Der letzte Kilometer

Einmal wollte ich es mir noch geben, ein letztes Mal wollte ich in „normalen“ oder „klassischen“ oder „wie auch immer ich sie nennen soll“ -Laufschuhen laufen. Das letzte Mal, dass ich solche getragen habe, ist gute eineinhalb Jahre her. Exakt war es am 24.09.2017 zum Berlin-Marathon. Damals waren es die schon etwas weniger gedämpften Mizuno Wave Sayonara.

Für die heutige Abschiedstour habe ich aus meinem noch vollständig vorhandenen Fundus aber den extremsten Schuh dieser für mich vergangenen Ära ausgewählt, den absoluten Dämpfungsoverkill names Hoka One One oder wie auch immer das Ding noch genau heißt.

So zog ich als erstes Socken an um danach die Hokas über die entwöhnten Füße zu stülpen und loszutraben. Die Hokas waren damals schon krass, aber wie krass sie wirklich sind, erlebe ich heute ab dem ersten Laufschritt in diesen Dampfern. Wie auf schwabbeligen Gelkissen laufend, versuchen die Füße hilflos irgendwie den Untergrund zu erspüren und auf selbigen Halt zu finden, vergebenlich. Wer auch immer das Wort Dämpfung erfunden hat, hier erfährt es seine tiefste Wahrheit. Sie merken, sie merken nichts. Die kurze Vorstellung meine Füße könnten sich über den plötzlichen, unerwarteten Komfort freuen, verpufft auf den ersten 100 Metern. Nicht nur das völlig vom Untergrund entkoppelte Laufgefühl ist befremdlich, sondern auch der Platz in den Schuhen bzw. der nicht vorhandene Platz. Meine Zehen fühlen sich eingeengt und die Fußaußenkanten drücken gegen die Schuhflanken. Da ich mich an so ein Engegefühl zur „damaligen'“ Zeit nicht erinnern kann, steht wohl zu vermuten, dass meine Füße ihre inzwischen gar nicht mehr so neue Freiheit dazu genutzt haben, um sich breit zu machen 🙂

Immerhin rolle ich auf diesem finalen Lauf auch in den Hokas nicht mehr über die Ferse ab. Das ich das früher nicht getan habe, zeigt das Verschleißbild der Sohle nach ca. 500 km auf dem Hoka-Tacho deutlich.

Auf nur gut einem letzten Kilometer habe ich mir diesen „Abschiedsspaß“ gegönnt. Danach kam nur noch das folgende Fotoposing im Vergleich zu barfuß und den Pies Sucios.

Den einen Kilometer zurück zum Auto bin ich dann schon wieder barfuß gelaufen. Die Sandalen befanden sich da im Laufruck und die gefühlt tonnenschweren Hokas in der Hand. Die Klötze passen nicht mal so eben ins Heckabteil. Der Barfußkilometer fühlte sich dann wieder gut und richtig an und mein „normal-/klassisches“ Laufschuharsenal wird nun nur noch einen finalen Weg antreten: Den in den Altkleidercontainer.

Ich denke, ich habe im Grundsatz meinen Weg gefunden. Bei der Gelegenheit betone ich noch einmal ausdrücklich, dass ICH MEINEN Weg gefunden habe. Ich möchte mit diesem Post definitiv nicht den Eindruck vermitteln, dass ich jetzt die Weisheit mit Löffeln gefressen habe und dieser Weg der alleinseelig machende Königsweg ist. Für mich hat es sich aber gelohnt mich auf diesen Weg zu machen, der bei weitem noch nicht zu Ende ist und auf dessen weiteren Verlauf ich mich sehr freue und sehr gespannt bin.

Bilderbuchtage

Läuferisch ist Ostern für mich schon wieder gelaufen. Mit dem Etappenlauf vom Karfreitag und den beiden Läufen am gestrigen Ostersonntag und dem heutigen Ostermontag kamen exakt 50 km zusammen. Dabei zeigten sich die ganzen Ostertage von ihrer allerbesten Seite, ein Frühlingstraum wie er im Buche steht. Da ich die beiden letzten Läufe vormittags gelaufen bin, durfte ich dazu auch noch eine fantastische Frische genießen.

Beim gestrigen Lauf zeigten die Pies Sucios ihre praktische Seite: Zack, von den Füßen, zack, selbige in den Kleinen Bornhorster See getaucht und danach, zack, wieder dran an den Füßen. Kein lästiges Abtrocknen und kein lästiges Socken über feuchte Füße ziehen 😎

Auch der Ostermontag stand unter Frühlingsgenußlaufmotto. Es grünt und blüht an jeder Ecke. Die Farben der Natur leuchten und strahlen mit dem blauen Himmel um die Wette. Die Bornhorster Wiesen fallen langsam wieder trocken und bald wird dort statt Wasser wieder sattes Grün zu sehen sein.

Ich kann gar nicht so viel laufen um mich an alledem sattzusehen. Aber die Woche über soll das Traumwetterchen ja noch anhalten bevor es dann auch hoffentlich mal wieder ausgiebig regnet, damit die Pracht sich auch weiter entfalten kann.

Furioses Finale

Etwas gedauert hat es mit der Schlußetappe unserer Winterlaufserie von Oldenburg in das niederländische Bourtange. Terminschwierigkeiten sorgten dafür, dass die finale Etappe dem Winter gen Frühling entrückte. So richtig böse war keiner von uns darum, waren die Wetterbedingungen der ersten vier Etappen teilweise doch mehr so semioptimal 😀

Wer die Wetterkapriolen und überhaupt den gesamten Streckenverlauf noch einmal nachlesen möchte, bitte sehr: Hier die Links zu Nummero Eins, Zwei, Drei und Vier 😀

Nun aber zum späten Ende dieses Etappenlaufwinters am heutigen Karfreitag. Tja, und was soll ich sagen: Ein Wetterchen vom Feinsten, knalliger Sonnenschein, muckelig warme Temperatur und sacht von hinten schiebender Ostwind entschädigten für so manchen abgesoffenen Kilometer in den vergangenen Wintermonaten.

Start nach dem obligatorischen Startgruppenfoto war, wie immer, das Ziel der vorherigen Etappe, in diesem Fall Neulehe im tiefsten Emsland. Mit dabei diesmal: Antje, Kerstin, Sylke, Axel, Ralf, Stephan und ich.

Der Landkreis Emsland ist einer der größten Landkreise der Republik, dass merken wir, gefühlt nimmt dieser Landkreis nämlich kein Ende. Doch wir arbeiten uns gnadenlos zur holländischen Grenze vor und überqueren dabei den Dortmund-Ems-Kanal, die Ems und die Emsland-Autobahn A 31.

So hat jeder noch so große Landkreis einmal ein Ende und wir erreichen nach ca. 20 km die niederländische Grenze. Kurz zuvor trennte sich unsere Gruppe. Knieprobleme zwangen Axel zum Gehen und Kerstin und Sylke begleiteten ihn, während wir Übrigen im berühmt, berüchtigten ruhigen Tempo weiterliefen. Kurz vor Burtange wechselten wir von der Straße noch auf einen schmalen Wanderweg und boten so den Wanderern auf direkten Weg noch vor uns in der  Festung Bourtange einzutreffen, die wir nach 24,4 km erreichten.

Nach dem Umziehen gab es zur Feier des Abschlußes des Winteretappenlaufs Stephans berühmten, sauleckeren Zirbenschnaps, der allerdings nach langem Lauf unter knalliger Sonne doch etwas zu Kopf stieg 😆 Danach enterten wir in der Festung das erst beste Café und füllten die leeren Engergiespeicher traditonell mit Kuchen auf 🙂

So gestärkt erkundeten wir noch die idyllische Festung und nach dem Schlußgruppenfoto mit Kanone …

… ging es dann wieder eine gute Stunde zurück in heimatliche Gefilde. Fazit: Die Schlußwinteretappe (gezwungener Maßen) in den Frühling zu verlegen war ein voller Erfolg. Ungewohnte 23° C waren schon fast zuviel des Guten, schließlich ist noch niemand von uns an diese Temperatur akklimatisiert. Aber bei Sonne lacht einfach das Herz und die Strecke war auch die reizvollste aller fünf Etappen. Die Festung Bourtange als Schlußziel war ein schöner Höhepunkt. Besser hätte es heute nicht laufen können, von Axels Knieproblem einmal abgesehen.

Unserer besonderer Dank gilt wieder einmal Ralf für die Idee, die Planung und die Umsetzung des dritten Winteretappenlaufs in Serie!

Ausnahmezustand

… an diesem Wochenende mal wieder im Hause Deko-Stührmann/Deichläufer. Der Frühling wollte präsentiert werden und da ließ sich das Wetter natürlich auch nicht lumpen 😀

Schau(d)erhaft kalt war es am Samstag und am Vormittag graupelte und schneite es vor sich hin. Zum Beginn unserer Ausstellung wurde es dann aber zum Glück trocken und so konnten Freunde, Familie und Kollegen trockenen Fußes unser Heim entern um sich doch einwenig frühlingsinspirieren zu lassen.

Ein paar Impressionen auch hier. Außen:

Und drinnen:

Sprüche:

Das Laufen steht an diesem Wochenende logischer Weise zurück. Am Sonntagmorgen gelang vor dem Frühstück aber immerhin ein überraschend zügiger Lauf über gute 10 km zu den Bornhorster Seen. Strahlend sonnig war es, aber auch a…kalt. Trotzdem sah ich am Kleinen Bornhorster See wie gerade eine junge Frau den Fluten entstieg, brrrrr.

Warten

… muß weiterhin das Erkunden weiterer Laufstrecken in Berlin. Obwohl ich eine ganze Woche in der Stadt war, reichte die Zeit nach dem schönen, sonntäglichen Bloggertreffen-Lauf in Zehlendorf mal wieder nicht für die schon langgeplanten, längeren Läufe durch die Grüngürtel der Stadt.

Somit ging es heute nur noch auf einen kurzen Lauf übers Tempelhofer Feld, quasi meine „Hunterunde“ in Berlin 🙂 Kalt ist es geworden, die klare Luft war aber fantastisch und in der Frische machte es Spaß die leider nur 7,3 km etwas zügiger anzugehen, immerhin mal eine 5:33.

 

Und beim nächsten Mal klappt es dann aber bestimmt mit dem Erlaufen der Wuhlheide und Co. 😀

Treffpunkt B

Anne lebt in Berlin, Karin und Rainer sind zu Besuch bei Anne und icke bin auch gerade in der Stadt. Diese Konstellation darf natürlich nicht ungenutzt bleiben und deshalb schäle ich mich auf einem Sonntag schon um 7:00 Uhr aus dem Bett um mich kurze Zeit später nach Zehlendort aufzumachen. In Annes Heimstatt treffe ich die Drei und kurze Zeit später machen uns auch schon auf. Anne befindet sich nach schwerer Erkältung noch auf dem Wege der Besserung und zeigt uns auf einem kurzen Spaziergang den etwas versteckten Einstieg in ihre Laufrunde und läßt Karin, Rainer und mich dann auf diese ziehen. Ab geht es zur Krummen Lanke und anschließend weiter zum Schlachtensee. Hier verabschiedet sich Karin und läuft noch etwas für sich.

Rainer und ich umkurven den Schlachtensee auf der sonnigen Seite als Rainer den Wunsch verspürt noch den nahen Wannsee anzusteuern. Klar, dass wir den dann auch noch mitgenommen haben.

Anfänglich noch kühl lacht uns die ganze Zeit die Sonne und auf den Wegen sind schon massenhaft Spaziergänger, Walker und Läufer unterwegs. Zurück vom Wannsee geht es auf der jeweils anderen Seite von Schlachtensee und Krumme Lanke zur Anne. Rainer ist dann nach exakt 15 km zurück an Annes Haustür und ich nach 14,4 km. Eine krasse Abweichung zwischen Garmin und Suunto. Solche Nebensächlichkeiten sind aber beim anschließenden Frühstück, das Anne in der Zwischenzeit gezaubert hat, schnell vergessen. Nach 15 km muß man sich schließlich ausgiebig stärken und viel zu erzählen gibt es natürlich auch, wenn sich Berlin, Trier und Oldenburg sich am erstgenannten Ort treffen 😎

Das war ein cooles Treffen und das genialste ist, dass wir uns die Tage noch wiedersehen. Ich freue mich darauf!

