Rosinenbomber

Im Radio hörte ich heute, dass im Rahmen des 70-jährigen Jubiläums der Luftbrücke am Nachmittag die Rosinenbomber von damals über das Tempelhofer Feld fliegen würden. Eine Landeerlaubnis zu diesem historischen Anlaß auf dem alten Flugfeld haben sie vom Berliner Senat aber leider nicht bekommen.

Da ich ja ganz in der Nähe des Tempelhofer Felds wohne, war es natürlich klar, dass ich mir den Überflug anschauen mußte. So durfte ich erleben, wie die 15 Maschinen über dem alten Flughafen-Areal hinwegschwebten. Sehr cool! Wie geil wäre das erst gewesen, wenn sie dort auch hätten landen dürfen, dass wäre ein Riesenspektakel geworden.

Aber neben dem schönen Anblick der alten Maschinen durfte ich auch erkennen, dass entgegen der Vorhersage der Himmel bewölkt und es nicht ansatzweise so warm wie vorhergesagt war. Perfektes Wetter also um meine am Tag zuvor noch bei großer Hitze erstandenen Ersatzlaufsandalen dem ersten Praxiseinsatz zu unterziehen.

Es sind wieder ein Paar Chalas geworden, diesmal die Evo light. Eigentlich wollte ich nicht gerade wieder Chalas haben, da ich mich mit meinem vor Monaten erworbenen Paar nicht anfreunden kann. Bei denen will die linke Sandale einfach nicht vernünftig sitzen und der Fersenriemen hält nicht an der Ferse. Aber in Berlin war nichts anderes an Laufsandale zu bekommen und die Evo light ist auch etwas leichter als meine Evo 4 XRD. Im Vergleich zu den Pies Sucios machen sämtliche Riemen einen wesentlich solideren Eindruck, weswegen sie allerdings auch nicht ganz so unauffällig am Fuß sitzen.

Nach meinem Barfußspaziergang zum Flugzeuge gucken bin ich also gleich wieder zum Tempelhofer Feld aufgebrochen, nun in Laufklamotten und den besagten neuen Chalas an den Füßen. Anfänglich wollte ich wieder die Krise kriegen, da am linken Fuß schon wieder der Fersenriemen zu rutschen begann, aber nach zweimaligen Nachstellen saß er dann doch so wie er sollte und die Chalas verhielten sich ab da insgesamt recht unauffällig. Wenn da nur das laute Badelatschenklatschen nicht wäre. Die Pies Sucios sind da doch ne Ecke leiser gewesen. Aber egal, ich habe wieder Schutz für die Fußsohlen, da müssen meine Ohren und die aller anderen in meiner Nähe halt mal mit durch.

Zwischendurch lief ich zur Schonung des Gehörs auf einem guten Asphaltstück aber doch mal 1,4 km barfuß. Die Chalas kamen bei ihrem ersten Ausritt auf 9,9 km, dass reichte fürs erste Eintragen, ohne das es zu irgendwelchen Scheuerblessuren gekommen ist.

200 m vor meiner Haustür habe ich dann auf den ersten erfolgreichen Auslauf mit meinem Verlegenheitskauf bei Charlotte vor ihrem Café Plume mit einer Zitronen-Ingwer-Limo mit mir selber angestoßen 😎

Totalschaden

Heute war es in Berlin endlich mal nicht so heiß und die Unwetter des Vorabends waren zum Glück auch abgezogen.

13.06.19 23

Auch in meinem Zuhause war etwas Wasser in den Treppenhauseingang eingedrungen

Drum hatte ich mir, nach meiner Ankunft am Dienstag, den ersten Lauf in meiner Zweitheimat vorgenommen. Zwar waren „nur“ 28° vorhergesagt, trotzdem wollte ich mir gerne etwas Schatten gönnen, den ich im Grunewald und an den Ufern des Wannsees zu finden hoffte. Also nüscht wie raus nach Wannsee …

… und dort auf traumhaft schönen Wegen einfach laufen. Bis ins Detail hatte ich mir keine Strecke ausgetüpfelt, ich wollte nach Lust und Laune laufen und gucken wo es mich langtreibt. Irgendwie und irgendwo finden sich immer öffentliche Verkehrsmittel in der Nähe, die einen wieder zurück bringen.

Nachdem ich noch relativ zu Anfang die sehr villenlastige Insel Schwanenwerder mitgenommen hatte …

… und danach weiter dem Wannsee-/Havelufer gen Norden folgen wollte, geschah es: Bei exakt Kilometer Nr. 4 riss an der rechten Sandale meiner heißgeliebten Pies Sucios der Zehenriemen, …

… die dadurch unlaufbar wurde, Totalschaden! Fuckemio, so ein Ärger 😦 Barfuß laufbar war die Strecke definitiv nicht und deshalb zog ich mein Smartphone zu rate, das mir den kürzesten Weg zurück zum S-Bahnhof Nikolassee zeigte. Zum Glück ist das Barfußgehen ja für mich Alltag, sonst wäre dieser Weg schon unangenehm geworden.

Kurz vor dem S-Bahnhof kam ich an einem Imbiss/Kiosk vorbei und veranstaltete erst einmal ein Frustfressen und -saufen. Dort wanderten die Pies Sucios dann auch schweren Herzens in die Mülltonne. Aber nach einem launigen Gespräch mit der echten Berliner Schnauze hinter dem Imbisstresen war die Welt auch schon wieder halbwegs gut und ich fuhr, nachdem ich noch einen Bummel über die Schloßstraße in Steglitz gemacht hatte, wieder nachhause.

Der Totalausfall der Sandalen ist echt ärgerlich. Nicht einmal 400 km haben sie gehalten, da tröstet auch der verhältnismäßig günstige Preis von 45 € nicht sonderlich. Sehr, sehr schade, weil ich sie einfach hypergerne getragen habe. Gut nur, dass ich auf direktem Weg schon nach gut zwei Kilometern wieder an der S-Bahn war.

Jetzt brauche ich nur schnell irgendeinen Ersatz um in Berlin noch laufen zu können. Die Flipflops für 2,99 €, die ich mir in Steglitz gekauft habe, um überhaupt erstmal irgendwelche „Schuhe“ zu haben, taugen dafür denkbar schlecht 😆

In Oldenburg wartet noch ein brandneues Paar der Pies Sucios auf mich, aber mein Vertrauen ist doch etwas erschüttert. Auf einem langen Törn abseits der Zivilisation, z. B. durchs Oldenburger Land, wäre so ein Ausfall eine Katastrophe gewesen. Und wer will schon auf langen Läufen auch noch Ersatzsandalen mitschleppen? :-/

Bei Pies Sucios lassen sich allerdings auch Ersatzriemen bestellen, für 10 € das Stück. Macht 20 € pro Paar plus Versand aus Spanien. Eine Alternative?

 

Heute ging es rund

Das erste Mal komplett barfuß auf meiner absoluten Standardhausrunde mit 14 km Länge! Warum das so lange gedauert hat, wo ich doch schon längere Barfußstrecken absolviert habe? Nun ja, so einige Passagen auf dieser Strecke sind nicht gerade die barfußfreundlichsten und vernünftige Alternativen dazu gibt es aber leider keine.

Dazu eine Bilderstrecke mit entsprechenden Erläuterungen:

Das Tempo lag im Durchschnitt bei 6:27. Wobei es sich grundsätzlich etwas schneller angenehmer barfuß laufen läßt. Das ist dann aber ein Spagat zwischen Tempo und dem Risiko dabei auf irgendwelche unsichtbare Steinchen zu treten.

Die grundsätzliche Frage angesichts der Bilder warum denn nun überhaupt barfuß? Der Anteil der wirklich schlechten Wegstrecke an den 14 km beträgt zusammengerechnet ungefähr zwei bis zweieinhalb Kilometer. Der große Rest hingegen läßt sich gut bis sehr gut barfußlaufen und Barfußlaufen ist nunmal einfach geil!

Resümee: Ich kann jetzt also auch meine Standrunde barfuß drehen. Aber jedes Mal werde ich das nicht tun. Zum einem weil die Füße nicht jeden Tag gleich gut drauf sind und zum anderen, weil ich auch immer wieder mal laufen möchte ohne dem Untergrund allzu viel Aufmerksamkeit schenken zu müssen. Dann kommen die Pies Sucios oder die FiveFingers an die Füße, fertig! 😀

Da lacht des Deichläufers Herz

08.06.19 11Stürmischer Wind braust übers Land und zerzauselt das Gebäum, …

… graue Wolken ziehen, schützen vor grellem Sonnenlicht und deckeln die Temperatur auf 16°. Herrlich! Etwas Action in der Atmosphäre und allerbeste Lauftemperatur, da geht mir einfach das Herz auf und beschert mir zu allem Überfluß auch noch Ruhe auf meiner Laufstrecke.

Nicht nur mir, auch die DLRG am Kleinen Bornhorster See braucht nur auf sich selber aufzupassen. Der einzige der sich ins Wasser traut bin ich und tiefer als bis zum Hosenrand gehe ich nicht rein.

Ich laufe gemächlich vor mich hin und genieße einfach nur. Tolle Luft, frische Brise, grandioses Wolkenbild.

Wo soviel Licht ist, gibt es aber auch Schatten:

Aber davon ließ ich mir den Lauf nicht vermiesen. Die Bedingungen und der Lauf selber waren einfach zu perfekt 😎

08.06.19 20

Frische und mäßig warme Luft, stürmischer Wind, atmen können, nicht zerfließen müssen, dass ist beim Laufen halt einfach genau meins 😀

Alles kommt zu dem, der warten kann

Dieser Spruch hat schon in so mancher Lebenslage seine Wahrheit bewiesen und paßt durchaus auch mal im Kleinen. Der unterkühlte Mai war lauftechnisch trotz gelegentlich zickender Fußsohlen ein ausgesprocher guter Monat für mich gewesen. Die frischen Temperaturen taten da ihr übriges, zum Laufen waren sie einfach ideal. Der Juni hingegen startete wettertechnisch mit Pauken und Trompeten und wartete mit in diesem Jahr bis dato noch unbekannter Hitze auf.

Da dachte ich mir, dass ich mit der Akklimatisierung ja nicht gleich mit den allerersten heißen Tagen beginnen müßte und verbrachte die ersten beiden Junitage damit, mich auf meinen Mai-Lorbeeren auszuruhen. Etwas Gartenarbeit und Lümmeln auf der Terrasse können aber auch sowas von schön sein 😆 Zusätzlich leicht fiel mir die Entscheidigung für das süße läuferische Nichtstun durch die Wetterprognosen, die mit Wochenanfang ein Ende der Hitze vorhersagten.

Zwar startete der Montag extrem schwülwarm, aber bis zum Feierabend hatte sich die Wärme verpusemuckelt, die Sonne verbarg sich hinter Wolken und die Temperatur lag satte 12° unter der vom Sonntag. Na, da ließ es sich doch wieder laufen. Zwar schaute ich wegen eventueller Gewitter zwischendurch mal auf`s Wetterradar, aber die Gewitter in der Nähe schwächten sich zu Schauern ab. Die zweite Hälfte des Laufs tröpfelte es etwas unmotiviert vor sich hin. Aber auf dem letzten Kilometer öffneten sich die Himmelsschleusen und bescherten mir -ohne Blitz und Donner- eine schon lange nicht mehr erlebte, spaßige Dusche der Extraklasse, die mich noch zu ein paar Extrametern verleitete.

