Geborgen

Irgendwie konnte ich es doch nicht mit ansehen, wie Quasimodo da so einsam und allein sein Dasein am Hunteufer fristete. So hat mein weiches Herz obsiegt und ich habe den kleinen Kerl bei meiner gestrigen Runde geborgen. Er war noch an Ort und stelle, saß aber nicht mehr, sondern hatte sich inzwischen etwas hingelegt 😉 Aber immerhin hatte er nicht sonderlich frieren müssen, vermeldete der Norden doch gestern Temperaturrekorde für einen 15. Januar.

Zuhause angekommen durfte der kleine Schmutzfink erst einmal ein Bad nehmen und wurde ordentlich geschrubbt, offensichtlich war er wirklich schon länger unterwegs.

Und so sah er einmal aus (gefunden bei Ebay):

15.01.20 10

Wo er mal seinen Platz finden wird, weiß ich zwar noch nicht, was ich aber weiß ist, dass ich erst einmal ein paar Tage Laufpause mache, bis sich die Wade wieder beruhigt. Beim Laufen ist sie zwar friedlich, aber im Alltag nicht. Es fühlt sich nach einer muskulären Geschichte an und ich denke, dass sie mit ein paar Tagen Laufruhe wohl wieder zufriedenzustellen sein wird. Immerhin hat sich der Ischias schon wieder beruhigt 🙂

Tsunami, Quasimodo und etwas Sonnenschein

Etwas rumpelig verlaufen die ersten Tage des neuen Jahres in Sachen Laufen. So quarkt zur Zeit die rechte Wade an ihrer Außenseite etwas rum und auch der Ischiasnerv scheint sich mit ihr zu einem Duett vereinen zu wollen. Beide hindern mich zwar nicht am Laufen, mindern aber etwas den Spaßfaktor.

Den Spaßfaktor minderte auch das etwas zermürbende, nasskalte Dauergrau. Am vorgestrigen Samstag wurden mir bei um die 4° doch sogar tatsächlich zwischendurch mal meine Zehen kalt, weil der starke Wind die Temperatur gefühlt gen Null drückte und der Asphalt naß war. Sowas aber auch 😛

Dafür gab es heute endlich, endlich mal wieder etwas Sonnenschein. Da lacht nicht nur gleich das Läuferherz sondern auch die Seele.

13.01.20 073

Das Lachen vergehen kann einem aber, wenn irgendwelche polnische Witzbolde ihrem abgehalfterten Binnenschiff den Namen“Tsunami“ geben. Ein Schiff nach etwas zu benennen, das schon vielen Menschen Tod und Verderben gebracht hat, finde ich zynisch. Leider hatte ich aber gerade nichts dabei um diesen Dampfer gleich an Ort und Stelle in der Hunte zu versenken.

Da konnte mir Quasimodo auch nicht helfen, dazu war er denn doch zu klein, wie er da so vorwitzig am Wegesrand saß. Ob es wirklich ein Zufall war, dass die Hunte ihn vermutlich als Treibgut direkt an den Wegesrand in sitzende Position gespült hat, sei einmal dahin gestellt. Ebenso, ob es mir zu denken geben sollte, dass mir direkt nach der(m) Tsunami auch noch Quasimodo begegnet. Zumindestens hoffe ich, dass ich trotz meiner kleinen Maleschen doch noch nicht ganz so krummbuckelig wie er unterwegs bin 🙂

Nachdem ich ihn auf einem Zaunpfosten kurz in Szene gesetzt habe, darf er am Fuße diese Pfostens weiter verweilen und ich bin gespannt, ob ich ihm dort bei meinen nächsten Läufen wiederbegegnen werde.

Wie gesagt, ich hoffe mal, dass weder polnischer Kahn noch Plastikfigur irgendwelche ernsthaften Omen für den weiteren Jahrenesverlauf sind, wäre doch schade ums schöne Laufen 😎

 

Fardig!

05.01.20 00.jpg

Fardig ist Plattdeutsch und heißt fertig. Ja, wir haben fertig! Gestern endete in Emden unsere vier Winter dauernde Rundreise vom Dollart zum Jadebusen, vom Jadebusen nach Oldenburg, von Oldenburg nach Bourtange und von Bourtange zurück zum Dollart nach Emden.

Von unserem letzten Etappenziel im Dezember, dem niederländischen Bad Nieuweschans strebten wir, großteils der Dollartroute folgend, gen Norden. Wir, das waren diesmal Freya, Kerstin, Sylke, Axel, Ralf, Stephan und ich. Kaum hatten wir den idyllischen Ort verlassen …

… zeugte ein Schild an einem Haus „Imkerhonig aus eigener Herstellung“ davon, dass wir auch schon wieder die Seite gewechselt hatten. Ist es nicht fantastisch, dass wir in unserer Europäischen Union die Möglichkeit haben Grenzen zu überschreiten und dieses nur noch an irgendwelchen Kleinigkeiten zu merken? Dieses Vorteil grenzenlosen Genußes vergessen wir leider nur zu gerne, wenn wir mal wieder über Europa meckern.

Aber zurück zum Thema: Das wir nur großteils der Dollartroute folgten, erlebten wir kurze Zeit später als Sylke uns beschied auf einen Acker abzubiegen, um auf der, wie immer dankenswerter Weise von Ralf ausbaldowerten, Strecke zu bleiben. Ob es hier wirklich jemals einen Weg gegeben hat, wird wohl das Geheimnis des Landwirts bleiben, der diesen ggf. untergepflügt hat. Aber in einiger Entfernung war eine alte Deichlinie zu erkennen, wo sich der Weg fortsetzen sollte und so stapften wir tapfer durch den tiefen Acker und die Laufschuhe wurden immer größer, da der lehmige Boden massiv an ihnen kleben blieb, und auch meine belaufsandalten Füße verwandelten sich in, gefühlt kiloschwere, Klumpen 😀 Aber als der Weg dann wieder erkennbar ein grasbewachsener Weg war, konnten wir die ungewollte Fracht nach und nach wieder abstreifen und ein wenig später zufällig an der Strecke liegendes Sportlerheim bot sogar Schuhbürsten, von denen ich in meinen Sandalen allerdings nicht profitieren konnte 🙂

Allerdings blieb diese letzte Etappe bis zum Erreichen des wunderschönen Örtchens Ditzum eine insgesamt recht matschige Angelegenheit 😀 Aber wie heißt es so schön: Ist die Sauberkeit erst ruiniert, läuft es sich gänzlich ungeniert 😆  Ganz nebenbei haben wir auf unserem Weg einen der tiefsten Orte Deutschlands passiert und befanden uns dort satte 2,60 m unterhalb des Meeresspiegels!

In Ditzum angekommen hatten wir schon ca. 20 km in den Beinen, als wir die Fähre bestiegen, um über die Ems und den Dollart nach Petkum überzusetzen.

Ab Petkum wurde es aber elendig. Nach der Überfahrt noch einmal wieder anzutraben, fiel uns allen etwas schwer. Zudem hatten wir auf diesen Schlußkilometern den naßkalten Wind von vorne und die langen Geraden ließen uns deutlich voraussehen wie weit die Reise noch ging. Ein psychologischer Dolchstoß wurde uns versetzt als wir merkten, dass sich die vermuteten vier letzten Kilometer auf sechs Kilometer ausdehnten. Was poppelige zwei Kilometer da ausmachen können, Hammer! So trabten wir alle nur noch wortkarg vor uns hin und als Sylke zu mir sagte, da ist der Radarturm, wir sind da, war sicherlich nicht nur bei mir die Freude groß. Auf jeden Fall hat es mir zum Schluß gereicht und mein anschließendes Gangbild war…. nun sagen wir mal … etwas unrund 😛

Apropos große Freude: Wen interessieren ein paar zähe letzte Kilometer? Wir sind da angekommen, wo wir am 04.12.2016 gestartet waren, genial. Fardig ❗ :

Und beim anschließenden Kuchengenuß war die Welt sowieso ruckzuck wieder in Ordnung 😆

05.01.20 53

Schlußbetrachtung: 4 Winter, 14 Etappen, insgeamt ca. 330 km. Schnee, Regen, Sonne, Frost und Wind. Kein Leistungsdruck. Nette Gesellschaft. Aus reinem Spaß an der Lauffreude. Abenteuer Heimat. Das war eine absolute geniale Geschichte!

Das es schwer sein wird, dass noch zu toppen, merkten wir gestern beim Kuchenessen. Es hat sich noch keine Idee so richtig durchgesetzt, wie wir das fortsetzen können. Fest steht nur, dass es weitergehen MUSS um den langen Wintern laufend ein paar Highlight-Sonntage abzutrotzen und um weiterhin zum Abschluß irgendwelche Cafés stürmen zu können 😀

 

Bis zum letzten Tag

Welcher Teufel mich da in den letzten zehn Tagen des Jahres geritten hat, weiß ich selber nicht so genau 🙂 Es fing damit an, dass ich mir Anfang Dezember lediglich vornahm, noch die 2.000 Jahreskilometer vollzumachen. Erledigt am 23.12.!

2.000 km H

Dann betrachtete ich die Jahreskilometerzahl von 2018, da waren es 2.030 km. Die könnte ich doch auch noch packen. Gepackt am 25.12.!

2.030 km H

Allerdings fiel mir auch meine bisherige Jahresbestleistung von 2.084 km aus dem Jahr 2017 ins Auge. Überboten am 29.12.!

2.084 km H

So ein krumme Zahl kann man doch aber auch noch runden. Gerundet am 30.12.!

2.100 km H

Nun, ich hatte Zeit und Lust mich dieser kleinen Jahresend-Challenge hinzugeben und bin deshalb seit dem 22.12. jeden Tag auf Piste gewesen um diese vier grünen Haken setzen zu können. Allein in diesen 10 Tagen bin ich 128,6 km gerannt, die sich mit den restlichen Läufen für den gesamten Dezember auf 284 km aufsummten. Sowohl die 10 Tage mit ihren Kilometern (längster Streak) als auch das Monatsergebnis für den Dezember sind Allzeitrekorde, auf die der neue Jahresrekord noch oben drauf kommt ❗

Während des 10-tägigen Streaks war ich u. a. auf alltäglichen Strecken unterwegs, am ersten Tag z. B. mit Angela und Heimo, tagsdrauf dann alleine, wo ich die 2.000 vollmachte.

Heiligabend suchten Heimo und ich im Litteler Wald den dort alljährlich geschmückten Tannenbaum und fanden ihn nicht 😦 Erst am ersten Weihnachtsfeiertag entdeckten Angela und Heimo den Baum bei einem Spaziergang.

