So richtig nett ist`s nur im Bett

Den Gedanken hätte ich vor kurzem einfach nicht denken dürfen. Da dachte ich nämlich, dass es in diesem Winter noch gar keine richtige Erkältungswelle gegeben hat. Kaum ausgedacht, kränkelte erst meine liebe Schwiegerma, dann meine Schwägerin, dann eine Freundin, dann Jens, dann noch viele andere und nun natürlich ich auch 😦

Ich zitiere hier und heute auch nicht den berühmten Männerschnupfen. Es gibt, wenn auch kaum vorstellbar, schlimmere Schicksale. Und so zelebrierten Jens und ich unseren 17. Kennenlerntag im Bett, jeder in seinem eigenen auf unterschiedlichen Etagen, damit wir uns nicht gegenseitig um den Schlaf bringen 😆

Lauftechnisch betrachte ich diese, nach der OP am Hals, zweite Auszeit in diesem Jahr einfach als Regenerationszeit für meine laufstil und -schuhumstellungsgeforderten Füße.

Der strahlenden Sonnenschein läßt sich auch besser aus den Wohnzimmerfenstern genießen, da draußen ein absolut ar…kalter Wind weht. Zumal die Sonne im Wohnzimmer über Nachmittag schon für muckeligen Temperaturen sorgt 🙂

Einwenig hatte ich ja gehofft, dass durch die Barfußabhärtung der Kelch an mir vorübergehen möge. Naja, hat nicht geklappt. Man kann nicht alles haben.

Deshalb:

Alternativ geht aber auch das Sofa 😀

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Vier Tage nach Aschermittwoch

..ist alles vorbei, die treuen Laufbande, sie brechen entzwei. Von all den leckeren Torten, darf ich nichts mehr wissen, wie schön es auch sei, es ist alles vorbei …  *lalalalalah*

Nein, nein, wir haben uns gestern nicht über die vierte und letzte Etappe der Winterlaufserie vom Jadebusen nach Oldenburg geschunkelt. Es wurde noch nicht einmal über Karneval geredet, schließlich sind wir zum Glück im karnevalsresistenten Norden. Dieser Karnevalsklassiker schoß mir einfach nur durch den Kopf bei dem Gedanken, dass es nun eben halt erstmal wieder vorbei ist, mit diesen gesellig, chilligen Läufen durch nordische Winterlandschaften.

Aber bevor mit der Ankunft vor den Toren des ehemaligen Klosters Blankenburg, heute eine zentrale Aufnahmestelle für Flüchtlinge, und anschließender Kaffeetafel alles vorbei war, ging es noch einmal über entspannte 22 km von der Weser gen Oldenburg.

Der Start war, wie immer, das Ziel der letzten Etappe. In diesem Fall die Juliusplate direkt an der Weser. Von da aus liefen wir über Ranzenbüttel, Dreisielen, Huntebrück, Neuenhuntdorf, Buttelerhörne und Iprump zum besagten Kloster Blankenburg. Klingen die Namen nicht teilweise einfach nur genial? 😀

Ach ja, wir, das waren übrigens Birgit, Ralf, Stephan, Uli und icke.

Eigentlich hätte ich es mir bei der optischen Wiedergabe dieses Laufs einfach machen und auf den Lauf vom Samstag letzter Woche verweisen können, weil wir zum Großteil auf der gleichen Strecke unterwegs waren. Ging aber nicht, weil gestern zum einem nämlich die Sonne schien und ich zum anderen die Strecke noch nie in diese Richtung gelaufen war 😀

Im gemütlichsten Trimm Trab mit großzüigen Pausen verging der Lauf wie im Fluge und Birgit wunderte sich, in welch kurzer Abfolge die Laufuhr trotzdem Kilometer um Kilometer abpiepste.

