Norddeutsche Berge und ein Krokodil

Ich bleibe den Bergen treu. Nach den zwei Berliner Bergläufen ging es nahezu nahtlos weiter mit einem heimischen Berglauf. Vorweg kann ich allerdings bezüglich meiner aufgeritzten Fußsohle Entwarnung geben. Was am Tage des Ungemachs noch nach einem fiesen tiefen Krater in der Fußsohle aussah, zeigte sich am Tag drauf schon recht unspektakulär und am dritten Tag schloß sich die Hornhaut schon wieder über der wunden Stelle. So wagte ich am gestrigen Mittwoch einen Barfußlauf, den ich mir wegen der herrlich hohen Temperatur von gut 10 ° und trockener Strecke auch ungerne hätte entgehen lassen.

Nach zweieinhalb Kilometern kontrollierte ich erstmalig das Befinden meiner Fußsohle, es war alles in Ordnung und blieb es auch, wie mir weitere gelegentliche Blicke zeigten.

Auf 11,4 km mit einer Pace von 6:03 hat die defekte Stelle in der Fußsohle gehalten, wunderbar. Also stand dem heutigen Berglauf nichts im Wege 😀 Dazu habe ich die selbe Strecke wie gestern gewählt. Wie jetzt Huntestrecke und Berge ❓ Jepp ❗ Die norddeutschen Berge sind doch schließlich bekanntermaßen der Wind und heute fegte ein ordentliches Stürmchen übers Flachland 😀

Und deshalb ging es …

😀

Mit kleinen Schritten, wie man das beim Bergauflaufen so macht, so wenig wie möglich mit dem Wind kämpfend, trabte ich voran. Der Wind pfiff über die Jacke wie um eine Hausecke und die Kaputze flatterte kräftig vor sich hin 😀 Die noch mäßig gefluteten Bornhorster Wiesen fungierten als blaue Bergseen 😆

Nach fünf Kilometern habe ich gewendet (ich lief exakt auf der Griesheimer Silversterlaufstrecke 😎 ) und konnte mich ab da dem Downhill hingeben 😀 Leicht und flockig ging es zurück, allerdings habe ich mich tierisch erschrocken, als da plötzlich ein Krokodil im Gras lauerte. Ist der Klimawandel jetzt schon soweit fortgeschritten, dass sich sogar solch liebliche Tierchen an der Hunte wohlfühlen? Ich kann es allerdings nicht anders sagen, aber ich fand das Raubtier eigentlich voll symphatisch 😀

Ob Krokodile auch Rehe fressen? 😯

Mich hat es auf jeden Fall nicht gefressen und ich beendete den Lauf nach 10 km unbescholten. Ich muß aber zugeben, dass ich schon bei stärkeren Sturm gelaufen bin. So war dieser Lauf nicht unbedingt Hochgebirge, aber geweht hat es trotzdem schon ganz ordentlich 🙂

Warum nicht mal einen Berg laufen?

Schön nicht wahr?:

Leider führt der imposante Wasserfall zur Zeit kein Wasser, er wäre sonst auf dem ersten Bild zu sehen gewesen. Was mich fasziniert hat ist, dass ich bis zum Gipfel des Berges in kleinen Schritten durchlaufen konnte. Die Aussicht von ganz oben war dann auch unglaublich schön. Leider lag kein Schnee, das wäre natürlich noch toller gewesen 😀

Wie kommt es aber nun, dass der gemeine Deichläufer plötzlich durch die Berge trabt? Die Antwort ist simpel und banal: Nach einem Vierteljahr zog es mich mal wieder nach Berlin. Auch wenn ich superliebe Nachbarn haben, die sich um meine Wohnung kümmern, wollte ich doch einmal wieder selber nach dem Rechten sehen und auf bessere Zeiten oder gar ein Ende der Lockdownerei zu warten, erschien mir aussichtslos.

Um mir beim Laufen einmal etwas Abwechselung zum Tempelhofer Feld zu verschaffen, überquerte ich dieses nur, lief dann anschließend über den Columbiadamm und weiter über den Mehringdamm zur Kreuzbergstraße, an der der Viktoriapark mit dem Kreuzberg liegt. Der Kreuzberg hat satte 66 m über NN, aber zum Glück brauchte ich nur 36 HM überwinden um vom unteren Punkt des Parks hoch zum Gipfel mit dem Monument zu kommen 😛 Von dort hat man dann einen wunderschönen Blick über die Stadt und eine direkte Blickachse über den Wasserfall in die Großbeerenstraße. Der direkte Laufweg dorthin betrug fünf Kilometer.

Auf der Strecke hin und zurück überquerte ich, wie bereits erwähnt, das Tempelhofer Feld, umkurvte die imposanten Gebäude des ehemaligen Flughafen Tempelhofs (in denen zu normalen Zeiten auch die Marathonmesse des Berlin Marathon stattfindet) und überquerte den Platz der Luftbrücke mit seinem Denkmal. Auf dieser gar nicht einmal so langen Strecke wird einem also Allerhand geboten. Sogar ein paar Schneekrümel bei Temperaturen von knapp unter 0 ° 🙂

Diese Tour war ein schöner Lichtblick in einer ansonsten durch den Lockdown und graues Winterwetter ziemlich trostlosen Stadt.

Gegenseitigkeit

Ich erwähnte es ja bereits in meiner Jahresbilanz 2020: Gute 63 % meiner Jahreskilometer bin ich barfuß gelaufen. Es hätten sogar noch etwas mehr sein können, aber der Dezember zeigte sich mit seiner feucht nassen Kälte arg garstig und so kamen in dem Monat gerade mal maue 40 Barfußkilometer zusammen. Auch der Januar verhagelt mir entsprechend weiter meine Barfußbilanz und die Sandalen sind im Dauereinsatz. So what würde der Franzose sagen, es gibt schlimmeres. Meine Motivation zum Beispiel. Feuchtkaltes, dauergraues Winterwetter gepaart mit depressiver Watte im Kopf sorgte und sorgt im Augenblick nicht gerade für die allergrößte Lauflust und es hätte und würde mir nicht nur die Barfuß- sondern die Gesamtbilanz verhageln, wenn ich da nicht zur Zeit Torben als meinen Laufpartner hätte. Das Laufen harmoniniert mit ihm sehr gut. Das Tempo stimmt und wir können uns etwas erzählen, ohne ununterbrochen reden zu müssen.

Für Torben als verhinderter Schwimmer ist Laufen ja nur ein Ersatz und er würde nicht laufen, wenn ich es nicht mit ihm täte. Somit ist die gegenseitige Motivation für uns quasi eine Win win-Situation und auch starker, nasser Schneefall hält uns dann nicht ab. Die Dauer unserer Runde am Donnerstag hatte aber weder der Schneefall noch der klägliche liegengebliebene Schnee überlebt.

Immerhin sorgte leichter Nachfrost zwei Tage später auch noch einmal für einwenig Winterfeeling 🙂

So läppern sich die Kilometer halt doch zusammen und ich liege für den Januar im Soll und ich weiß nicht recht, ob ich Torben noch länger geschlossene Schwimmbäder wünschen soll. Nein, das tue ich natürlich nicht! So einer bin ich nicht 🙂

Rosige Zeiten

Schnee, Schneeregen, 1° +, rosige Zeiten 😀

Es schneit und schneeregnet schon den ganzen Tag. Nach dem Loslaufen hat es ca. 2,5 km gebraucht bis die Zehen warm waren. Überraschend warm war nach knapp sieben Kilometern auch das Wasser des Kleinen Bornhorster Sees 🙂

Etwas flottere, geschmeidige und etwas nasse 11 km mit gut durchbluteten und wohlig warmen Beinen und Füßen 😎

Nur zum Schneemannbauen reicht der Schnee doch noch nicht so recht 😆

Drunter und drüber

Aus und vorbei, das Jahr 2020 ist Geschichte und auch wenn es 2021 zumindestens in den ersten Wochen und Monaten schwer haben wird es besser zu machen, wird wohl kaum jemand dem gerade abgelaufenen Jahr zuviele Tränen hinterher weinen. Das für mich 2020 eine Katastrophe war, habe ich hier hinlänglich breitgetreten, Schwamm drüber.

Am gestrigen Neujahrstag gab es den ersten Kilometereintrag für 2021 und ich habe die Jahresstatistik 2020 abgeschlossen. Ein paar, hoffentlich nicht zuviel, Zahlen daraus möchte ich meiner werten Leserschaft hier jetzt einmal kundtun. Zumindestens das Zahlenwerk des letzten Laufjahres macht mich im Endergebnis schlußendlich zufrieden und dankbar.

Das Negative zuerst: Ischiasbeschwerden im Frühjahr, Fersenprobleme im Sommer und ein merkwürdiger Infekt im September waren die Bremsklötze in meinem Laufjahr. Die Absage sämtlicher Laufveranstaltungen bescherte mir die Nichtteilnahme am Hermannslauf, an der Halbmarthondistanz des Ahrathon, am Nightrun über das Flughafenfeld BER und am Köhlbrandbrückenlauf in Hamburg. Bei Nightrun und Köhlbrandbrückenlauf bin ich umgeschrieben auf dieses Jahr und bei den beiden anderen Läufen habe ich meine Startgebühren den Veranstaltern zu deren Lebenserhaltung gespendet.

So ich es denn als negativ ansehen will, bleibt anzumerken, dass ich in 2020 kaum längere Strecken gelaufen bin. Lediglich acht Läufe waren länger als 20 km, kein Dreißiger, geschweige denn noch länger. Den längsten Lauf in 2020 lief ich am 05.01., also vor fast genau einem Jahr, mit 26,2 km. So wenig längeres bin ich schon einige Jahre nicht mehr gelaufen.

Da wundert es schon fast -damit komme ich zum Positiven-, dass ich in diesem Jahr trotzdem noch die 2.000 km-Marke gerissen habe und zwar relativ auf den letzten Drücker am 28.12.. In den drei letzten Tagen des Jahres konnte ich dann, u.a. mit dem tollen Silvesterlauf, das Jahr mit exakt 2023,3 km abschließen. Keine gerade Zahl, kein Schnapszahl oder ähnliches, einfach ein Ergebnis, dass sich ergeben hat. Damit ist die Zahl so holperig wie das Jahr selbst. Damit lag ich zwar knapp 90 km unter dem Endergebnis von 2019, konnte aber das fünfte Jahr in Folge mit über 2.000 km beenden.

Diesem Drunter im Vergleich zum Gesamtergebnis des Vorjahres stand ein Drüber bei den Barfußkilometern gegenüber. Ebenfalls krumme und schiefe 1283,3 km lief ich in 2020 ohne irgendetwas an den Füßen. Das sind gute 160 km mehr als im Jahr davor. Der Anteil der Barfußkilometer am Gesamtergebnis stieg von gut 53 auf gut 63 Prozent.

