Unentschlossen

Denken ist ja grundsätzlich kein Fehler und kann eigentlich nicht schaden. Aber so manche Denkerei könnte ich mir auch schenken. Wie diese heutige z. B. :

  • Gehe ich heute laufen?
  • Das Wetter ist so ekelig nasskalt
  • Als ob das schon jemals ein Argument gewesen wäre
  • Nach dem langen Sonntagslauf könntest Du doch eigentlich noch einen Tag Pause machen
  • Es wird auch schon spät, das Tageslicht schwindet
  • Wo willst Du überhaupt laufen, um auch zumindestens teilweise barfuß laufen zu können
  • Zieh doch einfach mal Sandalen an
  • Ok, Kompromis: Kurze Strecke, rauf zur Huntebrücke, auf den Fluß schauen, wieder runter, 7 km, fertig
  • Ha! ich bin losgelaufen, in Sandelen, ist ja auch naß und nur 5° und die Strecke schlecht
  • Zur Huntebrücke muß ich durchs Gewerbegebiet, um diese Zeit ist da viel Verkehr
  • Also stattdessen durch den Ortsteil, raus aus der Stadt, Richtung Großer Bornhorster See
  • Hmmm, die Schule ist gerade aus, da eiern einem nur die Kids vor den Füßen rum
  • Noch einmal die Strecke geändert, schneller raus aus der Stadt, Richtung Kleiner Bornhorster See
  • Ui, die Strecke steht endlich im Kopf
  • usw usf.

Bescheuert was ich mir um einen banalen Lauf einen Kopf machen kann 😆 Aber immerhin ich bin gelaufen. Mehr sogar, es stellte sich ein unerwartet flottes Tempo ein. Spitzenpace auf einen Kilometer immerhin mal eine 5:29. Boh ej 😀 Im Kleinen Bornhorster See gönnte ich mir die schon obligatorische Kneipp-Kur und wetzte dann mit herrlich warm durchbluteten Beinen und Füßen weiter

Nach dem Ablichten der Autobahn 29 steckte ich gerade die Digi-Cam wieder ein, als mich eine Hundebesitzerin (ich kann mich nicht erinnern, ihr schon einmal begegnet zu sein) ansprach. Ich würde doch sonst immer barfuß laufen, warum ich das denn heute nicht täte. Ob es zu rutschig wäre, wegen dem Laub und so. Ich erklärte ihr kurz meine Beweggründe für die Sandalen und sie sagte mir, dass sie meine Barfußlauferei toll findet. Oh wie nett 🙂 Eine kurze Verabschiedung und ich düste weiter.

Auf dem Rückweg mußte ich meine Streckenpläne dann zwar noch einmal wieder ändern, weil ich jetzt doch die 10 km voll machen wollte. Das hat schlußendlich auch geklappt und es war seit langer Zeit mal wieder ein recht flotter Lauf, der mit der Erkenntnis endete, dass es sich doch wieder gelohnt hat loszurennen.

Ach was, als wenn diese Erkenntnis neu wäre und ich nicht gewußt hätte, dass ich mir die ganze Denkerei hätte sparen können. Die sollte ich lieber darauf verwenden, was es heute abend zu essen gibt 😆

Es gibt aber noch andere Gründe das Denken zu unterlassen, weil das Denken in dem Fall nur an den Rand des eigenen Verstandes führt. Nur kurze Zeit nach dem Lauf erfahre ich von dem Schrecken in Trier, vier tote Menschen, darunter ein Baby, und viele Verletzte durch eine Amokfahrt. Unfassbar, so sinnlos, gedanklich nicht zu fassen. Immerhin erfahre ich sehr schnell, dass mein Freund in Trier und seine Familie nicht unmittelbar betroffen sind.

1., 1., 1. und 3., 3., 3.