Die letzten knapp zwei Kilometer gönnte ich mir dann noch ein Barfußauslaufen und dann war es das auch schon. Beim abschließenden, traditionellen Torteessen konnte Uli leider nicht mehr dabei sein. Aufopferungsvoll habe ich aber für ihn mitgegessen. Beim Betrachten des Tortenbildes könnt Ihr raten, welches Stück meines ist 😎

Vier Läufe von November bis Februar, insgesamt knapp 90 km. Schön war es und mein Dank geht an dieser Stelle wieder an Ralf, der mit der Idee, der Planung und der Realisierung uns dieses Laufvergnügen bereitet und den Winter verkürzt hat. Nun kann er also eigentlich kommen, der Frühling! 😀

Die wilde 13 oder was habe ich denn da alles?

Eine harmlose Frage von Anne auf meinen letzten Post

„Dein Minimalschuh-Arsenal wächst und wächst, wie es scheint. Darf ich mal fragen, wie viele Paare du momentan dein Eigen nennst?“

… und schwupps habe ich den Aufhänger für einen neuen Beitrag und nutze die Gelegenheit das ganze Rudel hier einmal vorzustellen. Auf Annes Frage hin mußte ich erst einmal durchzählen und komme auf die stolze Zahl von 13 Paaren, die ich allerdings nicht alle zum Laufen nutze.

Deswegen fange ich mal mit den Alltagstretern an.

1:  Diese Merrells für den Alltag habe ich mir schon vor über 5 Jahren gekauft. Damals hatte ich schon einmal sehr dilettantisch versucht auf Minimal umzustellen. Diese Teile sind sehr bequem und noch am dichtesten dran am klassischen Schuh.

2: Die Leguano aktiv haben optisch etwas von Hausschuh, sind aber extrem bequem und es läßt sich auch gut in ihnen laufen. Dazu nehme ich allerdings inzwischen in der Regel das gelbe Paar.

3: Diese Joe Nimbles aus Leder bieten einen minimalen Hauch von Eleganz, sind damit im Alltag auch mal für Anlässe geeignet, die etwas mehr Stil verlangen. Das geschmeidige Leder ist sehr kuschelig.

4: Die Solerunner FX Trainer werden eigentlich als Laufschuhe propagiert. Ich trage sie allerdings lieber im Alltag. Mit ihrer superdünnen Sohle sind sie von allen Minimalen, die am allerdichtesten am Barfußfeeling dran sind. Zum Laufen bieten sie mir für meinen Geschmack aber etwas zuwenig Sitz. Zudem sind die Dinger höllenwarm.

5: Auf der Marathonmesse in Berlin habe ich mir im letzten Jahr die Magical Shoes Receptor Explorer Vegan II gekauft. Diese Schuhe mit dem sperrigen Namen stammen von einer polnischen Firma und sind zur Zeit meine liebsten Alltagsstreter. Wirklich minimal, luftig und extrem flexibel. Das einzig Störende an ihnen war lediglich der anfängliche Gestank nach verbranntem Gummi, den sie aber inzwischen abgelegt haben. Der Verkäufer sagte mir, dass man auch gut in ihnen laufen kann. Das habe ich aber bislang noch nicht ausprobiert, kommt aber noch.

Jetzt geht es weiter mit den Laufschuhen:

1: Diese Merrells stammen ebenfalls noch von meinem ersten Minimalschuhprojekt von vor über fünf Jahren. Nahezu noch neuwertig sind sie mir aber für meinen heutigen Geschmack etwas zu steif und das Obermaterial zu sperrig.

2: Der Merrell Vapor Glove 3 ist ein sehr feiner Schuh, mit dem ich sehr gerne laufe. Super Sitz, breite Zehenbox, geschmeidige Vibramsohle. Alles bestens.

3: Auch der Merrell Trail Glove 4 sitzt super, allerdings habe ich ihn noch nicht viel getragen. Ein weitergehendes Urteil steht also noch aus.

4: Joe Nimble PowerToes, dieser Schuh ist eine echt Besonderheit. Mit 180 € mein teuerster Laufschuh ever. Das nächste Superlativ: noch nie hat mir ein Lauf auf den ersten sieben Kilometern soviel Wunden geschlagen wieder dieser. Mit meinem Umtauschwunsch gescheitert, wartet dieser Schuh darauf, dass ich ihn mal bei Schnee und Eis mit dicken Socken als Träger für die Yaktrax verwende.

