Unentschlossen

Denken ist ja grundsätzlich kein Fehler und kann eigentlich nicht schaden. Aber so manche Denkerei könnte ich mir auch schenken. Wie diese heutige z. B. :

  • Gehe ich heute laufen?
  • Das Wetter ist so ekelig nasskalt
  • Als ob das schon jemals ein Argument gewesen wäre
  • Nach dem langen Sonntagslauf könntest Du doch eigentlich noch einen Tag Pause machen
  • Es wird auch schon spät, das Tageslicht schwindet
  • Wo willst Du überhaupt laufen, um auch zumindestens teilweise barfuß laufen zu können
  • Zieh doch einfach mal Sandalen an
  • Ok, Kompromis: Kurze Strecke, rauf zur Huntebrücke, auf den Fluß schauen, wieder runter, 7 km, fertig
  • Ha! ich bin losgelaufen, in Sandelen, ist ja auch naß und nur 5° und die Strecke schlecht
  • Zur Huntebrücke muß ich durchs Gewerbegebiet, um diese Zeit ist da viel Verkehr
  • Also stattdessen durch den Ortsteil, raus aus der Stadt, Richtung Großer Bornhorster See
  • Hmmm, die Schule ist gerade aus, da eiern einem nur die Kids vor den Füßen rum
  • Noch einmal die Strecke geändert, schneller raus aus der Stadt, Richtung Kleiner Bornhorster See
  • Ui, die Strecke steht endlich im Kopf
  • usw usf.

Bescheuert was ich mir um einen banalen Lauf einen Kopf machen kann 😆 Aber immerhin ich bin gelaufen. Mehr sogar, es stellte sich ein unerwartet flottes Tempo ein. Spitzenpace auf einen Kilometer immerhin mal eine 5:29. Boh ej 😀 Im Kleinen Bornhorster See gönnte ich mir die schon obligatorische Kneipp-Kur und wetzte dann mit herrlich warm durchbluteten Beinen und Füßen weiter

Nach dem Ablichten der Autobahn 29 steckte ich gerade die Digi-Cam wieder ein, als mich eine Hundebesitzerin (ich kann mich nicht erinnern, ihr schon einmal begegnet zu sein) ansprach. Ich würde doch sonst immer barfuß laufen, warum ich das denn heute nicht täte. Ob es zu rutschig wäre, wegen dem Laub und so. Ich erklärte ihr kurz meine Beweggründe für die Sandalen und sie sagte mir, dass sie meine Barfußlauferei toll findet. Oh wie nett 🙂 Eine kurze Verabschiedung und ich düste weiter.

Auf dem Rückweg mußte ich meine Streckenpläne dann zwar noch einmal wieder ändern, weil ich jetzt doch die 10 km voll machen wollte. Das hat schlußendlich auch geklappt und es war seit langer Zeit mal wieder ein recht flotter Lauf, der mit der Erkenntnis endete, dass es sich doch wieder gelohnt hat loszurennen.

Ach was, als wenn diese Erkenntnis neu wäre und ich nicht gewußt hätte, dass ich mir die ganze Denkerei hätte sparen können. Die sollte ich lieber darauf verwenden, was es heute abend zu essen gibt 😆

Es gibt aber noch andere Gründe das Denken zu unterlassen, weil das Denken in dem Fall nur an den Rand des eigenen Verstandes führt. Nur kurze Zeit nach dem Lauf erfahre ich von dem Schrecken in Trier, vier tote Menschen, darunter ein Baby, und viele Verletzte durch eine Amokfahrt. Unfassbar, so sinnlos, gedanklich nicht zu fassen. Immerhin erfahre ich sehr schnell, dass mein Freund in Trier und seine Familie nicht unmittelbar betroffen sind.

1., 1., 1. und 3., 3., 3.

Der 1. Advent, der 1. Frost dieses Herbst/Winters, der 1. Barfußlauf mit einer Länge von über 23 Kilometern. Dieser heutige Sonntag hatte wahrlich ein paar Besonderheiten aufzuweisen. Spät in diesem Herbst lag heute morgen der erste Raureif auf Haus- und Autodächern und auch im Garten glitzerte es, wie man es sich für einen 1. Advent nur wünschen kann. Die Rosenblüten in unserem Garten haben den ersten Frost aber noch gut überstanden 🙂

Zur Mittagsstunde um Eins machte ich mich auf zu Schwiegermuttern nach Berne, um pünktlich zur Teatime da zu sein. Es war perfektes Laufwetter, das ich mir einfach nicht entgehen lassen und ausgiebig auskosten mochte. Klare Luft, Anfangs noch Sonne, so gut wie kein Wind und eine Temperatur von um die 3° C. Zum Start lief ich erst ein kurzes Stück in die entgegengesetzte Richtung gen Innenstadt, weil ich dieses Mal endlich einmal etwas vernünftig Strecke machen wollte 😎

Deshalb rollte ich die Huntestrecke von ihrem Anfang am Klärwerk an auf. Auf den Weg dorthin kam mir auf der anderen Straßenseite ein flotter Läufer entgegen, der mich mit Daumen hoch grüßte. Ich denke er bezog sich dabei auf mein Barfußlaufen 🙂 An der Hunte angekommen, herrschte reger Ausflugsverkehr, dem ich erst nach insgesamt gut neun Kilometern entkommen konnte, als ich auf die Offroad-Strecke abbog. Bis hierher schien, nur von einem schwachen Schauer unterbrochen, noch vielfach die Sonne. Dann zog es sich zu und schon gegen 15 Uhr hatte ich den Eindruck es würde bereits dämmern.

Knapp 10 km ging es über die grasbewachsenen Wege und zum Ende dieses Teilstücks hin wurden die Füße langsam etwas kalt. Speziell wenn das feuchte Gras so hochstand, dass es über die Fußrücken streifen konnte, kühlten die Füße doch etwas aus. Wie herrlich war es da, dass ich die letzten knapp fünf Kilometer wieder über trockenen Asphalt laufen konnte. Der Asphalt fühlte sich an, als würde er über eine Fußbodenheizung verfügen und so kam ich nach 23,6 km mit wohlig warmen Füßen bei meiner Schwiegermutter an.

23,6 km in knapp 3 Stunden bei 3 Grad, dass war ein wahrlich bislang außergewöhnlicher Barfuß-Lauf, der viel Spaß gemacht hat und ein genialer Abschluß für den November war. Morgen mache ich nämlich Pause 🙂

Weniger laufen, mehr essen

Heute morgen schickte sich bei meinem Blick auf die Waage das sechste Kilo an zu verschwinden. Sechs Kilo habe ich somit in den letzten Wochen und Monaten aufgrund meiner psychischen Belastung schon verloren. Dabei esse ich normal und auch mit Appetit. Selbst nahrhaftes Bier schafft es, im Gegensatz zu bei manch anderen, …

… nicht meinen Körper ausreichend Kalorien zuzuführen. Dabei trinke ich bestimmt schon vier, fünf Bier … in der Woche. Somit verdünnisiert sich mein einziges Speckröllchen auf Bauchnabelhöhe zusehens. Wie schön, ich sollte Corona dankbar sein. Mein Hausarzt rät mir deshalb ich solle weniger laufen und mehr essen. Der Traum eines jeden Couchpotato, er soll mir jetzt die Rettung bringen. Dabei bin ich gerade wieder in meinem normalen Laufrhythmus drin und toure so meine gut 50 km die Woche. Das werde ich mir auch nicht nehmen lassen.

Was mich also das Gewicht genau kostet, weiß ich nicht wirklich. Mein Ruhepuls (seine Sieben-Tage-Inzidenz liegt zwischen 35 und 41) spricht ja eigentlich nicht für einen hohen Streßlevel. Allerdings sprechen permanenter Druck auf Kopf und Ohren und ein gestörtes Schlafverhalten eine andere Sprache. Ich schlafe mit belastenden Gedanken ein, wenn ich wach werde, weil ich auf die Toilette muß, sind sie bei mir und beim Aufstehen sowieso gleich wieder. Ich habe irgendwann einmal irgendwo gelesen, dass das Gehirn den Energieverbrauch einer 25 Watt-Glühbirne hat. Zehrt also mein Hirn den Körper langsam aus? Keine Ahnung 😦

Ich sehe mich mit meiner Depression inzwischen, in Gesellschaft von vielen tausend anderen Betroffenen auch, als Kollateralschaden dieses ganzes Corona-Aktionismus unserer Politik. Von den ganzen Wirtschaftszweigen, die in die Grütze gefahren werden, und den daran hängenden Schicksalen ganz zu schweigen. Dafür sitzen heute wieder unsere Health-Angels (Mutti und die 16 Zwerge) zusammen um den Lockdown zu verlängern und uns mit weiteren idiotischen Maßnahmen (die Maskenpflicht fehlte bislang ja auch noch auf Parkplätzen und vor Geschäftseingängen, wo wir uns ja bislang in Massen infiziert haben) in den Wahnsinn zu treiben. Diese gütige Fürsorge unserer Landesväter und -mütter, die uns von ihnen mit besorgten Minen und mahnenden und warnenden Worten vorgetragen wird, macht mich so aggro, dass ich oder sie froh sein können, dass ich ihnen nicht persönlich begegne.

Gestern kondoliert der Landrat vom Kreis Vechta via Zeitung den Angehörigen eines im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorbenen 92-jährigen, während ein gleichaltriger Nichtinfizierter oder Abertausende zum Teil erheblich jüngere, an Krebs, Schlaganfall, Herzinfarkt oder sonst etwas versterbende Menschen ohne die salbungsvollen Worte der Politikprominenz den Löffel abgeben dürfen. In welch verlogene Doppelmoral verkommt unser Land durch diese Coronahysterie? Wenn Menschen durch Krankenhauskeime sterben (deren Resistenzen durch den massenhaften Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung immer größer werden) oder durch den Einsatz von Glyphosat oder sonstigen Chemiedreck (deren Verlängerung der Erlaubnis zum Einsatz unsere Politiker freimütig abnicken) an Krebs verrecken, interessiert das unsere Politikgutmenschen einen Scheißdreck. Um den Klimawandel, kann man sich in dieser „größten Krise nach dem Krieg“ natürlich auch erstmal nicht weiter richtig kümmern. Gegen dessen Folgen für unser aller Leben ist Corona ein absolutes Nichts, nicht einmal ein Fliegenschiß an der Wand!

Da kann ich gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen könnte (was meinem Gewicht wiederum noch abträglicher wäre) und schon gar nicht so viel rennen, wie ich müßte um diese Wut und Verzweifelung aus mir herauszubekommen. Und das Volk befürwortet den ganzen Mist, geifert teilweise sogar nach noch schärferen Maßnahmen und kauft Klopapier bis zum Abwinken, bei soviel zum Himmel schreiender Dummheit kann man wirklich nur noch den Verstand verlieren.

Nach diesem Winter werden wir unser Land nicht wiedererkennen. Zwar werden von den 83 Millionen Menschen in unserem Land dann noch immer 83 Millionen übrig sein, diese sind dann aber zutiefst gespalten. Ganz abgesehen von den zu befürchtenden verheerden Auswirkungen auf Gastronomie, Hotelerie, Veranstaltungswesen, Einzelhandel, Schulen, Kultur und vielen Bereichen, nicht zuletzt unserer Staatsfinanzen, mehr. Aber Hauptsache das Gesundheitswesen (dessen (personellen) Zustand übrigens auch die Politik zu verantworten hat) und auch das allerletzte Menschenleben sind schlank durch diese Krise gekommen. Ihr mögt jetzt diesen Blog von dem durchgeknallten Deichläufer von Eurer Linkliste löschen, aber das mußte jetzt einmal raus.

Zur Versöhnung gibt es allerdings noch ein paar Impressionen von meinem gestrigen Lauf, der war nämlich wunderschön 🙂

Es kommt darauf an

Bevor ich zu meinem eigentlichen Thema komme, eines kurz vorweg: Ich durfte mich bei einem meiner Läufe in dieser Woche doch tatsächlich als Schafschubser betätigen. Erstmals während meiner jahrelangen Rennerei an der Hunte sah ich ein Schaf ganz für sich alleine auf dem Rücken liegen. Von dem vorherigen Deichschäfer wußte ich, dass Schafe es in der Regel nicht schaffen sich aus dieser Position selber wieder aufzurichten und im schlimmsten Fall daran verenden können. Somit gab ich mittels eines beherzten Schubser den Anstoß, dass sich das Tier wieder auf die Beine stellen und im eiligen Lauf zurück zu seiner inzwischen schon um einiges entfernten Herde traben konnte. Offensichtlich hätte es die Rolle zurück auf die Beine wirklich nicht ohne Hilfe geschafft.

