Norddeutsche Berge und ein Krokodil

Ich bleibe den Bergen treu. Nach den zwei Berliner Bergläufen ging es nahezu nahtlos weiter mit einem heimischen Berglauf. Vorweg kann ich allerdings bezüglich meiner aufgeritzten Fußsohle Entwarnung geben. Was am Tage des Ungemachs noch nach einem fiesen tiefen Krater in der Fußsohle aussah, zeigte sich am Tag drauf schon recht unspektakulär und am dritten Tag schloß sich die Hornhaut schon wieder über der wunden Stelle. So wagte ich am gestrigen Mittwoch einen Barfußlauf, den ich mir wegen der herrlich hohen Temperatur von gut 10 ° und trockener Strecke auch ungerne hätte entgehen lassen.

Nach zweieinhalb Kilometern kontrollierte ich erstmalig das Befinden meiner Fußsohle, es war alles in Ordnung und blieb es auch, wie mir weitere gelegentliche Blicke zeigten.

Auf 11,4 km mit einer Pace von 6:03 hat die defekte Stelle in der Fußsohle gehalten, wunderbar. Also stand dem heutigen Berglauf nichts im Wege 😀 Dazu habe ich die selbe Strecke wie gestern gewählt. Wie jetzt Huntestrecke und Berge ❓ Jepp ❗ Die norddeutschen Berge sind doch schließlich bekanntermaßen der Wind und heute fegte ein ordentliches Stürmchen übers Flachland 😀

Und deshalb ging es …

😀

Mit kleinen Schritten, wie man das beim Bergauflaufen so macht, so wenig wie möglich mit dem Wind kämpfend, trabte ich voran. Der Wind pfiff über die Jacke wie um eine Hausecke und die Kaputze flatterte kräftig vor sich hin 😀 Die noch mäßig gefluteten Bornhorster Wiesen fungierten als blaue Bergseen 😆

Nach fünf Kilometern habe ich gewendet (ich lief exakt auf der Griesheimer Silversterlaufstrecke 😎 ) und konnte mich ab da dem Downhill hingeben 😀 Leicht und flockig ging es zurück, allerdings habe ich mich tierisch erschrocken, als da plötzlich ein Krokodil im Gras lauerte. Ist der Klimawandel jetzt schon soweit fortgeschritten, dass sich sogar solch liebliche Tierchen an der Hunte wohlfühlen? Ich kann es allerdings nicht anders sagen, aber ich fand das Raubtier eigentlich voll symphatisch 😀

Ob Krokodile auch Rehe fressen? 😯

Mich hat es auf jeden Fall nicht gefressen und ich beendete den Lauf nach 10 km unbescholten. Ich muß aber zugeben, dass ich schon bei stärkeren Sturm gelaufen bin. So war dieser Lauf nicht unbedingt Hochgebirge, aber geweht hat es trotzdem schon ganz ordentlich 🙂

Wo ich gerade dabei bin

… habe ich heute gleich noch den nächsten Berliner Berg gestürmt 😀 Die mir schon bekannte Rixdorfer Höhe im Volkspark Hasenheide ist mit ihren 68 m sogar noch zwei Meter höher als der vorgestern bezwungene Kreuzberg. Man muß sich ja noch steigern können 😆

An- und Abflug zur Rixdorfer Höhe erfolgten wieder über das Tempelhofer Feld, wo echt der Berliner Bär los war. Kein Wunder, was sollen die Menschen im Lockdown auch anstellen, wenn an einem Sonntag trockenes, fast windstilles und leicht frostig Wetter zumindestens nach draußen lockt.

Was allerdings nach wirklich dichtem Gedränge aussieht, ist nur der Fotoperspektive geschuldet, in Wirklichkeit war für jeden Platz genug. Von einem Weg zwischen Tempelhofer Feld und der Hasenheide einmal abgesehen, der war wirklich einfach nur voll und nervig zu laufen, zum Glück aber nicht allzu lang. Allerdings war auch die Hasenheide sehr gut besucht. Apropos Besuch, den habe dem guten alten Turnvater Jahn abgestattet. Coronabestimmungenkonform war ich alleine bei ihm.

