Geburtstagsständchen und Märzwinter

Wer dieser Tage etwas zu feiern hat, ist ja schon angeschmiert. Ne ordentliche Fete schmeißen ist nicht, Familie, Freunde und Nachbarn dürfen nicht kommen, dass ist schon schade. Aber wenn schon keine Party stattfinden kann, kann man doch wenigstens ordentlich gratulieren. Unser Nachbar Lutz aus dem gegenüberliegenden Reihenhaus ist heute 50 geworden. Da hat ihm die Nachbarschaft nach italienischen Vorbild ein Ständchen gebracht. Aus vielen Fenstern heraus und von einigen Nachbarn auf der Auffahrt (mit gebührenden Abstand zueinander) wurde für Lutz „Happy Birthday“ gesungen. Leider ist von dem vielstimmigen Gesang auf dem Video nur mein zartes Stimmchen zu hören, nicht einmal Jens neben mir hat das Smartphone-Mikrofon zu fassen bekommen 😦

Dabei war es ausgesprochen schattig. Aber zum Zeitpunkt des Ständchens hatte es immerhin gerade aufgehört vor sich hin zu schneien.

Die Kälte mit dem schneidigen Wind ließ mich für meinen nachmittäglichen Lauf zu ungewohnten Schuhwerk greifen. Nach ewiger Zeit (genauer gesagt seit Mai letztens Jahres) kamen mal wieder meine V-Runs zum Einsatz, quasi als Handschuhe für die Füße 🙂 Gepaart mit warmer Oberbekleidung, Mütze, echten Handschuhen und 3/4-Tight hüllte ich mich so in komplette Wintervermummung. Trotz dieser üppigen Bekleidung wurde ich unterwegs von einer Fahrradfahrerin gefragt, ob mir nicht kalt wäre an den Beinen, tze.

Nein, kalt war mir wahrlich nicht, im Gegenteil. Auf den letzten Kilometern kam die Sonne heraus und ich hatte den Wind im Rücken. Da zog ich die V-Runs schon wieder aus, stoffte die Handschuhe in sie hinein und verfrachtete die FiveFingers in das Heckabteil meiner Radlerjacke.

Auf meiner Strecke signalisierte mir ein voller Parkplatz den Kleinen Bornhorster See zu meiden, auf zu viele Spaziergänger (mit Hunden) hatte ich keinen Bock. Die leere Autobahn A 29 signalisierte hingegen, dass zur Zeit auch keine Tagesausflüger an der Nordsee willkommen sind. Ich finde es schade und auch nicht ganz angebracht, dass man den Menschen einen Spaziergang am Meer verwehrt. Aber nun denn.

Zum Laufen brauche ich kein Meer und das, egal auf welchen Strecken ich auch immer gerade laufe, dort jetzt mehr Menschen unterwegs sind, kann ich auch niemanden verdenken, irgendwo müssen sich die Leute ja an der frischen Luft bewegen können.

Muß ich aber eigentlich noch erwähnen, wie verdammt gut das Laufen tut? Ja, muß ich, weil es eben so verdammt gut tut. Immer! In der Vergangenheit, gerade jetzt, morgen, übermorgen und überhaupt!

Privilegiert

Mal ganz davon abgesehen, dass wir generell schon privilegiert sind, weil wir in diesem unserem wohlhabenden Land mit nicht nur einem gut ausgebauten Gesundheitssystem leben dürfen, sind speziell wir Läufer in der augenblicklichen Situation privilegiert. Wir können nahezu ohne Einschränkungen unserem Sport nachgehen, sofern wir kein Problem damit haben alleine unterwegs zu sein. Zugeben, mir fällt es auf, dass ich dieses Privileg verstärkt teilen muß, da jetzt schon auffällig viele Läufer unterwegs sind. Aber da bin ich schon Gönner, wenn sich andere Sportler nun auf das Laufen besinnen 😉

Das Laufen führt mich zum Glück auf Strecken, auf denen nicht zuviel los ist, so dass sich die Abstandsregeln gut einhalten lassen. Prima, ich habe schließlich nicht nur wegen dem bösen C-Wort gerne meine Ruhe.

Privilegiert bin ich aber auch, weil ich meine Brötchen weiterhin im Home-Office verdienen kann, das mich bei dem momentanen Sonnenschein auch noch mit sommerlichen Temperaturen verwöhnt.

24.03.20 04

Und schlußendlich habe ich auch noch das Privileg, dass ich meine üppige Haartracht auch ohne die augenblicklich geschlossenen Friseure bändigen kann 😆 :

24.03.20 08

Also genieße ich alle meine Privilegien, so lange ich sie habe. Es besteht schließlich kein Rechtsanspruch darauf ❗

Wehmut

… gepaart mit etwas Unbehagen überkam mich heute vormittag als ich mich ein letztes Mal in meiner kleinen Berliner Wohnung umschaute, bevor ich die Tür zuzog um meine Heimreise nach Oldenburg anzutreten. Zwei Tage früher als geplant. Meinen Urlaub hatte ich mir etwas anders vorgestellt.

Aber was macht man in einer Millionenstadt, wo sich die Millionen aus dem Wege gehen müssen und in der das öffentliche Leben zum Stillstand gekommen ist? Seit Dienstag hatte ich keinen persönlichen Kontakt zu irgendjemanden mehr. Gerade mal im Vorbeigehen /-laufen auf Bürgersteigen unterschritt ich die gebotene Distanz zwischen den Mitmenschen. Trotzdem waren die vergangenen Tage eigentlich noch ganz schön: Ausschlafen, ausgiebig frühstücken, laufen, radeln, die erste Frühlingssonne genießen (alleine mit entsprechenden Abstand natürlich!), sich abends was Leckeres kochen und ein Bierchen dazu trinken. Eigentlich ganz erholsam, wenn man sich von der Nachrichtenlage nicht zu sehr gefangen nehmen ließ, was mir zugebener Weise teilweise recht schwer fiel.

Das Laufen lief aber ganz ordentlich und hat auch Spaß gemacht. In den letzten fünf Tagen kamen gute 60 km zusammen, knapp die Hälfte davon barfuß. Das war schon schön! So bleibt mir speziell die zweite Hälfte meiner Zeit in Berlin als ruhiger Erholungsurlaub in Erinnerung, wozu Berlin ja ansonsten eher weniger taugt 🙂

Das leichte Unbehagen beschleicht mich bezüglich der Ungewissheit, wann ich wohl das nächste Mal an meinem geliebten Zweitwohnsitz aufschlagen kann. Das schon geplante Wochenende im April zum eh abgesagten BER-Night-Run wird keinen Sinn machen und weiter in Zukunft mag ich im Moment noch nicht schauen.

Nun gilt es auch erstmal in der kommenden Woche in Oldenburg in einen Alltag zurückzufinden, der so schnell nicht alltäglich sein wird. Aber das geht uns ja allen so. Solange wir zu Essen haben, die Bude warm ist, der Strom fließt, wir laufen können und hoffentlich gesund bleiben, haben wir keinen Grund zur Klage.

Zum Schluß ein paar Impressionen von der Rückfahrt über teilweise schon geisterhaft leere Autobahnen:

Dadurch war mir eine Rekordzeit vergönnt, vier Stunden für ca. 440 km in meinem PS-schwachen Kleinwagen. Das wird wohl kaum noch zu unterbieten sein und das hoffe ich in Bezug auf einen irgendwann wieder zurückkehrenden täglichen Wahnsinn sogar! 🙂

 

Besuch bei einem lieben Freund

Im Sommer ist es schon drei Jahre her, dass Hanno gestorben ist. Hanno ist hier in Berlin beigesetzt, auf dem Friedhof Baumschulenweg. Dort befindet sich auch das Krematorium Berlin, in dem die Trauerfeier für Hanno stattgefunden hatte. Der Friedhof ist leider mit dem öffentlichen Personennahverkehr etwas umständlich zu erreichen, umso erfreuter war ich, dass er mir bei der Planung einer Laufroute eher zufällig in den Fokus rückte und der Weg dorthin auch durchaus attraktiv zu werden versprach.

So machte ich mich auf heute auf eben diesen Weg, im Wesentlichen immer entlang des Teltowkanals. Hier lief es sich durch öffentliche Grünanlagen und über teils trailige Wege wunderbar abseits des Verkehrs und auch fast ohne Menschen.

Das letzte Stück folgte dem Britzer Zweigkanal und dann war ich nach acht Kilometern am Friedhof. Hinter dem historischen Torgebäude erreicht man über eine große Freifläche das Krematoriumsgebäude mit seiner beeindruckenden Architektur, die Hanno zu Lebzeiten immer wieder hierher geführt hatte.

Nach kurzem Verweilen und Gedenken an seinem anonymen Urnengräberfeld, machte ich mich auf den Rückweg über die selbe Strecke, die ich gekommen bin. Nun waren ein paar mehr Leute unterwegs und mir begegnete sogar mein rennradelnder Nachbar, auch Berlin ist ein Dorf 🙂

Kurz vor Schluß habe ich mich allerdings etwas verlaufen, im Flow bin ich an der Brücke vorbeigerannt, über die ich hätte die Kanalseite wechseln müssen. Da sich keine vernünftige Alternative bot, mußte ich irgendwann umdrehen, was meinen Lauf um gute zwei Kilometer auf etwas mehr als 18 km verlängerte.

Es war ein schöner Lauf und Hanno darf auf diese Weise künftig wohl öfters mit meinem Besuch rechnen.

Darf man das?

In dieser Zeit über so etwas Banales wie seine alltägliche Lauferei schreiben? Ich würde sagen jetzt erst recht und tue es einfach. Schließlich kommt einem Corona inzwischen schon zu den Ohren raus und unser Sport bietet uns nun, neben allen bekannten Vorteilen, auch noch etwas Normalität.