5: Die Vibram FiveFingers V-Run sind absolut geile Teile. Mit ihnen macht das minimale Rennen enorm viel Spaß. Nachteil: Bei Nässe brauche ich Zehensocken, sonst gibts Scheuerstellen. Eine Scheuerstelle an der rechten Ferse bekomme ich leider immer, aber ein Streifen Leukoplast schafft Abhilfe und ab geht die Lutzi.

6: Noch einmal eine Steigerung zu den V-Runs sind für mich die Vibram FiveFingers V-Trail. Etwas mehr Material macht sie etwas sanfter zum Fuß und so laufe ich sie ebenfalls megagern, nicht nur abseits fester Wege. Auf den Schotterwegen des Utkiek sind sie aber richtig in ihrem Element. Bei Nässe brauche ich allerdings auch in ihnen Zehensocken.

7: Das quietschige Gelb nimmt diesen Leguano aktivs ihre Alltagstauglichkeit, was nichts an ihrem Supersitz und dem extrem angenehmen Obermaterial ändert. Es läuft sich ausgesprochen kommodig in ihnen. (Sorry, auf vorheriges Saubermachen hatte ich keine Lust 😉 )

8: Die Leguano classic, ich nenne sie einfach Socken, laufen sich überraschend angenehm. Man läuft im wahrsten Sinne des Wortes wie auf Socken. Sie sind perfekt, wenn man eigentlich barfuß laufen will, aber zwischendurch mal Schutz an den Füßen braucht, zumal sie kaum Platz brauchen und notfalls auch mal in die Taschen der Laufjacke passen. Am liebsten trage ich sie auf Asphalt oder ähnlichem, weil sie nicht so stabil am Fuß sitzen, sind sie für unbefestigte Wege für meinen Geschmack nicht so geeignet. Im Prinzip hätte ich sie auch unter den Alltags“schuhen“ einsortieren können, auch da nutze ich sie gerne, wenn ich mal eben nicht barfuß sein kann oder möchte.

Barfuß ist noch einmal das Stichwort, es gibt noch ein paar Treter, die inzwischen schon mehr Kilometer machen, als manche der hier vorgestellten Latschen:

17.02.18 Natur

Vielseitige Allrounder für fast jedes Geläuf und fast jedes Wetter 🙂

Sicherheitshalber möchte ich noch eben erwähnen, dass ich dieses ganze Schuhzeugs von meinem eigenen Geld gekauft habe. Der Senf, den ich zu ihnen abgegeben habe, gibt also zu 100 % meine eigene Meinung und Einschätzung wider.

Das Licht der Anderen

Der Utkiek wartete nach einem schneeregnerischen Tag mit diesiger Dunkelheit und einer Boshaftigkeit (ich hoffe nicht Wahrheit) auf. Immerhin konnte ich noch die ersten Weidenkätzchen erkennen, bevor dann meiner Lauflampe allmählich der Saft ausging.

Die vielen Tageslichtläufe, die ich diesen Winter bedingt durch die vielen kurzen Läufe bedingt durch meine Laufstil-/schuhumstellung genießen durfte, hatten mich ganz vergessen lassen, dass das Lämple auch mal wieder aufgeladen werden mußte. Das Licht der Lampen meiner MitläuferInnen reichte aber aus und so konnte ich ungetrübt trübe vor mich hinfunzeln 😆

Am Vortag war es das Licht einer ganz Anderen, das für enorme Helligkeit und abermals beste Laune sorgte. An Küstenkanal, Hunte und der Schleuse war ich unterwegs.

Das Tolle ist, dass ich bei diesen Temperaturen den fantastischen Sonnenschein im mässigen Tempo genießen kann, ohne großartig ins Schwitzen zu kommen 😀

An den baren Füßen hatte ich gestern die Solerunner FX Trainer. Diese Treter werden nicht unbedingt meine Lieblingsminimalen. Zwar bietet kein anderer Schuh eine so dünne Sohle, die absolut keine Unklarheit über den Untergrund zuläßt, aber der ultraweite Schnitt sorgt für einen recht labberigen Sitz und läßt den Fuß auf der dünnen Sohle rumrutschen, was für entsprechende Reibung sorgt. Zwar nehmen meine Füße das schadlos hin, aber ein etwas verbindlicherer Sitz ist mir schon lieber.

