehen war groß und wurde noch dadurch gesteigert, dass Heimo auch dazugekommen ist. Nach automobiler Anreise aus München am selben Tag war der Utkiek für ihn genau das Richtige um nach der langen Fahrt die Beine auszuschütteln. Dabei konnte Heimo erstmalig die Oldenburg-Mountains und unser intensives Training dort kennenlernen 😀

Schön war es in gut gelaunter Runde wieder die altbekannten Schleifen zu ziehen. Mein Fuß hat das Stündchen recht gut verkraftet. Allerdings will die Ferse nach wie vor keinen rechten Frieden geben, aber ich bilde mir ein, dass sie doch allmählich ruhiger wird. Auch wenn sich mein gesamter Bewegungsapparat am Tag drauf anfühlte, als wäre ich einen Marathon gelaufen 😆

Apropos Fuß: Wenn man bei seinem Besuch beim Osteopathen mit seinem Blog angibt, muß man auch damit rechnen, dass der auch gelesen wird. So bekam ich zu meinem Betrag über meine Behandlung noch eine WhatsApp-Nachricht von ihm, mit dem Hinweis, dass er nicht mal „eben nur an meinen Zehen gezogen hat“, sondern schon eine konkrete Ursache für meine Beschwerden gefunden und behandelt hat, nämlich: eine “ Blockade “ des os naviculare und damit verbunden Impingement des Tibiotalaren Gelenkes ( verursacht durch myofasziale Spannungen !). Das wollte ich hier gerne noch einmal ergänzend hinzufügen. Die Lateiner und Mediziner unter Euch wissen jetzt Bescheid, der Rest kann bei Interesse (wie ich auch) zur allmächtigen Suchmaschine greifen und weiß es danach auch 🙂 Auf jeden Fall scheint die gelöste Blockade ein voller Erfolg zu sein, da im Vorfuß zu 95% Ruhe herrscht und meine bisherigen Wiedereinstiegsläufe keinen negativen Einfluß hatten!

Ein Widerspruch in sich

Ärgerlich, dass mein Wiedereinstieg ins Laufen jetzt durch die Ferse behindert wird. Das Dingen will sich aber im Moment auch einfach nicht beruhigen. Drum habe ich zuerst tief in meinem Gedächtnis und dann noch tiefer in meiner Kommode mit meinem ganzen Laufgeraffel gekramt. Nach einigen Suchen hatte ich denn die Objekte meiner Begierde, die Fersengeleinlagen, die mir mein Orthopäde anno quark schon einmal wegen ähnlicher Beschwerden verschrieben hatte. In die engen V-Runs bekam ich die Dinger, bzw. das Ding weil nur für den linken Fuß notwendig, nicht, aber in die etwas geräumigeren V-Trails paßte es hinein.

Einen Barfußschuh mit einer Einlage aufzumotzen ist ja nun wirklich ein Widerspruch in sich, aber damit konnte ich heute eine 7 km-Runde im Bereich Kleiner Bornhorster See/ Alte Braker Bahn fast ohne Beschwerden laufen. Noch wichtiger: Die Ferse war auch nach dem Lauf nicht so auf Krawall gebürstet wie nach den vorherigen Läufen. Tada! Man muß sich nur zu helfen wissen. Auch wenn ich mir, weil ich die V-Trails nicht mehr gewohnt bin, gleich noch wieder eine Blase gelaufen habe. Egal, Fuß vorne ruhig, Fuß hinten fast ruhig, da kann mich auch so eine poppelige Blase nicht mehr belasten.

Und zur Feier des gelungenen Laufs ging es im Kleinen Bornhorster See auch gleich noch einmal in die Fluten. Allerdings so ganz ohne diese anstrengenden Schwimmbewegungen, dafür aber mit Besuch! Bzw. eigentlich war ich der Besuch 😀

😀

 

 

Fast schon ein Triathlon

Gestern hatte ich den zweiten Laufversuch unternommen. Dazu war ich mit dem Fahrrad raus zur Hunte gefahren und dort in die Laufsandalen geschlüpft. Nach vier erfolgreich absolvierten Laufkilometern (HURRA! Allerdings zickt jetzt die linke Ferse, die aber auch durch die Schonhaltung der letzten Wochen arg strapaziert wurde) ging es weiter zum Kleinen Bornhorster See. Dort konnte ich der Versuchung nicht widerstehen einmal in die Fluten zu steigen. Da dies nicht geplant war mußte die Laufunnerbüx als Badehose herhalten und anschließend die Luft das Handtuch ersetzen. Aber herrlich war es!