Starten möchte ich aber gar nicht mit Laufen, sondern mit einer schönen Fahrradtour in die Mitte Berlins. Bislang war ich nur mit den Öffis Richtung Zentrum unterwegs gewesen. Vorgestern war der Verkehr sonntagsbedingt auch ohne Corona mäßig und ich tourte entspannt durch die Straßen Berlins gen Brandburger Tour. Nur der groben Richtung folgend, hatte ich teilweise keinen genauen Plan wo ich da langgeradelt bin, habe aber das Herz der Stadt problemlos gefunden 😀 Die Fahrt lies sich darüberhinaus in kurzer Hose und Neoprenschläppchen gegen kalte Füße und stachelige Fahrradpedale genießen.

Auch zurück habe ich gut gefunden, ohne mich zu verfransen. Inzwischen kenne ich diverse Eckpunkte der Stadt halt doch schon ganz gut 🙂

Nun aber zu meinem heutigen Lauf. Der wäre eigentlich gar nichts besonderes gewesen, wenn ich nicht erstmals in Berlin von Haustür zu Haustür barfuß gelaufen wäre. Allerdings sind es auch nur gute 700 m bis zum Tempelhofer Feld, wo es sich eh insgesamt wunderbar barfuß laufen läßt. 10,5 km war ich unterwegs.

Nachmittags bin ich dann noch einmal mit dem Fahrrad zum Tempelhofer Feld aufgebrochen, einfach nur um die Sonne zu genießen, dem Treiben zuzuschauen und andere dabei beobachten wie sie große Sprünge machen, ein Kite-Skateboarder hob immer mal wieder beeindruckend ab 🙂

Leider war der kräftige Wind, der dem Kiteboarder das Vergnügen bereite, doch noch etwas frisch und so trollte ich mich bald wieder, mit dem guten Gewissen mir die maximale Frischluftdosis gegeben zu haben.

Leute, macht es Euch so schön wie möglich, außerhalb und innerhalb der eigenen vier Wände 🙂

17.03.20 06

 

Schaurig schön

Elf schöne Urlaubstage in Berlin habe ich mir vorgestellt und das werden sie hoffentlich auch, wenn auch mit Abstrichen. Das betraf schon die Anreise, mein Bahnticket habe ich sausen lassen und bin stattdessen mit dem Auto in die Hauptstadt gefahren. So kann ich bezüglich der Rückreise flexibler reagieren bzw. treffen mich eventuelle Zugausfälle nicht.

Das ab Dienstag neben allen Kultureinrichtungen auch sämtliche Kneipen, Bars und Clubs geschlossen haben werden, tangiert mich nicht so sehr. Das Wetter soll schön werden und so lange es keine Ausgangssperre gibt kann ich mich mit dem Fahrrad oder laufend fortbewegen oder das Berliner Umland erkunden. Einkaufen brauche ich auch nicht mehr, ich bin mit allem ausreichend versorgt, so dass ich mich nicht mehr, wie heute, langen Schlangen an den Kassen und leeren Regalen stellen muß.

Heute schien die Sonne schon einmal von einem blankgeputzten Himmel, bei allerdings noch recht frischen Temperaturen, und auf dem Tempelhofer Feld und im Volkspark Hasenheide war der Berliner Bär los. Kann man es den Menschen nach diesem langen, grauen Winter verdenken? Trotzdem begleitete mich bei dem Gedanken an die Corona-Epidemie ein gewissen Unbehagen. Aber auf den Weiten des Tempelhofer Feldes und in der Hasenheide herrscht ja kein Gedränge und Sonne und frische Luft sind für die physische und psychische Gesundheit ja auch extrem wichtig.

Mir hat meine Laufrunde auf jeden Fall sehr gut getan, auch wenn ich auf den letzten Kilometern beständig von Radfahrern, Inlinern und anderen Läufern nur so umkurvt wurde oder sie umkurvte. Ein Stück Normalität in unnormalen Zeiten, auch das ist schön!

Viel Licht viel Schatten

… oder anders ausgedrückt: Wo Sonne ist, da ist auch Regen 😛

Nach meinem Sofa-Time Out vom Freitag war es am Samstag wieder wunderschön! Bei Sonne satt lief ich nach langer Zeit mal wieder von Haustür zu Haustür knapp 15 km barfuß.

Montags war es auch noch ganz brauchbar, aber heute goß es wieder einmal in Strömen. Aber im Unterschied zu den letzten Wochen war es warmer Regen bei 11 / 12 ° und der Spaß war riesengroß. Sandalen sind so praktisch, wer braucht da Gore-Tex-Schuhe und wer hatte hier in letzter Zeit jemals schlechte Laune? 😆

Auch der Kleine Bornhorster See hat zur Zeit richtig viel Wasser, was dem ersten Nichtschwimmer schon zum Verhängnis geworden ist! 😀 😆 :mrgreen: :

Am zwölften Tag sollst Du ruhen!

03.03.20 05

…. dachte ich mir mal zumindestens mal so 🙂 Eigentlich aber wollte ich auch den zwölften Tag in Folge noch ein Ründchen drehen. Da es heute aber wieder einen „Wetterrückfall“ gegeben hat, mit Dauerregen, fiesem Wind und gerade mal 4° C habe ich mir für meinen Fleiß der letzten elf Tage mal selber auf die Schulter geklopft und frei gegeben.

Seitdem ich am 24.02. wieder los gelegt habe, lief es ausgesprochen gut und es machte einfach Spaß wieder unterwegs zu sein. Mit den Streckenlängen habe ich es nicht gleich übertrieben, trotzdem kamen während der letzten 11 Tage über 100 km zusammen.

Dabei durfte ich u. a. zeitweise slalomlaufen und wenig später akzeptieren, dass sich das Bornhorster Storchenpaar nicht in seinem Horst fotografieren lassen wollte, …

… durfte wilde Wolkenformationen und zartes Frühlingsgrün erleben …

… und mal eine Waldrunde rund um den Woldsee drehen und dabei erkennen, dass richtig geschnallte Luna Venado auch der Sehne auf dem Fußrücken nicht zusetzen 🙂

Sooooo viele Eindrücke wollen natürlich auch verarbeitet sein und wie kann man das besser als auf dem Sofa unter der flauschig-warmen Decke, während es draußen dauerregnet, windet und 4 ° kalt ist ? 😆

06.03.20 01

 

 

Weg

… ist (vorerst 😛 ) meine schlechte Laune und dafür brauchte es nur so wenig. Einfach mal ein paar Sonnenstrahlen und laufen können, reicht! 😀

Zwar war mein erster Lauf nach einwöchiger „Zickiger Sehnenpause“ noch klitschnaß, stürmich und eiskalt (der Deichläufer berichtete), aber danach wurde das Wetter freundlicher und auch die Sehne hatte gegen tägliche Läufchen nichts mehr einzuwenden und so kamen immerhin schon wieder 53 Kilometers zusammen *freu*

Dienstag:

Mittwoch:

Der donnerstägliche Utkiek-Lauf startet inzwischen auch schon nicht mehr im Stockdunkelnen, aber viel Licht ist uns dort noch nicht beschieden. Dafür glänzte der Freitag mit strahlender Sonne bei Temperaturen nur knapp im Plusbereich.

Plötzlich frühlinghaft war es dann am heutigen Samstag und ich, solch einem Wetterchen völlig entwöhnt, dafür viel zu warm angezogen. Überall steht und fließt zur Zeit das Wasser, kein Wunder, hat es doch im Nordwesten das Dreifache des im Februar üblichen geregnet (gefühlt war es aber sogar das 30igfache 👿 ) Überall rauscht und gurgelt es jetzt in den Gräben und Bächen. Während ich nach einem kurzen Kneippbad im Kleinen Bornhorster See gerade die Sandalen wieder anzog, lief ein Läufer in Kurz/Kurz an mir vorbei, wie ich ihn beneidet habe 🙂 Er war schneller als ich unterwegs und sein eleganter Vorfußlaufstil offenbarte sich in seinem Schuhabdruck, der gar keine Fersenaufsatz erkennen ließ, während mein Sandalenabdruck fast so aussieht als wäre ich ganz barfuß unterwegs 🙂

Nach überraschend zügigen 10 km in meinen viel zu warmen Klamotten mußte ich auf der Terrasse erst einmal etwas abdampfen und beguckte mir bei der Gelegenheit was da schon alles viel zu früh blüht und grünt. Das ist echt der Wahnsinn.

So endet der Februar doch sehr versöhnlich, wenn auch mit nicht allzu vielen Kilometern. Aber das Jahr ist ja noch jung, da kann ja durchaus noch was kommen 😎

Der schlechten Laune zum Trotz

… oder gerade wegen ihr ging es heute nach acht Tagen das erste Mal wieder auf Piste. Mein Physio hatte nichts dageben und barfuß kann mir auch nichts auf die Sehne vom Fußrücken drücken. Zu weit sollte es aber nicht gleich sein und so reiste ich automobil in mein Lieblingslaufrevier, Wasserstände checken. Schon der Blick aus dem Auto zeigte, dass die Fluten in den Bornhorster Wiesen für diesen Winter ihre bisherigen Höchststände erreicht haben.

Kaum dem Auto entstiegen endete dann prompt die mindestens schon ein paar Stunden andauernde Dürre und es fing wieder an zu regnen. Auf meiner Laufstrecke war dann auch nicht nur mehr Wasser als sonst zu sehen, sondern auch die Folgen der Stürme der vergangenen Wochen.

Binnen kurzer Zeit begann es wieder richtig zu schütten, der Wind pfiff und es war arschkalt.

Nach nur 7,4 km war ich klatschnaß, die Hände waren in den durchweichten Handschuhen fast erfroren und auch die Füße waren ausnahmsweise mal richtig kalt.

