„Gut nachgedacht“

Vorab ein kleiner Rücksprung auf den Sonntag. Der war ein goldener Oktobertag  par excellence. Leider konnte wir ihn auf Grund anderer Verpflichtungen erst am späten Nachmittag genießen. Dafür wurde uns auf meiner Lieblingslaufstrecke ein besonderes Schauspiel geboten. Die Hunte lag spiegelglatt da und trat bei auflaufendem Wasser ganz seicht und zum Zuschauen über die Ufer. Dazu ein Bildercontainer, den ich Euch einfach nicht vorenthalten kann:

Das absolute Kontrastprogramm gab es bei meinem gestrigen Lauf. Grauer Himmel, starker Regen, Regen, Nieselregen, kein Regen. Das ganze bei 13°, die sich aber wärmer anfühlten.

Dazu bin ich das erste Mal in meiner „Läuferkarriere“ barfuß von zuhause losgelaufen. Einfach sehen wie weit ich komme, fünf bis sechs Kilometer stellen ja inzwischen kein großes Problem mehr da.

 

10.10. 01

Aber ausgerechnet gestern war meinen Füßen nach Mimimi. Nach nur 1,7 km habe ich es sein lassen. Die Füße waren einfach sensibel drauf, Schuhe an, Daumen runter 😉 Danach aber lief das Laufen wie es laufen soll und obwohl selbst mir die vielen Regenläufe der letzten Wochen so langsam reichen, konnte ich diesen nochmal wieder richtig genießen 🙂

 

 

Allerdings hätte ich mal vorher besser nachdenken sollen, wann ich wo laufe. Auf den letzten vier Kilometern kam ich nämlich voll in die Dunkelheit. Und gerade wo es so richtig zappenduster wurde, bog ich von der übersichtlichen, gut erkennbaren Strecke an der Hunte ab zur Brücke. Schon auf dem Weg zur Treppe durfte ich mich dann durch die ersten umgekippten Bäume schlagen und versank dabei teilweise im Modder. Auch auf der Rampe versperrten mir Bäume den Weg. Einen anderen Weg nehmen oder umkehren war aber auch keine Option, es konnten überall Bäume liegen bzw. der generelle Rückweg wäre dann zu einem sehr langen Lauf ausgeartet. Also habe ich mich weiter durchs Gehölz geschlagen. Insgesamt waren es vier umgekippte Bäume auf ungefähr einem Kilometer.  Zum Glück hatte ich mein Notfallhandy dabei, dessen Taschenlampe mit Ach und Krach genügend Licht spendete damit ich mich durchzuwuseln konnte.

Ich kam mir vor wie beim tough mudder und meine brandneuen Merrell Vapor Glove wurde bei ihrem zweiten Ausritt so richtig eingeweiht :mrgreen: Allerdings hätte ich etwas mehr Grip gebrauchen können, den bieten die gar nicht. Dafür war der Matsch aber sogar in die Schuhe geschwappt. Deshalb durften sie anschließend ausnahmesweise mit unter die Dusche 😆

 

Was für ein nasser und schmutziger Lauf, also mit allem gepaart was Spaß macht 😀 Allerdings wäre ich ohne mein treues Outdoorhandy echt aufgeschmissen gewesen.

10.10. 08

 

 

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Bedrückend

… war mein heutiger Lauf angesichts der vielen umgestürzten Bäume und abgebrochenen Kronen, die Xavier hinterlassen hat. Während Oldenburg wohl noch bis Mittwoch nicht mit der Bahn zu erreichen sein wird, drehte ich heute eine Laufrunde hin zum Großen Bornhorster See.

Schon keine 50 bis 100 m von der Haustür entfernt sah es wüst aus.

An den Straßenrändern liegen überall zu Haufen zusammengelegte, abgebrochene Äste. Auf meinem weiteren Weg konnte mein Blick nicht ein einziges Mal schweifen ohne umgeworfene Bäume und riesige, abgebrochene Äste zu sehen.

