Fahrrad und Zeit

Das Fahrrad kommt seit einigen Wochen wieder vermehrt zum Einsatz. Zum einen gebe ich offen zu, dass mich die Spritpreise dazu animieren, wirklich jede mögliche Strecke mit dem Fahrrad zu fahren. Dazu wird dann auch schon mal wieder der Anhänger angekoppelt um entspannt den Einkauf zu erledigen. Zum anderen habe ich jetzt auch die Zeit, wobei das Fahrrad in der Stadt eh kaum langsamer wenn nicht sogar schneller als das Auto ist. Schlußendlich macht es die Jahreszeit ja jetzt auch sehr angenehm.

Nachdem seit Samstag das Flötenteich-Freibad geöffnet hat, hat mich mein Fahrrad am Montag das erste Mal auch dorthin gebraucht. Allerdings sind es auch gerade mal drei Fahrrad-Minuten 😎 Gegen 9:30 Uhr war ich im Wasser und es war einfach nur herrlich. Es war wenig los und viel Platz, trotz einer Schulklasse, die sich in einem andere Teil des Beckens tummelte, das ich für meine Kraulversuche auserkoren habe. Dazu ist auch noch der erhoffte Effekt eingetreten, dass es sich im Schwimmbad leichter üben läßt als im See und so ist es mir an dem Montag immerhin schon viermal gelungen so 25 m durchzukraulen. Arme, Beine und Atmung zu koordinieren bleibt aber noch eine Herausforderung und bis ich es halbwegs beherrsche wird wohl noch so manche 10er-Karte durchgehen, die ich mir heute, beim zweiten Besuch, zu gelegt habe. Das Flötenteich-Bad ist ganz nett, allerdings geht es diesen Sommer in seine letzte Saison, weil es einem neuen Hallen- und Gesundheitsbad weichen wird.

Wunderbar auch, dass ich jetzt die Zeit habe um morgens schwimmen zu gehen, wo eben wenig los ist. Das macht es sehr streßfrei und gibt mir auch Sicherheit um in Ruhe zu üben. Zeit habe ich dann auch für ein entspanntes Frühstück danach. Bei dem jetzigen schönen Wetter natürlich auf der Terrasse.

Zeit ist aber auch, um das Fahrrad nicht nur für reine Transportzwecke zu nutzen, sondern um auch mal eine etwas flottere Runde zu drehen. So genoß ich es gestern mit bis zu 32 km/h durch die flachen Lande zu rauschen und dabei meinem Laufrevier mal wieder einen Besuch abzustatten.

So versuche ich langsam die Trägheit, die in den letzten Wochen über mich gekommen ist, wieder etwas abzulegen, was hoffentlich auch meinem Gewicht zuträglich ist, das am Wochenende das erste Mal in meinem Leben die 80 kg-Latte übersprungen hat 😯 Außerdem tut`s dem Gemüt gut, ist ja auch nicht ganz unwichtig 🙂

„Tag ohne Schuhe“

Heute brachte ich mein Auto zur Inspektion und weil ich zur Zeit ja nicht laufe, verfrachtete ich gestern Abend mein Fahrrad in den Kofferraum um von der Werkstatt zurückradeln zu können. Während ich gerade damit beschäftigt war, kam meine Mutter aus ihrer Haustür mit ihrem Telefon am Ohr. „Telefon für Dich, Radio Bremen“ sagte sie zu mir. Dran war der Redakteuer der Morgensendung und wollte mich für ein Interview angesichts des „Tages ohne Schuhe“ am heutigen 10.05. gewinnen. Offensichtlich hat man im Internet gestöbert um jemanden zum Thema zu finden und ist über meinen Blog gestolpert . Da ich eine entsprechende Anfrage-E-Mail nicht so schnell gelesen hatte, suchte man im Telefonbuch nach diesem Dank und fand nur die Telefonnummer meiner Mutter 😀

Lange Rede kurzer Sinn, auch wenn ich von diesem „Tag ohne Schuhe“ noch nie gehört hatte, stand ich natürlich für ein Interview zu Thema „barfuß“ zur Verfügung und freundlicher Weise hat mir Radio Bremen, genauer gesagt Bremen Eins, auch die Genehmigung zur Veröffentlichung auf meinem Blog gegeben.

