Erlegen

… bin ich den Verlockungen der Werbung. Erst kürzlich schrieb ich hier über die Chala Evos, die ich im Internet erworben hatte. Und wie das so ist, wenn man sich im WWW etwas „ergoogelt“ hat, tauchen dann auf anderen Websites immer wieder Werbeeinblendungen dieser oder ähnlicher Produkte auf. Genauso in diesem Fall. Egal ob ich auf`s Wetter schaute oder in meinen E-Mail-Account, überall war da auf einmal die Amazon-Werbung für diese „Pies Sucios Simna Ultra Sandals“. Während die Chalas einen satten Hunni gekostet haben, lockten die Pies Sucios auch noch mit einem unschlagbaren Preis von 40 €. Da war es um mich geschehen, genauso wie meine Hand automatisch zu Schokolade greifen würde, wenn diese vor mir steht, klickte sie in diesem Fall ruckzuck die Bestellung zusammen. Ich war absolut machtlos! 😯

Zwei Tage später war es dann da, dieses federleichte Päckungen mit den spanischen Sandalen. Hineingeschlüpft und eingestellt stellte sich sofort ein Wow-Effekt ein. Nochmals leichter als die Chalas sitzen die Pies Sucios perfekt und nahezu unmerklich am Fuß. Ich stand etwas gerader und passender auf der Sohle als bei den Chalas und während man die Chalas irgendwie immer etwas spürt, merkt man von den Pies Sucios fast gar nichts, nicht einmal die Plastikschnalle auf dem Fußrücken, was ich zu Anfang befürchtet hatte, und auch nicht das Band zwischen den Zehen. Erstaunlich, dass zwei so minimale Sandalen so sehr unterschiedlich in der Wahrnehmung sein können.

Da war ich natürlich auf den ersten Lauf sehr gespannt. Der Eindruck blieb. Ein Hauch von nichts umgibt die Füße. Die Bänder und Riemen umschmeicheln den Fuß lediglich wie ein leichter Sommerschal, irre. Trotzdem lief ich sie im ersten Versuch nur gute fünf Kilometer, den Rest der höhenmeterlosen 😆 knappen 12 km legte ich barfuß zurück. Wobei ich die ultraleichten Sandalen einfach in den Hosenbund steckte, wo sie fast ebenso wenig zu merken waren wie am Fuß.

Da wollte ich es heute noch einmal wissen, wie sich die Sandale in etwas anspruchsvollerem Terrain bewehrt und bin mal alleine über die Utkiek-Hills mit ihren steinigen, schottrigen oder grasbewachsenen Wegen gelaufen. 8,4 km, auf deren sechse ungefähr 110 Höhenmeter zusammenkamen. Und was soll ich sagen? Ich bin begeistert, die Pies Sucios liegen federleicht und trotzdem stabil am Fuß. Der Halt ist hervorragend, obwohl der Fersenriemen im Gegensatz zu den Chalas nicht aus Gummiband besteht. Der Grip der Sohle überzeigt auch auf dem abwärts gelaufenen, feuchtgrasigen Rodelhang. Die Sohle dämpft Steine und Schotter gut weg und im Gegensatz zu den Fivefingers können sich auch keine Steine zwischen den Zehen durchbohren.  Erstaunlicher Weise stößt man sich die Zehen auch nicht an irgendwelchen Steinen. Cool, wirklich sehr cool.

Knapp 14 km in zwei Läufen sind sicherlich keine annähernd ausreichende Strecke für eine aussagekräftige Bewertung, aber der erste Eindruck ist überwältigend und wenn ich den Pies Sucios fürs erste überhaupt etwas anhängen kann, dann ist es das etwas platschende, an Flipflops erinnernde Laufgeräusch auf Asphalt.

Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen, wie sich meine Eindrücke weiterentwickeln, vorallem wenn ich jetzt sukzessive die Streckenumfänge ausbaue.

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Musik, zwo, drei, vier

Hui, fünf Tage nicht gelaufen! Schuld war wieder einmal Berlin. Der Aufenthalt von Freitag bis Montag hätte zwar das ein oder andere Zeitfenster zum Laufen gegeben, aber das absolut gruselig, graue und schneeregnersiche Wetter hatte mein Lust auf Laufen in der Stadt getötet. Ich konnt`s mir leisten, war doch der Januar mein bislang kilometerstärkster Januar überhaupt. Gute 207 km kamen zusammen. Da darf man schonmal ein Päuschen einlegen.

