Berliner Standard

Berlin … eigentlich möchte ich mir ja so viele Ecken und die grünen Lungen der Stadt laufend erschließen. Aber die verlängerten Wochenenden, die ich regelmäßig dort verbringen darf, sind immer so voll von Aktivitäten und Begegnungen, dass für das Laufen generell schon wenig Raum bleibt und für das Auskundschaften neuer Strecken leider erst recht 😦

So bleibt es doch immer wieder bei meinen Ausritten über das Tempelhofer Feld, inzwischen ergänzt um den angrenzenden Volkspark Hasenheide. Mit dem Erstürmen der dortigen Rixdorfer Höhe habe ich zusätzlich die Möglichkeit die an diesen Wochenenden verpaßten Utkiek-Läufe zu kompensieren. Immerhin kann ich hier sogar 200 m am Stück bergauflaufen, dass toppt die Utkiek-Anstiege deutlich 🙂

Es gibt aber wahrlich schlimmeres als auf meinen Berliner Standardhausstrecken unterwegs zu sein. Schließlich kann ich zig Kilometer abseits des Großstadt(verkehrs)wuhlings auf freiem Feld und durch einen waldähnlichen Park laufen.

Zwei gut 11 km lange Läufe gingen sich am vergangenen Wochenende aus. Allerdings gabe es gewaltige Unterschiede zwischen dem Sonntag mit bombastischen Wetter, wo ganz Herrscharen von Menschen unterwegs waren …

… und dem Montag bei recht durchwachsenem Wetter …

Mal sehen, vielleicht finde ich ja bei der nächsten Berlin-Visite die Zeit andere Strecken zu erkunden, Auswahl gibt es ja wahrlich genug.

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Gewonnen und verloren

Nach einem anstrengenden Samstag, es stand Amsterdam hin und zurück mit Großhandelbesuch, insgesamt 12 Std, auf dem Plan, war uns am Sonntag nach Ausschlafen. Nach dem mittäglichen Frühstück kam noch Besuch. Als der wieder weg war stand mir dann aber einfach nicht mehr der Sinn nach Laufen. Die plötzliche Sommerwärme bei stehender Luft erbaute mich auch nicht sonderlich. Ergebnis: Lauf gecancelt und auf Montag verschoben.

Am Montag war das Wetter erheblich verträglicher. Etwas Wind, keine Sonne, ein paar Grad weniger. Hah! Gewonnen. Alles richtig gemacht. Aber als ich von der Arbeit nachhause kam und die Autotür öffnete, wehte mir schon wieder Güllegeruch um die Nase. Den hat es am Sonntag nicht gegeben. Bäh, doch verloren.

Der Niederlage versuchte ich mich aber durch einen Lauf auf die andere Hunteseite zu entziehen. Was soll ich sagen? Hat geklappt, dort war die Luft rein und ich konnte unbeschwert laufen. Entgültig gewonnen.

Dabei zeigte mir die Natur ihren ganzen Reichtum. Ein paar Tage Wärme und etwas Regen haben da Wunder gewirkt.  Aber wenn man genau hinschaut erkennt man: Alles nur Blüten 😆

Neben all dem Blütenreichtum zeigt sich aber auch noch das winterliche Braun, eine Zeit des Übergangs.

Trotz angenehmer Temperatur war das noch ein Lauf zwischen den Jahreszeiten. Aber das Grün ist unaufhaltsam auf dem Vormarsch. Und bald bin ich sicher auch bei über 20° laufbereit 😛

Perfektes Training

Ich bin ja noch die Auflösung meines Rätselposts von vor ein paar Tagen schuldig. Auch wenn die meisten sie eh gleich erkannt haben oder es nicht zuletzt wegen des Beitrages von Helge und Karina schon wissen, es war das Tridreamteam nebst Andi, das da angerennradelt kam. Und bei dem Haus handelt es sich schlicht und ergreifend um die schnuckelige Ferienunterkunft des gesamten Dreamteams, das genau an meiner täglichen Laufstrecke liegt.