Aber nun zum dem Thema, dem ich mich heute widmen möchte und das mal wenig mit Laufen zu tun hat. Catrina hatte Anfang der Woche u. a. Laufsocken zum Thema und als Antwort auf meinen Kommentar bei ihr, drängte sich Catrina folgende Fragestellung auf:

„Ich weiss gar nicht, wie ist es eigentlich im nicht-laufenden Leben? Im Sommer denke ich, dass du barfuss oder in Sandalen unterwegs bist, aber wie ist es wohl im Winter? Ich werde dich dies bei deinem nächsten Post mal fragen – wenn ich deine Bilder sehe, wird es mir schon wieder in den Sinn kommen“

Nun komme ich Deiner Frage einfach zuvor und mache sie zum Aufhänger für diesen Post, liebe Catrina 😎

Tja, wie ist denn nun das Leben eines Barfüßers im Winter? Ganz ehrlich, so ganz genau kann ich das noch gar nicht beantworten, weil die letzten beiden Winter hier im Norden ja gar keine richtigen Winter mit viel Frost und Eis und Schnee gewesen sind und ich jetzt gerade erst in meinen dritten kompletten Barfuß-Winter gehe.

Vom Grundsatz her würde ich sagen, dass Barfußgehen, so lange es nicht Stein und Bein friert, weniger von der absoluten Temperatur als von der Witterung abhängt. So kann man z. B. bei trockenem und kaltem Wetter, gepaart mit etwas Sonnenschein (den der Untergrund auch im Winter immer noch leicht aufnimmt) noch ganz gut barfuß unterwegs sein, während bei gleicher oder sogar etwas höherer Temperatur feuchtes oder nasses bzw. nasskaltes Wetter dem Barfußsein schnell seine Grenzen aufzeigt. Bei den beiden vergangenen Wintern hat es dann aber eigentlich schon gereicht, die Füße vom direkten Kontakt mit dem Untergrund zu entkoppeln, sprich ich habe dann lediglich meine dünnen Laufsandalen getragen. So ließ es sich z. B. im letzten Jahr mit diesen Sandalen auch stundenlang auf Weihnachtsmärkten aushalten, Doris kann das bestätigen 😀

Ansonsten macht bekanntlich die Dosis das Gift und als grobe Faustregel sage ich mal, dass ich dann Sandalen oder auch Schuhe brauche, wenn ich auch Handschuhe brauche. Also wenn ich im Winter länger draußen bin und mich auch nicht viel oder nur langsam bewege. Hingegen braucht es auch bei Frost keine Schuhe, wenn ich z. B. die Mülltonne an die Straße bringe, bei Einkaufen vom Auto zum Supermarkt-Eingang gehe usw. Unser ehemaliger Controller hatte morgens einmal fast die Fassung verloren als ich über den Parkplatz zum Hintereingang vom Bürogebäude barfuß durch frisch gefallenen, trockenen Schnee gegangen bin (was übrigens herrlich gewesen ist) 😀 Und auch Scheibenfreikratzen geht noch barfuß, solange die Temperaturen nicht extrem kalt sind, also ich dabei auch keine Handschuhe trage:

Genauso wie längere Spaziergänge z. B. im März 2018 auf Sylt, sofern man etwas in Bewegung bleibt, und da war es wirklich schattig 🙂 :

Es geht also recht viel barfuß, zumindestens in klimagewandelten, norddeutschen Durchschnittswintern, und wenn alle Stricke reißen, wie z. B. bei einem ekelig-naßkalten Schneematsch-Lauf im Dezember 2017 …

… habe ich auch noch ein ganzes Arsenal an Barfußschuhen fürs Laufen und für den Alltag. Die habe ich mir alle einmal zugelegt, weil ich ursprünglich nie die Absicht hatte, zum kompletten Barfüßer zu mutieren.

Nun bin ich es fast vollständig geworden und genieße es seither in vollen Zügen mit gesunden, kräftigen und nahezu immer wohlig warmen Füßen. Darüber schreibe ich übrigens gelegentlich auch in einem eigenen Blog, der auch in meiner Linkliste am rechten Rand auftaucht.

Einzeldosis und so

Das Wetter ist ja immer ein dankbares Thema und das Wetter in diesem November ist sogar ganz besonders dankbares. Nach nur zwei Tagen klassisch nebeliger Novemberstimmung hat auch hier im Norden die Sonne wieder die Oberhand gewonnen und erhellt das Gemüt. Teilweise erwärmt sie es sogar 🙂

In der vergangengen Woche bin ich noch ewiger Zeit einmal wieder auf dem Utkiek gelaufen, alleine und zu einer früheren Uhrzeit als unsere Gruppe das normalerweise tut. Die frühere Uhrzeit hatte den Vorteil noch das Tageslicht mitnehmen zu können und den Nachteil, dass dort unendlich viele Leute mit ihren Hunden unterwegs waren. So kam es auch nach langer langer Zeit mal wieder zu einem unschönen Erlebnis. Vor mir gingen zwei Frauen mit ihren Hunden (Rasse weiß ich nicht, schöne dunkelbraune Tiere in ca. Labradorgröße) spazieren. Ich machte frühzeitig auf mich aufmerksam und die beiden Damen machten mir Platz ohne sich um ihre freilaufenden Hunde zu kümmern. Ich gehe dann immer davon aus, dass die Hunde sich dann auch nicht für Läufer interessieren. Das galt aber nicht für den einen der beiden, der mich ansprang und ich ihn nur mühsam davon abhalten konnte, dass immer wieder zu tun. Schließlich pfiff Frauchen ihn zurück und ich war genervt, weil ich a) kein Hundespielzeug bin und b) die Krallen von einem zig Kilo schweren Hund auf nackter Haut bzw. durch die dünne Lauftight schmerzhaft zu spüren waren.

Davon abgesehen war der Lauf schön und die „Höhenmeter“ trotz eines halben Jahres Abstinenz kaum als Anstrengung spürbar. Zum Schluß schaffte es sogar noch ein Schauer mich binnen Minuten zu durchweichen 😀

Einen bei mir eher seltenen Morgenlauf gab es auch, begleitet von einem wunderschönen Sonnenaufgang. Allerdings ließen mich die 4 – 5° gepaart mit nassem Asphalt zu meinen Sandalen greifen. Kalt UND nasser Untergrund führen dann auch bei mir einmal zu kalten Füßen, was mit etwas dünner Sohle aber gleich wieder passé ist 😉

Heute gab es dann noch einmal eine „Einzeldosis“ für mich. Uli, von unserem „Team Höhenrausch“, hatte mir angeboten sonntags gemeinsam zu laufen. Uli holte mich zuhause ab und hatte zu diesem Zeitpunkt schon eine erste 10 km-Runde in den Beinen.

Gemeinsam liefen wir weitere 10 km, bis wir uns vor seiner Haustür voneinander verabschiedeten und ich auf meinem Nachhauseweg noch gute 14 km vollmachte.

Zuhause konnte ich zum Abkühlen unseren Garten genießen. Unglaublich Mitte November noch draußen sitzen zu können und sich dabei anzuschauen wie es im Garten immer noch munter vor sich hin blüht.

Aber nicht nur draußen profitieren wir von dem warmen Novemberwetter, sondern auch drinnen. So sorgen die großen Dachfenster von unserem Dachgeschoßwohnzimmer immer noch dafür, dass wir an diesen sonnigen Tagen über Tag nicht heizen müssen. Wahnsinn! 🙂

So weiß dieser freundliche November über so manch andere Düsternis dieser Zeit hinwegzuhelfen. November 2020, Du bist bis dato ein feiner Kerl 😎

Mit fremden Federn

… schmückte sich der November in seinen ersten Tagen und machte voll einen auf goldener Oktober. Zwar waren die Temperaturen durchaus frisch, aber dafür lachte die Sonne von einem blankgeputzen Himmel. Das mußte ich am Wochenende natürlich laufend auskosten, wenn es auch aus Zeitmangel nur kurze Läufe waren.

Samstag:

Sonntag:

Am heutigen Tag war dann aber Schluß mit auf dicke Hose machen beim November. Während Oliver zwar gestern noch einmal frühlingshaftes Wetter (das wohl auch heute noch angehalten hat) in Dödeldorf genießen durfte und dabei ein paar Kilometer gesiebte Luft geatmet hatte, keimte bei meinem Lauf schon fast der Wunsch auf, die Luft durch so ein Schlabberlätzchen vor der Nase etwas vorzuwärmen. Naja, so schlimm war es dann doch bei weitem nicht, aber die Temperatur beim Lauf verfehlte knapp die 6° und dazu war es nebelig feucht mit leichtem, etwas unterkühltem Ostwind. Da durfte der Laufkleiderschrank schon mal wieder zeigen, was er so zu bieten hat und u. a. Handschuhe und Mütze waren mir hochwillkommen.

Die baren Füße vertrugen die Kühle allerdings klaglos über gute 20 km 😎 Der November kann also auch November, ob er auch Dezember kann? 🙄 Wegen meiner einer muß er das nicht unbedingt ausprobieren 😛

Rundmachen

Gelegentlich habe ich schon durchblicken lassen, dass der Herbst so richtig meine Jahreszeit ist, klimatisch und läuferisch. In diesem Oktober konnte ich, nach den nicht so prickelnden Monaten August und September, wieder so richtig loslaufen und trotz recht wechselhaftem Wetter war der Oktober für mich deshalb ein richtig goldener.

Am heutigen letzten Tag des Monats wollte ich eigentlich nicht mehr laufen gehen, war ich doch schon die letzten vier Tage hintereinander gelaufen. Aber ein Blick in meine Laufstatistik zeigte mir, dass ich da heute noch eine Sache rund machen könnte. Also machte ich mich heute vormittag doch noch einmal auf. Vorsichtshalber nahm ich für die geplante Strecke meine Laufsandalen im Rucksack mit, wußte ich doch nicht genau, was und in welchen Mengen die herbstlichen Bäume so alles auf die Bürgersteige haben purzeln lassen. Gebraucht habe ich sie nicht. Gut so, ging es heute doch noch um dieses „Rundmachen“ 🙂

Ein Stück Stadt, ein Stück Huntestrecke, ein Stück Bornhorst und zurück in meinen Ortteil Ohmstede waren heute der Kurs und zum Ende des Laufs läutete mir sogar die Ohmsteder Kirche. Naja, eigentlich war es ja das Geläut zum Reformationstags-Gottesdienst, aber irgendwie war es doch schön sich einzubilden, dass die Kirche für mich läutete, …

… weil ich mit diesem Lauf diese eine Sache rundgemacht habe 😀

Und was ist da denn nun noch rund geworden, am letzten Oktobertag? 200 Barfußkilometer in einem Monat sind da noch rund geworden. Genauer gesagt sogar ziemlich unrunde 204,1 Barfußmonatskilometer, soviel wie noch nie ❗ 😀 Es hat lediglich zwei Läufe gegeben, bei denen Sandalen im Spiel waren und diese erhöhten das Monatsergebnis schlußendlich sogar auf knapp 226 Kilometer.

Ganz schön viel nach fersenschmerz und infektbedingten, kilometermäßig mauen Vormonaten. Da regierte wohl gleich wieder etwas die männliche Unvernunft. Aber wo kein Schmerz mehr ist, kann auch gelaufen werden und Schmerzen sind da keine mehr, unglaublich nach der langen Zeit. Aber morgen und übermorgen wird jetzt regeneriert 🙂 Das habe ich mir auch verdient 😎

Kleine Unannehmlichkeiten

… lassen sich auch beim Laufen nicht immer ganz vermeiden. So ist z. B. bei meinem 28-km-Lauf vermutlich im Gellener Moor ein kleiner, mieser Mitreisender aufgesprungen. Im Bereich der Kniekehle hatte ich ihn erst zwei Tage später entdeckt und ich hoffe mal, er hat keinen weiteren Schaden angerichtet hat.

Die Smartphone-Kamera kann schon gewaltig vergrößern

Diesem unangenehmen Schleimtier mit seiner interessanten Streckenwahl konnte ich allerdings ausweichen:

In erster Linie unangenehm für die Natur ist, dass diese Mistdinger jetzt wirklich überall herumliegen und das Tempotaschentuch als bislang häufigstes Müllstück schon nahezu abgelöst haben.