20 km radeln, 4 km laufen und ungefähr 10 Schwimmzüge, wenn das nicht schon fast ein Triathlon gewesen ist 😆 😎

Auf zwei Rädern hin und zurück ging es dann heute zu Schwiegermuttern . Dabei kamen völlig relaxte 43,4 km zusammen.

Kurze (Zwangs-)Pause:

Entspannte Zeit:

Das Ganze bei Sommerwetter wie ich es liebe. Warm, etwas wechselhaft und trocken 🙂

Ein zartes Pflänzchen?

Hin- und hergerissen war ich heute Abend. Sollte ich es wagen? Mal ein kurzes Stück zu laufen? Im Alltag verhält sich der Fuß weiterhin nahezu komplett ruhig und auch den Bahnsteigsprint vom vergangenen Donnerstag hat er nicht nachhaltig übelgenommen. Ebenso wenig wie die sieben Stunden, die ich am Samstag auf baren Füßen auf dem CSD in Berlin unterwegs war.

Ich habe mich für einen Versuch entschieden und war aufgeregt und nervös, wie ein kleines Kind vor dem ersten Schultag. Seichter Regen und knappe 20° erleicherten mir noch die Enscheidung. Wahnsinn, wieviel Spannung sich in mir breitgemacht hat, dabei ist das Laufen mir doch das Vertrauteste von der Welt und es war ja auch wahrlich nicht mein erster Aussetzer. Aber gerade dieses Vertrauen in das Vertraute ist halt augenblicklich erschüttert.

Das erste Antraben mit klopfendem Herzen, ein kurzer Stich, dann schmerzfrei! Genauso wie die ersten paar Hundert Meter. Ich versuche den Fuß so locker wie möglich zu lassen. Hypersensibles Hineinhorchen in ihn, ein leicht dumpfes Gefühl, kein Schmerz. Es beginnt richtig zu regnen, Freudentränen? Nach einem Kilometer kurz Innehalten an der Hunte, dann umdrehen und zurück. Nach eineinhalb Kilometern irgendwie Unruhe im Fuß. Und Jucken! Ist Jucken nicht ein Zeichen für Heilung? Nach zwei Kilometern beende ich den Lauf, die Sonne kommt raus und ein großer, kräftiger Regenbogen steht am Himmel, ich bin klitschnaß. Eine schon fast kitschige Hollywood-Happy-End-Szenerie, aber egal, wenn das kein gutes Zeichen ist? Der Fuß?: Ruhig. Auf der Rückfahrt macht sich ein leichtes Zirpen auf dem Fußrücken bemerkbar, wie ich es kenne, wenn ich Schuhe zu fest schnüre, aber kein Schmerz!

Was für ein lange Analyse eines zwei Kilometer kurzen Laufs, an den sich eine Mischung aus Freude, verhaltenem Optimismus und Skepsis anschließt. Aber auch was für ein Gefühl diese paar Minuten gelaufen zu sein, trotz des Horchens und Bangens, Wahnsinn ❗

Bleibt der Fuß ruhig, werde ich am Wochenende noch einmal die gleiche Strecke probieren mit einem kleinen Fünkchen Hoffnung, dass da wieder ein zartes Laufpflänzchen wächst.

 

Gurkenbowle

Logischischer Weise fallen bei mir in den kommenden Wochen auch die Utkiek-Läufe aus und ich muß somit auch auf meine wöchentliche Dosis Laufgesellschaft verzichten. Gestern gab es aber einen Grund mich trotzdem an den Fuß der Oldenburg Mountains zu begeben. Aus Anlaß ihres Geburtstages gab Sylke ihre legendäre, sommerfrische Gurkenbowle aus. Mir war es bis dato noch nicht vergönnt, diese zu kosten, drum fuhr ich hin um mich zum Ende der Laufstunde in die Geburtstagslaufgesellschaft einzureihen.

