Kurze Fragen zu kurzen Läufen

Während ich heute etwas länger gelaufen bin und mit 20,1 km mit Ach und Krach den zweiten 20iger in diesem Jahr voll bekommen habe, ging mir nicht nur ein gewisser „Duft“ durch die Nase …

… sondern auch eine gewisse Frage durch den Kopf. Aber zuerst noch ein paar wenige Eindrücke zum heutigen 20iger, den ich wieder komplett barfuß laufen konnte:

Was mir nun bei diesem Lauf u. a. durch die Kopf ging, war die Frage, ab wann ist ein Lauf eigentlich ein Lauf? Warum? Weil ich am vergangenen Wochenende einmal nur zum Brötchenholen gelaufen bin. An dem samstäglichen Vormittag war es kalt und ich überlegte auf welche Art und Weise ich die 1,3 km zum Bäcker zurücklegen sollte. Im Regelfall mache ich das mit dem Fahrrad, hatte aber irgendwie keine Lust aufgrund der Kälte extra Schuhe anzuziehen. Ein Spaziergang dauerte mir zu lange und das Auto kam schon einmal gar nicht in Frage. So entschied ich mich eben mal schnell in die Laufklamotten zu schlüpfen und hinzujoggen. Weil der direkte Weg eine nicht barfußtaugliche Rollsplit-Passage enthält, legte ich mit einem kleinen Schlenker schlußendlich satte 3,1 km zurück. Hin, rein zum Bäcker und wieder zurück. Mit dieser beeindruckenden Kilometerzahl konnte ich dann noch fett meine etwas maue Februar-Statistik pimpen 😀

Wenn man sich die Regeln fürs Streaken anschaut, muß man ja täglich mindestens eine Meile, sprich 1,6 km, zurücklegen. So gesehen war es schon ein „richtiger“ Lauf, mit dem Vorteil, dass aufgrund von kühler Temperatur und Kürze kein anschließendes Duschen notwendig war 🙂

Hier einmal zwei kurze Fragen zu kurzen Läufen an meine treue, laufende Leserschaft:

  • Ab wann ist für Euch ein Lauf ein Lauf, für den es sich lohnt die Laufklamotten anzuziehen?
  • Lauft Ihr eventuell auch extra nur mal um eine kleine Besorgung zu erledigen?

Ein Schmetterling und ein Schatz

Heute in der Mittagszeit flatterte ein Schmetterling, genauer gesagt ein Zitronenfalter, vor dem Haus herum. Ein Schmetterling im Februar, ich wüßte nicht, dass mir schon jemals einer zu dieser Jahreszeit begegnet ist. Es war aber mit 16 ° auch nochmal verdammt warm. So warm, dass ich meinte die diesjährige Badesaison eröffnen zu können. Nein, im Ernst, schon seit längerem liebäugelte ich damit, meine regelmäßigen Kneippkuren im Kleinen Bornhorster See einmal zu „vertiefen“ 🙂 Einfach mal ausprobieren wie es sich anfühlt und bei 16 ° brauchte ich ja wenigstens nicht beim Aus- und Anziehen zu frieren 🙂

Als ich gestern meine Laufrunde mit Torben drehte, war es noch wärmer als heute. Trotz kurz/kurz geriet ich so richtig ins Schwitzen. Wir liefen gerade an der Hunte entlang, als Torben am anderen Ufer auf dem Deich eine Kiste liegen sah. Er war der felsenfesten Überzeugung, dass es sich nur um eine Schatzkiste handeln könne. Da blieb uns nichts anderes übrig als die geplante Route zu ändern, den Fluß über die Huntebrücke zu überqueren, um auf eben diesen Deich zu gelangen. Auf dem bin ich tatsächlich noch nie gelaufen, allerdings führt er stadteinwärts auch direkt auf die Hafenanlagen zu.

Als wir bei der Kiste ankamen, war die Enttäuschung groß, der Schatz wurde offensichtlich schon geraubt und nur die leere Kiste zurückgelassen 😦 Als wir diesen Schock verdaut hatten, konnten wir aber immerhin mal eine andere Strecke genießen, u. a. über die Kaianlage vom Hafen. Da dort gerade keine Schiffe lagen, die be- und entladen wurden, trauten wir uns dort entlang und es war sogar so aufgeräumt, dass ich dort bedenkenlos barfußlaufen konnte.

Die Strecke wurde durch die Schatzsuche etwas länger und führte Torben nahe an einen Streckenrekord. Wenn das kein wahrer Schatz gewesen ist! 🙂

Leben!