In den folgenden Tagen nahm ich so ziemlich alles zum Anlaß laufen zu gehen, was sich so bot. So lief ich nach Weihnachten z. B. einmal zum Baumarkt und ein anderes Mal in die Stadt nur um einem Geldautomaten etwas Bares zu entlocken.

Auf meiner längsten Runde  entdeckte ich dekoratives Treibholz, das Jens und ich anschließend mit den Fahrrädern geborgen haben, damit es künftig unseren Garten schmücken kann 🙂

Einen Hauch von Winter gab es auch einen Tag.

Am Silvestertag kam dann noch ein 10,6 km langes Jahresendläufchen dazu und somit blieb die Kilometeruhr für 2019 bei exakt 2.111,2 km stehen.

Diese Zahl gehört zum Jahresende natürlich auch noch ein wenig analysiert 😀

Von den 2.111,2 km lief ich etwas mehr als die Hälfte, nämlich satte 1.122 km, komplett barfuß und habe diese Kilometerzahl im Vergleich zum Vorjahr noch einmal verdoppelt (Allerdings sehe ich damit auch das Ende der Fahnenstange, weil ich meine Strecken nicht immer nur nach Barfußtauglichkeit auswählen möchte)

Von den „restlichen“ Kilometern entfielen ziemlich genau 750 km auf meine Laufsandalen, ca. 210 km bekamen die FiveFingers ab und nur noch knapp 30 km verteilten sich auf meine sonstigen Barfußschuhe. Zu erwähnen bleiben noch die finalen 1,2 km in den Hokas, bevor diese mit allen anderen „normalen“ Laufschuhen in den Altkleidercontainer wanderten 🙂 198 Läufe mittelten sich über das Jahr auf eine Durchschnittslänge von knapp 10,7 km. Zuviel Langes war also nicht, aber immerhin bin ich ja einmal im Mai für mich ganz allein die Marathondistanz gelaufen, in Sandalen und barfuß, ein tolles Erlebnis.

Somit endet 2019 mit einem unerwarteten Jahresrekord, den ich so, nach meiner unsäglichen Geschichte im Sommer mit dem Verdacht auf eine Fraktur im linken Mittelfuß und der daraus resultierenden, wochenlangen Laufpause, nicht für möglich gehalten hätte. Sehr, sehr cool 😎

Deshalb bin ich mit dem Laufjahr 2019 summa summarum mehr als zufrieden und mir bleibt nur noch Euch folgendes zu wünschen:

NJG

Unverkennbar…

… Weihnachten rückt näher. Mit der Weihnachtsfeier am Utkiek …

… und dem ersten gemeinsamen Lauf mit Angela und Heimo wirft das Fest der Feste seine Schatten voraus 🙂

22.12.19 01

Schön war die Feier am Fuße der Oldenburg Mountains, die ruckzuck aus den Kofferräumen liebevoll arrangiert wurde und erst recht auch der Lauf mit den beiden Münchener, dem noch mindestens ein weiterer folgen wird.

Überhaupt gibt sich das Laufjahr 2019 noch nicht geschlagen und es wird sich noch das ein oder andere Läufchen ausgehen, was in Bezug auf die besinnliche Stubenhockerei und Schlemmerei in den kommenden Tagen sicher auch nicht schaden kann 😀

Glänzend

Ich liebe diese krassen Gegensätze in meinem Leben. Am vergangenen Wochenende durfte ich wieder das pulsierende Leben in Berlin genießen. Mein GöGa und ich gaben uns dabei u. a. ganz dem weihnachtlichen Lichterglanz meiner Lieblingsmetropole hin und nicht nur deshalb war es ein wunderbares, aber auch sehr vollgepacktes Wochenende mit vielen Erlebnissen und Begegnungen. Aber nicht nur die glänzende Weihnachtsbeleuchtung sorgte bei uns für glänzende Augen, sondern auch das Wetter glänzte mit reichlich glänzenden Sonnenschein 😀

Meine Laufsachen hatte ich erst gar nicht mitgenommen, wußte ich doch im Vornherein, dass dafür einfach keine Zeit bleiben würde. Umso mehr juckte es nach der Rückkehr ins momententan auch sehr vorweihnachtlich-quirlige Oldenburg natürlich in den Füßen sich läuferisch auszutoben.

Welch eine Wohltat sich dazu in die Natur fernab jeglichen Gewusels begeben zu können. Zusätzlich verwöhnten am gestrigen Tag auch noch die sehr milden Temperaturen, so dass der Laufgenuß wieder einmal schwindelnde Höhen erreichte.

Glänzende Weihnachtslichter, glänzender Sonnenschein und glänzende Läufe machen einfach glänzende Laune! 😀

Langzeitwirkung

Bei meinem Geschreibsel über den Etappenlauf von Bourtange nach Bad Nieuweschans hatte ich doch glattweg vergessen eine Sache zu erwähnen 🙂 Die lange Strecke, die wir entlang des Kanals gelaufen waren, war ja so herrlich grasbewachsen, dass ich dort natürlich barfuß gelaufen bin. Was ich allerdings nicht oder immer erst sehr spät gesehen hatte war, dass zwischen dem Gras immer mal wieder Brennesseln wuchsen.

08.12.19 31

Nicht höher als das Gras hatten sie sich gut getarnt, was mich ERST EINMAL auch nicht juckte, da ich irgendwie davon ausging, dass Brennesseln im Dezember nicht mehr brennen. Ein Irrtum, wie sich schnell herausstellen sollte 😯

Schon im kuschelig warmen Wasser des Thermalbads kribbelten und prickelten die Füße kräftig vor sich hin und auch in der folgenden Nacht ließ das kaum nach. Das aber selbst eineinhalb Tage später die Füße noch ein deutlich sichtbares Zeugnis von der Hinterhältigkeit dieser Pflanzen ablegen würden, hätte ich nicht gedacht 😆

10.12.19 01

Das hielt mich allerdings nicht davon ab, noch am selbigen Tag meinen schon über einen Jahr alten Barfußlangstreckenrekord zu pulverisieren. Nämlich von bisher 21,2 km auf …. 22,1 km ❗ 😆 Dabei war meine Garmin mal wieder nicht so wohl temperiert wie meine Füße und stieg mal wieder kältebedingt aus. Als ich zum Ende des Laufs die Speichertaste drückte, ging das gute Stück aus und quittierte nach dem Neustart meinen Allzeitrekord mit dem Wort „Ungültig“, Miststück, damisches 👿 Schließlich war es mit um die 5° nun nicht wirklich kalt, auch wenn der Wind die gefühlte Temperatur nahe Null drückte. Vielleicht will mir die Garmin damit aber auch nur zum Ausdruck bringen, dass sie auch Gefühle hat 🙄

10.12.19 01

Egal, wenigstens kribbelten meine Füße nach den 22 Asphalt-Kilometern erneut, was allerdings nichts mehr mit den Brennesseln zu tun hatte 😆 Da konnte auf meiner heutigen kurzen Runde ein wenig Kühlung nicht schaden. Kneippen soll ja schließlich so gesund sein 😛

Wenn sich alles in Kreisen bewegt

… gehst Du links, geh ich rechts… Ich mag diesen Titel von Johannes Oerding!

Wenn sich eine muntere Läuferschar in einem großen, großen Kreis bewegt, dann läuft sie rechts und läuft sie rechts und läuft sie rechts und läuft sie rechts. So bewegte sich diese Winterlauftruppe eines Winters von West nach Ost vom Dollart zum Jadebusen, im Winter darauf von Nord nach Süd vom Jadebusen nach Oldenburg und im letzten Winter von Ost nach West von Oldenburg bis ins niederländische Bourtange. Nun fehlt noch die Bewegung von Süd nach Nord von Bourtange nach Emden um diesen großen Kreis zu schließen.

Zur ersten Etappe dieser Kreisvollendung machten sich am  gesterigen zweiten Advent auf: Antje, Freya, Kerstin, Sylke, Axel, Ralf, Stephan und meiner einer.

08.12.19 01

Leider ließ es der Fotograf etwas an Schärfe vermissen

Auf der Fahrt in die Niederlande schüttete es dabei teilweise wie aus Eimern und wir fühlten uns schon an die Läufe im letzten Winter erinnert, die teilweise zu den reinsten Regenschlachten ausgeartet waren. Aber pünktlich zum Start wurde es trocken und sollte es auch die gesamte Strecke über bleiben. Darüberhinaus wärmten üppige 10° nicht nur das Läuferherz sondern den gesamten Bewegungsapparat und ebenso üppiger, stürmischer Wind aus Südwest schob uns beherzt über nahezu die gesamte Distanz.

Wenn der norddeutsche Flächländer über die Flachheit der Landschaft staunt, dann ist er in den Niederlanden. Unglaublich, dass es hier wirklich noch einmal platter erscheint als in unseren eigenen, topfebenen Gefilden und die höchsten Erhebungen waren da schon einige Rübenberge am Wegesrand 🙂 Um das bereits erwähnte Wetterglück noch zu vollenden, blinzelte zwischenzeitlich auch noch die Sonne, von einigen Laufbegeisterten besonders begeistert begrüßt 😀

Weiter ging es gen Norden, immer entlang der deutsch-niederländischen Grenze. Ein Blick auf irgendein Haus sagte uns immer sofort auf welcher Seite wir gerade waren: Groß und neu: Deutschland; klein, unaufgeregt und symphatisch: Holland. Beiden Seiten gleich sind die teilweise langen geraden Strecken, die nicht gerade jedermanns Freund waren, und Windkraftanlagen 🙂

Am Ende einer dieser langen Geraden mit flauschigen Untergrund gab es die obligatorische und verdiente Pause mit Heißgetränken und gebrannten Mandeln, lecker!