Auch am Großen Bornhorster See sah es teilweise verheerend aus. Auch dort wo ich am Montag noch mit Doris gelaufen bin, im Bereich des kleinen Steges und der Bootsanleger, hat Xavier Verwüstungen hinterlassen.

Überall heulten in den letzten zwei Tagen die Motorsägen und sie heulen noch. Im Bereich der Straßen und Wege ist das große Aufräumen aber schon weit vorgeschritten. So mancher treuer Gefährte am Wegesrand wird mir künftig fehlen.

Soviel Sturmschaden in der Natur habe ich bislang noch nie gesehen.

Zu diesen traurigen Bildern paßte auch das heutige Wetter. 10°, grauer Himmel, Nieselregen und naßkalter Wind.

07.10. 26

Angesichts der Bilder ist es ein Glück, dass in und um Oldenburg niemand zu Schaden gekommen ist.

Der heutige Lauf war nur 10 km lang und ich bin froh, nichts längeres geplant zu haben. Noch mehr Sturmschäden hätte ich mir echt nicht antun müssen 😦

Es herbstelt

… und zwar mächtig. Bei meiner gestrigen Hunterunde wehte es mal wieder ganz ordentlich, garniert mit etwas Regen und gewürzt mit noch niedriger gewindchillten 12°.

Versüßt hatte ich mir den Lauf dafür mit (noch) einem Paar neuen Laufschuhen. Irgendwie bin ich da gerade etwas im Kaufrausch 🙄 Aber die knallgelben Leguanos mußte ich unbedingt noch haben. In Sachen Paßgenauigkeit, Sitz und Hautfreundlichkeit macht den Leguanos bei mir kein anderer Minimal-/Barfußschuh, von den Five Fingers mal abgesehen, etwas vor. Deshalb habe ich mir dieses zweite Paar gegönnt. Da gucke ich gerne über die nicht gerade sexy Form hinweg. Das Gelb gibt da aber schon etwas mehr Pepp.

Ein Mütze hätte ich mir aufsetzten sollen, es zog doch mächtig an meiner kahlen Birne. An den Gedanken sich so langsam wieder etwas mehr anzutüdeln, muß ich mich halt erst wieder gewöhnen. Genauso wie daran die Uhr etwas im Auge zu behalten um nicht schon in die Dunkelheit zu geraten.

Die 14 Kilometer also bei etwas ungemütlichem Herbstwetter.

Das war aber nichts gegen das, was uns heute wettertechnisch geboten wurde. 10 bis 15 Minuten heftigste Sturmböen in der Mittagszeit sorgten in Oldenburg für reichlich umgestürzte Bäume und norddeutschlandweit für Chaos. So ruht im gesamten Norden der Zugverkehr. Ein lieber Freund sitzt seit über 6 Stunden in einem ICE auf dem Weg nach Berlin in Hamm/Westfalen fest. Als ich von der Arbeit nachhause kam, werkelte die Feuerwehr nur gute 50 m von meinem Zuhause an herausgebrochenen Baumkronen.

Da der stürmische Spuk aber so schnell vorbei war, wie er gekommen ist, sprach nichts gegen die abendliche Utkiek-Runde, zumal die Straßen frei waren und der Verkehr normal lief.

Die Aufwärmrunde um den Utkiek geriet allerdings zum reinsten Hindernislauf. Damit hatte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet.

Auf dem Utkiek selber hätte es mangels Bäumen locker laufen können, aber ich war irgendwie etwas fußlahm und freute mich deshalb, dass auch bei den Anderen die Motivation eher niedrig angesiedelt war. So ging mein erster „Berglauf“ nach nur 7,2 km im sagenhaften 8:10er Schnitt zu Ende 😯

So eine Glanzleistung bedurfte aber unbedingt einer anschließenden kulinarischen Belohnung:

05.10. 09

😆

Lauf-Sightseeing

Achtung, dieser Post enthält eine geklaute Idee! Die liebe Helge und die liebe Karina vom Tridreamteam mögen uns das nachsehen 🙂 