Vom Grundsatz her bin ich ein Mensch, der gerne und viel alleine sein kann. Beim Laufen und überhaupt. Das ich trotzdem ein halbwegs soziales Wesen bin zeigt allerdings alleine schon dieser Blog. Das ich darüberhinaus durch Kontakteinschränkungen und die allgemeine Verunsicherung durch das allseits präsente Elendsthema leide ist auch hinlänglich bekannt. Umso schöner, dass Elke eine spontane Idee hatte, kurzfristig ein virtuelles Bloggertreffen einzuberufen. Zu acht tauschten wir uns über knapp drei Stunden über alles Mögliche und Unmögliche aus. Es war so toll! Danke an alle, die dabei waren und speziell an Elke für die Organisation und Bereitstellung der technischen Basis.

Zwei Tage später zog mich ein Handwerkertermin in meiner Wohnung in meine Lieblingsstadt. Große Lust hatte ich keine, herrscht doch auch in der Hauptstadt tote Lockdownhose. Das es trotzdem wieder einmal ganz anders kam, läßt mir jedesmal das Herz aufgehen. Johann hat mich zum Essen und Filmabend eingeladen. Es blieb beim Essen, wir hatten uns soviel zu erzählen, dass wir in der Küche hängenblieben. Da braucht es keinen Fernseher 🙂 Am Nachmittag war ich noch mit meiner Nachbarin zwei Stunden spazieren. Tags drauf war ich gerade am kochen, als aus dem Vorderhaus die Einladung zum Essen kam. Da habe ich spontan die Pfanne vom Herd genommen, noch das Rührei gemacht und mit rübergenommen zu Ulrike und Christoph, um mit ihnen einen schönen Abend zu verbringen. Am Tag drei hatte ich dann Besuch, mein Barfuß-Freund Frank kam zu mir. Zuvor hatten wir uns etwas zu essen geholt und dann gab es viel zu schnacken bei dem ein oder anderen Bierchen und Likörchen.

Nachmittags war ich noch spazieren. Das Laufen hatte ich mir gespart, ahnte ich doch schon, dass an einem unglaublich schönen Vorfrühlings-Sonntag auf dem Tempelhofer Feld die Höhle los sein wird. Es war die Höhle los, was auf dem gigantisch großen Areal aber kein Problem darstellt. Lediglich an den Zugängen war es extrem wuselig. Es wurde gechillt, spaziert, gelaufen, geradelt, gekitesurft, gesurft und getanzt. Es wurde Basketball gespielt und Tennis und Volleyball und Fußball. Obwohl es mir eigentlich schon etwas zu viele Menschen waren, habe ich die Atmosphäre einfach nur in mich aufgezogen. Soviel Aktivität und soviel gute Laune, das war nach diesen schrecklichen Winterwochen einfach nur fantastich. Einfach Leben!

So ein Tag schon im Februar, wo ich in kurzen Hosen spazieren konnte, war für alle Menschen ein echter Glücksfall.

Gerade einmal fünf Tage vorher bin ich noch im grauen Restwinter-Tauwetter in Oldenburg laufend unterwegs gewesen.

Und heute schwitzte ich erstmals aufgrund der Temperaturen:

Wenn es die letzten Tage überhaupt einen Wermutstropfen gab, dann war es das ganz Neukölln und auch das Tempelhofer Feld mit Tonnen von Split vollgeschmissen sind. Barfußlaufen kann ich da knicken und die fiesen Steinchen finden auch immer wieder den Weg in die Sandalen. Aber was kratzt mich das, wenn ich mal wieder so richtig leben konnte, nicht nur mit echten Menschen, sondern auch mit echten, guten Freunden!

Das passende Lied dazu:

The one and only

Ladies and Gentlemen, Deichlaeufer.de proudly presents: The one and only run in long pants in the winter season 2020/2021! 😀

Heute vormittag war ich für 10 Uhr mit Torben zum Laufen verabredet. Um 9:00 Uhr betrug die Temperatur noch -10 ° und Torben hat keine lange Laufhosen. Da kam auch schon eine WhatsApp-Nachricht von ihm, ob wir den Start auf 11 Uhr verschieben wollen. Mir sollte es recht sein. Um 11 Uhr hatte es dann auch nur noch – 7 ° und ich war hin- und hergerissen, ob ich die lange Hose auch auslassen solte. Ich habe mich dagegen entschieden und Torben begrüßte mich mit den Worten „Was hast du denn da für eine Schlafanzughose an?“ 😀 Ich hatte mich nämlich einfach für eine Trainingshose entschieden, weil ich lange Tights nämlich genauso gerne mag wie Oliver überhaupt Tights, also gar nicht 😆