Mit freundlicher Genehmigung von Radio Bremen

Das ist schon das zweite Interview, dass ich diesem Sender gegeben habe. Vor drei Jahren kam ich schon einmal zum Zuge, als ich meinen ersten Barfuß-Wettkampf gelaufen bin 🙂 Damals kam das sehr spontan zustande.

Ansonsten mache ich das, was ich mir nach dem Abbruch meines Klinikaufenthalts vorgenommen habe: Es mir gutgehen lassen. Mit etwas Schwimmen, etwas Radeln und viel Relaxen.

Damit geht es mir im Augenblick ganz gut und dieses Interview war ein ungeahntes Highlight in diesen Tagen 😀

Feuer mit Benzin löschen

„Wenn ich aus der Klinik wieder da bin, gehen wir essen“, das sagte ich zu Jens an meinem letzten Abend zuhause und so sind wir gestern abend essen gegangen 🙂 Da war ich nämlich schon wieder zuhause, weil ich meinen Ankunftstag in der Klinik auch zum Abreisetag erkoren habe.

Ein grottiges Mittagessen als erste Mahlzeit, nebst Unterhaltung mit meinen Tischnachbarinnen und die Zuweisung meines Zimmers haben mir gereicht um zu entscheiden: Hier bleibst Du nicht. Bei gekochtem Rindfleisch, wässerigen Kartoffeln, fieser Meerrettich-Soße und ungenießbaren Bohnen erzählte mir eine Tischnachbarin, dass sie vor vier Tagen angekommen sei und noch kein Gespräch mit einem Psychologen führen konnte. Eine andere Tischnachbarin erzählte mir, dass es bei ihr Tage gibt, wo überhaupt nichts an Therapien stattfinden würde. Da gäbe es nur die drei Mahlzeiten und sonst nichts, gar nichts. Dazu muß man wissen, dass die Klinik drei Kilometer außerhalb des Ortes mitten in der Pampa liegt.

Mein Zimmer lag im hintersten Winkel der Station. Fast so groß wie ein Tanzsaal und finster, da direkt vorm Fenster Bäume standen, deren Zweige fast an den Scheiben kratzten. Das zweite Fenster gab dafür mehr Weitblick auf den Parkplatz. Kein Fernsehen, kein Radio und bis in den Winkel der Station reicht auch das Klinik-Wlan nicht. Ein Zimmer zum depressiv werden und nicht um die Depression loszuwerden und das für Wochen? 🙄 Ein Zimmertausch wurde aus „organisatorischen“ Gründen abgelehnt.

Das Aufnahmegespräch mit der Stationsärztin war nett, das mit der Oberärztin völlig emotionslos. Routiniert wurde abgefragt, ohne das ich das Gefühl hatte, dass wirklich auf einen eingegangen wurde. Dafür war das Interesse an meiner FFP2-Maske umso größer. „Die sitzt nicht richtig, wir geben ihnen eine andere“. Überhaupt die Maske, gleich nach Ankunft hatte ich sie zwei Stunden ununterbrochen auf der Nase. Was arbeitschutzrechlich schon gar nicht zulässig ist, wird hier um des edlen Gesundheitsschutzes Willen gnadenlos durchgezogen. Corona bedingt sind auch Wochenendheimfahrten nicht erlaubt, es interessiert aber keinen, was Du am Wochenende treibst und mit wieviel Menschen du dich wo triffst.

Solche unsinnigen, widersprüchlichen Corona-Maßnahmen haben mich schon während der letzten zwei Jahre zum Wahnsinn getrieben und nachdem endlich die Maskenpflicht und weiterer Blödsinn aufgehoben sind, holt mich in der Klinik alles wieder ein. Dazu kommt, dass ich als Ungeimpfer bei Kontakt zu einer im Hause positiv getesteten Person die Klinik für die 10-tägige Quarantäne-Zeit verlassen muß, da „darf“ man dann nach Hause. Die Oberärztin hat mir dann auch gleich gesagt, dass es aktuell dauernd positiv getestete Personen im Haus gäbe. Also hätte dieses Damoklesschwert auch noch ständig über mir gehangen. Weitere Kleinigkeiten wie das eine Patientin, die vorher meinen Platz am Esstisch gehabt hat, aber über einen Wechsel in eine andere Essensgruppe offensichtlich nicht informiert wurde und deshalb wutschnabend und fuchsteufelswild den Speiseraum verließ und so weiter und so fort will ich hier gar nicht alle aufführen.