Nur noch läppische 8,5 km lief ich in den FiveFingers V-Trail und 9 km in den V-Runs. 10 km kamen in Neoprenschuhen dazu und 1,2 km in Leguano-Socken. Über die verbleibenden gut 710 km hatte ich, wenn ich eben nicht barfuß unterwegs war, nur diverse Laufsandalen an den Füßen. Ganz genau waren es fünf verschiedene Paare 🙂

Damit geht 2020 zu den Akten 🙂

Mein „Backup“ seit 2013, in den ersten Jahren sogar noch handschriftlich 😀

„Schuh“-Statistik 🙂

Abweichend von der reinen 2020iger Statistik möchte ich noch einen kurzen Rückblick auf meine Barfußentwicklung werfen, die im Februar tatsächlich schon in das fünfte Jahr geht.

Beginnend am 08.02.2017 mit einer ersten Strecke von 400 m auf Asphalt endete das Jahr 2017 mit 166,6 (8%) Barfußkilometern. Neben Minimalschuhen lief ich die allermeisten Kilometer in dem Jahr noch in „ganz normalen“ Laufschuhen.

Im Jahr 2018 bin ich dann schon keine „ganz normalen“ Laufschuhe mehr gelaufen. Im wilden Wechsel lief ich in diversen Minimalschuhen und den FiveFingers. Laufsandalen hatte ich da noch keine. Die Barfußkilomter stiegen auf 551,5 km (27,17%)

Im Januar 2019 kamen dann die ersten Laufsandalen ins Spiel und wurden schnell zu meinen Favoriten und verdrängten auch die bis dahin heißgeliebten FiveFingers. Mit 1122 km wurde das Barfußlaufergebnis erstmalig vierstellig und war mit den gut 53% auch erstmalig die Hauptfortbewegungsart 🙂

Schaun wir mal, ob da in 2021 noch eine weitere Steigerung drin ist. Ansonsten soll es das an Zahlen gewesen sein. Für die 2.000 km in 2021 fehlen mir noch 1989,9 km, ich muß man ranhalten. Wir lesen uns! 😀

Ausgerechnet Griesheim

Dieser Ort wäre mir mit Sicherheit nie bekanntgeworden, wenn nicht Manfred zu einem gemeinsamen virtuellen Blogger-Silvesterlauf geladen hätte, nachdem er auf den virtuellen Silvesterlauf des TUS Griesheim gestoßen ist. Dieser virtuelle Lauf besticht doch seine einfachen Teilnahmebedingungen und bot sich für das Unterfangen an, durch möglichst viele von uns Bloggern unter dem Motto „gemeinsam laufend bloggen“ dem Griesheimer Silvesterlauf einen kleinen Pusch bei den Anmeldungen und ein gewisses nationales und internationales Flair zu verleihen 😎

Meinereiner kam auf diese Weise auf meinem letzten Lauf in diesem Jahr doch noch zu einer Teilnahme an einer virtuellen Laufveranstaltung, die ich ansonsten dieses ganze verkorkste Jahr gemieden hatte. Verkorkst ist auch das Stichwort für die Stunden vor dem Lauf. Eigentlich wollte ich zusammen mit Manfred und einigen anderen gemeinsam um 10 Uhr starten. Allerdings wachte ich mit tierischen Kopfschmerzen auf und konnte mich einfach nicht aufraffen zeitig genug das Bett zu verlassen, außerdem muckte die linke Wade und schien etwas verhärtet zu sein. So ließ ich den 10 Uhr-Start sausen, frühstückte in Ruhe, pfiff mir eine Kopfschmerztablette rein, studierte die Wetterdaten, begrub daraufhin angesichts von Nieselregen und knapp 4 °, die gewindchillt teils im leichten Frostbereich lagen, meinen Plan den 10er barfuß zu rennen, und ließ mir Zeit. Zumindestens erfüllte sich meine Hoffnung, dass angesichts des schlechten Wetters auf meiner auserkorenen Rennstrecke nicht solche Verhältnisse wie zwei Tage vorher herrschten:

Es war schon späte Mittagszeit als ich mich erstmal einen guten Kilometer einlief und ein hoffnungsvolles Pre-Run-Selfie aufnahm. Freundlicherweise hatte der Nieselregen mittlerweile seinen Dienst quittiert, ebenso die Kopfschmerzen.

Man achte auf die orangenen Applikationen an den Handgelenken

Um exakt 13:29 Uhr ging es dann los. Der Einlaufkilometer hatte sich bezahlt gemacht und ich konnte locker flockig loslaufen und der erste Kilometer verstrich nach erstaunlichen 5:02 Minuten. Danach drehte ich allerdings in den Gegenwind und konnte das Tempo nicht ganz halten, war aber für meine Verhältnisse trotzdem noch recht flott unterwegs. Nach fünf Kilometern habe ich dann gewendet um die selbe Strecke wieder zurückzulaufen. Mit Rückenwind konnte ich den sechsten Kilometer in 4:48 Minuten laufen, der schnellste Kilometer dieses Laufs. Aber es geschah das kleine Wunder, dass ich auch die weiteren letzten vier Kilometer, wenn auch nur relativ knapp, mit einer 4 vor dem Doppelpunkt laufen konnte. Auch die im Vorfeld noch leicht verschnupfte Wade machte keinerlei Mucken. Der letzte Kilometer wurde dann auch noch einmal recht hart, da der Wind da wieder schräg von vorne kam, aber ich konnte ihn mit 4:50 noch zum zweitschnellsten Kilometer machen und beendete die 10 Kilometer mit nie erwarteten 0:50:19 in einer Durchschnittspace von 5:01. Hammer, das hätte ich echt nicht erwartet! Wo ich doch das ganze Jahr nicht ein einziges Tempotraining gemacht habe. Ich habe mal in meiner Laufstatistik gestöbert und festgestellt, dass der bisher schnellste Lauf des Jahres, evenfalls über 10 km, im August eine Pace von 5:40 hatte.

Wenn ich diesen virtuellen Lauf tatsächlich als offiziellen Lauf werte, war es heute sogar mein schnellster 10er-Wettlauf überhaupt, sechs Sekunden schneller als mein bisheriger Rekord von anno quark. Da darf man sich schon einmal freuen:

Folgendes Bild ging daraufhin an Raceresult:

Die Startnummer konnte ich mir während des Laufs leider nicht anpinnen, auf reinem Papier ausgedruckt hätte die den Wind bestimmt nicht überlebt 😆

Mein Dank für diesen Lauf, den ich mit vielen Laufblog-Freunden unternehmen durfte, geht noch einmal ausdrücklich an Manfred für die tolle Idee und natürlich auch an den TUS Griesheim für die Ausrichtung!

Damit beende ich mit diesem Lauf mein Laufjahr mit einem kleinen Paukenschlag. Morgen gönne ich mir nach dem tollen Lauf einen Erholungstag. Anfang Januar lasse ich noch ein kleines statistisches Zahlenspiel zum Laufjahr 2020 folgen. Deshalb werde ich mich nun schon blogtechnisch aus diesem Jahr verabschieden. Zumindestens läuferisch kann ich, nicht nur wegen dem heutigen Lauf, 2020 versöhnlich abschließen. Wie gesagt, mehr dazu im Janaur.

Ich wünsche Euch allen einen

Alles anders

„Alles anders in diesem Jahr“, einer der Kernsätze in diesem Jahr, den man eigentlich auch kaum mehr hören mag. Aber auch der Heiligabend verläuft tagsüber anders als in den Jahren zuvor. Heimo ist nicht im Norden und der gemeinsame traditionelle Weihnachtsbaumsuchlauf im Wäldchen bei Littel fällt aus. Kein Heimo, kein Lauf. Dafür war ich mit Jens dort und wir haben den geschmückten Baum bei einem Spaziergang gesucht und gefunden. Auch der Baum ist anders in diesem Jahr, sehr klein und bescheiden, irgendwie passend zu diesem Jahr, aber trotzdem oder gerade deshalb sehr schön.

Was bleibt und nicht anders ist als in all den Jahren, die ich diesen Blog betreibe, ist, dass ich Euch von Herzen

wünsche. Genießt die schöne Weihnachtszeit!

Fifty Shades of Grey und ein Lichtblick

Wer angesichts der Überschrift denkt, dass ich hier jetzt meine intimsten SM-Leidenschaften ausplaudere, der irrt sich gewaltig. Kenner dieses Laufblogs vermuten hingegen richtig: Wenn nämlich ein Läufer im Dezember durchs norddeutsche Tiefland trabt, hat er farbenmäßig nicht mehr viel zu erwarten. Wenn sich dann auch noch die Sonne gefühlt eine Ewigkeit nicht mehr hat blicken lassen, bleibt ihm nicht viel mehr übrig als nur die mindestens fünfzig Schattierungen von Grau auseinanderzuhalten.

So wie am letzten Samstag:

Oder am Montag:

Besagter Lichtblick war der gestrige Mittwoch, endlich etwas Sonne:

Dafür versank heute morgen wieder alles im Regengrau. Ausgerechnet, wo ich einen Freund zu einer kleinen Laufrunde animiert habe. Torben ist Schwimmer und kann aus hinlänglich bekannten Gründen seit fast sieben Wochen seinen Sport nicht mehr ausüben. Da er seit zwei Jahren nicht mehr gelaufen ist, sind wir zu einer kleinen Fünf-Kilometerrunde gestartet, die er nicht nur angesichts des Wetters super durchgezogen hat. Für mich kommen noch gute 2,5 km An- und Abreise zu ihm dazu.

Morgens 10 Uhr, duster wie im Moors, wie man im Plattdeutschen zu sagen pflegt.

Für die draußen herrschenden Fifty Shades of Grey habe ich mich in den letzten Tagen läuferisch ganz gut geschlagen. Kleiner Wortwitz 😆

Verlaufen im Wald, zum X.

Gestern hatte ich einen Termin im Stadtsüden und wo ich für diesen Termin schon im Auto saß, dachte ich mir, dass ich danach dann auch mal wieder weiterfahren könnte, um im Barneführer Holz zu laufen. Drum hatte ich die Laufklamotten mit ins Auto gepackt und bin nach besagtem Termin zum Wanderparkplatz am Rande von Sandkrug gefahren. Von hier laufe ich immer gerne die wunderschöne Strecke entlang der Hunte. Problem ist immer nur das Finden dieser Strecke, liegen doch zwischen Parkplatz und Hunte die Osenberge, die es vorab zu umkurven gilt. Wobei diese „Berge“ in Kombination mit dem Wald bei mir immer zu einem leichten Orientierungsverlust führen und ich mich dort schon einige Male verlaufen habe.

Diesmal habe ich den beabsichtigen Weg aber auf Anhieb gefunden und trabte stolz wie Bolle durch die, trotz des trübem, 4° kaltem Wetters, wunderschöne Landschaft. Hier hat die Hunte einen ganz anderen Charakter und schlängelt sich urtümlich durch Wald und Wiesen. Den Gezeiten ist sie in dem Bereich auch nicht mehr unterworfen. An die Füße hatte ich extra meine Trailsandalen gezogen, keine schlechte Entscheidung, dank einiger Schotterpassagen, reichlich Tannenzapfen und sonstigem natürlichen Ungemach. Etliche matschige Stellen und viel rutschiges Laub ließen mich froh sein über das Profil unter den Sohlen.

