I kill that cat

Nein, ich rede noch nicht von Silvester, sondern von dem Mietzekater, den ich mir vom Trail Uewersauer mitgebracht habe 😀

Autos sind ja undankbare Wesen. Hatte ich meinem kleinen automobilen Freund am Montagnachmittag, nach meiner Rückkehr aus Trier, noch anerkennend aufs Armaturenbrett geklopft und ihn dafür gelobt, dass er mich problemlos 1.000 km durch die Republik kutschiert hat, verkündete er am Dienstagmorgen auf dem Weg zur Arbeit mit heftigen Zündaussetzern, dass ihm nicht ganz wohl ist. Da hatte ich also zum einen über das Wochenende richtig Glück gehabt, aber zum anderen war nun ein dringender Werkstattaufenthalt angesagt.

Lang automobile Rede, kurzer Sinn: Von meiner etwas außerhalb gelegenen Werkstatt komme ich immer am besten laufend wieder nachhause und so konnte ich gleich den Muskelkater aus meinen Waden treiben, den ich mir beim luxemburgischen Speed Hiking eingefangen hatte.

Gleich auf der anderen Straßenseite von der Werkstatt geht ein Pfad zum nahegelegenen Tweelbäker See  und von dem gehts weiter zum Blankenburger See und von dem über die Huntebrücke nachhause.

Es hat dabei mal wieder ordentlich geregnet und der Matschfaktor war deshalb sogar um ein vielfaches höher als beim Traillauf am Sonntag 😀 Eigentlich ist die genau 10 km lange Strecke ganz schön zu laufen, wenn nur so ein Werkstattbesuch nicht immer mit einer Rechnung verbunden wäre 😦

Apropos Rechnung: Die mit dem Töten der Katze ist nicht ganz aufgegangen. Obwohl es ein recht lockerer, spaßiger Lauf gewesen ist, ist der Muskelkater heute immer noch da. Aber eigentlich ist er jetzt nur noch ein Kätzchen 😆

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Dieses war der zweite Streich

… und der dritte folgt sogleich … in einem Jahr. Ob aber auch der vierte Streich folgen wird, dazu später mehr im Text.

Es begab sich vor über einem Jahr, als die Helge vom Tridreamteam mich einlud mit ihr und Karina als Staffel den Trail Uewersauer zu laufen. Damit wollte Helge mir über den Frust hinweghelfen, den ich offensichtlich sehr massiv über mein Finish bei der Harzquerung 2016 geäußert hatte. Statt 51 km alleine durch den Harz zu laufen, teilten wir deshalb einfach 52 km Trail-Kilometer durch Luxemburg durch drei.

Die Nummer lief so erfolgreich, dass daraus vor lauter Übermut die Idee geboren wurde, das Ganze dreimal als Staffel zu laufen, bis jeder einmal jeden Teil der gesamten Strecke gelaufen ist, um dann als krönendes Finale im Jahr vier gemeinsam die volle Distanz in Angriff zu nehmen.

Gestern also der zweite Streich. Mein Gastgeber Rainer chauffierte ein international besetztes Auto, neben dem fränkischen Wahltrierer Rainer und dem norddeutschen Deichläufer befanden sich auch Lucy aus England und Florian aus Kanada im französischen Wagen, nach Luxemburg 🙂 Nach gut einstündiger Anreise erwarteten uns bei der Ankunft im luxemburgischen Heiderscheid neben einem wunderbaren Sonnenaufgang und Glatteis auch schon Karina und Helge, nebst Helges Göga Andi.

Um 8:45 Uhr schickten wir Andi auf die 52 km und Karina auf die ersten 19 Staffel-Kilometer, um 9:00 Uhr Lucy und Rainer auf die 32 km-Strecke und um 10:00 Uhr den Florian auf die 11 km-Strecke. Übrig blieben Helge und ich, die wir uns nach einem zweiten Frühstück und heißem Tee auf den Weg zum ersten Staffelwechselpunkt machten.

Am ersten Staffelwaffelwechselpunkt passierten gutgelaunt Lucy und Rainer vor Andi. Dann kam auch schon Karina, die pünktlich zu diesem Lauf ihre langwierige Erkältung losgeworden ist, und ich durfte mich auf den Weg machen.