Nein, nein, so kann keine psychosomatische, psychiatrische Behandlung funktioneren. Ein Freund von mir, dem ich kurz vor Abreise erzählt hatte, wie das in der Klinik corona-mäßig so laufen soll, sagte in Bezug auf mein spezielles Verhältnis zu diesem Thema: Das ist ja wie Feuer mit Benzin löschen. Ich konnte nich ahnen, wie recht er haben sollte. Da mein Psychotherapeut hier in Oldenburg jetzt selber erst einmal in eine Reha geht, werde ich mir jetzt erst einmal eine Auszeit von allem Therapie-Gesumse nehmen und einfach versuchen zur Ruhe zu kommen und die Zeit zu genießen. Wie zum Beispiel am Dienstag vor Abreise, wo ich noch einmal zum See geradelt und etwas geschwommen bin. Da habe ich echt mehr von!

Darüber hinaus werde ich mich mal um einen Termin beim Orthopäden kümmern, in der Hoffnung, dass der weiß, wie ich das mit meiner Ferse endlich mal wieder in Ordnung bekomme. Am 14.05. öffnet das Freibad bei mir in der Nähe und ich will vorher nochmal ins Hallenbad, damit ich wenigstens beim Schwimmen langsam mal weiterkomme 🙂

Mit der Entscheidung nicht in der Klinik zu bleiben, bin ich nach erster Aufgewühltheit jetzt mit mir im Reinen. Ein Freund von mir schrieb mir bei WhatsApp: „Wenn sich alles in einem sträubt, dann kann es schwerlich sinnvoll sein, trotzdem zu verweilen, nicht bei seelischer Relevanz und nicht bei wochenlanger Dauer“ Besser kann man es nicht zusammenfassen.

Ein wunderschöner Tag und ein vorläufiges Ende

„Was machen wir Montag?“ fragte Jens zu Beginn der Ostertage. „Etwas schönes“ antwortete ich und das ist uns auch gelungen. Wir haben das Künstlerdorf Worpswede angesteuert. Nordöstlich von Bremen gelegen ist es von Oldenburg ca. 80 km entfernt und ich war noch nie dort und Jens nur vor Jahrenden einmal.

Bei Bilderbuchwetter ging es durch flache Landschaften nach Worpswede, um erstaunt festzustellen, dass es dort sogar leicht hügelig ist. Ich lasse einfach ein paar Bilder sprechen, die allerdings das „hügelige“ nicht wiedergeben.

Worpswede-Impressionen

Etwas Kunst

Auf der Rückfahrt mied ich die Autobahnen und der Weg führte uns am U-Boot-Bunker Valentin vorbei. Jens hat diese gigantische Anlage noch nie gesehen, obwohl er genau auf der anderen Weserseite groß geworden ist. Deshalb machten wir nach dort einen Abstecher. Ich kannte die Anlage schon von einer Rennradtour und einem Lauf. Trotzdem ist dieses über 400 m lange und knapp 100 m breite Monstrüm mit seiner erschütternden Entstehungsgeschichte immer wieder beeindruckend und liegt dazu auch unverschämt schön.

Nach diesem Abstecher setzten wir mit der Fähre über die Weser, fuhren nach Oldenburg und gönnten uns in der Stadt zum Abschluß des Tages ein leckeres Essen.

VORLÄUFIGES ENDE

Am Gründonnerstag hatte ich nach einem vor Wochen stattgefundenen, frustierenden Gespräch mit meinem Arbeitgeber und einem weiteren Gespräch mit der Amtsärtzin auf ihr Geheiß hin einen Termin zur Begutachtung bei einem Psychiater. Diesem Termin habe ich über vier Wochen mit gemischten Gefühlen, Unsicherheit und zunehmender Unruhe und Anspannung entgegen gesehen. Diese Anspannung löste sich binnen Minuten als ich dem Psychiater gegenüber saß. Er war ein cooler Typ in meinem Alter, mit tätowierten Armen und spaciger Frisur. Er hat sofort meine Problematik erkannt, sprach von der Ernsthaftigkeit meiner Erkrankung und hat mich einfach nur verstanden wie kein anderer zuvor. Über die Geschehnisse der letzten 10 Jahre speziell in Bezug auf einen nicht ganz unwesentlichen Teil meines Lebens (ich denke meine Stammleser wissen welche ich meine) war er teilweise entsetzt, empört und fast außer sich. Lange Rede kurzer Sinn: Kern seines Gutachtens wird es sein, dass ich in den vorläufigen Ruhestand versetzt werde, erst einmal befristet für zwei Jahre, um überhaupt erst einmal wieder gesund werden zu können und um Zeit dafür zu haben mich neu zu orientieren.