Das nach meinen ersten beiden Teilnahmen in einer Staffel mit Helge und Karina beim Uewersauer Trail in Luxenburg mein Ruf nach einem Gegenbesuch in Oldenburg nicht ungehört blieb, freut mich bis in die Haarspitzen ungemein. Das die Mädels nebst Andi die Anreise mit einer mehrtägigen sportlichen Glanzleistung verbanden, lag selbstverständlich in der Natur der Tridreamteam-Sache. Das Foto auf dem Rätselpost war quasi das Finisherfoto auf den allerletzten Metern. Alles weitere zur spektakulären Anreise gibt es nachzulesen auf dem Tridreamteam-Blog.

Da ich aber wußte, dass die über 500 Rennradkilometer Helge, Karina und Andi selbstverständlich nicht auslastet haben, konnte ich es kaum abwarten die Drei durch mein Laufrevier zu schleifen 😀 Da, wie bereits erwähnt, das Feriendomizil direkt an meiner Laufstrecke liegt, konnte ich sie direkt an der Haustür abholen und ab gings aufs platte Land.

Vorbei am Großen Blankenburger See und entlang des Geestrandgrabens steuerten wir schnurstracks die Bornhorster Huntewiesen und die Hunte an.

 

 

An der Hunte angekommen durfte Andi auf seiner Laufuhr eine Höhenangabe von – 2 Metern bestaunen, bevor wir zum Sightseeinghöhepunkt Huntebrücke inklusive Treppe, deren Bekanntschaft die Drei aber schon bei der Anreise gemacht hatten, liefen.

 

 

Nach dem Genuß der Aussicht auf Oldenburg ging es danach über horrende Gefällstrecken wieder zurück nach Klein Bornhorst 😆

 

Zu Viert bin ich auf meiner Leib- und Magenstrecke noch nie gelaufen. Das machte das ganze so kurzweilig, dass ich sogar fast immer das Fotografieren vergessen hätte 😯 Nun kennen Helge, Karina und Andi das Deichläuferland aus erster Hand und ich habe den Eindruck, dass es ihnen sogar ein klein wenig gefallen hat 🙂

Nahezu eine Herzensangelegenheit von Karina und Helge war es auch die Oldenburger Alpen, wie Helge sie nennt, kennenzulernen und einmal bei der Utkiek-Gruppe mitzulaufen. Auch dieser Wunsch sollte nicht unerfüllt bleiben 😀 Das aber meine Ankündigung, dass ich das nächste Mal Besuch mitbringen werde, gleich zu so einem Massenansturm führen würde, habe ich wirklich nicht geahnt 😯

Sage und schreibe 15 Leute machten sich auf die Strecken über die Oldenburg-Hills. Neuer Rekord!

 

Nach zwei flachen Kilometern zum Einlaufen ging es ans Eingemachte und die drei „Gipfel“ des Utkiek wurden gleich mehrfach gestürmt. Da auch Stephan Besuch aus Pforzheim mitgebracht hatte, hatten wir gleich mehrere Läufer mit höhenmetererprobten GPS-Uhren um endlich einmal offiziell festzustellen, wieviel Höhenmeter wir auf den 6,7 km durch die Oldenburger Alpen denn nun erklommen hatten. Die Angaben schwankten zwischen 179 HM auf der Pforzheimer Uhr und 140 HM auf der Uhr von Helge. Selbstredend stimmten natürlich die 179 HM auf dieser sehr unterhaltsamen Runde 😆

Karian und Helge attestierten mir, dass man auf dem Utkiek durchaus ein leichtes Höhenmetertraining absolvieren könnte, wenn auch die Anstiege halt immer sehr kurz wären. Damit ist der Utkiek jetzt tridreamteamzertifiziert, wenn das nichts ist! Ich glaube das muß ich unbedingt dem Oldenburger Tourismusbüro mitteilen 😀