 

Slipers

Achtung, dat Ding is lang!

Venlo 2019, mein erster Verstoß gegen meine Absicht dieses Jahr keine Wettläufe absolivieren zu wollen. Aber die Utkiek-Truppe lag mir schon so lange in den Ohren, dass der Venloop ein Muss ist, dass ich mich zu einer Anmeldung hatte überreden lassen 🙂 Und ein Halbmarathon geht schließlich immer, wenn bei mir auch nicht oft. Die letzten halbwegs ernsthaft gelaufenen waren im Oktober 2014 der Kaiserlauf im schönen Salzkammergut und der JVA-Marathon. Danach kam nur noch der Ahrathon, der allerdings beabsichtigeter Weise eher in Weinseligkeit versank 🙂

Nun also Venlo. Das niederländische 100.000 Einwohner-Städtchen an der Maas macht einen riesigen Aufriss um den Halbmarathon, den 10er, den 5er und die Bambini-Läufe am Sonntag und die Wanderungen von 7,5 bis 40 km am Samstag. Alle Disziplinen zusammengerechnet sollen 24.000 Teilnehmer dabeigewesen sein, gigantisch.

Gigantisch auch der Trubel in der Stadt. Es herrschte Volksfeststimmung und die Stadt quoll über vor Menschen. Aber was soziophobe Menschen zum Therapeuten treibt und mir am Samstag, als wir Marion und Sylke zum Ende ihrer 30 km-Wanderung ins Ziel geklatscht hatten, teilweise fürchterlich auf den S…, Verzeihung auf die Nerven ging, sollte ich am Sonntag noch genießen.

Zurück zum Halbmarathon: Meine heimliche Hoffnung als bescheidenes Ziel mal wenigstens unter 2 Stunden zu bleiben habe ich gleich wieder begraben, nachdem 2019 für mich mental sehr schwierig gestartet war und ich mich deshalb nicht noch mit irgendeiner Art von Tempotraining belasten wollte. So war mir von vornherein klar, dass bei diesem Halbmarathon tempomäßig kein Blumentopf zu gewinnen war. Deshalb habe ich mir gedacht, dass ich dann doch etwas experimentieren könnte, mit den Pies Sucios und auch barfuß. Angepeilt hatte ich dabei nicht mehr als eine Zielzeit 2:15 Stunden.

Der Halbmarathon startete erst um 14:00 Uhr, da blieb vorher noch viel Zeit in der Stadt noch Tee und Kaffee zu trinken. Jens, der mich zu meiner großen Freude begleitet hat, und ich setzten uns vom Rest der Truppe ab, setzten uns vor ein Café und ließen uns an dem sehr frischen Vormittag von der Sonne bescheinen. Um 12:00 startete der 10 km-Lauf und es dauerte eine gute Viertelstunde bis kurz nach dem Start das gesamte Teilnehmerfeld auf Sichtweite zum Café an uns vorbeigelaufen war, wie gesagt gigantisch. Auf dem Weg zum meinem eigenen Start verweilten Jens und ich noch etwas an der Strecke, verpaßten allerdings Freya, sahen dafür aber einen Barfußläufer.

Orga-mäßig haben die Venloer ihr Mega-Event voll im Griff. Im Vorfeld ist alles super gelaufen und am Lauftag klappte von der Taschenabgabe bis zur Startaufstellung alles wie am Schnürchen. Als um 14:00 der Start erfolgte, dauerte es sage und schreibe eine Viertelstunde bis ich die Startlinie überqueren konnte, gigantisch!

Und damit bin ich nun endlich beim „Rennen“ selber. Zu meiner großen Überraschung konnte ich ab der Startlinie frei laufen und der erste Kilometer durch die Innenstadt verlief mit einer 5 vor dem Doppelpunkt schon ebenso überraschend flott. Ich lief die ersten Kilometer noch mit meinem Wegwerf-Shirt, da es mir anfänglich einfach noch zu frisch war. Nach Kilometer 4 erst legte ich es am Wegesrand ab, die Venloer mögen mir die späte Entsorgung nachsehen. Für mich lief es easy und ich war flotter unterwegs als ich mir vorgenommen hatte. Nur vier der 21 km hatten eine 6 vorne stehen und als ich bei einem abgepiepsten Kilometer etwas von 5:37 laß, entfuhr mir ein überraschtes „Fuck“, was meinen Nebenmann veranlaßte mich zu fragen, ob alles in Ordnung sei 😆

Was Venlo wirklich einzigartig macht ist die Stimmung an der Strecke. Immer wieder sind ganze Straßenzüge geschmückt, überall wird Musik gespielt, live und aus großen Anlagen, und es sind unglaublich viele Menschen an nahezu der gesamten Strecke, die dort Party machen und anfeuern.

Meine grobe Planung war es die ersten 11 Kilometer in den Pies Sucios und die letzten 10 km barfuß zu laufen. Weil es aber so gut lief, verschob ich das Ausziehen der Sandalen immer weiter nach hinten, zumal auch die Qualität einiger Straßendecken für mein Barfußauge etwas zu wünschen übrig ließ. Aber alleine schon mit den Sandalen war ich der Hingucker. Immer wieder schrien Zuschauer auf, wenn sie mich sahen und ich hörte immer wieder der läuft in „Slipers“. Immer wieder wurde auch mein Name gerufen. Auch aus dem Läuferfeld gab es Interesse von „Guck mal, der läuft in Badelatschen“ über „Haben die denn noch etwas Dämpfung“ bis hin zu Respektbekunden war alles dabei.

Viereinhalb Kilometer vor dem Ziel hatte ich die Sandalen dann in den Hosenbund gesteckt und bin barfuß weitergelaufen. Leider folgte kurz darauf noch einmal richtig schlechter Asphalt, aber ich konnte trotzdem mit Ach und Krach mein Tempo halten. Ein Läufer mit ein paar Pfunden zuviel auf den Rippen, der es auf der ganzen Strecke offensichtlich nicht verknusen konnte, wenn ich ihn in den Sandalen überholte und dann immer wieder anzog, ließ mich barfuß entgültig ziehen und kundete mir sogar Respekt. Für die Zuschauer war ich nun noch mehr der Hingucker, wobei ich die Bemerkungen auf niederländisch leider nicht verstanden hatte 🙂 Auf dem letzten Kilometer ging es zurück in die Fußgängerzone. Ab hier glich die Strecke einem Hexenkessel. Noch nie habe ich soviel dröhnende Musik erlebt und noch nie ein so frenetisches Publikum gesehen. Auf den angenehm zu laufenden Pflastersteinen konnte ich noch einmal richtig aufdrehen und war nur noch am überholen. Eine Läuferin sagte zu ihrer Partnerin völlig entgeistert „Der überholt uns barfuß“ und auch die Zuschauer wurden immer wieder auf meine baren Füße aufmerksam und ständig wurde mir etwas zu- oder mein Name gerufen. Ich kann nur sagen, wer in Sandalen oder barfuß läuft, ist in Venlo so eine richtige Rampensau und sticht jeden Läufer in Verkleidung locker aus 😆

Aber nun, episch langes Geschreibsel, kurzes Ergebnis: Nach 2:04:17 Stunden lief ich über die Ziellinie und konnte überraschend unter 6er-Schnitt bleiben. Das absolut Genialste aber war, dass es in den Sandalen und barfuß einfach rund lief und ich die ganze Strecke entspannt und ohne Ansprengung laufen konnte. So konnte ich mir treu bleiben, mir macht es eben am meisten Spaß wenn ich mich nicht quälen muß und in meiner Komfortzone bleiben kann 😛 Und Spaß hat mir dieser Halbmarathon gemacht, defintiv!

Ich ließ mir von einem Herrn im schwarzen Anzug und mit Fliege die Finishermedaille umhängen und nachdem wir uns alle wieder versammelt hatten, blieb noch ein Teil unserer Truppe bis die allerletzten Läufer ins Ziel kamen. Ganz großes Kino: Bei immer noch viel Publikum und mit Polizeimotorrädern mit Blaulicht und Sirene als Eskorte liefen die letzten beiden Läufer ins Ziel. Gigantisch!

Fazit: Es ist wirklich gigantisch was diese vergleichsweise kleine Stadt da für ein Läuferevent auf die Beine stellt, sowohl das Organisatorische auf der einen Seite als auch die Beteiligung der Bevölkerung auf der anderen Seite. Die vielen Menschen auf und neben der Strecke und den ganzen Trubel muß man dabei allerdings mögen. Aber warum nicht mal? Meine Ruhe habe ich ab sofort wieder an der Hunte.

Was ich aber wirklich nicht gedacht hätte ist, dass das Laufen in den Sandalen und barfuß (immer noch) so viel Aufmerksamkeit erregt. Auch das muß man mögen 😀

Glückwunsch auch an die gesamte Oldenburger Gang, die alle gut ins Ziel gekommen sind, ob wandern oder laufend. Es war mir ein Fest! 🙂

Kitzelig

Mein (Lauf-)Leben ist wirklich reich an Anekdoten geworden seitdem ich viel barfuß unterwegs bin. Die neuste Anekdote heute: Ich trabe an der Hunte entlang und von hinten überholt mich im Schneckentempo ein Fahrradfahrer und ich ahnte schon, dass es zu einer Ansprache kommt. Ein etwas skurriler Typ mit Seehundschnäuzer, witziger Mütze auf einem viel zu kleinen Fahrrad sprach mich an, ob ich denn überhaupt noch kitzelig unter den Füßen bin, schließlich müßte ich doch eine ganz dicke Hornhaut haben 😀

Ich konnte ihn aufklären, dass die Füße durch die Barfußlauferei nichts von ihrer Empfindsamkeit einbüßen. Wenn auch ich schon lange nicht mehr an den Füßen gekitzelt worden bin, vermute ich doch das sich auch daran nichts geändert hat 😆 Auch in Bezug auf die weit verbreitete Meinung, dass sich vermehrt Hornhaut bildet, konnte ich ihm erzählen, dass sich diese durchs Barfußgehen und -laufen reduziert, dafür aber die Haut der Sohle erheblich widerstandsfähiger wird.

Der gute Mann bedankte sich für die Informationen, wünschte mir noch einen schönen Tag und radelte langsam von dannen. Ich schmunzelte noch eine Zeit lang über diese ungewöhnliche Frage. Witzig, auf was die Leute alles kommen, aber über solche Anekdoten freue ich mich und Freundlichkeit kommt sowieso immer an 🙂

 

Mit Besuch auf Besuch

Heimo weilt im hohen Norden und viel zu lange ist es schon her, dass wir unsere letzte gemeinsame Runde drehen konnten. Da konnte ich seiner Anfrage auf einen gemeinsamen dreistündigen Lauf im Rahmen seiner Hamburg-Marathon-Vorbereitung natürlich nicht widerstehen. Zumal Heimo noch den Zusatz „ohne Tempo“ angefügt hat und ohne Tempo kann ich einfach gut 😆

Von mir kam daraufhin der Vorschlag von Oldenburg zu meiner weltbesten Schwiegermama nach Berne zu laufen und da Heimo One-Way-Strecken liebt, war er sofort einverstanden. So trabten wir gestern mittag los um pünktlich zur Tea-Time bei Adele einzutrudeln.

Klare, frische Luft und ein knatschblauer Himmel begleiteten uns auf der Strecke südlich der Hunte. Der reichliche Sonnenschein und ein kaum merklicher Rückenwind ließen es auf dem gesamten Törn aber wärmer erscheinen als es wirklich war. Wir hatten uns viel zu erzählen, schönes und weniger schönes, und Kilometer um Kilometer zogen dahin.

Zwischendurch lief ich auf zuerst flauschig sandigen, im weiteren Verlauf etwas pieksig, schottrigen Feldwegen für gut fünf Kilometer barfuß. Wir machten einen kurzen Abstecher zur über 800 Jahre alten St. Dionysius Kirche in Holle, die als eines der wenigen Bauwerke am Rande der Wesermarsch auf einer Warft steht. Wir bauten noch einen Umweg über Dreisielen ein und beendeten den Lauf direkt vor der großen Berner Kirche.