So gestärkt konnten wir auf die Pferdestärken verzichten und unseren Weg entlang den Resten alter Festungsanlagen fortsetzen, die zeigen, dass die Niederländer offensichtlich schon manchen Kummer mit uns Germanen hatten 🙂

Als Abwechselung zu den langen Geraden waren uns die aber herzlich willkommen. Danach ging es nämlich wieder kilometerlang an einem Kanal entlang. Zum Glück endete dieses Stück dann doch irgendwann, noch bevor wir vom Kanal selbigen voll hatten 😀

Von da an war es nur noch ein Katzensprung bis zu unserem Etappenziel Bad Nieuweschans. Hier brachen wir mit einer über drei Winter mühsam aufgebauten Tradition. Nicht nur, dass wir das Schlußselfie vergessen haben, nein, es wurde anschließend auch nicht gemeinsam auf ein Stück Torte eingekehrt. Bad Nieweschanz lockte nämlich mit einem Thermalbad und dieser Verlockung konnte der Großteil unserer Truppe einfach nicht widerstehen 🙂

08.12.19 43

In den 36° warmen Termalbecken ließen sich in fantastisch ruhiger und entspannter Atmosphäre auf herrlichste Weise die müden Laufknochen auflockern und die Lebensgeister wieder wecken, ergänzt um köstliche Stärkungen im zum Termalbad gehörenden Restaurant, wobei zumindestens ich dann doch noch zu meinem Stück Torte gekommen bin 😛

Der Lauf war diesmal irgendwie überraschend schnell vorbei und bis zum Ende locker gelaufen und mein Garmintacho zeigte zum Schluß 24,5 km an. Erstaunlich barfußtauglich war die Strecke auch, insgesamt bin ich 11 km ohne Latschen gelaufen. Schlußendlich war es für mich tatsächlich auch noch mein längster Lauf seit meinem Selfmade-Marathon von Anfang Mai ❗ Cool, wie die nette Runde, in der wir da unterwegs waren, auf dieser flachsten aller flachen Strecken, mit a bisserl Matsch 😀

Eintausend, tollkühne Männer in ihrer fliegenden Kiste, (Glüh-)Weinseligkeit

Am Donnerstag war ganz schön was los im Reich des Deichläufers 😎

Zuerst vollendete ich, kurz vor Jahresschluß, bei einer schnellen Mittagsrunde 1.000 Barfußjahreskilometer!

04.12.19 01

Bei diesem Lauf war ich dann auch noch zufällig zur rechten Zeit am rechten Ort. Gerade als ich im Bereich der Treppe der Huntebrücke war, wunderte ich mich über einen sehr tief fliegenden Hubschrauber und dachte dabei zuerst an einen Polizeieinsatz. Als ich einen Moment später an der Hunte ankam, flog der Hubschrauber schon direkt über dem Wasser und … sauste einen Augenblick später unter der Huntebrücke durch. Dabei sah ich, dass es sich ein Bundeswehrhubschrauber handelte. Tze tze tze, unsere Vaterlandsverteidiger, nichts als Unsinn im Sinn 😀 Leider war ich in dem Moment etwas zu nah dran, so dass es nicht so gut zu erkennen ist, dass der Hubschrauber unter der Brücke durchflog. Dafür flog mir allerlei von ihm aufgewirbeltes Laub und Gras um die Ohren 😆

Am Abend konnte ich beim Utkiek-Lauf von diesem spektakulären Erlebnis erzählen. Wobei gerade dieser Lauf auch ein besonderer war, führte er uns doch vom üblichen Treffpunkt nicht über die Oldenburger Berge, sondern auf direktem Wege zum Weihnachtsmarkt. Dort gönnten wir uns einen Glühwein mit oder ohne Alkohol und trabten danach wieder zurück. Für die Statistik kamen dabei 2,8 km hin, Glühwein und 2,8 km zurück zusammen.

05.12.19 07

Von so viel Besonderheiten muß ich mich gestern und heute erst einmal erholen, bevor am morgigen Sonntag das nächste Highlight vor der Tür steht. Davon erzähle ich dann in den nächsten Tagen 😎

Geht das?

Geht das? Da treffen sich zwei Laufblogger und laufen nicht! Ja, das geht! Ein Wochenende ist schließlich kurz, ebenso wie zu dieser Jahreszeit die Tage in Sachen Tageslicht. Da will der Besuch von Doris schließlich minutiös durchgeplant werden 😀 Ein Problem war das für uns beide nicht, da Doris sich noch auf der Zielgeraden der Genesung von ihrer Erkältung befand und ich erstmals seit Mai für den November mal wieder mehr als 200 km verbuchen konnte.

Doris hat über ihren Besuch im hohen Norden schon geschrieben, da lassen sich im Folgenden ein paar Wiederholungen und Parallelen nicht vermeiden, aber seht selber:

Ohne irgendwelchen „Laufstreß“ konnten wir es nach Doris Ankunft am Freitagnachmittag gemütlich angehen lassen. Schließlich stand für den Samstag ein strammes Sightseeing-Programm in Bremen auf dem Plan. Das wir die altehrwürdige Hansestadt ausgerechnet am ersten Adventswochenende anvisierten hatte ich aber irgendwie gar nicht auf dem Zettel und so ging es in der Stadt nicht nur voll sondern auch sehr weihnachtlich zu. Allerdings wußte ich ja, dass das voll Doris Ding ist 😆 Das hat auch eine Verkäuferin im ganzjährig geöffneten Weihnachtshaus sofort erkannt und Doris als einzige Kundin im vollen Geschäft direkt angesprochen 😆

Um dem Ganzen dann noch das i-Tüpfelchen aufzusetzen, besuchten wir nach unserer Rückkehr auch noch den Oldenburger Weihnachtsmarkt und ich kann sagen, dass Doris wirklich tapfer war. Der ausreichende Genuß von Glühwein war dabei aber sicher hilfreich 😛

Bis auf ein wenig Beleuchtung war das Sonntagsprogramm aber ganz frei von weihnachtlicher Stimmung. Wir steuerten Bremerhaven an, um zum einen der Österreicherin etwas maritimes Flair zu bieten und zum anderen endlich einmal das Klimahaus zu besuchen.

Bislang hatten Jens und ich es noch nie geschafft das Klimahaus zu besuchen, ein großer Fehler, wie wir feststellen durften. Das Haus ist fantastisch gestaltet und läßt uns auf beeindruckende Weise auf eine Reise durch alle Klimazonen dieser Erde gehen. Doris fragt in ihrem Post, ob ich vielleicht noch ein paar Bilder zu dieser Weltreise besteuern kann. Kann ich!

Auf der Reise durch die Schweiz, Sizilien, Afrika, die Tropen und die Arktis erlebten wir die verschiedensten Paradiese dieser Erde und lernten die dort lebenden Menschen kennen. Wir durchquerten Berge, Wüsten, Regenwälder und Unterwasserwelten. Wir erlebten Hitze, Kälte, mystische Momente unterm Sternenhimmel und durften uns auf einer Hallig nasse Füße holen. Zum Beginn und zum Ende war das Ganze verbunden mit eindringlichen Warnungen sorgsam mit unserem Planeten umzugehen, was so bitter nötig ist und einem angesichts der Vielfalt und der Schönheit dieser Erde schon ein Tränchen wegdrücken läßt.

Das vier Stunden in diesem beeindruckenden Haus nicht ganz ausreichen würden um sich in Ruhe unsere Welt zu erschließen, hätten wir nicht gedacht und wir blieben bis zum Ende der Öffnungszeit und haben somit noch einmal einen Grund wiederzukommen.

Danach ließen wir noch etwas das abendliche Panorama Bremerhavens auf uns wirken …

  … bevor es zurück nach Oldenburg ging, wo wir das gemeinsame Wochenende mit Doris bei einem guten Essen ausklingen ließen.

Schön war es und wir haben viel erlebt. Danke Doris, dass Du da warst!

Novembervielfalt

Da sage noch einer der November kann nur grau. Nach meinem Nieselregenlauf mit ohne Laufjacke folgte der nächste Lauf bei schönstem Sonnenlicht, von dem widerum tags darauf …

… nichts mehr zu sehen war, da konnte der November dann tatsächlich nur grau. Allerdings sind so richtige Nebeltage hier im Nordwesten insgesamt recht selten. Von morgens bis abends Nebel hatten wir schon ewig nicht mehr und kalt war es auch, gerade mal ein Grädchen. Da mußte natürlich auch gelaufen werden 🙂

Dunkel geht aber auch, Utkiek:

Genauso wie ein Sonne-Wolken-Mix mit toller Lichtstimmung, einzelnen Regentropfen und Schiffen, die auf mich herabschauen.

Da komme ich als Herbstfreund so richtig auf meine Kosten und nach vollbrachten Lauftaten kann man es sich mit dem wohligen Gefühl, sich ausgiebig an der frischen Luft bewegt zu haben, auf dem Sofa gemütlich machen oder mit einem Pott Tee in der Küche die Zeitung auf dem Tisch studieren, während der Duft des Essens auf dem Herd einem schon das Wasser im Munde zusammenlaufen läßt. Das ist Besinnlichkeit, die wir uns heutzutage kaum noch gönnen, meistens schon gar nicht in der nun bald beginnenden Adventszeit.  Der November hat also auch diesbezüglich seine besondere Seite.

Schwitzen oder frieren?

Tageslicht beim Laufen ist zu dieser Jahreszeit wieder ein kostbares Gut und so begab es sich, dass ich gestern von der Arbeit aus zum Laufen gestartet bin, um dieses kostbare Gut zu erhaschen. Das Wetter war schaurig graurig und was bot sich da mehr an als im schaurig graurigen Moor laufen zu gehen? So startete ich automobil durch ins Gellener Moor und beim Wechseln der Kluft stellte ich fest ……… ich hatte meine Laufjacke nicht eingepackt 😦 Über die vergessene Jacke hinaus hatte ich an Oberbekleidung angesichts nieselregnerischer, aber windarmer 7° lediglich ein ärmelloses Leibchen und ein Langarmlaufshirt der dünnen Art eingesteckt.

Wat nu sprach Zeus. Eine automobile Kehrtwende gen Zuhause zwecks Laufjackeneinpacken hätte mich des kostbaren Tageslichts und meiner guten Laune beraubt. Ohne Jacke laufen im Nieselregen bei 7° hätte mich vielleicht meiner sensiblen Gesundheit und meiner guten Laune beraubt, zumal mir nach allem der Sinn stand, nur nicht danach in einem Tempo zu rennen, das diese Klamotten als adäquat hätte durchgehen lassen. Da fiel mein skeptischer Blick auf meine Jeden-Tag-für-jede-Gelegenheit-Winterjacke. Das ist so eine ultraleichte, gesteppte Jacke, wie sie ja jetzt gerade so hypermodern sind. Sollte das mit ihr gehen ohne auf den geplanten 10 km den Hitzetod zu sterben? Hmmm 🙄 Immerhin habe ich das gute Stück mal beim Sportartikeldiscounter erstanden, also ist sie quasi auch irgendwie eine Sportjacke 😆

18.11.19 16

Lange Rede hin, eigene Dummheit her, ich hatte mich fürs Jäckchen entschieden. Sah zwar doch irgendwie beknackt aus, aber Tageslicht ging vor Schönheit und so trabte ich über fantastisch weichgeregnete und mit Pfützen übersäte Wege, gewandet in eben diese watteweiche Jacke. Dabei nutzte ich meine obligatorischen Fotopausen zum Runterkühlen und hoffte, dass die Synthetik-Wattierung der Jacke durch den Nieselregen nicht klummt. Sie klumpte nicht und schlußendlich wurde es ein wunderbarer, 11 km langer Lauf durchs mystische Moor. Unerwarteterweise hatte ich in der Jacke doch nicht großartig angefangen zu schwitzen, was ich wohl der niedrigen Temperatur gepaart mit dem niedrigen Lauftempo zu verdanken hatte.