Die Hitzetage stoisch auf der Terrasse abzuwarten und dafür mit einem feinen Läufchen bei verträglicher Temperatur inklusive Regendusche belohnt zu werden, da lacht doch des Deichläufers Herz 😀 Alles kommt zu dem, der warten kann, klappt zwar nicht immer, aber diesmal hat es genau gepaßt 🙂

Einfache Regel

Seit einiger Zeit schon laufe ich insgesamt etwas häufiger als noch vor ein oder einhalb Jahren. Dieses Mehr an Läufen erkaufe ich mir allerdings dadurch, dass ich immer mal wieder kürzere Läufe einstreue. Um aber die kürzeren Läufe vor mir selber rechtfertigen zu können, habe ich mir eine einfache Regel aufgestellt: Alle Läufe im einstelligen Kilometerbereich laufe ich etwas schneller. Die zweistelligen Läufe darf ich dafür in meinem gewohnten Einheitstrott dahintraben 🙂 Einheitstrott heißt dann eine 6 vor dem Doppelpunkt und etwas schneller eine 5 und ganz selten auch einmal eine 4. Nix wildes also, aber zumindestens verpflichte ich mich so zumindestens mal zu einem Hauch von Tempotraining.

Im Alltag funktioniert das ganz gut. Gelegentlich kommt es sogar vor, dass ich auch einen zweistelligen Lauf im 5er-Bereich laufe, dann darf ich widerum dafür einen kurzen Lauf, quasi als Bonus, auch mal im 6-er Bereich laufen. Habe ich keine Lust auf zügig, muß ich halt einen geplanten kurzen Lauf auf Zweistellig verlängern. Da das bei mir leider häufiger vorkommt, schwänze ich das Tempo und „bestrafe“ mein Schwänzen also durch kilometermäßiges Nachsitzen 😆

Schlußendlich führt das Ganze dazu, dass ich immer noch nicht schneller laufe, sondern nur mehr Kilometer abreiße 😆  Irgendwie kann ich machen was ich will, in Sachen Tempotraining bleibe ich eine faule Sau. Diese einfache Regel behalte ich aber trotzdem bei, weil ab und zu halt doch mal ein einstelliger, etwas flotterer Lauf dabei herausspringt. So wie heute. 7,3 km-Barfußkilometer, allesamt im grünen (5er-) Bereich. Nein, falsch, einer hatte sogar eine 4 vorne, uiiiii 😀

Ich kann so ein Tier sein, wenn ich will. Aber ich will ja immer nicht, so bleibt das Tier halt eben nur die faule Sau! 🤣🤣🤣

Rückschläge

Meine Umstellung auf Minimal und auch barfuß ist über die letzten zweieinhalb Jahre insgesamt sehr erfolgreich und auch nahezu problemlos verlaufen. Bis zum heutigen Tag mag ich angesichts dieser Tatsachen dem Braten eigentlich immer noch nicht so trauen. Da dürfte es mir ja eigentlich ganz gelegen kommen, dass es in jüngster Zeit auch kleine Rückschläge gibt. Zum großen Glück handelt sich dabei nicht um Verletzungen, als solche gehen Überreizungen, wie ich sie z. b. vor 14 Tagen erlebt hatte. nun wirklich nicht durch. Vor zwei Wochen war nach 14 km aus mit Barfuß. Die Sohlen mochten einfach nicht mehr und darum zog ich die mitgeführten Sandalen an und weiter ging es.

Bei meinem Lauf zu Schwiegermuttern am vergangenen Sonntag hingegen, lief ich zu meiner eigenen Überraschung erheblich mehr Kilometer als geplant barfuß, obwohl die Sohlen teilweise mit altem Beton und mittelprächtigen Radweg fertig werden mußten. Nachem ich den gemeinsam mit Manfred gelaufenen „Berglauf“ komplett in FiveFingers gelaufen war, dachte ich mir, dass ich am Donnerstag mal wieder 15 Barfußkilometer an der Hunte traben könnte. In meiner Arroganz nahm ich erst gar keine Sandalen mit, was sich bitter rächen sollte. Schon nach fünf, sechs Kilometer meldeten die Fußsohlen die ersten Reizsignale, aber die habe ich einfach geflissentlich überhort und bin weitergelaufen. Nach gut 10km war dann Schluß mit Lustig, die Fußsohlen gingen in den Streik und ich deshalb in den Gehmodus. Zwischendurch trabte ich noch etwas über die gemähten Deichflächen, das ging, aber die letzten zwei Kilometer stand das Gras zu hoch und ich wanderte komplett zurück zum Start.

Warum die Fußsohlen mal so und mal so reagieren erschließt sich mir augenblicklich überhaupt nicht. Grundsätzlich ist das ja auch kein Beinbruch, aber richtig planbar wird meine Barfußlauferei dadurch nicht. Angesichts eines bis dato genialen Laufjahres 2019 ist das Wort „Rückschläge“ aber vielleicht doch etwas zu hoch gegriffen, vielleicht wäre der Begriff „Rückschritte“ doch passender. Der Ehrlichkeit halber möchte ich aber bei dieser Gelegenheit einfach mal erwähnen, dass bei meiner Barfußlauferei nicht alles nur Eitelsonnenschein ist. Das gilt allerdings nicht für die Minimallauferei oder das Natureal Running, wie auch immer man das Kind nennen mag, als solcher, die verläuft einfach nur genial, Braten hin oder her.

Bei meiner heutigen kleinen, knapp 12 km langen Laufrunde blieben die Pies Sucios komplett an den Füßen, von einem kurzen Fußbad im Kleinen Bornhorster See mal abgesehen, was mir einen prächtigen und bezüglich des Untergrundes nahezu gedankenlosen Lauf bescherte.

Am Barfußthema bleibe ich natürlich trotzdem dran. Mit Geduld und Spucke wird da schon noch mehr gehen, da lachen ja die Hühner! 😀

Hin und her und kreuz und quer

Nun schon das dritte Jahr in Folge eilte ich gestern nach Feierabend an den Dümmer See. Dort weilt seit ein paar Tagen wieder der Manfred und er konnte sich erneut eine gewisse Zeit von seinen schulischen Verpflichtungen freischlagen um mit mir dort laufen zu gehen.

Schon am Tag zuvor war Manfred dort laufen und legte einen Lauf ohne jegliche Höhenmeter zurück. Laufen ohne Höhenmeter kann ich und dachte an eine entsprechende Wiederholung. Als ich auf den Parkplatz des Jugendgästehauses „Godewind“ in Lembruch kurvte sah ich Manfred schon in der Eingangstür. Dort war er in ein Gespräch mit einem jungen, ortsansässigen Läufer vertieft, der uns vorschlug ein paar Kilometer weiter nach Lemförde zu fahren. Dort könne man ab Ortrand in den Stemweder Bergen auf waldigen Wegen ein paar Höhenmeter sammeln.

Wald! Höhenmeter! Berge! Welch exotische Dinge und das nur 75 km Luftlinie von Oldenburg entfernt! Da mußte ich hin! Dabei verdrängte ich nur allzu gerne, dass ich mit Manfred einen wahrlich wald- und höhenmetererfahrenen Läufer an meiner Seite hatte. Auf dem Parkplatz am „Fuße“ der Stemwerder Berge angekommen, zeigten uns zugleich Massen von WeinBERGschnecken, dass es hier Berge gibt, wenn auch keine Weinberge 🙂 Nach intensivem Studium der am Parkplatz aushängenden Karte entschieden wir uns zuerst für den darauf verzeichneten gelben Weg um später auf den magentafarbenen Weg abzubiegen, der uns widerrum zu einem Aussichtspunkt führen sollte, von dem man einen fantastischen Blick auf den Dümmer haben soll.

Und schon ging`s auf dem gelben Weg los … in die falsche Richtung 😆 Irgendwie hatten wir beim Loslaufen die Himmelsrichtungen außer Acht gelassen. Kann ja mal passieren, also umgedreht und den knappen Kilometer zum Parkplatz zurückgelaufen, erstmals bergauf. Der Einstieg in die richtige Richtung des gelben Weg wollte zwar ersteinmal gefunden werden, aber auch das haben wir professionell gemeistert und dem „Gelben“ ließ es sich ab da gut folgen. Wo aber ging es auf den magentafarbenen Weg? Erste Markierungen führten uns schnell ins Unterholz in dem sich der Weg verlor, also wieder retoure und durchs Gehölz gestapft. Hah, nu aber, wieder Markierungen, diesmal die richtigen! Aber warum führt der Weg zu einem Aussichtspunkt bergab? Und zwar so lange bis wir wieder ganz unten waren? Wieder herrschte Ratlosigkeit zwischen dem laufend Dankbaren und dem Deichläufer. Eine neuerliche Karte brachte auch keine wirkliche Erleuchtung. Der magentafarbene Wanderweg war grottenschlecht bis gar nicht markiert. Wir liefen eine Rampe hoch, so steil, dass sie den Akku meines Herzschrittmachers in Rekordtempo leersaugte und ich oben angekommen meinen Puls im Hals mitzählen konnte, wenn ich denn so schnell hätte zählen können 😀 Alles hätte ich erwartet, aber nicht, dass ich gestern mitten in der norddeutschen Tiefebene steigungsmäßig an meine Grenzen geführt wurde 😯

Oben angekommen gab es weiterhin keine Klarheit über die Wegführung und wir schlugen uns auf trailigen Pfaden durch den Wald, wobei es für meine Verhältnisse stellenweise immer noch üppig bergauf ging. Als ich einmal eine Pippi-Pause brauchte, witzelte Manfred, dass ich keine schwache Blase vortäuschen müßte, wenn ich nicht mehr könnte, tttzzzeee, Frechheit! 😆

Und wieder verlor sich der Weg im Nichts und wir liefen erneut durchs Unterholz zurück bis wir irgendwann auf einen Weg stießen, von dem wir vermuteten, dass es der „Gelbe“ sein müsse, was sich kurz darauf bestätigte und der uns zurück zum Parkplatz führte.

Während unseres ganzen Gegurkes durch die Stemweder Berge staunte ich über die spielerische Leichtigkeit mit der Manfred unterwegs ist. Behände und flink wuselt Manfred über die Trails, auch dort wo keine mehr sind. Da kann der asphaltverdorbene Flachländer nur ungelenk hinterher hecheln :mrgreen: Naja, ganz schlimm war es nicht und das Laufen in diesem Terrain hat wirklich irrsinnig viel Spaß gemacht 😀 Zumal ich nach langer Zeit mal wieder die FiveFingers an den Füßen hatte, die einfach ein perfektes Feedback über den Untergrund geben. Hätte ich allerdings im Vorfeld gewußt, wo wir da laufen, hätte ich die Trailvariante gewählt. Dann hätte ich auch auf zwei, drei kurzen, etwas matschigeren Passagen noch besser Anschluß halten können, aber es ging auch so.