Der Tripp nach Berlin diente dieses Mal unter anderem dazu, eine Waschmaschine in mein Domizil zu verfrachten, die ich hier in Oldenburg günstig erstanden hatte. Während ich mit der Bahn anreiste, chauffierte ein aus Berlin stammender Kollege von mir besagte Maschine mit dem Auto nach Neukölln und schleppte sich dankenswerter Weise gleich mit in den ersten Stock. Wenig später war ich nur noch wenig amused, ist das funkelniegelnagelneue Stück doch gleich kaputt. Beim Schleudern veranstaltet sich ein derartiges, polterndes Spektakel, dass ich fürchte sie würde das altgewürdige, 115 Jahre alte Haus abreißen wollen. Nein, dieser Krach ging wirklich nicht als Musik durch.

Musik macht hingegen momentan eine Sehne im linken Fuß. Ob mir diese Musik allerdings besser gefällt als das Waschmaschinengepolter, sei aber mal dahingestellt. Ein altes, längst vergessen geglaubtes Leiden ist wieder aufgetreten. Zu fest geschnürte Laufschuhe hatten mir schon vor Jahren Probleme mit der Sehne auf dem linken Fußspann beschert. Erst nachdem ich alle meine Laufschuhe auf die Parallel-Schnürung, die zu festes Schnüren verhindert, umgestellt hatte, bekam ich das Problem in den Griff und lief fortan diesbezüglich beschwerdefrei. Die Sehne blieb aber immer empfindlich.

Nun haben meine geliebten Fivefingers aber so ein Schnellschnürsystem. Einmal gezogen *zack* fest. Noch etwas Schlupf an der Ferse, noch einmal nachgezogen, vorbei damit.  Bei meinen Lauf durch die Oldenburger Grünanlagen vom vorletzten Sonntag spürte ich dann plötzlich wieder den guten alten bekannten Schmerz vom linken Fußrücken. Zuviel Druck durch die Schnürung auf den Spann. Seit dem macht die Sehne wieder Musik 😦

Drum muß ich versuchen, diesen Schnellspanner dahingehend zu entschärfen, dass er nicht die gesamte Schnürung zu straff zieht. Sollte das nicht klappen, kann ich das System nur durch einen herkömmlichen Schnürsenkel ersetzen, den ich dann wieder in bewährter Parallelschnürung einfädeln kann.

Beim Barfußlaufen  habe ich solche Probleme natürlich nicht. Trotzdem schlüpfte ich heute nach nur einem Kilometer in die V-Runs, die ich im Beutel dabei hatte. Naßkaltes Ekelwetter verdarb mir etwas die Laune und den Barfußlaufgenuß. Nach acht Kilometern wanderten die V-Runs dann aber doch wieder zurück in den Beutel, da war es mir warm, und die bis dahin weitestgehend ruhige Sehne wurde belohnt und von jeglichem Druck befreit.

Merke: Auch einem Barfußläufer kann der Schuh drücken. Aber da kann ich ja etwas dran ändern. Musik gefällt mir nämlich auf andere Weise besser. Da braucht weder eine Waschmaschine einen auf AC DC, noch die Sehne einen auf singende Säge machen :-/

Den Rücken zugedreht

Freitag hatten wir Schnee! 😀 Aber nur ein paar Stunden lang 😦 Da blieb nicht einmal die Zeit eine lange Hose anzuziehen um das zu genießen 😆

Am heutigen Sonntag umgab mich dann schon wieder das ewig währende, typisch norddeutsche Schmuddelgrau. Da gelüstete es mich wenigstens beim Laufen nach etwas Abwechselung. Meine klassischen Laufreviere à la Bornhorster Seen, Bornhorster Wiesen oder auch das Gellener Moor liegen alle nach Osten raus. Weil wenn ich diesen meinen Laufgebieten den Rücken zu drehe, liegt lediglich die Stadt vor mir. Zum Laufen nicht sonderlich reizvoll. Aber trotzdem drehte ich heute meinem Laufrevier den Rücken zu und steuerte genau die Stadt an. Dabei hatte ich mir ein Park- bzw. Grünanlagenhopping vorgenommen um doch halbwegs in der Natur unterwegs zu sein. Auf gings.

