Suchspiel

Schlapp gelacht hatte ich mich bei meinem heutigen Lauf. Warum erzähle ich gleich. Aber zuerst hatte mich darüber gewundert, dass am Großen Bornhorster See schon wieder große Baumstammstapel liegen. Schon im Januar wurden an der selben Stelle solche großen Stapel aufgeschichtet. Ich frage mich, wo die die alle wegholzen, so ein richtiger Wald ist ja nirgends in der Nähe 🙄

Aber egal, direkt hinter diesen Holzhaufen liegt meine Lieblingsbarfußtrainingsstrecke. Der Feldweg, zwischen dem Geestrandgraben und der Landstraße in die Wesermarsch, ist angenehm eben und fest. Ich laufe ihn immer bis zum Ende, schlüpfe aus Laufschuhen- und socken, verstecke die etwas im hohen Gras und laufe den Weg dann wieder zurück, mache dann eine erneute Kehrtwende und laufe wieder zu meinen Schuhen.

Dabei kommen immer gute 2 km zusammen. Allerdings hatte ich heute irgendwie nicht richtig gerechnet und da wo ich nach Kilometerangabe meiner Laufuhr meinte, dass dort meine Schuhe waren, waren sie nicht 😯 Geklaut konnte sie niemand haben, es war weit und breit keiner zu sehen gewesen. So lief ich die Böschung ab. Erst in die eine Richtung, nichts, dann in die andere Richtung auch nichts. Kopfkratzend stand ich da, als ich die etwas höhere Pflanze entdeckte, die ich als Markierung für meinen Schuhversteck auserkoren hatte und siehe da, da waren die Lauflatschen. Ich glaube ich habe sie bestimmt fünf Minuten auf 300 m Strecke gesucht und sah mich schon barfuß nach Hause laufen 😆

Ein paar Kilometer weiter, an der Hunte, mache ich immer eine weitere Barfußeinheit auf Asphalt. Die Schuhe habe ich da sofort wiedergefunden. Dieser fotogene, gar nicht scheue Hase hatte sie freundlicher Weise nicht versteckt 🙂

23.06.17 08

Auf den 19 km war ich 4,2 barfuß unterwegs und wurde dabei sogar von etwas Regen verwöhnt. Ein kurzer Schauer mit frischen Böen ließ mich in meinem Leibchen sogar fast schon etwas frösteln, herrlich! 🙂

Mittsommernachtsberglauffamilientreffen

21.06.17 000

21.06.17: Der längste Tag des Jahres und der offizielle Start in den kalendarischen Sommer. Aber auch der Tag des inzwischen legendären Mittsommernachtsberglauf auf dem Osternburger Utkiek. Wieder gebührt Klaus und Stephan die Ehre diesen traditionellen Lauf ausgerichtet zu haben. Und Hunderte Läufer sind ihrem Ruf gefolgt, bei bestem Sommerwetter ohne Anmeldung und ohne offizielle Zeitnahme über die Utkiek-Hills zu wieseln um so laufend den Sommer zu begrüßen.

Viele von ihnen steuern auch noch ihren Anteil zum immer abwechselungsreichen und üppigen Läuferbuffet bei. Ich spendierte (etwas einfallslos, gekauftes) schwedisches Gepäck, das allerdings, wie mir erst heute auffiel, ja eigentlich sehr passend für einen Mittsommernachtslauf war 🙂

Schon eine Stunde vor dem Lauf füllte sich langsam der Platz, Zeit genug sich auch noch im Läufergästebuch zu erwegigen und nach Bekannten Ausschau zu halten. Unter Ihnen mein zukünftiger Chef. Ein Läufer, wenn das kein gutes Zeichen ist! Und da er auch noch erheblich schneller ist als ich, habe ich auch diesbezüglich keine Repressalien zu befürchten :mrgreen:

Überhaupt staune ich immer wieder wieviele Läufer ich inzwischen kenne, obwohl ich vom Utkiek-Donnerstag mal abgesehen weder vereins- noch lauftrefftechnisch unterwegs bin.