Im Gegensatz zum Kreuzberg bietet die Rixdorfer Höhe keine großartige Aussicht, weil „dort oben“ leider alles zugewachsen ist.

Auf dem Rückweg, noch auf dem Tempelhofer Feld, merkte ich, dass der linke Fußballen anfang an der Sohle der Sandale festzukleben. Zuhause ergab die Untersuchung, dass Blut der Klebstoff gewesen ist. Nach genauerem Hinsehen stellte ich fest, dass sich ein ungefähr apfelkerngroßes Steinchen im Profil der Sohle verklemmt, diese dann durchbohrt und meine inzwischen eigentlich sehr widerstandsfähige Haut am Fußballen aufgerieben und ebenfalls durchbohrt hatte. Interessanterweise habe ich unterwegs aber überhaupt nichts Störendes oder gar irgendeinen Schmerz festgestellt.

Das Löchle im Fußballen ist gar nicht mal so klein 😯 Da zieht man extra Sandalen an und trotzdem … tze tze tze :-/

Warum nicht mal einen Berg laufen?

Schön nicht wahr?:

Leider führt der imposante Wasserfall zur Zeit kein Wasser, er wäre sonst auf dem ersten Bild zu sehen gewesen. Was mich fasziniert hat ist, dass ich bis zum Gipfel des Berges in kleinen Schritten durchlaufen konnte. Die Aussicht von ganz oben war dann auch unglaublich schön. Leider lag kein Schnee, das wäre natürlich noch toller gewesen 😀

Wie kommt es aber nun, dass der gemeine Deichläufer plötzlich durch die Berge trabt? Die Antwort ist simpel und banal: Nach einem Vierteljahr zog es mich mal wieder nach Berlin. Auch wenn ich superliebe Nachbarn haben, die sich um meine Wohnung kümmern, wollte ich doch einmal wieder selber nach dem Rechten sehen und auf bessere Zeiten oder gar ein Ende der Lockdownerei zu warten, erschien mir aussichtslos.

Um mir beim Laufen einmal etwas Abwechselung zum Tempelhofer Feld zu verschaffen, überquerte ich dieses nur, lief dann anschließend über den Columbiadamm und weiter über den Mehringdamm zur Kreuzbergstraße, an der der Viktoriapark mit dem Kreuzberg liegt. Der Kreuzberg hat satte 66 m über NN, aber zum Glück brauchte ich nur 36 HM überwinden um vom unteren Punkt des Parks hoch zum Gipfel mit dem Monument zu kommen 😛 Von dort hat man dann einen wunderschönen Blick über die Stadt und eine direkte Blickachse über den Wasserfall in die Großbeerenstraße. Der direkte Laufweg dorthin betrug fünf Kilometer.

Auf der Strecke hin und zurück überquerte ich, wie bereits erwähnt, das Tempelhofer Feld, umkurvte die imposanten Gebäude des ehemaligen Flughafen Tempelhofs (in denen zu normalen Zeiten auch die Marathonmesse des Berlin Marathon stattfindet) und überquerte den Platz der Luftbrücke mit seinem Denkmal. Auf dieser gar nicht einmal so langen Strecke wird einem also Allerhand geboten. Sogar ein paar Schneekrümel bei Temperaturen von knapp unter 0 ° 🙂

Diese Tour war ein schöner Lichtblick in einer ansonsten durch den Lockdown und graues Winterwetter ziemlich trostlosen Stadt.

Gegenseitigkeit

Ich erwähnte es ja bereits in meiner Jahresbilanz 2020: Gute 63 % meiner Jahreskilometer bin ich barfuß gelaufen. Es hätten sogar noch etwas mehr sein können, aber der Dezember zeigte sich mit seiner feucht nassen Kälte arg garstig und so kamen in dem Monat gerade mal maue 40 Barfußkilometer zusammen. Auch der Januar verhagelt mir entsprechend weiter meine Barfußbilanz und die Sandalen sind im Dauereinsatz. So what würde der Franzose sagen, es gibt schlimmeres. Meine Motivation zum Beispiel. Feuchtkaltes, dauergraues Winterwetter gepaart mit depressiver Watte im Kopf sorgte und sorgt im Augenblick nicht gerade für die allergrößte Lauflust und es hätte und würde mir nicht nur die Barfuß- sondern die Gesamtbilanz verhageln, wenn ich da nicht zur Zeit Torben als meinen Laufpartner hätte. Das Laufen harmoniniert mit ihm sehr gut. Das Tempo stimmt und wir können uns etwas erzählen, ohne ununterbrochen reden zu müssen.

