Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust

Ich war wieder einmal für ein langes Wochenende in meiner Lieblingsstadt Berlin um mir erstmalig den weihnachtlichen Lichterglanz einer Metropole anzuschauen, wozu sich u. a. auch eine Fahrt mit dem Doppeldeckerlinienbus anbietet. Das hat schon Spaß gemacht, auch wenn Berlin-Mitte sonst nicht unbedingt so meins ist 🙂

Am Freitagnachmittag war ich auf dem Weihnachtsmarkt unter der Gedächtniskirche, wo es für diese Zeit erstaunlich beschaulich zuging. Statt Gedränge viel Platz zum Bummeln und Schauen. Und bei all der kulinarischen Angebotsvielfalt konnte ich doch bei einer Sache nicht wiederstehen, wenn auch „Knacker“ statt Kochwurst und Pinkel ein echter Kulturfrevel sind 🙂

Auch über das Lichterschauen hinaus war mein Programm dicht gefüllt. Nachbarn und Freunde besuchen, ins Nachtleben abtauchen, in der Schöneberger Apostel-Paulus-Kirche dem Weihnachtsoratorium lauschen und noch einiges mehr, da blieb das Laufen tatsächlich mal auf der Strecke.

Schweren Herzens bin ich gestern abend wieder aus Berlin abgereist und habe heute erst einmal das Laufen nachgeholt. Hinein in die Weiten der Bornhorster Huntewiesen, den Blick auf Unendlich stellen, den Graugänsen zusehen und zuhören, Ruhe genießen.

Welch ein Kontrastprogramm. Ich mag beides und möchte beides nicht missen. In Berlin lebe ich immer richtig auf und genieße es mich durch diese große Stadt treiben zu lassen, in der ich mich mehr und mehr zuhause fühle. Oldenburg hingegen ist die Konstante, mit der Rückhalt gebenden Partnerschaft und Familie, dem Job, dem problemlosen Laufen in der Natur und mit dem weiten, norddeutschen Umland, das ich so sehr liebe.

So gesehen wohnen zwei Seelen in meiner Brust und sie können dort auch in friedlicher Eintracht nachbarschaftlich neben einander leben, denn kann ich beides haben. Was für ein Glück und so bleibt der Titel auch das einzige, was mich mit Goethes Faust verbindet 🙂

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500

Kurz vor Toresschluß des Jahres 2018 habe ich gestern für eben dieses Jahr 500 Barfußkilometer vollgemacht. Das entspricht einem guten Viertel meiner bisherigen Gesamtjahreslaufleistung. Ich denke das ist schon ein bisschen was.

Aber was habe ich eigentlich von dieser Barfußlauferei? Ganz ehrlich? So richtig weiß ich das gar nicht. Während ich bei der generellen Umstellung auf minimalistisches Schuhwerk/Barfußschuhe von der Richtigung meines Tuns absolut überzeugt bin, weiß ich nicht genau, welchen „Mehrwert“ es für mich hat, gänzlich barfuß durch die Gegend zu traben.

Deshalb versuche ich mich mal in einer + / – Aufzählung zu diesem Thema:

Pluspunkte sind:

  • Spaß
  • intensives Fußtraining
  • intensives Erleben des Untergrundes
  • intensives Erleben der Witterung und der Jahreszeit
  • die nahezu lautlose Fortbewegung
  • das automatische Laufen auf dem Vor- bzw. Mittelfuß
  • die Reaktionen der Mitmenschen

Negativpunkte sind:

  • keinen Spaß: man muß schon manchmal etwas masochistisch veranlagt sein, da manche Untergründe nicht gerade die Fußsohlenschmeichler sind
  • dadurch kommt es zu einer generellen Einschränkung bei der Streckenauswahl
  • man schraddelt sich auch schon mal einen Zeh auf
  • die Reaktionen der Mitmenschen

Zu den Reaktionen der Mitmenschen: In der überwiegenden Mehrheit sind die Reaktionen positiv, freundlich und interessiert. Wenn es paßt, lasse ich mich auch gerne auf Gespräche ein. Die negativen Reaktionen halten sich in Grenzen, bleiben aber ja meistens etwas intensiver im Bewußtein. Geistreiche Bemerkungen, wie erst gestern von einem Radfahrer „Sie laufen ja barfuß“ *Ach was*, bis hin zu intensiven Blicken auf die Füße mit anschließendem demonstrativen Weggucken sind je nach Tagesverfassung belustigend bis nervig.