Um meine geneigte Leserschaft zum folgenden Bilderschauen zu animieren, habe ich extra einen Tyrannosaurus versteckt, ich bin gespannt, wer ihn findet 😆 Zum Glück war er ganz friedlich und hat mich unbehelligt meiner Laufwege ziehen lassen 🙂

Nach sechs Kilometern wollte ich dann einfach nur umdrehen und extakt die selbe Strecke zurücklaufen um auch auf der Rücktour jegliches Verlaufen zu vermeiden. Hab ich auch gemacht, bis ca. 2,5 km vor dem Parkplatz, da meinte ich, dass mir nun eh nichts mehr passieren könnte und bin auf eine Parallelstrecke zum ursprünglichen Verlauf abgebogen. Die Rechnung wäre auch fast aufgegangen, wenn ich nicht ganz kurz vor Ziel einmal falsch abgebogen wäre und zwar genau in die entgegengesetzte Richtung 😯 So lief ich und lief ich, mich immer noch zumindestens in der richtigen Richtung wähnend, aber der Parkplatz ward nicht gesehen. Bis ich dann doch irgendwann einmal mein Smartphone zückte um mich zu orienteren. Zum Glück habe ich das getan, sonst würde ich immer noch durch den Wald irrlaufen, statt hier dieses bedeutungsschwerden Post zu verfassen. Ein Hoch also auf die moderne Technik und ein Hoch auf mein plattes Land mit entsprechendem Weitblick. Da passiert mir sowas nämlich nie 😆

Hier einmal die Karte:

Blau, wie ich schon auf dem Hinweg gelaufen bin und es zurück auch am besten getan hätte. Rot die tatsächliche Strecke. Im gelben Kreis kann man wunderbar sehen, dass ich nur links statt rechts hätte abbiegen müssen, dann wäre ich sofort beim Auto gewesen.

Nun denn, so verlängerte sich die auf 12 km angesetzte Strecke auf 17 km, ist ja auch kein Drama. Nur viel länger hätte es nicht dauern dürfen, dann wäre es nämlich dunkel geworden 😀

Laufalltag!?

Gibt es den überhaupt? Einen Laufalltag? Ist nicht jeder Lauf für sich etwas besonderes, immer anders? Länge, Tempo, Strecke, Wetter, Jahreszeiten, Klamotten, die Laune, das Bewußtsein uvm. variieren doch mit jedem Lauf. Doch klar, nicht jeden Lauf nimmt man als etwas besonderes war und nicht jeder Lauf ist es auch, dass wäre wohl auch etwas viel verlangt. Ein Lauf kann aber auch deshalb Laufalltag sein, weil man ihn mit dem Alltag verbindet.

So wie gestern mal wieder. Zum Ende des Laufs wollte ich die Brötchen fürs Abendessen einkaufen. Von daher wählte ich die Strecke so, dass ich auf den letzten 1,5 km noch beim Bäcker vorbeikam. Was wiederum bedeutet, dass ich nicht gerade die romantischste Strecke entlang des Hafens und vorbei am Klärwerk gewählt hatte, nur um während dieses Alltagslaufs dann doch wieder etwas besonderes geboten bekommen zu haben. Oder sind die folgenden Bilder etwas, was man alltäglich erlebt? Da bekommt der Begriff Hafenromantik doch eine richtig tiefe Bedeutung und aus dem Alltagslauf wurde ein richtig schöner Lauf 🙂

Dazu paßte es auch, dass Jens und ich nach dem Abendessen noch länger in der Küche am Tisch sitzengeblieben sind und aus einem Glas Wein noch ein zweites und aus einer Flasche Bier noch eine zweite wurden. Sind diese Momente nicht herrlich, wo man einfach in der gemütlichen Küche hängenbleibt, miteinander schnackt und die Zeit genießt? Die Küche ist dafür immer ein besonderer Ort, geht Euch das manchmal auch so?

Heute vormittag ging es wieder auf nahezu dieselbe Strecke, wieder wollten die Brötchen geholt werden, diesmal fürs Frühstück. Dabei war der Lauf im Vergleich zum gestrigen sowas von anders. Das Wetter grau, regnerisch und ca. 2 ° kalt, so dass die Sandalen zum Einsatz kamen und der Hafen einen ganz anderen Eindruck vermittelte.

Um dem Lauf allerdings auch noch etwas mehr Alltag hinzufügen, ging es vor dem Besuch beim Bäcker noch in den Drogeriemarkt, um schnell die notwendigen Dinge einzukaufen, die ich brauche um die Pflege des Deichläufers nicht völlig zu vernachlässigen 😆 Mit samt den Brötchen und einer kleinen Überraschung zum morgigen Nikolaus wurde mein Turnbeutel diesmal richtig voll und rappelte auf den letzten zwei Kilometern geräuschvoll vor sich hin. Aber immerhin war der Einkauf noch weit von dem beabsichtigten Lauftransport eines Monitors entfernt, von dem Catrina kürzlich schrieb 😀

Auf dem letzten Kilometer habe ich dann unter der Nordtangenten-Brücke noch die kostenlose Sonntagszeitung mit einem halben Kilo Prospekten (Jens und ich lieben es nach dem Frühstück am Küchentisch Prospekte durchzublättern, obwohl wir in der Regel nie etwas davon kaufen) aufgepickt und steuerte schwer beladen, aber rundum zufrieden, das Zuhause an, wo der Küchentisch nun zum gemütlichen Frühstück einlud 🙂

Unentschlossen

Denken ist ja grundsätzlich kein Fehler und kann eigentlich nicht schaden. Aber so manche Denkerei könnte ich mir auch schenken. Wie diese heutige z. B. :

  • Gehe ich heute laufen?
  • Das Wetter ist so ekelig nasskalt
  • Als ob das schon jemals ein Argument gewesen wäre
  • Nach dem langen Sonntagslauf könntest Du doch eigentlich noch einen Tag Pause machen
  • Es wird auch schon spät, das Tageslicht schwindet
  • Wo willst Du überhaupt laufen, um auch zumindestens teilweise barfuß laufen zu können
  • Zieh doch einfach mal Sandalen an
  • Ok, Kompromis: Kurze Strecke, rauf zur Huntebrücke, auf den Fluß schauen, wieder runter, 7 km, fertig
  • Ha! ich bin losgelaufen, in Sandelen, ist ja auch naß und nur 5° und die Strecke schlecht
  • Zur Huntebrücke muß ich durchs Gewerbegebiet, um diese Zeit ist da viel Verkehr
  • Also stattdessen durch den Ortsteil, raus aus der Stadt, Richtung Großer Bornhorster See
  • Hmmm, die Schule ist gerade aus, da eiern einem nur die Kids vor den Füßen rum
  • Noch einmal die Strecke geändert, schneller raus aus der Stadt, Richtung Kleiner Bornhorster See
  • Ui, die Strecke steht endlich im Kopf
  • usw usf.

Bescheuert was ich mir um einen banalen Lauf einen Kopf machen kann 😆 Aber immerhin ich bin gelaufen. Mehr sogar, es stellte sich ein unerwartet flottes Tempo ein. Spitzenpace auf einen Kilometer immerhin mal eine 5:29. Boh ej 😀 Im Kleinen Bornhorster See gönnte ich mir die schon obligatorische Kneipp-Kur und wetzte dann mit herrlich warm durchbluteten Beinen und Füßen weiter

Nach dem Ablichten der Autobahn 29 steckte ich gerade die Digi-Cam wieder ein, als mich eine Hundebesitzerin (ich kann mich nicht erinnern, ihr schon einmal begegnet zu sein) ansprach. Ich würde doch sonst immer barfuß laufen, warum ich das denn heute nicht täte. Ob es zu rutschig wäre, wegen dem Laub und so. Ich erklärte ihr kurz meine Beweggründe für die Sandalen und sie sagte mir, dass sie meine Barfußlauferei toll findet. Oh wie nett 🙂 Eine kurze Verabschiedung und ich düste weiter.

Auf dem Rückweg mußte ich meine Streckenpläne dann zwar noch einmal wieder ändern, weil ich jetzt doch die 10 km voll machen wollte. Das hat schlußendlich auch geklappt und es war seit langer Zeit mal wieder ein recht flotter Lauf, der mit der Erkenntnis endete, dass es sich doch wieder gelohnt hat loszurennen.

Ach was, als wenn diese Erkenntnis neu wäre und ich nicht gewußt hätte, dass ich mir die ganze Denkerei hätte sparen können. Die sollte ich lieber darauf verwenden, was es heute abend zu essen gibt 😆

Es gibt aber noch andere Gründe das Denken zu unterlassen, weil das Denken in dem Fall nur an den Rand des eigenen Verstandes führt. Nur kurze Zeit nach dem Lauf erfahre ich von dem Schrecken in Trier, vier tote Menschen, darunter ein Baby, und viele Verletzte durch eine Amokfahrt. Unfassbar, so sinnlos, gedanklich nicht zu fassen. Immerhin erfahre ich sehr schnell, dass mein Freund in Trier und seine Familie nicht unmittelbar betroffen sind.

1., 1., 1. und 3., 3., 3.

Der 1. Advent, der 1. Frost dieses Herbst/Winters, der 1. Barfußlauf mit einer Länge von über 23 Kilometern. Dieser heutige Sonntag hatte wahrlich ein paar Besonderheiten aufzuweisen. Spät in diesem Herbst lag heute morgen der erste Raureif auf Haus- und Autodächern und auch im Garten glitzerte es, wie man es sich für einen 1. Advent nur wünschen kann. Die Rosenblüten in unserem Garten haben den ersten Frost aber noch gut überstanden 🙂

Zur Mittagsstunde um Eins machte ich mich auf zu Schwiegermuttern nach Berne, um pünktlich zur Teatime da zu sein. Es war perfektes Laufwetter, das ich mir einfach nicht entgehen lassen und ausgiebig auskosten mochte. Klare Luft, Anfangs noch Sonne, so gut wie kein Wind und eine Temperatur von um die 3° C. Zum Start lief ich erst ein kurzes Stück in die entgegengesetzte Richtung gen Innenstadt, weil ich dieses Mal endlich einmal etwas vernünftig Strecke machen wollte 😎

Deshalb rollte ich die Huntestrecke von ihrem Anfang am Klärwerk an auf. Auf den Weg dorthin kam mir auf der anderen Straßenseite ein flotter Läufer entgegen, der mich mit Daumen hoch grüßte. Ich denke er bezog sich dabei auf mein Barfußlaufen 🙂 An der Hunte angekommen, herrschte reger Ausflugsverkehr, dem ich erst nach insgesamt gut neun Kilometern entkommen konnte, als ich auf die Offroad-Strecke abbog. Bis hierher schien, nur von einem schwachen Schauer unterbrochen, noch vielfach die Sonne. Dann zog es sich zu und schon gegen 15 Uhr hatte ich den Eindruck es würde bereits dämmern.