Für Torben als verhinderter Schwimmer ist Laufen ja nur ein Ersatz und er würde nicht laufen, wenn ich es nicht mit ihm täte. Somit ist die gegenseitige Motivation für uns quasi eine Win win-Situation und auch starker, nasser Schneefall hält uns dann nicht ab. Die Dauer unserer Runde am Donnerstag hatte aber weder der Schneefall noch der klägliche liegengebliebene Schnee überlebt.

Immerhin sorgte leichter Nachfrost zwei Tage später auch noch einmal für einwenig Winterfeeling 🙂

So läppern sich die Kilometer halt doch zusammen und ich liege für den Januar im Soll und ich weiß nicht recht, ob ich Torben noch länger geschlossene Schwimmbäder wünschen soll. Nein, das tue ich natürlich nicht! So einer bin ich nicht 🙂

Rosige Zeiten

Schnee, Schneeregen, 1° +, rosige Zeiten 😀

Es schneit und schneeregnet schon den ganzen Tag. Nach dem Loslaufen hat es ca. 2,5 km gebraucht bis die Zehen warm waren. Überraschend warm war nach knapp sieben Kilometern auch das Wasser des Kleinen Bornhorster Sees 🙂

Etwas flottere, geschmeidige und etwas nasse 11 km mit gut durchbluteten und wohlig warmen Beinen und Füßen 😎

Nur zum Schneemannbauen reicht der Schnee doch noch nicht so recht 😆

Drunter und drüber

Aus und vorbei, das Jahr 2020 ist Geschichte und auch wenn es 2021 zumindestens in den ersten Wochen und Monaten schwer haben wird es besser zu machen, wird wohl kaum jemand dem gerade abgelaufenen Jahr zuviele Tränen hinterher weinen. Das für mich 2020 eine Katastrophe war, habe ich hier hinlänglich breitgetreten, Schwamm drüber.

Am gestrigen Neujahrstag gab es den ersten Kilometereintrag für 2021 und ich habe die Jahresstatistik 2020 abgeschlossen. Ein paar, hoffentlich nicht zuviel, Zahlen daraus möchte ich meiner werten Leserschaft hier jetzt einmal kundtun. Zumindestens das Zahlenwerk des letzten Laufjahres macht mich im Endergebnis schlußendlich zufrieden und dankbar.

Das Negative zuerst: Ischiasbeschwerden im Frühjahr, Fersenprobleme im Sommer und ein merkwürdiger Infekt im September waren die Bremsklötze in meinem Laufjahr. Die Absage sämtlicher Laufveranstaltungen bescherte mir die Nichtteilnahme am Hermannslauf, an der Halbmarthondistanz des Ahrathon, am Nightrun über das Flughafenfeld BER und am Köhlbrandbrückenlauf in Hamburg. Bei Nightrun und Köhlbrandbrückenlauf bin ich umgeschrieben auf dieses Jahr und bei den beiden anderen Läufen habe ich meine Startgebühren den Veranstaltern zu deren Lebenserhaltung gespendet.

So ich es denn als negativ ansehen will, bleibt anzumerken, dass ich in 2020 kaum längere Strecken gelaufen bin. Lediglich acht Läufe waren länger als 20 km, kein Dreißiger, geschweige denn noch länger. Den längsten Lauf in 2020 lief ich am 05.01., also vor fast genau einem Jahr, mit 26,2 km. So wenig längeres bin ich schon einige Jahre nicht mehr gelaufen.

Da wundert es schon fast -damit komme ich zum Positiven-, dass ich in diesem Jahr trotzdem noch die 2.000 km-Marke gerissen habe und zwar relativ auf den letzten Drücker am 28.12.. In den drei letzten Tagen des Jahres konnte ich dann, u.a. mit dem tollen Silvesterlauf, das Jahr mit exakt 2023,3 km abschließen. Keine gerade Zahl, kein Schnapszahl oder ähnliches, einfach ein Ergebnis, dass sich ergeben hat. Damit ist die Zahl so holperig wie das Jahr selbst. Damit lag ich zwar knapp 90 km unter dem Endergebnis von 2019, konnte aber das fünfte Jahr in Folge mit über 2.000 km beenden.