Nach diesem gut einstündigen Gespräch fuhr ich zurück nach Oldenburg, verbrachte mit Jens seine Mittagspause, hatte danach ein tolles Telefonat mit einer lieben Freundin und danach noch ein Gespräch mit meinem Psychotherapeuten, das wir extra so terminiert hatten, um das Gespräch mit dem Psychiater aufarbeiten zu können. Zu guter Letzt rief dann auch noch die Klinik an, bei der ich für eine Aufnahme auf der Warteliste stand, um mir mitzuteilen, dass ich am 28.04. statt erst in ein paar Monaten aufgenommen werde.

Zuhause ankommen war ich fix und fertig. Ich glaube so fertig wie noch nie in meinem ganzen Leben. Erleichert, aber auch traurig und einfach nur zutiefst erschöpft, mit einem Kopf, der mit den Tagesereignissen total überfordert war. Es folgten ein unruhige Nacht, ein nach wie vor überfüllter Kopf und für eineinhalb Tage ein rebellierender Darm. Das ganze Konstrukt aus meiner Depression, des Nicht wissens wie es weitergeht, das Leben von Monat zu Monat, dieser immerwährende Ausnahmezustand, das alles brach über mir zusammen und erlaubte mir fast kein klares Denken und ich war zu fast nix fähig. So war ich auch überhaupt erst am Ostermontag imstande, diesen Ausflug mit Jens zu unternehmen und zu genießen.

Jetzt bin ich erstmal froh, dass ich in gut einer Woche in die Klinik kann. Bzw. bin ich noch froher wenn ich erst einmal da bin, damit dieses leichte Unbehagen, bezüglich dessen was mich dort erwartet, hoffentlich von mir abfallen kann. Immerhin weiß ich schon, dass die Klinik ein Schwimmbad hat und Sport sicher ein Teil der Therapie sein wird.

Ganz schön strecken

Zarte Wärme fächelte gestern übers Land und nach dem ich mich vormittags schon aufs Fahrrad geschwungen hatte um zu meinem Psychotherapeuten zu radeln, machte ich mich nachmittags noch einmal auf zu einer kleinen Runde durch mein eigentliches Laufgebiet. Dabei galt es auf der ersten Hälfte ganz schön gegen den Wind anzustrampeln, den man auf den Bildern aber so gar nicht sieht. In den Bornhorster Wiesen steht noch recht viel Wasser und bot mir einen schönen Anblick. Zu selten war ich in den letzten Wochen hier.

Heute dann mein erster Lauf nach Rückkehr aus Berlin und der erste nach drei Läufen wieder ohne Sandalen. Dafür mit Informationen zu den Zwergschafen, auf der anderen Seite der Wiese habe ich nämlich ein Schild mit QR-Code entdeckt, der sich auch von dem Foto ablesen läßt. Ansonsten ist die Internetadresse auch in der genannten E-Mail enthalten.

Zwei Wochen war ich auch schon nicht mehr im Wasser und durfte feststellen, dass das lausige Wetter der letzten Zeit der Wassertemperatur keinen Gewinn gebraucht hat. Dafür ließ es sich nach dem kalten Bad bei um die 21 ° herrlich sonnenbaden, wobei ich mich für das Foto ganz schön durchstrecken mußte, damit mein Winter- und wenig Sportspeck nicht so sehr auffällt 😆

Und das kann nur ich: rechts barfuß, links bereift 😛

Eine schwere Entscheidung und ein grottiger Lauf

Der erste Dienstag eines jeden Monats steht immer im Zeichen eines mir sehr wichtigen Meetings. Jetzt bin ja ein paar wenige Tage in Berlin und eine ebenso wichtige Tradition ist es, mit einem meiner besten Freunde hier einen Abend in unsere Stammkneipe zu gehen. Nun war mir das lange Zeit wegen dem ganzen Lockdown- und 2 G- Sch… nicht möglich und Frank hatte nur gestern Zeit und so habe ich mich schlußendlich für Letzteres entschieden. Bei meiner Absage Elke gegenüber, trug sie mir auf auf das Wohl der Meetinggruppe anzustoßen. Das haben Frank und ich uns natürlich nicht nehmen lassen und so war ich doch, wenn auch nur kurz via Smartphone-Bild, beim Meeting dabei 🙂 Ein Hoch auf die moderne Technik 😀