Knapp 10 km ging es über die grasbewachsenen Wege und zum Ende dieses Teilstücks hin wurden die Füße langsam etwas kalt. Speziell wenn das feuchte Gras so hochstand, dass es über die Fußrücken streifen konnte, kühlten die Füße doch etwas aus. Wie herrlich war es da, dass ich die letzten knapp fünf Kilometer wieder über trockenen Asphalt laufen konnte. Der Asphalt fühlte sich an, als würde er über eine Fußbodenheizung verfügen und so kam ich nach 23,6 km mit wohlig warmen Füßen bei meiner Schwiegermutter an.

23,6 km in knapp 3 Stunden bei 3 Grad, dass war ein wahrlich bislang außergewöhnlicher Barfuß-Lauf, der viel Spaß gemacht hat und ein genialer Abschluß für den November war. Morgen mache ich nämlich Pause 🙂

Weniger laufen, mehr essen

Heute morgen schickte sich bei meinem Blick auf die Waage das sechste Kilo an zu verschwinden. Sechs Kilo habe ich somit in den letzten Wochen und Monaten aufgrund meiner psychischen Belastung schon verloren. Dabei esse ich normal und auch mit Appetit. Selbst nahrhaftes Bier schafft es, im Gegensatz zu bei manch anderen, …

… nicht meinen Körper ausreichend Kalorien zuzuführen. Dabei trinke ich bestimmt schon vier, fünf Bier … in der Woche. Somit verdünnisiert sich mein einziges Speckröllchen auf Bauchnabelhöhe zusehens. Wie schön, ich sollte Corona dankbar sein. Mein Hausarzt rät mir deshalb ich solle weniger laufen und mehr essen. Der Traum eines jeden Couchpotato, er soll mir jetzt die Rettung bringen. Dabei bin ich gerade wieder in meinem normalen Laufrhythmus drin und toure so meine gut 50 km die Woche. Das werde ich mir auch nicht nehmen lassen.

Was mich also das Gewicht genau kostet, weiß ich nicht wirklich. Mein Ruhepuls (seine Sieben-Tage-Inzidenz liegt zwischen 35 und 41) spricht ja eigentlich nicht für einen hohen Streßlevel. Allerdings sprechen permanenter Druck auf Kopf und Ohren und ein gestörtes Schlafverhalten eine andere Sprache. Ich schlafe mit belastenden Gedanken ein, wenn ich wach werde, weil ich auf die Toilette muß, sind sie bei mir und beim Aufstehen sowieso gleich wieder. Ich habe irgendwann einmal irgendwo gelesen, dass das Gehirn den Energieverbrauch einer 25 Watt-Glühbirne hat. Zehrt also mein Hirn den Körper langsam aus? Keine Ahnung 😦

Ich sehe mich mit meiner Depression inzwischen, in Gesellschaft von vielen tausend anderen Betroffenen auch, als Kollateralschaden dieses ganzes Corona-Aktionismus unserer Politik. Von den ganzen Wirtschaftszweigen, die in die Grütze gefahren werden, und den daran hängenden Schicksalen ganz zu schweigen. Dafür sitzen heute wieder unsere Health-Angels (Mutti und die 16 Zwerge) zusammen um den Lockdown zu verlängern und uns mit weiteren idiotischen Maßnahmen (die Maskenpflicht fehlte bislang ja auch noch auf Parkplätzen und vor Geschäftseingängen, wo wir uns ja bislang in Massen infiziert haben) in den Wahnsinn zu treiben. Diese gütige Fürsorge unserer Landesväter und -mütter, die uns von ihnen mit besorgten Minen und mahnenden und warnenden Worten vorgetragen wird, macht mich so aggro, dass ich oder sie froh sein können, dass ich ihnen nicht persönlich begegne.

Gestern kondoliert der Landrat vom Kreis Vechta via Zeitung den Angehörigen eines im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorbenen 92-jährigen, während ein gleichaltriger Nichtinfizierter oder Abertausende zum Teil erheblich jüngere, an Krebs, Schlaganfall, Herzinfarkt oder sonst etwas versterbende Menschen ohne die salbungsvollen Worte der Politikprominenz den Löffel abgeben dürfen. In welch verlogene Doppelmoral verkommt unser Land durch diese Coronahysterie? Wenn Menschen durch Krankenhauskeime sterben (deren Resistenzen durch den massenhaften Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung immer größer werden) oder durch den Einsatz von Glyphosat oder sonstigen Chemiedreck (deren Verlängerung der Erlaubnis zum Einsatz unsere Politiker freimütig abnicken) an Krebs verrecken, interessiert das unsere Politikgutmenschen einen Scheißdreck. Um den Klimawandel, kann man sich in dieser „größten Krise nach dem Krieg“ natürlich auch erstmal nicht weiter richtig kümmern. Gegen dessen Folgen für unser aller Leben ist Corona ein absolutes Nichts, nicht einmal ein Fliegenschiß an der Wand!

Da kann ich gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen könnte (was meinem Gewicht wiederum noch abträglicher wäre) und schon gar nicht so viel rennen, wie ich müßte um diese Wut und Verzweifelung aus mir herauszubekommen. Und das Volk befürwortet den ganzen Mist, geifert teilweise sogar nach noch schärferen Maßnahmen und kauft Klopapier bis zum Abwinken, bei soviel zum Himmel schreiender Dummheit kann man wirklich nur noch den Verstand verlieren.

Nach diesem Winter werden wir unser Land nicht wiedererkennen. Zwar werden von den 83 Millionen Menschen in unserem Land dann noch immer 83 Millionen übrig sein, diese sind dann aber zutiefst gespalten. Ganz abgesehen von den zu befürchtenden verheerden Auswirkungen auf Gastronomie, Hotelerie, Veranstaltungswesen, Einzelhandel, Schulen, Kultur und vielen Bereichen, nicht zuletzt unserer Staatsfinanzen, mehr. Aber Hauptsache das Gesundheitswesen (dessen (personellen) Zustand übrigens auch die Politik zu verantworten hat) und auch das allerletzte Menschenleben sind schlank durch diese Krise gekommen. Ihr mögt jetzt diesen Blog von dem durchgeknallten Deichläufer von Eurer Linkliste löschen, aber das mußte jetzt einmal raus.

Zur Versöhnung gibt es allerdings noch ein paar Impressionen von meinem gestrigen Lauf, der war nämlich wunderschön 🙂

Es kommt darauf an

Bevor ich zu meinem eigentlichen Thema komme, eines kurz vorweg: Ich durfte mich bei einem meiner Läufe in dieser Woche doch tatsächlich als Schafschubser betätigen. Erstmals während meiner jahrelangen Rennerei an der Hunte sah ich ein Schaf ganz für sich alleine auf dem Rücken liegen. Von dem vorherigen Deichschäfer wußte ich, dass Schafe es in der Regel nicht schaffen sich aus dieser Position selber wieder aufzurichten und im schlimmsten Fall daran verenden können. Somit gab ich mittels eines beherzten Schubser den Anstoß, dass sich das Tier wieder auf die Beine stellen und im eiligen Lauf zurück zu seiner inzwischen schon um einiges entfernten Herde traben konnte. Offensichtlich hätte es die Rolle zurück auf die Beine wirklich nicht ohne Hilfe geschafft.

Aber nun zum dem Thema, dem ich mich heute widmen möchte und das mal wenig mit Laufen zu tun hat. Catrina hatte Anfang der Woche u. a. Laufsocken zum Thema und als Antwort auf meinen Kommentar bei ihr, drängte sich Catrina folgende Fragestellung auf:

„Ich weiss gar nicht, wie ist es eigentlich im nicht-laufenden Leben? Im Sommer denke ich, dass du barfuss oder in Sandalen unterwegs bist, aber wie ist es wohl im Winter? Ich werde dich dies bei deinem nächsten Post mal fragen – wenn ich deine Bilder sehe, wird es mir schon wieder in den Sinn kommen“

Nun komme ich Deiner Frage einfach zuvor und mache sie zum Aufhänger für diesen Post, liebe Catrina 😎

Tja, wie ist denn nun das Leben eines Barfüßers im Winter? Ganz ehrlich, so ganz genau kann ich das noch gar nicht beantworten, weil die letzten beiden Winter hier im Norden ja gar keine richtigen Winter mit viel Frost und Eis und Schnee gewesen sind und ich jetzt gerade erst in meinen dritten kompletten Barfuß-Winter gehe.

Vom Grundsatz her würde ich sagen, dass Barfußgehen, so lange es nicht Stein und Bein friert, weniger von der absoluten Temperatur als von der Witterung abhängt. So kann man z. B. bei trockenem und kaltem Wetter, gepaart mit etwas Sonnenschein (den der Untergrund auch im Winter immer noch leicht aufnimmt) noch ganz gut barfuß unterwegs sein, während bei gleicher oder sogar etwas höherer Temperatur feuchtes oder nasses bzw. nasskaltes Wetter dem Barfußsein schnell seine Grenzen aufzeigt. Bei den beiden vergangenen Wintern hat es dann aber eigentlich schon gereicht, die Füße vom direkten Kontakt mit dem Untergrund zu entkoppeln, sprich ich habe dann lediglich meine dünnen Laufsandalen getragen. So ließ es sich z. B. im letzten Jahr mit diesen Sandalen auch stundenlang auf Weihnachtsmärkten aushalten, Doris kann das bestätigen 😀

Ansonsten macht bekanntlich die Dosis das Gift und als grobe Faustregel sage ich mal, dass ich dann Sandalen oder auch Schuhe brauche, wenn ich auch Handschuhe brauche. Also wenn ich im Winter länger draußen bin und mich auch nicht viel oder nur langsam bewege. Hingegen braucht es auch bei Frost keine Schuhe, wenn ich z. B. die Mülltonne an die Straße bringe, bei Einkaufen vom Auto zum Supermarkt-Eingang gehe usw. Unser ehemaliger Controller hatte morgens einmal fast die Fassung verloren als ich über den Parkplatz zum Hintereingang vom Bürogebäude barfuß durch frisch gefallenen, trockenen Schnee gegangen bin (was übrigens herrlich gewesen ist) 😀 Und auch Scheibenfreikratzen geht noch barfuß, solange die Temperaturen nicht extrem kalt sind, also ich dabei auch keine Handschuhe trage:

Genauso wie längere Spaziergänge z. B. im März 2018 auf Sylt, sofern man etwas in Bewegung bleibt, und da war es wirklich schattig 🙂 :

Es geht also recht viel barfuß, zumindestens in klimagewandelten, norddeutschen Durchschnittswintern, und wenn alle Stricke reißen, wie z. B. bei einem ekelig-naßkalten Schneematsch-Lauf im Dezember 2017 …

… habe ich auch noch ein ganzes Arsenal an Barfußschuhen fürs Laufen und für den Alltag. Die habe ich mir alle einmal zugelegt, weil ich ursprünglich nie die Absicht hatte, zum kompletten Barfüßer zu mutieren.

Nun bin ich es fast vollständig geworden und genieße es seither in vollen Zügen mit gesunden, kräftigen und nahezu immer wohlig warmen Füßen. Darüber schreibe ich übrigens gelegentlich auch in einem eigenen Blog, der auch in meiner Linkliste am rechten Rand auftaucht.