Die nächste kleine Unannehmlichkeit habe ich mir wieder mal selber eingebrockt. An einem Regentag habe ich schusseligerweise meine Regenjacke nicht eingepackt, bzw. ich hatte überhaupt keine Laufjacke eingepackt und bin deshalb mit meiner Alltagssweetshirtjacke gelaufen. Bei Nässe und kaltem Wind wirklich suboptimal :-/ Der Lauf war aber trotzdem wunderbar 🙂

Die vorerst letzte Unanehmlichkeit war, dass ich mir erstmalig eine kleine Scherbe eingetreten hatte. Wo? Natürlich im össeligen Berlin, auf dem Weg zum Tempelhofer Feld 😛 Das Ding war so klein, dass ich es in der Fußsohle beim ersten Hinschauen gar nicht gleich gesehen habe, störte aber so sehr, dass ich es doch orten und dann herauspröckeln mußte, dabei habe ich sogar geblutet wie Sau, also so ein oder zwei Tropfen vielleicht 😆 Erstaunlich, aber die Scherbe war wirklich die erste ihrer Art in einer meiner Fußsohlen in den knapp vier Jahren, in denen ich barfuß laufe und meinen Alltag bestreite. Eine vertretbare Quote denke ich mal.

Der Lauf in Berlin bei feinstem Wetter war aber die Wucht.

Auffälliges Schuhwerk und auffälliges Nichtschuhwerk, dit is Berlin! 😆 :

Allen Unannehmlichkeiten ist allerdings gleich, dass sie a) nicht sonderlich häufig sind und b) die Lauffreude glückerlicherweise nicht sonderlich hemmen. Also packen mers weiterhin 😎

Der Längste

Ich hatte heute Zeit und ich hatte heute Bock, das Wetter war wunderbar, heiter, fast windstill ❗ und um die 11, 12 ° warm. Da habe ich mich heute zum späten Vormittag aufgemacht zu einem etwas längeren Lauf und nach ewigen Zeiten schreibe ich hier einfach mal wieder einen Post über einen nahezu stinknormalen Longjog.

Auf ging es ein kurzes Stück durch Oldenburg, dann meine klassische Huntestrecke entlang bis zu meiner Lieblingsbank, dort rechts ab über den schönen grasbewachsenen Weg und weiter Richtung Gellen.

Die ersten gut 12 km waren geschmeidige Barfußstrecke, dann folgten allerdings schlechter Asphalt, noch schlechterer Betonweg, Eicheln übersäter Naturweg und Schotter. Für dieses Gerumpel kamen noch langer Zeit mal wieder die Luna Venados zum Einsatz.

Im Gellener Moor erwartete mich, bis auf zwei junge Mädels mit ihren Hunden, Einsamkeit pur. Vorher warf ich noch ein Blick auf eine imposante Dekoration zu einem männlichen 25. Geburtstag. Ich möchte nicht wissen, wer diese Flaschen mit diesem entsetzlichen Gesöff alle geleert hat, ich hoffe nicht der junge Mann alleine 🙂

Zum Gellener Moor gibt es einen größeren Bildercontainer, ich liebe dieses Fleckchen Erde. Allerdings habe ich noch nie gesehen, dass die Moorteiche großteils mit hohem Gras zugewachsen waren. Und ob der imposante Pfotenabdruck wohl der von einem Wolf war? 😯

Nach dem Moor lief ich Richtung Großer und Kleiner Bornhorster See. Im Kleinen Bornhorster See mußte ich mich natürlich wieder etwas erfrischen. Ich fand das Wasser auch noch recht angenehm und ich hatte sogar ein Handtuch dabei … Ach nein, ich beließ es doch lieber beim Fußabkühlen 🙂

Nach dem Fußbad folgte nur noch die Schlußetappe über die A 29, vorbei am Mini-Wäldchen und über den Damm der alten Braker Bahn.

Zu guter Letzt gurkte ich noch etwas durch die Siedlung und machte damit die 28 km voll. Damit war dieser Lauf tatsächlich der längste Lauf in diesem gesamten Jahr. Lediglich im Januar war ich mit etwas über 26 km ähnlich weit gelaufen. Das Verhältnis barfuß zur Sandale betrug heute 16,2 zu 11,8 km und die Pace lag bei 6:34. Das war aber nur die Geschwindigkeit in Bewegung, insgesamt habe ich mir für den Lauf nämlich exakt vier Stunden Zeit gelassen. Zum Laufen, Bilder machen, genießen und im Wasser rumdaddeln. Schließlich wollte ich reisen und nicht rasen, schon gar nicht, wenn man diese Strecken so gar nicht mehr gewöhnt ist 😎

Und sonst so?

Seit Ende September läuft es bei mir wieder mit dem Laufen. Das ich darüber sehr glücklich bin, kann sich wohl jeder denken. Das gibt mir aber einmal die Gelegenheit kurz über meine Befindlichkeit im Allgemeinen zu schreiben. Meine ja etwas angeschlagene Psyche erlebte und erlebt eine wilde Achterbahnfahrt, ist doch das Thema, das mich triggert, präsenter denn je. Die meisten Politiker und die meisten Medien schüren nach wie vor Angst und Hysterie und von der Maskenpflicht werden wir wohl auf absehbare Zeit nicht wegkommen. Im Gegenteil, sie verbreitet sich schneller als das Virus selbst und hat jetzt auch noch das Bürogebäude, in dem ich arbeite, befallen. Mein Psychotherapeut müht sich redlich und ich habe mir jüngst eine neue Strategie überlegt: Ich gebe nach all den Monaten meine innere Verweigerungshaltung gegen die Maske auf, weil ich mir nur selbst damit schade und trage sie seit neuestem ganz brav (naja, so halbwegs wenigstens 😛 ). Motto Nr. 1 dazu: Lächle, Du kannst sie nicht alle töten, Motto Nr. 2: Der Klügere gibt nach, Motto Nr. 3: Alles kommt zu dem, der warten kann. Irgendwann wird es ja ein Leben nach der Maske geben, auch wenn wir darauf vielleicht bis zum Alterstod von Herrn Söder warten müssen 😆 Drückt mir die Daumen, dass diese Strategie erfolgreich sein wird. Es würde mir und meiner Umwelt sehr helfen! 🙂

Eine schwere Aufgabe für mich, aber daran arbeite ich:

Das das Laufen wieder läuft hat natürlich einen großen Einfluß auf mein psychisches und auch auf mein körperliches Wohlbefinden und ich zelebriere laufend den Herbst, meine liebste Jahreszeit. So freue ich mich an morgendlichen Nebelschwaden und tauglänzenden Wiesen in meinem Laufrevier.

Ich genieße den herbstlichen Sonnenschein, während mir der Deich im Rücken den kalten Nordost-Wind vom Leibe hält 🙂

Ich freue mich über das noch satte Grün und über das was da auf und neben den Wegen noch so alles grünt und blüht.

Der Gedanke wieder unbeschwert laufen zu können und überhaupt zumindestens körperlich gesund zu sein, zusammen mit dem Natur erleben, dass läßt mich schon dankbar sein. Trotzdem muß ich noch ein Zeitlang mit meiner Krise in dieser Krise leben. Immerhin geht es mir inzwischen erheblich besser als zum Tiefpunkt Mitte Juni. Zwar wird sich die Achterbahnfahrt noch weiter fortsetzen, aber immerhin komme ich auch schon ohne Medikamente aus und so hoffe ich für mich, dass ein Ende meiner Krise und für uns alle, daß ein Ende der großen Krise möglichst bald in Sicht kommt.

Lückenschluß

Mitte Mai bin ich das letzte Mal zu meiner Schwiegermutter nach Berne getrabt. Mein Vorhaben, erstmals die komplette Strecke von etwas über 20 km barfuß zu laufen, wurde damals allerdings gleich zu Anfang durch einen mit gröbstem Asphalt neu asphaltierten Streckenabschnitt torpediert. Einen Kilometer und im weiteren Verlauf des Laufs später noch einmal 200 m mußte ich deshalb von meiner Barfußbilanz abziehen.

Fünf Monate später habe ich heute einen neuen Versuch gestartet. Dazu habe ich oben genannten Streckenabschnitt umlaufen, was zu einer geringfügig kürzeren Stecke geführt hat. Ansonsten war die Strecke dieselbe wie im Mai. Dabei hatte ich Riesenglück mit dem Wetter. Auf dem Regenradar waren so viele Schauer zu sehen, dass ich kurzzeitig überlegt hatte, gar nicht erst loszulaufen. Erwischt hat mich dann allerdings kein einziger. Bis auf ein paar vereinzelte Tropfen blieb es komplett trocken. Das nutzten auch die Landwirte zur Maisernte aus. Während ein Mähdrescher seine Arbeit machte, lauerten einige Jäger darauf, dass ihnen das ihres Verstecks beraubte Wild direkt vor die Flinte lief. Jäger sind mir immer nicht geheuer und ich machte mich schnell aus dem Staub.

Wieder ging es ca. sieben Kilometer über einen grasbewachsen Feldweg. Dieses Mal war er allerdings schön feucht und weich und nicht ausgedorrt und knüppelhart wie im Mai. Teilweise stand zwar das Gras etwas hoch und es nervten einige Disteln (die nicht immer so gut sichtbar waren wie auf den Bildern), aber das war es auch schon an Ungemach auf diesem sehr geschmeidigen Lauf.

Nach exakt 20,1 km stand ich bei Schwiegermuttern vor dem Haus. Damit bin ich eigentlich nur 100 m mehr barfuß gelaufen als im Mai, aber eben halt das erste Mal die ganze Strecke und nur das zählt! 😎 Aufgrund dieser Heldentat war der Kuchen natürlich mehr als verdient 😛

Im Hintergrund meine allerbeste Schwiegermama!

Aufsatz über den Aufsatz

Oliver hatte vor einigen Wochen einmal ein kurzes Video veröffentlich, in dem man sich wunderbar seinen sauberen Laufstil anschauen konnte. Leider finde ich das auf seiner Seite gerade irgendwie nicht wieder, sonst hätte ich es gerne direkt verlinkt. Seinerzeit kam mir die Idee auch noch einmal via Video zu schauen, wie es denn mit meinem Laufen so aussieht und habe mich mal selber „gedreht“. Allerdings kam dann leider erst einmal eine Zeit, in der ich andere Sorgen und das Bloggen für ein paar Wochen eingestellt hatte. So fiel die Idee hintenrunter und sie kam mir erst jetzt wieder ins Gedächtnis.

„Früher“, also vor noch nicht einmal vier Jahren, bin ich ja noch ganz in „normalen“ Laufschuhen über die Ferse gerannt. Eine Umstellung auf minimales Laufen und des Laufstils kam mir noch nicht ernsthaft in den Sinn und die gut gedämpften Laufschuhe gaben einem ja auch keinerlei Rückmeldung über den Fußaufsatz.

So sah er damals noch aus, mein Laufstil:

Warum ich nach schon über einem Jahrzehnt Rennerei meinte an meinem Laufstil etwas ändern zu müssen, waren die immer wieder auftretenden Fersenprobleme, von denen ich vermutete, dass sie durch das über die Ferse abrollen ausgelöst wurden. Darüber hinaus gab mir meine Hüfte immer zu verstehen, wenn die Dämpfung meiner Treter runtergeritten und am Ende war. Angefixt durch das minimaliste Laufen von Oliver und Christian, wollte ich auch auf diesem Wege meinen Laufstil umstellen, das Barfußlaufen kam mir dabei anfänglich gar nicht in den Sinn.

Das Barfußlaufen war eigentlich nur als Umstiegshilfe auf den neuen Laufstil hin zum Vor- bzw. Mittelfuß gedacht, weil ein direkteres Gefühl für den Untergrund kann man nicht haben und barfuß auf Asphalt mit der Ferse abzurollen, schließt sich einfach von selbst aus. Lange Rede kurzer Sinn, welche Entwicklung das Ganze genommen hat, trete ich hier ja ausgesprochen reichlich breit. Das ich mich dabei nicht zum reinen Vorfußläufer entwickelt habe, sieht man an den kompletten Fußabdrücken, wenn ich mal mit nassen Füßen über trockenen Asphalt laufe.