In diversen Großstädten dieser Welt gibt es ja Laufsightseeing, wo man die Städte im Laufschritt durcheilt und an den Sehenswürdigkeiten kurz stehen bleibt um vom Laufguide mit dem nötigen Input versorgt zu werden. Diesen Tempostreß hatten Doris, Jens und ich uns beim gestrigen Oldenburgbesichtigungsbummel aber erspart. Aber das Tempo, das Volker beim Tortenbeseitigen vorlegt, ist trotzdem beeindruckend! 😉 Das war aber nur ein Stück! Anmerkung der Redaktion 😛

Aber der heutige Lauf auf meiner Lieblings- und Standardlaufrunde artete in so eine Sightseeingtour aus. Immer wieder stoppten wir an verschiedenen Punkten, ließen die Blicke schweifen und ich gab meinen kommentatorischen Senf dazu, sofern ich denn mal von etwas Ahnung hatte. Das war nicht immer der Fall, so mußte ich auf Fragen von Doris wie „Wohin führt der Geestrandgraben?“ oder „Wie tief ist die Hunte hier?“ passen.

Deshalb versuchte ich mit fotogenen Motiven wie z. B. am Großen Bornhorster See abzulenken 😀  Ach so! Ich dachte, die Abstecher zu diversen hübschen Plätzchen seien von Anfang an so geplant gewesen… aber eigentlich versuchte ich nur, mit meinen Fragen Volker ein wenig runterzubremsen! Das war gar nicht nötig! Anmerkung der Redaktion 🙂

Zum Glück war Doris auch von den Schafen verzückt und weitere allzu tiefgründige Fragen blieben aus 😆 Erstrecht als Doris die von unzähligen Fotos bekannte, nahezu unendliche Weite meines Laufreviers selbst erleben durfte. Ach ist das flach da!!! Ich konnte gaaanz weit sehen.

Auf meiner Lieblingsbank versuchte sie dann das Posing meines Vorstellungsbildes nachzuahmen.

Fast gelungen, oder? 😀 Geht aber auch zu zweit:

02.10. 07

Weiter ging es dann auf teils frisch geteerter Strecke immer entlang der Hunte. Gelegentlich hörte ich Doris dabei kichern, immer wenn ihr bekannte Ausblicke von meinem Blog live begegneten 🙂 Lustiges Gefühl durch einen gut bekannten Blog zu laufen. Heimatliche Gefühle konnte ich bei ihr auch noch aufkommen lassen, als wir uns der österreichischen Grenze am anderen Hunteufer näherten 😀

Auch die Treppe hoch zur Huntebrücke erklomm Doris meisterhaft (hatte ich da vorhin noch was von „flach“ gesagt? 😯 da hatte ich ja die Treppe noch nicht gesehen!) und meine Groupies staunten nicht schlecht, dass ich in Damenbegleitung unterwegs war.

15 Kilometer sind wir gelaufen, für die wir uns zwei Stunden Zeit ließen. (Mein Bremsmanöver war schlußendlich also doch erfolgreich! 😀 ) Schließlich ist so eine Sightseeinglaufrunde kein Bestzeitmarathon! 🙂

Nein, Marathon war es keiner, aber den phänomenalen Pflaumenkuchen in rauhen Mengen, den wir im Anschluß bei Volkers Mutter vertilgen durften, haben wir uns trotzdem verdient!

Zu anderen Ufern

… als denen des Wallersees treibt es dieser Tage die Doris. Ein paar Ihrer Urlaubstage verbringt sie bei uns im hohen Norden. Nach ihrer gestrigen Ankunft ging es natürlich erst einmal sofort auf eine kleine Laufrunde. Dafür verschmähte Doris schweren Herzens sogar frischen Pflaumenkuchen bei meiner Mutter. Das fand das Wetter gar nicht gut und strafte uns bei unserer kleinen Einstiegsrunde mit strömenden Regen.