Auf jeden Fall waren Manfred und ich uns einig, dass es mit etwas mehr Zeit sicherlich noch mehr Spaß macht sich diese „Berge“ zu erlaufen“, so man sich nicht auf die Markierungen verlassen muß. Die süddeutschen Seelen mögen schmunzeln, aber ich hätte nie vermutet, dass es diese Hügel hier gibt, die sich bis zu 150 m über das Umland erheben und erstaunliche Weitblicke ermöglichen, wenn wir auch den Aussichtspunkt mit Dümmerblick nicht gefunden haben.

Wir sind gerade mal gute 10 km gelaufen und Manfreds Laufuhr verkündete dabei nicht mehr als 130 HM, was ich kaum glauben mag, gefühlt habe ich schließlich an der steilsten Steigung die Eiger-Nordwand erklommen 😀 😀 😀

Wie auch immer. Nach all dem Hin und Her und Kreuz und Quer folgte noch ein üppiges Mahl im Haus Godewind und tolle Gespräche, die den Abend verfliegen und meine Nacht etwas kürzer werden ließen 🙂

Danke Manfred für dies gemeinsame Tour und den schönen Abend!

 

 

 

Variationen

Mein Run to the Schwiegermum ist ja inzwischen ein recht etablierte Geschichte. Etliche Male bin ich nun schon laufender Weise bei ihr aufgetaucht. Dabei habe ich reichlich Variationsmöglichkeiten. Länger, kürzer, dieseits oder jenseits der Hunte, langsamer, schneller, FiveFingers, Sandalen oder barfuß usw. usf. Eine weitere Variante habe ich heute hinzugefügt. Erstmals bin ich nicht zum Kaffeetrinken zu ihr gelaufen sondern zum Mittagessen. Krass, oder? 😆

Gestartet bin ich so ca. viertel vor Neun mit einem komischen Gefühl im Bauch. Bei einer Grillparty am Abend vorher ist mir irgendetwas nicht bekommen. Das hat mir schon den Grillabend etwas verleidet und auch die Nacht fühlte ich mich nicht sonderlich gut. Den Joghurt, den ich vor dem Start essen wollte, stellte ich wenigstens wieder in den Kühlschrank und beschränkte mich auf einen Pott Tee. Drum war ich auch skeptisch, ob der Lauf nach Berne überhaupt eine gute Idee wäre. Sicherheitshalber hatte ich deshalb den Haustürschlüssel eingesteckt um ggf. zu Beginn noch umdrehen zu können. Aber die Beschwerden verschwanden zum Glück nach einigen Kilometern. Wogegen Laufen doch nicht alles hilft 🙂

So beschränkte sich das einzige „Leid“ auf die plötzliche, ungewohnte Wärme und die leichte Schwüle in der Luft, die sich zum Nachmittag hin in Gewittern niederschlug. Ansonsten trabte ich im ruhigen Tempo dahin und konnte mir den Appetit für das anschließende Mittagessen holen. Ich war sogar noch vor Jens in Berne, der mit dem Auto ausgerechnet durch eine Lauf-Schwimm-Veranstaltung ausgebremst wurde, von der ich gar nichts wußte und unterwegs auch nichts gesehen hatte.

Durch einen kleinen Schlenker in Berne habe ich die 21 km (im Verhältnis 7,5 km Pies Sucios und 13,5 km barfuß) vollgemacht. Nach dem Essen wollte ich mich dann für fünf Minuten auf Schwiegermamas Sofa legen und bin dann erst nach eineinhalb Stunden wieder aus dem Tiefschlaf erwacht. Man kann aber auch nichts mehr ab 😆

Überreizt

Ein Experiment habe ich heute versucht und zwar erstmalig einen reinen Barfußlauf über große Teile meiner Standardrunde und noch ein Stück weiter bis in die Stadt. Meine bisher gelaufenen Barfußkilometer sind ja gewissermaßen nur eine halbe Wahrheit, habe ich die doch nahezu immer auf recht barfußfreundlichen Untergründen abgerissen. Deshalb wollte ich es heute mal wissen und bin von der Haustür aus los Richtung Bornhorst. Nach einem Kilometer wird da der Asphalt richtig schlecht. Verwittert, zigfach ausgebessert mit Teerflicken an Teerflicken, dazwischen viele Löcher, Risse und sich lösender Split ist da ein Wegstück von ca. einem Kilometer wahrlich kein Barfußgenuß. Umso erstaunter war ich wie ich da heute problemlos drübergelaufen bin. An ein paar kleinen Stellen bin ich zwar etwas über den Bruch getänzelt, ansonsten lief es sich aber unerwartet gut. Auch auf den folgenden paar Hundert Metern, auf denen der Asphalt so grob und rau ist, dass ich auch über Waschbetonplatten hätte joggen können. Danach gab es zur Belohnung dann erst einmal einen guten Kilometer feinen Feldweg bevor es auf die üblichen, recht gut laufbaren Kilometer durch die Bornhorster Wiesen und entlang der Hunte ging. Hier gibt es nur noch einmal ein zweihundert Meter langes Stück in Waschbetonplattenasphaltqualität. Als ich dieses passiert hatte, merkte ich aber, dass sich die Fußsohlen schon etwas mehr gefordert als üblich anfühlten.

Vergessen durfte ich zwischendurch nicht einen WhatsApp-Gruß an die mir bekannten Laufer beim Freundschaftslauf vom Lauftreff Olewig in Trier zu senden, die leider nicht so einen freundlichen Himmel genießen durften 😦11.05.19 01 Danach trabte ich den Hunteweg weiter bis zu seinem Ende am Klärwerk. Ab dort folgt ein frischgepflasterter Fußweg, eigentlich sehr barfußfreundlich, aber meine Fußsohlen waren in der Zwischenzeit so sehr gereizt, dass es keinen Spaß mehr machte. Als das Gefühl auch kurze Zeit später auf einem gut asphaltierten Radweg, der lediglich mit etwas Grünzeug von den Bäumen garniert war, nicht besser wurde, hatte ich mich deshalb nach 14 km entschieden die Pies Sucios anzuziehen. Obwohl die Fußsohlen absolut unversehrt waren, mochten sie einfach nicht mehr barfuß laufen.

Mit Sandalen an den Füßen machten die letzten gut sechs Kilometer durch die Stadt dann aber wieder Spaß und nachdem ich u. a. an der Spielstätte der EWE-Baskets und dem Neubau der Jugendherberge vorbeigelaufen war…

… zog es mich erstmalig laufend durch die ehemalige Donnerschwee-Kaserne, die in den letzten Jahren zu einem Wohnquartier umgebaut worden ist. Im Prinzip ist das fast fertige Ariel ganz nett geworden, es wirkt nur alles etwas leblos. Origniell finde ich, dass auch ehemalige Fahrzeughallen zu Wohngebäuden umgebaut wurden. Was mich hingegen stört ist das Konzept, dass es in dem ganzen Bereich keine öffentlichen Parkplätze gibt. Zu jeder Wohnung gehören zwei Stellplätze, wer die selber braucht und Besuch bekommt hat eben Pech gehabt, oder eben der Besuch, oder eben die Anwohner der Straßen drumherum. Grundsätzlich habe ich ja gar nichts gegen die Beschränkung des Individualverkehr, aber so geht die Sachen an den Realitäten vorbei, vorallem wenn keine (Nahverkehrs-)Alternativen aufgezeigt werden. Mir soll es egal sein, ich wohne da nicht und als Läufer hat man dort seine Ruhe …

… bis ich zu den komplett neubebauten Flächen kam, dort herrschte ein Verkehr wie vor Gesche ihr Bett, wie man hier etwas anzüglich zu bemerken pflegt 😀 Wahrscheinlich weil dort alles rumjuckelt, was auf dem benachbarten Areal keinen Parkplatz findet 😆 Wie gesagt, mir soll es wurscht sein und drum komme ich zu …

… meinem Fazit für diesen Lauf: Das Experiment ist (noch) nicht komplett geglückt. Der Weg ein kompletter Barfußläufer zu werden ist noch ein langer. Mal schauen, ob ich den jemals wirklich zu Ende gehen bzw. laufen werde 🙂

Gewappnet

Vor ein paar Wochen auf`m Utiek, noch zu der Zeit, wo es zu unseren Läufen dort noch dunkel war. Da hatte es einmal kräftig geregnet und ich war mit meinen Lieblingslatschen unterwegs. Alles tutti so lange ich auf den schottrig, steinigen Wegen lief. Aber wo sich sandige Pfade und Gras am Regen labten, zeigten meine Pies Sucios Simna Ultra eine bis dato unbekannte Schwäche: Null Grip auf Gras und Gatsch. Na ja, wo soll der auch herkommen, bei der wenigen Millimeter dicken Sohle, dessen Profil sich in feinen Gitterlinien erschöpft?

Aber ein Hersteller von Lauffußbekleidung wäre kein Hersteller von Lauffußbekleidung hätte er nicht auch für solch widrige Verhältnisse die passende Alternative in seinem Portefolio. So auch Pies Sucios, die ihr Produkt für alle Fälle „Stone“ nennen. Da es in Norddeutschland gelegentlich immer mal wieder zu Regen kommen kann, mußte ich deshalb diese Trailsandale mein Eigen nennen.

Zwischenzeitlich habe ich die „Stones“ schon zweimal am Utkiek ausgeführt. Geregnet hatte es dabei allerdings nicht. So steht die Bewährungsprobe bezüglich der Bodenhaftung auf nassem Gras und Matsch noch aus. Allerdings haben die Stones mit ihrer stabilen Sohle einen weiteren Vorteil, mit ihnen kann man über die steinigen Wege wetzen ohne etwas von dem Geraffel auf den Wegen zu spüren.

Der direkt Vergleich mit den Simna Ultras macht deutlich warum: Die Sohle ist nahezu brachial dick und stabil. Mit denen braucht man keinen Steinen auf den Wegen auszuweichen.

Trotzdem sitzen die „Stones “ nicht anders als die viel zierlicheren Simna Ultras an den Füßen. Von dem Mehr an Material und Stabilität merkt man nichts, weil es auch keine höhere Belastung durch die Halteriemen und den Zehentrenner gibt, was mich echt erstaunt. Mit Dämpfung hat die feste Sohle auch nichts am Hut. Diese Teile taugen mit Sicherheit für viel mehr als den Utkiek und es reizt mich heute schon mit ihnen z. B. einmal den Hermannslauf zu bestreiten.

Ich bin also nun auch in Sachen Sandale für alle Fälle gewappnet. Naja, der Regentest steht noch aus, aber das steinchensammelnde Profil läßt auch für diese Umstände hoffen … 😀

Ungültig

So eine Ungeheuerlichkeit! Das lasse ich mir von so einer schnöseligen Laufuhr doch nicht sagen. Frechheit, was sich dieses ungehobelte Ding herausgenommen hat!