Aber nach nicht einmal zweihundert Metern wurde ich sofort von einer Steigung ausgebremst, die jeden Utkiek-Höhenmeter Hohn spottet und ich durfte mich erstmal warm wandern. Überhaupt war auf den ersten Kilometern meiner 16 km-Etappe nicht viel mit laufen. Zu steil bergauf, zu steil bergab. Vorallem das steile Bergab auf rutschigen Untergrund mit Wurzeln und Steinen unter Laub hat mir nicht behagt. So haderte ich anfänglich mit meinem Schicksal, wollte ich doch laufen und nicht bergwandern, zwei Kilometer mit einer Pace von über 14 ❗ sprachen da Bände. Im weiteren Verlauf wurde das Geländeprofil aber verträglicher und ich wurde es auch. Schlußendlich kam ich dann noch ganz gut in meinem Lauf und konnte immerhin an sachteren Steigungen durchtraben, hurra!

Mit meinen V-Trails war ich hochzufrieden, wenn auch ich mir unterwegs, noch recht zum Anfang, eine Stelle mit einem Blasenplaster abgeklebt hatte, zum Glück bevor es zum Aufscheuern kam. Zweimal wurde mir bezüglich der Zehenschuhe Respekt ausgesprochen, was ich allerdings relativiert hatte, da ich ja nicht die gesamte Strecke gelaufen bin.

Irgendwas zwischen 700 und 800 Höhenmetern dürfte ich über die 16 km überwunden haben, bevor Helge die Schlußetappe von ungefähr gleicher Länge gerockt hat. Für mich echt ein dickes Brett.

Nachdem Karina und ich Helge auf die Strecke geschickt hatten, fuhren wir dann zum Ziel, wo Lucy und Rainer nach ihren 32 km in einer sehr guten Zeit auch schon angekommen waren, ebenso wie Florian, der auf den 11 km Zehnter geworden ist.

Helge hat unsere Staffel zu einem furiosen Finish geführt und nach dem obligatorischen Abschlußfoto …

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… machte sich die internationale Crew wieder auf den Rückweg nach Trier, während Helge und Karina auf den Zieleinlauf von Andi warteten, den wir am Abend glücklich gefinisht und wohlbehalten wiedersahen.

Zum Finale des Tages waren wir nämlich allesamt bei Anne zum Abendessen eingeladen. Bei köstlichem Essem (ganz herzlichen Dank, liebe Anne und liebe Karin) konnten wir den Tag Revue passieren lassen und ein kleines Bloggertreffen genießen.

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Fazit: Ein wunderbares Wochenende liegt hinter mir. Es war toll Anne, Andi, Helge, Karina und die gesamte Familie Neubert wiedergesehen und Lucy und Florian kennengelernt zu haben. Der Lauf war nach dem anfänglichen Hadern noch wirklich schön und gut gelaufen und im kommenden Jahr ist definitiv die finale Fortsetzung der Staffel geplant.

Aber ob ich mich wirklich in zwei Jahren auf die volle 52 km-Traildistanz wage, wage ich im Moment zu bezweifeln. Die Harzquerung war schon hart für mich gewesen und der Trail Uewersauer hat auf nahezu gleicher Länge noch einmal gute 750 Höhenmeter mehr zu bieten. Die dafür notwendige Power kann ich mir auf dem Utkiek kaum antrainieren. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es eine Entlastung bedeutet, die gesamte Distanz noch langsamer anzugehen. Irgendwie entspricht das dann nicht mehr so ganz meiner Vorstellung vom Laufen. Allerdings habe ich ja noch zwei Jahre Zeit mir darüber Gedanken zu machen und wenn mich Helge und Karina in ihre Mitte nehmen und über den Trail schleifen, dann könnte es vielleicht doch noch etwas werden 😛

Schaumgebremst

Mein Laufpensum ist seit Oktober leicht rückläufig. Es kommt bei mir ja nicht so häufig vor, aber der Faktor Zeit fährt mir gegenwärtig etwas in die Parade und wird es auch noch in den kommenden Wochen tun. Privat ist 2017 ein ausgesprochen turbulentes Jahr. So bin ich z. B. in meinem Leben noch nie in einem Jahr soviel auf Achse gewesen wie in diesem und es kommen noch ein paar weitere Kurztrips dazu. Da geht mir doch so langsam etwas die Puste aus (gilt explizit aber nicht für den Trip am kommenden Wochenende 😀 )

Erstaunlicher Weise hatte das bisher meiner Jahreslaufleistung keinen Abbruch getan, sie liegt sogar etwas über Vorjahresniveau. So kann ich es auch einfach ruhiger angehen lassen. Es kommt mir eigentlich sogar ganz gelegen. Seit dem Berlin-Marathon Ende September hatte ich keinen klassischen Laufschuhe mehr an den Füßen und für die Umstellung auf Minimal ist weniger auch erstmal mehr.