Aber wer Doris und mich kennt, weiß dass Regen für uns keine allzu große Strafe bedeutet 😉 Und schon kurze Zeit später stand Doris zuerst an den Ufern des Großen Bornhorster Sees …

30.09. 01

… und anschließend an den Ufern des Kleinen Bornhorster Sees:

30.09. 05

Zum ersten Beineausschütteln reichten uns 7,8 km, schließlich stand für heute ein strammes Oldenburg-Sightseeing auf dem Programm. Dazu hat das Wetter jeden Widerstand aufgegeben 😀

Und weil ein Stadtbummel alleine noch keine Läufer müde macht, haben wir anschließend noch die drei Gipfel des berühmten Osternburger Utkiek-Massivs bezwungen 🙂

Fortsetzung folgt …

Auf zu neuen Ufern

Ich muß zugeben, ich hatte mich diesmal schon etwas darauf gefreut, wenn die Marathonvorbereitung und der Marathon erst einmal vorbei sind. So kann ich mich nun in aller Ruhe der weiteren Umstellung auf Minimalschuhe widmen und schauen, wohin mich das Barfußlaufen so treibt.

Obwohl ich Sonntag ja nun einen recht gemächlichen Marathon gelaufen bin, hatten hinabführende Treppen den bislang größten Schrecken seit dem ich Marathon und Co. laufe 😯 Deshalb sollte es heute nur eine erste, kurze Runde zum Beinausschütteln sein.

Da ein Stück meiner Lieblingslaufstrecke gerade neu geteert wird, bin ich automobil angereist um zu schauen, wie weit die sind. weil ich da nämlich in den kommenden Tagen sightseeing-bedingt freie Bahn brauche.

Ab Parkplatz habe ich meinen Füßen erstmal die absolute Freiheit gegönnt und bin barfuß losgetrabt um nach einem Kilometer feststellen zu dürfen, dass es gut aus sieht mit der neuen Asphaltdecke. Das kommt natürlich auch meinen baren Füßen sehr entgegen, der bisherige Asphalt war nämlich fast nur grob zusammengeklebter Schotter und für mich nicht barfuß laufbar. Der eine Kilometer neuer Asphalt ist hingegen wirklich ein Fußschmeichler 🙂

Warum man aber nicht auch die letzten 300 bis 400 Meter bis zum Anschluß an den bis dato schon guten Weg neu gemacht hat, bleibt mir mal wieder ein Rätzel. Man hat tatsächlich nur Rollsplitt auf den hier nicht ganz so groben, aber extrem maroden Asphalt gekippt. Wer den auf dieser autofreien Strecken festfahren soll, ist mir allerdings schleierhaft.

27.09. 05

Weser? Hunte!

 

Na, dann kamen ab hier eben meine neuen Schluffen zum Einsatz, die ich mir vergangene Woche in Börlin gekofft hatte. Im wunderbar beschaulichen Köpenick gibt es ein klasse Laufgeschäft, bei dem ich die Merrel Vapor Glove 3 erstanden habe und auf deren ersten Ausritt ich mich schon sehr gefreut hatte.

Die Dinger sitzen gut und angenehm und machen Spaß. Soviel Spaß wie der gesamte Lauf. Vorgenommen hatte ich mir 5 bis 7 Kilometer, geworden sind es 10,2 km. Auf den letzten 1,3 km verschwanden die Merrels sogar noch einmal wieder von meinen Füßen.

Vom Marathon war nichts mehr zu spüren, so gefällt mir das. Auf in den Herbst, mein liebste Jahreszeit.

 

 

Listen to your heart

Das war er gestern, der erste Berlin-Marathon für mich.

Am Dienstag letzter Woche schon reiste ich nach Berlin. Die eigenen vier Wände in der Stadt und Urlaub machten es möglich. Das süße läuferische Nichtstun in den letzten Tagen vor einem Marathon konnte ich so durch allerlei Aktivitäten ausfüllen.