Die Innenstadt läßt sich schon einmal recht gut über verkehrsarme und idyllische Strecken ansteuern, …

… dann folgen die Weser-Ems-Hallen und die EWE-Arena …

… und es geht weiter über den Hafen in die Innenstadt …

… um zu erst in den Schloßgarten einzutauchen …

… in dessen unmittelbarer Nähe der Eversten Holz folgt.

Weiter geht es, an meinem momentanen Bürostandort vorbei, zu den Dobbenwiesen und -teichen. In Oldenburgs teuerster Wohnlage befinden sich auch der ehemalige Oldenburger Landtag und das ehemalige Oldenburgische Staatsministerium.

Als nächstes folgte der Botanischen Garten, der entgegen den angeschlagenen Öffnungszeiten geschlossen hatte. So konnte ich ihn nicht durchqueren, was mir einen Umweg zum Vahlenhorst, dem nächsten kleinen Wäldchen, bescherte.

Vom Vahlenhorst ging es weiter zum Kleinen Bürgerbusch …

… und seinem großen Bruder mit dem Namen -Achtung, Überraschung- Großer Bürgerbusch. Hier kann sich der geneigte Läufer auch auf einer einen Kilometer langen Finnbahn vergnügen.

Kurz vor zu Hause umkurvte ich noch den Flötenteich mit dem direkt an seinem Ufer liegenden Freibad …

… bevor ich etwas weiter als finale Grünanlage den Grünzug hinter unserem Haus entlang lief.

Die Streckenlänge hatte ich im Vorfeld nicht geplant und heraus kommen 21,7 km in seeeeeehr ruhigem Tempo. Kuriosum am Rande: Bei einem Zwischenstopp bei 16,4 km hatte ich versehentlich den Lauf nicht gestoppt sondern gespeichert. Auf diesem Abschnitt hatte ich einen durchaus plausiblen Durchschnittspuls von 137. Auf den weiteren 5,3 km, die ich sogar noch etwas langsamer unterwegs war, hatte ich angeblich einen Durchschnittspuls von 162. Da hege ich meiner neuen Laufuhr gegenüber doch einen gewissen Zweifel was die Richtigkeit angeht.

Wie dem auch sei, die abwechselungsreiche Strecke hat zwar am Dauergrau nichts geändert, aber es war halt mal etwas anderes. Das kann ich durchaus noch einmal wiederholen, wenn es wieder etwas grüner ist.

27.01.19 38

 

  1. Schloßgarten
  2. Eversten Holz
  3. Dobbenwiesen und -teiche
  4. Botanischer Garten
  5. Vahlenhorst
  6. Kleiner Bürgerbusch
  7. Großer Bürgerbusch
  8. Flötenteich

First Crash

Mein Läuferleben ist in jüngster Vergangenheit nicht gerade arm an Neuerungen und Premieren. Umstellung auf Natural Running, 21 km barfuß, Marathon in FiveFingers, 2018 das erste Jahr ausschlußlich in Minimal/barfuß usw usf.

Und heute kann ich meiner ja gerade erst 14 Jahre alt gewordenen Läufervita eine weitere Premiere hinzufügen: Ich habe mich das erste Mal auf die Fresse gepackt. Einfach so, mitten aus dem Lauf, auf Asphalt. Ich merkte nur wie der rechte Fuß stockte und -rums- lag ich da. Schnell rappelte ich mich wieder hoch. Kurzer Systemcheck: rechter Handballen brennt, rechte Hüfte und rechter Ellenbogen auch. Um nicht auf die Knie zu krachen habe ich mich wohl irgendwie zur rechten Seite abgerollt. Tight, Jacke und die zum ersten Mal getragenen, gerade erst heute erworbenen Handschuhe, alles unbeschädigt. Einen Moment habe ich überlegt wieder nachhause zu traben, der kürzeste Weg wären nur knapp drei Kilometer, aber da nichts wirklich dramatich weh tat, habe ich meinen Lauf doch normal fortgesetzt.