So tat es am Sonntag auch ein Zeitmangel-7-Kilometer-Lauf …

… und auch den heutigen Lauf habe ich zugunsten der Möglichkeit bei (sehr grauem) Tageslicht zu laufen auf 12 km eingekürzt.

Den Herbst konnte ich in diesem Jahr aber etwas mehr genießen, weil es zumindestens arbeitstechnisch augenblicklich erheblich ruhiger ist als in den letzten Jahren und ich mehr den Blick für ihn hatte. Insgesamt behagt es mir deshalb gerade auch beim Laufen etwas den Dampf rauszunehmen. Das kann auch mal ganz nett sein 🙂

Islandpony

Sorry, liebe Leserschaft, auch heute geht es wieder um das Thema Minimal. Ich hoffe, dass Ihr es noch ertragen könnt. Aber es gab in dieser Hinsicht wieder etwas Neues zu entdecken 😎

Ein mittägliches Zeitfenster bot mir die Möglichkeit bei Tageslicht zu laufen. Allerdings war es wiederum nicht so groß, um über meine üblichen Strecken schlönzen zu können. Da fiel mir ein, ich könnte doch einmal etwas Intervalltraining machen, um mal wieder etwas Tempofestigkeit aufzubauen. Tja, da staunt der geneigte Leser doch nicht schlecht, sind doch „Tempo“ und „Intervalltraining“ absolute Fremdwörter auf diesem Blog 😆

So fremd wie die Worte, so fremd fühlte sich auch das Tempo an, dass ich nach einem Einlaufkilometer anzulegen versuchte. Mit den V-Run hatte ich zwar die dem Namen nach richtigen Schuhe an den Füßen, aber mal Gasgeben in den Teilen war mir bis dato halt noch fremd 🙂 Entsprechend ernüchternd war mit 5:27 min auch das Ergebnis des ersten Intervallkilometers. Es lief sich zwar ganz wunderbar über den Vorfuß, aber dass war auch das einzig wunderbare. So richtig auf Betriebstemperatur war ich auch noch nicht, kein Wunder bei a…kalten, leicht nebeligen 4° und ausgesprochen schattigem Ostgegenwind. Mütze und Handschuhe ein Muß.

Der zweite flotte Kilometer kam diesem Attribut schon näher. 4:59 min, knappstmöglich eine 4 vorneweg, aber eben eine 4, Rückenwind sei dank 😛 In meinen Polsterpuschen habe ich, um schneller zu laufen, einfach größere Schritte gemacht, schließlich konnte ich ja die Ferse ohne Hemmungen in den Boden rammen, ohne Dämpfung scheidet diese ohnehin nicht gerade optimale Option aus. So habe ich beim dritten Intervallkilometer nochmals ganz bewußt versucht schnellere Schritte zu machen, dass kam mir ziemlich trippelig vor und erinnerte mich irgendwie an die Gangart der Islandponys, welche ja eigentlich Pferde sind. Ob es auch wirklich so aussah weiß ich nicht, aber gefühlt kam ich gar nicht von der Stelle und konnte das Tempo überhaupt nicht einschätzen 😀 Ergebnis: Immerhin doch 4:54 min, aber wieder mit Gegenwind.

Beim vierten schnellen Kilometer versuchte ich mich dann auch noch darauf zu konzentrieren locker in den Beinen zu bleiben und hatte wieder keine Ahnung, ob und wie sich das aufs Tempo auswirkt, zumal der kalte Ostwind, zwar nicht allzu kräftig aber sehr kontinuierlich, weiterhin von vorne kam. Das Ergebnis hat mich dann sehr überrascht, der Garmin piepste eine 4:37 ab. Ui ui, bin ich überhaupt schon einmal so schnell gelaufen ❓ Wenn ja, dann muß es Jahre her sein, ich kann mich wirklich nicht erinnern 😯

Beim fünften und letzten Intervallkilometer behielt ich das Rezept bei, schnelle Islandponytrippelschritte und dabei loooooocker bleiben, was mir recht gut gelang. Die Atemfrequenz hielt sich noch in vertretbarem Rahmen und die Herzfrequenz hoffentlich auch, zumindestens fühlte sich alles nach grünem Bereich an.  Belohnt wurde ich dafür mit einem noch einmal einen Hauch schnellerem Tempo, 4:36 min. Krass! Für mich ist das echt ein absolut überirdisches Tempo ❗

Die Trabkilometer bin ich wirklich sehr ruhig gelaufen, zwischen 6:14 und 6:31.