Aber immerhin konnte ich eine nahezu beschwerdefreie Runde drehen. Ein erster Punktabzug für die schlechte Laune 😛

Anmerkung: Die Wassermassen sind in den Bornhorster Wiesen nichts ungewöhnliches. Wie die langjährigen Leser schon wissen, stehen die Bornhorster Wiesen in jedem Winter mal mehr und mal weniger unter Wasser. Die hohen Wasserstände sind aber auch für mich immer noch wieder faszinierend.

Schlechte Laune

Ja, ich gebe es zu: Ich habe mal wieder Wetter! Regen, Regen, Regen, Sturm, Sturm, Sturm, nasskalt, nasskalt, nasskalt. Ich habe echt die Faxen dicke. Dieser Winter mag als zweitwärmster seit Beginn  der Wetteraufzeichnungen in die Annalen eingehen, mir trampelt er nur als ungemütlich, dunkel, grau, verregnet und nasskalt auf den Nerven rum. Das einzig positive was ich ihm abgewinnen mag, dass er so langsam die Trockenheit der letzten beiden Sommer kompensiert haben müßte.

Dazu kommt bei mir nach Ischias, Wade und Schnupfen jetzt Sehne auf dem rechten Fußrücken, die ich durch eigene Doofheit durch falsches Festschnallen der neuen Luna-Sandalen nach langer Zeit mal wieder rebellisch gemacht und ihr dann durch den langen Lauf vom letzten Sonntag den Rest gegeben habe.

So weide ich mich in meiner schlechten Laune und bin so genervt wie schon lange nicht mehr. Dabei schlage ich alles „Es kommen noch wieder schönere Tage“-Gerede in den Wind. Drum bitte ich auch von Beleidsbekundungen am Sofa Abstand zu nehmen! 😦

😛

Mittelpunkt des Universums

Unser über vier Winter andauernder Etappenlauf von Emden nach Emden hat ja im Januar sein Ende gefunden und inzwischen steht fest wie es weiter geht. In den nächsten Wintern werden wir von Oldenburg immer in eine andere Region des näheren Umlandes fahren um dort einen Rundkurs zu laufen. Also keine Etappen mehr, sondern künftig wird der Start auch das Ziel sein. Das spart einiges an Fahrerei und somit auch an Zeit. Die künftigen Start-Ziel-Orte werden alle so um die dreißig Kilometer von Oldenburg entfernt sein, so bekommen wir Abwechselung und nicht allzu weite Anfahrten gut unter einen Hut. Ein herzliches Dankeschön für die neuen Planungen geht dafür an Sylke und Ralf!

Oldenburg wird also der Mittelpunkt unseres Laufuniversums sein und für jeden Lauf begeben wir uns auf eine neue Umlaufbahn. Für die kommenden drei Winter sollte dieser Mikrokosmos erst einmal reichen 🙂

 

Umlaufbahn

Strecke Dangast

Heute ging es auf die erste Umlaufbahn, die gleichzeitig auch der letzte Lauf dieser Winterserie 2019/2020 war. Start- und Zielort war Varel. Von hier aus ging es auf einer großen Runde nach Dangast um am Jadebusen etwas Nordseeluft zu schnuppern und wieder zurück. Dabei waren wir leider nur mit einer kleinen Truppe. bestehend aus Antje, Sylke, Ralf und mir, unterwegs.

Wettertechnisch durften wir uns laut Vorhersage auf piwarme 16°, viel Regen und viel Sturm einstellen. Piwarme 16°? Jepp! Viel Sturm? Jepp! Regen? Nein! 😀

Aber auch ohne den Regen wurde der Lauf zu einer Herausforderung. Der stürmische Wind hatte es nämlich in der Tat in sich. Während in Oldenburg offizielle Laufveranstaltungen abgesagt wurden, rauschte der Wind durch die Bäume der Alleen und wir ließen uns immer mal wieder von ihm treiben oder kämpften gegen ihn an, bis fast zum Stillstand 😆

Ob es aber alleine am stürmischen Wind lag, dass dieser Lauf für mich der wohl bislang anstrengste aller Winterläufe war? 🙄 Ich weiß es nicht. Hinzu kam noch, dass ich in der vergangenen Woche durch zu festes Anschnallen meiner neuen Luna-Sandalen die Sehne auf dem rechten Fußrücken in Aufruhr versetzt hatte und diese über den heutigen langen Ritt alles andere als amused war. Egal, erstmal unterwegs blieb eh nur der Weg zurück nach Varel und bis auf ein Stück entlang der Bahnausbaustrecke Oldenburg – Wilhelmshaven und der Autobahn A29 war es wirklich eine schöne Strecke.

Zurück am Startpunkt erreichten Antje und ich mit einer Extra-Schleife über den Parkplatz mit unseren Polar (der war es bei Antje eine TomTom?)- und Garmin-Uhren exakt 25 km. Aus und Ende, ich hatte fertig und meine Lebensgeister erwachten erst wieder bei einem Kännchen Tee und der unvermeidlichen Torte 🙂 Tröstlich nur, dass meine Mitstreiter den Lauf diesmal auch als anstrengender als sonst empfanden.

Das war es ja jetzt für diesen Winter mit unseren Winterläufen und bis November sollte ausreichend Zeit bleiben um wieder neue Kräfte zu sammeln 😆

Schlußbemerkung: Während ich diesen Post verfasse heult der Sturm, dem wir getrotzt haben, ums Haus und … es schüttet wie aus Eimern. Glück muß die Lauftruppe haben! 😀

Ich laufe in Oso, worin läufst Du so?

Ernüchternd war bislang meine Laufbilanz für den Februar. Bis Mittwoch stand lediglich ein einziger Lauf zu Buche. Ein paar Tage Schnöff und ein paar Tage Sturm sorgten für acht Ausfalltage. Der Schnöff war zwar nur eine Kurzzeiterscheinung, aber trotzdem mochte ich nach ihm nicht direkt bei tagelangem Sturm, nasser Kälte und nahezu pausenlosen Regen-, Schneeregen- und Graupelschauern wieder antraben.

Hinterm Laufpausenofen lockte mich dann aber eine Lieferung neuer Sandalen hervor. Endlich habe ich einmal die vielgerühmten Luna-Sandalen erstanden. Da es am Mittwochabend dann auch endlich einmal trocken und nur noch mäßig stürmisch war, bin ich als erstes in der Straßensandale Venado losgelaufen. Es sollte nur eine kleine Anfangs-Runde von um die sieben Kilometer werden, aber nach den acht Pausentage lief ich wie entfesselt und schlußendlich wurden es knapp 15 km, überraschender Weise sogar in einem Schnitt etwas unter Sechs.

Die Venado sitzen ordentlich am Fuß und laufen sich auch gut. Aber sobald meine Augen barfußtaugliche Strecke erblicken, hält es bei mir auch die neuesten Sandalen nicht an den Füßen und ich bin knapp sieben Kilometer lieber barfuß getrabt.

Gespannt war ich gestern am Utkiek auf die Luna Oso Flaco, diese Sandalen mit der stärkeren und profilierten Sohle sollen über die 31 km des Hermannslaufs Ende April zum Einsatz kommen. Sie liefen sich wunderbar, die Sandale sitzt sehr gut (besser als die Venado), die Sohle schützt sehr gut vor Steinen und die „Innensohle“ läßt den Fuß auch bei Näße nicht so sehr rutschen wie es in meinen Pies Sucios Stones der Fall ist. Diese ersten neun Kilometern lassen schon einmal erkennen, dass die Oso genau die richtigen für den Teuteburger Wald sein werden, cool. Darüber hinaus war unsere Laufgruppe nach einem erneut verregneten Tag total geflasht, dass wir bei sternenklarem Himmel und abgeflautem Wind drei Grad frische Luft in uns aufsaugen durften.

Das Triple voll machte heute noch eine knapp 11 km lange Barfußrunde, erneut ohne Regen, aber auf feuchter Strecke und mit schönen Lichtstimmungen.

Endlich läuft es im Februar, egal ob mit oder ohne (neuen) Sandalen. Über die Luna Oso bin ich aber sehr froh, werden sie doch allein bei drei für diese Jahr geplanten Läufen genau die richtige Wahl sein. Das läßt auch den Preis leichter verschmerzen. Für das was das bisschen Sandale kostet, bekommt man auch schon richtig fette Laufschuhe. Aber wer will die schon? 😆

Der Deich ist weich

Ich mag ja Zahlen und Statistiken und drum schaue ich mir auch immer gerne die Monatsstatistiken zum Wetter auf der von mir bevorzugten Wetterhomepage an. Als Überschrift für den Januar präsentierte sich da folgendes:

30.01.20 01

Mild? Trocken? Sonnig? Wie mild, sonnig und trocken muß es im Rest der Republik gewesen sein, dass unser vielfach dauergraue, verregnete und naßkalte Nordwesten da nichts rausreißen konnte? Zugeben, auch hier war es zu warm, was man u. a. daran erkennen kann, dass vieles grünt und blüht, was mitten im Winter einfach nicht zu grünen und zu blühen hat.

31.01.20 01

Es blühen nicht nur die Weidekätzchen

Aber die Freuchte und der Wind ließen zumindestens bei mir davon gefühlt nicht viel ankommen.