Schwärme(n)

Wieder ein Wetterchen heute 😀 Als wollte der Februar für all seine Monatsgenossen des letzten halben, dreiviertel Jahres etwas gutmachen. Strahlender Sonnenschein, klare und trockene Luft lassen mich ins Schwärmen geraten.

Als hätten sie meine Schwärmerei geahnt, stiegen die Wildgänsen mit einem Mordsspektakel in riesigen Schwärmen auf. Beeindruckend! Leider stößt in solchen Momenten meine kleine Digi-Cam doch an ihre Grenzen, sie hat aber trotzdem ihr Bestes versucht 🙂

Selten konnte ich das Ganze bei so einem wunderbaren Wetter beobachten. Die Schwärme zogen, Schatten auf den Weg werfend, über meinen Kopf. Wahnsinn. Zum Glück waren es aber nur Schatten, die sie auf den Weg und auf mich warfen und nichts anderes 😛

Ich war sehr langsam unterwegs und hatte dabei das Gefühl ewig und ewig weiterlaufen zu können. Da war ich traurig (oder doch froh?), dass meine Zeit begrenzt war. Gereicht hat sie auf jeden Fall um diese zauberhaften Momente im Kopf zu konservieren. Herrlich!

13.02.18 09

 

Erstmals minimal nach Berne

„Du stinkst nach Gülle“, mit diesen Worten empfing mich meine bessere Hälfte als ich bei meiner Schwiegermutter aufschlug. In der Tat begleitete mich auf meinem Lauf nach Berne der Güllegestank Kilometer über Kilometer 😦 Nach den monatelangen Regenfällen nutzten die Landwirte die augenblicklich gefrorenen Böden um die Gülle aus den übervollen Lagern endlich auf die Felder zu bringen. Das stinkt nicht nur zum Himmel sondern auch in den Klamotten und mir selber auch :mrgreen:

Das war aber auch das einzige, wenn auch wirklich ausreichende Handicap, auf meinem Weg zur Schwiegermama. Ok, ein kleiner Verlaufer kam noch hinzu, da ich eine neue Teilstrecke ausprobierte. Aber das war kein Drama, war ich doch bis zum Ende gut und locker unterwegs, deshalb fielen die gut zwei Mehrkilometer nicht ins Gewicht.

Erstmals bin ich den Weg nach Berne in den V-Trails angetreten und habe diese zwischendrin auf Feldwegen für sieben Kilometern ausgezogen. Ein paar restlos zerfurchte, gefrorene Stellen zwangen mich zwar ganz kurz zum Gehen, ansonsten hat das aber wieder Spaß gemacht 🙂

Als Zwischenziel steuerte ich die im dreizehnten Jahrhundert errichtete St. Dionysius Kirche in Holle an, die zum Schutz vor Fluten auf einer sehr hohen Warft gebaut worden ist. Die Kirche steht ganz für sich alleine und ich wollte sie schon lange mal besuchen, leider war sie verschlossen.

Nach dem Abstecher zur Kirche und dem Wiederhineinschlüpfen in die V-Trails setzte ich meinen Weg gen Berne fort. Auch wenn ich in recht ruhigem Tempo unterwegs war, war ich trotzdem fasziniert wie locker und leicht meine Beine blieben.

Schließlich beendete ich den Lauf erst nach gut 26 km. Soweit war ich in der Kombination V-Trail/Barfuß noch nie gelaufen und zu leiden hatte tatsächlich nur die Nase, allerbest! 😆

Es macht wirklich Spaß!

Nach meinen gestrigen Tempoheldentaten wollte ich heute eigentlich pausieren, aber dieses Traumwetter konnten ich einfach nicht ungenutzt lassen. Ein kurzes Läufchen zum Beine ausschütteln muste einfach sein. Was lag da also näher als bei der Gelegenheit wieder die Schuhe wegzulassen und durchs Moor zu traben 🙂

Der kurze Lauf gab mir auch die Gelegenheit erstmalig auszuprobieren, wie es sich auf gefrorenem Boden und ein paar kläglichen Schneeresten läuft. Kurzum: Bei leichtem Frost, Trockenheit und Sonnenschein kein Problem. Lediglich gefrorerer, zerfruchter Matsch wird doch etwas schartig.