Der 1. Advent, der 1. Frost dieses Herbst/Winters, der 1. Barfußlauf mit einer Länge von über 23 Kilometern. Dieser heutige Sonntag hatte wahrlich ein paar Besonderheiten aufzuweisen. Spät in diesem Herbst lag heute morgen der erste Raureif auf Haus- und Autodächern und auch im Garten glitzerte es, wie man es sich für einen 1. Advent nur wünschen kann. Die Rosenblüten in unserem Garten haben den ersten Frost aber noch gut überstanden 🙂

Zur Mittagsstunde um Eins machte ich mich auf zu Schwiegermuttern nach Berne, um pünktlich zur Teatime da zu sein. Es war perfektes Laufwetter, das ich mir einfach nicht entgehen lassen und ausgiebig auskosten mochte. Klare Luft, Anfangs noch Sonne, so gut wie kein Wind und eine Temperatur von um die 3° C. Zum Start lief ich erst ein kurzes Stück in die entgegengesetzte Richtung gen Innenstadt, weil ich dieses Mal endlich einmal etwas vernünftig Strecke machen wollte 😎

Deshalb rollte ich die Huntestrecke von ihrem Anfang am Klärwerk an auf. Auf den Weg dorthin kam mir auf der anderen Straßenseite ein flotter Läufer entgegen, der mich mit Daumen hoch grüßte. Ich denke er bezog sich dabei auf mein Barfußlaufen 🙂 An der Hunte angekommen, herrschte reger Ausflugsverkehr, dem ich erst nach insgesamt gut neun Kilometern entkommen konnte, als ich auf die Offroad-Strecke abbog. Bis hierher schien, nur von einem schwachen Schauer unterbrochen, noch vielfach die Sonne. Dann zog es sich zu und schon gegen 15 Uhr hatte ich den Eindruck es würde bereits dämmern.

Knapp 10 km ging es über die grasbewachsenen Wege und zum Ende dieses Teilstücks hin wurden die Füße langsam etwas kalt. Speziell wenn das feuchte Gras so hochstand, dass es über die Fußrücken streifen konnte, kühlten die Füße doch etwas aus. Wie herrlich war es da, dass ich die letzten knapp fünf Kilometer wieder über trockenen Asphalt laufen konnte. Der Asphalt fühlte sich an, als würde er über eine Fußbodenheizung verfügen und so kam ich nach 23,6 km mit wohlig warmen Füßen bei meiner Schwiegermutter an.

23,6 km in knapp 3 Stunden bei 3 Grad, dass war ein wahrlich bislang außergewöhnlicher Barfuß-Lauf, der viel Spaß gemacht hat und ein genialer Abschluß für den November war. Morgen mache ich nämlich Pause 🙂

Weniger laufen, mehr essen

Heute morgen schickte sich bei meinem Blick auf die Waage das sechste Kilo an zu verschwinden. Sechs Kilo habe ich somit in den letzten Wochen und Monaten aufgrund meiner psychischen Belastung schon verloren. Dabei esse ich normal und auch mit Appetit. Selbst nahrhaftes Bier schafft es, im Gegensatz zu bei manch anderen, …

… nicht meinen Körper ausreichend Kalorien zuzuführen. Dabei trinke ich bestimmt schon vier, fünf Bier … in der Woche. Somit verdünnisiert sich mein einziges Speckröllchen auf Bauchnabelhöhe zusehens. Wie schön, ich sollte Corona dankbar sein. Mein Hausarzt rät mir deshalb ich solle weniger laufen und mehr essen. Der Traum eines jeden Couchpotato, er soll mir jetzt die Rettung bringen. Dabei bin ich gerade wieder in meinem normalen Laufrhythmus drin und toure so meine gut 50 km die Woche. Das werde ich mir auch nicht nehmen lassen.

Was mich also das Gewicht genau kostet, weiß ich nicht wirklich. Mein Ruhepuls (seine Sieben-Tage-Inzidenz liegt zwischen 35 und 41) spricht ja eigentlich nicht für einen hohen Streßlevel. Allerdings sprechen permanenter Druck auf Kopf und Ohren und ein gestörtes Schlafverhalten eine andere Sprache. Ich schlafe mit belastenden Gedanken ein, wenn ich wach werde, weil ich auf die Toilette muß, sind sie bei mir und beim Aufstehen sowieso gleich wieder. Ich habe irgendwann einmal irgendwo gelesen, dass das Gehirn den Energieverbrauch einer 25 Watt-Glühbirne hat. Zehrt also mein Hirn den Körper langsam aus? Keine Ahnung 😦