Diesem Drunter im Vergleich zum Gesamtergebnis des Vorjahres stand ein Drüber bei den Barfußkilometern gegenüber. Ebenfalls krumme und schiefe 1283,3 km lief ich in 2020 ohne irgendetwas an den Füßen. Das sind gute 160 km mehr als im Jahr davor. Der Anteil der Barfußkilometer am Gesamtergebnis stieg von gut 53 auf gut 63 Prozent.

Nur noch läppische 8,5 km lief ich in den FiveFingers V-Trail und 9 km in den V-Runs. 10 km kamen in Neoprenschuhen dazu und 1,2 km in Leguano-Socken. Über die verbleibenden gut 710 km hatte ich, wenn ich eben nicht barfuß unterwegs war, nur diverse Laufsandalen an den Füßen. Ganz genau waren es fünf verschiedene Paare 🙂

Damit geht 2020 zu den Akten 🙂

Mein „Backup“ seit 2013, in den ersten Jahren sogar noch handschriftlich 😀

„Schuh“-Statistik 🙂

Abweichend von der reinen 2020iger Statistik möchte ich noch einen kurzen Rückblick auf meine Barfußentwicklung werfen, die im Februar tatsächlich schon in das fünfte Jahr geht.

Beginnend am 08.02.2017 mit einer ersten Strecke von 400 m auf Asphalt endete das Jahr 2017 mit 166,6 (8%) Barfußkilometern. Neben Minimalschuhen lief ich die allermeisten Kilometer in dem Jahr noch in „ganz normalen“ Laufschuhen.

Im Jahr 2018 bin ich dann schon keine „ganz normalen“ Laufschuhe mehr gelaufen. Im wilden Wechsel lief ich in diversen Minimalschuhen und den FiveFingers. Laufsandalen hatte ich da noch keine. Die Barfußkilomter stiegen auf 551,5 km (27,17%)

Im Januar 2019 kamen dann die ersten Laufsandalen ins Spiel und wurden schnell zu meinen Favoriten und verdrängten auch die bis dahin heißgeliebten FiveFingers. Mit 1122 km wurde das Barfußlaufergebnis erstmalig vierstellig und war mit den gut 53% auch erstmalig die Hauptfortbewegungsart 🙂

Schaun wir mal, ob da in 2021 noch eine weitere Steigerung drin ist. Ansonsten soll es das an Zahlen gewesen sein. Für die 2.000 km in 2021 fehlen mir noch 1989,9 km, ich muß man ranhalten. Wir lesen uns! 😀

Ausgerechnet Griesheim

Dieser Ort wäre mir mit Sicherheit nie bekanntgeworden, wenn nicht Manfred zu einem gemeinsamen virtuellen Blogger-Silvesterlauf geladen hätte, nachdem er auf den virtuellen Silvesterlauf des TUS Griesheim gestoßen ist. Dieser virtuelle Lauf besticht doch seine einfachen Teilnahmebedingungen und bot sich für das Unterfangen an, durch möglichst viele von uns Bloggern unter dem Motto „gemeinsam laufend bloggen“ dem Griesheimer Silvesterlauf einen kleinen Pusch bei den Anmeldungen und ein gewisses nationales und internationales Flair zu verleihen 😎

Meinereiner kam auf diese Weise auf meinem letzten Lauf in diesem Jahr doch noch zu einer Teilnahme an einer virtuellen Laufveranstaltung, die ich ansonsten dieses ganze verkorkste Jahr gemieden hatte. Verkorkst ist auch das Stichwort für die Stunden vor dem Lauf. Eigentlich wollte ich zusammen mit Manfred und einigen anderen gemeinsam um 10 Uhr starten. Allerdings wachte ich mit tierischen Kopfschmerzen auf und konnte mich einfach nicht aufraffen zeitig genug das Bett zu verlassen, außerdem muckte die linke Wade und schien etwas verhärtet zu sein. So ließ ich den 10 Uhr-Start sausen, frühstückte in Ruhe, pfiff mir eine Kopfschmerztablette rein, studierte die Wetterdaten, begrub daraufhin angesichts von Nieselregen und knapp 4 °, die gewindchillt teils im leichten Frostbereich lagen, meinen Plan den 10er barfuß zu rennen, und ließ mir Zeit. Zumindestens erfüllte sich meine Hoffnung, dass angesichts des schlechten Wetters auf meiner auserkorenen Rennstrecke nicht solche Verhältnisse wie zwei Tage vorher herrschten:

Es war schon späte Mittagszeit als ich mich erstmal einen guten Kilometer einlief und ein hoffnungsvolles Pre-Run-Selfie aufnahm. Freundlicherweise hatte der Nieselregen mittlerweile seinen Dienst quittiert, ebenso die Kopfschmerzen.

Man achte auf die orangenen Applikationen an den Handgelenken

Um exakt 13:29 Uhr ging es dann los. Der Einlaufkilometer hatte sich bezahlt gemacht und ich konnte locker flockig loslaufen und der erste Kilometer verstrich nach erstaunlichen 5:02 Minuten. Danach drehte ich allerdings in den Gegenwind und konnte das Tempo nicht ganz halten, war aber für meine Verhältnisse trotzdem noch recht flott unterwegs. Nach fünf Kilometern habe ich dann gewendet um die selbe Strecke wieder zurückzulaufen. Mit Rückenwind konnte ich den sechsten Kilometer in 4:48 Minuten laufen, der schnellste Kilometer dieses Laufs. Aber es geschah das kleine Wunder, dass ich auch die weiteren letzten vier Kilometer, wenn auch nur relativ knapp, mit einer 4 vor dem Doppelpunkt laufen konnte. Auch die im Vorfeld noch leicht verschnupfte Wade machte keinerlei Mucken. Der letzte Kilometer wurde dann auch noch einmal recht hart, da der Wind da wieder schräg von vorne kam, aber ich konnte ihn mit 4:50 noch zum zweitschnellsten Kilometer machen und beendete die 10 Kilometer mit nie erwarteten 0:50:19 in einer Durchschnittspace von 5:01. Hammer, das hätte ich echt nicht erwartet! Wo ich doch das ganze Jahr nicht ein einziges Tempotraining gemacht habe. Ich habe mal in meiner Laufstatistik gestöbert und festgestellt, dass der bisher schnellste Lauf des Jahres, evenfalls über 10 km, im August eine Pace von 5:40 hatte.

Wenn ich diesen virtuellen Lauf tatsächlich als offiziellen Lauf werte, war es heute sogar mein schnellster 10er-Wettlauf überhaupt, sechs Sekunden schneller als mein bisheriger Rekord von anno quark. Da darf man sich schon einmal freuen:

Folgendes Bild ging daraufhin an Raceresult:

Die Startnummer konnte ich mir während des Laufs leider nicht anpinnen, auf reinem Papier ausgedruckt hätte die den Wind bestimmt nicht überlebt 😆

Mein Dank für diesen Lauf, den ich mit vielen Laufblog-Freunden unternehmen durfte, geht noch einmal ausdrücklich an Manfred für die tolle Idee und natürlich auch an den TUS Griesheim für die Ausrichtung!

Damit beende ich mit diesem Lauf mein Laufjahr mit einem kleinen Paukenschlag. Morgen gönne ich mir nach dem tollen Lauf einen Erholungstag. Anfang Januar lasse ich noch ein kleines statistisches Zahlenspiel zum Laufjahr 2020 folgen. Deshalb werde ich mich nun schon blogtechnisch aus diesem Jahr verabschieden. Zumindestens läuferisch kann ich, nicht nur wegen dem heutigen Lauf, 2020 versöhnlich abschließen. Wie gesagt, mehr dazu im Janaur.

Ich wünsche Euch allen einen

Fifty Shades of Grey und ein Lichtblick

Wer angesichts der Überschrift denkt, dass ich hier jetzt meine intimsten SM-Leidenschaften ausplaudere, der irrt sich gewaltig. Kenner dieses Laufblogs vermuten hingegen richtig: Wenn nämlich ein Läufer im Dezember durchs norddeutsche Tiefland trabt, hat er farbenmäßig nicht mehr viel zu erwarten. Wenn sich dann auch noch die Sonne gefühlt eine Ewigkeit nicht mehr hat blicken lassen, bleibt ihm nicht viel mehr übrig als nur die mindestens fünfzig Schattierungen von Grau auseinanderzuhalten.