Nach wenigen hundert Metern waren die Füße warm und blieben es auch. Die 7,4 km machten einfach Spaß und ich mußte zwischendurch immer wieder grinsen, wie ich da so barfuß durch die Winterlandschaft lief. Auch wenn ich mir zwischendurch mal einreden mußte, doch noch alle Tassen im Schrank zu haben 😆

Die wilde 13 und vier Rekorde

… auf einen Streich.

Irgendwie ist es mir fast entgangen: Im Januar habe ich mein 13. Laufjahr vollendet. Ui ui, was schon für eine lange Zeit, die ich da am rumjoggen bin 😀 Und es macht mir noch immer Spaß wie am ersten Tag… Nein, dass stimmt nicht, heute macht es mir sogar viel, viel mehr Spaß. Meine Laufanfänge waren damals von vielen Problemen begleitet, die ich heute nicht mehr habe. Ein kurzes Statement zu meinem schwierigen Anfängen findet Ihr hier.

Aber irgendwas muß das Laufen damals schon gehabt haben, dass ich trotz aller Maleschen dabeigeblieben bin. Gott sei Dank kann ich nur sagen. Was hätte ich in all den Jahren verpaßt und würde ich wohl auch in Zukunft noch verpassen 🙂

Und das auch nach 13 Jahren noch nicht aller Lauftage Abend ist, durfte ich heute erfahren. Der Kommentar von Markus auf meinen Post über den Lauf übers Tempelhofer Feld brachte mich auf die Idee mal wieder etwas zu wetzen.

Es ist tatsächlich schon wieder ein Vierteljahr her, dass ich bei einem spontan angedachten Intervalllauf völlig überraschend für mich überirdische Tempi über einzelne Kilometer lief. Aber heute hatte ich wieder Bock mal wieder die Kuh tempomäßig im Deichläuferstyle fliegen zu lassen. Das Wetter war Bombe, leichter Frost, knalliger Sonnenschein und wenig Wind.

Zugegeben, das Tempomachen fiel mir heute etwas schwerer als seinerzeit im November, aber dafür durfte ich einen neuen absoluten Temporekord auf einen Kilometer aufstellen. Mit 4:29:76 Minuten blieb ich das erste Mal nach nunmehr über 13 Jahren unter 4:30 min/km. Tarzanmäßig zu schreien und mir auf die Brust zu trommeln fällt mir aber gerade jetzt erst ein und ist nun, Stunden später, auch irgendwie doof 😛

Das darüber hinaus meine momentan im Gebrauch befindliche Laufuhr nicht nur den schnellsten Kilometer bejubelte, sondern auch die schnellste Meile, den schnellsten 5 km-Lauf und den schnellsten 10 km-Lauf sei nur am Rande erwähnt. Während eines Intervalllaufs, mit halt auch entsprechend langsamen Kilometern, so einen Zwei-Jahres-Rekord aufzustellen, zeugt nur davon in welch langsamen Tempo ich sonst so durch die Gegend drömmel 😀

Sei es drum, einwenig happy bin ich schon, dass ich nach so langer Zeit sogar noch etwas zulegen kann, was übrigens offensichtlich ein unerwarteter Nebeneffekt meiner Laufstil und -schuhumstellung ist 🙂

 

Von der Landebahn abgekommen

Es ist ja unglaublich wieviel Zeit man vertuddeln kann um eine 35 m²-Wohnung herzurichten. So verbrachten wir nahezu den kompletten Freitag damit unsere Berliner Herberge herzurichten und zu möblieren. Samstag ging es dann noch auf ausführliche Shoppingtour in Sachen Interieur. Da mußte am heutigen Sonntag unbedingt ein Lauf her, der mich ausnahmsweise mal wieder über das Tempelhofer Feld führte 😉

Nur 200 m von der Haustür entfernt, konnte ich schon jede Großstadthektik, die sich Sonntags aber eh in Grenzen hält, hinter mir lassen und auf die ehemalige Einflugschneise des Flughafen Tempelhofs, die einstmals ein Friedhof war, einbiegen.