Ich sehe mich mit meiner Depression inzwischen, in Gesellschaft von vielen tausend anderen Betroffenen auch, als Kollateralschaden dieses ganzes Corona-Aktionismus unserer Politik. Von den ganzen Wirtschaftszweigen, die in die Grütze gefahren werden, und den daran hängenden Schicksalen ganz zu schweigen. Dafür sitzen heute wieder unsere Health-Angels (Mutti und die 16 Zwerge) zusammen um den Lockdown zu verlängern und uns mit weiteren idiotischen Maßnahmen (die Maskenpflicht fehlte bislang ja auch noch auf Parkplätzen und vor Geschäftseingängen, wo wir uns ja bislang in Massen infiziert haben) in den Wahnsinn zu treiben. Diese gütige Fürsorge unserer Landesväter und -mütter, die uns von ihnen mit besorgten Minen und mahnenden und warnenden Worten vorgetragen wird, macht mich so aggro, dass ich oder sie froh sein können, dass ich ihnen nicht persönlich begegne.

Gestern kondoliert der Landrat vom Kreis Vechta via Zeitung den Angehörigen eines im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorbenen 92-jährigen, während ein gleichaltriger Nichtinfizierter oder Abertausende zum Teil erheblich jüngere, an Krebs, Schlaganfall, Herzinfarkt oder sonst etwas versterbende Menschen ohne die salbungsvollen Worte der Politikprominenz den Löffel abgeben dürfen. In welch verlogene Doppelmoral verkommt unser Land durch diese Coronahysterie? Wenn Menschen durch Krankenhauskeime sterben (deren Resistenzen durch den massenhaften Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung immer größer werden) oder durch den Einsatz von Glyphosat oder sonstigen Chemiedreck (deren Verlängerung der Erlaubnis zum Einsatz unsere Politiker freimütig abnicken) an Krebs verrecken, interessiert das unsere Politikgutmenschen einen Scheißdreck. Um den Klimawandel, kann man sich in dieser „größten Krise nach dem Krieg“ natürlich auch erstmal nicht weiter richtig kümmern. Gegen dessen Folgen für unser aller Leben ist Corona ein absolutes Nichts, nicht einmal ein Fliegenschiß an der Wand!

Da kann ich gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen könnte (was meinem Gewicht wiederum noch abträglicher wäre) und schon gar nicht so viel rennen, wie ich müßte um diese Wut und Verzweifelung aus mir herauszubekommen. Und das Volk befürwortet den ganzen Mist, geifert teilweise sogar nach noch schärferen Maßnahmen und kauft Klopapier bis zum Abwinken, bei soviel zum Himmel schreiender Dummheit kann man wirklich nur noch den Verstand verlieren.

Nach diesem Winter werden wir unser Land nicht wiedererkennen. Zwar werden von den 83 Millionen Menschen in unserem Land dann noch immer 83 Millionen übrig sein, diese sind dann aber zutiefst gespalten. Ganz abgesehen von den zu befürchtenden verheerden Auswirkungen auf Gastronomie, Hotelerie, Veranstaltungswesen, Einzelhandel, Schulen, Kultur und vielen Bereichen, nicht zuletzt unserer Staatsfinanzen, mehr. Aber Hauptsache das Gesundheitswesen (dessen (personellen) Zustand übrigens auch die Politik zu verantworten hat) und auch das allerletzte Menschenleben sind schlank durch diese Krise gekommen. Ihr mögt jetzt diesen Blog von dem durchgeknallten Deichläufer von Eurer Linkliste löschen, aber das mußte jetzt einmal raus.

Zur Versöhnung gibt es allerdings noch ein paar Impressionen von meinem gestrigen Lauf, der war nämlich wunderschön 🙂

Es kommt darauf an

Bevor ich zu meinem eigentlichen Thema komme, eines kurz vorweg: Ich durfte mich bei einem meiner Läufe in dieser Woche doch tatsächlich als Schafschubser betätigen. Erstmals während meiner jahrelangen Rennerei an der Hunte sah ich ein Schaf ganz für sich alleine auf dem Rücken liegen. Von dem vorherigen Deichschäfer wußte ich, dass Schafe es in der Regel nicht schaffen sich aus dieser Position selber wieder aufzurichten und im schlimmsten Fall daran verenden können. Somit gab ich mittels eines beherzten Schubser den Anstoß, dass sich das Tier wieder auf die Beine stellen und im eiligen Lauf zurück zu seiner inzwischen schon um einiges entfernten Herde traben konnte. Offensichtlich hätte es die Rolle zurück auf die Beine wirklich nicht ohne Hilfe geschafft.