Nun, ich hätte es auch bei einer kurzen Hose belassen sollen, binnen kurzer Zeit war mir nämlich sehr sehr warm. Oben rum hatte ich noch ein Thermounterhemd untergezogen und unten rum eben die Schlafanzughose 🙂 Dazu die Fingerhandschuhe, wo man noch so dünne Fäustlinge überstreifen kann, puuuuh. Im strahlenden Sonnenschein mit nahezu ohne Wind kam es einem nämlich überhaupt nicht wie – 7 ° vor. Lediglich die Leguanos mit dünnen Socken paßten ganz gut und ich bin wirklich überrascht welch guten Grip diese soften Puschen auf Schnee und Eis bieten. Übrigens sehr faszinierend: Torben kann in einer 6er Pace maschieren! Das streute er immer mal kurz ein, Wahnsinn!

Aber nun denn, dass war er halt eben, mein einziger Winterlauf in langer Hose, ab übermorgen soll es recht mild werden und auch erst einmal bleiben. Darum gehe ich mal ganz optimistisch davon aus, dass es nicht noch einmal so kalt wird, dass die Langen noch einmal in die Diskussion kommen 🙂

Dieses strahlende Wetter mit wenig Wind hatten wir die ganze Woche, nur nicht ganz so kalt wie heute. So gingen sich am Mittwoch sogar die ersten Barfußkilometer des Februar aus, da sich der Weg an der Hunte überraschend schneefrei zeigte und da wo noch Schnee lag, ließ es sich barfuß gut drüberlaufen. 7 der 16 km konnte ich deshalb unten ohne unterwegs sein, sogar für meine Verhältnisse recht flott mit unter 6er Pace für die gesamten 16 km. Es war aber auch einfach traumhaft schön. Darüberhinaus war auch gar nicht so viel los auf der Strecke, was wohl auch daran lag, dass man den beliebten Spaziergängerparkplatz an den Huntewiesen unverständlicherweise gesperrt hat.

Donnerstag bin ich noch einmal unbebildert mit Torben gelaufen und gestern hatte ich mir eine Laufpause gegönnt. Um aber das hammergeile Wetter nicht ungenutzt zu lassen, habe ich einen wunderbaren, acht Kilometer langen Spaziergang zum Kleinen Bornhorster See gemacht. Inklusive einem ausgiebigen Sonnenbad und jeweils einer kleinen Kneippkur vor und nach dem Sonnetanken. Klever wie ich bin hatte ich mir nämlich auf Verdacht, dass es ein Loch im Eis gibt, ein Handtuch mitgenommen 😎

Somit habe ich den sonnigen Wintertagen nahezu das Maximale abgerungen und mir ordentliche Vitamin D-Dosen gegeben 😀

Noch geht`s

… in kurzen Hosen. Findet auch Torben. Allerdings sind ca. – 2 ° nun auch wirklich nicht sooo kalt, zumal es zum heutigen Lauf keinen nennenswerten Wind gab. Allerdings war meine Schuhwahl wieder daneben. Ich hatte nach einer Ewigkeit mal wieder die V-Trails plus Zehenzocken rausgekramt. Dabei dienten die Zehensocken nicht als Kälte- sonders als Scheuerschutz gegen Blasen, da ich die FiveFingers einfach nicht mehr gewohnt bin. Schon nach 100 m, beim Überqueren der Straße mit ihrem Schneematsch, waren die Füße naß. Da hätte ich auch wieder die Sandalen anziehen können, zumal auch meine Fersen von der befremdlichen Umhüllung nicht sonderlich begeistert waren. Immerhin blieben die Füße diesmal warm 😎

Etwas anstrengender ist das Laufen auf und im Schnee ja schon, aber zum Glück nicht durchgehend so tricky wie die Treppe von der Huntebrücke hinunter zum Deich. Aber das Winterwonderland entschädigt doch für alles 🙂

Nicht so schlimm wie befürchtet

… fielen bei uns in Oldenburg bislang der lang angekündigte Sturm und Schneefall aus. Trotzdem bin ich gestern mit gut 20 km etwas auf Vorrat gelaufen. Das war auch gut, Schnee, eisiger Wind und – 6 °, gefühlt im zweistelligen Minusbereich, hätten mich heute trotz nicht ganz so großer Heftigkeit nicht unbedingt zum Laufen nach draußen gelockt.