Offensichtlich bin ich diesen Dunkellauf etwas zu meditativ angegangen. Der Asphalt war trocken und hatte lediglich eine leichte Wölbung, da sich dort ein Kanaldeckel befand. Diese Wölbung wird es wohl gewesen sein, an der ich hängengeblieben bin. Gut in diesem Fall auch, dass ich nicht der Schnellste bin, ich dürfte in dem Augenblick mit ziemlich exakt 10 km/h unterwegs gewesen sein. Ob der Sturz auch für den hohen Durchschnittspuls verantwortlich war? Mit 160 bpm lag er 20 bis 25 Schläge höher als üblich.

Egal, bis auf das kleine Missgeschick war es ein cooler Lauf in frostiger Dunkelheit …

24.01.19 03

… und die neuen Handschuhe hatten mit den – 5° C auch keine Probleme. Dabei war sie für 10 € ein echter Schnapper, die nicht nur Kälte abhalten sondern auch Stürze abmildern 😀

Ein Sturz in 14 Jahren ist ja eine recht gute Quote denke ich mal. Ich bin zwar vor Jahren auch schon einmal auf einer unter frischgefallenen Schnee versteckten gefroren Pfütze ausgerutscht, aber solche Heimtücke zähle ich mal nicht mit 🙂

Schmunzeln mußte ich bei der Gelegenheit auch über meine ablehnende Haltung auf einige Kommentare zu meinem letzten Post, ich solle doch noch Schlittschuhlaufen lernen. Ne ne, beim Schlittschuhlaufen ist mir das Sturzrisiko viel zu groß. Finde den Fehler 😆

Immer wieder neue Entdeckungen

Diesen Januar feiere ich mein 14-jähriges Laufjubiläum und durch meine Barfußlauferei mache ich zur Zeit noch wieder reichlich neue Entdeckungen. So durfte ich heute erfahren, dass etwas bleiche Januar-Sonne reicht um Asphalt schon geringfügig zu erwärmen. Diese Wärme übertrug sich ruckzuck auf die Füße, dabei rechnete ich mit ausgesprochener Frische, denn die um die 0 ° fühlten sich durch den eisigen Wind um einiges kälter an.

22.01.19 01

Die zweite Erkenntnis des Tages: Durch Schafe sehr kurzgehaltene Grasnarbe ist gefroren sehr hubbelig und nahezu so hart und pieksig wie Schotter. Drum zog ich den Asphalt vor, schließlich bin ich doch kein Fakir, bin ich nämlich nicht 😀


Mit dem Wind lief es sich sehr angenehm, aber mit dem Wind von vorne biss dieser doch in die zu dünn gehandschuhten Hände und in die Oberschenkel. Durch die Fußbodenheizung war es aber nicht zu kalt für Foto- und Videospielereien 😆

Slowmotion und Superslowmotion in einem Video. Warum das so hintereinander folgt weiß ich aber selber nicht 🙂

Man kann statt Barfuß- aber auch Schlittschuhlaufen. Ich bleibe aber lieber bei ersteren, habe ich doch auf letzteren noch nie gestanden 😀

Ein Hauch von Winter

Dicke, nasse Flocken während eines Schneeschauers läuteten am Donnerstag Abend auf unserer Utkiek-Runde einen Wetterwechsel ein. Wenn der Schnee auch keine Chance hatte liegenzubleiben, machte das Gestöber im Lichtkegel unserer Lauflampen kurzzeitig fast blind und setzte sich u. a. schaumartig in meine dezente Gesichtsbehaarung 🙂

Tagsdrauf war es dann trocken und kälter und etwas Merkwürdiges zeigte sich am Himmel. Google erklärte diese Merkwürdigkeit als Sonne. Ein cooles Ding, bringt es nach gefühlt unendlichem Dauergrau doch Licht und hinter schrägen Dachfenstern sogar Wärme. Faszinierend!

Am heutigen Sonntag wollte ganz ganz viele Menschen dieses Himmelsphänomen bestaunen und bevölkerten meine Laufstrecken. Zuerst automobil und dann zu Fuß. Komplette Strecken per pedes zurückzulegen ist wohl nur uns Läufern gegeben 😀 Nur die Graugänse, die auf einer Wiese zwischen kleinem und großem Bornhorster See rasteten waren an der Zahl noch größer.