Verschiedentlich habe ich gelesen, dass es beim Barfußlaufen auch genauso sein soll. Am besten hat mir einmal eine Formulierung gefallen, dass die Ferse sacht den Boden küsst, und so küssen meine Fersen nun bei jedem Lauf tausendfach den Boden, dass Papst Johannes Paul II nur neidisch werden könnte, so er denn noch leben würde 😆

Nun aber endlich zu dem, was ich hier eigentlich loswerden wollte, das narzisstische Bildmaterial eines inzwischen mehrheitlich barfuß laufenden Deichläufers 😛 Grundsätzlich scheint mein Laufstil auch halbwegs okay zu sein, von einem leichten Auf- und Abwärtspendeln vielleicht einmal abgesehen, und ich bin einigermaßen zufrieden.

Den Fußaufsatz auch noch einmal in Nahaufnahme:

Was sich leider nicht erfüllt hat, ist die Hoffnung, dass meine Fersenprobleme verschwinden. Wie erst jüngst wieder geschehen, macht die ein oder andere von ihnen doch immer mal wieder Probleme. Damit werde ich also wohl weiterhin leben müssen. Die Hüfte hat sich allerdings in den letzten knapp drei Jahren nicht einmal mehr gemeldet, so dass ich vermute, dass mein geänderter Bewegungsablauf, zu dem ja auch kürzere Schritte und ein Beinaufsatz unter und nicht mehr vor dem Körper gehören, doch insgesamt schonender ist. Seit der Umstellung haben sich auch meine Laufumfänge etwas erhöht und ich kann in dem Stil schneller laufen als früher, so ich denn wollte. Auch wenn es mir nach wie vor nicht gelingt komplett verletzungsfrei unterwegs zu sein, brauche ich auf der anderen Seite im Laufalltag weniger Regenerationszeit.

Es ist also auch ohne Schuhe bzw. dem sparsamsten Einsatz von Fußschutz nicht alles Gold was glänzt, aber ich bin mit meinem Umstieg trotzdem mehr als zufrieden und der Laufspaß hat insgesamt noch einmal zugenommen. Spreche ich deshalb eine Empfehlung für das „Natueral Running“ aus? Nein, dass werde ich nach wie vor nicht tun. Zu unterschiedlich sind die Läufer und jeder soll nach seiner Facon selig werden.

Deshalb einfach nur:

Keep on running!

Wenn das Normale zum Besonderen wird

Gedankengänge und Erlebnisse:

Samstag, 03.10., 16:00 Uhr: Nach der Teatime bei Muttern könnte ich eigentlich noch laufen gehen. Wie wäre es mit der 14 km-Standardrunde? Hmmmm, schon lange nicht mehr so weit gelaufen.

Samstag, 03.10., 17:00 Uhr, Vier Tassen Tee getrunken, zwei Stücke Pflaumenkuchen intus: Zieh das Radshirt an, dann kannst Du die Sandalen hinten in die Taschen stecken und nach Bedarf anziehen…. Nein, nimm den Laufrucksack, da passen Sandalen, das Smartphone und der leichte Windbreaker rein, dann bist Du auch für den angekündigten Regen gewappnet.

Samstag, 03.10., 17:15 Uhr: Ich starte und plane gleich meine Strecke um. Lauf durch Bornhorst, den Radweg entlang der Hauptstraße, dann sparst Du Dir die rollsplittversaute Strecke und somit die Sandalen. Gesagt, getan. Drei Kilometer später biege ich auf die schmale Strecke Richtung Großer Bornhorster See ab, mir folgen etliche Autos, ausrechnet hier, wo der Asphalt so schlecht ist und das Barfußlaufen volle Konzentration braucht. Ein Unfall auf der Landstraße führt zu diesem hohen Verkehrsaufkommen auf meiner Laufstrecke, da bin ich froh, dass ich nach ein paar Hundert Metern zwischen Haupt- und Umleitungsstrecke noch eine Alternative genau in der Mitte laufen kann.

Wenig später sprinte ich kurz über die Landstraße, da der parallele Radweg erneuert wird, um auf meinen Lieblingsweg durch die Bornhorster Wiesen abbiegen zu können. Es läuft, ich bin happy. Das Tempo sogar einen Hauch flotter als in all den letzten Wochen und Monaten und ich heimse noch eine anerkennende Bemerkung für mein Barfußlaufen ein.

Wenig später hält mir einer von zwei jungen Männer bei dem Parkplatz die Pforte neben dem Gatter auf. Auf meinen Dank kommt ein “ Das kostet aber einen“ (die beiden haben jeweils eine Bierdose in der Hand, sind aber super freundlich), ich erwidere, dass ich beim nächsten Mal etwas für die beiden dabei haben werden. Es läuft, ich freue mich über die Begegnungen und fühle mich großartig.

Weiter geht es entlang der Hunte, anschließend die Treppe hoch zur Huntebrücke und die Rampe runter. Unten angekommen biege ich statt nach links nach rechts ab, so umgehe ich erneut die Rollsplittstrecke und laufe erneut den Radweg entlang der Hauptstraße durch Bornhorst, biege ab nach Ohmstede, die Sandalen bleiben die ganze Zeit im Rucksack. Es läuft!

Ca. 19:00 Uhr, es beginnt zu regenen. Ich komme wieder zuhause an und kühle noch etwas vor der Haustür ab, da kommen meine Nachbarin und mein Nachbar mit Hund vorbei. Mein Nachbar ist vor kurzem angefangen zu laufen, er staunt immer noch über meine Barfußlauferei und es folgt ein nettes Lauf-Gespräch im Regen.

Ich bin 15,2 km gelaufen. Das letzte Mal, dass ich weiter gelaufen bin, war am 16.05. !!! Hammer! Eine Distanz, die für mich absolut normal war, wird 4 1/2 Monate später zu etwas ganz besonderen. Und es war sooooo mega und absolut geil!

Merke: Man sollte nichts für selbstverständlich erachten. Das was lange normal war, kann plötzlich etwas ganz Besonderes und ein absolutes Highlight sein. Natürlich hoffe ich, dass dieses Highlight und auch noch etwas mehr wieder Normalität wird, wenn das passiert werde ich mir dessen hoffentlich mit noch etwas mehr Dankbarkeit bewußt sein!

Die ersten Drei

Am Sonntag war nach drei Wochen Schluß mit Urlaub und am Sonntag kam ich auch erst wieder aus Berlin zurück nach Oldenburg. Nach dem der Barfußbloggertreffgeocachingmotivations- eingewöhnungslauf ganz gut gelaufen war, bin ich gleich am Montag auf meine erste Heimatrunde gestartet. Nachschauen, ob die Hunte nach da ist. Sie war es, dafür zeigte sich das Wetter sehr herbstlich und meine uralte gelbe Allwetterjacke durfte gleich wieder in die wer weiß wievielte Saison starten. Davon abgesehen, dass jetzt auch in Oldenburg überall diese blöden E-Roller rumstehen, von denen offensichtlich auch einer an der Hunte ausgesetzt wurde, war der Lauf schön, entspannt und locker. Das der Puls immer noch etwas zu hoch lag, konnte ich beim Laufen überhaupt nicht spüren. (10,4 km)

Mittwoch brachte ich nach Feierabend mein Auto in die Inspektion und lief von der Werkstatt nachhause. Diesmal zeigte sich feinstes, warmes Wetterchen und die schon tiefstehende Sonne tauchte alles in ein bezauberndes Licht. Die Strecke führte am Tweelbäker und Blankenburger See vorbei und dann weiter über die Huntebrücke nachhause. Im Blankenburger See testete ich noch kurz die Wassertemperatur an, die noch in einem sehr angenehmen Bereich liegt. Wieder ein runder Lauf, allerdings erneut mit einem nochmals etwas höherem Puls als am Montag. (10,3 km)

Bevor es am heutigen Tag fast den gleichen Weg retour ging, um meine Karosse wieder abzuholen, bin ich morgens in aller Herrgottsfrühe bei knapp 12 °C die fünf Kilometer barfuß zur Arbeit geradelt. Das war soooooooo herrlich! Ob das wohl jemand nachvollziehen kann? 🙄 😆

Auf dem Weg zur Werkstatt trug ich allerdings, wie gestern auch schon, Sandalen, weil die Wege überwiegend nicht barfußtauglich sind. Obwohl diese Werkstattpendelläufe eigentlich reine Zweckläufe sind, bin ich da insgesamt auf einer wirklich schönen Strecke abseits jeglicher Hauptverkehrsrouten unterwegs. Dabei mußte ich heute antesten, ob der Tweelbäker See genauso warm ist wie der Blankburger See. Ist er! 😀 (10,0 km)

An der Werkstatt angekommen wartete mein treues Gefährt schon. Brav war der Kleine in den letzten 14 Monaten, bis auf Öl- und Filterwechsel nichts gewesen und das wo er doch in den letzten Monaten die Fahrten mit der Deutschen Bahn noch Berlin ersetzten mußte. Immerhin jedesmal 900 km hin und zurück. Langstrecke scheint ihm gut zu tun 😎

Zurück ging es aber erst nach einer Tasse Cappuccino und einem Schnack mit den Meistern. Weit über 10 Jahre bin ich Kunde in dieser am äußersten Rande Oldenburgs liegenden Werkstatt. Man kennt sich und ich fühle mich dort gut aufgehoben.

Auf dem heutigen letzten der drei ersten Läufe in heimatlichen Gefilden war dann auch der Puls erstmalig wieder im Normalbereich. Die Achillessehne schwieg auf allen Läufen und die Ferse sendet nur ganz dezente Signale. So hege ich leise Hoffnung nun einen schönen (Lauf-)Herbst genießen zu können. Wäre ja nicht schlecht und würde Körper und Gemüt sicher mehr als gut tun.

Motivation

Sylt ist Geschichte. Trotz corona- und gesundheitlich bedingter Einschränkungen war es sehr schön. Leider war ich eigentlich fast die ganzen 14 Tage dort etwas kränklich, so dass sich das Laufen auf lediglich zwei Läufe gleich zu Beginn beschränkte.

Zwar geht es mir inzwischen wieder gut und auch der Ruhepuls, der in den letzten Wochen teils exorbitant hoch gewesen ist, zeigt jetzt schon gelegentlich wieder Werte in den 40iger an, aber die Motivation war irgendwie restlos im Keller.

Montag fuhr ich dann weiter um noch einige Tage in Berlin zu verbringen und auch hier genoß ich die wunderbaren Spätsommertage lieber relaxend als laufend. Bis mich am Dienstag eine E-Mail erreichte. Forbi, ein im Norden Berlins lebender Blogbekannter über meinen Barfuß-Blog fragte an, wann ich das nächste Mal in Berlin bin. Er würde gerne geocachend eine Runde über das Tempelhofer Feld drehen. Tja, nun bin ich ja schon da und ruckzuck sind wir gestern gemeinsam losgetrabt um die von Forbi anvisierten Geocaching-Punkte zu suchen.

Ich hatte bis dato von Geocaching keinerlei Ahnung und bin einfach mal mitgetrabt. Das man dazu sogar auf Bäume klettern muß um an das Objekt der Begierde zu kommen, war mir erstrecht nicht bekannt und ich war fassungslos als Forbi auf eine Filmdose in einem Baum in fünf bis sechs Meter Höhe wies.

Wir rumpelten einen Müllcontainer heran, damit Forbi an den ersten tragfähigen Ast gelangen konnte und dann wieselte er wie ein Eichhörnchen den Baum hinauf, gelangte an die Filmdose und war wenige Momente später wieder zurück.

Ich stand nur bauklotzestaunend unter dem Baum, wie Forbi da barfuß durch den Baum wuselte, hab ich doch schon Höhenangst, wenn ich nur auf einen Stuhl steige 😀

Darum war ich auch nicht unfroh, als er wohlbehalten wieder unten angekommen war 😀

Das nächste Geocaching-Versteck befand sich erfreulicher Weise auf nur 1,80 m Höhe. Kaum waren von Forbi die entsprechenden Notizen gemacht, wurden wir von einem Läufer angesprochen, der sehr an unsere Barfußlauferei interessiert war. Bestimmt 10 min unterhielten wir uns mit ihm und in der Zeit lief noch ein anderer Läufer in Barfußlaufsandalen an uns vorbei.

Nach Ende des Gesprächs umkurvten wir noch das Tempelhofer Feld in der inzwischen recht weit vorgeschrittenen Dämmerung.

Auf dem Rückweg durchquerten wir einen schon recht dunklen Park, Forbi leuchtete mit seinem Smartphone und fischte fast nebenbei noch ein drittes Geocaching-Ziel ab.