Einzeldosis und so

Das Wetter ist ja immer ein dankbares Thema und das Wetter in diesem November ist sogar ganz besonders dankbares. Nach nur zwei Tagen klassisch nebeliger Novemberstimmung hat auch hier im Norden die Sonne wieder die Oberhand gewonnen und erhellt das Gemüt. Teilweise erwärmt sie es sogar 🙂

In der vergangengen Woche bin ich noch ewiger Zeit einmal wieder auf dem Utkiek gelaufen, alleine und zu einer früheren Uhrzeit als unsere Gruppe das normalerweise tut. Die frühere Uhrzeit hatte den Vorteil noch das Tageslicht mitnehmen zu können und den Nachteil, dass dort unendlich viele Leute mit ihren Hunden unterwegs waren. So kam es auch nach langer langer Zeit mal wieder zu einem unschönen Erlebnis. Vor mir gingen zwei Frauen mit ihren Hunden (Rasse weiß ich nicht, schöne dunkelbraune Tiere in ca. Labradorgröße) spazieren. Ich machte frühzeitig auf mich aufmerksam und die beiden Damen machten mir Platz ohne sich um ihre freilaufenden Hunde zu kümmern. Ich gehe dann immer davon aus, dass die Hunde sich dann auch nicht für Läufer interessieren. Das galt aber nicht für den einen der beiden, der mich ansprang und ich ihn nur mühsam davon abhalten konnte, dass immer wieder zu tun. Schließlich pfiff Frauchen ihn zurück und ich war genervt, weil ich a) kein Hundespielzeug bin und b) die Krallen von einem zig Kilo schweren Hund auf nackter Haut bzw. durch die dünne Lauftight schmerzhaft zu spüren waren.

Davon abgesehen war der Lauf schön und die „Höhenmeter“ trotz eines halben Jahres Abstinenz kaum als Anstrengung spürbar. Zum Schluß schaffte es sogar noch ein Schauer mich binnen Minuten zu durchweichen 😀

Einen bei mir eher seltenen Morgenlauf gab es auch, begleitet von einem wunderschönen Sonnenaufgang. Allerdings ließen mich die 4 – 5° gepaart mit nassem Asphalt zu meinen Sandalen greifen. Kalt UND nasser Untergrund führen dann auch bei mir einmal zu kalten Füßen, was mit etwas dünner Sohle aber gleich wieder passé ist 😉

Heute gab es dann noch einmal eine „Einzeldosis“ für mich. Uli, von unserem „Team Höhenrausch“, hatte mir angeboten sonntags gemeinsam zu laufen. Uli holte mich zuhause ab und hatte zu diesem Zeitpunkt schon eine erste 10 km-Runde in den Beinen.

Gemeinsam liefen wir weitere 10 km, bis wir uns vor seiner Haustür voneinander verabschiedeten und ich auf meinem Nachhauseweg noch gute 14 km vollmachte.

Zuhause konnte ich zum Abkühlen unseren Garten genießen. Unglaublich Mitte November noch draußen sitzen zu können und sich dabei anzuschauen wie es im Garten immer noch munter vor sich hin blüht.

Aber nicht nur draußen profitieren wir von dem warmen Novemberwetter, sondern auch drinnen. So sorgen die großen Dachfenster von unserem Dachgeschoßwohnzimmer immer noch dafür, dass wir an diesen sonnigen Tagen über Tag nicht heizen müssen. Wahnsinn! 🙂

So weiß dieser freundliche November über so manch andere Düsternis dieser Zeit hinwegzuhelfen. November 2020, Du bist bis dato ein feiner Kerl 😎

Mit fremden Federn

… schmückte sich der November in seinen ersten Tagen und machte voll einen auf goldener Oktober. Zwar waren die Temperaturen durchaus frisch, aber dafür lachte die Sonne von einem blankgeputzen Himmel. Das mußte ich am Wochenende natürlich laufend auskosten, wenn es auch aus Zeitmangel nur kurze Läufe waren.

Samstag:

Sonntag:

Am heutigen Tag war dann aber Schluß mit auf dicke Hose machen beim November. Während Oliver zwar gestern noch einmal frühlingshaftes Wetter (das wohl auch heute noch angehalten hat) in Dödeldorf genießen durfte und dabei ein paar Kilometer gesiebte Luft geatmet hatte, keimte bei meinem Lauf schon fast der Wunsch auf, die Luft durch so ein Schlabberlätzchen vor der Nase etwas vorzuwärmen. Naja, so schlimm war es dann doch bei weitem nicht, aber die Temperatur beim Lauf verfehlte knapp die 6° und dazu war es nebelig feucht mit leichtem, etwas unterkühltem Ostwind. Da durfte der Laufkleiderschrank schon mal wieder zeigen, was er so zu bieten hat und u. a. Handschuhe und Mütze waren mir hochwillkommen.

Die baren Füße vertrugen die Kühle allerdings klaglos über gute 20 km 😎 Der November kann also auch November, ob er auch Dezember kann? 🙄 Wegen meiner einer muß er das nicht unbedingt ausprobieren 😛

Rundmachen

Gelegentlich habe ich schon durchblicken lassen, dass der Herbst so richtig meine Jahreszeit ist, klimatisch und läuferisch. In diesem Oktober konnte ich, nach den nicht so prickelnden Monaten August und September, wieder so richtig loslaufen und trotz recht wechselhaftem Wetter war der Oktober für mich deshalb ein richtig goldener.

Am heutigen letzten Tag des Monats wollte ich eigentlich nicht mehr laufen gehen, war ich doch schon die letzten vier Tage hintereinander gelaufen. Aber ein Blick in meine Laufstatistik zeigte mir, dass ich da heute noch eine Sache rund machen könnte. Also machte ich mich heute vormittag doch noch einmal auf. Vorsichtshalber nahm ich für die geplante Strecke meine Laufsandalen im Rucksack mit, wußte ich doch nicht genau, was und in welchen Mengen die herbstlichen Bäume so alles auf die Bürgersteige haben purzeln lassen. Gebraucht habe ich sie nicht. Gut so, ging es heute doch noch um dieses „Rundmachen“ 🙂

Ein Stück Stadt, ein Stück Huntestrecke, ein Stück Bornhorst und zurück in meinen Ortteil Ohmstede waren heute der Kurs und zum Ende des Laufs läutete mir sogar die Ohmsteder Kirche. Naja, eigentlich war es ja das Geläut zum Reformationstags-Gottesdienst, aber irgendwie war es doch schön sich einzubilden, dass die Kirche für mich läutete, …

… weil ich mit diesem Lauf diese eine Sache rundgemacht habe 😀

Und was ist da denn nun noch rund geworden, am letzten Oktobertag? 200 Barfußkilometer in einem Monat sind da noch rund geworden. Genauer gesagt sogar ziemlich unrunde 204,1 Barfußmonatskilometer, soviel wie noch nie ❗ 😀 Es hat lediglich zwei Läufe gegeben, bei denen Sandalen im Spiel waren und diese erhöhten das Monatsergebnis schlußendlich sogar auf knapp 226 Kilometer.

Ganz schön viel nach fersenschmerz und infektbedingten, kilometermäßig mauen Vormonaten. Da regierte wohl gleich wieder etwas die männliche Unvernunft. Aber wo kein Schmerz mehr ist, kann auch gelaufen werden und Schmerzen sind da keine mehr, unglaublich nach der langen Zeit. Aber morgen und übermorgen wird jetzt regeneriert 🙂 Das habe ich mir auch verdient 😎

Kleine Unannehmlichkeiten

… lassen sich auch beim Laufen nicht immer ganz vermeiden. So ist z. B. bei meinem 28-km-Lauf vermutlich im Gellener Moor ein kleiner, mieser Mitreisender aufgesprungen. Im Bereich der Kniekehle hatte ich ihn erst zwei Tage später entdeckt und ich hoffe mal, er hat keinen weiteren Schaden angerichtet hat.

Die Smartphone-Kamera kann schon gewaltig vergrößern

Diesem unangenehmen Schleimtier mit seiner interessanten Streckenwahl konnte ich allerdings ausweichen:

In erster Linie unangenehm für die Natur ist, dass diese Mistdinger jetzt wirklich überall herumliegen und das Tempotaschentuch als bislang häufigstes Müllstück schon nahezu abgelöst haben.

Die nächste kleine Unannehmlichkeit habe ich mir wieder mal selber eingebrockt. An einem Regentag habe ich schusseligerweise meine Regenjacke nicht eingepackt, bzw. ich hatte überhaupt keine Laufjacke eingepackt und bin deshalb mit meiner Alltagssweetshirtjacke gelaufen. Bei Nässe und kaltem Wind wirklich suboptimal :-/ Der Lauf war aber trotzdem wunderbar 🙂

Die vorerst letzte Unanehmlichkeit war, dass ich mir erstmalig eine kleine Scherbe eingetreten hatte. Wo? Natürlich im össeligen Berlin, auf dem Weg zum Tempelhofer Feld 😛 Das Ding war so klein, dass ich es in der Fußsohle beim ersten Hinschauen gar nicht gleich gesehen habe, störte aber so sehr, dass ich es doch orten und dann herauspröckeln mußte, dabei habe ich sogar geblutet wie Sau, also so ein oder zwei Tropfen vielleicht 😆 Erstaunlich, aber die Scherbe war wirklich die erste ihrer Art in einer meiner Fußsohlen in den knapp vier Jahren, in denen ich barfuß laufe und meinen Alltag bestreite. Eine vertretbare Quote denke ich mal.

Der Lauf in Berlin bei feinstem Wetter war aber die Wucht.

Auffälliges Schuhwerk und auffälliges Nichtschuhwerk, dit is Berlin! 😆 :

Allen Unannehmlichkeiten ist allerdings gleich, dass sie a) nicht sonderlich häufig sind und b) die Lauffreude glückerlicherweise nicht sonderlich hemmen. Also packen mers weiterhin 😎

Der Längste

Ich hatte heute Zeit und ich hatte heute Bock, das Wetter war wunderbar, heiter, fast windstill ❗ und um die 11, 12 ° warm. Da habe ich mich heute zum späten Vormittag aufgemacht zu einem etwas längeren Lauf und nach ewigen Zeiten schreibe ich hier einfach mal wieder einen Post über einen nahezu stinknormalen Longjog.

Auf ging es ein kurzes Stück durch Oldenburg, dann meine klassische Huntestrecke entlang bis zu meiner Lieblingsbank, dort rechts ab über den schönen grasbewachsenen Weg und weiter Richtung Gellen.

Die ersten gut 12 km waren geschmeidige Barfußstrecke, dann folgten allerdings schlechter Asphalt, noch schlechterer Betonweg, Eicheln übersäter Naturweg und Schotter. Für dieses Gerumpel kamen noch langer Zeit mal wieder die Luna Venados zum Einsatz.