Wie gesättigt hier die Böden sind zeigte sich auch auf meinem bisher einzigen Lauf im Februar. Der grasbewachsene Weg unterm Deich ist glitschig, teilweise matschig und auf den Äckern steht vielfach das blanke Wasser. Auch der Deich wirkt vollgesogen wie ein Schwamm, ist oberflächlich weich und von Mäuselöchern durchsetzt. Wie gut, dass unser Hochwasserschutz inzwischen in der Hauptsache vom Huntesperrwerk an der Einmüdung in die Weser übernommen wird. Vertrauenserweckend wirkt der Deich wirklich nicht mehr 😯

Wie auch immer, von gelegentlichen Slapstickeinlagen abgesehen – profillose Fußsohlen contra aufgeweichter Grasnabe – war der teilverregnete 16 km-Lauf insgesamt ein Vergnügen. Allerdings stellte sich tagsdrauf der erste Schnöff der Saison ein und vorgestern sah es noch so aus, als würde es ganz dicke kommen, mit dichten Stirnhöhlen, tränenden Augen und einem doppelt so hohen Ruhepuls wie üblich. Aber gestern ließ das ganze schon wieder deutlich noch und heute ist bis auf eine etwas verstopfte Nase schon nichts mehr zu spüren. So ein kurzes Erkältungsgastspiel kenne ich eigentlich gar nicht und ich bin deshalb noch etwas misstrauisch. So werde ich morgen und übermorgen noch freiwillig und Sonntag und Montag wohl noch unfreiwillig pausieren. Sonntag und Montag soll ja ein Orkan übers Land fegen und das ist dann selbst mir etwas zu viel Wind.

Härtefall

Ihr werdet es sicher schon lange gemerkt haben: Ich bin der ganz harte Typ, mit stahlharten Muskeln und darüberhinaus eine wirklich spannende Persönlichkeit.

Das hat mir auch der Physio bestätigt, knallharte Muskeln in der unteren Rückenpartie, rechts mehr als links, und total spannend ähmm verspannt 😦 Diese verspannte Härte geht dem Ischias im wahrsten Sinne des Wortes auf den Nerv mit spürbaren Folgen bis in die Wade. Soweit die Erklärung zum Sylvester Stallone im negativen Sinne 😛

Warum ich Euch damit noch einmal auf Eure Nerven gehe? Nun, es gab da diesen vielfachen Wunsch einer einzelnen Dame, hier doch einmal zu zeigen, welche Übungen diesem Übel denn künftig einhalt gebieten sollen. Als höflicher Gentleman, der ich nun einmal bin, kann ich besagter Dame diesen Wunsch natürlich nicht abschlagen und voilà, hier zeigt sich der Profigymnast in seiner voller Pracht 😆

Zuerst einmal aber das dafür benötigte Werkzeug. Es reichen zwei Tennisbälle. Der Profi, der ich ja nun auch einmal bin, greift aber natürlich zum Profiwerkzeug, in diesem Fall dem Blackroll Duoball 08.

Der hat im Gegensatz zu den schnöden Tennisbällen den Vorteil, dass er sich genauer einsetzen läßt, während die Tennisbälle dem Profi immer wieder zur Seite entwischen wollen oder auf unterschiedlichen Höhen rollen. Damit sind wir auch schon bei den Übungen. Die sind, gelinde gesagt, sehr simpel, um den Profi nicht gleich zu überfordern.

So suche man sich eine Wand, klemme den Duoball 08 zwischen Wand und Rücken ein und rolle damit die Wand rauf und runter. Demo:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Diese Übung tut übrigens richtig gut!

Zweite Übung, man legt den Duoball an die Wand und setzt anschließend den schmerzenden Ischiaspunkt darauf und drück für 30 bis 40 Sekunden fest dagegen bis der Schmerz nachläßt. Okay, dass mit dem Schmerzen nachlassen übe ich noch, aber dazu übe ich ja, aua 🙂 Demo:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Und dann gibt es da noch so ganz simple Dinge, wie einfach mal einfach mal nach der Decke strecken oder ein paar Rumpfdrehungen und überhaupt den Oberkörper immer mal wieder durchbewegen und recken und strecken.

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Nix wildes also und somit absolut deichläuferkompatibel 😀 Wenn es denn noch hilft, wäre ich natürlich happy. Falls Ihr also irgendwann mal Probleme mit dem Ischias bekommen sollte, wisst Ihr ja jetzt Bescheid, was Ihr dann zu tun habt.

Special greetings to South Africa! 😀 😎

Gut durchblutet

Zugegeben, es gibt schöneres Laufwetter als das, was sich mir gestern und heute dargeboten hat. Aber ein echter Indianer kennt ja bekanntlich keinen Schmerz und so tigerte ich gestern bei 4°, strömenden Regen und Sturm durch die norddeutsche Prärie. Bei (kaltem) Regen laufe ich nicht so gerne barfuß auf Asphalt und so nahm ich meine Naturstrecken unter die Füße. Das änderte aber nichts an der Tatsache, dass gestern der Sturm den Regen wirklich durch jede Naht drückte und ich so pudelnaß wie schon lange nicht mehr geworden bin.

Bei meiner heutigen Runde war es auch nicht besser, nur das sich unter den sich immer wieder schauerartig verstärkende Regen auch noch die eine oder andere Schneeflocke mischte. Dafür war der Wind aber nicht mehr ganz so stark.

Faszinierend aber, dass selbst unter diesen Wetterbedingungen die Füße nicht wirklich kalt werden, ganz im Gegenteil zu den eiskalten Oberschenkeln unter klatschnaßem Tightstoff und den noch kälteren Händen in noch klatschnaßeren Handschuhen. Wie gut durchblutet die Füße und auch die Unterschenkel waren, zeigte ihre lobsterartige Farbe 😀

Die Feldwege standen dermaßen unter Wasser, dass ich seit meinen Strandläufen auf Sylt nicht mehr so viel durchs Wasser gelaufen bin 😆 Selbst auf topfebenen Sandwegen bildeten sich durch die Regenfluten kleine Ströme.

An beiden Tagen reichten mir dann aber doch jeweils eine gute Stunde. Wer nun glaubt, dass man durch die Rennerei im Matsch aussieht wie Sau, der irrt. Bei so einer Nässe bleibt an Waden und Füßen nahezu nichts hängen 😀

Heute abend zeigte mir dann noch ein Physiotherapeut ein paar Übungen, wie ich Ischias und Wade (wie ich selber auch schon vermutet hatte, stehen seiner Meinung nach beide mit ihren Problemchen im Zusammenhang) in hoffentlich nicht allzu ferner Zukunft wieder gänzlich befrieden kann.

Richtig gut habe ich mich bei ihm gefühlt, weil er von meiner Barfüßigkeit begeistert ist, sowohl von der alltäglichen als auch von der laufenden. Sein Bruder und er laufen auch. Sein Bruder ebenfalls barfuß und er selber in minimalen Schuhwerk. So kam es noch zu etwas Fachsimpelei zum Thema und zum Für und Wider vom Dehnen. Da fühle ich mich doch gleich gut aufgehoben 🙂

Nebellöcher und Plätzchenduft

Wade an Ischias, Ischias an Wade, wer da wen beeinflußt oder ob beide unabhängig vor sich hin nörgeln erschließt sich mir immer noch nicht so wirklich. Da aber auch der Ischias wieder mitmischte war ich letzte Woche mal beim Onkel Doktor, der mir zwar keine sofortige und gänzliche Schmerzfreiheit versprechen konnte, aber dafür auch gegen das ein oder andere Läufchen nichts einzuwenden hatte. So bin ich in der Zwischenzeit wieder angerumpelt und hatte auch schon ein paar wirklich schöne Läufe, die zwar noch nicht zu 100%, aber doch zum größten Teil problemlos verliefen. Bis auf einen einzigen Kilometer war ich komplett barfuß unterwegs. Das ist halt immer das Schönste, da man mir noch so sehr Schuhe an der Strecke kredenzen, auch nicht wenn man zwei Tage später sogar noch ein Deckcken drunter gepackt hat  😀

Wenn sich dann auch noch in einer über Norddeutschland liegenden, riesigen Nebeldecke genau über meinem Laufrevier ein großes Loch auftut und sich der Raureif in der strahlenden Sonne in erfrischenden Tau verwandelt, dann kann die Lauffreude nur wieder zurückkehren 🙂

An meinem heute zu Ende gehenden langen Wochenende in Berlin reichte die Zeit allerdings wieder mal nur für einen Lauf über das nahegelegene Tempelhofer Feld. Der Hinweg war der bereits erwähnte einzige Nichtbarfußkilometer. Auf dem alten Flughafengelände läßt es sich prima barfußlaufen. Neu für mich war allerdings, dass mich immer wieder mal der köstliche Duft frischer gebackener Plätzchen umwehte. Der Wind kam direkt aus Richtung der Bahlsenfabrik, gemein! 😆

Erstmals lief ich auch die Strecke vom Tempelhofer Feld zurück zur Wohnung barfuß. Da guckten sogar einige der ansonsten ja so schnell durchs nichts zu erschütternden Berliner etwas sparsam 😆 Dabei habe ich sogar insgesamt drei weitere Läufer/innen gesehen, die barfuß in Sandalen unterwegs waren. In dieser Hinsicht tut sich offensichtlich etwas 😎

Über die letzten sieben Tage kam immerhin schon fast wieder ein Marathon zusammen. Da bin ich ganz glücklich und dankbar.

Geborgen

Irgendwie konnte ich es doch nicht mit ansehen, wie Quasimodo da so einsam und allein sein Dasein am Hunteufer fristete. So hat mein weiches Herz obsiegt und ich habe den kleinen Kerl bei meiner gestrigen Runde geborgen. Er war noch an Ort und stelle, saß aber nicht mehr, sondern hatte sich inzwischen etwas hingelegt 😉 Aber immerhin hatte er nicht sonderlich frieren müssen, vermeldete der Norden doch gestern Temperaturrekorde für einen 15. Januar.

Zuhause angekommen durfte der kleine Schmutzfink erst einmal ein Bad nehmen und wurde ordentlich geschrubbt, offensichtlich war er wirklich schon länger unterwegs.