Aber nun zum dem Thema, dem ich mich heute widmen möchte und das mal wenig mit Laufen zu tun hat. Catrina hatte Anfang der Woche u. a. Laufsocken zum Thema und als Antwort auf meinen Kommentar bei ihr, drängte sich Catrina folgende Fragestellung auf:

„Ich weiss gar nicht, wie ist es eigentlich im nicht-laufenden Leben? Im Sommer denke ich, dass du barfuss oder in Sandalen unterwegs bist, aber wie ist es wohl im Winter? Ich werde dich dies bei deinem nächsten Post mal fragen – wenn ich deine Bilder sehe, wird es mir schon wieder in den Sinn kommen“

Nun komme ich Deiner Frage einfach zuvor und mache sie zum Aufhänger für diesen Post, liebe Catrina 😎

Tja, wie ist denn nun das Leben eines Barfüßers im Winter? Ganz ehrlich, so ganz genau kann ich das noch gar nicht beantworten, weil die letzten beiden Winter hier im Norden ja gar keine richtigen Winter mit viel Frost und Eis und Schnee gewesen sind und ich jetzt gerade erst in meinen dritten kompletten Barfuß-Winter gehe.

Vom Grundsatz her würde ich sagen, dass Barfußgehen, so lange es nicht Stein und Bein friert, weniger von der absoluten Temperatur als von der Witterung abhängt. So kann man z. B. bei trockenem und kaltem Wetter, gepaart mit etwas Sonnenschein (den der Untergrund auch im Winter immer noch leicht aufnimmt) noch ganz gut barfuß unterwegs sein, während bei gleicher oder sogar etwas höherer Temperatur feuchtes oder nasses bzw. nasskaltes Wetter dem Barfußsein schnell seine Grenzen aufzeigt. Bei den beiden vergangenen Wintern hat es dann aber eigentlich schon gereicht, die Füße vom direkten Kontakt mit dem Untergrund zu entkoppeln, sprich ich habe dann lediglich meine dünnen Laufsandalen getragen. So ließ es sich z. B. im letzten Jahr mit diesen Sandalen auch stundenlang auf Weihnachtsmärkten aushalten, Doris kann das bestätigen 😀

Ansonsten macht bekanntlich die Dosis das Gift und als grobe Faustregel sage ich mal, dass ich dann Sandalen oder auch Schuhe brauche, wenn ich auch Handschuhe brauche. Also wenn ich im Winter länger draußen bin und mich auch nicht viel oder nur langsam bewege. Hingegen braucht es auch bei Frost keine Schuhe, wenn ich z. B. die Mülltonne an die Straße bringe, bei Einkaufen vom Auto zum Supermarkt-Eingang gehe usw. Unser ehemaliger Controller hatte morgens einmal fast die Fassung verloren als ich über den Parkplatz zum Hintereingang vom Bürogebäude barfuß durch frisch gefallenen, trockenen Schnee gegangen bin (was übrigens herrlich gewesen ist) 😀 Und auch Scheibenfreikratzen geht noch barfuß, solange die Temperaturen nicht extrem kalt sind, also ich dabei auch keine Handschuhe trage:

Genauso wie längere Spaziergänge z. B. im März 2018 auf Sylt, sofern man etwas in Bewegung bleibt, und da war es wirklich schattig 🙂 :

Es geht also recht viel barfuß, zumindestens in klimagewandelten, norddeutschen Durchschnittswintern, und wenn alle Stricke reißen, wie z. B. bei einem ekelig-naßkalten Schneematsch-Lauf im Dezember 2017 …

… habe ich auch noch ein ganzes Arsenal an Barfußschuhen fürs Laufen und für den Alltag. Die habe ich mir alle einmal zugelegt, weil ich ursprünglich nie die Absicht hatte, zum kompletten Barfüßer zu mutieren.

Nun bin ich es fast vollständig geworden und genieße es seither in vollen Zügen mit gesunden, kräftigen und nahezu immer wohlig warmen Füßen. Darüber schreibe ich übrigens gelegentlich auch in einem eigenen Blog, der auch in meiner Linkliste am rechten Rand auftaucht.