Im Gellener Moor erwartete mich, bis auf zwei junge Mädels mit ihren Hunden, Einsamkeit pur. Vorher warf ich noch ein Blick auf eine imposante Dekoration zu einem männlichen 25. Geburtstag. Ich möchte nicht wissen, wer diese Flaschen mit diesem entsetzlichen Gesöff alle geleert hat, ich hoffe nicht der junge Mann alleine 🙂

Zum Gellener Moor gibt es einen größeren Bildercontainer, ich liebe dieses Fleckchen Erde. Allerdings habe ich noch nie gesehen, dass die Moorteiche großteils mit hohem Gras zugewachsen waren. Und ob der imposante Pfotenabdruck wohl der von einem Wolf war? 😯

Nach dem Moor lief ich Richtung Großer und Kleiner Bornhorster See. Im Kleinen Bornhorster See mußte ich mich natürlich wieder etwas erfrischen. Ich fand das Wasser auch noch recht angenehm und ich hatte sogar ein Handtuch dabei … Ach nein, ich beließ es doch lieber beim Fußabkühlen 🙂

Nach dem Fußbad folgte nur noch die Schlußetappe über die A 29, vorbei am Mini-Wäldchen und über den Damm der alten Braker Bahn.

Zu guter Letzt gurkte ich noch etwas durch die Siedlung und machte damit die 28 km voll. Damit war dieser Lauf tatsächlich der längste Lauf in diesem gesamten Jahr. Lediglich im Januar war ich mit etwas über 26 km ähnlich weit gelaufen. Das Verhältnis barfuß zur Sandale betrug heute 16,2 zu 11,8 km und die Pace lag bei 6:34. Das war aber nur die Geschwindigkeit in Bewegung, insgesamt habe ich mir für den Lauf nämlich exakt vier Stunden Zeit gelassen. Zum Laufen, Bilder machen, genießen und im Wasser rumdaddeln. Schließlich wollte ich reisen und nicht rasen, schon gar nicht, wenn man diese Strecken so gar nicht mehr gewöhnt ist 😎

Und sonst so?

Seit Ende September läuft es bei mir wieder mit dem Laufen. Das ich darüber sehr glücklich bin, kann sich wohl jeder denken. Das gibt mir aber einmal die Gelegenheit kurz über meine Befindlichkeit im Allgemeinen zu schreiben. Meine ja etwas angeschlagene Psyche erlebte und erlebt eine wilde Achterbahnfahrt, ist doch das Thema, das mich triggert, präsenter denn je. Die meisten Politiker und die meisten Medien schüren nach wie vor Angst und Hysterie und von der Maskenpflicht werden wir wohl auf absehbare Zeit nicht wegkommen. Im Gegenteil, sie verbreitet sich schneller als das Virus selbst und hat jetzt auch noch das Bürogebäude, in dem ich arbeite, befallen. Mein Psychotherapeut müht sich redlich und ich habe mir jüngst eine neue Strategie überlegt: Ich gebe nach all den Monaten meine innere Verweigerungshaltung gegen die Maske auf, weil ich mir nur selbst damit schade und trage sie seit neuestem ganz brav (naja, so halbwegs wenigstens 😛 ). Motto Nr. 1 dazu: Lächle, Du kannst sie nicht alle töten, Motto Nr. 2: Der Klügere gibt nach, Motto Nr. 3: Alles kommt zu dem, der warten kann. Irgendwann wird es ja ein Leben nach der Maske geben, auch wenn wir darauf vielleicht bis zum Alterstod von Herrn Söder warten müssen 😆 Drückt mir die Daumen, dass diese Strategie erfolgreich sein wird. Es würde mir und meiner Umwelt sehr helfen! 🙂

Eine schwere Aufgabe für mich, aber daran arbeite ich:

Das das Laufen wieder läuft hat natürlich einen großen Einfluß auf mein psychisches und auch auf mein körperliches Wohlbefinden und ich zelebriere laufend den Herbst, meine liebste Jahreszeit. So freue ich mich an morgendlichen Nebelschwaden und tauglänzenden Wiesen in meinem Laufrevier.

Ich genieße den herbstlichen Sonnenschein, während mir der Deich im Rücken den kalten Nordost-Wind vom Leibe hält 🙂

Ich freue mich über das noch satte Grün und über das was da auf und neben den Wegen noch so alles grünt und blüht.

Der Gedanke wieder unbeschwert laufen zu können und überhaupt zumindestens körperlich gesund zu sein, zusammen mit dem Natur erleben, dass läßt mich schon dankbar sein. Trotzdem muß ich noch ein Zeitlang mit meiner Krise in dieser Krise leben. Immerhin geht es mir inzwischen erheblich besser als zum Tiefpunkt Mitte Juni. Zwar wird sich die Achterbahnfahrt noch weiter fortsetzen, aber immerhin komme ich auch schon ohne Medikamente aus und so hoffe ich für mich, dass ein Ende meiner Krise und für uns alle, daß ein Ende der großen Krise möglichst bald in Sicht kommt.

Lückenschluß

Mitte Mai bin ich das letzte Mal zu meiner Schwiegermutter nach Berne getrabt. Mein Vorhaben, erstmals die komplette Strecke von etwas über 20 km barfuß zu laufen, wurde damals allerdings gleich zu Anfang durch einen mit gröbstem Asphalt neu asphaltierten Streckenabschnitt torpediert. Einen Kilometer und im weiteren Verlauf des Laufs später noch einmal 200 m mußte ich deshalb von meiner Barfußbilanz abziehen.

Fünf Monate später habe ich heute einen neuen Versuch gestartet. Dazu habe ich oben genannten Streckenabschnitt umlaufen, was zu einer geringfügig kürzeren Stecke geführt hat. Ansonsten war die Strecke dieselbe wie im Mai. Dabei hatte ich Riesenglück mit dem Wetter. Auf dem Regenradar waren so viele Schauer zu sehen, dass ich kurzzeitig überlegt hatte, gar nicht erst loszulaufen. Erwischt hat mich dann allerdings kein einziger. Bis auf ein paar vereinzelte Tropfen blieb es komplett trocken. Das nutzten auch die Landwirte zur Maisernte aus. Während ein Mähdrescher seine Arbeit machte, lauerten einige Jäger darauf, dass ihnen das ihres Verstecks beraubte Wild direkt vor die Flinte lief. Jäger sind mir immer nicht geheuer und ich machte mich schnell aus dem Staub.

Wieder ging es ca. sieben Kilometer über einen grasbewachsen Feldweg. Dieses Mal war er allerdings schön feucht und weich und nicht ausgedorrt und knüppelhart wie im Mai. Teilweise stand zwar das Gras etwas hoch und es nervten einige Disteln (die nicht immer so gut sichtbar waren wie auf den Bildern), aber das war es auch schon an Ungemach auf diesem sehr geschmeidigen Lauf.

Nach exakt 20,1 km stand ich bei Schwiegermuttern vor dem Haus. Damit bin ich eigentlich nur 100 m mehr barfuß gelaufen als im Mai, aber eben halt das erste Mal die ganze Strecke und nur das zählt! 😎 Aufgrund dieser Heldentat war der Kuchen natürlich mehr als verdient 😛

Im Hintergrund meine allerbeste Schwiegermama!

Aufsatz über den Aufsatz

Oliver hatte vor einigen Wochen einmal ein kurzes Video veröffentlich, in dem man sich wunderbar seinen sauberen Laufstil anschauen konnte. Leider finde ich das auf seiner Seite gerade irgendwie nicht wieder, sonst hätte ich es gerne direkt verlinkt. Seinerzeit kam mir die Idee auch noch einmal via Video zu schauen, wie es denn mit meinem Laufen so aussieht und habe mich mal selber „gedreht“. Allerdings kam dann leider erst einmal eine Zeit, in der ich andere Sorgen und das Bloggen für ein paar Wochen eingestellt hatte. So fiel die Idee hintenrunter und sie kam mir erst jetzt wieder ins Gedächtnis.

„Früher“, also vor noch nicht einmal vier Jahren, bin ich ja noch ganz in „normalen“ Laufschuhen über die Ferse gerannt. Eine Umstellung auf minimales Laufen und des Laufstils kam mir noch nicht ernsthaft in den Sinn und die gut gedämpften Laufschuhe gaben einem ja auch keinerlei Rückmeldung über den Fußaufsatz.

So sah er damals noch aus, mein Laufstil:

Warum ich nach schon über einem Jahrzehnt Rennerei meinte an meinem Laufstil etwas ändern zu müssen, waren die immer wieder auftretenden Fersenprobleme, von denen ich vermutete, dass sie durch das über die Ferse abrollen ausgelöst wurden. Darüber hinaus gab mir meine Hüfte immer zu verstehen, wenn die Dämpfung meiner Treter runtergeritten und am Ende war. Angefixt durch das minimaliste Laufen von Oliver und Christian, wollte ich auch auf diesem Wege meinen Laufstil umstellen, das Barfußlaufen kam mir dabei anfänglich gar nicht in den Sinn.

Das Barfußlaufen war eigentlich nur als Umstiegshilfe auf den neuen Laufstil hin zum Vor- bzw. Mittelfuß gedacht, weil ein direkteres Gefühl für den Untergrund kann man nicht haben und barfuß auf Asphalt mit der Ferse abzurollen, schließt sich einfach von selbst aus. Lange Rede kurzer Sinn, welche Entwicklung das Ganze genommen hat, trete ich hier ja ausgesprochen reichlich breit. Das ich mich dabei nicht zum reinen Vorfußläufer entwickelt habe, sieht man an den kompletten Fußabdrücken, wenn ich mal mit nassen Füßen über trockenen Asphalt laufe.

Verschiedentlich habe ich gelesen, dass es beim Barfußlaufen auch genauso sein soll. Am besten hat mir einmal eine Formulierung gefallen, dass die Ferse sacht den Boden küsst, und so küssen meine Fersen nun bei jedem Lauf tausendfach den Boden, dass Papst Johannes Paul II nur neidisch werden könnte, so er denn noch leben würde 😆

Nun aber endlich zu dem, was ich hier eigentlich loswerden wollte, das narzisstische Bildmaterial eines inzwischen mehrheitlich barfuß laufenden Deichläufers 😛 Grundsätzlich scheint mein Laufstil auch halbwegs okay zu sein, von einem leichten Auf- und Abwärtspendeln vielleicht einmal abgesehen, und ich bin einigermaßen zufrieden.

Den Fußaufsatz auch noch einmal in Nahaufnahme:

Was sich leider nicht erfüllt hat, ist die Hoffnung, dass meine Fersenprobleme verschwinden. Wie erst jüngst wieder geschehen, macht die ein oder andere von ihnen doch immer mal wieder Probleme. Damit werde ich also wohl weiterhin leben müssen. Die Hüfte hat sich allerdings in den letzten knapp drei Jahren nicht einmal mehr gemeldet, so dass ich vermute, dass mein geänderter Bewegungsablauf, zu dem ja auch kürzere Schritte und ein Beinaufsatz unter und nicht mehr vor dem Körper gehören, doch insgesamt schonender ist. Seit der Umstellung haben sich auch meine Laufumfänge etwas erhöht und ich kann in dem Stil schneller laufen als früher, so ich denn wollte. Auch wenn es mir nach wie vor nicht gelingt komplett verletzungsfrei unterwegs zu sein, brauche ich auf der anderen Seite im Laufalltag weniger Regenerationszeit.