Und so sah er einmal aus (gefunden bei Ebay):

15.01.20 10

Wo er mal seinen Platz finden wird, weiß ich zwar noch nicht, was ich aber weiß ist, dass ich erst einmal ein paar Tage Laufpause mache, bis sich die Wade wieder beruhigt. Beim Laufen ist sie zwar friedlich, aber im Alltag nicht. Es fühlt sich nach einer muskulären Geschichte an und ich denke, dass sie mit ein paar Tagen Laufruhe wohl wieder zufriedenzustellen sein wird. Immerhin hat sich der Ischias schon wieder beruhigt 🙂

Tsunami, Quasimodo und etwas Sonnenschein

Etwas rumpelig verlaufen die ersten Tage des neuen Jahres in Sachen Laufen. So quarkt zur Zeit die rechte Wade an ihrer Außenseite etwas rum und auch der Ischiasnerv scheint sich mit ihr zu einem Duett vereinen zu wollen. Beide hindern mich zwar nicht am Laufen, mindern aber etwas den Spaßfaktor.

Den Spaßfaktor minderte auch das etwas zermürbende, nasskalte Dauergrau. Am vorgestrigen Samstag wurden mir bei um die 4° doch sogar tatsächlich zwischendurch mal meine Zehen kalt, weil der starke Wind die Temperatur gefühlt gen Null drückte und der Asphalt naß war. Sowas aber auch 😛

Dafür gab es heute endlich, endlich mal wieder etwas Sonnenschein. Da lacht nicht nur gleich das Läuferherz sondern auch die Seele.

13.01.20 073

Das Lachen vergehen kann einem aber, wenn irgendwelche polnische Witzbolde ihrem abgehalfterten Binnenschiff den Namen“Tsunami“ geben. Ein Schiff nach etwas zu benennen, das schon vielen Menschen Tod und Verderben gebracht hat, finde ich zynisch. Leider hatte ich aber gerade nichts dabei um diesen Dampfer gleich an Ort und Stelle in der Hunte zu versenken.

Da konnte mir Quasimodo auch nicht helfen, dazu war er denn doch zu klein, wie er da so vorwitzig am Wegesrand saß. Ob es wirklich ein Zufall war, dass die Hunte ihn vermutlich als Treibgut direkt an den Wegesrand in sitzende Position gespült hat, sei einmal dahin gestellt. Ebenso, ob es mir zu denken geben sollte, dass mir direkt nach der(m) Tsunami auch noch Quasimodo begegnet. Zumindestens hoffe ich, dass ich trotz meiner kleinen Maleschen doch noch nicht ganz so krummbuckelig wie er unterwegs bin 🙂

Nachdem ich ihn auf einem Zaunpfosten kurz in Szene gesetzt habe, darf er am Fuße diese Pfostens weiter verweilen und ich bin gespannt, ob ich ihm dort bei meinen nächsten Läufen wiederbegegnen werde.

Wie gesagt, ich hoffe mal, dass weder polnischer Kahn noch Plastikfigur irgendwelche ernsthaften Omen für den weiteren Jahrenesverlauf sind, wäre doch schade ums schöne Laufen 😎

 

Fardig!

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Fardig ist Plattdeutsch und heißt fertig. Ja, wir haben fertig! Gestern endete in Emden unsere vier Winter dauernde Rundreise vom Dollart zum Jadebusen, vom Jadebusen nach Oldenburg, von Oldenburg nach Bourtange und von Bourtange zurück zum Dollart nach Emden.

Von unserem letzten Etappenziel im Dezember, dem niederländischen Bad Nieuweschans strebten wir, großteils der Dollartroute folgend, gen Norden. Wir, das waren diesmal Freya, Kerstin, Sylke, Axel, Ralf, Stephan und ich. Kaum hatten wir den idyllischen Ort verlassen …

… zeugte ein Schild an einem Haus „Imkerhonig aus eigener Herstellung“ davon, dass wir auch schon wieder die Seite gewechselt hatten. Ist es nicht fantastisch, dass wir in unserer Europäischen Union die Möglichkeit haben Grenzen zu überschreiten und dieses nur noch an irgendwelchen Kleinigkeiten zu merken? Dieses Vorteil grenzenlosen Genußes vergessen wir leider nur zu gerne, wenn wir mal wieder über Europa meckern.

Aber zurück zum Thema: Das wir nur großteils der Dollartroute folgten, erlebten wir kurze Zeit später als Sylke uns beschied auf einen Acker abzubiegen, um auf der, wie immer dankenswerter Weise von Ralf ausbaldowerten, Strecke zu bleiben. Ob es hier wirklich jemals einen Weg gegeben hat, wird wohl das Geheimnis des Landwirts bleiben, der diesen ggf. untergepflügt hat. Aber in einiger Entfernung war eine alte Deichlinie zu erkennen, wo sich der Weg fortsetzen sollte und so stapften wir tapfer durch den tiefen Acker und die Laufschuhe wurden immer größer, da der lehmige Boden massiv an ihnen kleben blieb, und auch meine belaufsandalten Füße verwandelten sich in, gefühlt kiloschwere, Klumpen 😀 Aber als der Weg dann wieder erkennbar ein grasbewachsener Weg war, konnten wir die ungewollte Fracht nach und nach wieder abstreifen und ein wenig später zufällig an der Strecke liegendes Sportlerheim bot sogar Schuhbürsten, von denen ich in meinen Sandalen allerdings nicht profitieren konnte 🙂

Allerdings blieb diese letzte Etappe bis zum Erreichen des wunderschönen Örtchens Ditzum eine insgesamt recht matschige Angelegenheit 😀 Aber wie heißt es so schön: Ist die Sauberkeit erst ruiniert, läuft es sich gänzlich ungeniert 😆  Ganz nebenbei haben wir auf unserem Weg einen der tiefsten Orte Deutschlands passiert und befanden uns dort satte 2,60 m unterhalb des Meeresspiegels!

In Ditzum angekommen hatten wir schon ca. 20 km in den Beinen, als wir die Fähre bestiegen, um über die Ems und den Dollart nach Petkum überzusetzen.

Ab Petkum wurde es aber elendig. Nach der Überfahrt noch einmal wieder anzutraben, fiel uns allen etwas schwer. Zudem hatten wir auf diesen Schlußkilometern den naßkalten Wind von vorne und die langen Geraden ließen uns deutlich voraussehen wie weit die Reise noch ging. Ein psychologischer Dolchstoß wurde uns versetzt als wir merkten, dass sich die vermuteten vier letzten Kilometer auf sechs Kilometer ausdehnten. Was poppelige zwei Kilometer da ausmachen können, Hammer! So trabten wir alle nur noch wortkarg vor uns hin und als Sylke zu mir sagte, da ist der Radarturm, wir sind da, war sicherlich nicht nur bei mir die Freude groß. Auf jeden Fall hat es mir zum Schluß gereicht und mein anschließendes Gangbild war…. nun sagen wir mal … etwas unrund 😛

Apropos große Freude: Wen interessieren ein paar zähe letzte Kilometer? Wir sind da angekommen, wo wir am 04.12.2016 gestartet waren, genial. Fardig ❗ :

Und beim anschließenden Kuchengenuß war die Welt sowieso ruckzuck wieder in Ordnung 😆

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Schlußbetrachtung: 4 Winter, 14 Etappen, insgeamt ca. 330 km. Schnee, Regen, Sonne, Frost und Wind. Kein Leistungsdruck. Nette Gesellschaft. Aus reinem Spaß an der Lauffreude. Abenteuer Heimat. Das war eine absolute geniale Geschichte!

Das es schwer sein wird, dass noch zu toppen, merkten wir gestern beim Kuchenessen. Es hat sich noch keine Idee so richtig durchgesetzt, wie wir das fortsetzen können. Fest steht nur, dass es weitergehen MUSS um den langen Wintern laufend ein paar Highlight-Sonntage abzutrotzen und um weiterhin zum Abschluß irgendwelche Cafés stürmen zu können 😀

 

Bis zum letzten Tag

Welcher Teufel mich da in den letzten zehn Tagen des Jahres geritten hat, weiß ich selber nicht so genau 🙂 Es fing damit an, dass ich mir Anfang Dezember lediglich vornahm, noch die 2.000 Jahreskilometer vollzumachen. Erledigt am 23.12.!

2.000 km H

Dann betrachtete ich die Jahreskilometerzahl von 2018, da waren es 2.030 km. Die könnte ich doch auch noch packen. Gepackt am 25.12.!

2.030 km H

Allerdings fiel mir auch meine bisherige Jahresbestleistung von 2.084 km aus dem Jahr 2017 ins Auge. Überboten am 29.12.!

2.084 km H

So ein krumme Zahl kann man doch aber auch noch runden. Gerundet am 30.12.!

2.100 km H

Nun, ich hatte Zeit und Lust mich dieser kleinen Jahresend-Challenge hinzugeben und bin deshalb seit dem 22.12. jeden Tag auf Piste gewesen um diese vier grünen Haken setzen zu können. Allein in diesen 10 Tagen bin ich 128,6 km gerannt, die sich mit den restlichen Läufen für den gesamten Dezember auf 284 km aufsummten. Sowohl die 10 Tage mit ihren Kilometern (längster Streak) als auch das Monatsergebnis für den Dezember sind Allzeitrekorde, auf die der neue Jahresrekord noch oben drauf kommt ❗

Während des 10-tägigen Streaks war ich u. a. auf alltäglichen Strecken unterwegs, am ersten Tag z. B. mit Angela und Heimo, tagsdrauf dann alleine, wo ich die 2.000 vollmachte.

Heiligabend suchten Heimo und ich im Litteler Wald den dort alljährlich geschmückten Tannenbaum und fanden ihn nicht 😦 Erst am ersten Weihnachtsfeiertag entdeckten Angela und Heimo den Baum bei einem Spaziergang.

In den folgenden Tagen nahm ich so ziemlich alles zum Anlaß laufen zu gehen, was sich so bot. So lief ich nach Weihnachten z. B. einmal zum Baumarkt und ein anderes Mal in die Stadt nur um einem Geldautomaten etwas Bares zu entlocken.