Wie hättet Ihr es bei einem entsprechenden Malheur gehalten? Wäre Euch schwitzen oder frieren lieber gewesen? Hättet Ihr es genauso gemacht wie ich oder hättet Ihr das Tempo erhöht um ohne Jacke laufen zu können oder wärt Ihr vielleicht still weinend nach Hause gefahren oder wäre Euch vor Ärger über Euch selber schon warm geworden? Oder passiert Euch solch Ungemach vielleicht gar nicht erst? Ich bin gespannt! 😀

 

Wenn

… im November die Sonne lacht, dann lacht auch das Läuferherz. Wenn das Herbstlaub immer noch strahlt, die Luft glasklar ist und sich die Temperaturen mit 2 – 3° gerade so aus dem morgentlichen Frost erhoben haben, ist das Laufen ein kaum noch zu topender Genuß. Wenn auch man nicht alleine ist, wie ein voller Parkplatz am Kleinen Bornhorster See zeigt, man muß dieses Wetter auch gönnen können.

Wenn man sich erneut einmal kurz im See erfrischt und wenig später eine radelnde Familie mit kleinen Kindern überholt, die den Barfußläufer bestaunen (war aber nur ungefähr ein Viertel der Strecke), dann kann ein Sonntag nicht schöner beginnen 🙂

Da vergißt man doch das vielfache Grau der Vortage, obwohl die trübe Novemberstimmung ja irgendwie auch ihren ganz speziellen Reiz hat.

Lediglich den komplett verregneten, naßkalten Samstag habe ich mir diese Woche gespart. Mit 63 Kilometern konnte ich mir das wohl mal erlauben 😎 Auch bezüglich dieser Wochenbilanz lacht gerade mein Läuferherz ❗

Aufgeräumt

… habe ich die Tage mal meinen Reader, der mich löblicher Weise seit Jahren über die Aktivitäten auf meinen Lieblingsblogs auf dem Laufenden hält. Dabei hat er seit geraumer Zeit immer weniger zu tun, da es in der Laufbloggerszene leider immer ruhiger wird. Einige von mir bis dato verfolgte Blogs wurden sogar schon still und heimlich gelöscht, während andere seit vielen Monaten vor sich hin schlummern. Mit Wehmut habe ich einige Male auf den „Löschen“-Button gedrückt, verbinden mich doch mit so manchem verwaisten Blog sehr gute Erinnerungen an tolle Posts und an einen intensiven Austausch mit den Schreibern, von denen ich einige auch persönlich kennen- und schätzen gelernt habe. Ein paar Blogs mag ich auch zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vom Reader schmeißen, in der Hoffnung, dass vielleicht doch noch einmal Leben in sie zurückkehrt.

Aber das Bloggen ist halt auch nur ein Spiegelbild unserer Zeit und gerät deshalb offensichtlich so ganz langsam ins Antiquariat des Internets. Es entspricht halt mehr dem hektischen Zeitgeist ein paar Bilder, vielleicht gerade noch um eine einsame Textzeile aufgepeppt, bei Facebook, Instagram und Konsorten hinzuwerfen und auch der geneigte Leser kann sich dort mit einem fixen „Gefällt mir“ schnell und ohne sich groß mit den eh oftmals nur dünnen Inhalten auseinandersetzen zu müssen aus der Affaire ziehen.

Nun denn, es ist so wie es ist. Aber so lange noch ein paar treue Seelen an ihren guten alten Blogs festhalten und auch der meine …*Moment, mal schnell mit dem Ärmel den Staub vom Bildschirm wisch* … noch den einen oder anderen Besucher anzieht, werde ich erst einmal weitermachen. Der Letzte macht aber irgendwann -bitte schön- das Licht aus, schaun wir mal wer das sein wird 😆

Genug der Nölerei, schließlich ist das hier ja ein Lebens- und Lauffreude versprühender Blog! 😀 Da paßt es gut ins Bild, dass ich vorgestern immerhin mal wieder 17 km am Stück gelaufen bin, wenn dabei auch jeglicher Versuch zumindestens mal in zaghaften Ansätzen das Tempo zu erhöhen zum Scheitern verurteilt war 🙄 Tags darauf rollte es zwar etwas zügiger, dafür waren es aber auch 10 km weniger. Mehr werden dafür wieder die Laufklamotten, da die Temperaturen ganz novemberlike im mittleren einstelligen Bereich vor sich hin dümpeln und durch den lebhaften Wind vom Empfinden her noch weiter gedämpft werden.

Heute auch noch einmal 10 Kilometerchen um die Bornhorster Seen, morgen Utkiek, läuft! Eigentlich braucht es für diese weltbewegenden Erkennt- und Erlebnisse auch keinen Laufblog, aber schön ist es doch, es auf diese entspannte Art und Weise in die Welt hinauszuposaunen 😀

Hunte:

Kleiner Bornhorster See:

Vergleiche

Wenn ich in Berlin meine Laufrunden über das Tempelhofer Feld drehe, bin ich eigentlich gar nicht weit weg von meinem Oldenburger Laufrevier. Auch auf dem alten Flughafenareal ist es weit, flach, grün und baumlos.

Hier wie dort geht es lange geradeaus:

An beiden Orten leuchtet zur Zeit das Herbstlaub:

Aber natürlich gibt es sehr spezifische Unterschiede, Berlin ist Berlin und das buntgemischte Volk auf dem Tempelhofer Feld, das den verschiedensten Aktivitäten nachgeht, inklusive zweier weiterer Barfußläufer, läßt einen die Großstadt auch hier spüren.

Und Oldenburg ist eben Oldenburg, ländlich, idyllisch, friedlich und ruhig.

Ich mag beide meine Hausreviere, an beiden Orten läßt es sich entspannt und ohne Hektik laufen und beide Reviere eignen sich hervorragend zum Barfußlaufen. Ebenso sind sie ohne Aufwand von der Haustür aus zu erreichen. Einen Neuigkeitswert bieten zwar beide nicht mehr, aber um im Alltag zu laufen ohne sich Gedanken über ein Wie und Wo machen zu müssen, sind sie einfach perfekt 🙂

Gelästert

… hat heute Abend meine Utkiek-Truppe, weil ich trotz üppiger Plusgrade in langer Hose erschienen bin. Noch schlimmer: Da ich keine Lust hatte mich für diesen einen Lauf in eine lange Tight zu zwängen, hatte ich einfach meine Trainingshose angezogen und wegen ihr wurde mir sogar eine Thermohose unterstellt! Mein Ruf ist ruiniert und nur weil ich meine Wade heute vorsichtshalber einmal warm halten wollte.

Auch wenn meine Trainingshose wirklich keine Thermohose war, so hatte ich nach einer halben Stunde trotzdem das Gefühl, dass mir der Schweiß die Beine runterlief, puh! Egal, in die Schuhe konnte mir der Schweiß ja nicht laufen 😆 Aber was tut man nicht alles für die Wade 🙂 Sobald sie wieder fit ist, wird allerdings wieder Bein gezeigt um mühsam meinen Ruf wieder herzustellen 😛

Schleichfahrt

29.10.19 02

Unglaublich, der furiose Wadenkrampf von vor einer Woche hat mich tatsächlich die letzten sieben Tage beeinträchtigt. Die Wade wollte bei den ersten beiden Läufen danach immer wieder dicht machen und tolerierte nur gemächlichstes Tempo. Aber lieber gemächlich als gar nicht und so ging ich halt die letzten Tage auf Schleichfahrt und war teilweise nur mit einer 7er-Pace unterwegs. Neben den Läufen wurde gedehnt und geblackrollt, wohl mit Erfolg, weil ich immerhin schon wieder die 10 km-Marke knacken und über die Woche fast 40 km sammeln konnte.

Es wäre aber auch Sünde gewesen, wenn ich dieses geniale Herbstwetter hätte sausen lassen müssen. Sonnig und frisch, so könnte es noch wochenlang weitergehen. Da legt man auch gerne mal ein Päuschen ein …

… oder erfrischt sich etwas:

Hauptsache es bleibt alles ganz unverkrampft 😎

Was für`n Krampf

… oder Übermut tut selten gut. Zwei Tage nach meinem Barfuß-Wettlauf-Debüt wollte ich gestern bei einem gemütlichen Lauf nur etwas die Beine ausschütteln. Allerdings hatten die wohl irgendwie noch das Tempo vom Sonntag in sich und dann war da auch noch dieses Binnenschiff names „Saturn“, das ich irgendwie nicht so wirklich überholen lassen wollte. Kurzum ich war recht zügig an der Hunte unterwegs als mir bei Kilometer 4,3 aus heiterem Himmel ein Krampf in die linke Wade schoß, wie ich ihn in 14 Jahren beim Laufen noch nie erlebt hatte.

Nach erfolgter Notbremsung versuchte ich den Krampf rauszudehnen, vergeblich. Ein vorsichtiges Anlaufen brach ich nach 40 – 50 Metern wieder ab. So blieb mir nichts anderes übrig als zum Startpunkt zurückzuwandern. Da ich mir einfach nur eine Pendelstrecke vorgenommen hatte und mich noch auf dem Hinweg befand , durfte ich also die besagten 4,3 km wieder zurück latschen. Zum Glück ging das noch recht zügigen Schrittes, weil für eine Wanderung gegen den zwar schwachen, aber doch recht frischen Ostwind, war ich doch etwas leicht bekleidet.

Merke: Auch wenn ich nicht granatenschnell unterwegs war, ein alternder Genußläufer sollte nicht gleich zweimal hintereinander Tempo laufen, wenn er es nicht gewohnt ist. Zumal sich in den letzten Wochen unabhänig vom Tempo immer mal wieder leichte Krämpfe in den Waden angedeutet hatten, was ich eigentlich überhaupt nicht kenne. Aber es gibt nichts Schlechtes, das nicht auch etwas Positives hat: Zum Glück ist mir das nicht am Sonntag passiert 🙂

Die noch mürrische Wade war denn auch der Grund, warum ich heute nicht zum Utkiek gefahren bin. Stattdessen habe ich eine kleine Testrunde an der Hunte gedreht. Diesmal im Schleichtempo ging das Ganze über 3,7 km gut, bis dann die Wade erneut dicht zu machen drohte. Deshalb bin ich die letzten 300 m bis zum Auto vorsichtshalber nur noch gegangen. Nicht schön, aber auch keine Katastrophe. Nach dem durchstandenen Fußproblem nehm ich das jetzt erstmal noch etwas locker und versuche die Wade die kommenden Tage ebenfalls etwas zu lockern und trete dafür auch nochmal etwas kürzer.