Dann war es das, nach 7,5 km auf meiner Garmin und 8,4 km nach Forbis Aufzeichnungen beendeten wir den Lauf. Für mich war die Anfrage von Forbi eine gute Motivation wieder loszulaufen und Länge und Pausen paßten sehr gut für einen ersten Neustart.

Da waren zur Feier des Laufs und der erreichten drei von vier Geocoaching-Zielen Pizza und Bier mehr als redlich verdient 😀

Das war ein coole Sache und ich freue mich sehr Forbi persönlich kennengelernt zu haben.

Ich könnte wenn ich wollte

… in diesem Jahr sogar noch einen offiziellen Lauf bestreiten, will ich aber nicht. Anfang der Woche bekam ich eine E-Mail vom Orga-Team des Köhlbrandbrückenlaufs. Dieser darf am 03.10. unter Einhaltung des üblichen Corona-Blablablas stattfinden. In diesem Fall heißt das u. a. auch, dass in erheblich kleineren Startblöcken à 200 Läufer gestartet werden muß. Damit wäre auch meine gebuchte Startzeit aller Wahrscheinlichkeit nach hinfällig, geschweige denn von dem ganzen anderen Corona-Gedöns vor, während und nach dem Lauf. Nein danke, das macht in diesem Jahr einfach keinen Sinn, geschweige denn Spaß. Ebenso ausschlaggebendes Argument gegen eine Teilnahme ist aber meine mangelnde Fitness. So habe ich von dem Angebot der Veranstalter Gebrauch gemacht, den Startplatz eins zu eins auf das Jahr 2021 umzuschreiben. Neues Jahr neues Glück also.

Auf Sylt habe ich die Lauferei erst einmal wieder eingestellt. Zwar ist das abwechselnde Frieren und Schwitzen vorbei, der Appetit wieder da und im Groben und Ganzen fühle ich mich schon wunderbar, allerdings ist da noch mein Ruhepuls, der immer noch im Minimum doppelt so hoch liegt wie normal. Also mache ich einfach mal Urlaub wie 99.9 % aller anderen hier auch Urlaub machen: Schlafen, im Strandkorb sitzen, lesen, spazierengehen, essen. Wobei essen nur „zuhause“ stattfindet, Restaurants und Cafes machen auf der für September immer noch sehr vollen Insel unter Coronabedingungen keinen Spaß (Fort Knox zu betreten dürfte gegenüber den meisten Speieslokalitäten hier ein Spaziergang sein) und die Schlange heute morgen vorm einzigen Bäcker des Ortes war, ohne Übertreibung, über 50 Meter lang! 😯 Ich hätte sie fotografieren sollen! Da tun`s dann auch Aufbackbrötchen 😀

Das klingt jetzt irgendwie alles negativer als es ist. Das Wetter paßt, es windet teilweise ordentlich, die Brandung rauscht. Bei der Umrundung der Südspitze der Insel gedenke ich traditonell meiner beiden Onkel, die hier seebestattet wurden. Die Füße im Wasser, der Blick auf den blanken Hans gerichtet, schöner kann man sich dieser beiden Schlitzohren nicht erinnern 🙂 Wir gucken dem Treiben am Hafen zu, gucken hier, gucken da 😀

Und mal nebenbei für alle, die denken, ich kann nur Flachland. Da sach noch einer das is flach 😆 :

Apropos, wer die Südspitze Sylts laufend umrunden will, sollte dies nicht unbedingt bei Hochwasser tun. Ok, die Schuhe und Socken (so man sie denn benötigt 😉 ) kann man eben ausziehen, aber eine falsche Welle und die Funktionsfaser wäre mit ihrem Feuchtigkeitstransport nach außen doch geringfügig überfordert. Die beiden hatten aber noch einmal Glück 😉

Humor ist also wenn man trotzdem lacht, Prost!

Leichter Fehlstart

Montag letzter Woche hatte ich für meine Verhältnisse wohl etwas viel auf dem Programm. Es standen aufwendige Untersuchungen in der Pneumologie im Krankenhaus an, davor und danach noch arbeiten und nach Feierabend eine Stunde Psychotherapie. Da ich abends auch noch meinte laufen zu müssen, war ich danach fertig mit Jack und Büx. Zum Abendessen stand ich frierend in der Küche, war töter als tot und fiel nach dem Essen komatös ins Bett. An diesem Zustand sollte sich eine Woche lang nichts ändern.

Noch kurz zum Ergebnis der Lungenuntersuchungen: Dem chronischen Reizhusten konnte man dabei leider nicht auf die Schliche kommen, der ist wohl refluxbedingt, was mir in den nächsten Wochen noch eine Magenspiegelung einbringt. Was allerdings festgestellt wurde ist, dass mein Sauerstoffsättigung im Blut nicht ganz optimal ist, anscheinend ist der Weg des Sauerstoffs aus den Lungenbläschen in die Blutbahn durch eine minimal zu dicke Gefäßwand leicht behindert. Laut Ärztin zwar eine Einschränkung auf sehr hohem Niveau, aber vielleicht doch eine Erklärung dafür, dass ich nicht der schnellsten einer bin. Aber egal. Die Lunge tuts im Wesentlichen, auch nicht schlecht 😉

Da ich den Montag letzter Woche nicht alleine für mein Abschlaffen verantwortlich machen mag, vermute ich, dass dieser stramme Tag mit einem beginnenden Infekt zusammengetroffen ist. Dass die vergangene Woche die letzte Woche vor unserem Urlaub gewesen ist, sei dabei nur am Rande erwähnt. Wenigstens habe ich diese Zielgerade noch irgendwie überstanden und Samstag ging es ab in den Urlaub. Wohin? Die langjährigen Deichläufer-Blogleser werden es schon ahnen: Nach Sylt.

Hier offenbahrte sich gleich die nächste Katastrophe, ich habe meine Digi-Cam vergessen, mein wichtigstes Blogger-Utensil liegt zuhause, während ich das entsprechende Akkuladegerät mitgenommen habe, unfassbar! Da mein Blog ohne Bilder aber nicht geht, schleppe ich jetzt halt jedes Mal das klotzige Smartphone mit, immerhin besser als nichts.

Ankunftstag:

Da ich kein Fieber hatte, habe ich mich auch schon zu zwei 10er-Läufen hinreißen lassen. Dafür wurde ich auf dem ersten Lauf mit Niedrigwasser belohnt. Das heißt flacher und fester Meeresboden zum Laufen 🙂

Zum Abend des selben Tages, blaue Stunde. Nahezu kitschig schön mit einem leicht diabolischen Touch 🙂

Der zweite Lauf führte über den kleinen Hafen unseres Urlaubsortes Hörnum, zuerst an die Ostseite der Insel und dann durch die Dünenlandschaft rüber auf die Westseite. Leider ist die Insel in diesem Jahr zur Nebensaison noch sehr voll, aber laufend erreicht man Strandabschnitte, die soweit weg vom Ort liegen, dass man dort fast komplett für sich alleine ist, herrlich!

So gehe ich mal davon aus, dass sich der leichte Fehlstart des Urlaubs noch vernünftig gerade biegen läßt. Die Chancen stehen gut, eineinhalb Wochen haben wir schließlich noch vor uns 😎

Ein Scheißthema

Ich kann Euch dieses Thema leider nicht ersparen, dafür ist es bei mir augenblicklich zu präsent. In diesem Beitrag hatte ich es auch schon kurz angedeutet. Wenn ich zur Zeit meine immergleichen Standardrunden drehe, werde ich jedes Mal damit konfroniert und muß sehen wie ich damit klar, bzw. dadurch komme. Es ist wirklich nicht einfach. Zu guter Letzt ist dieses Thema auch noch wirklich delikat, im wahrsten Sinne des Wortes. Mir muß beim Laufen aber auch wirklich immer der letzte Scheiß passieren 😦 Und zwar dieser hier 😆 :

Noch netter wird die Geschichte bei Regen:

Da können die Viecher noch so treudoof gucken, dass ist einfach kein Benehmen, is das nämlich nicht :-/

Da lob ich mir doch einen schönen grasbewachsenen Weg, der ist zwar auch nicht ganz ohne … Schafsgeschiss, aber das bisschen spielt keine große Rolle 😛 Kuhfladen waren allerdings keine zu befürchten, da die Hübschen auf der Weide waren 🙂

Aber trotz dieses Scheißthemas, es scheint langsam wieder aufwärts zu gehen 😎

Sieben Stunden Beton und keine zwei linke Füße

Letzte Woche Samstag waren Jens und ich nach Venlo in die Niederlande gefahren um im Großhandel für Jens Firma einzukaufen. Solche Tage haben es alleine wegen der Fahrerei in sich. Drei Stunden hin, drei Stunden zurück und dazwischen dann noch sieben Stunden Großhandel.

Sieben Stunden die Konzentration für den Einkauf zu wahren sind ja schon nicht ohne, aber sieben Stunden barfuß auf aalglatt gestrichenen Betonböden im Schlendermodus mit drei Schritten vor und zwei zurück waren auch für meine Kummer gewohnten Füße eine Herausforderung, erstrecht für die linke Ferse. Ich fürchtete für sie irgendetwas zwischen dem Rest geben und heilsamer Härte. Zum Glück tendierte sie zu letzterem, obwohl sich zum Ende mein Fahrgestell wie nach einem Marathon anfühlte, war meine Ferse am nächsten Tag sogar ruhiger als noch mehr beleidigt 😀

Das war auch sehr gut so, sind doch diese Tage meine Münchener Freunde Angela und Heimo im Lande. Da unser traditioneller Osterlauf dieses Jahr nur virtuell stattfinden konnte, freute ich mich wie Bolle mit den beiden am Sonntag endlich einmal wieder real laufen zu können und eine erste Runde zum und um den Kleinen Bornhorster See war auch schon ein schierer, wenn auch etwas schwülwarmer Genuß.

Am späten Mittwochnachmittag sind Heimo und ich zur Thülsfelder Talsperre gefahren um laufend zu erkunden, ob die Heide blüht. Da die 10 km Runde um die Talsperre zu großen Teilen nicht barfuß laufbar ist, habe ich meine Sandelen eingepackt. Wenn man allerdings in seinem Sandalensalat keine Ordnung hält und beim Einpacken auch nicht richtig hinschaut, darf sich der gemeine Deichläufer nicht wundern, wenn er zum Laufstart plötzlich mit zwei linken Sandalen dasteht 😆 Dafür hatte ich dann doch nicht die passenden Füße 😯 Was für ein Glück hatte ich aber, dass ich immer die Neopren-Schlappen als Notfallschuhe im Auto habe und man als Minimalläufer im Prinzip mit allem laufen kann, puh 😀

So konnte die Runde um die Talsperre starten. Nach dem es den ganzen Tag teilweise wie aus Eimern gegossen hatte, war es zum Lauf bis auf zwei kleinere Schauer trocken und wir genossen den Törn bei frischer Luft und teilweise imposantem Wolkenspiel. Allerdings blühten die großen Heideflächen im Bereich des alten Schafsstall nicht mehr 😦

Unsere Enttäuschung darüber wurde aber nach Überquerung der Brücke über einen Seitenarm der Talsperre gemildert, denn ab da blühte die Heide noch. Ein schönes Bild, wenn auch die Flächen dort nicht so groß sind.

Leider war der Lauf viel zu schnell zu Ende, es ist an der Thülsfelder Talsperre immer wieder schön. Die 8 €-Neoschlappen haben auch einen guten Job gemacht, wer braucht da schon teure Laufschuhe? 😆

Tolle Läufe waren es mit Angela und Heimo. Ich freue mich jetzt schon auf Weihnachten 🙂

Nette Gespräche und die Härten des Barfußlaufens

„Das sieht ja ganz geschmeidig aus“ sagte ein anderer Läufer zu mir, als er zu mir aufschloß, als ich während meines einzigen Hitzelaufs in den letzten Wochen an der Hunte entlang trabte (wie oft ich das wohl schon gemacht habe 🙄 ).  Es folgte ein kurzes nettes Gespräch übers Barfußlaufen und dann zog er mit einem flotten, lässigen Laufstil weiter.

Die Möwe ist ein Seltenheit an der Hunte. Leider gelingt es mir mit dem neuen Editor nicht die Bilder zu beschriften, weiß da jemand Rat?