Zum Ende des Utkiek-Laufs bescheinigte Karinas Laufuhr ihr dann auch noch ein perfektes Training. Tja, so läuft das hier eben im Norden 😀

 

 

 

 

72,14 %

Gestern konnte ich nach einer gefühlten Ewigkeit endlich mal wieder am Utkiek aufkreuzen. Dank der Zeitumstellung konnte die Lauflampe das erste Mal zuhause bleiben und auch die zahlreichen Regenschauer des Tages hatten pünktlich zum Lauf ihren Dienst quittiert. Das alles und auch der Sonnenschein halfen aber nicht darüberhinweg, dass meine Beine schwer und die paar poppeligen Höhenmeter beschwerlich waren. Lag es an dem 18 km-Lauf zwei Tage zuvor? Müßig sich darüber Gedanken zu machen.

Den schweren Beinen zur Liebe wollte ich den nächsten Lauf auch erst irgendwann in den kommenden Ostertagen unternehmen. Allerdings lockte der heutige Karfreitag mit dem besten Wetter, das für die Feiertage vorhergesagt ist. Somit habe ich meine Beine doch zum Laufen überredet und ihnen zur Belohnung eine längere Barfußetappe versprochen. Nicht gerechnet hatte ich aber mit dem ausgesprochen lebenhaften Ostwind, der der ersten Hälfte des Laufes eine unerwartete Anstrengung verleihte, so dass ich gar nicht auf das Wohlbefinden der Beine achten konnte 🙂

Ohne nachzudenken war ich wieder auf meiner alltäglichsten Alltagsstrecke unterwegs. Nach exakt 3,9 km pellte ich mich aus den V-Runs und trabte locker auf dem Feldweg neben dem Geestrandgraben her.

30.03.18 01

Nach knapp 1,5 km ging es dann weiter zu den Bornhorster Wiesen. Diese hatten noch einmal ordentlich Nachschub an Wasser erhalten, was offensichtlich auch die Graugänse nach wie vor zum Bleiben animiert. Auf jeden Fall waren die Vogelschwärme im strahlenden Sonnenlicht wieder einmal ein grandioses Schauspiel.

Nach knapp 7 km konnte ich endlich dem Ostwind den Rücken zudrehen. Von nun an lief es locker und fluffig. Erstmals zog ich zum Ende der Huntestrecke meine Laufschuhe nicht wieder an. Die Treppe zur Huntebrücke ging ich aber vorsichtig, hier liegen leider immer wieder Scherben zerschmetterter Flaschen, aber die Rampe herunter konnte ich wieder entspannt laufen.

Vom Ende der Rampe bis nachhause waren es dann nur noch zwei Kilometer, auf den ich einigen Asphaltabschnitten übelster Qualität über den Randstreifen ausweichen konnte. Die allerletzten Meter genoß ich noch fußschmeichelnde Klinkerbürgersteige und dann war meine längste Barfußetappe auf sehr wechselhaften Untergründen zu Ende.

10,1 von 14 km, dass macht 72,14 % Barfußanteil. Die haben aber auch erst einmal gereicht, die Fußsohlen haben die Herausforderung zwar gut überstanden, aber signalisierten auch, dass es viel weiter trotzdem noch nicht sein muß. Aber sooo weit weg ist die vollständige Standardrunde in Barfuß gar nicht mehr. Irgendwann werde ich sie mal in Angriff nehmen, eilt ja nicht. Ach ja, die Beine haben sich übrigens überhaupt nicht gemuckt 🙂

