Neben meiner Lieblingsbank

… auf meiner üblichen Huntestrecke (zu sehen hier) spielte sich heute ein Notarzteinsatz ab. Ich konnte noch nicht ahnen wo die hin wollten, als ich auf dem schmalen Weg zur Hunte zur Seite trat um Rettungs- und Notarztwagen passieren zu lassen, bis sie dann nach wenigen hundert Metern an just jenem Punkt anhielten. Im Vorbeilaufen sah ich mit einem kurzen Seitenblick einen leblosen Männerkörper mit entblößter Burst, um den sich die Wagenbesatzungen mühten. So etwas wünscht man sich beim seinem Lieblingssport nicht zu sehen, zumal mich der Gedanke daran beklemmte, dass ich den RTW bestimmt schon über 10 Minuten vorher das erste Mal und zwischenzeitlich an anderer Stelle gesehen hatte, offensichtlich konnten sie den Einsatzort nicht gleich finden.

Trotzdem konnte ich die Gedanken daran erstaunlich schnell wieder loslassen und genoß trotz regen Pfingstausflugsverkehrs, mit einigen Bemerkungen zu meinem Barfußlaufen, diesen Lauf bei fanastischem Wetter. Ungefähr einen Kilometer vor Zuhause, schon wieder im Oldenburger Stadtgebiet auf dem Bürgersteig laufend, fuhr ein Auto ganz langsam neben mir und der Fahrer fragte mich freundlich durchs geöffnete Fenster, ob er mich einmal fragen dürfte wie weit ich barfuß so laufen würde, witzig! Auf den allerletzten paar hundert Metern begegnete er mir noch mal und grüßte ein weiteres Mal.

Bilder vom Freitagslauf

So endet der Mai mit einem schönen, etwas über 17 km langen Lauf. Das Monatsergebnis ist dieses Mal etwas verhaltener als im März und April, aber ich bin immer noch sehr zufrieden. Zumal sich mein in letzter Zeit krauses Nervenkostüm wieder etwas zu glätten scheint und mich das heutige Erlebnis an der Hunte zusätzlich noch einmal mit der Nase darauf gestoßen hat, dankbar zu sein. Da scheint sich ein Einsatz einer lieben Freundin für mich offensichtlich doch gelohnt zu haben. Ein besonderes Dankeschön deshalb noch einmal dafür! 🙂

Sentimental

Als ich im März das letzte Mal am Utkiek lief, brauchte es zum Ende des Laufs noch Licht. Danach gingen dem öffentlichen Leben bekanntermaßen die Lichter aus. Jetzt, 12 Wochen später, leuchten viele Lichter des Lebens wieder und am Utkiek braucht es kein Licht mehr.

12 Wochen, Wahnsinn, wieviel Zeit schon ins Land gezogen ist und wie fern einem das Leben von vor 12 Wochen inzwischen geworden ist. Gestern aber nun wurde das nächste Stück „Normalität“ zurückerobert und ich steuerte den Utkiek an. Zu meiner Freude waren wir zum Start mit sechs Leuten unterwegs und es tat so gut, wieder mit Lauffreunden unterwegs zu sein, was nicht nur mir so ging. Es wurde allseits das Vermissen dieser geselligen Laufrunde bekundet. Die Begrüßung war entsprechend herzlich, auch wenn es natürlich nur maximal einen Ellenbogen-Check gab, und das Ganze hatte schon fast einen sentimentalen Touch.

Mir war noch nicht einmal klar, ob wir überhaupt in einer Sechser-Konstellation hätten laufen dürfen, es hat sich auch keiner von uns da kundig gemacht, es ist mir auch wumpe, genauso wie anderen Laufgruppen auch, von denen gestern erstaunlich viele unterwegs waren. Beim Laufen rückt man sich eh nicht so dicht auf die Pelle und wenn man sich mal im Nebeneinanderlaufen kurzzeitig zu nahe gekommen ist, wird die Coronawelt davon sicher auch nicht gleich untergehen.

Natürlich beherrschte dieses Thema auch unseren Lauf, es wurde aber insgesamst recht gelassen und nicht nur darüber geredet. So verging die Stunde wie im Fluge und über all die Wiedersehens- und Lauffreude habe ich sogar vergessen auch nur ein einziges Foto zu machen. Na sowas aber auch, das ist doch nicht normal 😀

Genervt vom genervt sein

Ja, ich gebe es zu, seit mehreren Wochen schon bin recht genervt.

Nein, eigentlich darf ich es nicht sein, schließlich geht es mir gut, gesundheitlich wie wirtschaftlich.