Seit dem ich barfuß unterwegs bin, laufe ich häufiger kürzere Strecken. Dafür kommt es im Gegensatz zu „früher“ öfters vor, dass ich auch mal vier oder fünf Tage hintereinander weg laufe. Dadurch komme ich, gerade im letzten Vierteljahr, summa summarum auf mehr Kilometer als ich sonst gelaufen bin.

Heute war ich auch wieder barfuß unterwegs. Die gewählte Strecke fasste dabei die Vor- und Nachteile der Barfußrennerei wunderbar zusammen. Zuerst bin ich auf glattem Asphalt etwas eingelaufen um die Fußsohlen quasi etwas anzuwärmen, bevor es dann auf die knapp drei Kilometer lange Gerade direkt hinterm Deich ging. Diese Gerade besteht aus alten, verwitterten und ausgewaschenen Betonplatten. Die sind per se schon rau, was aber noch unangenehmer ist, ist dass man die losen Steinchen darauf meistens nicht erkennt und die können schonmal richtig Aua machen. Da sinkt das Tempo von ganz alleine auf GA1 😀

Die Stellen an den Deichdurchlässen sind asphaltiert, aber frag nicht nach Sonnenschein. Gegen so einen Schrott sind die Betonplatten noch flauschig wie Frottee-Handtücher 🙂

Aber die Belohung folgte unterm nächsten Deich, ein Weg wie Watte, wenn man in der Mitte auf dem Gras läuft 😀12.12.18 05

Danach folgten noch weitere drei Kilometer auf neuerem, glattem Asphalt. Guter Asphalt läßt sich wirklich prima laufen und setzt eigentlich keine Kilometergrenzen. Meistens sind die guten Asphaltwege nur einfach nicht so lang, wie man gerne laufen würde. Dieser heutige Lauf ist also einfach mal so ein Beispiel. In der Regel laufe ich aber auf geschmeidigeren Wegen 🙂

Quo vadis? Wohin läufst du deines Barfußweges, Deichläufer? Diese Frage zu beantworten ist mir mit meinem bisherigen Erfahrungsstand noch zu früh. Sie wird sich vielleicht in Zukunft damit beantworten, ob es mir gelingt meine liebste 14 km-Standardrunde von der Haustür weg routinemäßig mit Spaß und ohne großes Mimimi zu laufen. Noch sind mir da Teile der Wegebeschaffenheit zu schlecht. Sollte sich die Toleranz der Füße diesbezüglich noch erhöhen, könnte die Barfußlauferei wirklich Alltag werden. Wenn nicht, wird sie sicher trotzdem ein Teil meiner Lauferei bleiben. Wenn ich auch wirklich nicht sagen kann warum … 🙂

Schaurig

Heute stand die Dezemberetappe unseres Etappenlaufs von Oldenburg nach Bourtange auf dem Plan. Eigentlich hätte ich gar nicht dabeisein können, aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt und böse war ich wirklich nicht darum, dass ich nun aller Voraussicht nach bei allen fünf Etappen mitlaufen kann.