Da laufe ich den ersten entspannten Lockerungslauf nach meinem Selfmade-Marathon vom Samstag, beende diesen Lauf frisch, fröhlich, frei und drücke dann bei der Laufuhr auf Speichern. Und was macht dieses Mistvieh? Es hängt sich auf und schaltet sich ab. Nach dem Neustart will ich den Lauf aufrufen und was steht da?:

06.05.19 01

UNGÜLTIG! Das ist ja wohl unglaublich. Als wenn dieser Möchtegernlaufcomputer darüber zu bestimmen hat, ob mein Lauf gültig ist oder nicht. Der kann sich freuen, dass ich ihn in dem Moment nicht aus dem Fenster geschmissen habe. Ok, dass mag daran gelegen haben, dass da gerade weit und breit kein Fenster war.

Aber nicht mit mir! Ich bin ja clever! Ich hatte nämlich schon beim Abstoppen der Uhr geschaut, was draufstand, nämlich 10,2 km! Basta! Nix ungültig. 10.200 m! Jeder einzelne davon ehrlich im Schweiße meines Angesichts erlaufen! Naja, ok, so viel Schweiß war da nicht, war ja wieder a…kalt.

Nicht auszudenken wenn ich diese Zahl nicht noch rechtzeitig aufgeschnappt hätte. Meine ganze Jahresstatistik wäre dadurch unbrauchbar, ja UNGÜLTIG geworden! Oder wie wäre ich erst Amok gelaufen wenn die Uhr diese Nummer zum Ende des samstäglichen Marathon mit mir abgezogen hätte! Grauenhaft, welch entsetzliche Vorstellung, ein Albtraum! Puh, was bin ich froh, dass das gerade so eben, um Haaresbreite noch einmal gutgegangen ist.

Und jetzt kommt ja nicht damit um die Ecke, dass ich übertreibe! Die statistische Erfassung eines jeden einzelnen Laufs, ja jedes einzelnen Laufmeters ist eine wirklich ernste Sache. Da kann nicht mal eben ein Lauf fehlen, dann könnte ich es gleich ganz lassen. Schlimm genug, dass die Durchschnittspace fehlt! Von diesem Schock muß ich mich erst einmal erholen!

😆  😆  😆

 

Ich hatte Zeit und ich hatte Lust

04.05.19 21Deshalb sollte es heute ein etwas längerer Törn werden. Allerdings versprachen die Wetteraussichten nichts Gutes, auch hatte ich gelinde Zweifel bezüglich der Länge, die ich mir vorgenommen hatte. Kalt sollte es sein und immer wieder schauern und graupeln. Der Wetterkartencheck sah aber gar nicht mal schlecht aus. Das Regenradar versprach, dass der kräftige Nordwestwind von der Nordsee her nur noch einen Schauer bringen sollte. Danach war nichts mehr zu sehen. Es sollte sich bewahrheiten! Also auf ging`s, kurz vor Mittag bei gerade mal 8°. Die Luft aber war genial, zwar kalt aber glasklar.

Ich umkurvte zu erst den Großen Bornhorster See …

 … und danach den Kleinen Bornhorster See. Hier erwischte mich der auf dem Regenradar sichtbare Schauer, es war ein Graupelschauer und es wurde mit stürmischen Windböen eiskalt. Da war ich froh, dass ich die Handschuhe in den Rucksack gesteckt hatte, die nun erst einmal zum Einsatz kamen.

Dann ging es weiter Richtung Wahnbek, über die Autobahnbrück der A 29, die vor einigen Jahren einmal traurige Berühmtheit erlangt hatte. Bei dem Bilderbuchwetter, dem Himmel und der Landschaft mochte ich an diese düstere Tat allerdings nicht lange denken.

Schnell hatte ich das dann auch wieder vergessen, lief weiter über flauschige Sandwege und nervige Schotterpisten Richtung Gellener Moor und gönnte mir ein erstes kurzes Päuschen.

Weiter führte mich die Reise nach Fuchsberg, zu einem der Melkhüser, die es hier in der Region gibt. Nach 20 km konnte ich nicht widerstehen und lies mir ein Stück Rhabarber-Baiser-Kuchen und eine große Tasse Tee schmecken. Neben Wasser meine einzige Verpflegung auf diesem Lauf.

So gestärkt trabte ich weiter Richtung Butteldorf um von dort aus wieder Kurs Richtung Oldenburg zu nehmen. Damit wurde dann auch die Laufstrecke wieder so langsam alltäglich vertraut.

Bei dem kräfitgem Wind, der zum Glück mehr von der Seite als von vorne kam, lief ich den Weg entlang der Hunte unter der Huntebrücke durch bis zu seinem Ende beim Klärwerk, bog dann auf ruhige Nebenstrecken ab um so allmählich wieder dem trauten Heim zuzustreben. Nicht aber ohne vorher noch beim Bäcker die Brötchen für das morgige Sonntagsfrühstück gekauft zu haben, justemang bevor er zugemacht hatte. Schlußendlich mußte ich noch ein paar Schlaufen einbauen um die Strecke vollzukriegen, die ich mir in den Kopf gesetzt hatte. Das hatte dann auch geklappt und nach 42,4 km beendete ich den Lauf und somit zum zweiten Mal in meinem Läuferleben einen Marathon ganz für mich alleine.

Bester Laune und mit noch nicht einmal gestreßten Beinen konnte ich diesen Lauf abschließen. Es hätte sogar noch weitergehen können, aber ich war ja nun schon lang genug unterwegs gewesen. Die Durchschnittspace von 6:27 ist nämlich nur die halbe Wahrheit, da ich jede Laufpause abgestoppt hatte. Wenn man nämlich zwischendurch Tee- und Kuchenpause macht, hier fotografiert, da fotografiert, Sandalen immer mal wieder an- und auszieht und zu guter Letzt auch noch beim Bäcker einkaufen geht, braucht man schon verdammt lange 😀

28,2 km war ich in den Pies Sucios und 14,2 km barfuß unterwegs. Ich will es nicht verhehlen, dass war eine absolut geile Sache heute 😎 Zumal ich in diesem Jahr erst einen einzigen Lauf von 30 km gemacht hatte. Bei so einem frischen Wetter wie heute, bei dem ich nicht ins Kochen gerate, kann ich offensichtlich laufen, laufen, laufen, genial!04.05.19 25

Flip Flip Hurra

Ich komme ja immer noch nicht ganz rum: Barfuß auf meiner Hausrunde. Zu schrottig für meine zarten Füße ist der Asphalt auf den ersten Kilometern 😛 Wenn es Zeit ist die Treter abzustreichen wandern diese wahlweise in den Laufrucksack, in die Hecktaschen vom Bike-Shirt oder hinten in den Hosenbund (Sandalen). Wenn man aber den Flipbelt dabei hat, kann man die Sandalen daran festklipsen. Sehr praktisch vor allem dann wenn man weder Rucksack noch Bike-Shirt trägt und die Sandale regennaß ist, wie am vergangenen Samstag. Die Sandalen wiegen ja kaum mehr als ein Standardbrief und deshalb merkt man die, auf diese Weise transportiert, gar nicht 😀 Paßte also auf den 14,2 Barfußkilometern der 18 km-Gesamtstrecke, auf der es ausgesprochen frisch war. Richtiger Regen wartete aber freundlicher Weise bis ich wieder zuhause war.

Heute hatte er aber nicht gewartet, kalt war es auch, und so kamen an einem 29. April noch einmal die gelbe Jacke, Mütze und Handschuhe zum Einsatz.

Aber think pink: Immerhin kein Schnee und knappe 16 km hübschen ein vorletztes Mal die Aprilstatistik auf 😆

Der letzte Kilometer

Einmal wollte ich es mir noch geben, ein letztes Mal wollte ich in „normalen“ oder „klassischen“ oder „wie auch immer ich sie nennen soll“ -Laufschuhen laufen. Das letzte Mal, dass ich solche getragen habe, ist gute eineinhalb Jahre her. Exakt war es am 24.09.2017 zum Berlin-Marathon. Damals waren es die schon etwas weniger gedämpften Mizuno Wave Sayonara.

Für die heutige Abschiedstour habe ich aus meinem noch vollständig vorhandenen Fundus aber den extremsten Schuh dieser für mich vergangenen Ära ausgewählt, den absoluten Dämpfungsoverkill names Hoka One One oder wie auch immer das Ding noch genau heißt.

So zog ich als erstes Socken an um danach die Hokas über die entwöhnten Füße zu stülpen und loszutraben. Die Hokas waren damals schon krass, aber wie krass sie wirklich sind, erlebe ich heute ab dem ersten Laufschritt in diesen Dampfern. Wie auf schwabbeligen Gelkissen laufend, versuchen die Füße hilflos irgendwie den Untergrund zu erspüren und auf selbigen Halt zu finden, vergebenlich. Wer auch immer das Wort Dämpfung erfunden hat, hier erfährt es seine tiefste Wahrheit. Sie merken, sie merken nichts. Die kurze Vorstellung meine Füße könnten sich über den plötzlichen, unerwarteten Komfort freuen, verpufft auf den ersten 100 Metern. Nicht nur das völlig vom Untergrund entkoppelte Laufgefühl ist befremdlich, sondern auch der Platz in den Schuhen bzw. der nicht vorhandene Platz. Meine Zehen fühlen sich eingeengt und die Fußaußenkanten drücken gegen die Schuhflanken. Da ich mich an so ein Engegefühl zur „damaligen'“ Zeit nicht erinnern kann, steht wohl zu vermuten, dass meine Füße ihre inzwischen gar nicht mehr so neue Freiheit dazu genutzt haben, um sich breit zu machen 🙂

Immerhin rolle ich auf diesem finalen Lauf auch in den Hokas nicht mehr über die Ferse ab. Das ich das früher nicht getan habe, zeigt das Verschleißbild der Sohle nach ca. 500 km auf dem Hoka-Tacho deutlich.

Auf nur gut einem letzten Kilometer habe ich mir diesen „Abschiedsspaß“ gegönnt. Danach kam nur noch das folgende Fotoposing im Vergleich zu barfuß und den Pies Sucios.

Den einen Kilometer zurück zum Auto bin ich dann schon wieder barfuß gelaufen. Die Sandalen befanden sich da im Laufruck und die gefühlt tonnenschweren Hokas in der Hand. Die Klötze passen nicht mal so eben ins Heckabteil. Der Barfußkilometer fühlte sich dann wieder gut und richtig an und mein „normal-/klassisches“ Laufschuharsenal wird nun nur noch einen finalen Weg antreten: Den in den Altkleidercontainer.

Ich denke, ich habe im Grundsatz meinen Weg gefunden. Bei der Gelegenheit betone ich noch einmal ausdrücklich, dass ICH MEINEN Weg gefunden habe. Ich möchte mit diesem Post definitiv nicht den Eindruck vermitteln, dass ich jetzt die Weisheit mit Löffeln gefressen habe und dieser Weg der alleinseelig machende Königsweg ist. Für mich hat es sich aber gelohnt mich auf diesen Weg zu machen, der bei weitem noch nicht zu Ende ist und auf dessen weiteren Verlauf ich mich sehr freue und sehr gespannt bin.