Ich weiß nicht, ob es an der Entscheidung für Bier statt Bildschirm gelegen hat, aber heute hatte ich einen grottigen Lauf auf dem Tempelhofer Feld. So schwer ist mir ein Lauf schon lange nicht mehr gefallen und ich mußte sogar einmal außerhalb meiner Fotostopps stehenbleiben um zu verschnaufen. Erst ganz zum Ende der gerade mal 7,7 km wurde es lockerer, aber da war der Lauf, wie gesagt, dann ja auch schon zu Ende.

Die morgige Bewegung erledigt zum Glück das Auto, es geht zurück nach Oldenburg. Berlin zeigte sich dieser Tage wettertechnisch leider sehr unfreundlich und die Farbtupfer hielten sich in Grenzen.

Das darf das nächste Mal wieder besser werden.

Verkehrt herum

Ne nä? Wer braucht das an einem 31.03. noch, nachdem es doch schon so schön war?:

Als ich gegen Halbdrei laufen gegangen bin, war der meiste Schnee zwar schon wieder weg, aber er hat für reichlich Nässe gesorgt und darüberhinaus wehte ein kräftiger, nasskalter Nordost-Wind bei vielleicht 4°. Bei diesen Witterungsverhältnissen waren die Shammas wieder die adäquate, willkommene Fußbekleidung 😎

Die Zwergschafe haben Lämmer bekommen, vielleicht so groß wie Dackel mit etwas längeren Beinen, total niedlich, wenn auch etwas fotoscheu 🙂

Dem Wetter zum Trotz, ein kurzer Gang ins Wasser mußte sein. Mit Mütze war es auszuhalten 😆

Hin zum Kleinen Bornhorster See bin ich weitestgehend über befestigte Wege gelaufen und zurück über den alten Bahndamm der Braker Bahn und andere lose Pisten. Erstaunlich wie der nasse Schnee schon gegen die lange Trockenheit angearbeitet hat, die Wege waren voller Pfützen und schlammig, da konnten die Shammas gleich einmal ihre Matschtauglichkeit beweisen und haben es auch mit Bravour getan. Nur zweimal mußte ich etwas Dreck an zwei Stellen innen von den Riemen kratzen, da es zu scheuern anfing. Aber das ist bei Sandalen normal.

Nur war das Gelaufe genau verkehrt herum, den Dreck hätte ich mir auf dem Hinweg gönnen sollen, dann wäre er im See geblieben und ich hätte mir den Schmutz nicht zuhause abschrubben brauchen und auch die Shammas hätten nach einem kurzen Bad sicher etwas ziviler ausgesehen 😀

Mit diesem Spätwinterlauf endet auch schon der März, in dem ich es immerhin schon auf 60,7 km (41,4 barfuß) gebracht habe. Auf geht`s in den April!

Von 6 auf 10

Mein heutiges Läufchen führte mich -welch Überraschung- zum Kleinen Bornhorster See. Im Rucksack wie inzwischen immer Badehose und Handtuch. Die neuen Shammas aber nicht, die hatte ich von Anbeginn an den Füßen. Es gelüstete mir einmal danach einfach vor mich hin zu traben ohne großartig auf den Untergrund achten zu müssen und die Strecke dementsprechend zu wählen. Da konnte ich mal frei weg die Schotterpisten laufen.

Am See war bei strahlendem Sonnenschein, allerdings nur so um die 12 °, einiges los. Gerade als ich anfing mich aus den Laufklamotten zu pellen, kam ein Fahrradfahrer, strebte schnurstracks zum Wasser und fing an die Wassertemperatur zu messen. Nicht nur ich fragte ihn nach dem Messerergebnis und er antwortete, dass er es selbst kaum glauben könnte, es wären 10 °. Letzte Woche wären es noch 6 ° gewesen. Vier Grad mehr in einer Woche sind in der Tat ein Sprung, aber es gab ja zu letzt auch einige recht warme Tage.