Vom November-Zielort Harbern II machten wir uns auf nach Friesoythe. Wir, dass war in diesem Fall eine etwas männerlastige Truppe mit Quotenfrau, bestehend aus Sylke, Axel, Ralf, Stephan und mir. Birgit hatte kurzfristig abgesagt, mangels Laufregenklamotten war ihr die Wettervorhersage zu schaurig. Da konnte wir es uns allerdings nicht verkneifen ihr vom Zielort, wo wir ja erst einmal die Autos deponieren mußten, ein Sonnenbild zu schicken 🙂

09.12.18 00

Sorry Birgit, dass mußte einfach sein 🙂

Schaurig wurde es dann aber doch noch, als wir uns in Harbern II nach dem obligatorischen Startfoto erst einmal auf eine ca. 8 Kilometer lange, nahezu schnurgerade Straße begeben haben. Diese Straße führt durchs Moor und durch große Torfabbauflächen. Da kam mir in einem poetischen Moment in den Sinn: „Schaurig ist es ,übers Moor zu gehen …“. paßte doch ganz gut zur schaurig, schaurigen Stimmung dort. Allerdings verzog sich der Schauer recht schnell und es sollte bis fast zum Ende des Laufs trocken bleiben.

Das Moor wurde dann durch eine nicht minder schaurige agrarindustriegeprägte Gegend abgelöst, wo sich nahezu ein Massentierstall an den anderen reiht. Das Oldenburger Münsterland ist diesbezüglich wirklich gestraft. Die Ställe haben heutzutage teilweise industrieschlotartige Schornsteine, die die Dünste der Massentierhaltung großzügig verteilen, tausend Nasen möchte ich haben … Dort wo kein Stall steht, stehen Windkraftanlagen und Biogasanlagen. Der Landwirt von heute ist breit aufgestellt und es geht ihm gut dabei, wie die Häuser zeigen. Groß, größer am größten, hier ein Türmchen, da ein Erker, da ein paar Säulen am Eingangsportal, schön ist was gefällt, Bilder habe ich mir aber verkniffen. Trotz dieser vielen Schaurigkeiten haben wir der Versuchung widerstanden, dieser Gegend schnellstmöglich mit dem Bus zu entkommen, der hier tatsächlich sogar am Sonntag dreimal fährt.

Für unsere Verpflegungspause haben wir aber ein recht idyllisches Fleckchen gefunden.

Anschließend ging es weiter über Altenoythe nach Friesoythe. In Friesoythe bin ich geboren und habe dort bis zu meinem 33. Lebensjahr gelebt. Ein sauberes, adrettes Städtchen, in das ich aber nie mehr zurück möchte. Allerdings nicht deshalb umliefen wir, begleitet von einem schwachen Schauer, Friesoythe nördlich bis zu unserem Zielort, der alten Zugbrücke über den alten Friesoyther Kanal, der zu einer Zeit schiffbar war, als man die Kähne noch mit Pferden gezogen, sprich getreidelt hatte.

Am Ziel gab es einen von Stephan selbstgemachten, extrem leckeren Zirbenschnaps und von Axel von seiner Mutter selbstgebackene, nicht minder extrem leckere Kekse. Was uns aber natürlich nicht daran hinderte in Friesoythe noch eine Cafe aufzusuchen und, wie immer, den Etappen-Lauftag gemütlich und kulinarisch und mit ein wenig Schnack ausklingen zu lassen.

Knappe 25 km waren wir heute unterwegs, für Sylke und Stephan etwas lang, da sie sich im Geiste der ursprünglichen Plangung auf ca. 20 km eingestellt hatten. Aber sie haben sich natürlich tapfer geschlagen und im warmen Café waren die Mehrkilometer auch schnell wieder vergessen 🙂

Merke: Auf einem insgesamt gut 100 km langen Etappenlauf durchquert man nicht immer nur die reine Idylle 🙂 Der Stimmung hat das aber keinen Abbruch getan und ich war wirklich froh, dass ich doch dabei sein konnte.

Himmlischer Suchscheinwerfer

03.12.18 01

Welch himmliche Macht war denn da heute am Werke? Oder waren es gar Außerirdische auf der Suche nach Intelligenz auf dieser Erde?

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Da werden sich die fremden Mächte mit dem Fündigwerden aber schwer tun, wenn man betrachtet, was die Menschheit gerade welt- und umweltpolitisch so treibt.