So wie am letzten Samstag:

Oder am Montag:

Besagter Lichtblick war der gestrige Mittwoch, endlich etwas Sonne:

Dafür versank heute morgen wieder alles im Regengrau. Ausgerechnet, wo ich einen Freund zu einer kleinen Laufrunde animiert habe. Torben ist Schwimmer und kann aus hinlänglich bekannten Gründen seit fast sieben Wochen seinen Sport nicht mehr ausüben. Da er seit zwei Jahren nicht mehr gelaufen ist, sind wir zu einer kleinen Fünf-Kilometerrunde gestartet, die er nicht nur angesichts des Wetters super durchgezogen hat. Für mich kommen noch gute 2,5 km An- und Abreise zu ihm dazu.

Morgens 10 Uhr, duster wie im Moors, wie man im Plattdeutschen zu sagen pflegt.

Für die draußen herrschenden Fifty Shades of Grey habe ich mich in den letzten Tagen läuferisch ganz gut geschlagen. Kleiner Wortwitz 😆

Verlaufen im Wald, zum X.

Gestern hatte ich einen Termin im Stadtsüden und wo ich für diesen Termin schon im Auto saß, dachte ich mir, dass ich danach dann auch mal wieder weiterfahren könnte, um im Barneführer Holz zu laufen. Drum hatte ich die Laufklamotten mit ins Auto gepackt und bin nach besagtem Termin zum Wanderparkplatz am Rande von Sandkrug gefahren. Von hier laufe ich immer gerne die wunderschöne Strecke entlang der Hunte. Problem ist immer nur das Finden dieser Strecke, liegen doch zwischen Parkplatz und Hunte die Osenberge, die es vorab zu umkurven gilt. Wobei diese „Berge“ in Kombination mit dem Wald bei mir immer zu einem leichten Orientierungsverlust führen und ich mich dort schon einige Male verlaufen habe.

Diesmal habe ich den beabsichtigen Weg aber auf Anhieb gefunden und trabte stolz wie Bolle durch die, trotz des trübem, 4° kaltem Wetters, wunderschöne Landschaft. Hier hat die Hunte einen ganz anderen Charakter und schlängelt sich urtümlich durch Wald und Wiesen. Den Gezeiten ist sie in dem Bereich auch nicht mehr unterworfen. An die Füße hatte ich extra meine Trailsandalen gezogen, keine schlechte Entscheidung, dank einiger Schotterpassagen, reichlich Tannenzapfen und sonstigem natürlichen Ungemach. Etliche matschige Stellen und viel rutschiges Laub ließen mich froh sein über das Profil unter den Sohlen.

Um meine geneigte Leserschaft zum folgenden Bilderschauen zu animieren, habe ich extra einen Tyrannosaurus versteckt, ich bin gespannt, wer ihn findet 😆 Zum Glück war er ganz friedlich und hat mich unbehelligt meiner Laufwege ziehen lassen 🙂

Nach sechs Kilometern wollte ich dann einfach nur umdrehen und extakt die selbe Strecke zurücklaufen um auch auf der Rücktour jegliches Verlaufen zu vermeiden. Hab ich auch gemacht, bis ca. 2,5 km vor dem Parkplatz, da meinte ich, dass mir nun eh nichts mehr passieren könnte und bin auf eine Parallelstrecke zum ursprünglichen Verlauf abgebogen. Die Rechnung wäre auch fast aufgegangen, wenn ich nicht ganz kurz vor Ziel einmal falsch abgebogen wäre und zwar genau in die entgegengesetzte Richtung 😯 So lief ich und lief ich, mich immer noch zumindestens in der richtigen Richtung wähnend, aber der Parkplatz ward nicht gesehen. Bis ich dann doch irgendwann einmal mein Smartphone zückte um mich zu orienteren. Zum Glück habe ich das getan, sonst würde ich immer noch durch den Wald irrlaufen, statt hier dieses bedeutungsschwerden Post zu verfassen. Ein Hoch also auf die moderne Technik und ein Hoch auf mein plattes Land mit entsprechendem Weitblick. Da passiert mir sowas nämlich nie 😆

Hier einmal die Karte:

Blau, wie ich schon auf dem Hinweg gelaufen bin und es zurück auch am besten getan hätte. Rot die tatsächliche Strecke. Im gelben Kreis kann man wunderbar sehen, dass ich nur links statt rechts hätte abbiegen müssen, dann wäre ich sofort beim Auto gewesen.