Aber auch von meinem Blog her werde ich erkannt, wie z. B. von Susanne, die immer wieder mal bei mir kommentiert und mich aufgrund meiner Flügel an den Beinen in der Menge ausfindig gemacht hat. Da sage noch einer Tattoos hätten keinen praktischen Nutzen 😎

Pünktlich um 21:06 Uhr des 21.06. wurde dann von Stephans Frau kräftig die Startglocke geläutet und es ging auf die 5,4 km lange oder kurze Strecke, die diesen Lauf trotz der immensen Höhenmeter dabei zum Jedermann und -fraulauf macht 😀

Ich hatte es wie üblich nicht eilig, so dass ich den tempodämpfenden Stau gleich zu Beginn verschmerzen konnte. Auch die viele Fotografiererei taugte nicht für Bestzeiten. Allerdings macht sich das wöchentliche Utkiek-Training doch bemerkbar, bergauf war ich der Überholkönig 😆

Aber 5,4 km sind sowieso viel zu schnell zu Ende. Kurz vor Schluß hatte ich dann noch das Vergnügen mit Susanne ins Ziel zu laufen, was ich ihr mit ziemlich unscharfen Bilder von ihr gedankt habe. Susanne, ich hoffe Du kannst mir das nachsehen 🙂

Im Ziel gab es dann ein erneutes Zusammentreffen mit vielen Bekannten. Zu meiner großen Freude auch zu Hermann, wir hatten uns in den letzten Monaten etwas aus den Augen verloren. Das Buffet wurde geplündert und ich genoß die super familiäre Stimmung, bevor es gegen Viertelnachzehn bei hellichstem Tageslicht wieder nachhause ging.

21.06.17 17

Ich liebe diese kleine, aber feine Laufveranstaltung mit diesem ganz besonderen, entspannten Charakter!

 

Es bleibt wichtig auf die Straße zu gehen

Der CSD Nordwest 2017 am gestrigen Tag war mit Abstand der bislang größte in seiner 23-jährigen Geschichte. Über 30 Gruppen und Wagen haben daran teilgenommen um ein Zeichen gegen Diskriminierung und für Gleichberechtigung zu setzen. Das dies immer noch nötig ist, macht gerade die jüngste Zeit deutlich, in der Populismus weltweit wieder die Oberhand gewonnen hat, wo sich in der laufenden Legislaturperiode die Bundesregierung 47 mal zum Punkt „Ehe für alle“ vertagt hat und wo in vielen Ländern dieser Welt Homosexuelle immer noch um ihre Freiheit und schlimmstenfalls um ihr Leben fürchten müssen.

Dass Oldenburg laut Aussage des Orgateams dieses Jahr zum fünftgrößten CSD nach Köln, Berlin, Hamburg und Stuttgart aufgestiegen ist, zeigt zwar auf großartige Weise, wie aufgeschlossen diese Stadt ist. Ebenso, dass in diesem Jahr erstmals zwei Schulen, die IGS Kreyenbrück und die Helene-Lange-Schule, sowie die evangelische Kirche teilgenommen haben. Aber auch hier gab es während der Demonstration z. B.  aus Linienbussen heraus noch Stinkefinger zu sehen. Man wird nie alle erreichen können, aber es zeigt deutlich, dass weiterhin Aufmerksamkeit gefordert ist und dass wir auf der Hut sein müssen, damit es keine Rückschritte gibt.

Von daher heißt es nach wie vor Flagge zu zeigen …

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… und auf die Straße zu gehen, sich zu zeigen, zu protestieren und zu fordern. In betont, bekannter Art und Weise: Bunt, schrill, laut und friedlich!

Sich darüber freuen, in was für einer tollen und aufgeschlossenen Stadt wir leben.

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Aufmerksamkeit erregen, den Verkehr lahmlegen, zu erleben, dass die Polizei bei einer Demonstration mit abertausend Teilnehmern nichts anderes zu tun hat als den Verkehr zu regeln.