Organspender

Die Schnürsenkel der Magical Shoes haben mich durch ihr ständiges Aufgehen zum Wahnsinn getrieben. Da sie sind fast so elastisch wie ein Gummiband sind, halten sie nicht einmal mit Doppelknoten. Wie praktsich, dass da noch meine ausrangierten Laufsofas Nike Pegasus mit all ihren Verwandten im großen Plastiksack auf ihr weiteres Schicksal warten. So habe ich deren Schnürsenkel in die Magicals transplantiert und Ruhe ist. Da ging sich Sonntag doch sogar gleich ein gut 14 km langer Lauf im 5:46iger Tempo aus. Durch meine Umstellung war ich schon lange nicht mehr so „flott“ auf dieser Distanz unterwegs gewesen 🙂 Vielleicht lag es aber auch am Slalomlauf um die Schafshinterlassenschaften, die künftige Barfußläufe nun wieder spannend machen 😆 Naja, immer noch besser als zu fest im Sattel zu sitzen 😀 Ansonsten fehlte es nur noch irgendwie an Farbe in der Natur.

Diese Farblosigkeit setzte sich auch gestern fort. Zwar ließ es sich das erste Mal ohne Jacke laufen, aber Himmel und Erde gingen immer noch eine freudlose Allianz aus Grau- und Brauntönen ein. Das langsam zurückweichende Wasser in den Bornhorster Wiesen macht das Bild auch nicht gerade schöner.

Ich gurkte mir eine Strecke durch die Bornhorster Wiesen, um den Großen und den Kleinen Bornhorster See und über den Damm der alten Braker Bahn …

… zusammen. Den letzten Kilometer lief ich noch mit einem Graubrot in der Hand um nach gut 18 km nicht mehr so ganz taufrisch, aber durchaus zufrieden wieder zuhause aufzuschlagen 🙂

Durch die Zeitumstellung reicht das Tageslicht jetzt wieder für ausgiebige Feierabendläufe, auch ohne Sonne. Immerhin  🙂

Aus Eins mach Zwei

Statt der 33,333 Syltlauf-Kilometer bin ich mit meinem Sunset-Run und meiner gestrigen dünstig-diesigen Runde in zwei Läufen ungefähr die gleiche Strecke auf der Insel gelaufen. So stimmt abschließend wenigstens die Bilanz 😛

Vorgenommen hatte ich mir gestern eigentlich einen schönen Barfuß-Strandlauf, aber entgegen der Gezeitenvorhersage stand die Nordsee recht hoch und zwang daher zum Ausweichen in den weichen Sand, was sehr kräftezerrend ist und die Achillessehnen jubeln läßt. Weil die Alternative in den Ausläufern der Wellen zu laufen, dann doch etwas kalt war, habe ich nach nur 3,7 km den Strand wieder verlassen, bin wieder in die V-Trails geschlüpft und auf der ehemaligen Bahnstrecke auf der Wattenmeerseite weitergelaufen. Schade, war es doch so schön einsam am Strand.

Das Wetter war grau und diesig und ab und zu nieselte es leicht. Das ergab ein ganz anderes Bild als beim Sunset-Lauf vor zweit Tagen:

Auf der alten Bahnstrecke lief ich zunächst noch nach Norden und drehte dann kurz vor Rantum um.

So durfte ich auch zweimal den Parkplatz der ach so angesagten Assi ….  ähhh, sorry Sansibar passieren. Wie bestellt brummte auch gerade so ein Luxus-SUV von dannen. Die Bretterbude in den Dünen haben wir uns in all den Jahren, die wir schon nach Sylt kommen, noch nie gegeben. Wir kommen auch ohne die Hoffnung darauf einen Promi zu erblicken durch unseren Urlaub 😆

Weiter ging es zurück nach Hörnum, vorbei am Hafen, und nach einem guten Halbmarathon war ich wieder an der Ferienwohnung.