Gute 26 km hatten wir zurückgelegt und dabei die Drei-Stunden-Vorgabe mit 2:45 Stunden nicht ganz eingehalten, aber das darf man alles nicht so verbissen sehen. Dafür war der Lauf einfach nur schön und sehr kurzweilig. Der nächste gemeinsame Trip wird sich wohl erst wieder im August ergeben. Ich freue mich schon sehr darauf.

Ich bin nicht allein

Gestern war mal ein ausgesprochen netter Frühlingstag, sonnig und mild. Bei so einem feinen Wetterchen sieht man nach dem langen, dunklen Winter auch mal wieder Nachbarn. So kam es am Nachmittag zu einem kleinen Schnack mit Nachbarn auf der Straße. Und während wir da so redeten, hielt plötzlich ein Fahrradfahrer mit seiner kleinen Tochter im Kinderanhänger neben uns und sprach mich an : „Du bist doch Volker Dank, ich kenne Dich von Deinem Blog“ Hach, ich bin berühmt, die Leute kennen mich aus dem Internet, faszinierend, ich fühlte mich gebauchpinselt. „Interessant auch, dass Du barfuß läufst“ fuhr er fort und erst da fiel mir auf, dass auch er barfuß war. Und nicht nur das, er läuft auch barfuß und ist sogar im Herbst den Oldenburg Marathon barfuß mitgelaufen. Das nötigte mir großen Respekt ab, nicht nur aufgrund der Distanz als solchen, sondern auch weil der Oldenburg Marathon kein reiner Straßenmarathon ist und sogar geschotterte Passagen enthält.

Johannes, so stellte er sich mir inzwischen vor, läuft seit 2012 barfuß und ist dann irgendwann dazu übergegangen auch im Alltag auf Schuhe zu verzichten. Das wirklich Kuriose allerdings ist, dass Johannes gerade mal ca. 300 m Luftlinie von mir entfernt wohnt. Im letzten Herbst hatte ich  dort mal aus dem Auto heraus einen Barfüsser mit Kinderwagen gesehen, dass wird er wohl gewesen sein. Auch Johannes meinte, mich schon gesehen zu haben. Aber zu einer konkreten Begegnung ist es zuvor noch nie gekommen.

Wir plauderten noch eine kurze Weile bevor Johannes seinen Weg fortsetzte. Abends dann bin ich meiner Neugierde erlegen und habe im Internet mal auf der Ergebnisliste des Oldenburg Marathon gestöbert, soviel Johannes werden dort wohl nicht gestartet sein und es war auch nur einer. Jetzt weiß ich auch noch, dass Johannes den Marathon nicht nur barfuß sondern auch noch richtig schnell, nämlich in 3:37 Stunden gelaufen ist. Krass.

Wäre cool, wenn wir uns noch wieder über den Weg laufen würden. Von Johannes kann ich sicher noch etwas lernen.

Das ich nicht der einzige (teilweise) Barfußläufer und -geher bin, war mir schon klar, aber so direkt auf der Nachbarschaft hätte ich doch keinen Gleichgesinnten vermutet.

Johannes, für den Fall, dass Du dies hier liest, kannst Du auch gerne mal einen Kommentar dalassen, wenn du magst.

Restless legs

Mit der Nacht von Sonntag auf Montag ist es bei mir häufig so eine Sache. In der Regel Samstag und Sonntag ausgeschlafen ist die Müdigkeit nicht ganz so groß und die „Vorfreude“ auf die Arbeit tut wohl ihr übriges um nicht ganz so zügig in den Schlaf zu kommen. Das mir aber meine Beine irgendwann zwischen 11 und 12 signalisieren, dass sie gerne laufen würden, hatte ich aber auch noch nicht erlebt! 😯

Nun, ihrem Wunsch konnte ich in der Hoffnung auf baldigen Schönheitsschlaf denn doch nicht entsprechen und bin dann wenig später auch in selbigen gefallen 😀 Vielleicht waren die Beine vom Wochenende auch einfach nur unterfordert, da ich lediglich am Samstag gerade mal gute 15 km gelaufen bin.

Am Montag konnte ich auch nicht allzu viel Kilometer hinzufügen, bin aber um die Erfahrung reicher, dass ein durch Sturmböen angepeitschter Hagelschauer so richtig weh tun kann (ja ja, der zieht vorbei …) 😆 Außerdem habe ich meinem Smartphone eine „Spider-App“ beigefügt, als es aus der Jackentasche auf den Asphalt polterte, während ich nur die Handschuhe rausfriemeln wollte 😦

Heute widerrum zeigten sich die baren Füße nicht in Lauflaune und am rechten Fuß fürchtete ich eine Rissbildung in der Sohle. Drum kürzte ich den Lauf ab und lief zum Auto zurück um dort hocherfreut festzustellen, dass die V-Runs im Beifahrerfußraum rumlagen. Zack, angezogen und wieder los. Die Fußsohle ist aber zum Glück unversehrt geblieben, die befürchtete angedeutete Rissbildung war keine.

Auf knapp neun Barfußkilometer kamen noch einmal gute neun V-Run-Kilometer obendrauf. Nach diesem Lauf sank ich auf dem Sofa in einen tiefen Schlaf und auch die Beine schienen für den Augenblick zufrieden, kamen mit den letzten drei Läufen nun doch knappe 44 km zusammen. Lange anhalten wird das wohl aber nicht, weil eigentlich könnten sie schon wieder 🙂

Abgemeldet

Heute kurz einmal ein Thema abseits vom Laufen: Irgendwann hätten wir ungefähr zu dieser Zeit Silberhochzeit feiern können, meine Hautkrankheit am Kopf und ich. Grob vor einem Vierteljahrhundert merkte ich eine kleine Stelle am Hinterkopf und vermutete einen Pickel. Der ging aber nicht weg und nach und nach breitete sich die Stelle immer mehr aus. Der Hautarzt diagnostizierte eine chronische Haarwurzelentzündung (für die Mediziner unter Euch: eine Folliculitis decalvans), die sich nur schwer behandeln läßt. Diese Diagnose wurde 1996 auch noch einmal von der Dermatologie des Klinikums Oldenburg bestätigt, wo ich fortan in Behandlung war.

Allerdings war das mit der Behandlung so eine Sache, denn die Krankheit ist selten und die Erforschung von Medikamenten lohnt sich für die Pharmafirmen nicht. Die Menge der weißen Kortisoncreme, die ich über die Jahre bis zu dreimal täglich aufgetragen hatte, hätte wohl auch gereicht um mein Wohnzimmer damit zu streichen. In den Hochphasen der Entzündung schaffte sie es kaum Ruhe in die Kopfhaut zu bekommen, genauso wenig wie die schwersten Akne-Medikamente, die es auf dem Markt gibt. Wie ein Flächenbrand breitete sich die Krankheit aus, näßte, verkrustete und blutete. Immer unterbrochen von kürzeren ruhigeren Phasen. Zum Glück war sie aber selten schmerzhaft.

Je kürzer ich die Haare trug, umso gezielter konnte ich offensichtlich die Kortisonsalbe einsetzen, je erfolgreicher war die Behandlung und ich brauchte sie nicht mehr so oft auftragen. In den letzten Jahren konnte ich dann wechselweise auch eine andere Salbe verwenden. Schlußendliche reichte dann sogar diese andere Salbe (Elidel).

Seit über zwei Jahren -meiner geneigten Leserschaft dürfte es nicht entgangen sein- rasiere ich mir die Haare ganz ab. Anfänglich war ich sehr skeptisch, ob dies meiner Hautkrankheit bekommen würde, mache ich doch ein tägliche Naßrasur. Mit Argusaugen behielt ich sie deshalb im Blick und durfte zu meiner Überraschung erleben, wie sie Monat um Monat, Woche um Woche besser wurde. Den Einsatz von Elidel reduzierte ich auf einmal am Tag und wenn ich es mal vergessen hatte, war es auch nicht schlimm. Jetzt nehme ich sie, nach Absprache mit meiner Dermatologin, gar nicht mehr. Zwei Monate ist das her und es ist nach wie vor alles ruhig. Das ungefähr Handteller große Gebiet bleibt zwar sichtbar, aber das liegt ja auch in der Natur der Sache, weil die Vernarbungen bleiben, ebenso wie Stellen wo die Haare wegen der Krankheit ausgefallen sind. Es ist allerdings keine Entzündung mehr zu sehen. Unglaublich, nach 25 Jahren verschwindet diese Krankheit, ohne das sie jemals adäquat behandelt werden konnte, wie sie gekommen ist!

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Irgendwie mag ich dem Frieden immer noch nicht so richtig trauen. Aber mit jedem Tag länger Ruhe an der Front freue ich mich ein kleines bisschen mehr, dass ich diesen ewigen Entzündungsherd los bin 🙂

Da seien die letzten beiden Läufe mal nur am Rande und der Vollständigkeit halber erwähnt. 10,2 und 5,8 Barfußkilometer, mit einer Pace mit endlich mal wieder einer 5 vor dem Komma, bei naßkaltem, windigem Wetter (Bilder von gestern abend).

Schmutzige Füße

Ich bin ja des Spanischen nicht mächtig, aber mich interessierte einfach mal was der Name meiner Laufsandalen auf Deutsch bedeutet. So habe ich „Pies Sucios“ einmal in den Google-Übersetzter eingeben und heraus kam „Schmutzige Füße“. Da mußte ich doch herzhaft lachen. Nicht nur weil „Schmutzige Füße“ schon ein sehr skuriller Name für Sandalen sind, sondern auch weil es so wunderbar zu meinem Lauf am Dienstag paßte. Da wollte ich nämlich gleich die etwas unentspannten 17 km vom Montag wieder vergessen machen und bin auf einer verhältnismäßig kurzen Runde um den Woldsee und den angrenzenden Wald gegangen. Dabei war der Weg direkt um den See sowas von matschig, dass sich sehr schnell schmutzige Füße in den „Schmutzigen Füßen“ eingestellt hatten. Wie praktisch, dass ich die „Schmutzigen Füße“ und meine schmutzigen Füße zum Ende der knapp acht Kilometer gleich im Woldsee wieder sauber machen konnte. Dabei mußte ich nur aufpassen, dass die federleichten Sandalen nicht gleich vom Wind abgetrieben wurden 😆

Ansonsten hatte sich die Mission des Vergessens des Montagslaufs erfüllt und es war ein wunderbarer Lauf. Tagsdrauf hatte ich einen noch kürzeren Lauf gemacht. Einmal rauf zur Huntebrücke, andere Seite wieder runter zum Blankenburger See und zurück. 5,4 lockere Barfußkilometer.

Am Donnerstag beim Utkiek-Lauf war ich wieder mit den „Schmutzigen Füßen“ unterwegs und nach einer Weile fragte mich Stephan „Mal Hand auf`s Herz, hast Du keine kalten Füße?“ Ich konnte ihm hoffentlich glaubhaft versichern, dass meine Füße nicht nur nicht kalt sondern sogar wunderbar warm waren.

Am heutigen Samstag habe ich die „Schmutzigen Füße“, ich will sie ab sofort aber wieder Pies Sucios nennen, klingt doch irgendwie netter, einem ersten Langstreckentest unterzogen. Irgendetwas um die 20 km + hatte ich mir vorgenommen. Zur Sicherheit, falls es irgendein Problem geben sollte, hatte ich in meinen Laufrucksack die Leguano Laufsocken eingepackt. Bei stürmischen Wetter ging es über den Bahndamm der alten Braker Bahn, vorbei an Kleinem und Großem Bornhorster See, ins Gellener Moor und weiter zur Hunte.