Zugegeben, ein kleinen Stich gab es mir schon, als die Lauftruppe gut gelaunt angejoggt kam. Zum Glück hatten Sylke und ihre Mädelstruppe ihren Lauf schon etwas früher beendet und waren schon am Platz als ich ankam, so hatte ich gleich Unterhaltung und Ablenkung. Die anschließende große gesellige Runde war dann einfach nur schön und die Gurkenbowle in der Tat extrem köstlich. Leider will Sylke aber partout das Rezept nicht verraten 🙂

Dem Plan für einen Lauf nach Neuwerk am letzten Juli-Wochenende, über den gesprochen wurde, konnte ich auch ganz entspannt lauschen. Zum einen weil ich da eh nicht in Oldenburg bin und zum anderen weil ich 2016 und 2017 schon zweimal die Gelegenheit hatte über den Meeresgrund zu laufen. Dabei wäre ich natürlich trotzdem gerne, aber die Nordsee läuft ja nicht weg 🙂 Es wurde sogar schon über die ersten Läufe für 2020 angesprochen. In diese Gespräche konnte ich mich dann auch gleich wieder einklinken 🙂

Alles im allen war es gestern eine schöne Gelegenheit mit meinen Lauffreunden eine Runde anszustoßen und zu quatschen 😀

 

Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor

Drei schmerzfreie Tage verführten mich heute zu einem Versuch mal eine kleine Laufrunde zu probieren. Um es gleich zu sagen: Es hat nicht geklappt, ab dem ersten Laufschritt war der Schmerz wieder da, nach vierhundert Metern bin ich stehengeblieben, für weitere 200 m noch einmal angelaufen, aus. Zurück im Auto griff ich frustiert zum Smartphone und wählte die Nummer meines eigentlichen Orthopäden und Sportmedizieners, der vor drei Wochen leider nicht verfügbar war, und hatte -was für ein Wunder- am Nachmittag einen Termin.

Alleine schon als Sportler wahrgenommen zu werden, der unter seinem Sportentzug leidet, ist ein Wohltat für die gequälte Läuferseele. Der Orthopäde findet die Symptome typisch für eine Fraktur und widerspricht seinem Kollegen, dass eine Fraktur noch vierzehn Tagen via Röntgendiagnose auszuschließen ist. Ein MRT hält er aber augenblicklich für nicht zielführend, da er davon ausgeht, dass ein Ödem den Blick auf die Knochen verdeckt. Vier Wochen soll ich noch einmal warten, aber zwischenzeitlich immer mal wieder versuchen zu laufen, ob sich der Schmerz weiterhin einstellt.

Um meinen generellen Laufentzug zu lindern und um für die Umwelt erträglich zu bleiben, soll ich radfahren (haben Sie eine Rennrad?) oder schwimmen. Als ich seine Frage, ob ich schwimmen würde, verneinte, schlug er sich auf die Schenkel und sagte „Wußt ich es doch, Läufer schwimmen nicht“ Der Mann kennt sich aus! 😆 Auf eine Bemerkung von mir, dass ich nicht gerne mit Schmerzen laufe, erwiderte er, dass ich dann wohl keinen Marathon laufen würde. Als ich dem widersprach und anmerkte, dass ich dieses Jahr schon einen Marathon für mich alleine gelaufen bin, äußerte er schmunzeln Unverständnis und findet 50 Wochenkilometer schon an der Suchtgrenze 🙂 So humorig das Gespräch auch gelaufen ist, so frustrierend erst einmal das Ergebnis. Vier Wochen ziehen noch einmal ins Land, sofern in dieser Zeit keine grundlegende Besserung eintritt dann ein CT. Wie dann nach bis dahin sieben verstrichenen Wochen eine Behandlung, bzw. Ruhigstellung des Fußes aussehen wird, keine Ahnung.

Nun steh ich also da, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor und kann nur warten und mich ärgern, dass es alles so lange dauert. Dauer und Ende des Ganzen offen.

Da kommt mir stimmungsmäßig so ein Hinweis auf meiner meistgemühten Wetterseite gerade recht 👿 :

Na toll

Nun denn, aufstehen, Krone richten. Jetzt schlägt sie also doch noch, die Stunde meines Rennrades. Entstaubt, die Reifen aufgepumpt, ging es auf eine kleine Testrunde, ob Bremsen und Schaltung noch richtig ihren Dienst tun.