Gestern folgte bei meinem ersten Lauf nach Ende der großen Hitze ein Gespräch mit einer Fahrradfahrerin, der ich die Pforte neben einem Gatter aufhielt, weil wir nahezu zeitgleich dort ankamen. Sie ist mir schon oft begegnet, gegrüßt hatte sie nie. Aber nun weiß ich die halbe Krankengeschichte der 71-Jährigen 😀 Der Lauf blieb mit gut 7 Kilometer erst einmal im einstelligen Bereich, um es, mit Ausnahme des oben geschilderten Laufs, nach vierzehn Tagen Pause nicht gleich zu übertreiben.

Nahezu auf die gleich Länge kam ich auch heute und wieder ergab sich zum Ende des Laufs ein Gespräch mit einem Radfahrer, den ich auch schon häufig gesehen habe, es aber immer bei einem kurzen Nicken zum Gruß geblieben ist. Er bewunderte mein ganzjähriges Barfußlaufen und auch wieder nicht, weil er schon vor über 20 Jahren einen Barfußläufer gekannt hat, der seinerzeit ein Oldenburger Original gewesen sein soll. Nun, dass war noch lange bevor ich das Laufen für mich entdeckt hatte und der Name sagte mir auch nichts.

Das waren drei nette Kontrastgespräche zu dem „Nich gut“- Radfahrer von vor zwei Wochen und überhaupt ungewöhnlich viel Gespräche für die drei Läufe 😀

Einen gewissen Anspruch hatten meine beiden kurzen Läufe aber auch, beinhalteten sie doch einen Abschnitt, auf dem seit mehreren Tagen die Schafe frei herumlaufen. Ihre Hinterlassenschaften glichen einem Minenfeld, das ich mit nonchalanter Eleganz und nahezu mit 100%igem Erfolg umtänzelte. Witzigerweise wurde ich bei dem Hindernislauf immer schneller, ohne die Trefferquote zu erhöhen 😆 Manch andere Läufer, Spaziergänger und Radfahrer nötige mein Barfußspießrutenlaufen allerdings das ein oder andere Schmunzeln oder den ein oder anderen Kommentar ab 😀

Dat Leben is aber auch wirklich voller Härten, insbesondere das eines Barfußläufers 😆

Ein weiterer Härtefall sind die Gitter unter den Pforten neben den Gattern, die verhindern sollen, dass die Schafe durch die Pforten entkommen. Auch sie sind wahrlich nicht barfußfreundlich, ein lockeres Durchlaufen ist da nicht, sondern immer ein vorsichtiges Drüberhangeln 😀

Zur augenblicklich letzten Härte des Barfußlaufens: Kaum ist es mir in den letzten Monaten ein paar Mal gelungen von der Haustür aus meine komplette Huntewiesenrunde barfuß zu laufen und dabei den Wegstrecken mit schlechtem Asphalt zu trotzen, wurden diese jetzt mit einer frischen und äußerst üppigen Rollsplitt-Schicht überzogen. Aus dem Maus mit Santa Klaus, da fällt das Barfußlaufen erst für einige Zeit wieder flach.

Aber ansonsten ist eigentlich alles tutti 😛

Drückeberger

Leicht angeschlagene Ferse links, leicht angeschlage Achillessehne rechts, leicht angeschlages Gemüt meets plötzliche große Hitze. Nein, ich habe bei diesen Temperaturen keine Lust zu laufen und ich habe auch keine Lust fürs Laufen meinen Tages-Rhythmus anzupassen. Auch (Renn-)Radeln ist bei dieser Hitze keine Alternative. Ich mache einfach gar nichts, von meinen Physio-Übungen einmal abgesehen. So entwickelt sich mein Laufjahr so allmählich wie das Jahr 2020 insgesamt, zum in die Tonne treten.

Aber im Gegensatz zum 2020 generell will ich das Laufjahr so ganz doch noch nicht abschreiben. Sooo wenig Kilometer sind in den ersten sieben Monaten trotz aller Umstände gar nicht zusammengekommen und mit dem nahen Herbst kommt ja erst meine liebste Jahreszeit. So drücke ich mich vor dem Sport, harre der Dinge die da kommen und genieße stattdessen laue Sommerabende auf der Terrasse …

  … und warte einfach das Ende der Hitze ab. Irgendwann muß es doch mal wieder schneien! 😆

Nich gut …

Vorgestern habe ich den August lauftechnisch noch einmal barfuß auf der Huntestrecke begrüßt. Zum Ende des unspektakulären und langsamen Laufes stand ich dann noch kurz da um etwas abzukühlen, als ein Radfahrer an mir vorbeifuhr. Als er mich ansprach verzichtete er auf einen Gruß, weil dann hätte die Zeit während des Vorbeiradelns für seine gewichtige Botschaft wohl nicht gereicht und beglückte mich mit der halb vernuschelten Mitteilung: „Nich gut, was Du da machst, hab ich mal einen Fersensporn von bekommen“, auf die mir in dem Moment nur ein „okay“ einfiel. Weg war er. Verständlich, dass er sich nicht auf ein Gespräch oder gar eine Diskussion eingelassen hatte, schließlich sprach seine Aussage für sich und damit erübrigte sich selbstverständlich auch jeglicher Dialog.

Nun stand ich da, fühlte mich mit meiner frevelhaften Tat ertappt, schließlich könnte hinter meinen momentanen Fersenproblemen ja auch tatsächlich ein Fersensporn stecken, wer weiß? Obwohl ich stark vermute, dass es auch schon (lauf)beschuhte Menschen mit Fersensporn gegeben haben soll, werde ich mich dieser unmissverständlichen Äußerung natürlich umgehend beugen und mir unverzüglich wieder Hokas, Pegasuses oder sonstige Laufsofas* an die Füße bappen um diesen Barfuß-Sündenfall nach drei Jahren wieder zu beenden! 😀

So kam es dann auch. Tags darauf schnürte ich zwar doch noch keine Kuschelpuschen* aber immerhin Sandalen an die Füße. Um ganz bewußt die Barfußchallenge zu beenden und nicht doch noch auf weitere Rekorde in dieser Hinsicht zu schielen und mich damit evtl. zu stressen, bin ich im Wald am Woldsee gelaufen. Die Strecke ist nahezu 100%ig nicht barfußgeeignet. Der Wald ist nicht groß, es bedarf schon einer Doppelrunde um 10 km zu laufen, aber er bot doch einwenig Schatten, denn die Sonne schien trotz teils dunkler Wolken kräftig, obwohl die Temperatur nur bei um die 19° lag. Aber eben diese Frische wollte ich noch einmal mitnehmen, bevor auch bei uns im Norden die Hitze Fuß fassen soll.

Erstaunlicher Weise durfte ich nach fünf Wochen unten ohne gleich wieder feststellen, dass meine Ferse auf das Laufen mit Sandalen empfindlicher reagiert als gänzlich barfuß, nicht dramatisch, aber doch spürbar. Für mich ist das unerklärlich, aber deshalb habe ich beschlossen nun doch nicht diesem weisen Radfahrer zu folgen, sondern weiterhin, wo immer es geht, auf jegliches Schuhwerk zu verzichten 🙂

*in Bezug auf meine etwas saloppen obigen Äußerungen zu Laufsofas und Co möchte ich noch einmal ausdrücklich daraufhinweisen, dass das für MICH gilt und ich damit keinerlei Wertung über Läufer abgeben möchte, die mit solchen Schuhen gut zurechtkommen!

 

Zwei in einem

Ein kurzer Lauf heute noch im gleißenden Sonnenlicht um die 170 km rund zu machen, dann stand er, der Doppelrekord im Monat Juli: Noch nie bin ich einen kompletten Monat ausschließlich barfuß gelaufen und dadurch sind auch so viele Barfußkilometer wie noch nie in einem Monat zusammen gekommen.

Aber vor dem Doppelrekord stand im wahrsten Sinne des Wortes der Schweiß (obwohl es den heutigen Lauf dazu gar nicht mehr gebraucht hätte, aber 170 klingt halt irgendwie schöner als 163 😆 ). Der bis dato für mich herrlich durchwachsene Sommer begann gerade heute mit einer Pause um für zwei Tage dem Hochsommer Platz zu machen. Schon in der Frühe bruzelte die Sonne vom blitzeblanken Himmel und ließ mich auf der geplanten kurzen Strecke nach kurzer Zeit garen. Zum Glück hatte sich der Asphalt aufgrund der frühen Zeit noch nicht aufgeheizt und es blieb für die Füße erträglich. Warmer Asphalt, er muß noch nicht einmal heiß sein, ist für meine Fußsohlen anstrengender und sie werden dadurch schneller empfindlicher als wenn der Untergrund kühl bis kalt ist.

Mir wurde auf gerade einmal gut sieben Kilometern sogar so warm, dass ich mir auf den letzten eineinhalb Kilometern den Shirtless-Proll erlaubte. Es aber auch noch nichts los auf der Strecke 😛

Tja, und damit war die Sache rund, einen Monat mit guten 170 km ohne alles an den Füßen! Der neue Allzeitrekord in Sachen Barfußkilometern fiel aber gar nicht so deutlich aus. Ein Blick in meine Statistik zeigte mir, dass ich im November letzten Jahres schon einmal knapp 160 km barfuß gelaufen bin, nur kamen da nochmal um die 70 km in Sandalen hinzu.

Mich freut es sehr, dass ich diese kleinen Rekorde in nicht gerade rosigen Zeiten feiern kann. Zumal meine maulige Ferse dieses Gelaufe zugelassen hat. Sie ist nämlich immer noch nicht ganz ruhig, aber sie läßt sich durch die Physio-Übungen gut bändigen. Genauso wie die rechte Achillessehne, die auch etwas in Unruhe geraten ist, was mich total wundert. Die Achillessehnen habe ich jahrelang nicht gespürt und die Laufleistung liegt ja auch eher am unteren Rand meiner normalen Monatsnorm. Aber egal, man ist halt nicht mehr der Jüngste und trotzdem geht da noch was, wenn in diesem Monat auch nur im Schleichtempo 🙂

Nun nehme ich mir erst einmal zwei Tage Hitzefrei, meine Füße haben es verdient 😀

31.07.20 07

Danach werden auch wieder die Sandalen ins Spiel kommen. Der Rekord wurde nämlich durch eine recht beschränkte Streckenauswahl erkauft und zwei Mal bin ich mit dem Auto zum Laufen gefahren, weil ich keinen Bock auf die ersten Kilometer mit schlechtem Untergrund hatte. Deshalb wird es wohl so schnell nicht zu einem Bruch dieses Rekordes kommen 🙂

Erinnerung

Gestern vor drei Jahren verstarb Hanno, selbstbewußt und selbstbestimmt im Kreise seiner engsten Freunde, zu denen ich gehören durfte.

https://deichlaeufer.wordpress.com/2017/07/22/hanno/

Drei Jahre, in denen ich so oft an ihn gedacht habe, so oft gerne mit ihm gesprochen, ihn etwas gefragt oder erzählt hätte und mir immer wieder vergegenwärtigen mußte, dass dies nicht mehr möglich ist. Zurückgeworfen auf die Jahre davor, die ich nicht missen möchte, insbesondere auf die letzten Lebensmonate, in der wir viel Zeit intensiv miteinander verbracht haben, nicht nur aber auch um alles vorzubereiten für die Gestaltung seines Abschiedes und die ersten Wochen danach.

Wie wichtig wäre mir gerade in dieser unsäglichen Zeit sein scharfer, analytischer Verstand. Wie oft würde ich gerade jetzt wissen wollen, was Hanno jetzt denken und sagen würde und muß manchmal sogar, seine Worte ahnend, schmunzeln.

Der Koffer in Berlin hat seinen festen Platz in der Wohnung, die seine war und nun schon über drei Jahre meine sein darf und in der ich mich jedesmal unendlich wohl fühle. Einige seiner Freunde in Berlin sind inzwischen zu meinen Freunden geworden.

Hanno hat mir vor und nach seinem Tod soviel gegeben, dass ich immer nur wieder sagen kann:

Danke, Hanno!