 

Zurück am Auto strahlte ich wie ein Island- nein, wie ein Honigkuchenpferd. Ich fühlte mich ausgezeichnet und war dank der kühlen Temperatur nicht einmal völlig durchgeglüht.

Hat echt Spaß gemacht. Ist Intervalltraining immer so cool? Dann habe ich die letzten 10 Jahre ja echt was verpaßt 😛

 

Reaktionen

Großes Publikum hatte ich als ich heute auf meiner Standardrunde nach 5,5 km die geteerten Wege durch das Naturschutzgebiet Bornhorster Wiesen erreichte. Sehr ruhiges, teils sonniges Novemberwetter bei um die 11° lockte massenhaft die Leute ins Freie. Meine V-Trails hatte ich schon gute eineinhalb Kilometer vorher ausgezogen und in den Rucksack verfrachtet.

Ein Barfußläufer im November erzielt Aufmerksamkeit und provoziert Reaktionen und das sogar überwiegend positive. Wo die Leute sonst in der Regel noch nicht einmal zum Grüßen fähig sind, erhielt ich heute bei einem älteren radelnden Päärchen von ihm einen gehobenen Daumen mit den Worten „sehr gut“ und der nächsten, ebenfalls älteren Radlerin entlockte es ein erstauntes „Oh“. Ein weitere Radfahrerin lachte mich erfreut an und bei einem jungen Paar auf Fahrrädern rief mir der junge Mann ein „Nicht schlecht“ zu. Immer wieder konnte ich beobachten wie die Blicke der Leute zu meinen Füßen wanderten. Manche guckten dann schnell wieder weg, wendeten den Blick in die Ferne, frei nach dem Motto, wenn wir so tun als ob wir den armen Irren nicht wahrnehmen, vielleicht tut er uns dann auch nichts 😆

Besonders genial fand ich es, dass ich auch noch, obwohl wirklich langsam im ungefähren 6:30iger Tempo unterwegs, einen anderen Läufer überholen und verblasen konnte. Der hat nur geguckt wie ein kaputtes Auto :mrgreen:

Es ist schon erstaunlich wie wenig es braucht um echten Exotenstatus zu genießen, man braucht nur die Schuhe auszuziehen 😀 Witzig war es und Spaß hat es gemacht, die Leute mal kurz aus ihrer Lethargie zu wecken.

Die gesamten 14,2 km bin ich übrigens halbe halbe gelaufen. 7,2 km V-Trails und 7 km barfuß.

 

 

Dunkel war`s, der Mond schien helle

Zeitumstellung, November, fast Vollmond, Nebel, frische Temperatur. Der erste Lauf dieser Herbst-/Wintersaison ohne ein Fünkchen Tageslicht, dafür mit kalten Ohren 🙂

Das Laufgebälk hat die vorgestrigen, minimal beschuhten, gut 21 km erstaunlich gut weggesteckt. Trotzdem war ich heute nicht ganz unglücklich über nur 7,8 chillige Utkiek-Kilometer in kleiner Besetzung. Ein schöner Rekom-Lauf ❗

Mein erster Halbmarathon

Nein, der Titel bedeutet nicht, dass ich jetzt anfange in den Annalen des Deichläufers zu kramen, um Sentimentales aus den Anfangsjahren meiner Lauferei zu posten 🙂 Hier und heute geht es um meinen ersten Lauf über die Halbmarathondistanz in minimalen Laufschuhen, konkret in den Five Fingers V-Trail.

Geplant war das zwar eigentlich nicht, ich hatte mir eine 17 – 18 km lange Strecke ausgeguckt, aber die wunderbare Freizeit, die uns die 500-jährige Reformiererei heute bescherte, wollte genutzt werden und so vollführte ich bei Kilometer 8,5 km einen spontanen Richtungswechsel, der dann Halbmarathon bedeutete.