Nach der Demonstration gilt es bei der Abschlußkundgebung auf dem Schloßplatz den Reden zuzuhören und danach sich und das Leben, die Buntheit und die Friedfertigkeit zu feiern.

Und nach einem langen Tag im Stamm-Restaurant verbrauchte Energien wieder aufzufüllen.

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Es war ein großartiger Tag, der hoffentlich auch Menschen in anderen Ländern Mut macht und Zuspruch gibt. Ihr seid nicht allein!

Eine Stunde

… laufen wir Donnerstags immer am Utkiek. In dieser Stunde kann man round about 9 km und eine unbekannte Zahl von Höhenmetern laufen oder man kann auch nur 6,3 km laufen und 3 Kugeln Eis essen 😀

Bei gewittrigen 27° hatte Ralf heute die vorzügiche Idee laufend die Eisdiele anzusteuern, sich eine leckere, kugelige Erfrischung zu holen und wieder zurückzulaufen. Gesagt getan: So liefen Uli, Stephan, Ralf und icke auf einer mit ein paar Regentropfen garnierten Anstandsrunde über die Utkiek-Hügel von 3,4 km hin zur Eisdiele, genossen dort besagte Erfrischung und liefen dann mit einer Anstandsrunde über die Utkiek-Hügel von 2,9 km wieder zurück.

Dabei haben wir der heute extra laufenden Damencombo einen kleinen Vorsprung gelassen. Sie liefen vor uns los, waren vor uns an der Eisdiele, liefen vor uns wieder zurück und waren nach uns wieder im Ziel 😛

Danke Stephan fürs Ausgeben 😀

Das Ganze hatten wir übrigens letztes Jahr schon einmal gebracht 🙂

Von den Härten des Kommentierens

Bloggen macht Spaß. Warum brauche ich anderen Bloggern sicher nicht zu erklären. Noch viel mehr Spaß macht die ganze Sache, wenn man sich mit anderen Bloggern austauschen kann. Sinnigerweise haben die Bloganbieter dazu eine Kommentarfunktion eingerichtet. Und ab hier wird der Spaß teilweise auf eine ganz harte Probe gestellt wird.

Als Nutzer von WordPress ist das Kommentieren auf anderen WordPress-Blogs ganz easy. Was Schlaues ins Kommentarfeld schreiben, auf Absenden drücken, fertisch!  Zur Verzweifelung kann einem aber das Kommentieren bei dem anderen großen Bloganbieter Blogspot bringen.

Warum? Zeig ich hier mal (auch wenns die meisten wohl eh schon kennen). Zur Demonstration muß hier einmal der Blog von Andi herhalten. Sorry, Andi, nicht persönlich nehmen 😉

Also fangen wir mal an. Zuerst also wieder etwas ganz Schlaues schreiben, dann wählt man sein Profil aus …

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… danach versichert man mittels Häkchensetzen glaubhaft, dass man kein Roboter ist.

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Weil man ja aber viel behaupten kann, kommt nun die freundliche Aufforderung sich die Bildchen anzuschauen und doch mal, wie in diesem Fall, alle Bildchen mit Straßen drauf anzuklicken. Das ist aber manchmal gar nicht so einfach zu erkennen.

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Während man so rumklickt, tauchen fortwährend neue Bildchen auf bis man irgendwann keine Straßen mehr sieht. Dann klickt man erwartungsfroh auf „Bestätigen“ und liest, da man offensichtlich irgendein Bildchen mit Straßen übersehen oder dieses nicht identifiziert hat, folgendes :

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Statt Straßen versuchen wir es halt diesmal mit Pkws. Auf ein neues.

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Da es mir diesmal offensichtlich geglückt ist, alle Autobildchen einzusammeln …

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… wird mir schlußendlich bestätigt, dass ich kein Roboter bin und ich darf den finalen Klick auf Veröffentlichen tun. Hurra!

Wenn man allerdings ganz großes Pech hat, ist der Kommentar dann einfach verschwunden und man darf noch einmal alles neu schreiben und das ganze Prozedere auf ein Neues durchführen.