Besser barfuß als Hartz IV

Knapp fünf Wochen Blogpause, die längste seit Beginn meiner Schreiberei hier vor neun Jahren, sollen jetzt zu Ende gehen. Vorab möchte ich ein kurzes Statement zu meiner Befindlichkeit abgeben:

Es geht mir inzwischen um einiges besser, aber noch nicht wirklich wieder richtig gut. Dessen bin ich mir bewußt und ich stelle mich darauf ein, dass es auch noch einige Wochen bis Monate dauert bis das wieder der Fall sein wird. Ich nehme zur psychischen Stabilisierung ein Medikament und beginne morgen eine ambulante Therapie. Nach fünf Wochen Krankschreibung werde ich wohl aller Voraussicht nach kommenden Montag wieder arbeiten gehen. Dies erzähle ich, weil ich von meiner psychischen Erkrankung kein Tabuthema machen möchte. Aus einem Beinbruch, einer Blinddarmentzündung oder einer chronischen Bronchitis macht man ja schließlich auch kein Geheimnis. Zusätzlich wird in Kürze einem chronischen Husten auf den Grund gegangen und die Fersen-Geschichte ist ja auch noch immer da. Nach knapp drei Wochen Laufpause habe ich diese ohne jegliche Besserung abgebrochen. Ich laufe wieder und daneben physiotherapiere ich nicht nur meine Ferse, sondern den ganzen Bewegungsapparat. Mein Dank für gute Tipps geht an Lizzy und an meinen Physio. Zwar ist der Erfolg noch mässig, aber ich merke schon Verbesserungen. Läuferisch bewege ich mich jetzt schon wieder grob geschätzt auf Dreiviertel meines normalen Niveaus, was ich schon nicht schlecht finde. Allein zu meiner Person gibt es also noch ein paar Baustellen.

Bedingt durch die Ferse und den „Kopf“ macht das Laufen vielfach noch nicht uneingeschränkt Freude, aber das Wissen um den physischen und den psychischen Effekt treibt mich nach draußen. Da mir dabei das reine Barfußlaufen am besten bekommt, laufe ich bis auf wenige Ausnahmen ausnahmslos barfuß. Feststellen darf ich zur Zeit, dass ich nahezu nicht in der Lage bin halbwegs flott zu laufen. Mein Tempo dümpelt augenblicklich bei gerade mal 6:45 bis knapp unter sieben rum, dabei fühle ich mich so als würde ich mein sonst übliches Tempo laufen. An die 6:00 bis 6:15 heranzukommen bedeutet für mich ungewohnte Anstrengung zu der ich augenblicklich keine Lust habe, also laß ich es. Positiver Effekt: Ich kann zur Zeit fast alle Untergründe barfußlaufen, mit denen ich mich sonst schwer getan habe. Grober Asphalt und Rollsplitabschnitte haben ihren Schrecken verlorgen. Ist doch auch schon einmal was.

Als ich nach der Laufpause wieder angefangen bin, bin ich mit dem Fahrrad zur meiner Lieblings- und barfußfreundlichsten Huntestrecke geradelt und da ein paar wenige Kilometer rumgetrabt.

Ohne Fahrradanreise ging es des öfteren zur Huntebrücke und dort rauf und runter. Mal mit und …

… mal ohne Heukunstwerke.

Einmal misslang es mir zwischen zwei Gewittern durchzulaufen und während in Oldenburg etliche Straßen absoffen, verkrümelte ich mich hoch unter die Huntebrücke um überhaupt trocken bleiben zu können. Obwohl das Regenradar recht harmlos aussah, erwischte ich das schwerste Unwetter seit langem. Zum Glück hat der Spuk nicht sehr lange gedauert.

Ein weiteres Mal begleitete ich Jens zu einem beruflichen Termin nach Emden und während er arbeitete, durfte ich bei einem Läufchen feststellen welch schöne Seiten diese Stadt hat. Dieser Tripp endete anschließendmit einem maskenfreien und somit entspannten Einkaufen im niederländischen Winschoten.

Meine Krankschreibung ermöglichte mir auch acht Tage in Berlin zu verbringen, die ich sehr zur Entspannung nutzen konnte und bald wird ein frisch aufgearbeiteter, antiker Esstisch meine Wohnung zieren. Auch in Berlin setzte sich die Unempflindklichkeit meiner Fußsohlen fort und ich trabte erstmals kilometerlang direkt über die rauen Startbahnen des Tempelhofer Feldes, statt daneben auf dem Rasen zu laufen.

Wieder zuhause gelang es mir sogar einen Wettlauf gegen die „Opal“ zu gewinnen. Sie war aber auch so freundlich, mich schon mit einer sagenhaften Pace von 6:15 davonziehenzulassen. Zwei Tage später übermittelte ich dann einem Baseler Flußkreuzfahrtschiff Grüße in die Schweiz 🙂

Schließen möchte ich für heute mit einer kleinen Anekdote: Während ich vor drei Tagen an einer Ampelkreuzung auf Grün wartete, stand neben mir einer mit Fahrrad, Arm voll tättowiert und Kippe in der Hand. Da kam jemand mit einem Six-Pack Bier auf der Schulter vorbeigelaufen. Offensichtlich hatte er schon mehr Bier intus als auf der Schulter und rief so etwas wie: „Höhhh, barfuß hehehe“. Mit einem missbilligenden Blick in seine Richtung äußerte mein Fahrradnachbar „Besser barfuß als Hartz IV“. Als die Ampel grün wurde, verabschiedete er sich mit „Schönen Abend noch, Kumpel“ Ich bedankte mich mit einem Dito und staunte nicht schlecht, ehrlich gesagt hätte ich ihn selber auch in diesem Milieu verortet, so kann man sich offensichtlich täuschen.

So viel also erst einmal zur Lage im Deichläuferland. Ich freue mich wieder zurück zu sein!

Notbremse

Dem ein oder anderen dürfte es vielleicht schon aufgefallen sein. Mir geht es zur Zeit nicht sonderlich gut und ich spüre, dass ich psychisch abgleite. Dabei beschäftigen mich mehrere Baustellen und ich bin inzwischen wohl auch ein ganz eigenes Opfer von Corona geworden. Dieser ganze Wahnsinn macht mich krank, wie aus dem Vorpost unschwer zu erkennen ist.

Dieser Vorpost ist auch ein Warnsignal für mich meinen Blog hier nicht zu versemmeln und statt Lauf- und Lebensfreude nur noch Frustration und Ohnmacht zum Ausdruck zu bringen.

Deshalb werde ich mich jetzt hier eine Zeit lang zurückziehen, bis ich mich wieder etwas gesammelt und stabilisiert habe, um Euch dann wieder auf gewohnte Weise mit Berichten und Bildern vom platten Land und baren Füßen auf den Keks gehen zu können 🙂

Haltet die Ohren steif und bleibt gesund.

Die haben doch nicht mehr alle Tassen im Schrank

Es geht mal wieder um mein Lieblingsthema, die Maskenpflicht. In der heutigen Ausgabe der Oldenburger Nordwest-Zeitung wurde folgender Artikel veröffentlicht:

„Niedersachsen hält zusammen“ gestartet

In diesem Artikel heißt es u. a.: „Die Bevölkerung müsse sich darauf einstellen, noch rund ein Jahr lang Rücksicht zu nehmen sowie an Abstandsregeln und der Maskenpflicht festzuhalten, um andere zu schützen“ Geäußert von Ministerpräsident Weil. Mich macht dieser Irrsinn so aggro, dass ich mich zu einem Schreiben an unser liebes Bundesland habe hinreißen lassen:

Protest

Die sind doch wirklich nicht mehr ganz dicht 😦 Ich weiß einfach nicht wohin mit meiner Wut.

Ja, in einer Textzeile sind Fehler drin, so what.

Füße in die Weser

… und ansonsten still halten, dass war die Devise für das vergangene Wochenende. Das Stillhalten der Füße werde ich auch noch etwas fortsetzen, zu lange schon rebelliert die linke Ferse und zuwenig konsequent war der erste Versuch, diese wieder ruhigzustellen. Mein Ansinnen, dass mit etwas reduzierten Laufumfängen im laufenden Laufbetrieb zu bewerkstelligen war leider gescheitert. Darum ersteinmal kompletter Laufstillstand bis zur hoffentlich nicht allzu fernen kompletten Schmerzfreiheit.

Nicht zu laufen eröffnet jedes Mal ungewohnte und ungewollte zeitliche Spielräume, die Jens und ich am Sonntag für einen Spaziergang am Weserstrand genutzt haben. Da mit dem Nichtlaufen auch gleichzeitig ein Mangel an Laufbildern einhergeht, ersetze ich diese durch Bilder von der Weser. Ich denke es lohnt sich, denn als wir dort unterwegs waren boten sich wahrlich dramatische Wolkenbilder.

Die Weser hat vielfach schöne Strände aufzuweisen und wir kamen mal wieder zu der Erkenntnis, dass wir uns dort viel zuwenig blicken lassen. Nur etwas schmal war der Strand, weil das gerade auflaufende Wasser schon nahe an seinem Höhepunkt angekommen war.

Was gestern aber wirklich besonders faszinierte, war das ungeheure Spiel zwischen Sonne und Wolken. In dieser Stimmung kann dann plötzlich auch einmal ein Kraftwerk schön aussehen 🙂

Als die Sonne das Spiel ungültig zu verlieren drohte, begaben wir uns doch lieber auf den Rückzug und saßen pünktlich zu den ersten Regentropfen bei Schwiegermuttern in der trockenen Stube. Schlußendlich war es aber nur ein ganz bescheidenes Schäuerchen.

07.06.20 12

Zum Abschluß noch meine beiden Highlight-Bilder des gestrigen Nachmittags:

Wenn einen die Natur so beeindruckt, kann man auch einmal ein paar Tage Laufausfall verkraften. Ich hoffe trotzdem, dass es nicht zuviele werden 🙂

Nachgereicht

… werden heute auf vielfachen Wunsch Bilder vom Utkiek, nachdem ich letzte Woche das Fotografieren vor lauter Wiedersehensfreude ganz vergessen hatte 😀 Allerdings waren wir heute nur drei People, die sich den Oldenburg Mountains gestellt haben. Alle anderen haben wahrscheinlich vor dem extrem schlechten Wetter zurückgeschreckt. Es hat nämlich geregnet! Voll krass, während unseres Laufs hat es nur so geschüttet. Es war bestimmt ………… ein Schnapsglas voll auf dem Quadratmeter, uiiiiiii 🙂

Überhaupt hat uns heute der Regen in Oldenburg nahezu völlig versetzt. Überall hat es geregnet, im Westen, im Osten, im Norden, nur nicht in Oldenburg. Hier kamen über Tag gerade mal 3 l/m² zusammen 😦

04.06.20 01

Aber zurück zum Utkiek. Drei Leute sind mir auf jeden Fall lieber als dreißig, generell und besonders in Zeiten, in denen man sich nicht dicht auf die Pelle rückt. Der Spaß hängt auf jeden Fall nicht von der Menge der Läufer ab:

Aber ernsthaft trainiert wurde selbstverständlich auch, hier z. B. Treppentraining mit Antje und Deichläufer:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

 So, Auftrag erfüllt! 😀

Neben meiner Lieblingsbank

… auf meiner üblichen Huntestrecke (zu sehen hier) spielte sich heute ein Notarzteinsatz ab. Ich konnte noch nicht ahnen wo die hin wollten, als ich auf dem schmalen Weg zur Hunte zur Seite trat um Rettungs- und Notarztwagen passieren zu lassen, bis sie dann nach wenigen hundert Metern an just jenem Punkt anhielten. Im Vorbeilaufen sah ich mit einem kurzen Seitenblick einen leblosen Männerkörper mit entblößter Burst, um den sich die Wagenbesatzungen mühten. So etwas wünscht man sich beim seinem Lieblingssport nicht zu sehen, zumal mich der Gedanke daran beklemmte, dass ich den RTW bestimmt schon über 10 Minuten vorher das erste Mal und zwischenzeitlich an anderer Stelle gesehen hatte, offensichtlich konnten sie den Einsatzort nicht gleich finden.

Trotzdem konnte ich die Gedanken daran erstaunlich schnell wieder loslassen und genoß trotz regen Pfingstausflugsverkehrs, mit einigen Bemerkungen zu meinem Barfußlaufen, diesen Lauf bei fanastischem Wetter. Ungefähr einen Kilometer vor Zuhause, schon wieder im Oldenburger Stadtgebiet auf dem Bürgersteig laufend, fuhr ein Auto ganz langsam neben mir und der Fahrer fragte mich freundlich durchs geöffnete Fenster, ob er mich einmal fragen dürfte wie weit ich barfuß so laufen würde, witzig! Auf den allerletzten paar hundert Metern begegnete er mir noch mal und grüßte ein weiteres Mal.