Am Oststrand wurde übrigens der verwehte Sand der Sturmtage wieder verteilt, Sandkastenspiele für ganz große Jungs 😆

So, die Bilanz ist also gerettet! Dann kann es morgen auch wieder nachhause gehen 😎

Sunset-Run

Nach den zwei stürmisch eisigen Tagen folgten auf Sylt zwei zwar immer noch kalte, aber wenig windige und daher traumhaft schöne Tage. Zeit, um am zweiten dieser schönen Tage endlich zu laufen. Zwar kam ich erst zum frühen Abend dazu, aber gerade das war der absolute Knaller: Ein Sunset-Run bei mäßigem Nordwind in kristallklarer Luft. Der Start erfolgte in die in mildes Abendlicht getauchten Dünenlandschaften um dann rechtzeitig zum Sonnenuntergang das Meer zu erreichen und am Strand entlang zu laufen.

Nach dem geschenkten Syltlauf waren die Beine taufrisch und lauffreudig. Das sich einstellende Tempo im Zusammenspiel mit dem Nordwind und der Kühle sorgten für einen geschmeidigen Lauf ohne ins Schwitzen zu geraten. Ein Lauf wie ein Traum, entspannend und beseelend und wenn auch nicht einmal halb so lang, so doch eine satte Entschädigung für den entgangenen Lauf am Sonntag.

Und wo ich gerade beim Schwärmen bin: Am Abend vorher trafen Jens und ich auf Elke und Chris, die sich am Sonntag im Rahmen einer Staffel in den eisigen Sturm gestürzt hatten. In einem guten Restaurant verbrachten wir einen schönen Abend, bei dem nicht nur das Wetter und der Syltlauf für Gesprächsstoff sorgten.

19.03.18 01

Danke für den tollen Abend

Dagegen

Um 7:30 Uhr bin ich aufgestanden und habe mit einem Blick aus dem Fenster und einem Blick ins Internet über die Wetterlage auf Sylt informiert und mich auf Grund der eisigen Sturmlage schlußendlich gegen den Lauf von Hörnum nach List entschieden. Stattdessen habe ich mich wieder ins Bett verkrümelt und meinen Schlaf auf 12 Stunden ausgedehnt und danach ein gemütliches Frühstück genossen 😀

Gegen Mittag haben wir dann die Lage im Ort gepeilt. Der Hörnumer Hafen ist komplett vereist …

… und der Wind hat im Osten es Ortes für enorme Sandverwehungen gesorgt und eine Straße sogar komplett unpassierbar gemacht …

… da hilft auch ein SUV nix 😆 :

Noch ein paar weitere Impressionen:

Auch wenn es da wo die Sonne hinscheint und kein Wind weht durchaus schon schön ist …

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… bin ich mit meiner Entscheidung den Syltlauf unter den stürmisch-forstigen Bedingungen sausen gelassen zu haben zufrieden. Ich werde in den kommenden Tagen einfach ein paar Runden für mich drehen und fertig. Allerdings bin ich schon sehr gespannt, wie es Elke mit ihrer Staffel ergangen ist.

Auf jeden Fall lassen wir es uns diese Woche gut gehen. Es soll zwar kalt bleiben, aber der Wind deutlich weniger werden und die Sonne reichlich scheinen. Und für das leibliche Wohl ist auch gesorgt 😆 :

18.03.18 01

Geschenk von unseren Nachbarn, die einen Kiosk betreiben 😀

Man muß halt auch mal Nein sagen können und wenn es in diesem Fall eben mal beim Laufen ist 🙂

Schneesturm, Sandsturm

Syltlauf 2018, morgen geht er über die Bühne. Ob mit mir werde ich spontan entscheiden. Augenblicklich gibt es aber für mich eine klare Tendenz zum Nein. Weil das was wir heute auf der Anfahrt nach Sylt und bei einem ersten Rundgang durch Hörnum erlebt haben, dass war schon extrem. Zwischen Heide und Husum tobte auf 40 km Schneesturm vom Feinsten und sorgte durch Schneeverwehungen für widrigste Straßenverhältnisse und brachte den Verkehr teilweise zum erliegen. Auf dem folgenden Video ist der wirkliche Schneeflug leider nur ansatzweise zu erkennen und es war auch nur der Anfang.