Trotzdem bin ich genervt und komme aktuell nur schwer dagegen an. Dabei nervt es mich, dass ich so genervt bin. Ich schwanke zwischen sich dem Genervtsein einfach hinzugeben und mir dafür selber noch welche auf den Deckel zu hauen.

Das nervt!

Was mich nervt ist natürlich in erster Linie die never ending C-Story. Zwar verschließe ich mich relativ erfolgreich der Nachrichten- und Geschwafellage zu diesem Thema. Aber ansonsten hat man im Alltag nahezu keine Chance nicht permanent daran erinnert zu werden. Nicht einmal beim ordinären Brötchenkaufen oder beim Bezahlen der Tankrechnung. Schilder über Schilder, überall Klebelinien am Boden, jeder Laden übertrumpft den nächsten in seiner vorbildlichen Umsetzung der Abstands- und Hygienregeln. Permanent habe ich das Gefühl mit einem Fehltritt die Volksgesundheit aufs Spiel zu setzen, wenn nicht gar schlimmeres. Und natürlich die dämliche Verpflichtung sich überall einen Lappen vor die Fr…. zu hängen. Mich stresst das! Für mich ist das alles eine Fortsetzung des Lockdowns, weil ich unter diesen Umständen wirklich nur das Allernötigste einkaufe und erledige. Ausnahme: Wir gehen, seit es wieder erlaubt ist, wieder in unser kleines Restaurant um die Ecke, aber auch dort, nackte Tische, um alles fix desinfizieren zu können. Wir desinfizieren uns noch dumm und dämlich und nach Corona sind wir deswegen wahrscheinlich empfänglich für jeden Sch…. für alles mögliche.

Nicht besonders erhellend kommt hinzu, dass meine bessere Hälfte seit einigen Wochen krank ist und mir darüberhinaus eine räumliche Veränderung auf der Arbeit noch zusätzlich auf den Nerven rumtrampelt. Da droht sogar meine Lauflust den Bach runterzugehen, höchst bedenklich!

Dem widerstehe ich aber tapfer und laufe meine gewohnten Umfänge und das obwohl meine linke Ferse aktuell zickt. Das hat sie vor einem Dreivierteljahr schon einmal getan und so erinnerte ich mich heute daran wieder einmal meine FiveFingers anzuziehen und daran links eine Gel-Ferseneinlage zu verwenden. Hat wieder prima geklappt, wenn auch meine, einer vollständigen Umhüllung entwöhnten, Füße gleich wieder mit Blasen auf die engen V-Runs reagiert haben. Zwar hatte ich damit gerechnet und Pflaster eingesteckt, die blieben aber nicht einmal einen Kilometer an ihrem Platz. So bin ich die letzten eineinhalb Kilometer der knapp 11 Kilometer langen Strecke doch wieder barfuß gerannt. Was mich dabei gewundert hat, ist, dass mich diese Umstände gar nicht genervt haben. Deshalb scheint bei mir wohl doch noch nicht Hopfen und Malz verloren zu sein 🙂

Gepimpter Barfußlaufschuh, eigentlich ein Widerspruch in sich. Aber wenn´s hilft 😀

Trockenheit

Wenn ich in den letzten Wochen von der großen Trockenheit hier im Norden schreibe, steht das immer etwas im Widerspruch zu den Bildern von der sattgrünen Natur, die ich dazu zeige.

Deshalb einfach mal so zu Demonstrationszwecken ein paar Bilder von meinem heutigen Lauf. So sieht es derzeit auf den Äckern aus:

Dabei sah die Welt vor gut zwei Monaten noch ganz anders aus. Kaum vorstellbar, dass ich am 10.03. noch so unterwegs war:

10.03.20 03

Und im Großen und Ganzen soll die Trockenheit auch noch bleiben. Hoffentlich kommt dieses Jahr nicht auch noch der dritte Dürresommer in Folge :-/

Barfuß nach Berne

… das war meine Absicht. Den gut 20 km von Oldenburg entfernten Wohnort meiner Schwiegermutter habe ich in den letzten Jahren so einige Male laufend aufgesucht. Auch bin ich vor fast genau einem Jahr schon einmal ein gutes Stück der Strecke, nämlich 13,5 km, barfuß gelaufen. Diesmal sollte es erstmalig die komplette, auf 21,3 km ausgetüffelte Strecke sein.