Auch der Parkplatz an meinem Huntelaufrevier war rappeldicke voll. Das Wetterchen war aber auch vom Feinsten, um die 0 ° und so gut wie kein Wind. Lediglich die Sonne war ob der vielen Aufmerksamkeit offensichtlich leicht verschreckt und versuchte sich hinter dünnen Wölkcken zu verstecken. Im Slalom umkurvte ich die Spaziergänger, wohlwissend, dass diese sich auf einem Rundkurs bewegen, den ich wenig später geradeauslaufend verließ. Fortan hatte ich nahezu meine Ruhe und lief auch noch ein kurzes Stück barfuß.

Nach knapp 17 km war ich wieder zuhause. Diese klare, kalte und ruhige Winterluft war ein Genuß und das beste ist, dass uns dieses Wetter sogar noch ein paar Tage erhalten bleiben soll. Das finde ich gut, so haben die Sonne und die Menschen wieder die Möglichkeit sich etwas aneinander zu gewöhnen und ich hoffentlich bald schon wieder nicht mehr ganz so viel Volk auf meinen Wegen 😀

Profillos

Nein nein, mit dem Titel möchte ich nicht ins Politische abgleiten 😛 Vielmehr geht es um meine erneute Erfahrung, dass schuhlos auch profillos laufen bedeutet. Die heutigen zwei Kilometer auf der regennassen und matschigen Krone des Huntedeichs kam ich mir vor als würde ich mit dem Auto gerade sommerbereift durch die Alpen fahren. Die Traktion ließ doch erheblich zu wünschen übrig 😆 Der Weg am Fuße des Deiches war da dann doch erheblich besser laufbar.

Nicht nur bei solchen Schlitterläufen fasziniert es mich immer wieder wie warm die Füße bleiben. 6°, die sich durch Wind und Regen noch kälter anfühlten, sind gar nicht zu merken, während ich über nasses Gras, durch Matsch und durch Pfützen laufe. Der restliche Körper hingegen ist logischerweise dankbar für Isolation gegen Temperatur, Wind und Regen.

In der Regel sind die Füße nach ca. zwei Kilometer auf Betriebstemperatur. Davor komme ich allerdings schon ab und zu schon mal in die Versuchung umzudrehen und mich ins Warme zu verziehen oder gar Schuhe anzuziehen 😆 Aber dann wäre ich ja wieder nur darum bedacht, der größten Nässe auszuweichen, damit die Füße in den Schuhen nach Möglichkeit trockenbleiben. Und eingesaut sind die Schuhe dann auch gleich wieder. Für die Füße hingegen braucht es zum Schluß nur eine Pfütze oder etwas nasse Wiese und schon ist alles wieder blitzeblank 🙂

Bei ähnlichen, lediglich noch etwas frischeren Wetterverhältnissen wie am Sonntag reichte mir heute allerdings die Hälfte der Strecke von Vorgestern, man muß auch mal bescheiden sein! 😀

Widrigkeiten

*** 13. Januar 2019 *** Etappe 3 auf unserem Weg von Oldenburg in das niederländische Bourtange *** Diesmal die Strecke von Friesoythe in das emsländische Bockhorst *** 21 Kilometer ***  Teilnehmer: Antje, Sylke, Axel, Ralf, Stephan und ich *** Wetter? ____ ***

Mit dieser newsticker-ähnlichen Aufzählung könnte man es ja schon fast belassen, wenn, ja wenn da nicht noch das Wetter fehlen würde. Und das Wetter war … nun ja … irgendwie recht beständig 🙂

Aber fangen wir mal von vorne an. Treffpunkt war das Ziel in der Nähe von Bockhorst, von dort aus ging es wie üblich zum Startpunkt, der das Ziel der vorherigen Etappe war. So wurden am Treffpunkt die Taschen und Rucksäcke mit den Wechselklamotten in die dort verbleibenden Autos verfrachtet und mit Stephans Siebensitzer ging es dann zum Start. Dort angekommen verwies Sylke auf einen einsamen Rucksack im Kofferraum. Wem gehört der denn? Mir natürlich 😦 Irgendwie war ich zu verpeilt gewesen und habe meinen Rucksack nicht in eines der beiden anderen Autos umgeladen. Angesichts des Wetters wahrlich mehr als ein Ärgernis, schließlich regnete es ohne Unterlaß. Das war Widrigkeit Nr. 1. Allerdings konnten die nötigsten Klamotten dann doch, aufgeteilt auf die Laufrucksäcke von Sylke, Ralf und mir, mit die Reise zum Ziel antreten.