Allerdings sank die Motivation am Sonntag 42 km zu laufen über diese Tage gen Null. Absolut Null Bock auf Marathon. Also sausen lassen? Wo ich doch Losglück für die Teilnahme hatte und dieses Losglück dann auch noch mit über 100 € bezahlen durfte? Wo ich mich trotz Borreliose-Therapie durchs Training geschlagen hatte? Nein, dass stand völlig außer Frage.

Schließlich war ich ja auch nicht alleine. Elke und ihr Mann Chris liefen schließlich auch und so traf ich die Beiden nach deren Anreise am Freitag am Potsdamer Platz um uns anschließend ins Getümmel der Startunterlagenabholung und der Marathonmesse zu werfen. Stress kam aber keiner auf. Die gesamte Organisation des Berlin-Marathons ist bestens und so gibt es auch zu keiner Zeit irgendwo nennenswerte Wartezeiten oder allzu großes Gedränge.

Berlin 02

Nach der Marathonmesse hatten Elke, Chris und ich dann in Berlin noch zünftig bayrisch gegessen. Am Samstagabend durfte ich die Beiden zu unserer eigenen Pastaparty in meinem kleinen Zuhause begrüßen.

Nach mäßig geschlafener Nacht ging es dann zeitig aus den Federn. Der Veranstalter hatte sich Anwesenheit im Startbereich schon um 7:30 Uhr erbeten. Angesichts einer Startzeit erst um 10:00 Uhr war ich auch nicht ganz so willig dem zu folgen. So stiefelte ich erst gegen 7:30 Uhr von zuhause los. Noch in der U-Bahn ist meine morgentliche Begeisterung ungefähr mit der Schärfe des Bildes zu vergleichen 🙂

03

Das sonntagmorgentlich ruhige Berlin füllte sich zusehends mit Läufern und spätestens ab Hauptbahnhof war dann nicht mehr zu verkennen, dass hier läuferisch großes geschehen würde.

Nach der größten Herausforderung des Morgens, den richtigen Abgabepunkt für meine Kleiderbeutel zu finden, traf ich alsbald auf Elke in unserem Startbereich H für Hinten 😛  Chris durfte sich in einem vorderen Startbereich einsortieren, der auch 25 Minuten vor dem unseren startete.

Ca. eineinhalb Stunden galt es nun noch totzuschlagen, was relativ kurzweilig war, weil immer wieder die unterschiedlichsten Wellen auf die Strecke geschickt wurden. Die Rollstuhlfahrer, die Handbiker, die Elite aus Kenia und Co., die schnelleren Läufer und Punkt 10 dann auch wir.

Und los ging`s, erstaunlicher Weise konnte man ab dem Start frei laufen, das kannte ich von Hamburg anders. Klar blieb es bei um die 45.000 Startern immer voll auf der Strecke, aber es wurde nie nervig, krass!

Die meiste Zeit war es trocken, aber die Luft war so dunstig und mit Feuchtigkeit geschwängert, dass das Laufen trotz der mäßigen Temperatur sehr schweißtreibend war. So steuerte ich dann auch häufiger die Verpfegungsstellen an um etwas zu trinken, als ich geplant hatte. Beim ersten von mir genutzten Verpflegungspunkt nach gut 9 km verlor ich dann leider sofort Elke aus den Augen, mit der ich bis dahin gelaufen war.

Ich trottete recht beständig mein Tempo rund um die 6:30. Es lief, eigentlich die gesamten 42,195 km gut. Irgendwann schmerzte der linke Fußrücken, hatte ich den Schuh zu festgeschnürt? Zweimal versuchte ich die Schnürung zu lockern, ohne Besserung und so quarkte der Fuß bis ins Ziel aushaltbar vor sich hin. Kurze Zeit drückte dann auch mal der Magen, just als ich auf dem Ku`damm lief. Lag es an den ganzen Schickimickiläden dort? 😆

Bei Kilometer 36 lief ich auf Elke auf, die eine kurze Gehpause einlegte. Meine Frage, ob wir wieder gemeinsam weiterlaufen wollten, erledigte sich etwas später, als Elke an einem Redbull-Stand zulangen wollte und ich dann doch weiterlief.

