Strandvergnügen im Oktober

Im Oktober Sonnenbaden am Nordseestrand? Das hatte ich bislang auch noch nie! Aber sonnige 24° lockten am Sonntag einfach ans Wasser. Allerdings hat es uns in diesem Jahr, obwohl nur eine knappe Dreiviertelstunde entfernt, das erste Mal nach Hooksiel verschlagen. Zu diesem besonderen Anlaß ließ sich auch die Nordsee nicht lumpen und grüßte mit hochwasserbedingter Anwesenheit 🙂

Für die baren Füße ist es immer ein besonderes Vergnügen durch das Watt zu laufen, wenn es so schön zwischen den Zehen durchquillt und man stellenweise bis zu den Knien darin versinkt 😀

Während wir den Nachmittag genossen wurden wir von zwei charmanten FKK-Nixen angesprochen, ob wir uns an einer Unterschriftenaktion zum Erhalt des FKK-Strandes beteiligen würden. Den hatte die Gemeinde Wangerland in diesem Sommer aufgrund mangelnder Einnahmen spontan zum Naturstrand erklärt und seit dem tummelt sich da alles, vorallem aber Hundebesitzer und mit der entspannten Ruhe dort ist es vorbei 😦

Klar machten wir da mit. Die beiden hübschen Mädels informierten uns weiterhin darüber, dass wenig später eine kleine Demo in Anwesenheit der Presse geplant ist, wir bräuchten nur darauf achten wenn sich die ganzen Leute versammeln und könnten uns dazugesellen.

So haben wir es denn auch gehalten und selbst meine Digi-Cam sorgte dabei von sich aus durch Unschärfe für Diskretion 😆

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Schärfer war dann das Bild in der Nordwest-Zeitung 🙂 Nachzulesen hier:

https://www.nwzonline.de/friesland/wirtschaft/hooksiel-wiedereinrichtung-des-fkk-strands-nackt-bader-setzen-in-hooksiel-gemeinsam-ein-zeichen_a_50,2,3411395915.html

Und sogar ein kleines Video ist dabei entstanden. Wer mich darauf erkennt, bekommt beim nächsten Zusammentreffen einen Keks 😛

Das war ein absoluter Traumnachmittag, mit einer kleinen Demo-Einlage der besonderen Art 😀 Achja, und drin war ich auch einmal im Wasser, aber nur ganz, ganz kurz, war doch schon etwas frisch 🙂

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Wer hat Angst vor bösen Wolf?

Neulich bei meinem ersten Lauf der diesjährigen Herbst-/Wintersaison, der zum Schluß in der Dunkelheit endete: Im letzten Restlicht des Tages lief ich die bewaldete Rampe der Huntebrücke hinunter als es im Unterholz laut und vernehmlich raschelte und knackte. Ein Karnickel war das bei der Geräuschkulisse nicht. Ich hoffte inständig, dass es ein Reh sein möge als sich das Geräusch ein- zweihundert Meter weiter für mehrere Sekunden wiederholte.

Mit dem Wissen, dass sich der Wolf in meinem Laufrevier befindet, lief es mir eiskalt den Rücken herunter und ich beschleunigte mein Tempo erheblich. Im Falle eines Falles wäre es zwar sicherlich müßig das Tempo zu erhöhen, aber rational zu denken fällt in so einem Moment halt schwer. Genauso wie die Wahrscheinlichkeitsberechnung miteinzubeziehen, dass – wenn es denn überhaupt ein Wolf war- dieser auch wirklich ein schmackhaftes Interesse an einem hat.

Macht man sich im Internet mal schlau zu dem Thema ist das Risiko verschwindend gering, dass der Wolf den Menschen attaktiert, so das Tier denn gesund und normal ist. Wer aber sagt mir, dass ein jeder Wolf gesund und normal ist? Und grundsätzlich halten sich auch alle abwiegelnden Experten ein Hintertürchen offen.

Wenn ich auf meiner Lieblingsrunde im herbst-winterlichen Dunkel unterwegs bin, lege ich eine Strecke von gut 6 km zurück, die für den Kraftverkehr gesperrt ist und auf der ich bei Dunkelheit in der Regel auch keiner Menschenseele begegne. Zu dieser Jahreszeit weiden dort auch keine Schafe mehr und in meiner Laufbewegung könnten mir Wölfe ja auch ein Fluchtverhalten unterstellen. Sprich, mag aus rationellen Überlegungen eine Wolfsattacke genauso begründet sein wie Flugangst (die habe ich übrigens auch), ich fühle mich mit dem Gedanken an dem Wolf im (Lauf-)Revier nicht wohl.