Nun denn, so verlängerte sich die auf 12 km angesetzte Strecke auf 17 km, ist ja auch kein Drama. Nur viel länger hätte es nicht dauern dürfen, dann wäre es nämlich dunkel geworden 😀

Laufalltag!?

Gibt es den überhaupt? Einen Laufalltag? Ist nicht jeder Lauf für sich etwas besonderes, immer anders? Länge, Tempo, Strecke, Wetter, Jahreszeiten, Klamotten, die Laune, das Bewußtsein uvm. variieren doch mit jedem Lauf. Doch klar, nicht jeden Lauf nimmt man als etwas besonderes war und nicht jeder Lauf ist es auch, dass wäre wohl auch etwas viel verlangt. Ein Lauf kann aber auch deshalb Laufalltag sein, weil man ihn mit dem Alltag verbindet.

So wie gestern mal wieder. Zum Ende des Laufs wollte ich die Brötchen fürs Abendessen einkaufen. Von daher wählte ich die Strecke so, dass ich auf den letzten 1,5 km noch beim Bäcker vorbeikam. Was wiederum bedeutet, dass ich nicht gerade die romantischste Strecke entlang des Hafens und vorbei am Klärwerk gewählt hatte, nur um während dieses Alltagslaufs dann doch wieder etwas besonderes geboten bekommen zu haben. Oder sind die folgenden Bilder etwas, was man alltäglich erlebt? Da bekommt der Begriff Hafenromantik doch eine richtig tiefe Bedeutung und aus dem Alltagslauf wurde ein richtig schöner Lauf 🙂

Dazu paßte es auch, dass Jens und ich nach dem Abendessen noch länger in der Küche am Tisch sitzengeblieben sind und aus einem Glas Wein noch ein zweites und aus einer Flasche Bier noch eine zweite wurden. Sind diese Momente nicht herrlich, wo man einfach in der gemütlichen Küche hängenbleibt, miteinander schnackt und die Zeit genießt? Die Küche ist dafür immer ein besonderer Ort, geht Euch das manchmal auch so?

Heute vormittag ging es wieder auf nahezu dieselbe Strecke, wieder wollten die Brötchen geholt werden, diesmal fürs Frühstück. Dabei war der Lauf im Vergleich zum gestrigen sowas von anders. Das Wetter grau, regnerisch und ca. 2 ° kalt, so dass die Sandalen zum Einsatz kamen und der Hafen einen ganz anderen Eindruck vermittelte.

Um dem Lauf allerdings auch noch etwas mehr Alltag hinzufügen, ging es vor dem Besuch beim Bäcker noch in den Drogeriemarkt, um schnell die notwendigen Dinge einzukaufen, die ich brauche um die Pflege des Deichläufers nicht völlig zu vernachlässigen 😆 Mit samt den Brötchen und einer kleinen Überraschung zum morgigen Nikolaus wurde mein Turnbeutel diesmal richtig voll und rappelte auf den letzten zwei Kilometern geräuschvoll vor sich hin. Aber immerhin war der Einkauf noch weit von dem beabsichtigten Lauftransport eines Monitors entfernt, von dem Catrina kürzlich schrieb 😀

Auf dem letzten Kilometer habe ich dann unter der Nordtangenten-Brücke noch die kostenlose Sonntagszeitung mit einem halben Kilo Prospekten (Jens und ich lieben es nach dem Frühstück am Küchentisch Prospekte durchzublättern, obwohl wir in der Regel nie etwas davon kaufen) aufgepickt und steuerte schwer beladen, aber rundum zufrieden, das Zuhause an, wo der Küchentisch nun zum gemütlichen Frühstück einlud 🙂