Bei der heutigen Gelegenheit habe ich auch gleich mal kurz die Brustlampe angetestet, die ich heute für schlanke 10 Euronen bei Feinkost Albrecht (für Nichtkenner: Aldi 😀 ) erstanden hatte. Bis auf einen kleinen Silikon-Zippel, der die Abdeckung für die USB-Aufladung halten soll, aber gleich beim ersten Öffnen abgerissen ist, macht die Billig-Funzel einen erstaunlich wertigen Eindruck und ist auch im Licht um einiges besser als meine inzwischen schon leicht angejahrte Decathlon-Brustlampe. Für das was die Aldi-Lampe an Licht- und Verarbeitungsqualität bietet, habe ich bei Lenser vor einigen Jahren noch einen Hunni auf den Tisch gepackt, bzw. an den Versandhändler überwiesen, krass.

Am Licht soll es für die dunkle Jahreszeit also nicht scheitern, jetzt muß ich halt nur meiner Wade gut zureden.

 

 

„barfuß“

… war heute vormittag das am meisten von mir gehörte Wort. Heute habe ich mir nämlich etwas Würze für meine Lauferei gegönnt (ich schrieb ja gerade erst drüber) und bin recht spontan, die Anmeldung ist genau eine Woche her, auf der 10 km-Strecke des Oldenburg-Marathon gestartet. Ich wollte doch mal den Barfuß-Einstieg in Wettläufe finden 🙂 Nach 4,5 Barfußschlußkilometern während des Venlo-Halbmarathons im Frühjahr sollte es erstmalig eine komplette Distanz sein. Da bot sich dieser 10er auf flacher, asphaltierter Stadtstrecke einfach an. Ansonsten hab ich es ja nicht so mit 10 km-Läufen, was man auch daran erkennen kann, dass mein letzter 10 km-Wettlauf an Silvester 2014 stattgefunden hatte.

Ich muß gestehen, dass ich vor dem Start tatsächlich etwas nervös war. Obwohl ich ja schon reichlich barfuß über diese Distanz und länger gelaufen bin, ist ein Wettlauf halt doch ein Wettlauf und irgendwie will man ja doch ein halbwegs anständige Leistung zeigen. Darüber hinaus stellte sich noch die Frage, was mein linker Fuß zu diesem Unterfangen sagen würde. Mein bescheidenes Ziel, unter einer Stunde zu bleiben, sollte aber machbar sein.

Während ich zur frühen Sonntagmorgenstunde einen Becher Tee schlürfte und an zwei kleinen Bananen gemümelt hatte, hörte ich wie im Radio bei Bremen Eins der Moderator über den Oldenburg-Marathon sprach und mitlaufende Hörer dazu animierte einfach mal ein WhatsApp-Sprachnachricht ins Studio zu schicken, was sie heute so läuferisch vorhaben und wie sie sich darauf vorbereitet haben. Da dachte ich mir, dass ich da doch mal mitteilen könnte, dass ich die 10 km-Strecke heute erstmals als Wettlauf barfuß angehen wollte. Gedacht, getan und schon wenige Minuten später hatte ich eine Antwort, ob ich nicht Lust hätte im Radio kurz über meinen Lauf ohne Schuhe zu sprechen. Hatte ich und wurde noch etwas nervöser, ein Radiointerview hatte ich in meinem Leben schließlich noch nie gegeben. Freundlicher Weise hat mir Bremen Eins das Interview für mich herausgeschnitten und mir per WhatsApp zugeschickt, klasse. Wer sich das also mal anhören möchte:

Unmittelbar nach dem Radiogespräch mußte ich mich dann auch auf den Weg machen und radelte in die Innenstadt. In den Schloßhöfen konnte ich Jacke und Trainingshose im Sportbeutel verstauen, diesen abgeben und mich noch danach etwas im Warmen aufhalten, da wurde ich schon das erste Mal auf das Radiointerview angesprochen 😆

Das Wetter war für den Lauf ideal, bedeckt, trocken, nahezu windstill und so um die 12° warm. Auf dem Weg zum Start traf ich jede Menge Bekannte und ich staune jedes Mal, wieviele Menschen ich inzwischen durch das Laufen kenne. Tomma, die später das Begleitfahrrad für die führende Halbmarathon-Staffel fahren sollte, begleitete mich noch zum Start und nahm sogar meinen Pullover wieder mit, den ich sonst geopfert hätte, um nicht auszukühlen.

Dann ging es auch schon los. Gute 6.000 Teilnehmer in sämtlichen Laufdisziplinen zusammen sorgten in diesem Jahr für ein erstaunlich hohes Zuschaueraufkommen, das widerum für Kurzweil an der Strecke sorgte. Ich hatte mich recht weit hinten einsortiert, dass hatte zwar den Nachteil, dass es etwas dauerte bis ich mich halbwegs freilaufen konnte, aber der Vorteil war, dass ich fortan nahezu nur überholen konnte ohne großartig überholt zu werden 😀 Dabei lief es ausgesprochen gut für mich und ich konnte über die 10 km ein für meine Verhältnisse ordentliches Tempo anschlagen ohne wirklich am Limit zu laufen. Was mich nun fortwährend über die gesamten 10 km begleitete war das Wort „barfuß“. Ob aus den Läufer- oder den Zuschauerreihen, ständig kommentierten die Leute mein Barfußlaufen. Selten verstand ich allerdings, die komplete diesbezügliche Konversation. Meistens war es aber kurzes Staunen, einmal sagte ein Mädel zu einem anderen: Der spart zweimal im Jahr 170 € (meine Güte, kaufen die teure Laufschuhe) und andere fanden es offensichtlich einfach nur krass.

Ich selber brauchte aufgrund der feuchten Straßen sogar etwas bis meine Füße richtig warm waren. Aber ansonsten lief es wie geschmiert, wenn auch mancher Asphalt doch etwas rauer war als gedacht und die feuchte Strecke zusammen mit dem für mich doch recht hohen Tempo für die Füße recht fordernd war. Dafür waren die 10 km erstaunlich schnell vorbei und ich rannte mit einer offiziellen Schlußzeit von 0:52:56 Stunden über die Ziellinie. Genial, damit hätte ich absolut nicht gerechnet, schließlich hatte ich für diesen 10er trainingsmäßig doch so gut wie nichts getan. Im Zielbereich war ich wie geflasht und happy wie schon lange nicht mehr. Ein kurzer Fußsohlencheck: Alles in Ordnung.

Ein Erdinger Alkoholfrei später zog ich mich um, schnackte noch kurz mit ein paar Bekannten und Lauffreunden, schlenderte zurück zum Fahrrad und war zu unser sonntags üblichen, späten Frühstückszeit wieder zuhause. Nicht ohne vorher noch eine WhatsApp an Bremen Eins über mein gutes Durchkommen und die Zielzeit geschickt zu haben, die dann auch noch prompt über den Äther verkündet wurde 😎

Zuhause entdeckte ich dann zwar doch eine große Blase am kleinen Zeh des linken Fußes, das war aber auch das einzige Übel, ansonsten hat sich der Fuß während des Laufs und danach absolut ruhig verhalten. Perfekt, besser hätte diese Wettlauf-Premiere in allen Belangen nicht laufen können! 😀

Kalt erwischt

Ich liebe ja den Herbst in all seinen Facetten und freue mich jedes Jahr aufs Neue nach der Sommerhitze wieder auf- und durchatmen zu können. Aber in diesem Jahr startete der Herbst doch sehr plötzlich und heftig. Dazu holte der Oktober hier im Norden bislang offensichtlich das gesamte Regendefizit des Sommers auf. Es war naß und kalt und naßkalt und mir war vor allem eines: Kalt! Arschkalt!! Ich zog für draußen schon die dicke Jacke an und drehte im Haus die Heizung auf wie im tiefsten Winter. Aber ich gehe davon aus, dass der Herbst und ich auch in diesem Jahr noch wieder miteinander warm werden. Trotzdem genoß ich erst einmal sehr die letzten drei Tage, die es auch hier oben noch einmal schön warm geworden war.

So konnte ich z. B. heute wieder in der kurzen Shorts und dazu im Leibchen eine spätsommerlich sonnige Runde am Rande des Gellener Moors drehen. Der viele Regen der vergangenen Wochen spiegelt sich noch in zahlreichen Pfützen wieder und die Sandwege sind durch ihn großteils herrlich weich geworden, Laufgenuß pur ❗

Allerdings war die Nummer sehr schweißtreibend, nicht nur der Wärme wegen sondern vorallem weil die Luft trotz des lieblich blauen Himmels sehr feucht war. Aber egal, die Sonne und die Wärme haben gut getan und vielleicht verwöhnt der Herbst ja noch mit dem ein oder anderen schönen Tag, bis ich wieder so richtig drin bin, in meiner liebsten Jahreszeit 🙂

Übrigens: Während ich diese bedeutungsschweren Zeilen niederschreibe regnet es schon wieder sinnig auf unsere Dachfenster. Hier „Archivaufnahmen“ vom 12.10. 😆 :

 

Nicht mehr so die rechte Lust

Diese Woche traf ich einen ehemaligen Kollegen, der auch Läufer ist. Auf meine Frage wie es denn so läuft mit dem Laufen, druckste er etwas herum, dass er nicht mehr soviel machen würde. In vielen Jahren hätte er an so vielen, allen möglichen Läufen teilgenommen, dass er nicht mehr so die rechte Lust hätte. Das ist es, wovor ich auch „Angst“ habe, dass es mir irgendwann einmal passiert. Allerdings gibt es zwischen meinem Ex-Kollegen und mir einen Unterschied, der mich hoffen läßt, dass es bei mir so schnell nicht dazu kommen wird. Ich ziehe meine Freude am Laufen nämlich nicht aus der Teilnahme an irgendwelchen Läufen, sondern zum allergrößten Teil aus meiner alltäglichen Lauferei.

Die Teilnahme an Wettkämpfen ist sicherlich auch eine Würze in meiner Läufersuppe, aber satt macht mich die Suppe als solche 🙂 So hoffe ich doch sehr, dass mir die rechte Lust noch lange nicht abhanden kommt.