Bilder habe ich diese Woche nur bei meinem Lauf am Mittwoch gemacht. Bei kräftigem Tauwetter und teilweise ebenso kräftigen Regen, wurde der Lauf zu einer recht nassen Angelegenheit und führte über Kilometer durch Schmelzwasser- und Regenpfützen. Mein geplanter Kneippgang im Kleinen Bornhorster See mußte aber wegen noch geschlossener Eisdecke ausfallen.

Vom heutigen Schneesturm-Sonntag ein paar kleine Eindrücke vor und während eines Spaziergangs mit Jens, ein Wetter bei dem man sogar den Schneemann reinholt und froh ist, dass die Heizung läuft (Bild von „unserem“ Fernwärmekraftwerk)

Zum Abschluß noch ein kleines Video, das zeigt, dass es doch ein kleines Bisschen windig ist:

Winter, heut hab ich dich tanzen gesehen

Grundsätzlich vermisse ich den Winter ja nicht. Wenn er aber schon ein paar Jahre nahezu komplett durch Abwesenheit glänzte, bin auch ich ganz verzückt, wenn es, wie gestern, einmal einen ganzen Tag lang schneit und die weiße Pracht auch liegenbleibt. Da geht es mir wie im folgenden Lied besungen:

Als es anfing zu schneien hatte es zuerst noch nicht gefroren und der Schnee wollte noch von nassem Grund weggeschoben werden, was selbst meinen Kummer gewohnten Füßen etwas zu kalt war und mich zu Flipflops greifen ließ. Zwischendurch hatte es auch einmal geeisregnet, dann aber kam nur noch Schnee und es fing an zu frieren, was ein spätabendliches Nachräumen wesentlich angenehmer machte 🙂

Heute strahlte dann die Sonne vom blankgeputzten Himmel. Das ich bei diesem Wintertraum laufen gehen mußte, war natürlich klar. Ich zog die Trail-Luna Osos an die Füße und los ging es erstmal über geräumte und nicht geräumte und vielfach mit Salz oder Granulat gestreute Fußwege. Die schmalen Straßen ohne Fußwege wirkten leider als würde der Schnee schon ein paar Tage liegen, vereist und holperig, wie angetaut und wieder gefroren. Aber die Osos boten guten Grip.

Das es auch Eisregen gegeben hatte, sorgte teilweise für kristallene Baumkronen, Büsche und Zäune. Zusammen mit dem Schnee bot sich eine hier lange nicht mehr gesehene Traumlandschaft. Der Nachteil vom Eisregen war, dass er den Schnee verharscht hat und dieser deshalb nicht wirklich zum Barfußlaufen taugte. Ausprobieren mußte ich es natürlich trotzdem und so gelang mir der erste Barfußschneelauf meines Lebens. Zwar nur auf 1,1 km, dann wurde das ganze leider doch etwas schartig, aber immerhin.

Ansonsten war viel los, massenhaft Spaziergänger, Kinder rodelten den Deich hinunter, mitten im Nirgendwo war ein Schneemann gebaut worden und sogar Ski-Langläufer waren auf meiner Leib- und Magenstrecke unterwegs. Es gab viel zu gucken und die Leute hatten mit mir viel zu gucken, mit zwei Mountainbiker ergab sich sogar ein kurzes Gespräch. Es war so schön das alles auf sich wirken zu lassen und all die Betrübnis dieser Zeit war einfach mal wie weggeblasen, für eine gewisse Zeit eine andere Welt.

Ich bin 17 km durch den Schnee gelaufen, die Temperatur lag so bei ein bis zwei Grad minus und es war kaum Wind. Zudem war ich mit einer 6:05er Pace noch gar nicht einmal so langsam unterwegs für diese ungewohnte Wegeverhältnisse 🙂

Wieder zurück erwachte dann noch das Spielkind in mir, auch wenn ich zum Glück die Kamera nicht getroffen habe 😆 Angeblich sollen wir Männer ja eh nie richtig erwachsen werden, da könnte durchaus etwas dran sein 😛

Fällig

… war heute nach satten zwei Monaten Kurzstrecke mal wieder ein 20-km-Lauf. Das Wetter lockte mit trockenen, sonnigen und mäßig windigen 4°, drum steckte ich von Anfang an meine Laufsandalen als Notfallequipment in den Laufrucksack und trabte in der Mittagszeit los.