Aber schon noch einem Kilometer fand mein Vorhaben ein jähes Ende durch frisch aufgebrachten Asphalt. Normalerweise ist frischer Asphalt ein Fest für bare Füße, aber in Oldenburg wird seit geraumer Zeit auf Nebenstrecken ein extrem grober Asphalt verwendet, der kurze Zeit später noch durch eine Lage Rollsplitt verschlimmbessert wird. Dieses Stück ist jetzt auf unabsehbare Zeit fürs Barfußlaufen verloren und auf Kilometer Nr. 2  hatte ich deshalb die Leguano Socks an den Füßen.

Ab dem dritten Kilometer ging es dann aber wieder barfuß weiter und nach gut sieben Kilometer folgte ein langer grasbewachsener Abschnitt unterm Huntedeich. Die Hoffnung auf geschmeides Laufen auf kuscheligem Gras wurde allerdings enttäuscht. Die Trockenheit hat den Boden hart werden lassen, steinhart. Außerdem gelang es mir über Kilometer kaum einer Treckerspur auszuweichen, die sich zu feuchteren Zeiten in den Weg gedrückt hatte und nun zu einer knüppelharten Waschbrettpiste mutiert war. Verdorrte Maulwurfshaufen zeigen Risse wie ausgetrocknete Flußbetten. Fast die ganzen sieben Kilometer rumpelte ich über solcherlei Geläuf.

Dann folgte ein steindurchsetzter Abschnitt. Hätte ich gewußt, dass er nur ca 200 m lang ist, hätte ich die Leguano Socks gar nicht erst angezogen, so mußte ich aber noch einmal 200 m von meiner Barfußlaufchallenge abziehen :-/

Schlußendlich war ich froh, als ich endlich wieder Asphalt unter die Fußsohlen nehmen durfte. Hach, Asphalt kann sooooo schön sein 😀 Vorbei an einem Haus im Bayernlook, mit entsprechenden Gemälde an der Garagenwand, lief ich über die große Klappbrücke, um auf die andere Hunteseite zu wechseln und um die letzten Kilometer auf Berne zuzustreben.

Nach 21,2 km erreichte ich mein Ziel und verfehlte dabei mein Ziel, die gesamte Strecke barfuß zu laufen um 1,2 km. Aber ich denke, ein Verhältnis 20 zu 1,2 km kann sich auch sehen lassen 😎

In Berne erwarteten mich aus diesem Anlaß (nein, nicht meine Schwiegermama, sondern meine Schwägerin 😆 ) …

… im kleinen Kreis zuerst Torte und später Gegrilltes. Da waren so manche rubbeligen Waschbrettkilometer schnell wieder vergessen und es bleibt die Erinnerung an einen insgesamt coolen Fastbarfußlauf nach Berne 😀

Morgenlauf

Was macht man, wenn man die halbe Nacht nicht schlafen kann? Statt sich nur noch hin und her zu wälzen, aufstehen und laufen gehen. So bin ich heute in aller Herrgottsfrühe auf die Piste gegangen und wurde dafür am Kleinen Bornhorster See mit einem wunderschönen Sonnenaufgang belohnt 😎

Überraschung: Das Wasser war wärmer als die Luft, die hatte aber auch nur 3 bis 4°.

Nun zum Sonnenaufgang:

 

Bäume

Es läuft mit dem Laufen. Läufe und Kilometer sammeln sich fleißig, die Lauffreude ist groß, das Wetter läßt keine Wünsche offen, was will mein Läuferherz mehr? 🙂 Immer wieder Sonne, Sonne, Sonne, allerdings bei sehr unterschiedlichen Temperaturen. So zog ich bei meinem letzten April-Lauf am 30. sogar noch einmal meine gelbe Allwetterallzweckwaffenjacke an. Aber dieser Himmel, diese Wolken, diese Farben, dieses Blütenmeer, diese Frische, fanatastisch!

Das es immer wieder Idioten gibt, muß man einfach ausblenden. Diesen Müll sammelt regelmäßig ein 10-jähriges Mädchen. Da muß schnell noch ein idyllischen Storchenbild her, um das wieder zu vergessen.

Ein paar Tage später bot sich mir die Gelegenheit eine Runde durch den Barneführer Holz, ein Waldgebiet südlich von Oldenburg zu drehen. Dort ist es wunderschön, bedingt aber immer eine automobile Anreise, weswegen ich dort recht selten laufe. Im Wald zu laufen ist deshalb immer etwas besonderes für mich, weil selten und fast schon exotisch. Und es geht auch regelmäßig schief, so selten ich dort auch laufe, so regelmäßig verlaufe ich mich nämlich in diesem Wald. Des gewohnten freien Blickes durch die vielen Bäume beraubt, war der erste Weg, den ich an einer Abbiegung nehmen wollte, schon der falsche und der nach ca. drei Kilometern erhoffte Trail entlang der Hunte wollte und wollte sich nicht finden lassen. Genauso wenig wie die Bahnlinie Oldenburg – Osnabrück, die ich vorher noch überqueren mußte. Als ich endlich an einer Rasthütte auf einen dort hängenden Plan schauen konnte, deutete ich die Richtung, aus der kam falsch und lief deshalb folgerichtig wieder auf einem falschen Weg weiter. Die Kartenfunktion auf dem Smartphone führte mich im weiteren Verlauf noch zweimal in plötzlich endende Wege und ich gebe zu, dass ich schon etwas genervt war, als ich den Huntetrail endlich nach knapp 14 statt der grob geschätzen drei Kilometer erreichte 😆