Hinter Husum war der Schneesturmspuk zwar vorbei, aber auf Sylt ersetzt Sand den Schnee, der Sturm treibt unglaubliche Sandmengen nach Hörnum hinein. Eine strandnahe Straße ist wegen der Sandverwehungen nicht mehr befahrbar. Das hat selbst meine Mutter, die von hier stammt, so noch nicht gesehen.

Der Oststurm ist eiskalt und läßt die Gesichtsmuskeln gefrieren und ich wünsche mir eine Ski-Maske. Der Sand peitscht ins Gesicht und knirscht zwischen den Zähnen und eine halbe Stunde Beine vertreten reichen völlig um im vollen Winterornat ins Frösteln zu geraten. Die – 2° fühlen sich durch den eisigen Oststurm unendlich kälter an.

Für morgen während des Laufs sind Temperaturen von -1° bis 0° und immer noch Sturmböen der Stärke 7 bis 8 aus Ost vorhergesagt. Unter diesen Bedingungen werden die guten 33 km zu einer wirklich harten Nummer, zumal gerade die allerletzten Kilometer genau gen Osten führen. Ich werde morgen früh entscheiden, ob ich da Bock drauf habe. Ausrüstungstechnisch stoße ich bei diesen eisigen Windbedingungen nämlich an meine Grenzen und in den letzten Wochen fühlte ich mich auch nicht gesundheitlich auch nicht wirklich auf der Höhe. Genügend Gründe die die Tendenz vorgeben, obwohl ich schon Lust hätte. Morgen vormittag bin ich schlauer, ich werde berichten.

Nen Halben in Berlin

Langsam wird es Zeit meinen läuferischen Berlin-Horizont mal etwas vom Tempelhofer Feld zu lösen. Da bot es sich an den nördlich an das Tempelhofer Feld angrenzenden Volkspark Hasenheide zu erkunden. Dieser ist zwar nicht riesengroß aber wirklich abwechselungsreich mit einem kleinem Tierpark und einer Schänke im 50iger-Jahre-Stil. Zudem ist er nicht einmal topfeben und sogar eine Anhöhe, die den Utkiek glattweg in den Schatten stellt, konnte ich erstürmen. Meine Ahnung, dass es sich bei dem 68 m hohen Hügel um einen Trümmerberg handeln könnte, bestätigte sich bei meiner anschließenden Internetrecherche.  Leider wird ein Rundblick auf die Stadt vom „Gipfel“ aus durch die umstehenden Bäume torpediert.

Um auf die gewollten Kilometer zu kommen, ging es dann aber doch noch über das Tempelhofer Feld, wo ich erstmals die komplette Außenrunde gelaufen bin. Die reinste Läuferautobahn, aber Platz ist genügend da und ich finde es cool, wieviele Menschen sich dort bewegen und es lassen sich herrliche Laufstilanalysen betreiben 🙂 Überhaupt werden an jeder Ecke die unterschiedlichsten Sportarten betrieben, dass begeistert mich total.

Ansonsten wird gerade sehr viel Asphalt erneuert, was vorallem die Rennradler, Inliner und Skater freuen wird. Zum Ende meines Laufs am frühen Nachmittag wird es langsam voll, so voll wie ich es dort noch nicht gesehen habe. Aber kann man es den Leuten verdenken, wenn einer der ersten richtig schönen, warmen Frühlingstage ins Freie lockt?

Gedanklich mitgenommen habe noch einen lieben Freund aus Wien, der genauso gerne in Berlin ist wie ich. Leider sehen wir uns nur selten. Ob er aber auf die auf Halbmarathon rund gemachte Distanz gerne selber mitgekommen wäre, weiß ich nicht so genau 🙂

Es war ein toller Lauf bei bestem Wetter auf Strecken ohne jeglichen Autoverkehr und das von der Haustür aus. Da kannste für Berliner Verhältnisse echt nicht meckern 😀