Mein heutiger Lauf war auch wieder so eine sättigende Einlage in meiner Läufersuppe. Nachdem der Oktober hier im Norden noch nicht viel Goldiges zu bieten hatte, war es heute plötzlich warm, die Sonne blinzelte zumindestens zeitweise und die Luft war gesättigt von Feuchtigkeit. Deshalb zog ich nochmal das kürzeste Höschen und Kurzarm-T-Shirt an und ab dafür.  Das Tempo war einen Hauch flotter als üblich, aber immer noch im absoluten Wohlfühlbereich. Nach knapp vier Kilometern lagen die schraddeligsten Eingangskilometer hinter mir und ich konnte raus aus den Sandalen. Wenig später konnte ich entlang des Geestrandgrabens zwei Läufer rechts überholen und sie die nächsten sieben Kilometer auf Abstand halten, bis ich zur Treppe der Huntebrücke abbog und die beiden weiter geradeaus liefen 🙂

Das Laufen machte so richtig Laune und der Herbst dreht in Sachen Farben so richtig auf. Fürs Barfußlaufen hält er allerdings auch ein paar Unannehmlichkeiten bereit, Eicheln und andere Baumfrüchte auf den Wegen und als Geschosse von oben geboten Obacht.

Aber ansonsten war diese erneute 14 km-Runde ein Paradebeispiel für meinen Spaß am Laufen und macht es mir nach wie vor unvorstellbar, dass mir die rechte Lust am Laufen vergeht. Möge es noch viele Jahre so bleiben.

Und dann…

… ist er seit Dienstag auch schon wieder zu Ende, mein Urlaub.

Und damit haben die heimatlichen Gefilde mich wieder:

01.10.19 01

Und dann laufe ich auch mal wieder etwas schneller, endlich mal wieder ne deutliche 4 vor dem Komma (auf einem Kilometer, wir wollen ja mal nicht übertreiben 😛 ).

Und dann sehe ich die alten Laufbekannten auch schon wieder:

Und dann ist ja auch schon wieder Kramermarkt:

Und dann bin ich heute auch noch mit 14 km auf die längste Strecke seit Ende Juni gelaufen. Und dann ist es seit ca. zwei Jahren auch noch der erste Lauf auf dem es von vorne bis hinten durchgehend geregnet hat. Und dann war es auch noch so kalt, dass ich mit Handschuhen gelaufen bin ❗ Und dann war es plötzlich auch noch zappenduster. Und dann wurde ich zum Ende des Laufs auch noch von einem derartigen Heißhunger überfallen, dass ich zuerst fünf Scheiben Schinkenwurst auf die Hand gegessen und danach noch eine Tafel weiße Schokolade vernichtet habe.

Und damit ist erst einmal Schluß mit Und dann! 😛

Schnelle Beine

Eine neue Premiere für mich: Heute habe ich mir erstmals einen großen Marathon von der Zuschauerseite aus angesehen und ich muß sagen, dass ist wirklich mal eine spannende Sache.

Zusammen mit Frank machte ich mich auf dem Weg zu seinem bewährten Platz in der Yorckstraße zwischen Marathon-Kilometer 19 und 20. Auf dem Weg dorthin durfte ich allerdings erst einmal erleben, dass man bei der Wahl des Notrufs 110 bei der Berliner Polizeit in der Warteschleife mit Bandansage landet, krass! Zum Glück ließ sich der offensichtlich Geistigverwirrte von Passanten wieder aus dem Gleisbett der U-Bahn ziehen, bevor die nächste U 7 in die Station Hermannplatz einfuhr. Wenig später, in der U-Bahn-Station Gneisenaustraße, blieb unsere U-Bahn dann einfach stehen und nach ein paar Minuten entschloßen wir uns den Rest der Strecke zu Fuß zu gehen. Dabei konnten wir bereits die zuerst auf die Strecke gegangenen Handbiker anfeuern, bevor wir uns für den anstrengenden Zuschauerjob stärkten.

Dann wurde es Zeit an die Strecke zu gehen, weil schon sehr bald die Marathonweltelite herangerauscht kam um später knappst am Weltrekord vorbeizurauschen. Irgendwas zwischen 19 und 20 km in 56 Minuten und ein paar Kaputten zu laufen ist schon der Hammer und die vorbeifliegenden Topathleten kaum scharf auf die Speicherkarte zu bekommen.

Nach dem schnellsten Deutschen und anschließend der schnellsten Frau (beide irgendwo im kleinen Pulk unterwegs) …

… wurde es dann langsam voll auf der Strecke. Die Massen rauschten heran.

Man sieht jeden Laufstil, von elegant bis schwerfällig; mühelos dahineilende und schwer kämpfende Läufer-innen. Während bei den einen die Frisur sitzt, beginnen andere bereits im eigenen Schweiß zu zerfließen. Es lief jemand vorbei, der mit kleinen Bällen jonglierte, während ein weiterer mit zwei Basketbällen dribbelte und der Nächste ein Ananas auf dem Kopf balancierte! 😯 Zwei Barfußläufer konnten wir in dem Getümmel ausmachen, der Zweite entdeckte uns ebenfalls und wir hatten uns gegenseitig freudig gegrüßt.

Dazu kamen die kostümierten Läufer:

Allen gemein ist, so konnten sich bei diesem grundsätzlich genialen Läuferwetter warm laufen, während es für die Zuschauer zu erst frisch und dann (natürlich auch für die Läufer) naß wurde.

Als der Regen dann zu strömen begann, zogen es Frank und ich vor das Zuschauen zu beenden, immerhin hatten wir es aber bis zu den 4:15 / 4:30-Stundenläufern ausgehalten.

Eine Tasse Kaffee und (bei mir) einem Stück Kuchen später …29.09.19 27

… setzten wir unser Tagesprogramm an etwas trockeneren Orten fort.

Das war heute wirklich eine sehr interessante Perspektive auf den Berlin Marathon und ich konnte das alles auf mich wirken lassen, ohne das es mich in den Füßen gejuckt hatte, selber zu laufen. Wenn überhaupt hat mich das Wetter etwas neidisch, aber auch nur etwas 😉

Flugsand

Unfassbar, unsere Zeit auf Sylt neigt sich schon wieder dem Ende zu. Der erste Herbststurm ist über die Insel hinweggebraust und die Temperaturen sind mächtig in den Keller gerauscht. Aber „Wetter“ macht erst einen Großteil des Reizes der Insel aus und der Laufgenuß wird durch die Frische noch einmal bis an den Rand des Erträglichen gesteigert.

17.09.19 02

Die Tage drauf machte Niedrigwasser das Laufen am Strand recht einfach und es ließ sich die mannshohe Kante bewundern, die die Nordsee während des Sturms in manche Strandabschnitte gefräst hatte. Windig war es immer noch, was den Sand über den Strand fliegen ließ.

Durch den dann abflauenden Wind und Niedrigwasser wurden Sandbänke freigelegt. Leider sind diese recht kurz, da sie so wunderbar zu laufen sind.

Morgen noch einmal Laufen am Strand, dann war es das schon wieder mit der Zeit hier. Aber wie sagt man so schön?: Nicht traurig sein, dass es vorbei ist, sondern freuen, dass es gewesen ist 😀

Die stille Seite

Ich gebe zu, der Reiz von Sylt liegt für mich an der Westseite. Hier wo die Insel ihre fast 40 km lange Flanke der offenen See zuwendet, rauscht das Meer und tobt die Brandung, speziell wenn -wie gestern- eine steife Brise pfeift.

Aber Sylt hat auch eine ruhige, stille Seite, die Ostseite. Diese ist dem Wattenmeer zugewandt. Der stetige Westwind wird hier von der Insel abgefangen und hier zieht sich das Meer zweimal täglich im Wechsel der Gezeiten zurück und es läßt sich durch das Watt laufen. Auf dieser geschützten Seite liegt auch der Hafen von Hörnum.

Nach täglichen Läufen am Weststrand hat es mich heute einmal in diese Stille gezogen. Menschen sind hier nur wenige unterwegs. Auf der Wattenseite befindet sich die Kinderstube der Vogelwelt, deshalb kann man nicht überall uneingeschränkt laufen. Auch heißt es beim Trab durchs Watt ein Blick auf die Muscheln zu halten, sonst könnte das Barfußlaufen aufgrund der Scharfkantigkeit durchaus schmerzhafte Folgen haben.

Was an der Wattenseite auch fasziniert sind die ganz anderen Lichtverhältnisse, das Watt und die ruhige See spiegeln in der Sonne und auch der Himmel wirkt noch einmal höher als über der rauhen See. So hat auch die Stille durchaus ihre spektakulären Seiten.

Druckbetankung

10.09.19 00

Nicht was Ihr eventuell denkt, ich rede hier von Druckbetankung mit frischer, klarer Meeresluft. Die Lungen werden regelrecht geflutet mit dieser genialen Luft, die Bewegung ist der pure Genuß und abends bin ich von den vielen Stunden an Strand und Meer auf herrliche Weise todmüde.

Das Laufen am Strand und durch die auslaufenden Wellen ist ein Traum. Das Tempo ist dabei allerdings unterirdisch. Aber wen interessiert dabei das Tempo? Im Gegenteil, jede Sekunde langsamer ist eine Sekunde mehr Laufgenuß 😎  Und wer braucht hier schon Laufschuhe oder -sandalen? 😀

Beherrschung verloren

Endlich Urlaub! Bis in den September auf den Jahresurlaub zu warten, fiel dieses Jahr schon etwas schwer. Aber nun ist es soweit. Gestern ging es (mal wieder) nach Sylt.

Heute morgen eine erste Runde, die so genial war, dass ich in Sachen Laufzurückhaltung nahezu die Beherrschung verloren hatte. Um 10 Uhr war es schon herrlich warm, dazu Sonne satt und noch mehr Meer!

Gute 10 km, davon 7 barfuß, davon 5,4 km Strand und Meer. So ein genialer Lauf ließ sogar Vorfuß und Ferse restlos verstummen. Ein Traum!

Kleinvieh macht auch Mist

Heute habe ich den August läuferisch abgeschlossen. Trotz meiner bescheidenen Wiedereinstiegsläufe führe ich auch weiter tapfer meine Laufstatistik. Als ich in meiner Old-School-Excel-Tabelle für das Monatsergebnis auf Enter drückte, kniff ich die Augen zusammen und machte sie gleich wieder ganz groß auf: Immerhin gute 82 km habe ich mir in diesem Monat auf kurzen Strecken zusammengeeiert. Cool! 😎 Zugegeben: Ein einziger 10er war auch dabei und hat somit die Statistik mächtig gepusht, als ich von der Werkstatt nachhause gelaufen bin, weil mein alter Kleinwagen frisch inspiziert und getüvt wurde 😆

Die letzte Woche war dabei noch einmal richtig heiß und schweißtreibend. Deshalb gab es u. a. nackte Haut und kalte Duschen …

… schattenspendenden Wald am Woldsee …

… und kühlenes Eis zum offiziellen Abschluß der Utkiek-Sommersaison.