Es ist also auch ohne Schuhe bzw. dem sparsamsten Einsatz von Fußschutz nicht alles Gold was glänzt, aber ich bin mit meinem Umstieg trotzdem mehr als zufrieden und der Laufspaß hat insgesamt noch einmal zugenommen. Spreche ich deshalb eine Empfehlung für das „Natueral Running“ aus? Nein, dass werde ich nach wie vor nicht tun. Zu unterschiedlich sind die Läufer und jeder soll nach seiner Facon selig werden.

Deshalb einfach nur:

Keep on running!

Wenn das Normale zum Besonderen wird

Gedankengänge und Erlebnisse:

Samstag, 03.10., 16:00 Uhr: Nach der Teatime bei Muttern könnte ich eigentlich noch laufen gehen. Wie wäre es mit der 14 km-Standardrunde? Hmmmm, schon lange nicht mehr so weit gelaufen.

Samstag, 03.10., 17:00 Uhr, Vier Tassen Tee getrunken, zwei Stücke Pflaumenkuchen intus: Zieh das Radshirt an, dann kannst Du die Sandalen hinten in die Taschen stecken und nach Bedarf anziehen…. Nein, nimm den Laufrucksack, da passen Sandalen, das Smartphone und der leichte Windbreaker rein, dann bist Du auch für den angekündigten Regen gewappnet.

Samstag, 03.10., 17:15 Uhr: Ich starte und plane gleich meine Strecke um. Lauf durch Bornhorst, den Radweg entlang der Hauptstraße, dann sparst Du Dir die rollsplittversaute Strecke und somit die Sandalen. Gesagt, getan. Drei Kilometer später biege ich auf die schmale Strecke Richtung Großer Bornhorster See ab, mir folgen etliche Autos, ausrechnet hier, wo der Asphalt so schlecht ist und das Barfußlaufen volle Konzentration braucht. Ein Unfall auf der Landstraße führt zu diesem hohen Verkehrsaufkommen auf meiner Laufstrecke, da bin ich froh, dass ich nach ein paar Hundert Metern zwischen Haupt- und Umleitungsstrecke noch eine Alternative genau in der Mitte laufen kann.

Wenig später sprinte ich kurz über die Landstraße, da der parallele Radweg erneuert wird, um auf meinen Lieblingsweg durch die Bornhorster Wiesen abbiegen zu können. Es läuft, ich bin happy. Das Tempo sogar einen Hauch flotter als in all den letzten Wochen und Monaten und ich heimse noch eine anerkennende Bemerkung für mein Barfußlaufen ein.

Wenig später hält mir einer von zwei jungen Männer bei dem Parkplatz die Pforte neben dem Gatter auf. Auf meinen Dank kommt ein “ Das kostet aber einen“ (die beiden haben jeweils eine Bierdose in der Hand, sind aber super freundlich), ich erwidere, dass ich beim nächsten Mal etwas für die beiden dabei haben werden. Es läuft, ich freue mich über die Begegnungen und fühle mich großartig.

Weiter geht es entlang der Hunte, anschließend die Treppe hoch zur Huntebrücke und die Rampe runter. Unten angekommen biege ich statt nach links nach rechts ab, so umgehe ich erneut die Rollsplittstrecke und laufe erneut den Radweg entlang der Hauptstraße durch Bornhorst, biege ab nach Ohmstede, die Sandalen bleiben die ganze Zeit im Rucksack. Es läuft!

Ca. 19:00 Uhr, es beginnt zu regenen. Ich komme wieder zuhause an und kühle noch etwas vor der Haustür ab, da kommen meine Nachbarin und mein Nachbar mit Hund vorbei. Mein Nachbar ist vor kurzem angefangen zu laufen, er staunt immer noch über meine Barfußlauferei und es folgt ein nettes Lauf-Gespräch im Regen.

Ich bin 15,2 km gelaufen. Das letzte Mal, dass ich weiter gelaufen bin, war am 16.05. !!! Hammer! Eine Distanz, die für mich absolut normal war, wird 4 1/2 Monate später zu etwas ganz besonderen. Und es war sooooo mega und absolut geil!

Merke: Man sollte nichts für selbstverständlich erachten. Das was lange normal war, kann plötzlich etwas ganz Besonderes und ein absolutes Highlight sein. Natürlich hoffe ich, dass dieses Highlight und auch noch etwas mehr wieder Normalität wird, wenn das passiert werde ich mir dessen hoffentlich mit noch etwas mehr Dankbarkeit bewußt sein!

Die ersten Drei

Am Sonntag war nach drei Wochen Schluß mit Urlaub und am Sonntag kam ich auch erst wieder aus Berlin zurück nach Oldenburg. Nach dem der Barfußbloggertreffgeocachingmotivations- eingewöhnungslauf ganz gut gelaufen war, bin ich gleich am Montag auf meine erste Heimatrunde gestartet. Nachschauen, ob die Hunte nach da ist. Sie war es, dafür zeigte sich das Wetter sehr herbstlich und meine uralte gelbe Allwetterjacke durfte gleich wieder in die wer weiß wievielte Saison starten. Davon abgesehen, dass jetzt auch in Oldenburg überall diese blöden E-Roller rumstehen, von denen offensichtlich auch einer an der Hunte ausgesetzt wurde, war der Lauf schön, entspannt und locker. Das der Puls immer noch etwas zu hoch lag, konnte ich beim Laufen überhaupt nicht spüren. (10,4 km)

Mittwoch brachte ich nach Feierabend mein Auto in die Inspektion und lief von der Werkstatt nachhause. Diesmal zeigte sich feinstes, warmes Wetterchen und die schon tiefstehende Sonne tauchte alles in ein bezauberndes Licht. Die Strecke führte am Tweelbäker und Blankenburger See vorbei und dann weiter über die Huntebrücke nachhause. Im Blankenburger See testete ich noch kurz die Wassertemperatur an, die noch in einem sehr angenehmen Bereich liegt. Wieder ein runder Lauf, allerdings erneut mit einem nochmals etwas höherem Puls als am Montag. (10,3 km)

Bevor es am heutigen Tag fast den gleichen Weg retour ging, um meine Karosse wieder abzuholen, bin ich morgens in aller Herrgottsfrühe bei knapp 12 °C die fünf Kilometer barfuß zur Arbeit geradelt. Das war soooooooo herrlich! Ob das wohl jemand nachvollziehen kann? 🙄 😆

Auf dem Weg zur Werkstatt trug ich allerdings, wie gestern auch schon, Sandalen, weil die Wege überwiegend nicht barfußtauglich sind. Obwohl diese Werkstattpendelläufe eigentlich reine Zweckläufe sind, bin ich da insgesamt auf einer wirklich schönen Strecke abseits jeglicher Hauptverkehrsrouten unterwegs. Dabei mußte ich heute antesten, ob der Tweelbäker See genauso warm ist wie der Blankburger See. Ist er! 😀 (10,0 km)

An der Werkstatt angekommen wartete mein treues Gefährt schon. Brav war der Kleine in den letzten 14 Monaten, bis auf Öl- und Filterwechsel nichts gewesen und das wo er doch in den letzten Monaten die Fahrten mit der Deutschen Bahn noch Berlin ersetzten mußte. Immerhin jedesmal 900 km hin und zurück. Langstrecke scheint ihm gut zu tun 😎

Zurück ging es aber erst nach einer Tasse Cappuccino und einem Schnack mit den Meistern. Weit über 10 Jahre bin ich Kunde in dieser am äußersten Rande Oldenburgs liegenden Werkstatt. Man kennt sich und ich fühle mich dort gut aufgehoben.

Auf dem heutigen letzten der drei ersten Läufe in heimatlichen Gefilden war dann auch der Puls erstmalig wieder im Normalbereich. Die Achillessehne schwieg auf allen Läufen und die Ferse sendet nur ganz dezente Signale. So hege ich leise Hoffnung nun einen schönen (Lauf-)Herbst genießen zu können. Wäre ja nicht schlecht und würde Körper und Gemüt sicher mehr als gut tun.

Motivation

Sylt ist Geschichte. Trotz corona- und gesundheitlich bedingter Einschränkungen war es sehr schön. Leider war ich eigentlich fast die ganzen 14 Tage dort etwas kränklich, so dass sich das Laufen auf lediglich zwei Läufe gleich zu Beginn beschränkte.

Zwar geht es mir inzwischen wieder gut und auch der Ruhepuls, der in den letzten Wochen teils exorbitant hoch gewesen ist, zeigt jetzt schon gelegentlich wieder Werte in den 40iger an, aber die Motivation war irgendwie restlos im Keller.

Montag fuhr ich dann weiter um noch einige Tage in Berlin zu verbringen und auch hier genoß ich die wunderbaren Spätsommertage lieber relaxend als laufend. Bis mich am Dienstag eine E-Mail erreichte. Forbi, ein im Norden Berlins lebender Blogbekannter über meinen Barfuß-Blog fragte an, wann ich das nächste Mal in Berlin bin. Er würde gerne geocachend eine Runde über das Tempelhofer Feld drehen. Tja, nun bin ich ja schon da und ruckzuck sind wir gestern gemeinsam losgetrabt um die von Forbi anvisierten Geocaching-Punkte zu suchen.

Ich hatte bis dato von Geocaching keinerlei Ahnung und bin einfach mal mitgetrabt. Das man dazu sogar auf Bäume klettern muß um an das Objekt der Begierde zu kommen, war mir erstrecht nicht bekannt und ich war fassungslos als Forbi auf eine Filmdose in einem Baum in fünf bis sechs Meter Höhe wies.

Wir rumpelten einen Müllcontainer heran, damit Forbi an den ersten tragfähigen Ast gelangen konnte und dann wieselte er wie ein Eichhörnchen den Baum hinauf, gelangte an die Filmdose und war wenige Momente später wieder zurück.

Ich stand nur bauklotzestaunend unter dem Baum, wie Forbi da barfuß durch den Baum wuselte, hab ich doch schon Höhenangst, wenn ich nur auf einen Stuhl steige 😀

Darum war ich auch nicht unfroh, als er wohlbehalten wieder unten angekommen war 😀

Das nächste Geocaching-Versteck befand sich erfreulicher Weise auf nur 1,80 m Höhe. Kaum waren von Forbi die entsprechenden Notizen gemacht, wurden wir von einem Läufer angesprochen, der sehr an unsere Barfußlauferei interessiert war. Bestimmt 10 min unterhielten wir uns mit ihm und in der Zeit lief noch ein anderer Läufer in Barfußlaufsandalen an uns vorbei.

Nach Ende des Gesprächs umkurvten wir noch das Tempelhofer Feld in der inzwischen recht weit vorgeschrittenen Dämmerung.

Auf dem Rückweg durchquerten wir einen schon recht dunklen Park, Forbi leuchtete mit seinem Smartphone und fischte fast nebenbei noch ein drittes Geocaching-Ziel ab.

Dann war es das, nach 7,5 km auf meiner Garmin und 8,4 km nach Forbis Aufzeichnungen beendeten wir den Lauf. Für mich war die Anfrage von Forbi eine gute Motivation wieder loszulaufen und Länge und Pausen paßten sehr gut für einen ersten Neustart.