Einzeldosis und so

Das Wetter ist ja immer ein dankbares Thema und das Wetter in diesem November ist sogar ganz besonders dankbares. Nach nur zwei Tagen klassisch nebeliger Novemberstimmung hat auch hier im Norden die Sonne wieder die Oberhand gewonnen und erhellt das Gemüt. Teilweise erwärmt sie es sogar 🙂

In der vergangengen Woche bin ich noch ewiger Zeit einmal wieder auf dem Utkiek gelaufen, alleine und zu einer früheren Uhrzeit als unsere Gruppe das normalerweise tut. Die frühere Uhrzeit hatte den Vorteil noch das Tageslicht mitnehmen zu können und den Nachteil, dass dort unendlich viele Leute mit ihren Hunden unterwegs waren. So kam es auch nach langer langer Zeit mal wieder zu einem unschönen Erlebnis. Vor mir gingen zwei Frauen mit ihren Hunden (Rasse weiß ich nicht, schöne dunkelbraune Tiere in ca. Labradorgröße) spazieren. Ich machte frühzeitig auf mich aufmerksam und die beiden Damen machten mir Platz ohne sich um ihre freilaufenden Hunde zu kümmern. Ich gehe dann immer davon aus, dass die Hunde sich dann auch nicht für Läufer interessieren. Das galt aber nicht für den einen der beiden, der mich ansprang und ich ihn nur mühsam davon abhalten konnte, dass immer wieder zu tun. Schließlich pfiff Frauchen ihn zurück und ich war genervt, weil ich a) kein Hundespielzeug bin und b) die Krallen von einem zig Kilo schweren Hund auf nackter Haut bzw. durch die dünne Lauftight schmerzhaft zu spüren waren.

Davon abgesehen war der Lauf schön und die „Höhenmeter“ trotz eines halben Jahres Abstinenz kaum als Anstrengung spürbar. Zum Schluß schaffte es sogar noch ein Schauer mich binnen Minuten zu durchweichen 😀

Einen bei mir eher seltenen Morgenlauf gab es auch, begleitet von einem wunderschönen Sonnenaufgang. Allerdings ließen mich die 4 – 5° gepaart mit nassem Asphalt zu meinen Sandalen greifen. Kalt UND nasser Untergrund führen dann auch bei mir einmal zu kalten Füßen, was mit etwas dünner Sohle aber gleich wieder passé ist 😉

Heute gab es dann noch einmal eine „Einzeldosis“ für mich. Uli, von unserem „Team Höhenrausch“, hatte mir angeboten sonntags gemeinsam zu laufen. Uli holte mich zuhause ab und hatte zu diesem Zeitpunkt schon eine erste 10 km-Runde in den Beinen.

Gemeinsam liefen wir weitere 10 km, bis wir uns vor seiner Haustür voneinander verabschiedeten und ich auf meinem Nachhauseweg noch gute 14 km vollmachte.

Zuhause konnte ich zum Abkühlen unseren Garten genießen. Unglaublich Mitte November noch draußen sitzen zu können und sich dabei anzuschauen wie es im Garten immer noch munter vor sich hin blüht.

Aber nicht nur draußen profitieren wir von dem warmen Novemberwetter, sondern auch drinnen. So sorgen die großen Dachfenster von unserem Dachgeschoßwohnzimmer immer noch dafür, dass wir an diesen sonnigen Tagen über Tag nicht heizen müssen. Wahnsinn! 🙂

So weiß dieser freundliche November über so manch andere Düsternis dieser Zeit hinwegzuhelfen. November 2020, Du bist bis dato ein feiner Kerl 😎

Mit fremden Federn

… schmückte sich der November in seinen ersten Tagen und machte voll einen auf goldener Oktober. Zwar waren die Temperaturen durchaus frisch, aber dafür lachte die Sonne von einem blankgeputzen Himmel. Das mußte ich am Wochenende natürlich laufend auskosten, wenn es auch aus Zeitmangel nur kurze Läufe waren.

Samstag:

Sonntag:

Am heutigen Tag war dann aber Schluß mit auf dicke Hose machen beim November. Während Oliver zwar gestern noch einmal frühlingshaftes Wetter (das wohl auch heute noch angehalten hat) in Dödeldorf genießen durfte und dabei ein paar Kilometer gesiebte Luft geatmet hatte, keimte bei meinem Lauf schon fast der Wunsch auf, die Luft durch so ein Schlabberlätzchen vor der Nase etwas vorzuwärmen. Naja, so schlimm war es dann doch bei weitem nicht, aber die Temperatur beim Lauf verfehlte knapp die 6° und dazu war es nebelig feucht mit leichtem, etwas unterkühltem Ostwind. Da durfte der Laufkleiderschrank schon mal wieder zeigen, was er so zu bieten hat und u. a. Handschuhe und Mütze waren mir hochwillkommen.