Der August geht somit durchaus versöhnlich zu Ende. Im kommenden September werde ich auch nichts forcieren. Endlich steht der Jahresurlaub auf dem Plan und dem Laufen werde ich den gewünschten Raum bieten, aber nicht die oberste Priorität. Somit schließe ich auch aus in den kommenden Wochen zu überziehen.

Kurios

Vor 14 Tagen stand mal wieder der Großhandel in Amsterdam auf dem Programm. Sieben Stunden sind wir durch die Hallen getourt und zur Schonung der Ferse wollte ich eigentlich Schuhe tragen. Eine der sieben Stunde habe ich das in ihnen auch ausgehalten, dann habe ich es doch vorgezogen barfuß zu gehen. Sechs Stunden Betonboden und die Ferse war anschließend ruhig. Hatte der Betonboden vielleicht so eine Art Blackroll-Effekt auf die Ferse ausgelöst? Ich weiß es nicht und ich verstehe es auch nicht. Aber am Montag ließ mich die Erkenntnis erstmals seit Ende Juni mal wieder barfuß traben. 4,3 km und die Ferse war ruhig, während der Vorfuß noch leicht vor sich hin zwackte.

19.08.19 01

Dientag das gleiche Ergebnis auf 5,1 km. Donnerstag auf dem Utkiek 7 km in den Trail-Pies Sucios mit ruhigen Vorfuß und dafür wieder zickender Ferse. Am Freitag 6,1 Barfuß-Kilometer auf dem Weg vom Blankenburger See nach Iprump und zurück mit wieder ruhiger Ferse und leicht murrendem Vorfuß.

Fazit dieser Woche: Die Ferse steht offensichtlich auf Härte und ist scheinbar über das Schlimmste hinweg. Der Vorfuß hingegen ist beim Laufen noch nicht komplett unauffällig, zeigt aber bislang nach den Läufen keinerlei Nachwehen. Vier Läufe brachten immerhin schon über 20 km. Und noch eine Erkenntnis: Wer kürzer läuft hat mehr Zeit zum Relaxen 😀

Wiedersehensfreude und Klarstellung

Nach ewigen Wochen bin ich am Donnerstag mal wieder beim Utkiek gewesen. Die Freude die ganzen Berggämsen wiederzusehen war groß und wurde noch dadurch gesteigert, dass Heimo auch dazugekommen ist. Nach automobiler Anreise aus München am selben Tag war der Utkiek für ihn genau das Richtige um nach der langen Fahrt die Beine auszuschütteln. Dabei konnte Heimo erstmalig die Oldenburg-Mountains und unser intensives Training dort kennenlernen 😀

Schön war es in gut gelaunter Runde wieder die altbekannten Schleifen zu ziehen. Mein Fuß hat das Stündchen recht gut verkraftet. Allerdings will die Ferse nach wie vor keinen rechten Frieden geben, aber ich bilde mir ein, dass sie doch allmählich ruhiger wird. Auch wenn sich mein gesamter Bewegungsapparat am Tag drauf anfühlte, als wäre ich einen Marathon gelaufen 😆

Apropos Fuß: Wenn man bei seinem Besuch beim Osteopathen mit seinem Blog angibt, muß man auch damit rechnen, dass der auch gelesen wird. So bekam ich zu meinem Betrag über meine Behandlung noch eine WhatsApp-Nachricht von ihm, mit dem Hinweis, dass er nicht mal „eben nur an meinen Zehen gezogen hat“, sondern schon eine konkrete Ursache für meine Beschwerden gefunden und behandelt hat, nämlich: eine “ Blockade “ des os naviculare und damit verbunden Impingement des Tibiotalaren Gelenkes ( verursacht durch myofasziale Spannungen !). Das wollte ich hier gerne noch einmal ergänzend hinzufügen. Die Lateiner und Mediziner unter Euch wissen jetzt Bescheid, der Rest kann bei Interesse (wie ich auch) zur allmächtigen Suchmaschine greifen und weiß es danach auch 🙂 Auf jeden Fall scheint die gelöste Blockade ein voller Erfolg zu sein, da im Vorfuß zu 95% Ruhe herrscht und meine bisherigen Wiedereinstiegsläufe keinen negativen Einfluß hatten!

Schwelgen

Ich finde es ja immer wieder spannend, was so auf meinem Blog so alles gelesen und geguckt wird. Die WordPress-Statistik gibt darüber ja wunderbar Aufschluß. Gerne klicke ich die gelisteten Bilder und Berichte dann mal an um zu schauen, was ich da über die Jahre schon so alles geknipst und von mir gegeben habe. Seit einigen Tagen habe ich da viel zu tun, weil offensichtlich irgendein Robot oder sonst irgendetwas querbeet durch alle Jahre meinen Blog abgrast. Anders kann ich mir die mehreren hundert User aus den USA nicht erklären, die da angeblich plötzlich alle auf meinen Blog schauen.

Aber egal, meine Statistik listet da chronologisch völlig unsortiert die geklickten Bilder und Berichte und ich habe mir die gar nicht mal so wenige Zeit genommen, mir das alles mal anzuschauen. Bei dieser Reise durch die Jahre habe ich regelrecht in Erinnerungen geschwelgt. Das hat richtig Spaß gemacht.

  • der Wechsel der Jahre
  • der stete Wechsel der Jahreszeiten
  • Sonne, Regen, Sturm, Schnee, Hitze, Kälte
  • Ach herrje, da hatte ich ja noch die Brille
  • Ach herrje, da hatte ich ja noch Haare
  • Oh, Trier
  • Österreich
  • München
  • Nimwegen
  • immer wieder Berlin
  • Sieh an, meine ersten Tattoos
  • Läufe nach Neuwerk
  • Ach ja, im Winter 2012/2013 hatte ich schon mal versucht minimal zu laufen
  • auch immer wieder: Meine Güte was hast Du da denn für einen Schrunz geschrieben
  • Verletzungen
  • die fantastischen Winter-Etappenläufe
  • eine Handvoll Marathon sind es doch schon
  • dazu Hermannslauf, Harzquerung, Luxemburg, Ahrathon und und und
  • was ist da schon alles zusammengekommen
  • Dabei mache ich noch nicht einmal so richtig viel
  • emotionale Finishs und DNF
  • Februar `17, der Umstieg auf Minimal und Barfuß beginnt
  • viel viel viel viel viel norddeutsche Landschaft, flaches Land, Deiche, Wasser, Vogelschwärme
  • Hach
  • uvm
  • Und!: viele viele viele viele Begegnungen mit Freunden, die ich ohne diesen Blog niemals kennengelernt hätte, ohne die ich so manches Laufabenteuer nicht gewagt hätte und ohne die ich viele Erlebnisse, viel Spaß und viele schöne Stunden nicht gehabt hätte. Ohne die dieser Blog nur ein lebloses Tagebuch und wahrscheinlich schon längst wieder eingeschlafen wäre.

Die Zeit, die ich mir für diese Klickerei durch Bilder und Berichte genommen habe, war gut investiert. Laufen, bei Wind und Wetter draußen sein, was für ein intensives Leben durfte ich in all den Jahren genießen. Sollten, in Zeiten wo es mal gerade nicht so läuft mit dem Laufen, jemals Zweifel bezüglich der Fortsetzung aufkommen, dann fegt so eine Zeitreise diese gnadenlos vom Tisch.

Danke also einmal unbekannter Weise über den großen Teich für die Animation zum ausgiebigen Schwelgen in Erinnerungen 🙂

Ein Widerspruch in sich

Ärgerlich, dass mein Wiedereinstieg ins Laufen jetzt durch die Ferse behindert wird. Das Dingen will sich aber im Moment auch einfach nicht beruhigen. Drum habe ich zuerst tief in meinem Gedächtnis und dann noch tiefer in meiner Kommode mit meinem ganzen Laufgeraffel gekramt. Nach einigen Suchen hatte ich denn die Objekte meiner Begierde, die Fersengeleinlagen, die mir mein Orthopäde anno quark schon einmal wegen ähnlicher Beschwerden verschrieben hatte. In die engen V-Runs bekam ich die Dinger, bzw. das Ding weil nur für den linken Fuß notwendig, nicht, aber in die etwas geräumigeren V-Trails paßte es hinein.

Einen Barfußschuh mit einer Einlage aufzumotzen ist ja nun wirklich ein Widerspruch in sich, aber damit konnte ich heute eine 7 km-Runde im Bereich Kleiner Bornhorster See/ Alte Braker Bahn fast ohne Beschwerden laufen. Noch wichtiger: Die Ferse war auch nach dem Lauf nicht so auf Krawall gebürstet wie nach den vorherigen Läufen. Tada! Man muß sich nur zu helfen wissen. Auch wenn ich mir, weil ich die V-Trails nicht mehr gewohnt bin, gleich noch wieder eine Blase gelaufen habe. Egal, Fuß vorne ruhig, Fuß hinten fast ruhig, da kann mich auch so eine poppelige Blase nicht mehr belasten.

Und zur Feier des gelungenen Laufs ging es im Kleinen Bornhorster See auch gleich noch einmal in die Fluten. Allerdings so ganz ohne diese anstrengenden Schwimmbewegungen, dafür aber mit Besuch! Bzw. eigentlich war ich der Besuch 😀

😀

 

 

Das will ich wissen

Gestern stand der Besuch beim Osteopathen an. Eine ganze Stunde hat sich der Mann Zeit genommen und mir in dieser Zeit soviel Input gegeben, dass ich diesen über die kommenden Tage erst einmal in Ruhe verarbeiten muß.

Das Positive vorweg, er war von meiner Barfuß-/Minimallauferei sehr angetan, trägt selber auch nur Barfußschuhe. Das Negative aber gleich hinterher: Zum einen ist es um meine Beweglichkeit eher suboptimal bestellt. Genauer gesagt ich bin steif wie ein Brett. Zum anderen ist meine Ernährung … naja, ist ja nicht so, dass ich das nicht schon wußte.