Da waren zur Feier des Laufs und der erreichten drei von vier Geocoaching-Zielen Pizza und Bier mehr als redlich verdient 😀

Das war ein coole Sache und ich freue mich sehr Forbi persönlich kennengelernt zu haben.

Ich könnte wenn ich wollte

… in diesem Jahr sogar noch einen offiziellen Lauf bestreiten, will ich aber nicht. Anfang der Woche bekam ich eine E-Mail vom Orga-Team des Köhlbrandbrückenlaufs. Dieser darf am 03.10. unter Einhaltung des üblichen Corona-Blablablas stattfinden. In diesem Fall heißt das u. a. auch, dass in erheblich kleineren Startblöcken à 200 Läufer gestartet werden muß. Damit wäre auch meine gebuchte Startzeit aller Wahrscheinlichkeit nach hinfällig, geschweige denn von dem ganzen anderen Corona-Gedöns vor, während und nach dem Lauf. Nein danke, das macht in diesem Jahr einfach keinen Sinn, geschweige denn Spaß. Ebenso ausschlaggebendes Argument gegen eine Teilnahme ist aber meine mangelnde Fitness. So habe ich von dem Angebot der Veranstalter Gebrauch gemacht, den Startplatz eins zu eins auf das Jahr 2021 umzuschreiben. Neues Jahr neues Glück also.

Auf Sylt habe ich die Lauferei erst einmal wieder eingestellt. Zwar ist das abwechselnde Frieren und Schwitzen vorbei, der Appetit wieder da und im Groben und Ganzen fühle ich mich schon wunderbar, allerdings ist da noch mein Ruhepuls, der immer noch im Minimum doppelt so hoch liegt wie normal. Also mache ich einfach mal Urlaub wie 99.9 % aller anderen hier auch Urlaub machen: Schlafen, im Strandkorb sitzen, lesen, spazierengehen, essen. Wobei essen nur „zuhause“ stattfindet, Restaurants und Cafes machen auf der für September immer noch sehr vollen Insel unter Coronabedingungen keinen Spaß (Fort Knox zu betreten dürfte gegenüber den meisten Speieslokalitäten hier ein Spaziergang sein) und die Schlange heute morgen vorm einzigen Bäcker des Ortes war, ohne Übertreibung, über 50 Meter lang! 😯 Ich hätte sie fotografieren sollen! Da tun`s dann auch Aufbackbrötchen 😀

Das klingt jetzt irgendwie alles negativer als es ist. Das Wetter paßt, es windet teilweise ordentlich, die Brandung rauscht. Bei der Umrundung der Südspitze der Insel gedenke ich traditonell meiner beiden Onkel, die hier seebestattet wurden. Die Füße im Wasser, der Blick auf den blanken Hans gerichtet, schöner kann man sich dieser beiden Schlitzohren nicht erinnern 🙂 Wir gucken dem Treiben am Hafen zu, gucken hier, gucken da 😀

Und mal nebenbei für alle, die denken, ich kann nur Flachland. Da sach noch einer das is flach 😆 :

Apropos, wer die Südspitze Sylts laufend umrunden will, sollte dies nicht unbedingt bei Hochwasser tun. Ok, die Schuhe und Socken (so man sie denn benötigt 😉 ) kann man eben ausziehen, aber eine falsche Welle und die Funktionsfaser wäre mit ihrem Feuchtigkeitstransport nach außen doch geringfügig überfordert. Die beiden hatten aber noch einmal Glück 😉

Humor ist also wenn man trotzdem lacht, Prost!

Leichter Fehlstart

Montag letzter Woche hatte ich für meine Verhältnisse wohl etwas viel auf dem Programm. Es standen aufwendige Untersuchungen in der Pneumologie im Krankenhaus an, davor und danach noch arbeiten und nach Feierabend eine Stunde Psychotherapie. Da ich abends auch noch meinte laufen zu müssen, war ich danach fertig mit Jack und Büx. Zum Abendessen stand ich frierend in der Küche, war töter als tot und fiel nach dem Essen komatös ins Bett. An diesem Zustand sollte sich eine Woche lang nichts ändern.

Noch kurz zum Ergebnis der Lungenuntersuchungen: Dem chronischen Reizhusten konnte man dabei leider nicht auf die Schliche kommen, der ist wohl refluxbedingt, was mir in den nächsten Wochen noch eine Magenspiegelung einbringt. Was allerdings festgestellt wurde ist, dass mein Sauerstoffsättigung im Blut nicht ganz optimal ist, anscheinend ist der Weg des Sauerstoffs aus den Lungenbläschen in die Blutbahn durch eine minimal zu dicke Gefäßwand leicht behindert. Laut Ärztin zwar eine Einschränkung auf sehr hohem Niveau, aber vielleicht doch eine Erklärung dafür, dass ich nicht der schnellsten einer bin. Aber egal. Die Lunge tuts im Wesentlichen, auch nicht schlecht 😉

Da ich den Montag letzter Woche nicht alleine für mein Abschlaffen verantwortlich machen mag, vermute ich, dass dieser stramme Tag mit einem beginnenden Infekt zusammengetroffen ist. Dass die vergangene Woche die letzte Woche vor unserem Urlaub gewesen ist, sei dabei nur am Rande erwähnt. Wenigstens habe ich diese Zielgerade noch irgendwie überstanden und Samstag ging es ab in den Urlaub. Wohin? Die langjährigen Deichläufer-Blogleser werden es schon ahnen: Nach Sylt.

Hier offenbahrte sich gleich die nächste Katastrophe, ich habe meine Digi-Cam vergessen, mein wichtigstes Blogger-Utensil liegt zuhause, während ich das entsprechende Akkuladegerät mitgenommen habe, unfassbar! Da mein Blog ohne Bilder aber nicht geht, schleppe ich jetzt halt jedes Mal das klotzige Smartphone mit, immerhin besser als nichts.

Ankunftstag:

Da ich kein Fieber hatte, habe ich mich auch schon zu zwei 10er-Läufen hinreißen lassen. Dafür wurde ich auf dem ersten Lauf mit Niedrigwasser belohnt. Das heißt flacher und fester Meeresboden zum Laufen 🙂

Zum Abend des selben Tages, blaue Stunde. Nahezu kitschig schön mit einem leicht diabolischen Touch 🙂

Der zweite Lauf führte über den kleinen Hafen unseres Urlaubsortes Hörnum, zuerst an die Ostseite der Insel und dann durch die Dünenlandschaft rüber auf die Westseite. Leider ist die Insel in diesem Jahr zur Nebensaison noch sehr voll, aber laufend erreicht man Strandabschnitte, die soweit weg vom Ort liegen, dass man dort fast komplett für sich alleine ist, herrlich!

So gehe ich mal davon aus, dass sich der leichte Fehlstart des Urlaubs noch vernünftig gerade biegen läßt. Die Chancen stehen gut, eineinhalb Wochen haben wir schließlich noch vor uns 😎

Ein Scheißthema

Ich kann Euch dieses Thema leider nicht ersparen, dafür ist es bei mir augenblicklich zu präsent. In diesem Beitrag hatte ich es auch schon kurz angedeutet. Wenn ich zur Zeit meine immergleichen Standardrunden drehe, werde ich jedes Mal damit konfroniert und muß sehen wie ich damit klar, bzw. dadurch komme. Es ist wirklich nicht einfach. Zu guter Letzt ist dieses Thema auch noch wirklich delikat, im wahrsten Sinne des Wortes. Mir muß beim Laufen aber auch wirklich immer der letzte Scheiß passieren 😦 Und zwar dieser hier 😆 :

Noch netter wird die Geschichte bei Regen:

Da können die Viecher noch so treudoof gucken, dass ist einfach kein Benehmen, is das nämlich nicht :-/

Da lob ich mir doch einen schönen grasbewachsenen Weg, der ist zwar auch nicht ganz ohne … Schafsgeschiss, aber das bisschen spielt keine große Rolle 😛 Kuhfladen waren allerdings keine zu befürchten, da die Hübschen auf der Weide waren 🙂

Aber trotz dieses Scheißthemas, es scheint langsam wieder aufwärts zu gehen 😎

Sieben Stunden Beton und keine zwei linke Füße

Letzte Woche Samstag waren Jens und ich nach Venlo in die Niederlande gefahren um im Großhandel für Jens Firma einzukaufen. Solche Tage haben es alleine wegen der Fahrerei in sich. Drei Stunden hin, drei Stunden zurück und dazwischen dann noch sieben Stunden Großhandel.

Sieben Stunden die Konzentration für den Einkauf zu wahren sind ja schon nicht ohne, aber sieben Stunden barfuß auf aalglatt gestrichenen Betonböden im Schlendermodus mit drei Schritten vor und zwei zurück waren auch für meine Kummer gewohnten Füße eine Herausforderung, erstrecht für die linke Ferse. Ich fürchtete für sie irgendetwas zwischen dem Rest geben und heilsamer Härte. Zum Glück tendierte sie zu letzterem, obwohl sich zum Ende mein Fahrgestell wie nach einem Marathon anfühlte, war meine Ferse am nächsten Tag sogar ruhiger als noch mehr beleidigt 😀

Das war auch sehr gut so, sind doch diese Tage meine Münchener Freunde Angela und Heimo im Lande. Da unser traditioneller Osterlauf dieses Jahr nur virtuell stattfinden konnte, freute ich mich wie Bolle mit den beiden am Sonntag endlich einmal wieder real laufen zu können und eine erste Runde zum und um den Kleinen Bornhorster See war auch schon ein schierer, wenn auch etwas schwülwarmer Genuß.

Am späten Mittwochnachmittag sind Heimo und ich zur Thülsfelder Talsperre gefahren um laufend zu erkunden, ob die Heide blüht. Da die 10 km Runde um die Talsperre zu großen Teilen nicht barfuß laufbar ist, habe ich meine Sandelen eingepackt. Wenn man allerdings in seinem Sandalensalat keine Ordnung hält und beim Einpacken auch nicht richtig hinschaut, darf sich der gemeine Deichläufer nicht wundern, wenn er zum Laufstart plötzlich mit zwei linken Sandalen dasteht 😆 Dafür hatte ich dann doch nicht die passenden Füße 😯 Was für ein Glück hatte ich aber, dass ich immer die Neopren-Schlappen als Notfallschuhe im Auto habe und man als Minimalläufer im Prinzip mit allem laufen kann, puh 😀

So konnte die Runde um die Talsperre starten. Nach dem es den ganzen Tag teilweise wie aus Eimern gegossen hatte, war es zum Lauf bis auf zwei kleinere Schauer trocken und wir genossen den Törn bei frischer Luft und teilweise imposantem Wolkenspiel. Allerdings blühten die großen Heideflächen im Bereich des alten Schafsstall nicht mehr 😦

Unsere Enttäuschung darüber wurde aber nach Überquerung der Brücke über einen Seitenarm der Talsperre gemildert, denn ab da blühte die Heide noch. Ein schönes Bild, wenn auch die Flächen dort nicht so groß sind.