Zwischendurch habe ich immer mal wieder kurz angehalten und geschaut, ob speziell dort wo die Bändsel zwischen den großen Zehen und ihren Nachbarn durchgehen alles in Ordnung ist. Dabei mußte ich aufpassen, dass mir die jeweils ausgezogene Sandale nicht davon flog 😀 Auf den letzten ca. fünf Kilometern zog Regen auf und der Wind drehte noch einmal richtig auf. Da wurden mir tatsächlich die Füße sogar mal etwas kalt 😆 Darüberhinaus weichte die Haut auf und ich war denn doch froh, als ich nach 24,5 km wieder zuhause ankam. Die waren dann, gerade durch die Näße zum Ende, auch wirklich genug. Passiert ist aber nichts und es war ein super Lauf. Ich muß feststellen, dass mir die Laufsandalen „drohen“ den hochgeschätzten FiveFingers den Rang abzulaufen, so genial empfinde ich das Laufen mit den schmutzigen Füßen an den Füßen 😀

In den letzten sechs Tagen bin ich fünfmal gelaufen und es kamen dabei gute 64 km zusammen. Gar nicht mal schlecht dafür, dass gerade der erste dieser Läufe nicht so wirklich gut gelaufen war 😎

Etwas windig vielleicht

Die letzten vier Tage hatte ich mal lauffrei. U. a. auch wegen eines Erinnerungstreffen für meinen Freund Hanno in Berlin, zu dem einige Weggefährten und Freunde von ihm gekommen waren. Es war ein wunderbares Zusammentreffen mit Gesprächsrunden bei gutem Essen und einem eigens organisierten Konzert mit Cello und Klavier.

Zurück in Oldenburg galt es nach diesem Wochenende die Beine auszuschütteln. Nach den feinen Vorfrühlingstagen hat mich dazu das Wetter aber wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Um die 7°, gefühlt 2 bis 3° passen wieder zur Jahreszeit, genauso wie etwas Naß von oben. Vielleicht nur etwas viel Wind. Was die Karnevalsumzüge in den Hochburgen ordentlich durchpustete ist auch hier oben kräftig zu spüren. Nichts dramatisches, aber beim Laufen doch schon recht fordernd.

Wieder der Jahreszeit nach adäquat gewandet -ich hatte sogar mal wieder feste Schuhe, sprich die VFF, an- hatte ich die  Vorstellung nach den vier Tagen locker und flockig loszurennen. Leider erfüllte sich das nicht. Zäh und steif astete ich auf den ersten sieben Kilometern gegen den Wind an, der mich manchmal gefühlt fast bis zum Stillstand abbremste. Auch die Hoffnung das sechs Kilometer Rückenwind im wahrsten Sinne des Wortes den richtigen Schub geben würden, erfüllte sich leider nicht, ebenso wenig wie der Wechsel auf Barfuß.

Der letzte Kilometer noch einmal voll gegen den Wind gab mir dann entgültig den Rest. Immerhin standen zum Schluß gute 17 km auf dem Konto. Bei dem Wind und mit dem hölzernen Geläuf verbuche ich das als Arbeitslauf. Genuß ist dann hoffentlich demnächst mal wieder dran 😎

Die Vögel

Es ist nicht das erste Mal das ich hier die Wildgänse in den Bornhorster Wiesen erwähne. Aber was diesen „Winter“ wieder auf und über den unter Wasser stehenden Wiesen los ist, begeistert mich jeden Tag aufs Neue. Deshalb habe ich mir auch mal die Mühe gemacht herauszukriegen was für Gänse das denn überhaupt genau sind. Mit des Internets Hilfe kann ich bestimmen, dass es um Nonnengänse, auch Weißwangengänse genannt, handelt.

Abertausende dieser Vögel bevölkern die Wiesen und wenn sie aufsteigen ist das Spektakel jedesmal unglaublich. Schließlich ist das ja kein Spatzenschwarm, sondern jedes dieser Tiere würde einen ganzen Backofen füllen 😆 Wenn so ein Schwarm über meinen Kopf zieht und Schatten auf den Weg wirft, hoffe ich auch jedesmal, dass die Gänse vorher auch schon ihren Stuhlgang erledigt haben :mrgreen: Hitchcock hätte sicher seine Freude an diesen Szenarien gehabt 😀

Nebenbei sei noch erwähnt, dass es bei zwei kurzen Läufen von jeweils gut acht Kilometern für Februarverhältnisse wieder sensationell frühsommerlich warm gewesen ist. Beim ersten Lauf nahm ich deswegen mein Langarmlaufshirt nach kurzer Zeit in die Hand. 25.02.19 01

Beim zweiten Lauf zog ich es gleich vor im Kurzarmshirt zu laufen. Traumbedingungen, bei denen nicht nur die Gänse ganz aus dem Häuschen sind 🙂

Solange die Gänse noch da sind, werde ich mir das Naturschauspiel noch so oft es geht anschauen.

Gut über Winter gekommen

Der norddeutsche Winter hat es bis hierher gut mit mir gemeint, vom wochenlangen, deprimierenden Dauergrau vielleicht mal abgesehen. Aber kein Schnee und Eis erschwerten mein läuferische Tun und die Temperaturen blieben fast immer minimal- und barfußfreundlich. Trotzdem hatte ich den gesamten Winter und auch den ganzen Herbst nichts wirklich längeres mehr unter die Sohlen genommen. Wenn nicht wenigstens jeden Monat eine Etappe von unserem Lauf nach Holland dabeigewesen wäre, sähe das Kapitel noch düsterer aus. Dabei bin ich insgesamt nicht wenig gelaufen, ganz im Gegenteil, nur die Langen sind eben etwas auf der Strecke geblieben.

Da wurde es heute mal Zeit gegenzusteuern und wieder einen zweistelligen Lauf mit einer 3 vorne vor anzupeilen. Bei der Auswahl der Laufstrecke hatte ich lange mit mir gerungen und mich schlußendlich für die am wenigstens aufregende, weil schon unzählige Male gelaufe Strecke durch die Bornhorster Wiesen und entlang der Hunte, ergänzt um den Kurs um den Großen Bornhorster See,  entschieden und dass auch noch im Pendelverkehr 😯 Einmal gute 15 km hin und einmal gute 15 km zurück. Was mich da geritten hat, weiß ich auch nicht. Wahrscheinlich die Verlockung, dass ein Großteil der Strecke so schön barfußfreundlich ist. Das Wetter war mit strahlendem Sonnenschein und angenehm kühlen Temperaturen von zu Beginn 5° und zum Ende 8° vom Feinsten.

Auf den ersten 5,5 und den letzten 5,8 km trug ich wegen schlechter Wegstrecke meine Pies Sucios, zwischendrin lief ich 20 km barfuß. meine bisher zweitlängste Strecke. Alles drei zusammengerechnet kam ich auf 31,3 km im ruhigen und entspannten Tempo. Dabei blieben auch die Beine und Füße über die gesamte Distanz locker und entspannt, fein, fein 🙂

Fazit: Es geht noch über die 30 km, zumindestens solange ich nicht an der Temposchraube drehe. Der Frühling kann also kommen 🙂

Wie blöd muß man sein?

Vor kurzem schrieb ich über die musikalische Sehne im Bereich des Spanns von meinem linken Fuß. Zum Musizieren angeregt hatte ich sie durch die zu feste Schnürung der FiveFingers. Christian kommentierte daraufhin, dass ihm das völlig unverständlich sei, da er die Schnürung bei den FiveFingers immer nur gerade so fest zieht, dass er nicht rausschlüpft. Da dachte ich mir heute mal, was der Christian kann, kann ich zumindestens mal versuchen. Nach den letzten Läufen in Sandalen oder barfuß nahm ich deshalb die V-Runs zur Hand bzw. besser gesagt zu Fuß und tüdelte die Schnürung so lose wie es eben ging und nach dem Anziehen gerade so wieder an, dass die V-Runs noch am Fuß sitzen blieben und trabte los.

Zugegeben, ungewohnt war das Spiel an der Ferse, das ich eigentlich so gar nicht mag, zu Anfang schon. Aber nach sehr kurzer Zeit hatte ich mich dran gewöhnt und die FiveFingers saßen trotzdem stabil und ungewohnt unauffällig an den Füßen. 12 km  lief ich ohne Probleme und zog danach die V-Runs von den Füßen ohne das es auf dem Spann rumort hat. Und die Laschen hatten auch keine Abdrücke auf den Fußrücken hinterlassen! 😯 Wie blöd bin ich also vorher gewesen, die Schnürung so fest zu prügeln, dass ich mir damit Sehnenprobleme eingehandelt habe? 😦

Nun ja, zu meiner Entschuldigung kann ich sicher vorbringen, dass meine früheren Laufschuhpanzer, sprich die klassischen Laufschuhe, schon besagter fester Schnürung bedurften, hatte doch das Spiel an den Fersen allein schon aufgrund des Volumens und des Gewichts dieser Schuhe eine ganz andere Dimension. Wie soll ich denn auch wissen, dass sich die hyperleichten Fivefingers da ganz anders benehmen? :-/

Watt soll`s. Ich kann halt alt werden wie ne Kuh, ich lern immer noch dazu, und besser spät als gar nicht. So erfinde ich die Fivefingers quasi noch einmal etwas neu für mich und entdecke eine nochmals gesteigerte Leichtigkeit der Leichtigkeit dieser Treter.

So konnte ich die Runde an Hunte und Küstenkanal südlich von Oldenburg richtig genießen. Lediglich die entgegen der Wettervorhersage herausgekommene Sonne sorgte dafür, dass die gewählte Laufgarderobe etwas too much war. Aber hey, was bedeutet das schon gegen die neu gewonnene Erkenntnis bezüglich der Schnürung der FiveFingers? 😀

Wintergarderobe

Sonne und milde Temperaturen allüberall in der Republik. Das da auch der Nordwesten mit eingeschlossen ist, freut mich sehr, auch wenn der Winter hier oben ja bislang recht zahm war. So konnte ich am Sonntagvormittag schon ohne Jacke unterwegs sein und selbst im Langarmshirt wurde es mir da schon etwas zu warm.

Tabula rasa wurde unter der Huntebrücke gemacht, sämtliches Gehölz wurde gerodet. Dadurch wirkt das Areal nicht mehr gerade einladend 😦 Ob die Rodung schon im Zusammenhang mit dem für ab 2020 geplanten Abriss und Neubau der Huntebrücke steht? Ich weiß es nicht. Allerdings war diese Verwüstung das einzig Unschöne an dem Lauf.

Nach gut 11 km stand ich wieder vor der Haustür, hatte die Sandalen abgestreift und wollte eigentlich nur etwas abdampfen, als ich spontan und ungeplant noch einmal barfuß losgetrabt bin. Aber nur drei Kilometer. Dann wurde es doch Zeit fürs Frühstück.

Heute mittag mußte ich das Traumwetter vor seinem baldigen Ende noch einmal ausnutzen. Die Hose noch etwas kürzer und im T-Shirt, über das ich anfänglich noch den Windbreaker gezogen hatte, da der Wind etwas frischer als am Sonntag war, aber noch kurzer Zeit konnte ich doch auf ihn verzichten.

Große Aufregung herrschte im Reich der Gänse. Herrscharen von den Tieren bevölkerten die mäßig überfluteten Huntewiesen und den Himmel. Während zahlreiche Vogelbeobachter mit großen Ferngläsern und noch größeren Kameras die Vögel einfingen, versuchte ich aus meiner kleinen Digi-Knipse rauszuholen was ging 🙂 Sie hat sich tapfer geschlagen, finde ich.

Wohl auch beim Knipsen des Deichläufers, der in so einem Outfit in einem Februar noch nie unterwegs war ❗

Mit dieser Art Wintergarderobe könnte ich mich durchaus anfreunden, fragt sich nur, was ich dann im Sommer anziehen soll 😯 😆

Exot

Donnerstag, Freitag und der heutige Samstag waren drei traumhaft schöne, sonnige und milde Vorfrühlingstage. Leider ging sich zeitlich bei mir aber nur der Utkiek-Lauf aus. Da war dann nichts mehr mit Sonne, auch wenn während der Anfahrt und zum Start der schöne Untergang selbiger anzeigte, dass auch hier bald wieder Schluß sein wird mit den Dunkelläufen.

Nach meinem erfolgreichen Testlauf vom Vortag in den Pies Sucios-Sandalen beschloß ich kurzerhand diese erneut anzuziehen. Damit war ich wieder mal der Exot in der diesmal recht großen Laufgruppe. Während die Fivefingers inzwischen keine besondere Beachtung mehr finden, war das mit den Sandalen ganz anders und einige waren ganz gespannt, wie ich mit Dingern unterwegs sein werde.