Wer hat Angst vorm bösen Wolf? Ich! Darum werde ich für die in den kommenden Monaten unvermeidlichen Läufe bei Dunkelheit andere Strecken wählen.

Wie würdet Ihr mit Wissen um den Wolf in Eurem Laufgebiet umgehen? Oder ist das gar bei einigen von Euch schon der Fall? Wärt Ihr genauso so schissig wie ich oder könnte Ihr damit rational umgehen und dort unbeirrt weiterlaufen?

 

Spielverderber

Es herbstelt unverkennbar. Meine Jahreszeit. Goldene Farben, feucht-erdiger Geruch in Wald und Flur, klare Luft, sanftes Licht, frische und somit lauffreundliche Temperaturen. Ich liebe diese Zeit.

Allerdings wartet die Natur im Herbst auch mit der einen oder anderen kleinen Boshaftigkeit auf. Von oben lauert da schon einmal gelegentlicher und bei einem Treffer durchaus schmerzhafter Beschuß durch Eicheln und Kastanien. Schlimmer noch: Liegen sie erst einmal zu Hauf am Boden ist Schluß mit Lustig in Sachen Barfußlauferei. Eichen- und Kastanienhaine sind jetzt die reinsten Spielverderber. Wie hier am Donnerstag im Gellener Moor:

Da nützt es nix, da muß dann minimales Schuhzeugs an die Füße. Es sei denn es finden sich solche breiten Sandwege

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Wo es die nicht gibt sind auch die Segnungen der menschlichen Zivilisation nicht zu verachten. Asphalt kann so schön sein 😀 Allerdings ist Asphalt auch nicht gleich Asphalt, aber das mache ich demnächst mal zu einem eigenen Thema. Ansonsten hat Asphalt auch noch den Vorteil, dass die Füße so schön sauber bleiben 😎 Beim heutigen Lauf entwickelte sich das Bike-Shirt dabei zum Lastesel, da mir der Windbreaker bei einschlafendem Wind zu warm wurde, wanderte er zusammen mit den VFF, Digi-Cam und Handy ins Heckabteil 😆 Obwohl es zum Schluß nur noch 9 bis 10° hatte.

Zum Schluß wurde es aber nicht nur frisch, sondern es ging auch noch das Licht aus 😯 Auch daran muß ich mich erst wieder gewöhnen 🙂

 

Herbstfacetten

So richtig Herbst war es am Dienstag. Kräftiger, kalter Wind und Nieselregen versüßten mir meine Runde. Hände und Ohren vermeldeten das erste Mal seit vielen, vielen Monaten: Kalt!

Noch war diese Wetterlage allerdings eine Eintagsfliege und heute lief es sich schon wieder ganz ohne Frösteleien. Im Gegenteil, selbst im leichten Windbreaker wurde es nach kurzer Zeit schon zu warm.

Förderlich für das hohe Temperaturempfinden war wohl auch das Tempo, erstmalig lief ich barfuß 10 km halbwegs deutlich unter einer Stunde. Herrlich brennende Fußsohlen erinnern in den Folgestunden noch an diesen wunderbaren Lauf in faszinierdender Abendstimmung 🙂

Schon wieder Lust auf etwas Längeres

Das Tolle an der Zeit so nach einem Marathon ist, dass es in Bezug auf längere Läufe kein „Muß“ mehr gibt, sondern nur noch ein Wollen 😎

Und so hatte ich heute schon wieder Böcke etwas länger unterwegs zu sein und was bietet sich an einem Sonntag Besseres an als zu Schwiegermutters Kaffee- bzw. Teetafel zu eilen? Begleitet von einem Sonntagsherbstwetterchen vom Feinsten machte ich mich also auf den Weg nach Berne.

Vorbei am Großen Bornhorster See ging es zuerst ins Gellener Moor, wo der gerade vergangene Supersommer sogar die Moorteiche hat austrocknen lassen. Danach lief ich über den Höfeweg (Nomen est Omen, es liegen lauter Höfe am Weg) nach Butteldorf. Hinter Butteldorf öffnet sich dann die Wesermarsch mit ihren unendlichen Weiten.