Die baren Füße vertrugen die Kühle allerdings klaglos über gute 20 km 😎 Der November kann also auch November, ob er auch Dezember kann? 🙄 Wegen meiner einer muß er das nicht unbedingt ausprobieren 😛

Rundmachen

Gelegentlich habe ich schon durchblicken lassen, dass der Herbst so richtig meine Jahreszeit ist, klimatisch und läuferisch. In diesem Oktober konnte ich, nach den nicht so prickelnden Monaten August und September, wieder so richtig loslaufen und trotz recht wechselhaftem Wetter war der Oktober für mich deshalb ein richtig goldener.

Am heutigen letzten Tag des Monats wollte ich eigentlich nicht mehr laufen gehen, war ich doch schon die letzten vier Tage hintereinander gelaufen. Aber ein Blick in meine Laufstatistik zeigte mir, dass ich da heute noch eine Sache rund machen könnte. Also machte ich mich heute vormittag doch noch einmal auf. Vorsichtshalber nahm ich für die geplante Strecke meine Laufsandalen im Rucksack mit, wußte ich doch nicht genau, was und in welchen Mengen die herbstlichen Bäume so alles auf die Bürgersteige haben purzeln lassen. Gebraucht habe ich sie nicht. Gut so, ging es heute doch noch um dieses „Rundmachen“ 🙂

Ein Stück Stadt, ein Stück Huntestrecke, ein Stück Bornhorst und zurück in meinen Ortteil Ohmstede waren heute der Kurs und zum Ende des Laufs läutete mir sogar die Ohmsteder Kirche. Naja, eigentlich war es ja das Geläut zum Reformationstags-Gottesdienst, aber irgendwie war es doch schön sich einzubilden, dass die Kirche für mich läutete, …

… weil ich mit diesem Lauf diese eine Sache rundgemacht habe 😀

Und was ist da denn nun noch rund geworden, am letzten Oktobertag? 200 Barfußkilometer in einem Monat sind da noch rund geworden. Genauer gesagt sogar ziemlich unrunde 204,1 Barfußmonatskilometer, soviel wie noch nie ❗ 😀 Es hat lediglich zwei Läufe gegeben, bei denen Sandalen im Spiel waren und diese erhöhten das Monatsergebnis schlußendlich sogar auf knapp 226 Kilometer.

Ganz schön viel nach fersenschmerz und infektbedingten, kilometermäßig mauen Vormonaten. Da regierte wohl gleich wieder etwas die männliche Unvernunft. Aber wo kein Schmerz mehr ist, kann auch gelaufen werden und Schmerzen sind da keine mehr, unglaublich nach der langen Zeit. Aber morgen und übermorgen wird jetzt regeneriert 🙂 Das habe ich mir auch verdient 😎

Kleine Unannehmlichkeiten

… lassen sich auch beim Laufen nicht immer ganz vermeiden. So ist z. B. bei meinem 28-km-Lauf vermutlich im Gellener Moor ein kleiner, mieser Mitreisender aufgesprungen. Im Bereich der Kniekehle hatte ich ihn erst zwei Tage später entdeckt und ich hoffe mal, er hat keinen weiteren Schaden angerichtet hat.

Die Smartphone-Kamera kann schon gewaltig vergrößern

Diesem unangenehmen Schleimtier mit seiner interessanten Streckenwahl konnte ich allerdings ausweichen:

In erster Linie unangenehm für die Natur ist, dass diese Mistdinger jetzt wirklich überall herumliegen und das Tempotaschentuch als bislang häufigstes Müllstück schon nahezu abgelöst haben.