Ganz ehrlich? Das k…. mich an. Zwar kann man dem ganzen aus dem Wege gehen, in dem man sich selber ein Blogspot-Profil zulegt, aber das kann doch nun nicht wirklich im Sinne des Erfinders sein. Auf der Suche nach einer Beschwerdestelle finde ich lediglich diesen hoffnungsvollen Ansatz:

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Wie einfach man hingegen einen Spam-Schutz gestalten kann, sieht man beispielsweise auf dem Blog von Oliver:

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Dieser Post ist allen Blogspotern gewidmet, die selber ja nicht sehen können, was für einen Aufwand das Kommentieren auf der Plattform bedeutet. In diesem Zusammenhang einmal die Frage an alle Nicht-Wordpressler: Ist für Euch das Kommentieren bei WordPress auch so ein Sch…?

Als Schlußbemerkung möchte ich aber noch hinzufügen, dass ich natürlich trotzdem auf mir liebgewonnenen und wichtigen Blogs bei Blogspot kommentiere. Weil Ihr es mir wert seid! Da scheue ich keine Mühe! 😀

 

Chilliger Lauf und Schotter im Wald

Heimo war seit Pfingsten im Land und er und seine Frau sind bei der Gelegenheit auch gleich am Pfingstsonntag in Oldenburg beim Everstener Brunnenlauf über 10 km gestartet. Ich allerdings habe mich gedrückt und bin stattdessen Feiern gegangen. Pfingstbaumsetzen statt Laufen ist halt auch was feines 😛 Das wiederum hat mir Heimo so übel genommen, dass er sich danach für ein paar Tage auf die Insel Langeoog  verkrümmelt hat :mrgreen:

So gelang es uns erst am gestrigen Samstag gemeinsam laufen zu gehen. Nach frischen Tagen mit reichlich Regen gab es dazu wieder mein „Lieblingswetter“: Schwüle. Trotzdem drehten wir eine wirklich entspannte Runde um Wardenburg herum. Teils entlang der Hunte und vorbei am Tillysee und am Tillyhügel.

Auf der Hunte starteten etliche Kanutouren, nicht die schlechteste Idee bei dem Wetter. Kanugefahren bin ich auf der Hunte noch nie. Das zu ändern haben Heimo und ich für einen seiner kommenden Besuche ins Auge gefaßt. Gestern aber bliebs beim kurzweiligen Lauf, zu dessen Ende sich unsere beiden Garmins, erstmalig seit dem wir zusammen laufen, mal über die Streckenlänge auf den Meter genau einig waren: 15,37 km. Keine drei Stunden später hat Familie Timekiller dann die Heimreise nach München angetreten. Von daher bin ich glücklich, dass es mit diesem einen Lauf noch geklappt hat!

Nahezu exakt die gleiche Strecke, gerade mal 70 m weniger, hatte ich heute bei einer Wanderung an den Ahlhorner Fischteichen zurückgelegt. Ich hatte Jens um 10:00 Uhr zu einem Betriebsausflug gebracht, da bot sich die kurze Weiterfahrt zu den Teichen und dem angrenzenden Wald an. Meinen aktuellen Ambitionen folgend, bin ich barfuß auf diese kleine Wanderung gegangen. Gelaufen bin ich schon dreimal in dem Gebiet und hatte mir dabei schon lange vorgenommen, mir Teiche und Wald mal mit etwas mehr Muse anzuschauen. Da bot sich so eine Tour ohne Schuhe an. Das Gehtempo ist entsprechend gering und zu den visuellen und akustischen Wahrnehmungen gesellen sich noch die sensorischen. Herrlich die Sand- und Waldwege unter den Füßen zu spüren, den Wechsel zwischen trockenen, sonnigen und schattigen, feuchten, teils leicht matschigen Böden. Das man Matsch und Pfützen im Gegensatz zu beschuhten Wanderungen nicht mühsam umkurven muß, ist dabei ein weiterer Vorteil 😀 Im Wald war die 27° warme Schwüle erträglich und eigentlich wären die lästigen Insekten schon das einzige Übel gewesen, wenn da nicht so viele Wege geschottert wären. Schotter und Barfuß ist doof. Allerdings habe ich während meiner Tour den Schotter noch in verschiedene Kategorien eingeteilt. Der grobe Schotter war der böse Schotter, einfach nur ätzend, der feinere Schotter war nur doofer Schotter und der schon einigermaßen eingetretene und halbwegs versunkene Schotter war der gute Schotter. Gekrönt wurden die Schotterabschnitte nur von gut getarnten, kleinen Tannenzapfen, ganz böse, sach ich nur. So war die Wanderung nicht nur ein Vergnügen, aber die angenehmen Abschnitte haben überwogen und außerdem gewöhnten sich die Füße erstaunlich schnell an all das, was ihnen da unter die Sohlen kam. In ein paar Monaten oder in einem Jahr werde ich sicher auch noch unempfindler sein.