So langsam ging es dann auch auf das Ende zu, mit dem unvergleichlichen Höhepunkt, dem Durchlaufen des Brandesburger Tores. Das sind Emotionen pur! Einzigartig! Genial! Und dann ist man auch schon im Ziel. Punkt aus, Ende!

4:43:07 Stunden, nicht wirklich ein Ruhmesblatt, und mein heimliches Ziel doch im 4:30iger-Bereich anzukommen, habe ich nicht ganz erreicht.  Aber angesichts der mitten in die Vorbereitung dazwischen gefunkten Antibiotia-Therapie und der daraus resultierenden ausschließlich langsamen Läufe, ist das absolut in Ordnung. Wer nicht auf Tempo trainiert, kann auch nicht auf Tempo laufen. Zumal ich ja sowieso nicht der schnellsten Einer bin. Ich bin gut durchgelaufen, brauchte erstmalig bei einem Marathon keine Gehpausen. Alles bestens also! 😀 Und anschließend in der eigenen Badewanne entspannen zu können, super 😛

Berlin, die Stadt hat mich schon vorher gepackt und nun der Marathon auch. Und weil es die eigenen vier Wände es so einfach machen, werde ich für 2018 wohl wieder ein Los in die große Berlin-Marathon-Trommel werfen.

 

 

Sturm-Report

Auf diesen Tag war ich schon gespannt. Schon sehr früh wurde für heute ein kräftiger Sturm vorhergesagt. Ungewöhnlich für September und nicht ganz ungefährlich, speziell weil die Bäume noch voll im Grün sind und damit dem Wind viel mehr Angriffsfläche bieten. So war in norddeutschen Gefilden heute schwer was los.

Direkt an der Nordsee, speziell auf Sylt, hat so ein Sturm mit Orkanböen noch eine ganz andere Qualität. Ab dem Nachmittag ging es dann auch so richtig los. Ein Spektakel, dass ich bislang bei meinen vielen Besuchen auf der Insel noch nicht erlebt hatte. Verdrücken hätten wir uns auch nicht können, der Autozug zum Festland hatte den Verkehr eingestellt.

Der Nachmittag:

Nachdem es seitdem frühen morgen wieder wie aus Kübeln geschüttet hatte, klarte es mit zunehmenden Wind teilweise auf und Jens und ich trauten uns aus dem Haus um uns so richtig kräftig den Wind um die Nase wehen zu lassen.

Weststrand:

Am Vortag sind offensichtlich in einer Hauruck-Aktion fast alle Strandkörbe vom Strand geholt worden. Besser war das wohl.

Oststrand und Hafen:

Hier sind die Strandkörbe ganz dicht unter die Flutmauer gerückt worden, im Hafenbecken steht das Wasser bis knapp unter der Kante. Und die Hose blieb auch nicht bis zum Schluß trocken, der Himmel öffnete immer wieder seine Schleusen.

Nach zwei Stunden gönnten wir uns erst einmal eine Pause in der Wohnung. Trockenlegen und Teetime 🙂

Der Abend:

Die vorgesagte Sturmflut ist da, zum Hochwasser machen wir uns wieder auf den Weg. Der Sturm hat noch an Stärke zugelegt.

Oststrand und Hafen:

Der Kai im Hafen ist überflutet. Am Oststrand wurden die schon an die Flutmauer gerückten Strandkörbe noch in Windeseile mit Hilfe der Feuerwehr geborgen. Der Oststrand ist komplett verschwunden.

 

Weststrand:

An der Treppe zum Weststrand kann man sich kaum noch auf den Beinen halten und selbst das Atmen fällt schwer. Leider schwindet inzwischen das Licht, so dass es mit dem Fotografieren schwierig wird. Die Kamera ruhig zu halten gelingt eh so gut wie nicht mehr. Sandkörner schmiergeln wie Geschosse die Beine und auch meinen Kopf, weil kurz nach dem Schnappschuß macht sich auch mein Buff aus dem Staub. Zum Glück konnte ich es noch wieder aus dem Dünengras fischen.