Mein Fuß selber war zur Untersuchung, von der Ferse mal abgesehen, erwartungsgemäß ganz brav, so dass der Osteopath lediglich die Zehen einmal ordentlich zum Knacken gebracht (das ging aber auch am rechten Fuß) und mir darüber hinaus „nur“ Fazien-, Dehn- und Gymnastikübungen gezeigt hat. Darüberhinaus offenbarte mein ganzer Körper die oben bereits erwähnte Steife. Zur Anschauung hat mich der Osteopath mit meinem eigenen Smartphone fotografiert. Das hat nicht nur den Vorteil, dass ich mir nicht nur das Elend immer wieder anschauen, sondern Euch an dem Bild des Jammers auch noch teilhaben lassen kann. Allerdings auch gleich an dem allersten kleinen Erfolg (siehe Bilder vom durchgestreckten Bein)

Der Osteopath kann mit durchgestreckten Beinen locker die gesamten Handflächen auf dem Boden aufsetzen. Und jetzt kommt`s: Auf mein bodenloses Staunen sagte er mir, dass ich das bei täglicher Ausübung der mir beigebrachten Übungen in vier Wochen auch könne. Das will ich wissen! Deshalb und nicht nur deshalb wird jetzt regelmäßig geübt. Die Notwendigkeit meinen Körper zumindestens ansatzweise etwas geschmeidiger zu bekommen sehe ich ein. Schlußendlich könnte ich dadurch sogar etwas schneller werden, faszinierend aber zweitrangig.

Auch an meiner Ernährung werde ich arbeiten um den Körper zu entsäuern, in diesem Zusammenhang besteht nämlich auch die Hoffnung meine permanente Müdigkeit, für die es bis dato keine medizinische Erklärung gibt, zu vertreiben.

Fazit: Das war eine lehrreiche Stunde, die mir in einigen Punkten noch einmal die Augen geöffnet hat. Nicht nur den Fuß (der offensichtlich in den vergangenen sechs Wochen gut gesundet ist), sondern gleich den ganzen Körper DAUERHAFT zu mobilisieren und obendrauf an der Ernährung zu arbeiten, wobei auch Jens gerne mitmachen will, sind schon ziemlich hehre Ziele. Aber das Wissen um meine Defizite schlummerte schon länger in mir und hoffe, dass der gestrige Tag der notwendige Tritt in den Hintern war selbigen endlich über das Laufen hinaus hochzukriegen.

Fast schon ein Triathlon

Gestern hatte ich den zweiten Laufversuch unternommen. Dazu war ich mit dem Fahrrad raus zur Hunte gefahren und dort in die Laufsandalen geschlüpft. Nach vier erfolgreich absolvierten Laufkilometern (HURRA! Allerdings zickt jetzt die linke Ferse, die aber auch durch die Schonhaltung der letzten Wochen arg strapaziert wurde) ging es weiter zum Kleinen Bornhorster See. Dort konnte ich der Versuchung nicht widerstehen einmal in die Fluten zu steigen. Da dies nicht geplant war mußte die Laufunnerbüx als Badehose herhalten und anschließend die Luft das Handtuch ersetzen. Aber herrlich war es!

20 km radeln, 4 km laufen und ungefähr 10 Schwimmzüge, wenn das nicht schon fast ein Triathlon gewesen ist 😆 😎

Auf zwei Rädern hin und zurück ging es dann heute zu Schwiegermuttern . Dabei kamen völlig relaxte 43,4 km zusammen.

Kurze (Zwangs-)Pause:

Entspannte Zeit:

Das Ganze bei Sommerwetter wie ich es liebe. Warm, etwas wechselhaft und trocken 🙂

Ein zartes Pflänzchen?

Hin- und hergerissen war ich heute Abend. Sollte ich es wagen? Mal ein kurzes Stück zu laufen? Im Alltag verhält sich der Fuß weiterhin nahezu komplett ruhig und auch den Bahnsteigsprint vom vergangenen Donnerstag hat er nicht nachhaltig übelgenommen. Ebenso wenig wie die sieben Stunden, die ich am Samstag auf baren Füßen auf dem CSD in Berlin unterwegs war.

Ich habe mich für einen Versuch entschieden und war aufgeregt und nervös, wie ein kleines Kind vor dem ersten Schultag. Seichter Regen und knappe 20° erleicherten mir noch die Enscheidung. Wahnsinn, wieviel Spannung sich in mir breitgemacht hat, dabei ist das Laufen mir doch das Vertrauteste von der Welt und es war ja auch wahrlich nicht mein erster Aussetzer. Aber gerade dieses Vertrauen in das Vertraute ist halt augenblicklich erschüttert.

Das erste Antraben mit klopfendem Herzen, ein kurzer Stich, dann schmerzfrei! Genauso wie die ersten paar Hundert Meter. Ich versuche den Fuß so locker wie möglich zu lassen. Hypersensibles Hineinhorchen in ihn, ein leicht dumpfes Gefühl, kein Schmerz. Es beginnt richtig zu regnen, Freudentränen? Nach einem Kilometer kurz Innehalten an der Hunte, dann umdrehen und zurück. Nach eineinhalb Kilometern irgendwie Unruhe im Fuß. Und Jucken! Ist Jucken nicht ein Zeichen für Heilung? Nach zwei Kilometern beende ich den Lauf, die Sonne kommt raus und ein großer, kräftiger Regenbogen steht am Himmel, ich bin klitschnaß. Eine schon fast kitschige Hollywood-Happy-End-Szenerie, aber egal, wenn das kein gutes Zeichen ist? Der Fuß?: Ruhig. Auf der Rückfahrt macht sich ein leichtes Zirpen auf dem Fußrücken bemerkbar, wie ich es kenne, wenn ich Schuhe zu fest schnüre, aber kein Schmerz!

Was für ein lange Analyse eines zwei Kilometer kurzen Laufs, an den sich eine Mischung aus Freude, verhaltenem Optimismus und Skepsis anschließt. Aber auch was für ein Gefühl diese paar Minuten gelaufen zu sein, trotz des Horchens und Bangens, Wahnsinn ❗

Bleibt der Fuß ruhig, werde ich am Wochenende noch einmal die gleiche Strecke probieren mit einem kleinen Fünkchen Hoffnung, dass da wieder ein zartes Laufpflänzchen wächst.

 

Einsatzbereit

… sind nun endlich meine beiden Fahrräder in Berlin. So kann ich nicht nur in lauffußlahmen Zeiten die Stadt auch auf zwei Rädern erkunden 😀 Quasi geerbt hatte ich da zwei Mountinbikes. Klein, wendig und robust sind die gar nicht mal die schlechteste Wahl für den Großstadtdschungel.

Das erste Bike ist nichts besonderes. Die Marke heißt Hawk und eine Google-Suche ergab, dass es wohl in der Regel in Bau- und Supermärkten vertickt wird. Aber es fährt sich sehr bequem und macht einen sicheren Eindruck und hat immerhin auch Shimano-Komponenten.

Das zweite ist ein Cannondale, pechschwarz heißt es bei mir jetzt schon das schwarze Biest. Auf jeden Fall das bessere und auch schickere Teil.

Künftig werde ich auch mal einige Wege mit dem Rad zurücklegen statt die Öffis zu benutzen. So wird es teilweise noch etwas einfacher, ich freue mich darauf.

Ein kurzer Sprint …

… und Hitzefrei.

Mein Anschluß-Zug nach Berlin in Hannover hatte gestern Abend eine Stunde Verspätung. Als er denn endlich eintrudelete, war die Wagenreihung genau andersherum als auf dem Wagenstandsanzeiger angezeigt. Auf der Bahnsteiganzeige wurde das entweder nicht angezeigt oder mir ist dieses Detail entgangen. Wie auch immer, da der ICE aus zwei Zugteilen bestand und bis Berlin keinen Zwischenhalt hatte um noch einmal zu wechseln, durfte ich einen Barfuß-Sprint über fast den gesamten Bahnsteig hinlegen um mir noch meine Sitzplatzreservierung zu ergattern. Hat geklappt und der Überraschungsmoment für den Fuß war so groß, dass er im ersten Moment sogar schmerzfrei war. Dann war er aber doch wieder recht deutlich zu spüren, aber er konnte sich ja auf meinem ergatteren Sitzplatz, von dem ich erst einen arroganten Business-Typen vertreiben mußte, gleich wieder erholen und war dann zum Glück auch gleich wieder ruhig.

Heute in Berlin gönne ich mir einen Tag Hitzefrei. Nach dem sehr langen, anstrengenden und heißen Vortag mit der schlußendlich über eineinhalb Stunden verspäteten Anreise steht jetzt heute nur Müßiggang auf dem Plan. Kann ich bei den Temperaturen sehr gut 😀

Morgen möchte ich erstmals am CSD hier in Berlin teilnehmen. Wie mir das Zusammenspiel von angesagten 30° C und bis zu 1.000.000 angekündigter Besucher gefallen wird, zeigt sich dann 🙄 Ich fand, dass es beim Berlin-Marathon schon sehr viele Menschen waren und das waren 960.000 weniger! 😯 😆

Selbst ist der Privatpatient

Meinen Unmut über die fehlende Diagnose bezüglich meiner Fußbeschwerden habe ich hier hinlänglich zum Ausdruck gebracht. Speziell das ich auf eine CT-Aufnahme noch vier bis sechs Wochen warten sollte, wenn denn die Schmerzen in dieser Zeit nicht von alleine verschwinden, frustrierte mich -Achtung Wortwitz- bis in die Haarspitzen.

Deshalb habe ich mir stumpfdumm selber einen Termin in einer Radiologie-Praxis besorgt. Als Privatpatient brauche ich schließlich keine Überweisung und dadurch ging es natürlich auch mit dem Termin recht schnell. Heute war es deshalb schon soweit und das Ergebnis:

23.07.19 07

Überhaupt ist alles gesund und sieht wunderbar aus. Der Radiologie sagte man könnte jetzt noch viel untersuchen, all diese Untersuchungen (z. B. Knochenszintigramm) würden allerdings dauern und seiner Meinung letztendlich nichts mehr zu Tage fördern, was in dieser Zeit nicht auch wieder von alleine heilen könnte, da jetzt ein ernsthaftes Erkrankungsbild nahezu auszuschließen ist. Eine Blockade könnte eventuell noch bestehen, diesbezüglich bemühe ich mich gerade um einen Termin bei einem hochangesehenen Osteopathen in Oldenburg. Ansonsten bleibt mir nur warten, schonen und auf baldige Besserung hoffen. Inzwischen weiß ich gar nicht, ob mir nicht eine simple Fraktur lieber gewesen wäre, die wäre zeitlich wenigstens kalkulierbar 🙄 Aber zu wissen, dass nichts Ernstes vorliegt ist ja auch schon einmal was.

Da ich keinen Orthopäden benennen konnte, dem er den Befund und die CD mit den Aufnahmen zuschicken sollte, er hat mir das alles in die Hand gedrückt. Die CD habe ich dann mal in meinen Laptop gesteckt und siehe da, der konnte die Bilder sogar auslesen. So sieht er also aus, mein linker Fuß, spannend 🙂