Tun sie! Also wird es in den kommenden Wochen öfters mal dieses silberne Gefährt zu sehen geben. Und Schuhe werde ich auch anhaben, wenn ich auf dem Teil in die Pedale trete 🙂

Entwarnung

Eine Fraktur könne er definitiv ausschließen verkündete heute der Orthopäde nach erneuter Röntgenuntersuchung meines linken Fußes. Soweit die gute und erleichternde Nachricht! 😀

Gute 14 lauffreie Tage sind schon vorbei. Die Schmerzen sind auch schon erheblich weniger geworden, aber noch nicht weg. So zirbelt es immer noch bei unbedachten oder zu forschen Bewegungen (z. B. fand es mein Fuß gar nicht witzig als ich letzte Woche gedankenlos mit ihm einen Türkeil unter eine Tür drückte, barfuß natürlich). Auf der anderen Seite kann ich aber wieder normal gehen und auch Treppensteigen ist wieder möglich, genauso wie unangestrengtes Fahrradfahren.

Der Doc ultraschallte den Fuß auch noch einmal gründlich und stellte dabei an zwei Zehengelenken kleine Wasseransammlungen fest, die Folge einer Überreiztheit sein könnten. Weitere Probleme konnte er nicht erkennen, was ihn mit Blick auf meine brandneuen aborigen Sandals – Tòtem (heute frisch eingetroffen, mehr dazu demnächst in einem anderen Post) zu der Mutmaßung hinreißen ließ, dass eventuell mein Schuhwerk ursächlich sein könnte. Dabei konnte er ja froh sein, dass ich überhaupt etwas an den Füßen hatte 😆 Ich sollte doch einmal die Überlegung anstellen wieder festes Schuhwerk mit Einlagen zu tragen, wobei er auf den Sinn und Zweck einer solchen Maßnahme, speziell der von Einlagen, nicht einging und ich in der Situation einfach nicht auf die Idee kam nachzufragen. Weiterhin sprach er aber, könnte ich „auch so“ nichts kaputtmachen. Ahhhhhhhh jetzt ja, naaaaa dann …… Ärzte! 👿 Dreimal kann meine geneigte Leserschaft raten, welche Schlußfolgerungen ich aus dieser mehr als widersprüchlichen Aussage ziehen werde.

Meine eigene Vermutung geht eh dahin, dass ich in diesem Jahr wohl speziell die Barfußlauferei etwas zu stark forciert habe. Auf schlechten Untergründen kam vielleicht auch eine zur Vermeidung von schmerzhaften Kontakten mit Steinchen und ähnlichem nicht ganz lockere, vielleicht sogar verspannte Fuß-/Laufhaltung dazu. Im Zusammenspiel mag das etwas zu viel Streß für den Fuß gewesen sein.

Sobald ich wieder loslege, werde ich die reinen Barfußetappen wohl erst einmal wieder etwas reduzieren und mich auf gute Untergründe konzentrieren, mal schauen. Aber ein, vielleicht sogar eher zwei Wochen werde ich mit dem Wiedereinstieg noch warten. Erst muß das letzte Fünkchen Schmerz aus dem Fuß verschwunden sein und ein paar Tage Karrenz würde ich auch noch gerne obendrauf packen. Ich hoffe, dass ich bezüglich letzterem auch die Disziplin aufbringen werde.

 

Es hätte

… die Sternstunde meines Rennrades sein können. Vor ein paar Jahren habe ich es mir unter anderem auch als sportliche Alternative für eine Laufverletzung gekauft. Eine innige Beziehung hat sich zwischen uns nicht entwickelt und so steht es im Schuppen und verstaubt.

29.06.19 01

Nun ist es mal gerade nicht mit Laufen und das gute Stück kommt trotzdem nicht zum Einsatz, weil kräftiges in die Pedale treten und somit Druck auf den Fuß im Moment auch nicht geht. Außerdem müßte ich für die Pedale Schuhe anziehen, geht ja erst recht und überhaupt schon mal gar nicht 🤣

Fünf Tage nach meinem in die Hose gegangenen Standardlauf kann ich inzwischen wieder mit dem gesamten Fuß aufteten und mein Gangbild nähert sich fast schon wieder der Normalität an. Auch Treppe runter traue ich mich seit heute wieder im normalen Bewegungsablauf. Das freut insbesondere meine Fersen, die das Gehumpel der letzten Tage überhaupt nicht toll fanden. Schmerzhaft eine gewischt bekomme ich nur noch wenn ich mal einen zu forschen Schritt mache. Es ist ja soooo schön wenn der Schmerz nachläßt und ich nicht mehr jeden einzelnen Schritt mit voller Achtsamkeit setzen muß.