Die Rollsplitt-Strecke vermeidend lief ich entlang der Hauptstraße durch Bornhorst, fragte mich kurz ob sich da vielleicht zwei Esel gegenüberstehen, folgte dem Weg zwischen Geestrandgraben und der Landstraße nach Elsfleht/Berne. Anschließend ging es unterm Deich weiter, eine lange Gerade nach der anderen. Ich mag das.

Bis zum Wendepunkt hatte ich Rückenwind und in der Sonne war mir total warm, deshalb wanderten die Handschuhe in den Rucksack und der Reißverschluß der Jacke ein Stück weit nach unten. Die Füße waren nach ca. zwei Kilometern warm.

Mit Beginn des Rückwegs mit Gegenwind wanderten die Handschuhe aber wieder an die Hände und der Reißverschluß zurück nach oben 🙂

Die Sonne und der blaue Himmel taten der Seele gut und ein Regenschleier in der Ferne blieb auf Distanz. Herz, was wollte ich mehr. Das sich nicht alle uneingeschränkt daran erfreuen konnten, erfuhr ich kurze Zeit später, als mich eine entgegenkommende Fahrradfahrerin ohne mich eines Blickes zu würdigen von der Seite anranzte, dass das doch nicht gesund sein kann. Ich hatte mich richtig erschrocken und gar nicht reagiert, sie war ja eh gleich weg, allerdings können kurze Hosen und bare Füße bei 4 ° nicht ungesünder sein als so eine verhärmte Grantigkeit. So was ist mir schon zum zweiten Mal passiert, wie wäre es mit einfach mal die Fr… halten und harmlose Barfußläufer einfach in Ruhe lassen? 😛

Ab dem Ende der Huntestrecke mit dem lieblich müffelnden Klärwerk, folgten noch drei Kilometer Stadtstrecke …

… und dann hatte ich den ersten 20iger in 2021 im Sack. Exakt waren es 20,7 schöne Kilometer im ruhigen Tempo, die auch meinem Barfußkilometerkonto einen ordentlichen Pusch gaben. Zusammen mit ein paar weiteren Barfußläufen in diesen Monat kann ich damit auch meine Schwarzmalerei begraben, dass die Witterung meine diesbezügliche Statistik ruiniert 😎

Na also, geht doch!

Und der fiese Graupelschauer kam auch erst, als ich schon ca. 10 Minuten wieder zuhause war 😀

Nun hoffe ich nur, dass der nächste 20iger nicht wieder acht Wochen auf sich warten läßt 😉

Was man so findet

Wenn man so Jahr für Jahr so um die 160 bis 170 mal laufen geht, sieht man sehr viel an den Rändern der Laufstrecken. Schönes und weniger Schönes. Dabei sind Dinge, die einem zur Weißglut bringen können, wie immer wieder mit voller Absicht in die Landschaft geschmissener Sperrmüll oder achtlos weggeworfene Verpackungen, Tempotaschentücher oder Zigarettenkippen. Total im Trend sind zur Zeit die von mir ach so geliebten Masken. Warum man die Dinger überhaupt mit in die Natur schleppt, um sie dann zu verlieren oder wegzuwerfen, erschließt sich mir noch weniger als der Nutzen von diesen Dingern. Schon jetzt läßt sich sogar erkennen, dass der brave Bürger nicht mehr nur die bläulichen Einwegmasken verliert, sondern die seit allerneusten gehypten FFP2-Masken.

Aber weg von meinem „Lieblingsthema“ und hin zu dem Kuriosen und Witzigen, dass sich auch immer mal wieder finden läßt. So hatte ich schon 2013 einmal darüber geschrieben, dass an der Hunte auf einer Strecke von gerade einmal 2,5 km satte 20 Schuhe, Latschen und ähnliches angeschwemmt wurden. Im selben Jahr stieß ich dann auf das erste Fundstück, das auch den Weg zu uns nachhause gefunden hat, ein kleines Quietscheentchen. Gut, dass in dem Jahr dem ebenfalls entdeckten Tretttrecker (ebenfalls im Schuhbeitrag zu sehen) die Vorderräder fehlten, sonst hätte ich denn wahrscheinlich auch noch mitgeschleppt 😆

2019 stieß ich dann auf ein besonders dekoratives Stück Treibholz, das ich allerdings aufgrund von Größe und Schwere nicht beim Laufen mitgenommen hatte, sondern anschließend auf einer Fahrradtour mit Jens geborgen habe.