Schlußendlich wurden deshalb aus den knapp 10 geplanten 18 Kilometer. Aber wat willste machen, wenn die Bäume da einfach zu Hauf rumstehen und Dir gnadenlos die Orientierung erschweren :mrgreen: Schön war der Lauf aber trotzdem, oder gerade deswegen? 🙄 😉

Da lobe ich mir doch Bäume in etwas homöopathischeren Dosen auf meinen üblichen Strecken, da komme ich einfach besser mit ümme 😆

Es geht halt nichts über den nötigen Weitblick 😀

Und barfuß laufen geht auf meiner Standardstrecke auch besser. Wer nämlich denkt, der Wald ist ein Barfußlaufparadies, der irrt gewaltig. Tannenzapfen, alte Bucheckern, Wurzeln, Steine und immer wieder Schotter auf den Wegen lassen diesen Traum nämlich wie eine Seifenblase zerplatzen 😉

Mein persönlicher Lockdown

Die letzten zwei, drei Wochen habe ich noch einmal intensiv versucht mich mit dem Thema Corona auseinanderzusetzen und neben der Nachrichtenlage das Internet nach Informationen zum Thema durchforstet. Ich habe mich mit den Ergebnissen von Studien befasst, die Seite des Robert-Koch-Instituts (RKI) durchstöbert, Statements von Experten zum Anfang und zum jetzigen Zeitpunkt der Pandemie verglichen und und und.  Was dabei an Widersprüchlichkeiten und Ungereimtheiten zu Tage getreten ist, ist der Wahnsinn.

Nahezu erschreckt hat mich teilweise die Rolle der Medien. Ob Fernsehen oder Printmedien: Da werden Fachleute in Zweifel gezogen und diffamiert, wenn sie eine andere als die Meanstreammeinung vertreten. Geht eine Studie nicht vom schlimmsten aus, wird sie zertreten. Es wird sich vielfach in Weltuntergangsszenarien gesuhlt statt Für und Wider sachlich abzuwägen. Am schlimmsten sind dabei die Wissenschaftsreporter, die für sich offenbar in Anspruch nehmen, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben, die sind teilweise schon, verzeiht die Ausdrucksweise, zum K….. Das ist mir in der Vergangenheit bei anderen Themen nie so klar ins Auge gesprungen, grauenhaft!

Die Ministerpräsidentenriege präsendiert sich wie eine quengelnde Kindergartenhorde: Wenn Du das machst, dann mache ich das und wenn Du Dich nicht daran hältst, dann halte ich mich auch nicht daran. Werden Regelungen von Gerichten gekippt, sind sie teilweise beleidigt und bockig, unfassbar. Was zu Anfang der Pandemie auf Bundes- und Landesebene klar und deutlich kommuniziert wurde, entwickelt sich immer mehr zu einem grotesken Provinztheater. Da kann einem die Kanzlerin nur noch leid tun, deren Bemühen um ein einheitliches und für die Menschen nachvollziehbares Vorgehen den Bach runtergeht.

Mich haben diese letzten Wochen in hohem Maße erschöpft und mein Vertrauen in die sachliche, objektive Berichterstattung vieler (nicht aller) Medien erschüttert. Ebenso wie den anfänglichen hohen Respekt für die Entscheidungen der politischen Führungsebene.

Darum verkünde ich meinen persönlichen Lockdown. Ab Donnerstag (die Kanzlerin-/Ministerpräsidentenschalte am Mittwoch nehme ich noch mit, da kann ich nicht aus mir raus) werde ich mich den Nachrichtenkanälen im Fernsehen verschließen. Verboten werden für mich Extrasendungen und Talkshows ebenso wie die täglichen Ausführungen eines Prof. Dr. Wieler in den Pressekonferenzen des RKI. Ich werde mich sämtlichen Diskussionen zu  diesem Thema im Kollegen- Nachbarschafts- oder sonstigen Kreisen entziehen. Erlaubt bleiben für mich lediglich die Nachrichten im Radio als Nachrichtengrundversorgung und der Lokalteil der Lokalzeitung.