Bilderbuchtage

Läuferisch ist Ostern für mich schon wieder gelaufen. Mit dem Etappenlauf vom Karfreitag und den beiden Läufen am gestrigen Ostersonntag und dem heutigen Ostermontag kamen exakt 50 km zusammen. Dabei zeigten sich die ganzen Ostertage von ihrer allerbesten Seite, ein Frühlingstraum wie er im Buche steht. Da ich die beiden letzten Läufe vormittags gelaufen bin, durfte ich dazu auch noch eine fantastische Frische genießen.

Beim gestrigen Lauf zeigten die Pies Sucios ihre praktische Seite: Zack, von den Füßen, zack, selbige in den Kleinen Bornhorster See getaucht und danach, zack, wieder dran an den Füßen. Kein lästiges Abtrocknen und kein lästiges Socken über feuchte Füße ziehen 😎

Auch der Ostermontag stand unter Frühlingsgenußlaufmotto. Es grünt und blüht an jeder Ecke. Die Farben der Natur leuchten und strahlen mit dem blauen Himmel um die Wette. Die Bornhorster Wiesen fallen langsam wieder trocken und bald wird dort statt Wasser wieder sattes Grün zu sehen sein.

Ich kann gar nicht so viel laufen um mich an alledem sattzusehen. Aber die Woche über soll das Traumwetterchen ja noch anhalten bevor es dann auch hoffentlich mal wieder ausgiebig regnet, damit die Pracht sich auch weiter entfalten kann.

Furioses Finale

Etwas gedauert hat es mit der Schlußetappe unserer Winterlaufserie von Oldenburg in das niederländische Bourtange. Terminschwierigkeiten sorgten dafür, dass die finale Etappe dem Winter gen Frühling entrückte. So richtig böse war keiner von uns darum, waren die Wetterbedingungen der ersten vier Etappen teilweise doch mehr so semioptimal 😀

Wer die Wetterkapriolen und überhaupt den gesamten Streckenverlauf noch einmal nachlesen möchte, bitte sehr: Hier die Links zu Nummero Eins, Zwei, Drei und Vier 😀

Nun aber zum späten Ende dieses Etappenlaufwinters am heutigen Karfreitag. Tja, und was soll ich sagen: Ein Wetterchen vom Feinsten, knalliger Sonnenschein, muckelig warme Temperatur und sacht von hinten schiebender Ostwind entschädigten für so manchen abgesoffenen Kilometer in den vergangenen Wintermonaten.

Start nach dem obligatorischen Startgruppenfoto war, wie immer, das Ziel der vorherigen Etappe, in diesem Fall Neulehe im tiefsten Emsland. Mit dabei diesmal: Antje, Kerstin, Sylke, Axel, Ralf, Stephan und ich.

Der Landkreis Emsland ist einer der größten Landkreise der Republik, dass merken wir, gefühlt nimmt dieser Landkreis nämlich kein Ende. Doch wir arbeiten uns gnadenlos zur holländischen Grenze vor und überqueren dabei den Dortmund-Ems-Kanal, die Ems und die Emsland-Autobahn A 31.

So hat jeder noch so große Landkreis einmal ein Ende und wir erreichen nach ca. 20 km die niederländische Grenze. Kurz zuvor trennte sich unsere Gruppe. Knieprobleme zwangen Axel zum Gehen und Kerstin und Sylke begleiteten ihn, während wir Übrigen im berühmt, berüchtigten ruhigen Tempo weiterliefen. Kurz vor Burtange wechselten wir von der Straße noch auf einen schmalen Wanderweg und boten so den Wanderern auf direkten Weg noch vor uns in der  Festung Bourtange einzutreffen, die wir nach 24,4 km erreichten.

Nach dem Umziehen gab es zur Feier des Abschlußes des Winteretappenlaufs Stephans berühmten, sauleckeren Zirbenschnaps, der allerdings nach langem Lauf unter knalliger Sonne doch etwas zu Kopf stieg 😆 Danach enterten wir in der Festung das erst beste Café und füllten die leeren Engergiespeicher traditonell mit Kuchen auf 🙂

So gestärkt erkundeten wir noch die idyllische Festung und nach dem Schlußgruppenfoto mit Kanone …

… ging es dann wieder eine gute Stunde zurück in heimatliche Gefilde. Fazit: Die Schlußwinteretappe (gezwungener Maßen) in den Frühling zu verlegen war ein voller Erfolg. Ungewohnte 23° C waren schon fast zuviel des Guten, schließlich ist noch niemand von uns an diese Temperatur akklimatisiert. Aber bei Sonne lacht einfach das Herz und die Strecke war auch die reizvollste aller fünf Etappen. Die Festung Bourtange als Schlußziel war ein schöner Höhepunkt. Besser hätte es heute nicht laufen können, von Axels Knieproblem einmal abgesehen.

Unserer besonderer Dank gilt wieder einmal Ralf für die Idee, die Planung und die Umsetzung des dritten Winteretappenlaufs in Serie!

Ausnahmezustand

… an diesem Wochenende mal wieder im Hause Deko-Stührmann/Deichläufer. Der Frühling wollte präsentiert werden und da ließ sich das Wetter natürlich auch nicht lumpen 😀

Schau(d)erhaft kalt war es am Samstag und am Vormittag graupelte und schneite es vor sich hin. Zum Beginn unserer Ausstellung wurde es dann aber zum Glück trocken und so konnten Freunde, Familie und Kollegen trockenen Fußes unser Heim entern um sich doch einwenig frühlingsinspirieren zu lassen.

Ein paar Impressionen auch hier. Außen:

Und drinnen:

Sprüche:

Das Laufen steht an diesem Wochenende logischer Weise zurück. Am Sonntagmorgen gelang vor dem Frühstück aber immerhin ein überraschend zügiger Lauf über gute 10 km zu den Bornhorster Seen. Strahlend sonnig war es, aber auch a…kalt. Trotzdem sah ich am Kleinen Bornhorster See wie gerade eine junge Frau den Fluten entstieg, brrrrr.

Warten

… muß weiterhin das Erkunden weiterer Laufstrecken in Berlin. Obwohl ich eine ganze Woche in der Stadt war, reichte die Zeit nach dem schönen, sonntäglichen Bloggertreffen-Lauf in Zehlendorf mal wieder nicht für die schon langgeplanten, längeren Läufe durch die Grüngürtel der Stadt.

Somit ging es heute nur noch auf einen kurzen Lauf übers Tempelhofer Feld, quasi meine „Hunterunde“ in Berlin 🙂 Kalt ist es geworden, die klare Luft war aber fantastisch und in der Frische machte es Spaß die leider nur 7,3 km etwas zügiger anzugehen, immerhin mal eine 5:33.

 

Und beim nächsten Mal klappt es dann aber bestimmt mit dem Erlaufen der Wuhlheide und Co. 😀

Treffpunkt B

Anne lebt in Berlin, Karin und Rainer sind zu Besuch bei Anne und icke bin auch gerade in der Stadt. Diese Konstellation darf natürlich nicht ungenutzt bleiben und deshalb schäle ich mich auf einem Sonntag schon um 7:00 Uhr aus dem Bett um mich kurze Zeit später nach Zehlendort aufzumachen. In Annes Heimstatt treffe ich die Drei und kurze Zeit später machen uns auch schon auf. Anne befindet sich nach schwerer Erkältung noch auf dem Wege der Besserung und zeigt uns auf einem kurzen Spaziergang den etwas versteckten Einstieg in ihre Laufrunde und läßt Karin, Rainer und mich dann auf diese ziehen. Ab geht es zur Krummen Lanke und anschließend weiter zum Schlachtensee. Hier verabschiedet sich Karin und läuft noch etwas für sich.

Rainer und ich umkurven den Schlachtensee auf der sonnigen Seite als Rainer den Wunsch verspürt noch den nahen Wannsee anzusteuern. Klar, dass wir den dann auch noch mitgenommen haben.

Anfänglich noch kühl lacht uns die ganze Zeit die Sonne und auf den Wegen sind schon massenhaft Spaziergänger, Walker und Läufer unterwegs. Zurück vom Wannsee geht es auf der jeweils anderen Seite von Schlachtensee und Krumme Lanke zur Anne. Rainer ist dann nach exakt 15 km zurück an Annes Haustür und ich nach 14,4 km. Eine krasse Abweichung zwischen Garmin und Suunto. Solche Nebensächlichkeiten sind aber beim anschließenden Frühstück, das Anne in der Zwischenzeit gezaubert hat, schnell vergessen. Nach 15 km muß man sich schließlich ausgiebig stärken und viel zu erzählen gibt es natürlich auch, wenn sich Berlin, Trier und Oldenburg sich am erstgenannten Ort treffen 😎

Das war ein cooles Treffen und das genialste ist, dass wir uns die Tage noch wiedersehen. Ich freue mich darauf!

 

Slipers

Achtung, dat Ding is lang!

Venlo 2019, mein erster Verstoß gegen meine Absicht dieses Jahr keine Wettläufe absolivieren zu wollen. Aber die Utkiek-Truppe lag mir schon so lange in den Ohren, dass der Venloop ein Muss ist, dass ich mich zu einer Anmeldung hatte überreden lassen 🙂 Und ein Halbmarathon geht schließlich immer, wenn bei mir auch nicht oft. Die letzten halbwegs ernsthaft gelaufenen waren im Oktober 2014 der Kaiserlauf im schönen Salzkammergut und der JVA-Marathon. Danach kam nur noch der Ahrathon, der allerdings beabsichtigeter Weise eher in Weinseligkeit versank 🙂

Nun also Venlo. Das niederländische 100.000 Einwohner-Städtchen an der Maas macht einen riesigen Aufriss um den Halbmarathon, den 10er, den 5er und die Bambini-Läufe am Sonntag und die Wanderungen von 7,5 bis 40 km am Samstag. Alle Disziplinen zusammengerechnet sollen 24.000 Teilnehmer dabeigewesen sein, gigantisch.

Gigantisch auch der Trubel in der Stadt. Es herrschte Volksfeststimmung und die Stadt quoll über vor Menschen. Aber was soziophobe Menschen zum Therapeuten treibt und mir am Samstag, als wir Marion und Sylke zum Ende ihrer 30 km-Wanderung ins Ziel geklatscht hatten, teilweise fürchterlich auf den S…, Verzeihung auf die Nerven ging, sollte ich am Sonntag noch genießen.

Zurück zum Halbmarathon: Meine heimliche Hoffnung als bescheidenes Ziel mal wenigstens unter 2 Stunden zu bleiben habe ich gleich wieder begraben, nachdem 2019 für mich mental sehr schwierig gestartet war und ich mich deshalb nicht noch mit irgendeiner Art von Tempotraining belasten wollte. So war mir von vornherein klar, dass bei diesem Halbmarathon tempomäßig kein Blumentopf zu gewinnen war. Deshalb habe ich mir gedacht, dass ich dann doch etwas experimentieren könnte, mit den Pies Sucios und auch barfuß. Angepeilt hatte ich dabei nicht mehr als eine Zielzeit 2:15 Stunden.