Oder galt die Suche etwa einem doch ganz und gar harmlosen, unverdächtigen Deichläufer? „Beam me up, Scotty“ ❓  Zu fassen hat mich der Lichtstrahl auf jeden Fall nicht bekommen. Ich hoffe doch, dass das auch ganz gut so ist. Möchte ich doch trotz all der Probleme auf dieser Welt hier gerne noch etwas rumlaufen 🙂

System heruntergefahren

Kennt Ihr das? Ihr wollt hochmotivert am PC arbeiten und plötzlich wie aus heiterm Himmel fährt das System herunter …

So ging es mir gestern mit mir selber vor dem Laufen. Ich wollte mich gerade umziehen und auf einmal fährt mein System herunter und zack… liege ich für zwei Stunden auf dem Sofa. Völliger, kommatöser Absturz. Das kann nur der November-Virus gewesen sein 😯 Und auch nach dem zweistündigen Totalausfall war das System gestern für einen Lauf nicht mehr zu starten.

Aber nach dem kompletten Neustart am heutigen Tag lief das Laufsystem wieder wie geschmiert 😀 Bei 8°C optimal luft- und wassergekühlt arbeiteten alle Programme reibungslos und bei zwei Läufen (einmal unbbeschuht, einmal beschuht) an einem Tag kamen 21 km zusammen. Lediglich zum Ende des zweiten Laufs am Utkiek ließ die Systemleistung noch einmal wieder etwas nach 🙂

Manchmal brauchen halt die Systeme ihre Ruhe und ein wenig Regeneration und dann läufs auch wieder 😀

 

Kleinigkeiten

Manchmal sind es nur winzige Kleinigkeiten, die das Laufen wesentlich beeinflussen können. Im Positiven wie im Negativen 🙂

So kommt es bei mir immer mal wieder vor, dass ich mit dem Auto zum Laufen fahre und der Autoschlüssel dann beim Laufen logischerweise dabei ist. Nur neigt der Klappschlüssel meiner Karosse zusammengeklappt leider zum Klappern und klappert dann in irgendeiner Tasche vor sich hin. Dat nervt! Abhilfe schafft da eine kleine Kleinigkeit in Form von einem kleinen Stückcken Papier und schon herrscht wieder Ruhe in des Deichläufers Klamotten 🙂

Eine weitere winzige Kleinigkeit, die einem das Laufen zeitweise geringfügig verleiden kann sind solche kleinen Übeltäter wie dieser hier in der Mitte des Bildes:

27.11.18 03

Immer mal wieder schaffen es die kleinen Fieslinge sich an der Fußsohle festzusetzen und es ist unglaublich, wie sehr solche Knirpse das läuferische Barfußwohlbefinden beeinträchtigen können. Glaubt man zu Anfang noch, dass sich der Störenfried, wie die meisten seiner Kollegen, wieder von alleine vom Acker macht,  bleibt der Penetrante seiner Art einfach hängen. Da kann man entweder versuchen ihn während des Laufens in einer ans Schuhplatteln erinnernden Bewegung wegzufegen oder man bleibt kurz stehen und erledigt das in aller Ruhe. Bei mir hängt die Vorgehensweise meistens davon ab, ob ich Publikum habe oder nicht 😉

Mit schweigendem Auto-Schlüssel und ohne Steinchen unter der Fußsohle macht das Laufen aber gleich wieder viel mehr Spaß. Heute wurden bei 0° und etwas kaltem Wind die Füße nach einer Viertelstunde warm und mit der wenig später herauskommenden Sonne war es dann auch noch insgesamt recht muckelig 🙂

Es sind also nicht immer nur die großen Dinge, die einem im (Lauf-)Leben beschäftigen 😆

Go west

Winterzeit, Etappenlaufzeit. Den dritten Winter in Folge läßt es sich Ralf nicht nehmen einen Etappenlauf auf die Beine zu stellen. Nach dem Lauf vom Dollart zum Jadebusen (von West noch Ost) im vorletzten und dem Lauf vom Jadebusen nach Oldenburg (von Nord nach Süd) im vorherigen Winter geht es diesmal nach Westen und zwar sogar sehr weit nach Westen ❗ Von Oldenburg werden wir bis in das niederländische Bourtange laufen, wo die dortige Festung zeigt, dass man sich unter Nachbarn nicht immer so wohl gesonnen war, wie in der heutigen Zeit.