Bilder vom Freitagslauf

So endet der Mai mit einem schönen, etwas über 17 km langen Lauf. Das Monatsergebnis ist dieses Mal etwas verhaltener als im März und April, aber ich bin immer noch sehr zufrieden. Zumal sich mein in letzter Zeit krauses Nervenkostüm wieder etwas zu glätten scheint und mich das heutige Erlebnis an der Hunte zusätzlich noch einmal mit der Nase darauf gestoßen hat, dankbar zu sein. Da scheint sich ein Einsatz einer lieben Freundin für mich offensichtlich doch gelohnt zu haben. Ein besonderes Dankeschön deshalb noch einmal dafür! 🙂

Sentimental

Als ich im März das letzte Mal am Utkiek lief, brauchte es zum Ende des Laufs noch Licht. Danach gingen dem öffentlichen Leben bekanntermaßen die Lichter aus. Jetzt, 12 Wochen später, leuchten viele Lichter des Lebens wieder und am Utkiek braucht es kein Licht mehr.

12 Wochen, Wahnsinn, wieviel Zeit schon ins Land gezogen ist und wie fern einem das Leben von vor 12 Wochen inzwischen geworden ist. Gestern aber nun wurde das nächste Stück „Normalität“ zurückerobert und ich steuerte den Utkiek an. Zu meiner Freude waren wir zum Start mit sechs Leuten unterwegs und es tat so gut, wieder mit Lauffreunden unterwegs zu sein, was nicht nur mir so ging. Es wurde allseits das Vermissen dieser geselligen Laufrunde bekundet. Die Begrüßung war entsprechend herzlich, auch wenn es natürlich nur maximal einen Ellenbogen-Check gab, und das Ganze hatte schon fast einen sentimentalen Touch.

Mir war noch nicht einmal klar, ob wir überhaupt in einer Sechser-Konstellation hätten laufen dürfen, es hat sich auch keiner von uns da kundig gemacht, es ist mir auch wumpe, genauso wie anderen Laufgruppen auch, von denen gestern erstaunlich viele unterwegs waren. Beim Laufen rückt man sich eh nicht so dicht auf die Pelle und wenn man sich mal im Nebeneinanderlaufen kurzzeitig zu nahe gekommen ist, wird die Coronawelt davon sicher auch nicht gleich untergehen.

Natürlich beherrschte dieses Thema auch unseren Lauf, es wurde aber insgesamst recht gelassen und nicht nur darüber geredet. So verging die Stunde wie im Fluge und über all die Wiedersehens- und Lauffreude habe ich sogar vergessen auch nur ein einziges Foto zu machen. Na sowas aber auch, das ist doch nicht normal 😀

Genervt vom genervt sein

Ja, ich gebe es zu, seit mehreren Wochen schon bin recht genervt.

Nein, eigentlich darf ich es nicht sein, schließlich geht es mir gut, gesundheitlich wie wirtschaftlich.

Trotzdem bin ich genervt und komme aktuell nur schwer dagegen an. Dabei nervt es mich, dass ich so genervt bin. Ich schwanke zwischen sich dem Genervtsein einfach hinzugeben und mir dafür selber noch welche auf den Deckel zu hauen.

Das nervt!

Was mich nervt ist natürlich in erster Linie die never ending C-Story. Zwar verschließe ich mich relativ erfolgreich der Nachrichten- und Geschwafellage zu diesem Thema. Aber ansonsten hat man im Alltag nahezu keine Chance nicht permanent daran erinnert zu werden. Nicht einmal beim ordinären Brötchenkaufen oder beim Bezahlen der Tankrechnung. Schilder über Schilder, überall Klebelinien am Boden, jeder Laden übertrumpft den nächsten in seiner vorbildlichen Umsetzung der Abstands- und Hygienregeln. Permanent habe ich das Gefühl mit einem Fehltritt die Volksgesundheit aufs Spiel zu setzen, wenn nicht gar schlimmeres. Und natürlich die dämliche Verpflichtung sich überall einen Lappen vor die Fr…. zu hängen. Mich stresst das! Für mich ist das alles eine Fortsetzung des Lockdowns, weil ich unter diesen Umständen wirklich nur das Allernötigste einkaufe und erledige. Ausnahme: Wir gehen, seit es wieder erlaubt ist, wieder in unser kleines Restaurant um die Ecke, aber auch dort, nackte Tische, um alles fix desinfizieren zu können. Wir desinfizieren uns noch dumm und dämlich und nach Corona sind wir deswegen wahrscheinlich empfänglich für jeden Sch…. für alles mögliche.

Nicht besonders erhellend kommt hinzu, dass meine bessere Hälfte seit einigen Wochen krank ist und mir darüberhinaus eine räumliche Veränderung auf der Arbeit noch zusätzlich auf den Nerven rumtrampelt. Da droht sogar meine Lauflust den Bach runterzugehen, höchst bedenklich!

Dem widerstehe ich aber tapfer und laufe meine gewohnten Umfänge und das obwohl meine linke Ferse aktuell zickt. Das hat sie vor einem Dreivierteljahr schon einmal getan und so erinnerte ich mich heute daran wieder einmal meine FiveFingers anzuziehen und daran links eine Gel-Ferseneinlage zu verwenden. Hat wieder prima geklappt, wenn auch meine, einer vollständigen Umhüllung entwöhnten, Füße gleich wieder mit Blasen auf die engen V-Runs reagiert haben. Zwar hatte ich damit gerechnet und Pflaster eingesteckt, die blieben aber nicht einmal einen Kilometer an ihrem Platz. So bin ich die letzten eineinhalb Kilometer der knapp 11 Kilometer langen Strecke doch wieder barfuß gerannt. Was mich dabei gewundert hat, ist, dass mich diese Umstände gar nicht genervt haben. Deshalb scheint bei mir wohl doch noch nicht Hopfen und Malz verloren zu sein 🙂

Gepimpter Barfußlaufschuh, eigentlich ein Widerspruch in sich. Aber wenn´s hilft 😀

Trockenheit

Wenn ich in den letzten Wochen von der großen Trockenheit hier im Norden schreibe, steht das immer etwas im Widerspruch zu den Bildern von der sattgrünen Natur, die ich dazu zeige.

Deshalb einfach mal so zu Demonstrationszwecken ein paar Bilder von meinem heutigen Lauf. So sieht es derzeit auf den Äckern aus:

Dabei sah die Welt vor gut zwei Monaten noch ganz anders aus. Kaum vorstellbar, dass ich am 10.03. noch so unterwegs war:

10.03.20 03

Und im Großen und Ganzen soll die Trockenheit auch noch bleiben. Hoffentlich kommt dieses Jahr nicht auch noch der dritte Dürresommer in Folge :-/

Barfuß nach Berne

… das war meine Absicht. Den gut 20 km von Oldenburg entfernten Wohnort meiner Schwiegermutter habe ich in den letzten Jahren so einige Male laufend aufgesucht. Auch bin ich vor fast genau einem Jahr schon einmal ein gutes Stück der Strecke, nämlich 13,5 km, barfuß gelaufen. Diesmal sollte es erstmalig die komplette, auf 21,3 km ausgetüffelte Strecke sein.

Aber schon noch einem Kilometer fand mein Vorhaben ein jähes Ende durch frisch aufgebrachten Asphalt. Normalerweise ist frischer Asphalt ein Fest für bare Füße, aber in Oldenburg wird seit geraumer Zeit auf Nebenstrecken ein extrem grober Asphalt verwendet, der kurze Zeit später noch durch eine Lage Rollsplitt verschlimmbessert wird. Dieses Stück ist jetzt auf unabsehbare Zeit fürs Barfußlaufen verloren und auf Kilometer Nr. 2  hatte ich deshalb die Leguano Socks an den Füßen.

Ab dem dritten Kilometer ging es dann aber wieder barfuß weiter und nach gut sieben Kilometer folgte ein langer grasbewachsener Abschnitt unterm Huntedeich. Die Hoffnung auf geschmeides Laufen auf kuscheligem Gras wurde allerdings enttäuscht. Die Trockenheit hat den Boden hart werden lassen, steinhart. Außerdem gelang es mir über Kilometer kaum einer Treckerspur auszuweichen, die sich zu feuchteren Zeiten in den Weg gedrückt hatte und nun zu einer knüppelharten Waschbrettpiste mutiert war. Verdorrte Maulwurfshaufen zeigen Risse wie ausgetrocknete Flußbetten. Fast die ganzen sieben Kilometer rumpelte ich über solcherlei Geläuf.

Dann folgte ein steindurchsetzter Abschnitt. Hätte ich gewußt, dass er nur ca 200 m lang ist, hätte ich die Leguano Socks gar nicht erst angezogen, so mußte ich aber noch einmal 200 m von meiner Barfußlaufchallenge abziehen :-/

Schlußendlich war ich froh, als ich endlich wieder Asphalt unter die Fußsohlen nehmen durfte. Hach, Asphalt kann sooooo schön sein 😀 Vorbei an einem Haus im Bayernlook, mit entsprechenden Gemälde an der Garagenwand, lief ich über die große Klappbrücke, um auf die andere Hunteseite zu wechseln und um die letzten Kilometer auf Berne zuzustreben.

Nach 21,2 km erreichte ich mein Ziel und verfehlte dabei mein Ziel, die gesamte Strecke barfuß zu laufen um 1,2 km. Aber ich denke, ein Verhältnis 20 zu 1,2 km kann sich auch sehen lassen 😎

In Berne erwarteten mich aus diesem Anlaß (nein, nicht meine Schwiegermama, sondern meine Schwägerin 😆 ) …

… im kleinen Kreis zuerst Torte und später Gegrilltes. Da waren so manche rubbeligen Waschbrettkilometer schnell wieder vergessen und es bleibt die Erinnerung an einen insgesamt coolen Fastbarfußlauf nach Berne 😀

Morgenlauf

Was macht man, wenn man die halbe Nacht nicht schlafen kann? Statt sich nur noch hin und her zu wälzen, aufstehen und laufen gehen. So bin ich heute in aller Herrgottsfrühe auf die Piste gegangen und wurde dafür am Kleinen Bornhorster See mit einem wunderschönen Sonnenaufgang belohnt 😎

Überraschung: Das Wasser war wärmer als die Luft, die hatte aber auch nur 3 bis 4°.

Nun zum Sonnenaufgang:

 

Bäume

Es läuft mit dem Laufen. Läufe und Kilometer sammeln sich fleißig, die Lauffreude ist groß, das Wetter läßt keine Wünsche offen, was will mein Läuferherz mehr? 🙂 Immer wieder Sonne, Sonne, Sonne, allerdings bei sehr unterschiedlichen Temperaturen. So zog ich bei meinem letzten April-Lauf am 30. sogar noch einmal meine gelbe Allwetterallzweckwaffenjacke an. Aber dieser Himmel, diese Wolken, diese Farben, dieses Blütenmeer, diese Frische, fanatastisch!

Das es immer wieder Idioten gibt, muß man einfach ausblenden. Diesen Müll sammelt regelmäßig ein 10-jähriges Mädchen. Da muß schnell noch ein idyllischen Storchenbild her, um das wieder zu vergessen.

Ein paar Tage später bot sich mir die Gelegenheit eine Runde durch den Barneführer Holz, ein Waldgebiet südlich von Oldenburg zu drehen. Dort ist es wunderschön, bedingt aber immer eine automobile Anreise, weswegen ich dort recht selten laufe. Im Wald zu laufen ist deshalb immer etwas besonderes für mich, weil selten und fast schon exotisch. Und es geht auch regelmäßig schief, so selten ich dort auch laufe, so regelmäßig verlaufe ich mich nämlich in diesem Wald. Des gewohnten freien Blickes durch die vielen Bäume beraubt, war der erste Weg, den ich an einer Abbiegung nehmen wollte, schon der falsche und der nach ca. drei Kilometern erhoffte Trail entlang der Hunte wollte und wollte sich nicht finden lassen. Genauso wenig wie die Bahnlinie Oldenburg – Osnabrück, die ich vorher noch überqueren mußte. Als ich endlich an einer Rasthütte auf einen dort hängenden Plan schauen konnte, deutete ich die Richtung, aus der kam falsch und lief deshalb folgerichtig wieder auf einem falschen Weg weiter. Die Kartenfunktion auf dem Smartphone führte mich im weiteren Verlauf noch zweimal in plötzlich endende Wege und ich gebe zu, dass ich schon etwas genervt war, als ich den Huntetrail endlich nach knapp 14 statt der grob geschätzen drei Kilometer erreichte 😆