Ob ich in Bezug auf die doch erheblich nachlassenden Schmerzen auf einen glimpflichen Ausgang hoffen darf? Für eine diesbezügliche Feststellung dürfte es wohl zu früh sein. Die nächsten acht bis zehn Tage werden es zeigen.

Und jetzt erst einmal Wochenend und Sonnenschein 🎵🎶🎵🎶

Läuft sich weg oder auch nicht

Seit ca. zweieinhalb Jahren terrorisiere ich meine Leserschaft nun schon mit meiner Minimal- und Barfußlauferei. Ein Thema glänzte in dieser ganzen Zeit allerdings durch völlige Abwesenheit, nämlich das Thema Verletzung. Bis auf eine kurzzeitige Verhärtung im rechten Unterschenkel gab es da über die gesamte Zeit nichts zu vermelden. Die Umstellung verlief so reibungslos, dass es mir selber schon manchmal unheimlich wurde. Zeit also, sich dem Thema mal wieder zu widmen.

Seit einigen Wochen verspürte ich immer wieder mal einen mehr oder minder dezenten Schmerz aus dem Inneren des linken Fußes. Selten während des Laufens sondern in der Regel immer danach. Auch nie langanhaltend und auch nicht sonderlich stark. Außerdem ließ er sich durch ein wenig Fuß- und Zehengymnastik immer wieder gut wegarbeiten. Das mal ja und mal nein ließ mich auch von dem Gedanken an eine sich möglicherweise ankündigende Überlastungsfraktur absehen. Deshalb lief ich auch munter weiter, so manches Zimperlein verschwindet ja schließlich so wie es gekommen ist. Bis zu meinem Lauf am Montag, da wurde der Schmerz auf einmal beim Laufen deutlich und kurze Zeit sogar überdeutlich. Das es so nicht gut läuft wurde mir erst ungefähr zum Wendepunkt meiner 14 km-Strecke deutlich und so mußte ich den Lauf im  Notlaufprogramm noch irgendwie zu Ende bringen.

Tagsdrauf ging dann gar nichts mehr, ich konnte mit dem Fuß nicht mehr auftreten, Treppensteigen wurde zur Qual und jede Fehlbelastung ließ mich jubilieren. Also doch eine Fraktur? Dies vermutete auch der Orthopäde, den ich glücklicherweise kurzfristig kontaktieren konnte. Allerdings war ihm der Schmerz dafür noch nicht ausgeprägt genug und auch das Röntgenbild blieb ohne Befund und zeigte ein kerngesundes Fußskelett. Es besteht zwar noch ein minimales Risiko eines auf dem Röntgenbild unsichtbaren Haarrisses, wovon der Orthopäde allerdings nicht ausgeht. Das würde sich aber zeigen, wenn sich die Beschwerden über die nächsten 14 Tage nicht bessern. So blieb eine konkrete Diagnose für die Schmerzen erst einmal aus.

Ich vermute mal, dass eine oder mehrere von den Sehnen, die die einzelnen Zehen ansteuern rebellisch geworden sind und die Ursache dafür könnte darin liegen, dass ich in diesem Jahr doch schon so einige Kilometer mehr auf dem Tacho habe als z. B. im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Nachdem ich 2018 bis Ende Juni gute 860 km gelaufen bin, sind es in diesem Jahr schon gute 1200 km. Darüberhinaus bin ich in diesem ersten Halbjahr 2019 schon fast auf den Kilometer genau soviel Kilometer barfuß gelaufen wie im gesamten Jahr 2018. Es lief halt so gut und so bin ich seit geraumer Zeit auch gerne mal mehrere Tage hintereinander unterwegs und überhaupt soviel wie noch nie seit Beginn meiner Laufaufzeichnungen.

Vielleicht war das wohl doch etwas to much. Nun liegt erst einmal die Kraft in der Ruhe und es wird geschont, gekühlt und gemagerquarkt und dann hoffe ich mal, dass sich das ganze nicht so ewig hinzieht. Wie schön, dass gerade Hochsommer ist, da fällt mir das Pausieren vergleichsweise leicht.

Überhaupt lehrt mich diese Malesche auch mal wieder etwas Demut. Wenn ich gestern für die 200 m von der Haustür zur Apotheke und die selbe Strecke zurück eine halbe Ewigkeit brauchte, jeder Bordstein zur Hürde wurde und ich dabei gehörig ins Schwitzen geriet, dann hat mir das mal wieder deutlich gemacht welche Gnade mir zu Teil wird in der Regel so viel und so weit laufen zu können wie ich will.