25.11.18 01

Start war heute, wie üblich, der Schlußpunkt der letzten Etappe des vorherigen Etappenlaufs, in diesem Fall der Parkplatz beim ehemaligen Kloster Blankenburg. Diesmal dabei waren Birgit, Sylke, Oliver, Ralf, Stephan, meinereiner und Antje, die ab Kilometer 6 zu uns stieß, da sie vormittags schon an einem anderen Lauf teilgenommen hatte.

Der Weg zum Ziel des heutigen Tages, der Bauernschaft Harbern II in der Gemeinde Wardenburg führte erst einmal unabdingbar durch bekanntes Oldenburger Terrain. Aber selbst hier gab es für fast jeden von uns noch ein paar kurze unbekannte Laufstrecken zu entdecken.

Hinter Oldenburg ging es dann weiter über Hundsmühlen, Tungeln und Achternmeer Richtung Harbern Numero Zwo. Das trübe, aber trockene Wetter paßte richtig gut zu der moorigen Gegend, die wir dabei durchquerten.

Unterwegs trafen wir auf eine wirkliche liebevoll dekorierte Hütte zum Rasten. Leider wurde sie gar nicht so richtig gewürdigt, die Truppe hatte es heute irgendwie etwas eilig 😛 Daran müssen wir definitiv noch wieder etwas arbeiten 😉

Weiter ging es entlang großzügiger Torfabbauflächen und nach nahezu auf den Meter genau 21 km trudelten wir in Harbern Römisch zwei ein.

Von dort aus machten wir uns auf den automobilen Weg ins nahe Wardenburg um dem zu fröhnen, was zum Ende einer jeden Etappe Pflicht ist. Lediglich Oliver war in keinster Weise ausgelastet und lief noch von Wardenburg zurück nach Oldenburg. Aber er isst auch keine Torte, wie er uns versicherte. Kann man das bei diesem Anblick verstehen? 😆

25.11.18 28

Es befindet sich übrigens ein Stück Torte mehr auf dem Tisch als Leute daran gesessen haben. Warum das so ist, davon gibt es von mir keinen Kommentar 😎

Nicht ungewöhnlich, aber ungewohnt

Der Wind, der Wind schrieb Doris letztens und berichtete über den kalten Ostwind, der über das Salzburger Land strich und die Temperatur in Echt und gefühlt in den Keller rauschen ließ. Dieser Wind hat offensichtlich ein recht großes Wirkungsgebiet. Auch hier im Norden sorgte er bei ebenfalls realen 3° und gefühlten Minustemperaturen für ausgesprochen schattige Verhältnisse, zumal er hier recht kräftig und -im Gegensatz zum Wallersee- ohne Sonne daherkam .

Deshalb zog ich es gestern einmal vor die freien Wiesen geben das halbwegs baumbestande Gellener Moor zu tauschen um etwas Windschutz zu genießen. Dabei macht Kälte Beine, war ich auf den 15 km doch verhältnismäßig flott unterwegs 😎

Heute ließ ich es etwas ruhiger angehen, wagte mich aber trotz der selben Wetterlage wieder an die Hunte. So leicht bekleidet wie Manfred traute ich mich das aber nicht. Neben Handschuhen und Mütze brauchte ich am Oberkörper schon drei Lagen um mich wohlzufüllen und habe trotzdem nicht geschwitzt.