Nach knapp 22 km trudelte ich bei Schwiegermuttern ein und nach der Dusche machte ich mich über den köstlichen, von meiner Schwägerin gebackenen Johannisbeerkuchen her. Verdient würde ich sagen, war ich doch auch ein kleines bisschen flotter unterwegs als üblich 😎

Irgendwie ist dieses Wollen doch schöner als Müssen. Obwohl … eigentlich ist dieses Müssen ja auch ein Wollen, zwingt einen ja schließlich keiner zum Marathon 😛  Egal, ein cooler Lauf war es heute. Ende! 😀

 

 

Wind sichtbar machen

Gestern war noch einmal ein herrlicher Altweibersommer-Tag. Noch einmal laufen in sparsamer Sommerbekleidung bei wunderbarem Licht und einem blankgeputzten Himmel.

Lediglich der Wind hätte nicht frischer sein dürfen, dann wäre es doch etwas fröstelig geworden, denn er war nicht ganz ohne. Aber wie zeigt man das, wenn man sich mitten in den Wiesen befindet, wo sich kein Baum, kein Strauch im Winde neigt? Ganz einfach, man hält sich ein Handtuch vor Brust und Bauch und stellt fest, dass es nicht herunterfällt, weil es der Wind stramm an den Leib drückt 😆

Flaches Land, weiter Blick, strahlend blauer Himmel, ordentlich Brise. Für mich optimalste Laufbedingungen. So könnte der Herbst bleiben 😀

Begegnungen

Seit zwei Tagen ist er vorbei, mein Jahresurlaub 2018. Er blieb dieses Jahr ohne konkret geplante und gebuchte Reise. Trotzdem oder vielleicht sogar gerade deshalb war es ein wunderbarer Urlaub, der für mich ganz nebenbei mit zahlreichen Begegnungen aus der Bloggerwelt einherging.

Gleich zu Beginn lief ich gemeinsam mit Heimo und Angela meinen letzten langen Vorbereitungslauf für den Berlin-Marathon. Ich gebe ja bei Heimo die Hoffnung nicht auf, dass er noch einmal wieder mit Macht auf die Bloggerbühne zurückkehren wird.

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Danach durften Jens und ich einer Einladung von Rainer und Karin nach Trier folgen und dort wunderschöne Tage verbringen. Im Hause Midlaufcrisies trafen wir dann auch auf Anne, im Folgenden leider ohne Bild.

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Wie sehr sich die Bloggerfamilie im Großraum Trier ballt erlebten wir bei einem gemeinsamen Essen in der alten Römerstadt mit der kompletten Power des Tridreamteams 🙂

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Zu einem wahren Feuerwerk in Sachen Bloggertreffen kam es dann zum Marathon in Berlin. Wo sich Elke und Chris, Roni und Manfred nicht nur in des Deichläufers Behausung einfanden um einen Großteil der Zeit vor, während und nach dem Marathon gemeinsam zu genießen.

15.09.18 05

Genial waren all diese Begegnungen und Ihr alle habt einen großen Teil dazu beigetragen, dass dieser Urlaub für mich wirklich ein ganz besonderer gewesen ist.

Danke dafür!

Kontraste

Gegensätzlicher können zwei Sonntagsläufe nicht sein:

Sonntag, 16.09.2018:

  • Berlin
  • sonnig
  • um die 22°
  • über 44.000 Menschen um mich herum
  • 42,195 km
  • fast fünf Stunden gelaufen
  • am Ende völlig geschafft

Sonntag, 23.09.2018:

  • Bornhorster Huntewiesen
  • seichter Regen
  • 11°
  • 10 Menschen und ein paar Schafe um mich herum
  • 10,2 km
  • eine gute Stunde gelaufen
  • am Ende locker und entspannt

Beide Sonntage hatten was.

Nur für den Dauerbetrieb sind mir solche oder ähnlich Läufe wie der vom heutigen Sonntag dann doch etwas lieber 😀

Mit Pauken und Trompeten

Einen Tag nach dem Marathon kam der Sommer noch einmal mit Macht zurück. Zum Glück erst in den Tagen DANACH stiegen die Temperaturen in Berlin auf 28 bis 30°. In meiner letzten Urlaubswoche konnte ich das so richtig genießen und mich in der Stadt einwenig treiben lassen und Freunde treffen.

Dienstag drehte ich eine erste After-Marathon-Runde zum Beinausschütteln. Ich lief sieben Kilometer und zum Ende war es richtig locker und selbst die Wärme habe ich richtig genossen.