Diese Anordnung gilt zunächst für eine Woche, danach werde ich schauen, wie sich diese Maßnahmen auf meinen Gesundheitszustand im Allgemeinen und meine Nerven im Speziellen ausgewirkt haben. Sollte es erste Anzeichen einer Besserung geben, kann ich über vorsichtige Lockerungsmaßnahmen zum Ausstieg aus dem Lockdown nachdenken. Ich werde da versuchen auf Sicht zu fahren und nur in kleinen Schritten zu denken, um keine Rückschläge zu riskieren, die das bis dahin Erreichte wieder zunichte machen.

Es reicht

… schon ein bisschen Nieselregen und es herrscht wieder Ruhe auf meiner Laufstrecke 🙂 Ich bitte es nicht falsch zu verstehen, ich gönne jedem in diesen schweren Zeiten seine Bewegung in der Natur, aber schön war es halt schon, wieder fast alleine über mein Lieblingslaufstrecke zu düsen 😀

Lediglich vier Radfahrer und drei Spaziergängerinnen begegneten mir auf 14 Kilometern, herrlich. Wetter und Einsamkeit beflügelten mich offensichtlich dermaßen, dass ich auch etwas schneller als üblich war. Außerdem waren die 14 km neuer Barfußrekord auf nassem Asphalt, den die Fußsohlen blendend überstanden haben. Die Pace lag bei schönen 5:42 und der Durchschnittspuls angeblich nur bei 137, woran ich aber leichte Zweifel hege, da ich bei meinem üblichen Tempo zwischen 6:00 bis 6:15 schon immer einen Puls im 140er-Bereich habe.

Wer hätte gedacht, dass ich mich nach dem mordsmäßig verregneten Winter so über Regen freuen würde. Für die Natur war es allerdings erst einmal nur ein Tropfen auf den heißen Stein :-/

Und einmal extra für Elke, die in meinen Posts Bilder von Häusern und Industrie vermisst 😉 : Am Ende meiner 7 km-Pendelstrecke gelange ich an den Hafen, da kann ich dann auch einmal etwas anderes als Grün und Natur bieten, aber nur ein bisschen 😀

Ein eigentlich alltäglicher Lauf, der wieder einmal einfach nur genial gewesen ist! 😎

Die Langen kommen zu kurz

Irgendwie ist es mir bis dato gar nicht so aufgefallen, aber nun kam es mir kürzlich in den Sinn: Ich laufe in letzter Zeit, ein Blick in meine Statistik verrät mir sogar schon seit ca. ein Jahr, kaum noch lange Läufe. Dabei sammel ich ja verhältnismäßig fleißig Kilometer und die Monatszahl überspringt mittlerweile regelmäßig die 200er-Marke. Zustande kommt das dadurch, dass ich inzwischen oft mehrere Tage hintereinander laufe. So kam z. B. der März auf 21 Läufe und der April, Stand heute, auch schon auf 18. So läppern sich die Kilometer zusammen, ohne dass es mir großartig aufgefallen ist, dass da kaum noch was Längeres dabei ist. In der Regel laufe ich so zwischen 10 und 14/15 km, wobei sich gelegentlich auch mal einstellige Läufe daruntermogeln.

Lange Rede kurzer Sinn, es wurde wieder einmal Zeit einen 20+-Lauf zu absolvieren. Auserkoren hatte ich dafür den Samstag. Es ging zur Huntebrücke, dann entlang der Hunte, weiter zur Gellener Torfmöörte und zum Großen und Kleinen Bornhorster See.

Am Kleinen Bornhorster See wagte ich nach 19 km einmal etwas mehr als nur eine kleine Kneippeinlage und schwang mich kurz bzw. ganz kurz 😆 komplett in die Fluten. Und was soll ich sagen?: Es war eigentlich ganz kühl cool, sprich herrlich erfrischend 😀

Nach dem Bad schnurrte ich dann etwas hölzern die letzten vier Kilometer nach Hause und vollendete immerhin mal wieder eine 23 km-Distanz 🙂

Für heute gibt es vom gut 10 km langen Lauf nur einen schnellen Blick auf die Bornhorster Wiesen, aus denen das Wasser inzwischen nahezu vollständig verschwunden ist.

Nun will ich mal schauen, dass ich die etwas längeren Läufe wieder öfters mit eingebaut bekomme. Nicht, dass mir die Langen dauerhaft zu kurz kommen 🙂