Aufgings, wobei wir fast das traditionelle Startgruppenfoto vergessen hätten. Das wurde an der ersten Abzweigung schnell nachgeholt und wenig später war es vorbei mit befestigten Wegen und noch etwas später sogar mit dem Weg als solchen. Ein Tor zu einem Hafengelände am Küstenkanal versperrte den früher dort vorhandenen Weg und es ging -Widrigkeit Nr. 2- über weglose Feld- und Flur um das Hafengelände drumherum. Zum Glück war die Strecke aber nicht allzu weit.

Kurz darauf konnten wir ein für diesen Lauf symbolträchtiges Bild aufnehmen. Die am meisten bekleideten Läufer mögen bitte vortreten 😆

Die Hauptwidrigkeit war schlicht und ergreifend der Regen. Starker Regen, Nieselregen, Regen, bis auf wenige Minuten regnete es ohne Unterlaß. Und das wo ich doch gerade erst im vorherigen Post meine momente „Liebe“ zu Regenläufen gestanden hatte 😀

Per se war die Strecke gar nicht schlecht, viele Wege führten uns abseits jeglichen Verkehrs durch weite, teils moorige Landschaften. Die vielfach sandigen Wege wären perfekt zum Laufen und zum Schauen gewesen, wenn man nicht immer darauf bedacht gewesen wäre den teils ozeangroßen Pfützen auszuweichen 😆 Auch hatte ich zwischenzeitlich Bedenken, ob die V-Runs für diesen Lauf eine gute Wahl gewesen sind. Auf dieser Distanz fürchtete ich aufgrund permanenter Näße und aufgeweichter Haut doch eventuelle Scheuerstellen und Blasen. Die vorsichtshalber mitgeführten Zehensocken hätte ich aber nie über die nassen Füße bekommen. Diese Sorge blieb aber unbegründet und so pflügte ich dann auf den letzten zwei Kilometern ohne Rücksicht auf Verluste durch die Pfützen.

Die von uns heißgeliebte zwischenzeitliche Rast begrenzten wir auch auf ein Minimum, komplett naßgerechnet hatte keiner Lust auszukühlen. So war wir auch sehr schnell an der Gedenkstätte des Konzentrationslagers Esterwegen vorbei, in dem u.a. auch Carl von Ossietzky inhaftiert war, dem Namensgeber der Universität Oldenburg. Bekannt geworden sind die mehren Emslandlager durch das Lied der Moorsoldaten.

Zurück von diesem kleinen geschichtlichen Exkurs zu unserem Lauf. Auf den letzten Kilometern drehte der Regen noch einmal richtig auf und auch der Wind nahm noch zu. In der freien Landschaft war die Näße einfach überall. Von außen, von innen, von unten. Unser aller Regenklamotten hatten schon längst kapituliert und auch Stephans brandneue Gore-Tex-Schuhe konnten sich aufgrund des von den Beinen herauflaufenden Wassers und durch die sich vollgezogenen Socken der eindringenden Näße nicht länger erwehren. Meine Laune verhagelte der Gedanke daran, dass meine Wechselklamotten in den Rucksäcken sicher nicht trocken bleiben würden. Sicher war niemand böse als wir dann unser Ziel erreicht hatten und der Regentropfen, der auf sich just zum Schlußgruppenbild auf die Kameralinse setzte, setzte noch einmal ein abschließendes Symbol für dieses feuchte Vergnügen.

Wider Erwarten waren aber zumindestens Wechselpullover, -hose und -schuhe doch halbwegs trocken geblieben, was meine Laune sofort spürbar steigen ließ. Wäre es doch eine Katastrophe gewesen, wenn ausgerechnet ICH mangels trockener Klamotten für einen Ausfall des Torteessens gesorgt hätte 🙂 Und so konnten im Café nicht nur die Hände wieder warm werden, sondern die gesamten, üppig mit Brennstoff versorgten Körper.