Was hab ich gesagt?:

Hier auf Sylt kann man mit so einem Wetter umgehen und die Einheimischen zucken höchstens mit den Schultern. Das einzig Ungewöhnliche ist lediglich die Frühe in diesem Jahr. Für mich war das aber schon ein Erlebnis und morgen oder übermorgen werde ich erstmal schauen, was dieser Sturm der Insel wieder an Substanz gekostet hat.

Wie anders die Sache im September aussehen kann, durften wir im letzten Jahr erleben. Da wurden wir zur gleichen Zeit von zwei Wochen Hochsommer verwöhnt.

 

Ein schlechtes Omen

Diesem Post hätte ich aber auch noch andere Titel geben können. „Regen sichtbar machen“ z. B. oder „Der der gegen den Wind läuft“ oder „Sturzfluten“, warum es aber zu diesem Titel gekommen ist, erkläre ich noch im Folgenden.

Gestern bin ich in meinem Urlaub heldenhaft schon um 6:30 Uhr aufgestanden um noch einmal einen finalen, langen Lauf vor dem Marathon zu machen. Dabei wollte ich endlich erstmals das Rantum-Becken umrunden, mit Anlauf von Hörnum sollten so 34 km zusammenkommen.

Einen Pott Tee und einen Vla später ging ich dann pünktlich zum Ende eines kräftigen Regengusses auf Strecke. Die Trockenheit wärte ungefähr neun Kilometer lang. Was mich allerdings dann an Regen überschüttete, suchte selbst für meinen Geschmack nach seines Gleichen. In dichten Vorhängen peitschten Böen der Stärke 9 den Regen über die Insel. Ich behaupte ja in Sachen Wetter nicht wirklich von Zucker zu sein, aber die sich gerade bietende Gelegenheit in einer Rasthütte unterzuschlüpfen mochte ich mir dann doch nicht entgehen lassen.

Ein paar Minuten später endete der Weltuntergang und es ging weiter. Meinen bis dahin etwas flauen Magen hatte ich darüber inzwischen ganz vergessen. Am Rantum-Becken angekommen, warf ich noch einmal einen prüfenden Blick gen Himmel, weil ich auf dem ausgesetzten Deich nicht noch einmal in so eine stürmische Sturzflut geraten wollte. Es sah gut aus. Dafür pfiff der Wind hier wirklich ordentlich …

… und plötzlich vermisste ich meine Sonnenbrille. Sch…., ich hänge an dem Ding und vermutete, dass der Wind sie mir auf dem Deich des Rantum-Beckens vom Kopf gerissen hat. In der vagen Hoffnung sie wiederzufinden, trabte ich die bislang auf ihm zurückgelegten 1,5 km mit suchenden Blicken wieder zurück. Leider tauchte sie nicht wieder auf. Wieder am Anfang des Deiches angekommen, fand ich die Brille dann allerdings in der Kapuze meiner Jacke. Oh mann, beim Regenguss hatte ich mir die Kapuze übergetan und in der Hütte wieder runtergeschlagen, wohl schon seit da ruhte die Sonnenbrille in meinem Nacken. Da konnte ich das Schild, vor dem ich gerade stand, nur wörtlich nehmen 😀

Die Rantum-Beckenumrundung hatte ich dann auch gleich gecancelt. 37 km wären mir dann doch, auch zeitlich, zuviel des Guten geworden. Alternativ lief ich durch den Rantumer Hafen und an den Rantumer Weststrand. Seit der Wende auf dem Deich hatte ich allerdings den Wind nun von vorne.