Der Halbmarathon startete erst um 14:00 Uhr, da blieb vorher noch viel Zeit in der Stadt noch Tee und Kaffee zu trinken. Jens, der mich zu meiner großen Freude begleitet hat, und ich setzten uns vom Rest der Truppe ab, setzten uns vor ein Café und ließen uns an dem sehr frischen Vormittag von der Sonne bescheinen. Um 12:00 startete der 10 km-Lauf und es dauerte eine gute Viertelstunde bis kurz nach dem Start das gesamte Teilnehmerfeld auf Sichtweite zum Café an uns vorbeigelaufen war, wie gesagt gigantisch. Auf dem Weg zum meinem eigenen Start verweilten Jens und ich noch etwas an der Strecke, verpaßten allerdings Freya, sahen dafür aber einen Barfußläufer.

Orga-mäßig haben die Venloer ihr Mega-Event voll im Griff. Im Vorfeld ist alles super gelaufen und am Lauftag klappte von der Taschenabgabe bis zur Startaufstellung alles wie am Schnürchen. Als um 14:00 der Start erfolgte, dauerte es sage und schreibe eine Viertelstunde bis ich die Startlinie überqueren konnte, gigantisch!

Und damit bin ich nun endlich beim „Rennen“ selber. Zu meiner großen Überraschung konnte ich ab der Startlinie frei laufen und der erste Kilometer durch die Innenstadt verlief mit einer 5 vor dem Doppelpunkt schon ebenso überraschend flott. Ich lief die ersten Kilometer noch mit meinem Wegwerf-Shirt, da es mir anfänglich einfach noch zu frisch war. Nach Kilometer 4 erst legte ich es am Wegesrand ab, die Venloer mögen mir die späte Entsorgung nachsehen. Für mich lief es easy und ich war flotter unterwegs als ich mir vorgenommen hatte. Nur vier der 21 km hatten eine 6 vorne stehen und als ich bei einem abgepiepsten Kilometer etwas von 5:37 laß, entfuhr mir ein überraschtes „Fuck“, was meinen Nebenmann veranlaßte mich zu fragen, ob alles in Ordnung sei 😆

Was Venlo wirklich einzigartig macht ist die Stimmung an der Strecke. Immer wieder sind ganze Straßenzüge geschmückt, überall wird Musik gespielt, live und aus großen Anlagen, und es sind unglaublich viele Menschen an nahezu der gesamten Strecke, die dort Party machen und anfeuern.

Meine grobe Planung war es die ersten 11 Kilometer in den Pies Sucios und die letzten 10 km barfuß zu laufen. Weil es aber so gut lief, verschob ich das Ausziehen der Sandalen immer weiter nach hinten, zumal auch die Qualität einiger Straßendecken für mein Barfußauge etwas zu wünschen übrig ließ. Aber alleine schon mit den Sandalen war ich der Hingucker. Immer wieder schrien Zuschauer auf, wenn sie mich sahen und ich hörte immer wieder der läuft in „Slipers“. Immer wieder wurde auch mein Name gerufen. Auch aus dem Läuferfeld gab es Interesse von „Guck mal, der läuft in Badelatschen“ über „Haben die denn noch etwas Dämpfung“ bis hin zu Respektbekunden war alles dabei.

Viereinhalb Kilometer vor dem Ziel hatte ich die Sandalen dann in den Hosenbund gesteckt und bin barfuß weitergelaufen. Leider folgte kurz darauf noch einmal richtig schlechter Asphalt, aber ich konnte trotzdem mit Ach und Krach mein Tempo halten. Ein Läufer mit ein paar Pfunden zuviel auf den Rippen, der es auf der ganzen Strecke offensichtlich nicht verknusen konnte, wenn ich ihn in den Sandalen überholte und dann immer wieder anzog, ließ mich barfuß entgültig ziehen und kundete mir sogar Respekt. Für die Zuschauer war ich nun noch mehr der Hingucker, wobei ich die Bemerkungen auf niederländisch leider nicht verstanden hatte 🙂 Auf dem letzten Kilometer ging es zurück in die Fußgängerzone. Ab hier glich die Strecke einem Hexenkessel. Noch nie habe ich soviel dröhnende Musik erlebt und noch nie ein so frenetisches Publikum gesehen. Auf den angenehm zu laufenden Pflastersteinen konnte ich noch einmal richtig aufdrehen und war nur noch am überholen. Eine Läuferin sagte zu ihrer Partnerin völlig entgeistert „Der überholt uns barfuß“ und auch die Zuschauer wurden immer wieder auf meine baren Füße aufmerksam und ständig wurde mir etwas zu- oder mein Name gerufen. Ich kann nur sagen, wer in Sandalen oder barfuß läuft, ist in Venlo so eine richtige Rampensau und sticht jeden Läufer in Verkleidung locker aus 😆

Aber nun, episch langes Geschreibsel, kurzes Ergebnis: Nach 2:04:17 Stunden lief ich über die Ziellinie und konnte überraschend unter 6er-Schnitt bleiben. Das absolut Genialste aber war, dass es in den Sandalen und barfuß einfach rund lief und ich die ganze Strecke entspannt und ohne Ansprengung laufen konnte. So konnte ich mir treu bleiben, mir macht es eben am meisten Spaß wenn ich mich nicht quälen muß und in meiner Komfortzone bleiben kann 😛 Und Spaß hat mir dieser Halbmarathon gemacht, defintiv!

Ich ließ mir von einem Herrn im schwarzen Anzug und mit Fliege die Finishermedaille umhängen und nachdem wir uns alle wieder versammelt hatten, blieb noch ein Teil unserer Truppe bis die allerletzten Läufer ins Ziel kamen. Ganz großes Kino: Bei immer noch viel Publikum und mit Polizeimotorrädern mit Blaulicht und Sirene als Eskorte liefen die letzten beiden Läufer ins Ziel. Gigantisch!

Fazit: Es ist wirklich gigantisch was diese vergleichsweise kleine Stadt da für ein Läuferevent auf die Beine stellt, sowohl das Organisatorische auf der einen Seite als auch die Beteiligung der Bevölkerung auf der anderen Seite. Die vielen Menschen auf und neben der Strecke und den ganzen Trubel muß man dabei allerdings mögen. Aber warum nicht mal? Meine Ruhe habe ich ab sofort wieder an der Hunte.

Was ich aber wirklich nicht gedacht hätte ist, dass das Laufen in den Sandalen und barfuß (immer noch) so viel Aufmerksamkeit erregt. Auch das muß man mögen 😀

Glückwunsch auch an die gesamte Oldenburger Gang, die alle gut ins Ziel gekommen sind, ob wandern oder laufend. Es war mir ein Fest! 🙂

Kitzelig

Mein (Lauf-)Leben ist wirklich reich an Anekdoten geworden seitdem ich viel barfuß unterwegs bin. Die neuste Anekdote heute: Ich trabe an der Hunte entlang und von hinten überholt mich im Schneckentempo ein Fahrradfahrer und ich ahnte schon, dass es zu einer Ansprache kommt. Ein etwas skurriler Typ mit Seehundschnäuzer, witziger Mütze auf einem viel zu kleinen Fahrrad sprach mich an, ob ich denn überhaupt noch kitzelig unter den Füßen bin, schließlich müßte ich doch eine ganz dicke Hornhaut haben 😀

Ich konnte ihn aufklären, dass die Füße durch die Barfußlauferei nichts von ihrer Empfindsamkeit einbüßen. Wenn auch ich schon lange nicht mehr an den Füßen gekitzelt worden bin, vermute ich doch das sich auch daran nichts geändert hat 😆 Auch in Bezug auf die weit verbreitete Meinung, dass sich vermehrt Hornhaut bildet, konnte ich ihm erzählen, dass sich diese durchs Barfußgehen und -laufen reduziert, dafür aber die Haut der Sohle erheblich widerstandsfähiger wird.

Der gute Mann bedankte sich für die Informationen, wünschte mir noch einen schönen Tag und radelte langsam von dannen. Ich schmunzelte noch eine Zeit lang über diese ungewöhnliche Frage. Witzig, auf was die Leute alles kommen, aber über solche Anekdoten freue ich mich und Freundlichkeit kommt sowieso immer an 🙂

 

Mit Besuch auf Besuch

Heimo weilt im hohen Norden und viel zu lange ist es schon her, dass wir unsere letzte gemeinsame Runde drehen konnten. Da konnte ich seiner Anfrage auf einen gemeinsamen dreistündigen Lauf im Rahmen seiner Hamburg-Marathon-Vorbereitung natürlich nicht widerstehen. Zumal Heimo noch den Zusatz „ohne Tempo“ angefügt hat und ohne Tempo kann ich einfach gut 😆

Von mir kam daraufhin der Vorschlag von Oldenburg zu meiner weltbesten Schwiegermama nach Berne zu laufen und da Heimo One-Way-Strecken liebt, war er sofort einverstanden. So trabten wir gestern mittag los um pünktlich zur Tea-Time bei Adele einzutrudeln.

Klare, frische Luft und ein knatschblauer Himmel begleiteten uns auf der Strecke südlich der Hunte. Der reichliche Sonnenschein und ein kaum merklicher Rückenwind ließen es auf dem gesamten Törn aber wärmer erscheinen als es wirklich war. Wir hatten uns viel zu erzählen, schönes und weniger schönes, und Kilometer um Kilometer zogen dahin.

Zwischendurch lief ich auf zuerst flauschig sandigen, im weiteren Verlauf etwas pieksig, schottrigen Feldwegen für gut fünf Kilometer barfuß. Wir machten einen kurzen Abstecher zur über 800 Jahre alten St. Dionysius Kirche in Holle, die als eines der wenigen Bauwerke am Rande der Wesermarsch auf einer Warft steht. Wir bauten noch einen Umweg über Dreisielen ein und beendeten den Lauf direkt vor der großen Berner Kirche.

Gute 26 km hatten wir zurückgelegt und dabei die Drei-Stunden-Vorgabe mit 2:45 Stunden nicht ganz eingehalten, aber das darf man alles nicht so verbissen sehen. Dafür war der Lauf einfach nur schön und sehr kurzweilig. Der nächste gemeinsame Trip wird sich wohl erst wieder im August ergeben. Ich freue mich schon sehr darauf.

Ich bin nicht allein

Gestern war mal ein ausgesprochen netter Frühlingstag, sonnig und mild. Bei so einem feinen Wetterchen sieht man nach dem langen, dunklen Winter auch mal wieder Nachbarn. So kam es am Nachmittag zu einem kleinen Schnack mit Nachbarn auf der Straße. Und während wir da so redeten, hielt plötzlich ein Fahrradfahrer mit seiner kleinen Tochter im Kinderanhänger neben uns und sprach mich an : „Du bist doch Volker Dank, ich kenne Dich von Deinem Blog“ Hach, ich bin berühmt, die Leute kennen mich aus dem Internet, faszinierend, ich fühlte mich gebauchpinselt. „Interessant auch, dass Du barfuß läufst“ fuhr er fort und erst da fiel mir auf, dass auch er barfuß war. Und nicht nur das, er läuft auch barfuß und ist sogar im Herbst den Oldenburg Marathon barfuß mitgelaufen. Das nötigte mir großen Respekt ab, nicht nur aufgrund der Distanz als solchen, sondern auch weil der Oldenburg Marathon kein reiner Straßenmarathon ist und sogar geschotterte Passagen enthält.