Bei den Utkiek-Läufen hänge ich ja häufiger etwas durch und glänze meistens nicht mit dem größten Elan und mit Frische. So war ich auch nicht sonderlich amused darüber, dass Ralf und Uli an der Spitze zu Anfang ein verhältnismäßig flottes Tempo anlegten, hatte ich mich doch innerlich schon auf das allgemein sehr niedrige Tempo eingestellt. Aber kaum waren die ersten Anstiege der Oldenburg Hills erklommen, war alle Müdigkeit verflogen und es lief richtig locker und flockig und das Rauf und Runter in den ehemaligen Müllbergen machte mal wieder so richtig Laune. Ob es auch an den Sandalen lag? Keine Ahnung. Aber die Pies Sucios bewährten sich erneut allerbest und machten mir auf dem schottrig-steinigen Untergrund sogar mehr Spaß als die Fivefingers.

Zum Ende der üblichen Stunde, die diesmal ungefähr einen Kilometer mehr gebracht hat als gewohnt, war es dann schon reichlich frisch geworden. Aber mein Füße waren gewohnt warm und ich vermute mal, dass sich über die nächsten Wochen und Monate auch die Blicke auf die Laufsandalen legen werden. Der Exot werde ich in dieser Hinsicht aber wohl trotzdem bleiben.

 

Erlegen

… bin ich den Verlockungen der Werbung. Erst kürzlich schrieb ich hier über die Chala Evos, die ich im Internet erworben hatte. Und wie das so ist, wenn man sich im WWW etwas „ergoogelt“ hat, tauchen dann auf anderen Websites immer wieder Werbeeinblendungen dieser oder ähnlicher Produkte auf. Genauso in diesem Fall. Egal ob ich auf`s Wetter schaute oder in meinen E-Mail-Account, überall war da auf einmal die Amazon-Werbung für diese „Pies Sucios Simna Ultra Sandals“. Während die Chalas einen satten Hunni gekostet haben, lockten die Pies Sucios auch noch mit einem unschlagbaren Preis von 40 €. Da war es um mich geschehen, genauso wie meine Hand automatisch zu Schokolade greifen würde, wenn diese vor mir steht, klickte sie in diesem Fall ruckzuck die Bestellung zusammen. Ich war absolut machtlos! 😯

Zwei Tage später war es dann da, dieses federleichte Päckungen mit den spanischen Sandalen. Hineingeschlüpft und eingestellt stellte sich sofort ein Wow-Effekt ein. Nochmals leichter als die Chalas sitzen die Pies Sucios perfekt und nahezu unmerklich am Fuß. Ich stand etwas gerader und passender auf der Sohle als bei den Chalas und während man die Chalas irgendwie immer etwas spürt, merkt man von den Pies Sucios fast gar nichts, nicht einmal die Plastikschnalle auf dem Fußrücken, was ich zu Anfang befürchtet hatte, und auch nicht das Band zwischen den Zehen. Erstaunlich, dass zwei so minimale Sandalen so sehr unterschiedlich in der Wahrnehmung sein können.

Da war ich natürlich auf den ersten Lauf sehr gespannt. Der Eindruck blieb. Ein Hauch von nichts umgibt die Füße. Die Bänder und Riemen umschmeicheln den Fuß lediglich wie ein leichter Sommerschal, irre. Trotzdem lief ich sie im ersten Versuch nur gute fünf Kilometer, den Rest der höhenmeterlosen 😆 knappen 12 km legte ich barfuß zurück. Wobei ich die ultraleichten Sandalen einfach in den Hosenbund steckte, wo sie fast ebenso wenig zu merken waren wie am Fuß.

Da wollte ich es heute noch einmal wissen, wie sich die Sandale in etwas anspruchsvollerem Terrain bewehrt und bin mal alleine über die Utkiek-Hills mit ihren steinigen, schottrigen oder grasbewachsenen Wegen gelaufen. 8,4 km, auf deren sechse ungefähr 110 Höhenmeter zusammenkamen. Und was soll ich sagen? Ich bin begeistert, die Pies Sucios liegen federleicht und trotzdem stabil am Fuß. Der Halt ist hervorragend, obwohl der Fersenriemen im Gegensatz zu den Chalas nicht aus Gummiband besteht. Der Grip der Sohle überzeigt auch auf dem abwärts gelaufenen, feuchtgrasigen Rodelhang. Die Sohle dämpft Steine und Schotter gut weg und im Gegensatz zu den Fivefingers können sich auch keine Steine zwischen den Zehen durchbohren.  Erstaunlicher Weise stößt man sich die Zehen auch nicht an irgendwelchen Steinen. Cool, wirklich sehr cool.

Knapp 14 km in zwei Läufen sind sicherlich keine annähernd ausreichende Strecke für eine aussagekräftige Bewertung, aber der erste Eindruck ist überwältigend und wenn ich den Pies Sucios fürs erste überhaupt etwas anhängen kann, dann ist es das etwas platschende, an Flipflops erinnernde Laufgeräusch auf Asphalt.

Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen, wie sich meine Eindrücke weiterentwickeln, vorallem wenn ich jetzt sukzessive die Streckenumfänge ausbaue.

links Bethlehem rechts

Nanu? Ist die etappenlaufende Truppe auf ihrem Weg in die Niederlande etwa vom selbigen abgekommen? Dazu mehr im weiteren Verlauf.

Etappe 4 am gestrigen Sonntag auf unserem Winterlauf ins niederländische Bourtange. Ich muß zugeben, angesichts der Wettervorhersage hatte ich schwer mit meinem Schicksal gehadert 🙂 Täglich änderten sich die Vorhersagen für diesen Sonntag. Mal 11°, mal 6°, mal Sturm bis Stärke 10, dann nur wieder ein laues Lüftchen. Die einzige Konstante in der Vorhersage war Regen, viel Regen. Schon wieder Regen und das nachdem wir doch schon auf der dritten Etappe regelrecht abgesoffen waren.

Aber wie das so ist mit der Gruppendynamik, ich wollte da nicht das Mädchen sein, das kneift. Außerdem hätte es mir in der Seele wehgetan, wenn ich nur wegen son bisschen Wetter eine Etappe verpaßt hätte. Und so stand ich mit fünf weiteren wackeren Gesellinnen und Gesellen, die da waren Antje, Antje, Sylke, Ralf und Stephan, am Start im emsländischen Nirgendwo. Tja, und was soll ich sagen? Dieser Wagemut, sich den Elementen zu stellen, wurde belohnt. Wirklich absolut pünktlich zum Start hörte es auf zu regnen und es blieb immerhin bis Kilometer 11 trocken. Sensationell!

Somit bildeten die zahlreichen Pfützen auf den Wegen vorerst das einzige Naß, garniert mit allerlei Gezweig, das der Sturm vom Vortag von den Bäumen geschüttelt hatte. Um die Sehne auf dem linken Spann zu schonen, lief ich ausnahmsweise nicht in den FiveFingers sondern in meinen Merrell Vapor Glove, dazu das erste Mal nach geschätzt 10 Monaten mit Laufsocken. Beides sollte noch reichlich Gelegenheit bekommen sich restlos vollzusaugen.

Eine ganze Zeit lang liefen wir am Auto-Testgelände entlang, wo die noch so arg geheimen automobilen Offenbarungen der Zukunft ihre Runden drehen. Selbst am Sonntag hört man sie fahren. Zu sehen ist hinter Wällen und Wäldern aber nichts. Auch zwei Brücken, die über das Testgelände führen sind blickdicht abgeschottet. Zuvor versperrte uns ein völlig sinnfrei auf einem Weg rumstehendes Tor den Durchmarsch und wir mußten uns durchs Unterholz schlagen um es zu umgehen.

Nach einer kurzen Teatime wurde es dann aber doch wieder so richtig naß und kurz darauf bogen wir zuerst in ein kleines Wäldchen ab und dann ins Moor. Hier jubilierten nur noch unsere Gore-Tex-Schuhträger über trockene Füße, während mein minimales Schuhwerk sich mit ungefähr soviel Wasser füllte wie die Titanic bei ihrem Untergang und auch die Kamera war einfach nicht mehr trocken zu halten. Richtig krass war ein über drei Kilometer langes Wegstück am Rande des Moores, das eigentlich komplett nur aus Torf bestand. Mit jedem Schritt sank man mächtig in den Untergrund ein und Füße und Waden wurden ordentlich sprapaziert.

Aber nachdem uns das Moor wohlbehalten wieder ausgespuckt hatte, war es auch schon nicht mehr weit zum Zielort Neulehe. Der Regen hatte wieder aufgehört und wir konnten auf den letzten der gut 23 km vor dem Klamottenwechsel noch etwas abtrocknen.

10.02.19 36

Als wir dann in die Autos gesprungen waren um ins nahe Papenburg zum obligatorischen Torteessen zu fahren, fing es dann erneut an zu schütten. Kurz vor Erreichen des symphatischen Cafés mit dem schönen Namen Stövchen zeigte das Navi an: links Bethlehem rechts. Zu unserer Beruhigung durften wir aber feststellen, dass wir immer noch in Papenburg waren und das Navi auch keine Links-Rechts-Schwäche hatte. Lediglich die Straße hieß Bethlehem und da einige Straßen in Papenburg mittig von einem Kanal geteilt werden, gibt es zum Straßennamen die Zusatzbezeichnung links oder rechts. So galt es nach links auf die rechte Seite der Straße Bethlehem abzubiegen. Ist doch ganz einfach oder? 😆

Auf jeden Fall waren Torten und Kuchen extrem lecker und ich mußte erkennen, dass ich mit meinen zwei Stücken inzwischen nicht mehr alleine bin. Meinen Vorsprung mit drei Stücken wieder herzustellen ist mir allerdings nicht gelungen 😯 😀

Im Café wurde über den Termin für die Schlußetappe beratschlagt. Am avisierten ersten Sonntag im März können leider viele von uns nicht und somit wird der letzte Teil unseres Winteretappenlauf erst mitten im Frühling am Karfreitag stattfinden. Ob dann vielleicht mal die Sonne scheint?

 

 

Musik, zwo, drei, vier

Hui, fünf Tage nicht gelaufen! Schuld war wieder einmal Berlin. Der Aufenthalt von Freitag bis Montag hätte zwar das ein oder andere Zeitfenster zum Laufen gegeben, aber das absolut gruselig, graue und schneeregnersiche Wetter hatte mein Lust auf Laufen in der Stadt getötet. Ich konnt`s mir leisten, war doch der Januar mein bislang kilometerstärkster Januar überhaupt. Gute 207 km kamen zusammen. Da darf man schonmal ein Päuschen einlegen.

Der Tripp nach Berlin diente dieses Mal unter anderem dazu, eine Waschmaschine in mein Domizil zu verfrachten, die ich hier in Oldenburg günstig erstanden hatte. Während ich mit der Bahn anreiste, chauffierte ein aus Berlin stammender Kollege von mir besagte Maschine mit dem Auto nach Neukölln und schleppte sich dankenswerter Weise gleich mit in den ersten Stock. Wenig später war ich nur noch wenig amused, ist das funkelniegelnagelneue Stück doch gleich kaputt. Beim Schleudern veranstaltet sich ein derartiges, polterndes Spektakel, dass ich fürchte sie würde das altgewürdige, 115 Jahre alte Haus abreißen wollen. Nein, dieser Krach ging wirklich nicht als Musik durch.

Musik macht hingegen momentan eine Sehne im linken Fuß. Ob mir diese Musik allerdings besser gefällt als das Waschmaschinengepolter, sei aber mal dahingestellt. Ein altes, längst vergessen geglaubtes Leiden ist wieder aufgetreten. Zu fest geschnürte Laufschuhe hatten mir schon vor Jahren Probleme mit der Sehne auf dem linken Fußspann beschert. Erst nachdem ich alle meine Laufschuhe auf die Parallel-Schnürung, die zu festes Schnüren verhindert, umgestellt hatte, bekam ich das Problem in den Griff und lief fortan diesbezüglich beschwerdefrei. Die Sehne blieb aber immer empfindlich.