Nach gerade mal einem Kilometer erreichte ich dann das Tempelhofer Feld, das in seiner Weitläufigkeit nahezu mit meiner norddeutschen Heimat mithalten kann 🙂 Dazu begleiteten mich knalliger Sonnenschein und klare, kalte Luft. Kaiserwetter!

Nach fünf Kilometern bin ich dann ganz willentlich von der nördlichen der beiden Start- und Landebahnen abgekommen und auf den Trampelpfaden der großzügigen Rasenflächen barfuß weitergelaufen. Das ist auf dem Tempelhofer Feld gefahrlos möglich, da es eine hervorragende (Müll-)Infrastruktur und eine effektive Parkaufsicht gibt. Auf spitze Eisscherben muß man allerdings selber etwas aufpassen 🙂

Als ich mich zum Ende der Barfußetappe noch einen Moment sonnte, kam ein Ehepaar auf Fahrrädern daher. Er sagte zu ihr: Siehst Du, er hat warme Füße und Du nicht. Wobei sie in dicken Winterstiefeln steckte, aber auf dem Fahrrad ist das halt schon eine andere  Hausnummer, muß man fairerweise sagen 😀

Nach 5,4 km Barfußkilometern zog ich dann meine Leguano-Socks wieder an und trabte am Urban gardening-Feld vorbei …

… zurück ins traute, kleine Heim. Ein genialer 12 km-Sonnen-Lauf, während es in Oldenburg aus trübem Himmel schneite. Manchmal hat man halt doch Glück zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein 😀

 

Entspannung durch Monotonie

Christian widmete sich vor einigen Tagen dem Thema Entspannung durch Monotonie und Manfred griff dieses Thema heute noch einmal auf. Der Bogen spannt sich über das Lauschen seiner eigenen Trittfrequenz oder dem Trommeln der Regentropfen auf der Laufjacke bis hin zum „Abhängen“ während eines Laufes, von dem man einfach nichts erwartet. Manfred gelingt es sogar während eines Gebirgs-Ultras zu entspannen, Sachen gibts 😉

Da möchte ich von meiner Seite gerne einen weiteren Entspannungsaspekt, der auch mit Monotonie zusammenhängt, hinzufügen und zwar den der langschaftlichen Monotonie. Gerade heute, als ich mal wieder auf einer Strecke unterwegs war, die wohl für 99,9% aller Läufer das absolute Grauen sein dürfte, eine 2,6 km lange Gerade durch die flache Marsch. Ich laufe sie gern, sehr gerne sogar, nicht jeden Tag aber immer wieder mal. Hier kann entweder der Kopf arbeiten oder die Gedanken ihren freien Lauf nehmen. Oft ist sogar das eine von dem anderen gar nicht zu unterscheiden. Das ist für mich Entspannung. Jeder weiter das Land, je ferner der Horzizont, je offener der Blick, desto wohler fühle ich mich. Diese Landschaft und ich, wir passen zusammen. Für die einen die ödeste Monotonie, für mich das Paradies.

31.01.18 01

So kann ich mich nicht sattsehen an der Weite der Wiesen und Felder, den überfluteten Poldern und an den Unendlichkeit vermitteln Wegen. Ich werde es nicht über die Blicke schweifen zu lassen und die Ruhe zu genießen. Freue mich zum Hochwasser, wie gestern, mit den Schiffen auf Augen- bzw. Fußhöhe zu laufen. Freue mich, wie heute, über auffliegende Wildganssschwärme, über Menschenleere und den Wind, der mir um die Nase pfeift. Der weite Raum und der hohe Himmel geben mir Platz zum Atmen.

Gestern:

 

Heute:

 

All das verbirgt sich für mich hinter dem, was andere als monoton empfinden, Entspannung und Genuß pur! So findet jeder seins, mit dem er glücklich ist, und das ist doch das eigentlich Geniale 🙂