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Heute ging es denn noch auf eine Schlußrunde, bevor es morgen abend wieder gen Oldenburg geht. Und diese Runde hatte es in sich. Gerade als ich auf dem Tempelhofer Feld angekommen war, brauste der angekündigte Wetterwechsel über Berlin hinweg. Der Wind drehte auf Sturmstärke auf und ich fürchtete kurzzeitig auf der Startbahn tatsächlich abzuheben 😀 „Laß jetzt bloß keine Windhose kommen, dann haste die A…karte gezogen“ war mein Gedanke. Andererseits kann einem auf dem alten Flughafenfeld widerum auch nichts auf den Kopf fallen 🙂

Ruckzuck war das Tempelhofer Feld nahezu menschenleer. Aber sturmerprobte, norddeutsche Deichläufer lassen sich so schnell nicht schrecken, auch wenn mir der Sturm fast mein Laufleibchen ausgezogen hätte 😆

Im Gegenwind stockte mir fast der Atem, Staub und Sand schlugen mir entgegen und vereinzelt rasten kleine vertrocknete Sträucher übers Feld, die mich stark an die Tumbleweeds aus amerikanischen Western erinnerten, nur halt wesentlich schneller 🙂 Mit Rückenwind flog ich nur so dahin. Nur geregnet hat es kaum.

Mit Pauken und Trompeten pustete der Sturm den Sommer und auch fast schon meinen Urlaub davon. Drei geniale Wochen gehen allmählich dem Ende entgegen und mit dem Herbst kommt jetzt meine Zeit, wenn stört da das bisschen Arbeiten? 😀

I did it (Long version)

Für diesen Post hätte ich auch jede Menge andere andere Titel wählen können. „Minimal-Marathon“ z. B. oder „Alter Haudegen“ oder „Freundschaftslauf“ oder „Hinten wird die Ente fett“ oder oder.

Irgendwie weiß ich auch gar nicht, wie ich anfangen soll. Also versuche ich es einfach von vorne. Am Freitag schon reiste ich in die Marathon-Hauptstadt. Zu diesem Zeitpunkt waren Elke und Chris schon da und auch Roni war wenige Stunden vorher aus den fernen USA eingeschwebt, während Manfred als Fünfter im Bunde erst am Samstag anreisen konnte.

Schon im Vorfeld hatten wir uns via Whats App und Co. rege ausgetauscht und für den frühen Nachmittag zum gemeinsamen Abholen der Startunterlagen im alten Tempelhofer Flughafen verabredet. So kam es zu einem Wiedersehen mit Elke und Chris und einem ersten Kennenlernen von Roni.

Am Samstag durfte ich dann in meinem kleinen Domizil der Gastgeber unserer privaten Pastaparty sein, zu der dann auch Manfred dazustieß, während Elke freundlicher Weise den Kochlöffel schwang 🙂 Ein wunderbarer Abend!

15.09.18 05

Manfred war es dann, der mich am Marathon-Morgen zu Hause abholte um zum Start aufzubrechen. Er sollte ab diesem Moment nicht mehr von meiner Seite weichen, da er sich fest in den Kopf gesetzt hatte, mich auf der gesamten Strecke zu begleiten.

Ich selber steckte tatsächlich in meinen V-Runs. Auf dem Weg vom Hauptbahnhof zum Marathongelände sprach mich ein weiterer VFF-Läufer an, auch für ihn sollte es die Marathon-Premiere in diesen Schläppchen sein. Unterwegs sah ich dann noch ein Mädel in VFF laufen, mehr derart beschuhte Läufer sind mir unter den über 44.000 Läufern nicht aufgefallen 🙂 Dafür aber noch ein Barfußläufer, dem ich meinen Respekt gezollt hatte, und einen Läufer in wirklich minimalster Beschuhung.