Nun haben meine geliebten Fivefingers aber so ein Schnellschnürsystem. Einmal gezogen *zack* fest. Noch etwas Schlupf an der Ferse, noch einmal nachgezogen, vorbei damit.  Bei meinen Lauf durch die Oldenburger Grünanlagen vom vorletzten Sonntag spürte ich dann plötzlich wieder den guten alten bekannten Schmerz vom linken Fußrücken. Zuviel Druck durch die Schnürung auf den Spann. Seit dem macht die Sehne wieder Musik 😦

Drum muß ich versuchen, diesen Schnellspanner dahingehend zu entschärfen, dass er nicht die gesamte Schnürung zu straff zieht. Sollte das nicht klappen, kann ich das System nur durch einen herkömmlichen Schnürsenkel ersetzen, den ich dann wieder in bewährter Parallelschnürung einfädeln kann.

Beim Barfußlaufen  habe ich solche Probleme natürlich nicht. Trotzdem schlüpfte ich heute nach nur einem Kilometer in die V-Runs, die ich im Beutel dabei hatte. Naßkaltes Ekelwetter verdarb mir etwas die Laune und den Barfußlaufgenuß. Nach acht Kilometern wanderten die V-Runs dann aber doch wieder zurück in den Beutel, da war es mir warm, und die bis dahin weitestgehend ruhige Sehne wurde belohnt und von jeglichem Druck befreit.

Merke: Auch einem Barfußläufer kann der Schuh drücken. Aber da kann ich ja etwas dran ändern. Musik gefällt mir nämlich auf andere Weise besser. Da braucht weder eine Waschmaschine einen auf AC DC, noch die Sehne einen auf singende Säge machen :-/

Kindliche Ungeduld

Nachwuchs im Minimalschuhstall des Hauses Deichläufer! Auch wenn sich aus der ganzen Schuhschar inzwischen die FiveFingers als absolule Favoriten herauskristallisiert haben, wird es Zeit die nächste Evolutionsstufe zwischen FiveFingers und Barfuß zu zünden. Zwischen Wenig und Nichts paßt noch Sehr wenig und das sind in diesem speziellen Fall Lauf-Sandalen.  Bislang fand ich es völlig abwegig in diesen minimalen Sandalen laufen zu können. Mit diesem Flipflop-Steg zwischen den Zehen verband mein geistiges Auge ein Kreissägenblatt, dass sich zwischen dem großen Zeh und seinem Nachbarn in den Fuß fräst. Ob aber so ein Fußmassaker stattfindet oder nicht, läßt sich nur durch Versuch herausfinden.

Die passende Schlappe für diesen Versuch zu finden gestaltete sich dabei als gar nicht so einfach. Die recht bekannten Lunas in Deutschland bzw. Europa in meiner Größe zu finden, ist mir leider nicht gelungen. Drum fiel meine Wahl auf die in Deutschland in Handarbeit hergestellten Chalas. Das Laufmodell hört dabei auf den sperrigen Namen Chala Evo 4.O XRD. Dieser Name könnte auch für einen SUV eines Premium-Automobilherstellers stehen und der Preis von knapp 100 € hat auch Ähnlichkeit damit 😯 Viel Geld für eine Sohle mit ein paar Strapseln dran, …

29.01.19 00

… aber wir Läufer sind ja dafür bekannt, dass bei Goodies für unseren Sport der rationale Verstand gerne mal aussetzt 😆 Und schließlich sind sie ja auch Handarbeit 🙂

Und verwandelt sich der Steg nun in eine Kreissäge? Nein, tut er nicht. Wobei der Steg auch nur ein Bändsel ist. Heute bin ich gut 10 km mit den Dingern gelaufen und gestern schon einmal 5,5 km bei Nässe (siehe unten). Am linken Fuß lief alles zu 100 % problemlos, am rechten machte sich besagtes Bändsel aber schon bemerkbar und zum Ende der heutigen 10 km war die Haut ganz leicht angekratzt. Da muß ich in Bezug auf lockeren aber auch festen Sitz noch etwas experimentieren. Ansonsten laufen sich die Dinger sehr unauffällig. Näher an barfuß ist dann wirklich nur noch barfuß.

Der Schutz der Fußsohle ist mit den Laufsandalen aber sehr effektiv. Der Vorteil der Laufsandalen wird für mich in erster Linie sein, dass ich sie bei einem Barfußlauf problemlos mitführen und bei Bedarf ruckzuck anziehen kann.

Apropos Anziehen: Gestern kamen die Chalas an und ich war so heiß darauf die gleich einmal auszuprobieren, dass ich in kindlicher Ungeduld schnell noch nach Feierabend eine Runde mit ihnen gelaufen bin. Dabei hatte ich stumpfdumm ignoriert, dass just zum Laufstart ein Schneeregen-/Schneeschauer aufzog. Einhergehend mit ekelig kaltem Nordwind sank die Temperatur rasend schnell gen Null und die kurzen Tight zusammen mit barfuß in Sandalen wurden dann doch eine arg erfrischende Herausforderung. Aber so konnten die Chalas gleich unter Beweis stellen, dass sie auch dem nassen Fuß als solchem und auch auf rutschigen Untergrund sehr guten Halt bieten.

Aber nicht nur der Kälte wegen waren die ersten 5,5 km in den neuen Laufsandalen genug. Nässe, barfuß und noch nie getragene Sandalen hätten auf längerer Strecke sicher die Haut geschreddert. So aber war alles gut gegangen und nur die Beine zeigten, dass man nicht nur von Sonnenbrand knallrote Haut bekommen kann 😆

Den Rücken zugedreht

Freitag hatten wir Schnee! 😀 Aber nur ein paar Stunden lang 😦 Da blieb nicht einmal die Zeit eine lange Hose anzuziehen um das zu genießen 😆

Am heutigen Sonntag umgab mich dann schon wieder das ewig währende, typisch norddeutsche Schmuddelgrau. Da gelüstete es mich wenigstens beim Laufen nach etwas Abwechselung. Meine klassischen Laufreviere à la Bornhorster Seen, Bornhorster Wiesen oder auch das Gellener Moor liegen alle nach Osten raus. Weil wenn ich diesen meinen Laufgebieten den Rücken zu drehe, liegt lediglich die Stadt vor mir. Zum Laufen nicht sonderlich reizvoll. Aber trotzdem drehte ich heute meinem Laufrevier den Rücken zu und steuerte genau die Stadt an. Dabei hatte ich mir ein Park- bzw. Grünanlagenhopping vorgenommen um doch halbwegs in der Natur unterwegs zu sein. Auf gings.

Die Innenstadt läßt sich schon einmal recht gut über verkehrsarme und idyllische Strecken ansteuern, …

… dann folgen die Weser-Ems-Hallen und die EWE-Arena …

… und es geht weiter über den Hafen in die Innenstadt …

… um zu erst in den Schloßgarten einzutauchen …

… in dessen unmittelbarer Nähe der Eversten Holz folgt.

Weiter geht es, an meinem momentanen Bürostandort vorbei, zu den Dobbenwiesen und -teichen. In Oldenburgs teuerster Wohnlage befinden sich auch der ehemalige Oldenburger Landtag und das ehemalige Oldenburgische Staatsministerium.

Als nächstes folgte der Botanischen Garten, der entgegen den angeschlagenen Öffnungszeiten geschlossen hatte. So konnte ich ihn nicht durchqueren, was mir einen Umweg zum Vahlenhorst, dem nächsten kleinen Wäldchen, bescherte.

Vom Vahlenhorst ging es weiter zum Kleinen Bürgerbusch …

… und seinem großen Bruder mit dem Namen -Achtung, Überraschung- Großer Bürgerbusch. Hier kann sich der geneigte Läufer auch auf einer einen Kilometer langen Finnbahn vergnügen.

Kurz vor zu Hause umkurvte ich noch den Flötenteich mit dem direkt an seinem Ufer liegenden Freibad …

… bevor ich etwas weiter als finale Grünanlage den Grünzug hinter unserem Haus entlang lief.

Die Streckenlänge hatte ich im Vorfeld nicht geplant und heraus kommen 21,7 km in seeeeeehr ruhigem Tempo. Kuriosum am Rande: Bei einem Zwischenstopp bei 16,4 km hatte ich versehentlich den Lauf nicht gestoppt sondern gespeichert. Auf diesem Abschnitt hatte ich einen durchaus plausiblen Durchschnittspuls von 137. Auf den weiteren 5,3 km, die ich sogar noch etwas langsamer unterwegs war, hatte ich angeblich einen Durchschnittspuls von 162. Da hege ich meiner neuen Laufuhr gegenüber doch einen gewissen Zweifel was die Richtigkeit angeht.

Wie dem auch sei, die abwechselungsreiche Strecke hat zwar am Dauergrau nichts geändert, aber es war halt mal etwas anderes. Das kann ich durchaus noch einmal wiederholen, wenn es wieder etwas grüner ist.

27.01.19 38

 

  1. Schloßgarten
  2. Eversten Holz
  3. Dobbenwiesen und -teiche
  4. Botanischer Garten
  5. Vahlenhorst
  6. Kleiner Bürgerbusch
  7. Großer Bürgerbusch
  8. Flötenteich

First Crash

Mein Läuferleben ist in jüngster Vergangenheit nicht gerade arm an Neuerungen und Premieren. Umstellung auf Natural Running, 21 km barfuß, Marathon in FiveFingers, 2018 das erste Jahr ausschlußlich in Minimal/barfuß usw usf.

Und heute kann ich meiner ja gerade erst 14 Jahre alt gewordenen Läufervita eine weitere Premiere hinzufügen: Ich habe mich das erste Mal auf die Fresse gepackt. Einfach so, mitten aus dem Lauf, auf Asphalt. Ich merkte nur wie der rechte Fuß stockte und -rums- lag ich da. Schnell rappelte ich mich wieder hoch. Kurzer Systemcheck: rechter Handballen brennt, rechte Hüfte und rechter Ellenbogen auch. Um nicht auf die Knie zu krachen habe ich mich wohl irgendwie zur rechten Seite abgerollt. Tight, Jacke und die zum ersten Mal getragenen, gerade erst heute erworbenen Handschuhe, alles unbeschädigt. Einen Moment habe ich überlegt wieder nachhause zu traben, der kürzeste Weg wären nur knapp drei Kilometer, aber da nichts wirklich dramatich weh tat, habe ich meinen Lauf doch normal fortgesetzt.

Offensichtlich bin ich diesen Dunkellauf etwas zu meditativ angegangen. Der Asphalt war trocken und hatte lediglich eine leichte Wölbung, da sich dort ein Kanaldeckel befand. Diese Wölbung wird es wohl gewesen sein, an der ich hängengeblieben bin. Gut in diesem Fall auch, dass ich nicht der Schnellste bin, ich dürfte in dem Augenblick mit ziemlich exakt 10 km/h unterwegs gewesen sein. Ob der Sturz auch für den hohen Durchschnittspuls verantwortlich war? Mit 160 bpm lag er 20 bis 25 Schläge höher als üblich.

Egal, bis auf das kleine Missgeschick war es ein cooler Lauf in frostiger Dunkelheit …

24.01.19 03

… und die neuen Handschuhe hatten mit den – 5° C auch keine Probleme. Dabei war sie für 10 € ein echter Schnapper, die nicht nur Kälte abhalten sondern auch Stürze abmildern 😀

Ein Sturz in 14 Jahren ist ja eine recht gute Quote denke ich mal. Ich bin zwar vor Jahren auch schon einmal auf einer unter frischgefallenen Schnee versteckten gefroren Pfütze ausgerutscht, aber solche Heimtücke zähle ich mal nicht mit 🙂

Schmunzeln mußte ich bei der Gelegenheit auch über meine ablehnende Haltung auf einige Kommentare zu meinem letzten Post, ich solle doch noch Schlittschuhlaufen lernen. Ne ne, beim Schlittschuhlaufen ist mir das Sturzrisiko viel zu groß. Finde den Fehler 😆

Immer wieder neue Entdeckungen

Diesen Januar feiere ich mein 14-jähriges Laufjubiläum und durch meine Barfußlauferei mache ich zur Zeit noch wieder reichlich neue Entdeckungen. So durfte ich heute erfahren, dass etwas bleiche Januar-Sonne reicht um Asphalt schon geringfügig zu erwärmen. Diese Wärme übertrug sich ruckzuck auf die Füße, dabei rechnete ich mit ausgesprochener Frische, denn die um die 0 ° fühlten sich durch den eisigen Wind um einiges kälter an.