Die nächste kleine Unannehmlichkeit habe ich mir wieder mal selber eingebrockt. An einem Regentag habe ich schusseligerweise meine Regenjacke nicht eingepackt, bzw. ich hatte überhaupt keine Laufjacke eingepackt und bin deshalb mit meiner Alltagssweetshirtjacke gelaufen. Bei Nässe und kaltem Wind wirklich suboptimal :-/ Der Lauf war aber trotzdem wunderbar 🙂

Die vorerst letzte Unanehmlichkeit war, dass ich mir erstmalig eine kleine Scherbe eingetreten hatte. Wo? Natürlich im össeligen Berlin, auf dem Weg zum Tempelhofer Feld 😛 Das Ding war so klein, dass ich es in der Fußsohle beim ersten Hinschauen gar nicht gleich gesehen habe, störte aber so sehr, dass ich es doch orten und dann herauspröckeln mußte, dabei habe ich sogar geblutet wie Sau, also so ein oder zwei Tropfen vielleicht 😆 Erstaunlich, aber die Scherbe war wirklich die erste ihrer Art in einer meiner Fußsohlen in den knapp vier Jahren, in denen ich barfuß laufe und meinen Alltag bestreite. Eine vertretbare Quote denke ich mal.

Der Lauf in Berlin bei feinstem Wetter war aber die Wucht.

Auffälliges Schuhwerk und auffälliges Nichtschuhwerk, dit is Berlin! 😆 :

Allen Unannehmlichkeiten ist allerdings gleich, dass sie a) nicht sonderlich häufig sind und b) die Lauffreude glückerlicherweise nicht sonderlich hemmen. Also packen mers weiterhin 😎

Der Längste

Ich hatte heute Zeit und ich hatte heute Bock, das Wetter war wunderbar, heiter, fast windstill ❗ und um die 11, 12 ° warm. Da habe ich mich heute zum späten Vormittag aufgemacht zu einem etwas längeren Lauf und nach ewigen Zeiten schreibe ich hier einfach mal wieder einen Post über einen nahezu stinknormalen Longjog.

Auf ging es ein kurzes Stück durch Oldenburg, dann meine klassische Huntestrecke entlang bis zu meiner Lieblingsbank, dort rechts ab über den schönen grasbewachsenen Weg und weiter Richtung Gellen.

Die ersten gut 12 km waren geschmeidige Barfußstrecke, dann folgten allerdings schlechter Asphalt, noch schlechterer Betonweg, Eicheln übersäter Naturweg und Schotter. Für dieses Gerumpel kamen noch langer Zeit mal wieder die Luna Venados zum Einsatz.

Im Gellener Moor erwartete mich, bis auf zwei junge Mädels mit ihren Hunden, Einsamkeit pur. Vorher warf ich noch ein Blick auf eine imposante Dekoration zu einem männlichen 25. Geburtstag. Ich möchte nicht wissen, wer diese Flaschen mit diesem entsetzlichen Gesöff alle geleert hat, ich hoffe nicht der junge Mann alleine 🙂

Zum Gellener Moor gibt es einen größeren Bildercontainer, ich liebe dieses Fleckchen Erde. Allerdings habe ich noch nie gesehen, dass die Moorteiche großteils mit hohem Gras zugewachsen waren. Und ob der imposante Pfotenabdruck wohl der von einem Wolf war? 😯

Nach dem Moor lief ich Richtung Großer und Kleiner Bornhorster See. Im Kleinen Bornhorster See mußte ich mich natürlich wieder etwas erfrischen. Ich fand das Wasser auch noch recht angenehm und ich hatte sogar ein Handtuch dabei … Ach nein, ich beließ es doch lieber beim Fußabkühlen 🙂

Nach dem Fußbad folgte nur noch die Schlußetappe über die A 29, vorbei am Mini-Wäldchen und über den Damm der alten Braker Bahn.

Zu guter Letzt gurkte ich noch etwas durch die Siedlung und machte damit die 28 km voll. Damit war dieser Lauf tatsächlich der längste Lauf in diesem gesamten Jahr. Lediglich im Januar war ich mit etwas über 26 km ähnlich weit gelaufen. Das Verhältnis barfuß zur Sandale betrug heute 16,2 zu 11,8 km und die Pace lag bei 6:34. Das war aber nur die Geschwindigkeit in Bewegung, insgesamt habe ich mir für den Lauf nämlich exakt vier Stunden Zeit gelassen. Zum Laufen, Bilder machen, genießen und im Wasser rumdaddeln. Schließlich wollte ich reisen und nicht rasen, schon gar nicht, wenn man diese Strecken so gar nicht mehr gewöhnt ist 😎