Auf meiner längsten Runde  entdeckte ich dekoratives Treibholz, das Jens und ich anschließend mit den Fahrrädern geborgen haben, damit es künftig unseren Garten schmücken kann 🙂

Einen Hauch von Winter gab es auch einen Tag.

Am Silvestertag kam dann noch ein 10,6 km langes Jahresendläufchen dazu und somit blieb die Kilometeruhr für 2019 bei exakt 2.111,2 km stehen.

Diese Zahl gehört zum Jahresende natürlich auch noch ein wenig analysiert 😀

Von den 2.111,2 km lief ich etwas mehr als die Hälfte, nämlich satte 1.122 km, komplett barfuß und habe diese Kilometerzahl im Vergleich zum Vorjahr noch einmal verdoppelt (Allerdings sehe ich damit auch das Ende der Fahnenstange, weil ich meine Strecken nicht immer nur nach Barfußtauglichkeit auswählen möchte)

Von den „restlichen“ Kilometern entfielen ziemlich genau 750 km auf meine Laufsandalen, ca. 210 km bekamen die FiveFingers ab und nur noch knapp 30 km verteilten sich auf meine sonstigen Barfußschuhe. Zu erwähnen bleiben noch die finalen 1,2 km in den Hokas, bevor diese mit allen anderen „normalen“ Laufschuhen in den Altkleidercontainer wanderten 🙂 198 Läufe mittelten sich über das Jahr auf eine Durchschnittslänge von knapp 10,7 km. Zuviel Langes war also nicht, aber immerhin bin ich ja einmal im Mai für mich ganz allein die Marathondistanz gelaufen, in Sandalen und barfuß, ein tolles Erlebnis.

Somit endet 2019 mit einem unerwarteten Jahresrekord, den ich so, nach meiner unsäglichen Geschichte im Sommer mit dem Verdacht auf eine Fraktur im linken Mittelfuß und der daraus resultierenden, wochenlangen Laufpause, nicht für möglich gehalten hätte. Sehr, sehr cool 😎

Deshalb bin ich mit dem Laufjahr 2019 summa summarum mehr als zufrieden und mir bleibt nur noch Euch folgendes zu wünschen:

NJG

Unverkennbar…

… Weihnachten rückt näher. Mit der Weihnachtsfeier am Utkiek …

… und dem ersten gemeinsamen Lauf mit Angela und Heimo wirft das Fest der Feste seine Schatten voraus 🙂

22.12.19 01

Schön war die Feier am Fuße der Oldenburg Mountains, die ruckzuck aus den Kofferräumen liebevoll arrangiert wurde und erst recht auch der Lauf mit den beiden Münchener, dem noch mindestens ein weiterer folgen wird.

Überhaupt gibt sich das Laufjahr 2019 noch nicht geschlagen und es wird sich noch das ein oder andere Läufchen ausgehen, was in Bezug auf die besinnliche Stubenhockerei und Schlemmerei in den kommenden Tagen sicher auch nicht schaden kann 😀

Glänzend

Ich liebe diese krassen Gegensätze in meinem Leben. Am vergangenen Wochenende durfte ich wieder das pulsierende Leben in Berlin genießen. Mein GöGa und ich gaben uns dabei u. a. ganz dem weihnachtlichen Lichterglanz meiner Lieblingsmetropole hin und nicht nur deshalb war es ein wunderbares, aber auch sehr vollgepacktes Wochenende mit vielen Erlebnissen und Begegnungen. Aber nicht nur die glänzende Weihnachtsbeleuchtung sorgte bei uns für glänzende Augen, sondern auch das Wetter glänzte mit reichlich glänzenden Sonnenschein 😀

Meine Laufsachen hatte ich erst gar nicht mitgenommen, wußte ich doch im Vornherein, dass dafür einfach keine Zeit bleiben würde. Umso mehr juckte es nach der Rückkehr ins momententan auch sehr vorweihnachtlich-quirlige Oldenburg natürlich in den Füßen sich läuferisch auszutoben.

Welch eine Wohltat sich dazu in die Natur fernab jeglichen Gewusels begeben zu können. Zusätzlich verwöhnten am gestrigen Tag auch noch die sehr milden Temperaturen, so dass der Laufgenuß wieder einmal schwindelnde Höhen erreichte.

Glänzende Weihnachtslichter, glänzender Sonnenschein und glänzende Läufe machen einfach glänzende Laune! 😀

Langzeitwirkung

Bei meinem Geschreibsel über den Etappenlauf von Bourtange nach Bad Nieuweschans hatte ich doch glattweg vergessen eine Sache zu erwähnen 🙂 Die lange Strecke, die wir entlang des Kanals gelaufen waren, war ja so herrlich grasbewachsen, dass ich dort natürlich barfuß gelaufen bin. Was ich allerdings nicht oder immer erst sehr spät gesehen hatte war, dass zwischen dem Gras immer mal wieder Brennesseln wuchsen.

08.12.19 31

Nicht höher als das Gras hatten sie sich gut getarnt, was mich ERST EINMAL auch nicht juckte, da ich irgendwie davon ausging, dass Brennesseln im Dezember nicht mehr brennen. Ein Irrtum, wie sich schnell herausstellen sollte 😯

Schon im kuschelig warmen Wasser des Thermalbads kribbelten und prickelten die Füße kräftig vor sich hin und auch in der folgenden Nacht ließ das kaum nach. Das aber selbst eineinhalb Tage später die Füße noch ein deutlich sichtbares Zeugnis von der Hinterhältigkeit dieser Pflanzen ablegen würden, hätte ich nicht gedacht 😆

10.12.19 01

Das hielt mich allerdings nicht davon ab, noch am selbigen Tag meinen schon über einen Jahr alten Barfußlangstreckenrekord zu pulverisieren. Nämlich von bisher 21,2 km auf …. 22,1 km ❗ 😆 Dabei war meine Garmin mal wieder nicht so wohl temperiert wie meine Füße und stieg mal wieder kältebedingt aus. Als ich zum Ende des Laufs die Speichertaste drückte, ging das gute Stück aus und quittierte nach dem Neustart meinen Allzeitrekord mit dem Wort „Ungültig“, Miststück, damisches 👿 Schließlich war es mit um die 5° nun nicht wirklich kalt, auch wenn der Wind die gefühlte Temperatur nahe Null drückte. Vielleicht will mir die Garmin damit aber auch nur zum Ausdruck bringen, dass sie auch Gefühle hat 🙄

10.12.19 01

Egal, wenigstens kribbelten meine Füße nach den 22 Asphalt-Kilometern erneut, was allerdings nichts mehr mit den Brennesseln zu tun hatte 😆 Da konnte auf meiner heutigen kurzen Runde ein wenig Kühlung nicht schaden. Kneippen soll ja schließlich so gesund sein 😛

Wenn sich alles in Kreisen bewegt

… gehst Du links, geh ich rechts… Ich mag diesen Titel von Johannes Oerding!

Wenn sich eine muntere Läuferschar in einem großen, großen Kreis bewegt, dann läuft sie rechts und läuft sie rechts und läuft sie rechts und läuft sie rechts. So bewegte sich diese Winterlauftruppe eines Winters von West nach Ost vom Dollart zum Jadebusen, im Winter darauf von Nord nach Süd vom Jadebusen nach Oldenburg und im letzten Winter von Ost nach West von Oldenburg bis ins niederländische Bourtange. Nun fehlt noch die Bewegung von Süd nach Nord von Bourtange nach Emden um diesen großen Kreis zu schließen.

Zur ersten Etappe dieser Kreisvollendung machten sich am  gesterigen zweiten Advent auf: Antje, Freya, Kerstin, Sylke, Axel, Ralf, Stephan und meiner einer.

08.12.19 01

Leider ließ es der Fotograf etwas an Schärfe vermissen

Auf der Fahrt in die Niederlande schüttete es dabei teilweise wie aus Eimern und wir fühlten uns schon an die Läufe im letzten Winter erinnert, die teilweise zu den reinsten Regenschlachten ausgeartet waren. Aber pünktlich zum Start wurde es trocken und sollte es auch die gesamte Strecke über bleiben. Darüberhinaus wärmten üppige 10° nicht nur das Läuferherz sondern den gesamten Bewegungsapparat und ebenso üppiger, stürmischer Wind aus Südwest schob uns beherzt über nahezu die gesamte Distanz.

Wenn der norddeutsche Flächländer über die Flachheit der Landschaft staunt, dann ist er in den Niederlanden. Unglaublich, dass es hier wirklich noch einmal platter erscheint als in unseren eigenen, topfebenen Gefilden und die höchsten Erhebungen waren da schon einige Rübenberge am Wegesrand 🙂 Um das bereits erwähnte Wetterglück noch zu vollenden, blinzelte zwischenzeitlich auch noch die Sonne, von einigen Laufbegeisterten besonders begeistert begrüßt 😀

Weiter ging es gen Norden, immer entlang der deutsch-niederländischen Grenze. Ein Blick auf irgendein Haus sagte uns immer sofort auf welcher Seite wir gerade waren: Groß und neu: Deutschland; klein, unaufgeregt und symphatisch: Holland. Beiden Seiten gleich sind die teilweise langen geraden Strecken, die nicht gerade jedermanns Freund waren, und Windkraftanlagen 🙂

Am Ende einer dieser langen Geraden mit flauschigen Untergrund gab es die obligatorische und verdiente Pause mit Heißgetränken und gebrannten Mandeln, lecker!