Statt zur Hunte bog ich zum Gellener Moor ab, wo ich mich in Gellen immer freue, dass dieser kleine Geselle seit Jahren nie stibitzt wird.

In den Gellener Torfmöörten gab es wegen der Hinterlassenschaften von Xavier noch etwas Hindernislauf. Herwart hingegen hat hier zum Glück keine weiteren Bäume umgeworfen.

Hundert Meter vor der Haustür, an der verkehrsberuhigt engsten Stelle unserer Straße, habe ich dann noch einen Haufen Kastanien beiseite gekickt, die da irgendein Torfkopf hingekippt oder verloren hat, bevor sich da noch Fußgänger oder Radfahrer im Dunkeln auf den Pinsel legen, und das wars dann mit dem ersten richtigen, ungedämpften Longjog in den Annalen des Deichläufers 😀

Die Stellen, wo mir bei meinen vorherigen Läufen die Five Fingers doch Blasen hinterlassen hatten, hatte ich vorsichtshalber mit Leukopor abgeklebt und so gab es diesmal keine Probleme, zumal die Füße heute nahezu trocken blieben. Allerdings merkten die Sehnen zum Schluß schon, dass das Stretching heute etwas länger gedauert hat, aber ansonsten bin ich die 21,2 km im geruhsamen 6:20iger Schnitt locker durchgetrabt. Nice 🙂

Herbstleuchten

Bevor ich wieder anfange über mein Gelaufe zu schreiben, vorab eine Frage: Wie findet Ihr mein neues Tattoo?

22.10.17 01

Hehe, keine Panik, ist nur ein Fake. Wir waren zu einem fünfjährigen Firmenjubiläum bei einem Friseur eingeladen, für den Jens die Schaufenster dekoriert und da hat mir seine Tochter die Sterne verpaßt. Am nächsten Tag auf der Arbeit hatte ich mir den Spaß noch gegönnt, Chef und Kollegen zu schocken, danach habe ich mir die Sternchen wieder abgeschrubbt 😆

Etwas dauerhafter ist da wohl erstmal der Matsch, mit denen ich am Montag meine quietschgelben Leguanos vernünftig eingeweiht habe. Das Strahlegelb ist nach einem Törn um die beiden Bornhorster Seen fürs Erste Vergangenheit 😛 Ein Bild vom Jetztzustand habe ich aber vergessen.

Nach drei Tagen Berlin waren die beiden Seen auch heute mein Ziel. Nachmittägliche Sonne ließ das bunte Herbstlaub leuchten. Kurze Regenschauer sorgten für nasse Landschaften, die wie lackiert strahlten.

Und dunkle Wolken hinter sonnenbeschienenen, herbstlichen Bäumen sorgen für den finalen Farben-Overkill, einfach nur genial. Ich konnte mich gar nicht daran sattsehen.

Dazu paßte auch, dass es mir heute endlich mal wieder gelungen ist, etwas zügiger zu laufen, barfuß auf Asphalt und geplasterten Gehwegen sogar teilweise im 5:30iger Schnitt, was für mich nach dem Geschlönze der letzten Monate echt schon Highspeed bedeutet. Der Genußfaktor war auf jeden Fall sehr, sehr hoch! 😀

Bodenkontakt

Heute war mir mal nicht danach an der Hunte zu laufen, deshalb bin ich stattdessen mal an der Hunte gelaufen 😛 Gute 15 automobile Minuten von zuhause entfernt findet sich der Barneführer Holz, der nächstgelegene Wald, der auch groß genug ist um sich darin läuferisch etwas auszutoben 🙂

Leicht regnersiches Wetter bei 13 / 14 ° eignete sich darüber hinaus vorzüglich die neuen V-Trails in ihrem Element auszuführen. Ja, im Barneführer Holz kann man schon einmal von Trails sprechen. Zwar bedarf es vom Parkplatz eines kurzen Anlaufs über normale Forstwege …

… und der Überquerung der wie Fort Knox gesicherten Bahnstrecke nach Osnabrück (früher konnte man die ohne Einschränkungen überqueren, aber wie man sieht ist die Strecke ja extrem unübersichtlich ), …

… aber dann werden die Wege geschmeidiger und, oh Wunder, stößt man auf die Hunte, die hier aber ein gänzlich anderes Flair verströmt als in meinem üblichen Laufrevier.

Der Pfad an der Hunte ist mit das schönste was ich hier trailtechnisch laufen kann, ohne vorher eine Fernreise unternehmen zu müssen.