Aber erstmal zurück auf Marathon-Anfang: Diesmal war ich mit Manfred etwas später in der Startaufstellung angekommen, so dass die Spitze schon unterwegs war und die 44.000 Läufer nicht mehr vollständig waren. Leer war es trotzdem nicht gerade 😆

Aber sobald die Startlinie überquert wurde, ließ es sich sofort recht frei laufen. Roni wollte zusammen mit einem Freund ein ruhigeres Tempo laufen und so trabten Elke, Manfred und ich zusammen los. Elke schreibt in ihrem Post, dass ich das Tempo vorgegeben, was mir gar nicht aufgefallen ist. Tempo ist ja eh ein relativer Begriff und mir war schon nach wenigen Kilometern klar, dass es mit der angeschlagenen Geschwindigkeit mit der heimlich anvisierten Zeit zwischen 4:30 und 4:45 Stunden nichts werden wird. Mir war es schnell wurscht, wollte ich doch nur heile mit den Minimalen ins Ziel kommen. Elke wurde das Tempo erst weit hinter KM 30 zu langsam und Manfred wußte sich mit diversen Zwischensprints für Unterhaltungen mit anderen Läufern des Jubilee-Clubs (mindestens zehnmalige Berlin-Marathon-Teilnahme, Manfred war das zwölfte Mal dabei) und mit lockeren Sprüchen die Zeit zu vertreiben 😀

Unterwegs konnte ich mich noch mit Frank, einem Berliner Freund, abklatschen.

Läuferisch lief es weitestgehend wie es sollte, die Beine machten ihren Job, nichts krampfte und die Füße waren in den V-Runs wirklich zuhause, auch wenn 42 km auf Asphalt eine neue Rekordherausforderung für sie waren. Apropos Asphalt, Elke fragte mich zwischenzeitlich, ob ich es mir vorstellen könnte, auch mal eine Marathon barfuß zu laufen. Aus heutiger Sicht verneine ich das, ertappte mich aber dabei, unterwegs immer mal wieder auf die Qualität des Asphalts zu achten. Immer wenn ich kontrekt drauf geschaut hatte, erschien er mir schon barfußtauglich. Noch vor KM 20 allerdings, stieg mir Hitze zu Kopf und ich hatte das Gefühl mit einer hochroten Birne zu laufen. Zu heiß war es eigentlich nicht, aber die Sonne knallte schon erbarmungslos auf uns herunter und der Schweiß floß in Strömen, lag es daran? Wenigstens nahm das Gefühl nicht überhand und beeinträchtige mich (erstmal) nicht sonderlich.

Neben der kurzweiligen Unterhaltung mit Elke und Manfred hatte das gemeinschaftliche Laufen auch noch den Vorteil, dass ich dem heimlichen Wunsch zwischendurch mal zu gehen widerstanden habe. Elke erzählte mir tags drauf, dass es ihr genauso ging 😀  Allerdings wurde sie über die Kilometer einen Hauch schneller und Manfred und ich beschieden ihr ihr Tempo zu laufen. An den Verpflegungsstellen holten wir sie aber dann doch wieder ein. Meine Beine machten derweil weiter unerschütterlich ihren Job und ich dachte schon, dass ich das Ding gut über die Ziellinie schaukeln könnte, als mir ab KM 39 plötzlich und unerwartet mein Kreislauf zu schaffen machte. Kurzzeitig wußte ich nicht, ob ich den Klappmann machen oder in die nächste Ecke k… ähhh mich übergeben würde. So zwang ich mich und Manfred in den Gehmodus, während Elke nun endgültig entschwand. Allerdings hielten die Oberschenkel so garnichts vom Gehen, drohten zu krampfen, also wechselte ich wieder in den schleichenden Laufmodus, was auch Manfred sehr entgegen kam.

Gefühlt verkörperte ich auf diesen letzten drei Kilometern das Leiden Christi und da konnte es mich auf der Zielgeraden Unter den Linden nicht einmal mehr aufmuntern, dass mich ein Sprecher mit „Volker, Du alter Haudegen“ ansprach und ich war einfach nur dankbar und glücklich ein paar hundert Meter weiter endlich im Ziel zu sein.

4:57:34 Stunden, mein bislang langsamster Marathon, aber das ist wirklich schnuppe. Auch wenn mir dieser Marathon gezeigt hat, dass hinten die Ente fett wird, über 39 km ist es gut gelaufen und über 42,195 km ist es super in den V-Runs gelaufen. I did it! Und das einmalige Erlebnis zu Dritt über den Kurz zu laufen kann mir keiner mehr nehmen.

Mein ausdrücklicher Dank geht noch einmal an Elke und insbesondere Manfred (auch noch fürs Getränke ranschleppen usw.) wie auch an Roni und Chris für dieses unvergleichlich schöne Wochenende. Laufen verbindet, dass zählt mehr als jede Zeit und mehr als jede übliche Marathonqual, wie Elke das Laufen über 42,195 km es so schön genannt hat 🙂