22.01.19 01

Die zweite Erkenntnis des Tages: Durch Schafe sehr kurzgehaltene Grasnarbe ist gefroren sehr hubbelig und nahezu so hart und pieksig wie Schotter. Drum zog ich den Asphalt vor, schließlich bin ich doch kein Fakir, bin ich nämlich nicht 😀


Mit dem Wind lief es sich sehr angenehm, aber mit dem Wind von vorne biss dieser doch in die zu dünn gehandschuhten Hände und in die Oberschenkel. Durch die Fußbodenheizung war es aber nicht zu kalt für Foto- und Videospielereien 😆

Slowmotion und Superslowmotion in einem Video. Warum das so hintereinander folgt weiß ich aber selber nicht 🙂

Man kann statt Barfuß- aber auch Schlittschuhlaufen. Ich bleibe aber lieber bei ersteren, habe ich doch auf letzteren noch nie gestanden 😀

Ein Hauch von Winter

Dicke, nasse Flocken während eines Schneeschauers läuteten am Donnerstag Abend auf unserer Utkiek-Runde einen Wetterwechsel ein. Wenn der Schnee auch keine Chance hatte liegenzubleiben, machte das Gestöber im Lichtkegel unserer Lauflampen kurzzeitig fast blind und setzte sich u. a. schaumartig in meine dezente Gesichtsbehaarung 🙂

Tagsdrauf war es dann trocken und kälter und etwas Merkwürdiges zeigte sich am Himmel. Google erklärte diese Merkwürdigkeit als Sonne. Ein cooles Ding, bringt es nach gefühlt unendlichem Dauergrau doch Licht und hinter schrägen Dachfenstern sogar Wärme. Faszinierend!

Am heutigen Sonntag wollte ganz ganz viele Menschen dieses Himmelsphänomen bestaunen und bevölkerten meine Laufstrecken. Zuerst automobil und dann zu Fuß. Komplette Strecken per pedes zurückzulegen ist wohl nur uns Läufern gegeben 😀 Nur die Graugänse, die auf einer Wiese zwischen kleinem und großem Bornhorster See rasteten waren an der Zahl noch größer.

Auch der Parkplatz an meinem Huntelaufrevier war rappeldicke voll. Das Wetterchen war aber auch vom Feinsten, um die 0 ° und so gut wie kein Wind. Lediglich die Sonne war ob der vielen Aufmerksamkeit offensichtlich leicht verschreckt und versuchte sich hinter dünnen Wölkcken zu verstecken. Im Slalom umkurvte ich die Spaziergänger, wohlwissend, dass diese sich auf einem Rundkurs bewegen, den ich wenig später geradeauslaufend verließ. Fortan hatte ich nahezu meine Ruhe und lief auch noch ein kurzes Stück barfuß.

Nach knapp 17 km war ich wieder zuhause. Diese klare, kalte und ruhige Winterluft war ein Genuß und das beste ist, dass uns dieses Wetter sogar noch ein paar Tage erhalten bleiben soll. Das finde ich gut, so haben die Sonne und die Menschen wieder die Möglichkeit sich etwas aneinander zu gewöhnen und ich hoffentlich bald schon wieder nicht mehr ganz so viel Volk auf meinen Wegen 😀

Profillos

Nein nein, mit dem Titel möchte ich nicht ins Politische abgleiten 😛 Vielmehr geht es um meine erneute Erfahrung, dass schuhlos auch profillos laufen bedeutet. Die heutigen zwei Kilometer auf der regennassen und matschigen Krone des Huntedeichs kam ich mir vor als würde ich mit dem Auto gerade sommerbereift durch die Alpen fahren. Die Traktion ließ doch erheblich zu wünschen übrig 😆 Der Weg am Fuße des Deiches war da dann doch erheblich besser laufbar.

Nicht nur bei solchen Schlitterläufen fasziniert es mich immer wieder wie warm die Füße bleiben. 6°, die sich durch Wind und Regen noch kälter anfühlten, sind gar nicht zu merken, während ich über nasses Gras, durch Matsch und durch Pfützen laufe. Der restliche Körper hingegen ist logischerweise dankbar für Isolation gegen Temperatur, Wind und Regen.

In der Regel sind die Füße nach ca. zwei Kilometer auf Betriebstemperatur. Davor komme ich allerdings schon ab und zu schon mal in die Versuchung umzudrehen und mich ins Warme zu verziehen oder gar Schuhe anzuziehen 😆 Aber dann wäre ich ja wieder nur darum bedacht, der größten Nässe auszuweichen, damit die Füße in den Schuhen nach Möglichkeit trockenbleiben. Und eingesaut sind die Schuhe dann auch gleich wieder. Für die Füße hingegen braucht es zum Schluß nur eine Pfütze oder etwas nasse Wiese und schon ist alles wieder blitzeblank 🙂

Bei ähnlichen, lediglich noch etwas frischeren Wetterverhältnissen wie am Sonntag reichte mir heute allerdings die Hälfte der Strecke von Vorgestern, man muß auch mal bescheiden sein! 😀

Widrigkeiten

*** 13. Januar 2019 *** Etappe 3 auf unserem Weg von Oldenburg in das niederländische Bourtange *** Diesmal die Strecke von Friesoythe in das emsländische Bockhorst *** 21 Kilometer ***  Teilnehmer: Antje, Sylke, Axel, Ralf, Stephan und ich *** Wetter? ____ ***

Mit dieser newsticker-ähnlichen Aufzählung könnte man es ja schon fast belassen, wenn, ja wenn da nicht noch das Wetter fehlen würde. Und das Wetter war … nun ja … irgendwie recht beständig 🙂

Aber fangen wir mal von vorne an. Treffpunkt war das Ziel in der Nähe von Bockhorst, von dort aus ging es wie üblich zum Startpunkt, der das Ziel der vorherigen Etappe war. So wurden am Treffpunkt die Taschen und Rucksäcke mit den Wechselklamotten in die dort verbleibenden Autos verfrachtet und mit Stephans Siebensitzer ging es dann zum Start. Dort angekommen verwies Sylke auf einen einsamen Rucksack im Kofferraum. Wem gehört der denn? Mir natürlich 😦 Irgendwie war ich zu verpeilt gewesen und habe meinen Rucksack nicht in eines der beiden anderen Autos umgeladen. Angesichts des Wetters wahrlich mehr als ein Ärgernis, schließlich regnete es ohne Unterlaß. Das war Widrigkeit Nr. 1. Allerdings konnten die nötigsten Klamotten dann doch, aufgeteilt auf die Laufrucksäcke von Sylke, Ralf und mir, mit die Reise zum Ziel antreten.

Aufgings, wobei wir fast das traditionelle Startgruppenfoto vergessen hätten. Das wurde an der ersten Abzweigung schnell nachgeholt und wenig später war es vorbei mit befestigten Wegen und noch etwas später sogar mit dem Weg als solchen. Ein Tor zu einem Hafengelände am Küstenkanal versperrte den früher dort vorhandenen Weg und es ging -Widrigkeit Nr. 2- über weglose Feld- und Flur um das Hafengelände drumherum. Zum Glück war die Strecke aber nicht allzu weit.

Kurz darauf konnten wir ein für diesen Lauf symbolträchtiges Bild aufnehmen. Die am meisten bekleideten Läufer mögen bitte vortreten 😆

Die Hauptwidrigkeit war schlicht und ergreifend der Regen. Starker Regen, Nieselregen, Regen, bis auf wenige Minuten regnete es ohne Unterlaß. Und das wo ich doch gerade erst im vorherigen Post meine momente „Liebe“ zu Regenläufen gestanden hatte 😀

Per se war die Strecke gar nicht schlecht, viele Wege führten uns abseits jeglichen Verkehrs durch weite, teils moorige Landschaften. Die vielfach sandigen Wege wären perfekt zum Laufen und zum Schauen gewesen, wenn man nicht immer darauf bedacht gewesen wäre den teils ozeangroßen Pfützen auszuweichen 😆 Auch hatte ich zwischenzeitlich Bedenken, ob die V-Runs für diesen Lauf eine gute Wahl gewesen sind. Auf dieser Distanz fürchtete ich aufgrund permanenter Näße und aufgeweichter Haut doch eventuelle Scheuerstellen und Blasen. Die vorsichtshalber mitgeführten Zehensocken hätte ich aber nie über die nassen Füße bekommen. Diese Sorge blieb aber unbegründet und so pflügte ich dann auf den letzten zwei Kilometern ohne Rücksicht auf Verluste durch die Pfützen.

Die von uns heißgeliebte zwischenzeitliche Rast begrenzten wir auch auf ein Minimum, komplett naßgerechnet hatte keiner Lust auszukühlen. So war wir auch sehr schnell an der Gedenkstätte des Konzentrationslagers Esterwegen vorbei, in dem u.a. auch Carl von Ossietzky inhaftiert war, dem Namensgeber der Universität Oldenburg. Bekannt geworden sind die mehren Emslandlager durch das Lied der Moorsoldaten.

Zurück von diesem kleinen geschichtlichen Exkurs zu unserem Lauf. Auf den letzten Kilometern drehte der Regen noch einmal richtig auf und auch der Wind nahm noch zu. In der freien Landschaft war die Näße einfach überall. Von außen, von innen, von unten. Unser aller Regenklamotten hatten schon längst kapituliert und auch Stephans brandneue Gore-Tex-Schuhe konnten sich aufgrund des von den Beinen herauflaufenden Wassers und durch die sich vollgezogenen Socken der eindringenden Näße nicht länger erwehren. Meine Laune verhagelte der Gedanke daran, dass meine Wechselklamotten in den Rucksäcken sicher nicht trocken bleiben würden. Sicher war niemand böse als wir dann unser Ziel erreicht hatten und der Regentropfen, der auf sich just zum Schlußgruppenbild auf die Kameralinse setzte, setzte noch einmal ein abschließendes Symbol für dieses feuchte Vergnügen.

Wider Erwarten waren aber zumindestens Wechselpullover, -hose und -schuhe doch halbwegs trocken geblieben, was meine Laune sofort spürbar steigen ließ. Wäre es doch eine Katastrophe gewesen, wenn ausgerechnet ICH mangels trockener Klamotten für einen Ausfall des Torteessens gesorgt hätte 🙂 Und so konnten im Café nicht nur die Hände wieder warm werden, sondern die gesamten, üppig mit Brennstoff versorgten Körper.

So fiel für mich auch die letzte Widrigkeit kaum mehr ins Gewicht: Als ich in Oldenburg von Stephans auf mein eigenes Auto umgestiegen bin und die letzten Kilometer nachhause fuhr, hatte gerade das 1. Bundesliga-Heimspiel der EWE-Baskets geendet und ich stand noch etwas im Stau, bevor ich mich auf Nebenstrecken nachhause schleichen konnte.

Fazit: Das war bislang das schlechteste Wetter aller bislang gelaufenen Etappen der vergangenen drei Winter. Das hat etwas von der ansonsten ganz schönen Strecke abgelenkt und es wurde auch unterwegs weniger gequasselt. Aber auch unsere Schnacklust wurden im Café ganz schnell wieder warm 😀 Schlußendlich sind wir gelaufen und hatten unseren speziellen Spaß. Das zählt!

Regenfreude! Regenfreude?

Wenn man sich an das gerade vergangene Dürre- und Hitzejahr 2018 erinnert, mag man kaum glauben, dass das Jahr 2017 hier im Norden das genaue Gegenteil gewesen ist. Regen, Regen, Regen, wochenlang, monatelang. Soviel Regen, dass selbst meinereiner, dem bis dahin kein Regen zuviel, kein Wetter zu uselig sein konnte, die Sch… pardon die Nase vom ewigen Naß gestrichen voll hatte.