Nicht nur ich fühle mich hier sauwohl, auch die V-Trails sind hier vollkommen in ihrem Element. Der Grip ist perfekt und der Bodenkontakt ein Traum, die Füße haben jeden Moment das genaue Gefühl für den Untergrund, was nicht nur irrsinnigen Spaß macht, sondern auch in besonderer Weise ein sicheres Gefühl vermittelt. Nicht mehr wie von der Erde entkoppelt zu laufen ist auf so einem Naturweg eine nochmal absolut andere Hausnummer als auf meinen normalen Wegen. Ich habe noch nichts besseres an den Füßen gehabt.

Aber kein Glücksgefühl ohne Wermutstropfen: Bei Kilometer 10 merkte ich eine Blase am linken Fuß, genau an der Stelle, wo ich sie mir beim Premierenlauf auch am rechten Fuß zugezogen hatte. Die Stelle am rechten Fuß hatte ich verpflastert, aber kein weiteres Pflaster dabei. Da die Blase schon auf war und ich eh geplant hatte noch etwas barfuß zu laufen, wanderten V-Trails ab da in den Rücksack und weiter ging es auf nackten Sohlen. Ich befand mich schon grob auf dem Rückweg und lief nun direkt durch den Wald.

Für die Füße wurde es ein Fest der Sinne, wenn ich auch gerne eingestehe, dass nicht jeder Meter angenehm zu laufen war. Sand, Laub, Schlammpfützen (herrlich), Baumwurzeln, kleine Zweige und Äste sowie reichlich Tannenzapfen und ab und zu ein paar Steine und etwas Schotter, es gab nichts, was nicht unter meine Füße kam. Da der Boden regenweich war, ließ sich aber alles gut überlaufen.

Zweimal änderte ich aber die Strecke um Schotterpisten auszuweichen, was prompt dazu führte, dass ich die Orientierung verloren hatte und froh war, über das Smartphone eine Standortbestimmung vornehmen zu können. Wenn der Deichläufer den Horizont nicht sieht, ist er halt aufgeschmissen 😆 Naja, ist ja nicht das erste Mal 😛

Den Parkplatz schon im Blick entschloß ich mich noch kurz die gut 20 m hohen Osenberge zu erklimmen, um nach dem Abstieg den Parkplatz nicht wiederzufinden 😆

An einer Wegekreuzung traf ich auf zwei Damen, die mich auf meine Barfüßigkeit ansprachen und mich wieder auf den rechten Weg wiesen. So kam ich nach knapp 18 km wieder am Auto an. Ein wirklich geiler Lauf war damit zu Ende, der bislang längste in Minimal bzw. Barfuß (10,8/7,0). Auf solch größtenteils flauschigen Wegen ist das aber wirklich kein Problem.

Schleier des Herbstes

Regentropfen dröppeln heute morgen auf die Dachfenster und beenden ein paar wunderbar sonnige und warme Tage. Diese Tage waren goldener Oktober in höchster Vollendung und eine kleine, bescheidene Entschädigung für den hier oben im Norden nicht gerade überragenden Sommer. Diese sanfte Wärme, das milde Licht, ein Traum, den ich gerne festhalten würde um mich damit über den Winter zu retten.

Beim gestrigen Utkiek-Lauf kam bei mir das erste Mal in dieser Herbst-/Wintersaison die Brustlampe zum Einsatz. Bis wir am oldenburger Berg wieder auf die leuchtenden Accessoires verzichten können, wird sich schon der März dem Ende entgegen neigen 😦 Nicht dran denken!

In den Bornhorster Wiesen sind tausende Wildgänse eingetroffen. Sehr früh in diesem Jahr, ich hoffe mal nicht, dass das ein Indiz für die Härte des kommenden Winters sein wird 😯

Aber noch ist Herbst und am Rande des Weges zur Hunte liegen silbergraue Schleier auf dem Gras. Feinste Spinnennetze, von abertausenden ganz kleinen Spinnen gewoben, bewegten sich wie Wellen im sanften Wind.

Zarte und vergängliche Kunst:

Was würde uns nicht alles entgehen, wenn uns unser Sport nicht zu jeder Jahreszeit in die Natur treiben würde (Allerdings muß ich gestehen, dass dieses kleine Video „nur“ bei einem Spaziergang entstanden ist)