Johannes, so stellte er sich mir inzwischen vor, läuft seit 2012 barfuß und ist dann irgendwann dazu übergegangen auch im Alltag auf Schuhe zu verzichten. Das wirklich Kuriose allerdings ist, dass Johannes gerade mal ca. 300 m Luftlinie von mir entfernt wohnt. Im letzten Herbst hatte ich  dort mal aus dem Auto heraus einen Barfüsser mit Kinderwagen gesehen, dass wird er wohl gewesen sein. Auch Johannes meinte, mich schon gesehen zu haben. Aber zu einer konkreten Begegnung ist es zuvor noch nie gekommen.

Wir plauderten noch eine kurze Weile bevor Johannes seinen Weg fortsetzte. Abends dann bin ich meiner Neugierde erlegen und habe im Internet mal auf der Ergebnisliste des Oldenburg Marathon gestöbert, soviel Johannes werden dort wohl nicht gestartet sein und es war auch nur einer. Jetzt weiß ich auch noch, dass Johannes den Marathon nicht nur barfuß sondern auch noch richtig schnell, nämlich in 3:37 Stunden gelaufen ist. Krass.

Wäre cool, wenn wir uns noch wieder über den Weg laufen würden. Von Johannes kann ich sicher noch etwas lernen.

Das ich nicht der einzige (teilweise) Barfußläufer und -geher bin, war mir schon klar, aber so direkt auf der Nachbarschaft hätte ich doch keinen Gleichgesinnten vermutet.

Johannes, für den Fall, dass Du dies hier liest, kannst Du auch gerne mal einen Kommentar dalassen, wenn du magst.

Restless legs

Mit der Nacht von Sonntag auf Montag ist es bei mir häufig so eine Sache. In der Regel Samstag und Sonntag ausgeschlafen ist die Müdigkeit nicht ganz so groß und die „Vorfreude“ auf die Arbeit tut wohl ihr übriges um nicht ganz so zügig in den Schlaf zu kommen. Das mir aber meine Beine irgendwann zwischen 11 und 12 signalisieren, dass sie gerne laufen würden, hatte ich aber auch noch nicht erlebt! 😯

Nun, ihrem Wunsch konnte ich in der Hoffnung auf baldigen Schönheitsschlaf denn doch nicht entsprechen und bin dann wenig später auch in selbigen gefallen 😀 Vielleicht waren die Beine vom Wochenende auch einfach nur unterfordert, da ich lediglich am Samstag gerade mal gute 15 km gelaufen bin.

Am Montag konnte ich auch nicht allzu viel Kilometer hinzufügen, bin aber um die Erfahrung reicher, dass ein durch Sturmböen angepeitschter Hagelschauer so richtig weh tun kann (ja ja, der zieht vorbei …) 😆 Außerdem habe ich meinem Smartphone eine „Spider-App“ beigefügt, als es aus der Jackentasche auf den Asphalt polterte, während ich nur die Handschuhe rausfriemeln wollte 😦

Heute widerrum zeigten sich die baren Füße nicht in Lauflaune und am rechten Fuß fürchtete ich eine Rissbildung in der Sohle. Drum kürzte ich den Lauf ab und lief zum Auto zurück um dort hocherfreut festzustellen, dass die V-Runs im Beifahrerfußraum rumlagen. Zack, angezogen und wieder los. Die Fußsohle ist aber zum Glück unversehrt geblieben, die befürchtete angedeutete Rissbildung war keine.

Auf knapp neun Barfußkilometer kamen noch einmal gute neun V-Run-Kilometer obendrauf. Nach diesem Lauf sank ich auf dem Sofa in einen tiefen Schlaf und auch die Beine schienen für den Augenblick zufrieden, kamen mit den letzten drei Läufen nun doch knappe 44 km zusammen. Lange anhalten wird das wohl aber nicht, weil eigentlich könnten sie schon wieder 🙂

Abgemeldet

Heute kurz einmal ein Thema abseits vom Laufen: Irgendwann hätten wir ungefähr zu dieser Zeit Silberhochzeit feiern können, meine Hautkrankheit am Kopf und ich. Grob vor einem Vierteljahrhundert merkte ich eine kleine Stelle am Hinterkopf und vermutete einen Pickel. Der ging aber nicht weg und nach und nach breitete sich die Stelle immer mehr aus. Der Hautarzt diagnostizierte eine chronische Haarwurzelentzündung (für die Mediziner unter Euch: eine Folliculitis decalvans), die sich nur schwer behandeln läßt. Diese Diagnose wurde 1996 auch noch einmal von der Dermatologie des Klinikums Oldenburg bestätigt, wo ich fortan in Behandlung war.

Allerdings war das mit der Behandlung so eine Sache, denn die Krankheit ist selten und die Erforschung von Medikamenten lohnt sich für die Pharmafirmen nicht. Die Menge der weißen Kortisoncreme, die ich über die Jahre bis zu dreimal täglich aufgetragen hatte, hätte wohl auch gereicht um mein Wohnzimmer damit zu streichen. In den Hochphasen der Entzündung schaffte sie es kaum Ruhe in die Kopfhaut zu bekommen, genauso wenig wie die schwersten Akne-Medikamente, die es auf dem Markt gibt. Wie ein Flächenbrand breitete sich die Krankheit aus, näßte, verkrustete und blutete. Immer unterbrochen von kürzeren ruhigeren Phasen. Zum Glück war sie aber selten schmerzhaft.

Je kürzer ich die Haare trug, umso gezielter konnte ich offensichtlich die Kortisonsalbe einsetzen, je erfolgreicher war die Behandlung und ich brauchte sie nicht mehr so oft auftragen. In den letzten Jahren konnte ich dann wechselweise auch eine andere Salbe verwenden. Schlußendliche reichte dann sogar diese andere Salbe (Elidel).

Seit über zwei Jahren -meiner geneigten Leserschaft dürfte es nicht entgangen sein- rasiere ich mir die Haare ganz ab. Anfänglich war ich sehr skeptisch, ob dies meiner Hautkrankheit bekommen würde, mache ich doch ein tägliche Naßrasur. Mit Argusaugen behielt ich sie deshalb im Blick und durfte zu meiner Überraschung erleben, wie sie Monat um Monat, Woche um Woche besser wurde. Den Einsatz von Elidel reduzierte ich auf einmal am Tag und wenn ich es mal vergessen hatte, war es auch nicht schlimm. Jetzt nehme ich sie, nach Absprache mit meiner Dermatologin, gar nicht mehr. Zwei Monate ist das her und es ist nach wie vor alles ruhig. Das ungefähr Handteller große Gebiet bleibt zwar sichtbar, aber das liegt ja auch in der Natur der Sache, weil die Vernarbungen bleiben, ebenso wie Stellen wo die Haare wegen der Krankheit ausgefallen sind. Es ist allerdings keine Entzündung mehr zu sehen. Unglaublich, nach 25 Jahren verschwindet diese Krankheit, ohne das sie jemals adäquat behandelt werden konnte, wie sie gekommen ist!

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Irgendwie mag ich dem Frieden immer noch nicht so richtig trauen. Aber mit jedem Tag länger Ruhe an der Front freue ich mich ein kleines bisschen mehr, dass ich diesen ewigen Entzündungsherd los bin 🙂

Da seien die letzten beiden Läufe mal nur am Rande und der Vollständigkeit halber erwähnt. 10,2 und 5,8 Barfußkilometer, mit einer Pace mit endlich mal wieder einer 5 vor dem Komma, bei naßkaltem, windigem Wetter (Bilder von gestern abend).

Schmutzige Füße

Ich bin ja des Spanischen nicht mächtig, aber mich interessierte einfach mal was der Name meiner Laufsandalen auf Deutsch bedeutet. So habe ich „Pies Sucios“ einmal in den Google-Übersetzter eingeben und heraus kam „Schmutzige Füße“. Da mußte ich doch herzhaft lachen. Nicht nur weil „Schmutzige Füße“ schon ein sehr skuriller Name für Sandalen sind, sondern auch weil es so wunderbar zu meinem Lauf am Dienstag paßte. Da wollte ich nämlich gleich die etwas unentspannten 17 km vom Montag wieder vergessen machen und bin auf einer verhältnismäßig kurzen Runde um den Woldsee und den angrenzenden Wald gegangen. Dabei war der Weg direkt um den See sowas von matschig, dass sich sehr schnell schmutzige Füße in den „Schmutzigen Füßen“ eingestellt hatten. Wie praktisch, dass ich die „Schmutzigen Füße“ und meine schmutzigen Füße zum Ende der knapp acht Kilometer gleich im Woldsee wieder sauber machen konnte. Dabei mußte ich nur aufpassen, dass die federleichten Sandalen nicht gleich vom Wind abgetrieben wurden 😆

Ansonsten hatte sich die Mission des Vergessens des Montagslaufs erfüllt und es war ein wunderbarer Lauf. Tagsdrauf hatte ich einen noch kürzeren Lauf gemacht. Einmal rauf zur Huntebrücke, andere Seite wieder runter zum Blankenburger See und zurück. 5,4 lockere Barfußkilometer.

Am Donnerstag beim Utkiek-Lauf war ich wieder mit den „Schmutzigen Füßen“ unterwegs und nach einer Weile fragte mich Stephan „Mal Hand auf`s Herz, hast Du keine kalten Füße?“ Ich konnte ihm hoffentlich glaubhaft versichern, dass meine Füße nicht nur nicht kalt sondern sogar wunderbar warm waren.

Am heutigen Samstag habe ich die „Schmutzigen Füße“, ich will sie ab sofort aber wieder Pies Sucios nennen, klingt doch irgendwie netter, einem ersten Langstreckentest unterzogen. Irgendetwas um die 20 km + hatte ich mir vorgenommen. Zur Sicherheit, falls es irgendein Problem geben sollte, hatte ich in meinen Laufrucksack die Leguano Laufsocken eingepackt. Bei stürmischen Wetter ging es über den Bahndamm der alten Braker Bahn, vorbei an Kleinem und Großem Bornhorster See, ins Gellener Moor und weiter zur Hunte.

Zwischendurch habe ich immer mal wieder kurz angehalten und geschaut, ob speziell dort wo die Bändsel zwischen den großen Zehen und ihren Nachbarn durchgehen alles in Ordnung ist. Dabei mußte ich aufpassen, dass mir die jeweils ausgezogene Sandale nicht davon flog 😀 Auf den letzten ca. fünf Kilometern zog Regen auf und der Wind drehte noch einmal richtig auf. Da wurden mir tatsächlich die Füße sogar mal etwas kalt 😆 Darüberhinaus weichte die Haut auf und ich war denn doch froh, als ich nach 24,5 km wieder zuhause ankam. Die waren dann, gerade durch die Näße zum Ende, auch wirklich genug. Passiert ist aber nichts und es war ein super Lauf. Ich muß feststellen, dass mir die Laufsandalen „drohen“ den hochgeschätzten FiveFingers den Rang abzulaufen, so genial empfinde ich das Laufen mit den schmutzigen Füßen an den Füßen 😀

In den letzten sechs Tagen bin ich fünfmal gelaufen und es kamen dabei gute 64 km zusammen. Gar nicht mal schlecht dafür, dass gerade der erste dieser Läufe nicht so wirklich gut gelaufen war 😎

Etwas windig vielleicht

Die letzten vier Tage hatte ich mal lauffrei. U. a. auch wegen eines Erinnerungstreffen für meinen Freund Hanno in Berlin, zu dem einige Weggefährten und Freunde von ihm gekommen waren. Es war ein wunderbares Zusammentreffen mit Gesprächsrunden bei gutem Essen und einem eigens organisierten Konzert mit Cello und Klavier.