Na, da konnte ich mich ja getrost in die warmen Fluten stürzen und tatsächlich, ich hatte gar nicht so einen Fluchtreflex wie die Male zuvor und blieb diesmal bestimmt schon zwei, drei Minuten im Wasser 😀 Cool, mal die Wassertemperatur zu erfahren. Speziell auch die der Vorwoche. Da war ich wirklich schon in erfrischendem Wasser gewesen 😎

Zurück ging es dann erneut über Schotter und den alten Bahndamm der Braker Bahn. Erstmalig konnte ich einen 8 km-Lauf in den Shamma Warriers verbuchen. Ich bin von ihnen begeistert. Der Sitz und der Halt sind wirklich hervorragend. Dabei sind sie noch so unkompliziert wie kaum eine andere Sandale anzuziehen. Da könnte ich doch vielleicht öfters auf die Idee kommen deren Komfort zu nutzen und bedenkenlos über alle möglichen Strecken zu laufen.

Zwei Welten

Solange die Sonne scheint und das tut sie zur Zeit ja reichlich und solange das Laufleben nach wie vor eingeschränkt ist, peppe ich meine Läufe nun jeweils mit einem (sehr 😀 ) kurzen Bad im Kleinen Bornhorster See auf. Beim gestrigen dritten Mal zeigte sich auch schon ein kleiner Gewöhnungseffekt oder wird das Wasser einfach nur langsam wärmer? 🙄

16.03.22 mit Schlenker entlang des Großen Bornhorster Sees

Nächster Lauf am 21.03.22

Bei diesem Lauf durften meine neuen Shammas ein zweites Mal „echte“ Kilometer machen. Bislang machten sie nur Strecke, in dem ich sie immer im Laufrucksack mitschleppe 😛 Aber auf dem Rückweg wirkte mein linker Fußballen linksseitig etwas gestresst, nachdem ich auf dem Hinweg über ein Steinchen gelaufen war. Deshalb habe ich per Sandalen für Entlastung gesorgt und dem Shamma-Konto fette 3,6 km hinzugefügt 🙂

Heute gönnte ich mir bei sonnigen 18 ° eine kleine Fahrradtour, nichts wildes, einfach nur zum genießen, schauen, in die Sonne blinzeln und einen vierten Hupfer ins Wasser.

Und nun einmal etwas abseits vom Laufen

Wie das Leben so spielt, lernte ich Anfang des Jahres in den Weiten des WWW Vlad (Name von der Redaktion geändert, mein weiß heutzutage ja nie) aus Russland kennen und wir chatten seitdem alle paar Tage via Telegram. Vlad hat Deutsch studiert und so ist der Austausch völlig problemlos und für mich sehr komfortabel. Wenige Tage nach Ausbruch des Krieges fragte ich wie es ihm geht und bekam zur Antwort:

„Mein Herz bricht und leidet“

Diese rührenden Worte zeigen, dass wahrlich nicht alle Russen mit den Machenschaften eines gewissen Herrn Putin einverstanden sind. Es ist auch für viele Russen ganz schlimm.

Auf der anderen Seite lebt gerade für einige Tage Nadja (auch der Name ist geändert), eine Künstlerin aus der Ukraine, in meiner Wohnung in Berlin. Sie wurde eigentlich von meinen lieben Nachbarn in deren Zuhause aufgenommen. Allerdings kuriert die Tochter meiner Nachbarn gerade ihre Corona-Infektion aus, so dass sie Nadja ein Infektionsrisiko gleich zu Beginn nicht zumuten wollen. So bleibt sie solange in meiner Wohnung, bis die Tochter wieder gesund ist. Meine Nachbarin erzählte, dass Nadja schon viel Schreckliches erlebt hat, bevor sie sich zur Flucht entschlossen hat. Bei meinem nächsten Aufenthalt in Berlin werde ich Nadja kennenlernen und wenn es sich ergibt und paßt, werde ich ihr von Vlads Worten erzählen.

Eigentlich versuche ich ja den Ukraine-Krieg nicht an mich heranzulassen. So ganz scheint es mir wohl nicht zu gelingen. Sobald das Ganze auch nur einwenig ein persönliches Gesicht bekommt, kann es einem aber auch nicht kalt lassen.

Voilà

„Wir erwarten natürlich das erste Badebild dann hier im Blog demnächst!“ Das schrieb Elke in ihrem Kommentar auf meinen Murmeltier-Beitrag. Und voilà:

Heute

Zwergschafe, Frösche, Kalb:

So, Anbaden ist erledigt! 😛