 

Jubiläumsausgabe

Gestern fand die 10. Ausgabe des Osternburger Mittsommernachts-Berglaufs statt und zum 10. Mal stürmten Hunderte von Laufbegeisterten die Oldenburger Bergwelt.

Aber fang ich mal von vorne an. Ich selber geriet nämlich in schwere terminliche Gewissensbisse, hatte ich doch am selben Tag auch Sommerfest von der Arbeit aus. Die Lösung war allerdings gar nicht so schwer. Das Sommerfest begann nämlich schon um 16:00 Uhr und der Mittsommernachts-Berglauf startete ja traditionell erst um 21:06 Uhr. Da konnte ich getrost erst etwas feiern und dann laufen.

So habe ich mich in höchster Diziplin auf dem Sommerfest mit einer Currywurst, mit einer Portion Kartoffelsalat, mit einem Softeis vom extra vom Chef engagierten Eiswagen und mit drei alkoholfreien Bieren zufrieden gegeben 😀  Rechtzeitig verließ ich denn das Fest um so früh den Utkiek zu erreichen, dass ich noch einen Exkluvisparkplatz direkt auf dem Gelände ergattern konnte.

Der Pavillion, die Tische, Teile des Läuferbüffets, der Stehtisch mit dem Läufergästebuch, alles war zu dieser frühen Stunde von Familie Rakelmann und deren Freunde aber schon aufgebaut.

Da gab es für mich gar nichts mehr zu tun und da es tatsächlich etwas frisch war, zog ich mich in mein Auto zurück und machte noch ein dreiviertelstündiges Nickerchen 😀 Zu verpassen gab es erstmal nichts:

21.06.19 01

Als die Musik losging schälte ich mich wieder aus meinem Gefährt und sah zu, wie sich der Platz mehr und mehr füllte und traf auf die ersten bekannten Gesichter. Zwischenzeitlich ging Kerstin durch die Läuferreihen und verteilte aus Anlaß des Berglauf-Jubiläums kleine Zillertaler Glocken, damit auf den Wegen hundertfaches Geläut für zünftige Stimmung sorgen würde. Viele banden sich die Glöckchen an die Laufschuhe, mangels Schnürsenkel ging das bei meinen Sandalen nicht und ich behielt mein Glöckchen in der Hand.

Pünklich um 21:06 Uhr läutete Kerstin dann mit einer etwas größeren Zillertaler Glocke den Start ein und ab ging die Lutzi through the Oldenburg mountains 😀 Wie immer ohne Zeitnahme und Ranglisten, jeder nach seinem Gusto in zwei Runden über insgesamt für jeden laufbare 5,4 km.

Auf dem ersten Kilometer wußte mein Magen meine extreme Zurückhaltung auf dem Sommerfest nicht wirklich zu würdigen und zwickte etwas, aber danach konnte ich dann doch für meine Verhältnisse recht zügig über die Hügel flitzen und dann sind gute fünf Kilometer ja auch ruckzuck wieder vorbei. Das Wetter war für dieses Läufchen absolut perfekt, trocken und nicht zu warm und auch nicht zu kalt.

Beim üppigen Büffet hielt ich mich mit ein paar Bananenstückchen etwas zurück, es wurde aber auch ohne mein Zutun restlos leer 🙂

Vor und nach dem Lauf traff ich viele Freunde und Bekannte, als da z. B. wären: Kerstin, Stephan, Ralf, Sylke, Elke, Oliver, Nils, Freya, Antje und Hermann. Und genau wegen diesen vielen Begegnungen wollte ich bei dem Lauf auch unbedingt dabei sein. Mit Hermann verquatschte ich mich sogar bis wir die Allerletzten waren und noch mit ein paar (viel zu) wenigen Handgriffen beim Abbau helfen konnten.

Inzwischen war ich ja auch schon einige Male beim Mittsommernachts-Berglauf und er ist mir in seiner zwanglosen Art regelrecht ans Herz gewachsen. Aber nicht nur mir, wie die große Teilnehmerzahl auch in diesem Jahr wieder gezeigt hat. Deshalb noch einmal der Dank an Stephan (der sich auch noch mit ein paar Halbstarken anlegen mußte, die die Wegemarkierungen aus Sägespänen abgeändert und sogar angezündet hatten), Kerstin und Kinder und die gesamte Helferschaft.