So fiel für mich auch die letzte Widrigkeit kaum mehr ins Gewicht: Als ich in Oldenburg von Stephans auf mein eigenes Auto umgestiegen bin und die letzten Kilometer nachhause fuhr, hatte gerade das 1. Bundesliga-Heimspiel der EWE-Baskets geendet und ich stand noch etwas im Stau, bevor ich mich auf Nebenstrecken nachhause schleichen konnte.

Fazit: Das war bislang das schlechteste Wetter aller bislang gelaufenen Etappen der vergangenen drei Winter. Das hat etwas von der ansonsten ganz schönen Strecke abgelenkt und es wurde auch unterwegs weniger gequasselt. Aber auch unsere Schnacklust wurden im Café ganz schnell wieder warm 😀 Schlußendlich sind wir gelaufen und hatten unseren speziellen Spaß. Das zählt!

Regenfreude! Regenfreude?

Wenn man sich an das gerade vergangene Dürre- und Hitzejahr 2018 erinnert, mag man kaum glauben, dass das Jahr 2017 hier im Norden das genaue Gegenteil gewesen ist. Regen, Regen, Regen, wochenlang, monatelang. Soviel Regen, dass selbst meinereiner, dem bis dahin kein Regen zuviel, kein Wetter zu uselig sein konnte, die Sch… pardon die Nase vom ewigen Naß gestrichen voll hatte.

Nun laß ich gerade heute bei der Doris von Regenfreude, der sie sich auch noch im durch den Regen produzierten Schneematsch hingab. Normalerweise hätte ich ihr die Bedingungen geneidet, aber diesmal rümpfte ich nur etwas die noch gestrichen volle Nase.

Zwar weiche ich nach wie vor keinem Regen aus, aber wenn ich sonst ganz traurig war, weil es regnete wenn ich nicht laufen konnte und dieser Regen dann zum Laufen schon wieder vorbei war, so bin ich jetzt nicht böse wenn sich die Pladderei zum Laufen bereits wieder verzogen hat.

Scheinbar nicht umsonst war der Oktober in 2018 mein laufstärkster Monat, weil warm, sonnig, trocken, herrlich. Aber naß, naßkalt? Bäh! Fehlt nur noch, dass ich den Wind auch nicht mehr, dann wirds ernst :mrgreen:

Schon interessant wie sich die Befindlichkeiten so verändern und ich bin gespannt ob und wann die Regenfreude bei mir wieder zurückkehrt.

Gestern habe ich ob des strömenden Regens gepaart mit Sturm tatsächlich das Laufen geschwänzt bzw. auf heute verschoben (klingt besser). Weil für heute war Sonne angesagt. Die war auch da, wenn auch der kalte Nordwind die realen 4° gefühlt leicht ins Minus trieb und trotz Handschuhen für kalte Hände sorgte.

regen1

Gestern Regen und Sturm

 

Aber, wie gesagt, kein Regen 🙂 Apropos Regen: Ob es bei uns wohl diesen Winter auch noch Schnee gibt? Und wenn ja, habe ich da denn Bock drauf? Egal, es kommt wie es kommt. Im Moment ist er ja zwischen dem Norden und manchen Regionen im Süden doch etwas ungleich verteilt 😆

 

 

 

Holprig

… startet für mich das Jahr 2019, gepaart mit einer traurigen Nachricht aus Berlin. So bin ich froh, dass wenigstens läuferisch nach wie vor alles in der Spur ist.

Beim einem ersten Lauf 2019 am Neujahrstag ließ sich sogar die Sonne nicht lumpen und zeigte sich pünktlich zum Laufstart um ebenso pünktlich zum Endes des Laufs wieder zu verschwinden.

Auf dem letzten Kilometer begegneten mir noch Pia und Axel, die auch gerne an den Etappenläufen teilnehmen. So ist lauftechnisch der Start in das neue Jahr sehr angenehm gewesen.

Donnerstags sammelte ich über Mittag die ersten Barfußkilometer …

… und lief abends am Utkiek für mich alleine, um die schlechte Nachricht aus Berlin zu verdauen.

Am heutigen Sonntag folgte der erste längere Lauf des neuen Jahres bei sehr gemischtem Wetter. Er schlug mit gut 20 km zu Buche.

Schauen wir mal wie dieses Jahr so weitergeht. Ob ein Weg zu Ende geht oder erst anfängt liegt schließlich immer im Auge des Betrachters 🙂

06.01.19 03