Immerhin war ich zeit meines Lebens noch nie so lange und so weit auf nackten Sohlen unterwegs. Eine tolle Erfahrung und sicher nicht die letzte dieser Art 🙂

Baumwolle

Diese Laufwoche plätscherte so vor sich hin. Am Dienstag brachte ich mein Rennrad in die Inspektion in die Innenstadt. Durch intensives Nichtbenutzen wollte die Schaltung nicht mehr so wie sie sollte. Nach Abgabe des Radels bin ich dann zurückgelaufen. Vorbei an der EWE-Arena, wo die EWE-Baskets an dem Tag in den Play-Offs gegen Ulm gespielt haben, und dann durch den Stadthafen, vorbei an der alten Eisenbahnklappbrücke, durch den Agrarhafen an die Hunte. Treppe rauf zur Brücke und nach 11,1 km war der Laufdrops gelutscht.

Donnerstag Utkiek, da gibt es nicht viel zu sagen 🙂

Heute dann mal wieder übelste Schwüle. Allerdings war mein zeitliches Fenster eng und viel Auswahl bezüglich des Wetters konnte ich mir nicht erlauben. So studierte ich das Regenradar und sah nur einen winzigen Schauer, also los. Um der Schwüle und den 25° etwas entgegenzusetzen, entschied ich mich mir einfach ein Baumwollleibchen überzuschmeißen.  Bei extremen Wärmebedinigungen mag ich es nämlich, wenn so ein Baumwollfetzen an mir klebt, dat kühlt so schön 😎

Allerdings konnte ich nicht ahnen, dass es aus dem winzigen Schäuerchen heraus schon auf den ersten Kilometer bedrohlich grummelte. Auf Kilometer 2 setzte kräftiger Regen ein und es blitzte und donnerte, so dass ich mich mit einem Intervallspurt unter die Autobahnbrücke rettete und dort gute 10 Minuten den Abzug des Gewitters abwartete. Schade um den ge…nialen Platzregen, aber Blitzschlag muß ich nicht haben.

Nach Abzug des kurzen, aber kräftigen Gewitters war die Luft dann erst richtig zum Schneiden. Die Landschaft dampte und der Deichläufer schwitzte 😛 Trotzdem lief es recht flüssig und die 15 km-Nummer machte richtig Spaß und mit meinem „Laufshirt“ gab ich irgendetwas zwischen Vollprolet und Rocky Balboa ab :mrgreen: Aber das Ding hat seine Mission erfüllt, wenn auch von Kühlung nicht wirklich viel die Rede sein konnte 😆

Komatös

… war mein Schlafverhalten über das Himmelfahrtswochenende. Mit Ausnahme des Freitags, an dem ich Stallwache im Job gehalten hatte, hatte ich an allen anderen drei Tagen zwischen 10 und 13,5 Stunden geschlafen. Das hatte ich wirklich schon lange nicht mehr. Bis auf die Kopfschmerzen nach den 13,5 Stunden war es aber ein feine Sache und hat einfach nur gut getan 😎