21.11.18 01

Ungewöhnlich ist diese Wetterlage für November ja wirklich nicht, aber eben einfach ungewohnt nach all diesen vielen, wunderbaren, warmen Herbstwochen, während derer man aus dem Sommermodus gar nicht richtig herauskam.  Und nun haben wir in eineinhalb Wochen schon den ersten Advent, irre! 😯

Ba(h)nale Erlebnisse

Ich liebe es ja Bahnzufahren. Gerade für meine regelmäßigen Trips nach Berlin ist die Bahn für mich das Verkehrsmittel Nr. 1. Bequem, schnell und preisgünstig. Aber wie das so ist im Leben: Jede Liebe wird immer mal wieder auf eine harte Probe gestellt. Da landet der verwöhnte 1. Klasse-Bahnfahrer auf der donnerstagabendlichen Hinfahrt auch schon einmal auf dem Fußboden, weil beim ICE ab Hannover ein Waggon fehlte, die Wagennummerierung überhaupt nicht stimmte, die Sitzplatzreservierung dadurch flöten und der Zug natürlich überfüllt war. Und die Currywurst war auch aus! 👿 Aber der zuerst minderfreundliche Schaffner machte eine hübsche und symphatische Leidensgenossin und mich nach kurzer Zeit darauf aufmerksam, dass es in der zweiten Klasse noch freie Plätze gäbe und so landete ich auf einem Sitzplatz an einem Tisch mit zwei jungen Kölnern, die einfach cool drauf waren und das Leben zu leben wußten. Somit wurde es doch noch eine ausgesprochen vergnügliche Hinfahrt, wo ich auf das Kölsch der Jungs mit meinem Bahn-Bitburger anstoßen konnte 🙂

Berlin selber ist dann, wie fast immer, ein läuferisches Problempflaster für mich. Zuviel Programm für ein viel zu kurzes Wochenende dampft die Laufmöglichkeiten ein. So blieb nur der Sonntag-Nachmittag, wo ich aufgrund des tristen Novembergraus eigentlich auch so gar keine Lust hatte. Aber die Aussicht auf stundenlanges Sitzen während der abendlichen Bahn-Rückfahrt trieb mich dann doch noch auf das Tempelhofer Feld, wo das Grau des Himmels mit dem Grau des Asphalts der ehemaligen Start- und Landebahnen zu verschmelzen schien.

Die 10,6 km Laufen an der frischen Berliner Luft waren auf jeden Fall eine weise Entscheidung, verzögerte sich doch die Abfahrt in Berlin-Gesundbrunnen um eine knappe Dreiviertelstunde, da der Lokführer noch auf einem anderen Zug unterwegs war 😯 Aber dafür hatte ich diesmal den längsten Teil der Reise ein ganzes plüschiges Uralt-Abteil für mich alleine.

18.11.18 09D

Der Lokführer hatte dem alten IC-Klepper dann aber ordentlich Dampf gemacht und konnte bis Oldenburg von den 43 Minuten Verspätung sage und schreibe 23 Minuten wieder wettmachen.

Merke: Laufen ist auch eine sehr gute Vorbereitung auf Bahnfahren 😆

Meine liebste Jahreszeit

… ist ja bekannter Maßen der Herbst und in diesem Jahr ist er wirklich vom Feinsten. Angenehm warm, viel Sonne, kaum Regen. Offensichtlich also kein Wunder, dass ich schon im Oktober so gut und viel unterwegs war.

Den gestrigen Sonntag Vormittag fügte sich ein weiterer, schöner Herbstlauf in die lange Reihe seiner tollen Vorgänger ein. Es ging zu den beiden Bornhorster Seen. Milde Temperatur, eine Handvoll Sonnenstrahlen, ein paar Tropfen Regen und ansonsten Farben, Farben, Farben. Ich kann davon den Hals nicht vollkriegen 🙂

Heute kam zur Krönung noch endlich einmal Dauerregen dazu. Die soften Sandwege im Gellener Moor wurden dadurch noch softer und weckten das Spielkind in mir. Pfützenlaufen ohne Risiko. Erstaunlich sauber bin ich dabei trotzdem geblieben.

Auch der November meint es bislang sehr gut mit mir. Von mir aus könnte es so weitergehen 😎