So gestärkt konnten wir auf die Pferdestärken verzichten und unseren Weg entlang den Resten alter Festungsanlagen fortsetzen, die zeigen, dass die Niederländer offensichtlich schon manchen Kummer mit uns Germanen hatten 🙂

Als Abwechselung zu den langen Geraden waren uns die aber herzlich willkommen. Danach ging es nämlich wieder kilometerlang an einem Kanal entlang. Zum Glück endete dieses Stück dann doch irgendwann, noch bevor wir vom Kanal selbigen voll hatten 😀

Von da an war es nur noch ein Katzensprung bis zu unserem Etappenziel Bad Nieuweschans. Hier brachen wir mit einer über drei Winter mühsam aufgebauten Tradition. Nicht nur, dass wir das Schlußselfie vergessen haben, nein, es wurde anschließend auch nicht gemeinsam auf ein Stück Torte eingekehrt. Bad Nieweschanz lockte nämlich mit einem Thermalbad und dieser Verlockung konnte der Großteil unserer Truppe einfach nicht widerstehen 🙂

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In den 36° warmen Termalbecken ließen sich in fantastisch ruhiger und entspannter Atmosphäre auf herrlichste Weise die müden Laufknochen auflockern und die Lebensgeister wieder wecken, ergänzt um köstliche Stärkungen im zum Termalbad gehörenden Restaurant, wobei zumindestens ich dann doch noch zu meinem Stück Torte gekommen bin 😛

Der Lauf war diesmal irgendwie überraschend schnell vorbei und bis zum Ende locker gelaufen und mein Garmintacho zeigte zum Schluß 24,5 km an. Erstaunlich barfußtauglich war die Strecke auch, insgesamt bin ich 11 km ohne Latschen gelaufen. Schlußendlich war es für mich tatsächlich auch noch mein längster Lauf seit meinem Selfmade-Marathon von Anfang Mai ❗ Cool, wie die nette Runde, in der wir da unterwegs waren, auf dieser flachsten aller flachen Strecken, mit a bisserl Matsch 😀

Eintausend, tollkühne Männer in ihrer fliegenden Kiste, (Glüh-)Weinseligkeit

Am Donnerstag war ganz schön was los im Reich des Deichläufers 😎

Zuerst vollendete ich, kurz vor Jahresschluß, bei einer schnellen Mittagsrunde 1.000 Barfußjahreskilometer!

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Bei diesem Lauf war ich dann auch noch zufällig zur rechten Zeit am rechten Ort. Gerade als ich im Bereich der Treppe der Huntebrücke war, wunderte ich mich über einen sehr tief fliegenden Hubschrauber und dachte dabei zuerst an einen Polizeieinsatz. Als ich einen Moment später an der Hunte ankam, flog der Hubschrauber schon direkt über dem Wasser und … sauste einen Augenblick später unter der Huntebrücke durch. Dabei sah ich, dass es sich ein Bundeswehrhubschrauber handelte. Tze tze tze, unsere Vaterlandsverteidiger, nichts als Unsinn im Sinn 😀 Leider war ich in dem Moment etwas zu nah dran, so dass es nicht so gut zu erkennen ist, dass der Hubschrauber unter der Brücke durchflog. Dafür flog mir allerlei von ihm aufgewirbeltes Laub und Gras um die Ohren 😆

Am Abend konnte ich beim Utkiek-Lauf von diesem spektakulären Erlebnis erzählen. Wobei gerade dieser Lauf auch ein besonderer war, führte er uns doch vom üblichen Treffpunkt nicht über die Oldenburger Berge, sondern auf direktem Wege zum Weihnachtsmarkt. Dort gönnten wir uns einen Glühwein mit oder ohne Alkohol und trabten danach wieder zurück. Für die Statistik kamen dabei 2,8 km hin, Glühwein und 2,8 km zurück zusammen.

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Von so viel Besonderheiten muß ich mich gestern und heute erst einmal erholen, bevor am morgigen Sonntag das nächste Highlight vor der Tür steht. Davon erzähle ich dann in den nächsten Tagen 😎

Geht das?

Geht das? Da treffen sich zwei Laufblogger und laufen nicht! Ja, das geht! Ein Wochenende ist schließlich kurz, ebenso wie zu dieser Jahreszeit die Tage in Sachen Tageslicht. Da will der Besuch von Doris schließlich minutiös durchgeplant werden 😀 Ein Problem war das für uns beide nicht, da Doris sich noch auf der Zielgeraden der Genesung von ihrer Erkältung befand und ich erstmals seit Mai für den November mal wieder mehr als 200 km verbuchen konnte.

Doris hat über ihren Besuch im hohen Norden schon geschrieben, da lassen sich im Folgenden ein paar Wiederholungen und Parallelen nicht vermeiden, aber seht selber:

Ohne irgendwelchen „Laufstreß“ konnten wir es nach Doris Ankunft am Freitagnachmittag gemütlich angehen lassen. Schließlich stand für den Samstag ein strammes Sightseeing-Programm in Bremen auf dem Plan. Das wir die altehrwürdige Hansestadt ausgerechnet am ersten Adventswochenende anvisierten hatte ich aber irgendwie gar nicht auf dem Zettel und so ging es in der Stadt nicht nur voll sondern auch sehr weihnachtlich zu. Allerdings wußte ich ja, dass das voll Doris Ding ist 😆 Das hat auch eine Verkäuferin im ganzjährig geöffneten Weihnachtshaus sofort erkannt und Doris als einzige Kundin im vollen Geschäft direkt angesprochen 😆

Um dem Ganzen dann noch das i-Tüpfelchen aufzusetzen, besuchten wir nach unserer Rückkehr auch noch den Oldenburger Weihnachtsmarkt und ich kann sagen, dass Doris wirklich tapfer war. Der ausreichende Genuß von Glühwein war dabei aber sicher hilfreich 😛

Bis auf ein wenig Beleuchtung war das Sonntagsprogramm aber ganz frei von weihnachtlicher Stimmung. Wir steuerten Bremerhaven an, um zum einen der Österreicherin etwas maritimes Flair zu bieten und zum anderen endlich einmal das Klimahaus zu besuchen.

Bislang hatten Jens und ich es noch nie geschafft das Klimahaus zu besuchen, ein großer Fehler, wie wir feststellen durften. Das Haus ist fantastisch gestaltet und läßt uns auf beeindruckende Weise auf eine Reise durch alle Klimazonen dieser Erde gehen. Doris fragt in ihrem Post, ob ich vielleicht noch ein paar Bilder zu dieser Weltreise besteuern kann. Kann ich!

Auf der Reise durch die Schweiz, Sizilien, Afrika, die Tropen und die Arktis erlebten wir die verschiedensten Paradiese dieser Erde und lernten die dort lebenden Menschen kennen. Wir durchquerten Berge, Wüsten, Regenwälder und Unterwasserwelten. Wir erlebten Hitze, Kälte, mystische Momente unterm Sternenhimmel und durften uns auf einer Hallig nasse Füße holen. Zum Beginn und zum Ende war das Ganze verbunden mit eindringlichen Warnungen sorgsam mit unserem Planeten umzugehen, was so bitter nötig ist und einem angesichts der Vielfalt und der Schönheit dieser Erde schon ein Tränchen wegdrücken läßt.

Das vier Stunden in diesem beeindruckenden Haus nicht ganz ausreichen würden um sich in Ruhe unsere Welt zu erschließen, hätten wir nicht gedacht und wir blieben bis zum Ende der Öffnungszeit und haben somit noch einmal einen Grund wiederzukommen.

Danach ließen wir noch etwas das abendliche Panorama Bremerhavens auf uns wirken …

  … bevor es zurück nach Oldenburg ging, wo wir das gemeinsame Wochenende mit Doris bei einem guten Essen ausklingen ließen.

Schön war es und wir haben viel erlebt. Danke Doris, dass Du da warst!

Novembervielfalt

Da sage noch einer der November kann nur grau. Nach meinem Nieselregenlauf mit ohne Laufjacke folgte der nächste Lauf bei schönstem Sonnenlicht, von dem widerum tags darauf …

… nichts mehr zu sehen war, da konnte der November dann tatsächlich nur grau. Allerdings sind so richtige Nebeltage hier im Nordwesten insgesamt recht selten. Von morgens bis abends Nebel hatten wir schon ewig nicht mehr und kalt war es auch, gerade mal ein Grädchen. Da mußte natürlich auch gelaufen werden 🙂

Dunkel geht aber auch, Utkiek:

Genauso wie ein Sonne-Wolken-Mix mit toller Lichtstimmung, einzelnen Regentropfen und Schiffen, die auf mich herabschauen.

Da komme ich als Herbstfreund so richtig auf meine Kosten und nach vollbrachten Lauftaten kann man es sich mit dem wohligen Gefühl, sich ausgiebig an der frischen Luft bewegt zu haben, auf dem Sofa gemütlich machen oder mit einem Pott Tee in der Küche die Zeitung auf dem Tisch studieren, während der Duft des Essens auf dem Herd einem schon das Wasser im Munde zusammenlaufen läßt. Das ist Besinnlichkeit, die wir uns heutzutage kaum noch gönnen, meistens schon gar nicht in der nun bald beginnenden Adventszeit.  Der November hat also auch diesbezüglich seine besondere Seite.

Schwitzen oder frieren?

Tageslicht beim Laufen ist zu dieser Jahreszeit wieder ein kostbares Gut und so begab es sich, dass ich gestern von der Arbeit aus zum Laufen gestartet bin, um dieses kostbare Gut zu erhaschen. Das Wetter war schaurig graurig und was bot sich da mehr an als im schaurig graurigen Moor laufen zu gehen? So startete ich automobil durch ins Gellener Moor und beim Wechseln der Kluft stellte ich fest ……… ich hatte meine Laufjacke nicht eingepackt 😦 Über die vergessene Jacke hinaus hatte ich an Oberbekleidung angesichts nieselregnerischer, aber windarmer 7° lediglich ein ärmelloses Leibchen und ein Langarmlaufshirt der dünnen Art eingesteckt.