Läuferisch verpaßt habe ich dadurch nichts. Der Lauf nach Neuwerk und zurück ging mir doch ganz schön in den Gräten. Meine Rechnung, dass Wattboden keine Dämpfung benötigt und ich deshalb in Barfußschuhen laufen könnte, enthielt einen kleinen Fehler. Barfußschuhe bedeuten eben auch null Sprengung und die bin ich über diese Distanz einfach noch nicht gewöhnt. Zusammen mit dem schweren, teils doch recht holprigen Boden und dem teilweise Laufen im Wasser füllten sich deshalb meine Beine, insbesondere meine Achillessehnen an, wie nach einem Marathon.

Deshalb habe ich nach Neuwerk auch eine aftermarathonmäßige Pause hingelegt und bin erst am Freitag wieder eine Runde gelaufen. Bei Sommerwetter der schönsten Kategorie, sprich warm mit etwas Wind, trabte ich so locker wie geht vor mich hin. Die Natur prahlte mit sattem Grün und es duftete nach Heu. Am Kleinen Bornhorster See war Badebetrieb und auf der A 29 herrschte trügerische Ruhe zwischen Nordseean- und abreiseverkehr. Ich lief entspannte 12 km, auf denen ich sogar im 6:20iger Tempo noch einen Läufer einsammeln konnte 😛

Etwas wärmer war es denn schon am Sonntag. Zwar waren wir noch weit entfernt von der Bullenhitze im Süden, aber klamottentechnisch geht trotzdem nicht mehr viel abzurüsten 😯 Dafür signalisierten die 15,5 km schon wieder Normalbetrieb.

Und so langsam gewöhne ich mich auch an die sommerlichen Temperaturen …  🙂

Der Sache auf den Grund gehen

21.05.17 33

Wir schreiben den 21.05.2017. Es ist Sonntag. Die Sonne scheint. Die Gezeiten stehen günstig. Es ist genau der richtige Zeitpunkt gekommen für zwei Läuferinnen und vier Läufer das größte Abenteuer seit Jules Verns „20.000 Meilen unter dem Meer“ in Angriff zu nehmen. Die furchtlosen Sechs haben nichts anderes vor als über den Grund des Meeres zu laufen. Was für ein waghalsiges Unterfangen.

Wer sind diese Sechs, die sich scheinbar vor nichts fürchten? Das will ich Euch sagen: Es sind Barbara, Tomma, Klaus, Ralf, Uli und ein gewisser Deichläufer, die weder Tod noch Teufel bzw. Neptun scheuen 😆

Um es kurz zu fassen, es war mal wieder an der Zeit von Cuxhaven nach Neuwerk zu laufen 😀 Und ganz so waghalsig, gefährlich und abenteuerlich ist es denn doch nicht. Schließlich habe ich die Nummer im letzten Jahr schon einmal überlebt und andere aus unserer Truppe noch ein paar Mal mehr.

Nichtsdestotrotz ist es Tatsache, dass wir über den Grund des Meeres, das Wattenmeer gelaufen sind. Ganze neun Kilometer vom Festland aus zur Insel Neuwerk und nach kurzem Aufenthalt wieder zurück.

Unser Cheforganisator Ralf hatte den Gezeitenkalender studiert und den gestrigen Sonntag für günstig auserkoren. So konnten wir gegen 13:45 Uhr die ersten Laufschritte ins Watt wagen. Zu diesem Zeitpunkt lief das Wasser noch kräftig ab und unsere Laufschritte wechselten immer wieder mal in den Gehmodus, wenn der Wasserstand an diversen Stellen noch kein Laufen zuließ. Einige der nachfolgenden Bildern machen deutlich wie hoch das Wasser teilweise noch stand. Aber es geht noch mehr, dazu aber später mehr.

Uns begegneten viele von den typischen Pferdekutschen, die zwischen Neuwerk und Cuxhaven pendeln, um all die Touristen trockenes Fußes zu transportieren, die nicht das Schiff nehmen wollen. Einige Reiter waren auch unterwegs, wie auch wenige Wattwanderer, die allerdings nur einen Weg schaffen, bevor das Wasser zurückkommt.