Im letzten Jahr war es dann Quasimodo, den ich einfach nicht seinem Schicksal überlassen konnte. Am heutigen Tag war es nun, Ihr ahnt es schon, das Krokodil, das von mir eingesammelt wurde. Zum Glück war darüberhinaus von einem größeren Spielzeugauto nur ein Fragment angeschwemmt worden, so dass ich da nicht auch noch in Versuchung kam 😯

Rückwirkend betrachtet ist die Ausbeute über so viele Jahre zum Glück nicht allzu groß, somit muß ich mir für die weitere Zukunft keine größeren Sorgen machen, dass die Sammlung doch arg zu üppig wird 😎

Es folgen zwei Bilder vom Deko-Brett im Einsatz und ein Gruppenfoto aller vier Fundstücke 🙂

Nebenbei sei noch erwähnt, dass der Krokodilrettungslauf ein kleiner Traum war. Knapp 12 km, davon nur 1,2 km nicht barfuß, bei trockenen 5 °, die einfach liefen wie geschnitten Brot und ich hätte eigentlich immer weiter laufen können. Kurz vor Ende des Laufs, vorm Bäckerladen, sprach mich noch ein älterer Herr auf meine Barfüßigkeit an und erzählte mir, dass er bis vor ein paar Jahren im Winter geregelmäßig im See baden gegangen ist. Es war ein kurzes, nettes Gespräch, es gibt so viele besondere Menschen!

Norddeutsche Berge und ein Krokodil

Ich bleibe den Bergen treu. Nach den zwei Berliner Bergläufen ging es nahezu nahtlos weiter mit einem heimischen Berglauf. Vorweg kann ich allerdings bezüglich meiner aufgeritzten Fußsohle Entwarnung geben. Was am Tage des Ungemachs noch nach einem fiesen tiefen Krater in der Fußsohle aussah, zeigte sich am Tag drauf schon recht unspektakulär und am dritten Tag schloß sich die Hornhaut schon wieder über der wunden Stelle. So wagte ich am gestrigen Mittwoch einen Barfußlauf, den ich mir wegen der herrlich hohen Temperatur von gut 10 ° und trockener Strecke auch ungerne hätte entgehen lassen.

Nach zweieinhalb Kilometern kontrollierte ich erstmalig das Befinden meiner Fußsohle, es war alles in Ordnung und blieb es auch, wie mir weitere gelegentliche Blicke zeigten.

Auf 11,4 km mit einer Pace von 6:03 hat die defekte Stelle in der Fußsohle gehalten, wunderbar. Also stand dem heutigen Berglauf nichts im Wege 😀 Dazu habe ich die selbe Strecke wie gestern gewählt. Wie jetzt Huntestrecke und Berge ❓ Jepp ❗ Die norddeutschen Berge sind doch schließlich bekanntermaßen der Wind und heute fegte ein ordentliches Stürmchen übers Flachland 😀

Und deshalb ging es …

😀

Mit kleinen Schritten, wie man das beim Bergauflaufen so macht, so wenig wie möglich mit dem Wind kämpfend, trabte ich voran. Der Wind pfiff über die Jacke wie um eine Hausecke und die Kaputze flatterte kräftig vor sich hin 😀 Die noch mäßig gefluteten Bornhorster Wiesen fungierten als blaue Bergseen 😆

Nach fünf Kilometern habe ich gewendet (ich lief exakt auf der Griesheimer Silversterlaufstrecke 😎 ) und konnte mich ab da dem Downhill hingeben 😀 Leicht und flockig ging es zurück, allerdings habe ich mich tierisch erschrocken, als da plötzlich ein Krokodil im Gras lauerte. Ist der Klimawandel jetzt schon soweit fortgeschritten, dass sich sogar solch liebliche Tierchen an der Hunte wohlfühlen? Ich kann es allerdings nicht anders sagen, aber ich fand das Raubtier eigentlich voll symphatisch 😀

Ob Krokodile auch Rehe fressen? 😯

Mich hat es auf jeden Fall nicht gefressen und ich beendete den Lauf nach 10 km unbescholten. Ich muß aber zugeben, dass ich schon bei stärkeren Sturm gelaufen bin. So war dieser Lauf nicht unbedingt Hochgebirge, aber geweht hat es trotzdem schon ganz ordentlich 🙂