Wat nu sprach Zeus. Eine automobile Kehrtwende gen Zuhause zwecks Laufjackeneinpacken hätte mich des kostbaren Tageslichts und meiner guten Laune beraubt. Ohne Jacke laufen im Nieselregen bei 7° hätte mich vielleicht meiner sensiblen Gesundheit und meiner guten Laune beraubt, zumal mir nach allem der Sinn stand, nur nicht danach in einem Tempo zu rennen, das diese Klamotten als adäquat hätte durchgehen lassen. Da fiel mein skeptischer Blick auf meine Jeden-Tag-für-jede-Gelegenheit-Winterjacke. Das ist so eine ultraleichte, gesteppte Jacke, wie sie ja jetzt gerade so hypermodern sind. Sollte das mit ihr gehen ohne auf den geplanten 10 km den Hitzetod zu sterben? Hmmm 🙄 Immerhin habe ich das gute Stück mal beim Sportartikeldiscounter erstanden, also ist sie quasi auch irgendwie eine Sportjacke 😆

18.11.19 16

Lange Rede hin, eigene Dummheit her, ich hatte mich fürs Jäckchen entschieden. Sah zwar doch irgendwie beknackt aus, aber Tageslicht ging vor Schönheit und so trabte ich über fantastisch weichgeregnete und mit Pfützen übersäte Wege, gewandet in eben diese watteweiche Jacke. Dabei nutzte ich meine obligatorischen Fotopausen zum Runterkühlen und hoffte, dass die Synthetik-Wattierung der Jacke durch den Nieselregen nicht klummt. Sie klumpte nicht und schlußendlich wurde es ein wunderbarer, 11 km langer Lauf durchs mystische Moor. Unerwarteterweise hatte ich in der Jacke doch nicht großartig angefangen zu schwitzen, was ich wohl der niedrigen Temperatur gepaart mit dem niedrigen Lauftempo zu verdanken hatte.

Wie hättet Ihr es bei einem entsprechenden Malheur gehalten? Wäre Euch schwitzen oder frieren lieber gewesen? Hättet Ihr es genauso gemacht wie ich oder hättet Ihr das Tempo erhöht um ohne Jacke laufen zu können oder wärt Ihr vielleicht still weinend nach Hause gefahren oder wäre Euch vor Ärger über Euch selber schon warm geworden? Oder passiert Euch solch Ungemach vielleicht gar nicht erst? Ich bin gespannt! 😀

 

Wenn

… im November die Sonne lacht, dann lacht auch das Läuferherz. Wenn das Herbstlaub immer noch strahlt, die Luft glasklar ist und sich die Temperaturen mit 2 – 3° gerade so aus dem morgentlichen Frost erhoben haben, ist das Laufen ein kaum noch zu topender Genuß. Wenn auch man nicht alleine ist, wie ein voller Parkplatz am Kleinen Bornhorster See zeigt, man muß dieses Wetter auch gönnen können.

Wenn man sich erneut einmal kurz im See erfrischt und wenig später eine radelnde Familie mit kleinen Kindern überholt, die den Barfußläufer bestaunen (war aber nur ungefähr ein Viertel der Strecke), dann kann ein Sonntag nicht schöner beginnen 🙂

Da vergißt man doch das vielfache Grau der Vortage, obwohl die trübe Novemberstimmung ja irgendwie auch ihren ganz speziellen Reiz hat.

Lediglich den komplett verregneten, naßkalten Samstag habe ich mir diese Woche gespart. Mit 63 Kilometern konnte ich mir das wohl mal erlauben 😎 Auch bezüglich dieser Wochenbilanz lacht gerade mein Läuferherz ❗

Aufgeräumt

… habe ich die Tage mal meinen Reader, der mich löblicher Weise seit Jahren über die Aktivitäten auf meinen Lieblingsblogs auf dem Laufenden hält. Dabei hat er seit geraumer Zeit immer weniger zu tun, da es in der Laufbloggerszene leider immer ruhiger wird. Einige von mir bis dato verfolgte Blogs wurden sogar schon still und heimlich gelöscht, während andere seit vielen Monaten vor sich hin schlummern. Mit Wehmut habe ich einige Male auf den „Löschen“-Button gedrückt, verbinden mich doch mit so manchem verwaisten Blog sehr gute Erinnerungen an tolle Posts und an einen intensiven Austausch mit den Schreibern, von denen ich einige auch persönlich kennen- und schätzen gelernt habe. Ein paar Blogs mag ich auch zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vom Reader schmeißen, in der Hoffnung, dass vielleicht doch noch einmal Leben in sie zurückkehrt.

Aber das Bloggen ist halt auch nur ein Spiegelbild unserer Zeit und gerät deshalb offensichtlich so ganz langsam ins Antiquariat des Internets. Es entspricht halt mehr dem hektischen Zeitgeist ein paar Bilder, vielleicht gerade noch um eine einsame Textzeile aufgepeppt, bei Facebook, Instagram und Konsorten hinzuwerfen und auch der geneigte Leser kann sich dort mit einem fixen „Gefällt mir“ schnell und ohne sich groß mit den eh oftmals nur dünnen Inhalten auseinandersetzen zu müssen aus der Affaire ziehen.

Nun denn, es ist so wie es ist. Aber so lange noch ein paar treue Seelen an ihren guten alten Blogs festhalten und auch der meine …*Moment, mal schnell mit dem Ärmel den Staub vom Bildschirm wisch* … noch den einen oder anderen Besucher anzieht, werde ich erst einmal weitermachen. Der Letzte macht aber irgendwann -bitte schön- das Licht aus, schaun wir mal wer das sein wird 😆

Genug der Nölerei, schließlich ist das hier ja ein Lebens- und Lauffreude versprühender Blog! 😀 Da paßt es gut ins Bild, dass ich vorgestern immerhin mal wieder 17 km am Stück gelaufen bin, wenn dabei auch jeglicher Versuch zumindestens mal in zaghaften Ansätzen das Tempo zu erhöhen zum Scheitern verurteilt war 🙄 Tags darauf rollte es zwar etwas zügiger, dafür waren es aber auch 10 km weniger. Mehr werden dafür wieder die Laufklamotten, da die Temperaturen ganz novemberlike im mittleren einstelligen Bereich vor sich hin dümpeln und durch den lebhaften Wind vom Empfinden her noch weiter gedämpft werden.

Heute auch noch einmal 10 Kilometerchen um die Bornhorster Seen, morgen Utkiek, läuft! Eigentlich braucht es für diese weltbewegenden Erkennt- und Erlebnisse auch keinen Laufblog, aber schön ist es doch, es auf diese entspannte Art und Weise in die Welt hinauszuposaunen 😀

Hunte:

Kleiner Bornhorster See:

Vergleiche

Wenn ich in Berlin meine Laufrunden über das Tempelhofer Feld drehe, bin ich eigentlich gar nicht weit weg von meinem Oldenburger Laufrevier. Auch auf dem alten Flughafenareal ist es weit, flach, grün und baumlos.

Hier wie dort geht es lange geradeaus:

An beiden Orten leuchtet zur Zeit das Herbstlaub:

Aber natürlich gibt es sehr spezifische Unterschiede, Berlin ist Berlin und das buntgemischte Volk auf dem Tempelhofer Feld, das den verschiedensten Aktivitäten nachgeht, inklusive zweier weiterer Barfußläufer, läßt einen die Großstadt auch hier spüren.

Und Oldenburg ist eben Oldenburg, ländlich, idyllisch, friedlich und ruhig.

Ich mag beide meine Hausreviere, an beiden Orten läßt es sich entspannt und ohne Hektik laufen und beide Reviere eignen sich hervorragend zum Barfußlaufen. Ebenso sind sie ohne Aufwand von der Haustür aus zu erreichen. Einen Neuigkeitswert bieten zwar beide nicht mehr, aber um im Alltag zu laufen ohne sich Gedanken über ein Wie und Wo machen zu müssen, sind sie einfach perfekt 🙂

Gelästert

… hat heute Abend meine Utkiek-Truppe, weil ich trotz üppiger Plusgrade in langer Hose erschienen bin. Noch schlimmer: Da ich keine Lust hatte mich für diesen einen Lauf in eine lange Tight zu zwängen, hatte ich einfach meine Trainingshose angezogen und wegen ihr wurde mir sogar eine Thermohose unterstellt! Mein Ruf ist ruiniert und nur weil ich meine Wade heute vorsichtshalber einmal warm halten wollte.

Auch wenn meine Trainingshose wirklich keine Thermohose war, so hatte ich nach einer halben Stunde trotzdem das Gefühl, dass mir der Schweiß die Beine runterlief, puh! Egal, in die Schuhe konnte mir der Schweiß ja nicht laufen 😆 Aber was tut man nicht alles für die Wade 🙂 Sobald sie wieder fit ist, wird allerdings wieder Bein gezeigt um mühsam meinen Ruf wieder herzustellen 😛

Schleichfahrt

29.10.19 02

Unglaublich, der furiose Wadenkrampf von vor einer Woche hat mich tatsächlich die letzten sieben Tage beeinträchtigt. Die Wade wollte bei den ersten beiden Läufen danach immer wieder dicht machen und tolerierte nur gemächlichstes Tempo. Aber lieber gemächlich als gar nicht und so ging ich halt die letzten Tage auf Schleichfahrt und war teilweise nur mit einer 7er-Pace unterwegs. Neben den Läufen wurde gedehnt und geblackrollt, wohl mit Erfolg, weil ich immerhin schon wieder die 10 km-Marke knacken und über die Woche fast 40 km sammeln konnte.

Es wäre aber auch Sünde gewesen, wenn ich dieses geniale Herbstwetter hätte sausen lassen müssen. Sonnig und frisch, so könnte es noch wochenlang weitergehen. Da legt man auch gerne mal ein Päuschen ein …