Durch das Wattenmeer, Nationalpark und Weltnaturerbe, zu laufen ist eine grandiose Sache. Die Wettläufigkeit, die im Sonnenlicht schillernde Nordsee, der nur auf den ersten Blick scheinbar leblose Wattboden mit seinen Prielen und kleineren Muschelbänken, das alles ist absolut die Wucht. Dazu kommt der enorme Spaßfaktor mit nassen Füssen durch Watt und Wasser zu laufen. Vergesst die Trails dieser Welt, DAS muß man erlebt haben ❗

Hier ein kleiner Eindruck, wie es sich so läuft:

Auf Neuwerk angekommen, geht es beschaulich zu. Lediglich am Fuße des wuchtigen Leuchtturms wimmelt es von Touristen, die auf die Kutschfahrt zum Festland warten. Die Mädels und Klaus beschlossen eine kurze Kaffeepause zu machen, währenddessen Ralf, Uli und meiner einer, die Insel noch zur Hälfte umrundeten.

Anschließend machten wir uns auf den Rückweg, folgten der letzten Kutsche des ganzen Trecks, der sich nach Cuxhaven aufgemacht hat. Nun hatten wir den leichten Wind im Rücken und es wurde richtig warm. Richtig warm war auch das Wasser. 14° Wassertemperatur stand in Cuxhaven angeschlagen. Das wenige Wasser im Wattenmeer war aber durch die Sonneneinstrahlung erheblich wärmer, was uns noch zu Gute kommen sollte.

So machte es überhaupt nichts, dass man sich durch die Laufschritte selber naßspritzte und die Versuchung war groß, da wo es tief genug war einfach mal kurz ein Bad zu nehmen.

Viel fehlte uns am tiefsten Priel dann aber auch nicht zu einem Bad in den Fluten. Da wo wir auf dem Hinweg noch mit trockenen Klamotten davongekommen waren, mußten wir wohl eine etwas tiefere Stelle erwischt haben und so ging es tiefer ins Wasser und tiefer und noch tiefer. Schlußendlich stapften wir durch hüfthohes Wasser. So hoch hatte auch unser erfahrenster Wattenläufer Ralf das Wasser dort noch nicht erlebt. Gut, dass uns das Wasser und anschließend die Luft noch nicht einmal ein Frösteln entlockte.

Schlußendlich sind wir alle gut durchgekommen und nach Schuhpflege und Klamottenwechsel, gab es statt Torte mal ein Eis 😀

Das war gestern wirklich der Hammer, ein allerfeinster Lauf bei traumhaften Bedingungen. Das schreit danach der (Meeres-)Sache gelegentlich noch einmal wieder auf den Grund zu gehen!

Das Glück liegt im Kleinen

Diese Erkenntnis ist ja nicht neu, aber die Wahrheit zeigte sich mal wieder in meinem heutigen Lauf. Dabei stand der gar nicht auf dem Programm. Aber während ich so auf dem Sofa saß, die Uhr gen 20 Uhr vorrückte, der Regen auf die Dachfenster trommelte und das Regenradar von Wetteronline ein fettes Regengebiet zeigte, konnte ich nicht anders als mich vom Sofa zu lösen und in die Laufklamotten zu schmeißen. Der Regen hat die Temperatur auf deichläuferfreundliche 12° abstürzen lassen, während z. B. Berlin zur gleichen Zeit bei 28° vor sich hin kochte.

Also schnell einmal die Rampe der Huntebrücke angesteuert, rauf und runter gedüst, dabei jede Pfütze mitgenommen. Herrlich, mein Laufwetter, ich liebe es.

Kurz vor Zuhause die Schuhe ausgezogen und die letzten Meter zur Haustür barfuß spaziert, klitschnaß und smilend like a honeycakehorse. Das Glück liegt im Kleinen, es war heute 6,8 km und knapp 41 Minuten lang.