Nun laß ich gerade heute bei der Doris von Regenfreude, der sie sich auch noch im durch den Regen produzierten Schneematsch hingab. Normalerweise hätte ich ihr die Bedingungen geneidet, aber diesmal rümpfte ich nur etwas die noch gestrichen volle Nase.

Zwar weiche ich nach wie vor keinem Regen aus, aber wenn ich sonst ganz traurig war, weil es regnete wenn ich nicht laufen konnte und dieser Regen dann zum Laufen schon wieder vorbei war, so bin ich jetzt nicht böse wenn sich die Pladderei zum Laufen bereits wieder verzogen hat.

Scheinbar nicht umsonst war der Oktober in 2018 mein laufstärkster Monat, weil warm, sonnig, trocken, herrlich. Aber naß, naßkalt? Bäh! Fehlt nur noch, dass ich den Wind auch nicht mehr, dann wirds ernst :mrgreen:

Schon interessant wie sich die Befindlichkeiten so verändern und ich bin gespannt ob und wann die Regenfreude bei mir wieder zurückkehrt.

Gestern habe ich ob des strömenden Regens gepaart mit Sturm tatsächlich das Laufen geschwänzt bzw. auf heute verschoben (klingt besser). Weil für heute war Sonne angesagt. Die war auch da, wenn auch der kalte Nordwind die realen 4° gefühlt leicht ins Minus trieb und trotz Handschuhen für kalte Hände sorgte.

regen1

Gestern Regen und Sturm

 

Aber, wie gesagt, kein Regen 🙂 Apropos Regen: Ob es bei uns wohl diesen Winter auch noch Schnee gibt? Und wenn ja, habe ich da denn Bock drauf? Egal, es kommt wie es kommt. Im Moment ist er ja zwischen dem Norden und manchen Regionen im Süden doch etwas ungleich verteilt 😆

 

 

 

Holprig

… startet für mich das Jahr 2019, gepaart mit einer traurigen Nachricht aus Berlin. So bin ich froh, dass wenigstens läuferisch nach wie vor alles in der Spur ist.

Beim einem ersten Lauf 2019 am Neujahrstag ließ sich sogar die Sonne nicht lumpen und zeigte sich pünktlich zum Laufstart um ebenso pünktlich zum Endes des Laufs wieder zu verschwinden.

Auf dem letzten Kilometer begegneten mir noch Pia und Axel, die auch gerne an den Etappenläufen teilnehmen. So ist lauftechnisch der Start in das neue Jahr sehr angenehm gewesen.

Donnerstags sammelte ich über Mittag die ersten Barfußkilometer …

… und lief abends am Utkiek für mich alleine, um die schlechte Nachricht aus Berlin zu verdauen.

Am heutigen Sonntag folgte der erste längere Lauf des neuen Jahres bei sehr gemischtem Wetter. Er schlug mit gut 20 km zu Buche.

Schauen wir mal wie dieses Jahr so weitergeht. Ob ein Weg zu Ende geht oder erst anfängt liegt schließlich immer im Auge des Betrachters 🙂

06.01.19 03

Besonders und spannend oder besonders spannend

Auf den letzten Drücker in diesem Jahr erscheint jetzt auch noch mein Rückblick auf mein Laufjahr 2018. Es war ein besonderes und spannendes, ja wirklich ein besonders spannendes Jahr für mich. Galt es doch die 2017 begonnende Umstellung auf das minimale Laufen voranzutreiben. Die Frage war: Kriege ich das hin? Vorallem beschwerde- und verletzungsfrei? Heute kann ich sagen: Ja, es hat geklappt. 2018 bin ich ausschließlich mit null Dämpfung und null Sprengung unterwegs gewesen. Bis auf eine zeitweilige Muskelverhärtung in der Wade gab es über das Jahr auch null Probleme. Das macht mich glücklich und dankbar.

Lediglich mein eh schon bescheidenes Tempo ist im Rahmen der Umstellung noch etwas weiter gesunken, Vorsicht ist bekanntlich die Mutter der Porzellankiste. Daran ändert auch nichts, dass ich dieses Jahr zwischendurch auch die schnellsten Kilometer meines bisherigen Läuferlebens gerannt bin.

Mit Herzklopfen sah ich auch dem Berlin-Marathon entgegen. Kann ich den minimal laufen? Ist das nicht noch zu früh? Wird das nicht zuviel? Die Vorbereitungskilometer verliefen allerdings absolut problemlos und so schwenkte ich in meiner Planung, den Marathon in den Merrell Vapors zu laufen, sogar noch einmal zugunsten der V-Runs um. Und wenn es auch der langsamste meiner bisherigen Marathons gewesen ist, 42,195 km mit den FiveFingers an den Füßen: I did it ❗

Ausgebremst wurde ich in diesem Jahr lediglich durch eine Grippe, eine kleine OP und durch den Hitzesommer, der einfach nichts für mein Naturell gewesen ist. Noch nie lief ich in einem Jahr so viel nicht nur unten ohne, sondern auch oben ohne. Entgegen meines Statistik-Splins habe ich diese Shirtless-Kilometer allerdings nicht zahlenmäßig erfaßt 😆 Der ein oder odere Lauf endete aufgrund der Hitze auch mal im Woldsee oder im Kleinen Bornhorster See, dass war herrlich!

Apropos Statistik: Abschließend mit meinem heutigen Lauf kamen 2030 km zusammen. Damit ist die magsiche 2.000er Grenze das dritte Jahr in Folge gefallen. Das war im Rahmen meines Umstellungsprogramm weder zu erwarten noch beabsichtigt. Genauso wenig wie die Tatsache, dass mit gut 551 km (27,17 % aller Jahreskilometer) die blanken Füße am zweithäufigsten zum Einsatz kamen. Den Löwenanteil, nämlich 1.161,8 km, lief ich in meinen inzwischen absoluten Favoriten, den FiveFingers (V-Runs: 915,8 und V-Trails 246 km). Die verbleibenden 317 km verteilten sich auf mein restliches Minimalschuhsammelsurium.

Das Fazit für dieses besonders spannende Laufjahr 2018: Die Umstellung auf das Minimal- und sogar ein Stück weit auf das Barfußlaufen ist gelungen. Etwas schneller als ich mir dachte und vorgenommen hatte. Ich bin extrem zufrieden und werde dieser Art des Laufens definitiv treu bleiben.

Und wie soll es 2019 weitergehen? Einfach nur laufen, laufen, laufen ❗ Im kommenden Jahr werde ich mich weitestgehend freihalten von irgendwelchem Lauftermin“streß“. So wird es keinen Syltlauf, keinen Hermannslauf und keine Marathon geben. Lediglich ein Halbmarathon, ein ganz spezieller und vorallem besonders kurzer Lauf und der dritte Teil eines gewissen Staffellausf stehen auf dem Programm. Reicht! Laufen um des Laufens Willen, ich freue mich darauf.

Euch allen ein gutes, glückliches und vorallem gesundes…

31.12.18 01

 

 

 

Muskelkater

Eineinhalb freie Feiertags-Wochen nahezu ohne Sonne, nur trüb und grau. Das muß erst einmal aushalten können 🙂 Die läuferische Bewegung halte ich im Augenblick auch etwas gedeckelt, einem hartnäckigen Husten zur Liebe. Was also anfangen mit der vielen freien Zeit?

Da kam mir in den Sinn, dass ich doch im März diesen Jahres auf Sylt aus einer Laune ein Puzzle vom Hörnumer Leuchtturm gekauft hatte. Gepuzzelt habe ich seit meiner Kindheit nicht mehr. So habe ich gestern mal spontan die Puzzleteile auf dem Fußboden ausgebreitet und bin seitdem mit Begeisterung dabei, das Bild zusammenzufrickeln. Ich konnte ja nicht ahnen, dass das Rumgerutsche auf dem Boden für einen alten Mann in den Fünfzigern offensichtlich eine erhebliche Anstrengung bedeutet, die sich heute in Form eines ausgewachsenen Muskelkaters in beiden A….backen, pardon im Allerwertesten ausdrückt 😆

Aber egal, frei nach dem Motto: Der Schmerz geht, der Stolz Spaß bleibt, puzzle ich fleißig weiter, bis das Meisterwerk vollendet ist 😎

Sonderkonjunktur

Alle Jahre wieder zur Weihnachtszeit erlebt mein Blog eine kleine Sonderkonjunktur. Jedes Jahr zur festlichen Zeit kämpfen die Menschen offensichtlich mit den guten Tagen und besinnen sich dann googelnder Weise des Goethe zugeschreibenen Zitats „Nichts ist schwerer zu ertragen als eine Reihe von guten Tagen“ und landen auf einem Blogbeitrag von mir vom 01.01.2012. Somit ist dieser Blogbeitrag tatsächlich der mit den meisten Klicks ever und wird es wohl auch bleiben, weil wie gesagt: Alle Jahre wieder … Witzig 😀

Damit für mich die Reihe von guten Tagen leichter zu ertragen ist, bin ich am Heiligabend noch eine ausführliche Runde gelaufen. Und zwar ohne Begleitung, mit einer Beleidigung und einem netten Gespräch. Ohne Begleitung, weil mein traditioneller Weihnachtslaufpartner Heimo erkältungsbedingt absagen mußte. Mit einer Beleidung, weil mich eine entgegenkommende Fahrradfahrerin aufgrund meiner Barfußigkeit als bescheuert bezeichnete. Ich rief ihr daraufhin Frohe Weihnachten hinterher, allerdings ergänzt um eine unflätige Bemerkungen. Es hat mich schon geärgert mich beleidigen lassen zu müssen, aber im weiteren Laufverlauf tat mir die Frau fast schon wieder leid. Wie armselig muß man sein, am Heiligabend Leute zu beleidigen, nur weil sie irgendwie anders sind.

Dafür war wenig später ein Gespräch mit einem Liegeradfahrer umso netter. So fand er z. B. meine Tattoos toll und mußte mir auch unbedingt seine zeigen, wozu er die Hosenbeine hochzog und auf der linken Wade u. a. ein „Links“ und auf der rechten Wade u. a. eine „Rechts“ zum Vorschein kam. Damit war die Welt dann für mich auch wieder in Ordnung und …

…. 17 nicht komplett barfüße Kilometer später war ich wieder zuhause und bereit fürs Fest 🙂

Heute holte ich mir den Appetit für das letzte dicke Weihnachtsessen bei einem Vormittagslauf. Zeitlich bedingt zwar nur knapp acht Kilometer, aber immerhin. Dabei begleitete mich auf dem kurzen Trip zum Großen Bornhorster See und zurück eine ruhige, nebelige Wetterlage .

Mit diesen beiden Läufen waren und sind die Weihnachtstage für mich gut zu ertragen. Ich hoffe, dass es Euch ähnlich geht und wenn nicht landet er eventuell über den Umweg Goethe auch auf meinem Blog 😆

Wiehnacht op`n Utkiek

Nichts ist wohl so mit Traditionen behaftet wie Weihnachten. Da ist es natürlich inzwischen auch eine schöne Tradition am letzten Donnerstag vor Weihnachten nach unserem „Berglauf“ auf dem Utkiek eine kleine Weihnachtsfeier abzuhalten.

So bekam ein ansonsten nicht gerade einladend wirkender, graffitiverschmierterverzierter Unterstand ruckzuck ein gemütlich-festliches Ambiente und auch der vorher munter plätschernde Regen hörte exakt zu Beginn des geselligen Beisammenseins auf.

Allerdings waren Uli und ich beim letzten Vorweihnachts-Utkiek-Lauf nicht dabei. Ein schwerer, tragischer Verkehrsunfall hatte schon seit mittags zu einer stundenlangen Vollsperrung der Stadtautobahn geführt, woraufhin der Vorweihnachtsverkehr im gesamten Stadtgebiet und auf allen Ausweichstrecken zusammengebrochen war. Wir kamen deshalb erst mit erheblicher Verspätung am Utkiek an. Als wir endlich dann endlich eingetroffen waren, hätten wir uns für gerade noch um die vier Kilometer Laufstrecke naßregnen lassen können. Das hatten wir uns denn auch gespart und gingen gleich zum geselligen Teil über.

Bei allerlei Köstlichkeiten und Heißgetränken standen wir im gemütlichen Klönschnack beieinander bis …