Kurz vor Puan Klent verfinstere sich der Himmel erneut und nochmals öffnete der Himmel seine Schleusen, gepaart mit eiskaltem, heftigem Sturmböen. Und wieder meinte das Schicksal es gut mir, in Form einer …. Telefonzelle! 😆 Das es so etwas noch gibt und dann auch noch genau da, wo ich sie gebrauchen konnte, cool 😎

Dem dritten Guss entging ich dann allerdings nicht und ich war froh, dass ich meine Sonnenbrille wiedergefunden hatte, sie diente mir als Schutzschild vor den wie Hagel einschlagenden Regentropfen. Der Wind drückte mein Tempo über die letzten Kilometer schon fast auf 7er-Schnitt.

Allmählich näherte ich mich wieder Hörnum und die Uhr sich den 30 km. Ich bog noch ab auf die „Serpentine“ über die Düne zum Weststrand und kurvte noch durch die dünenbedingt hügelige Kersig-Siedling mit ihren schmucken Reetdachhäuschen.

Dann, obwohl nur noch 400 m vor zuhause und der Vollendung von 32 km, ließ mich Unwetter Nr. 4 nochmals Unterschlupf suchen.

11.09. 22

Regen sichtbar gemacht

Auch dieses überstanden, trabte ich unter Jens staunenden Augen an unserem Domizil vorbei, weil noch 150 m fehlten 😀 und der außergewöhnliche Lauf war zu Ende.

Ich bin noch die Erklärung für den Titel schuldig: Die gestrigen 32 km mit ca. 15 km stürmischen Gegenwind bis zur Stärke 9 auf einer auch nicht ganz topfebenen Insel liefen super und problemlos.

Was ist daran nun ein schlechtes Omen? Nun, in der Regel wird im Vorfeld gerne auf eine schwierige Vorbereitung verwiesen um die Erwartungshaltung zu dämpfen und dann im Marathon zu glänzen. Wenn es jetzt aber beim letzten langen Brummer nichts meckern gibt, dann kann das doch für den Marathon nichts gutes bedeuten, oder? So habe ich aber auch schon einmal meine Entschuldigung 😛

Alle Wetter

Ich gebe zu, ich bin nicht willenstark genug. Ich schaffe es nicht die Sendepause durchzuhalten 🙂  Aber das sehr wechselhafte Wetter auf Sylt gibt Zeitfenster frei, die ich dann doch mal eben mit einem Blogbeitrag füllen kann 😛

Am Anreisetag verabschiedete sich mein heimatliches Laufrevier mit traumhafter Morgenstimmung, so dass wir schon nach fünf Kilometern den ersten Zwischenstop einlegen mußten. Der weitere Reiseverlauf konnte aber auch schon als erster Urlaubstag durchgehen.

Auf Sylt angekommen empfing uns in den ersten Tagen das schönste Spätsommerwetter. Allerdings setzte das Antibiotikum zu einer späten Rache an, im Rekordtempo (sprich in nicht einmal einer Stunde) hatte ich einen Sonnenbrand auf dem Schädel. Dass das Zeugs zu einer hohen Sonnenbrandempfindlichkeit führt, hatte mir mein Hausarzt vor zweieinhalb Wochen zwar gesagt, aber über eine so lange Zeit hatte ich das schlicht und ergreifend vergessen 😦 Schön war der Sonnenbrand wahrlich nicht.

So gesehen wurde das Wetter in den Tagen darauf für mich doch etwas verträglicher, was mir auch lauftechnisch sehr entgegenkam 🙂 Bei zwei meiner bis dato drei Läufe hat es geschüttet wie aus Eimern.

Aber zwischen den Regen(schauern) ist es bekanntlich trocken und der Urlaubsgenuß kommt wirklich nicht zu kurz.

Und wenn die Wetterpropheten recht behalten, bekommen wir Mittwoch noch einen ausgewachsenen Sturm mit Windstärken bis 11.

Dabei war es heute schon nicht wenig windig, was zu atemberaubender Brandung führte.

Morgen gönne ich mir dann noch einen schönen langen Lauf fürs gute Marathongewissen und dann guck ich mal, was Insel und Wetter denn die Tage noch so zu bieten haben 🙂