Zurück in Oldenburg galt es nach diesem Wochenende die Beine auszuschütteln. Nach den feinen Vorfrühlingstagen hat mich dazu das Wetter aber wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Um die 7°, gefühlt 2 bis 3° passen wieder zur Jahreszeit, genauso wie etwas Naß von oben. Vielleicht nur etwas viel Wind. Was die Karnevalsumzüge in den Hochburgen ordentlich durchpustete ist auch hier oben kräftig zu spüren. Nichts dramatisches, aber beim Laufen doch schon recht fordernd.

Wieder der Jahreszeit nach adäquat gewandet -ich hatte sogar mal wieder feste Schuhe, sprich die VFF, an- hatte ich die  Vorstellung nach den vier Tagen locker und flockig loszurennen. Leider erfüllte sich das nicht. Zäh und steif astete ich auf den ersten sieben Kilometern gegen den Wind an, der mich manchmal gefühlt fast bis zum Stillstand abbremste. Auch die Hoffnung das sechs Kilometer Rückenwind im wahrsten Sinne des Wortes den richtigen Schub geben würden, erfüllte sich leider nicht, ebenso wenig wie der Wechsel auf Barfuß.

Der letzte Kilometer noch einmal voll gegen den Wind gab mir dann entgültig den Rest. Immerhin standen zum Schluß gute 17 km auf dem Konto. Bei dem Wind und mit dem hölzernen Geläuf verbuche ich das als Arbeitslauf. Genuß ist dann hoffentlich demnächst mal wieder dran 😎

Die Vögel

Es ist nicht das erste Mal das ich hier die Wildgänse in den Bornhorster Wiesen erwähne. Aber was diesen „Winter“ wieder auf und über den unter Wasser stehenden Wiesen los ist, begeistert mich jeden Tag aufs Neue. Deshalb habe ich mir auch mal die Mühe gemacht herauszukriegen was für Gänse das denn überhaupt genau sind. Mit des Internets Hilfe kann ich bestimmen, dass es um Nonnengänse, auch Weißwangengänse genannt, handelt.

Abertausende dieser Vögel bevölkern die Wiesen und wenn sie aufsteigen ist das Spektakel jedesmal unglaublich. Schließlich ist das ja kein Spatzenschwarm, sondern jedes dieser Tiere würde einen ganzen Backofen füllen 😆 Wenn so ein Schwarm über meinen Kopf zieht und Schatten auf den Weg wirft, hoffe ich auch jedesmal, dass die Gänse vorher auch schon ihren Stuhlgang erledigt haben :mrgreen: Hitchcock hätte sicher seine Freude an diesen Szenarien gehabt 😀

Nebenbei sei noch erwähnt, dass es bei zwei kurzen Läufen von jeweils gut acht Kilometern für Februarverhältnisse wieder sensationell frühsommerlich warm gewesen ist. Beim ersten Lauf nahm ich deswegen mein Langarmlaufshirt nach kurzer Zeit in die Hand. 25.02.19 01

Beim zweiten Lauf zog ich es gleich vor im Kurzarmshirt zu laufen. Traumbedingungen, bei denen nicht nur die Gänse ganz aus dem Häuschen sind 🙂

Solange die Gänse noch da sind, werde ich mir das Naturschauspiel noch so oft es geht anschauen.

Gut über Winter gekommen

Der norddeutsche Winter hat es bis hierher gut mit mir gemeint, vom wochenlangen, deprimierenden Dauergrau vielleicht mal abgesehen. Aber kein Schnee und Eis erschwerten mein läuferische Tun und die Temperaturen blieben fast immer minimal- und barfußfreundlich. Trotzdem hatte ich den gesamten Winter und auch den ganzen Herbst nichts wirklich längeres mehr unter die Sohlen genommen. Wenn nicht wenigstens jeden Monat eine Etappe von unserem Lauf nach Holland dabeigewesen wäre, sähe das Kapitel noch düsterer aus. Dabei bin ich insgesamt nicht wenig gelaufen, ganz im Gegenteil, nur die Langen sind eben etwas auf der Strecke geblieben.

Da wurde es heute mal Zeit gegenzusteuern und wieder einen zweistelligen Lauf mit einer 3 vorne vor anzupeilen. Bei der Auswahl der Laufstrecke hatte ich lange mit mir gerungen und mich schlußendlich für die am wenigstens aufregende, weil schon unzählige Male gelaufe Strecke durch die Bornhorster Wiesen und entlang der Hunte, ergänzt um den Kurs um den Großen Bornhorster See,  entschieden und dass auch noch im Pendelverkehr 😯 Einmal gute 15 km hin und einmal gute 15 km zurück. Was mich da geritten hat, weiß ich auch nicht. Wahrscheinlich die Verlockung, dass ein Großteil der Strecke so schön barfußfreundlich ist. Das Wetter war mit strahlendem Sonnenschein und angenehm kühlen Temperaturen von zu Beginn 5° und zum Ende 8° vom Feinsten.

Auf den ersten 5,5 und den letzten 5,8 km trug ich wegen schlechter Wegstrecke meine Pies Sucios, zwischendrin lief ich 20 km barfuß. meine bisher zweitlängste Strecke. Alles drei zusammengerechnet kam ich auf 31,3 km im ruhigen und entspannten Tempo. Dabei blieben auch die Beine und Füße über die gesamte Distanz locker und entspannt, fein, fein 🙂

Fazit: Es geht noch über die 30 km, zumindestens solange ich nicht an der Temposchraube drehe. Der Frühling kann also kommen 🙂

Wie blöd muß man sein?

Vor kurzem schrieb ich über die musikalische Sehne im Bereich des Spanns von meinem linken Fuß. Zum Musizieren angeregt hatte ich sie durch die zu feste Schnürung der FiveFingers. Christian kommentierte daraufhin, dass ihm das völlig unverständlich sei, da er die Schnürung bei den FiveFingers immer nur gerade so fest zieht, dass er nicht rausschlüpft. Da dachte ich mir heute mal, was der Christian kann, kann ich zumindestens mal versuchen. Nach den letzten Läufen in Sandalen oder barfuß nahm ich deshalb die V-Runs zur Hand bzw. besser gesagt zu Fuß und tüdelte die Schnürung so lose wie es eben ging und nach dem Anziehen gerade so wieder an, dass die V-Runs noch am Fuß sitzen blieben und trabte los.

Zugegeben, ungewohnt war das Spiel an der Ferse, das ich eigentlich so gar nicht mag, zu Anfang schon. Aber nach sehr kurzer Zeit hatte ich mich dran gewöhnt und die FiveFingers saßen trotzdem stabil und ungewohnt unauffällig an den Füßen. 12 km  lief ich ohne Probleme und zog danach die V-Runs von den Füßen ohne das es auf dem Spann rumort hat. Und die Laschen hatten auch keine Abdrücke auf den Fußrücken hinterlassen! 😯 Wie blöd bin ich also vorher gewesen, die Schnürung so fest zu prügeln, dass ich mir damit Sehnenprobleme eingehandelt habe? 😦

Nun ja, zu meiner Entschuldigung kann ich sicher vorbringen, dass meine früheren Laufschuhpanzer, sprich die klassischen Laufschuhe, schon besagter fester Schnürung bedurften, hatte doch das Spiel an den Fersen allein schon aufgrund des Volumens und des Gewichts dieser Schuhe eine ganz andere Dimension. Wie soll ich denn auch wissen, dass sich die hyperleichten Fivefingers da ganz anders benehmen? :-/

Watt soll`s. Ich kann halt alt werden wie ne Kuh, ich lern immer noch dazu, und besser spät als gar nicht. So erfinde ich die Fivefingers quasi noch einmal etwas neu für mich und entdecke eine nochmals gesteigerte Leichtigkeit der Leichtigkeit dieser Treter.

So konnte ich die Runde an Hunte und Küstenkanal südlich von Oldenburg richtig genießen. Lediglich die entgegen der Wettervorhersage herausgekommene Sonne sorgte dafür, dass die gewählte Laufgarderobe etwas too much war. Aber hey, was bedeutet das schon gegen die neu gewonnene Erkenntnis bezüglich der Schnürung der FiveFingers? 😀

Wintergarderobe

Sonne und milde Temperaturen allüberall in der Republik. Das da auch der Nordwesten mit eingeschlossen ist, freut mich sehr, auch wenn der Winter hier oben ja bislang recht zahm war. So konnte ich am Sonntagvormittag schon ohne Jacke unterwegs sein und selbst im Langarmshirt wurde es mir da schon etwas zu warm.

Tabula rasa wurde unter der Huntebrücke gemacht, sämtliches Gehölz wurde gerodet. Dadurch wirkt das Areal nicht mehr gerade einladend 😦 Ob die Rodung schon im Zusammenhang mit dem für ab 2020 geplanten Abriss und Neubau der Huntebrücke steht? Ich weiß es nicht. Allerdings war diese Verwüstung das einzig Unschöne an dem Lauf.

Nach gut 11 km stand ich wieder vor der Haustür, hatte die Sandalen abgestreift und wollte eigentlich nur etwas abdampfen, als ich spontan und ungeplant noch einmal barfuß losgetrabt bin. Aber nur drei Kilometer. Dann wurde es doch Zeit fürs Frühstück.

Heute mittag mußte ich das Traumwetter vor seinem baldigen Ende noch einmal ausnutzen. Die Hose noch etwas kürzer und im T-Shirt, über das ich anfänglich noch den Windbreaker gezogen hatte, da der Wind etwas frischer als am Sonntag war, aber noch kurzer Zeit konnte ich doch auf ihn verzichten.

Große Aufregung herrschte im Reich der Gänse. Herrscharen von den Tieren bevölkerten die mäßig überfluteten Huntewiesen und den Himmel. Während zahlreiche Vogelbeobachter mit großen Ferngläsern und noch größeren Kameras die Vögel einfingen, versuchte ich aus meiner kleinen Digi-Knipse rauszuholen was ging 🙂 Sie hat sich tapfer geschlagen, finde ich.

Wohl auch beim Knipsen des Deichläufers, der in so einem Outfit in einem Februar noch nie unterwegs war ❗

Mit dieser Art Wintergarderobe könnte ich mich durchaus anfreunden, fragt sich nur, was ich dann im Sommer anziehen soll 😯 😆

Exot

Donnerstag, Freitag und der heutige Samstag waren drei traumhaft schöne, sonnige und milde Vorfrühlingstage. Leider ging sich zeitlich bei mir aber nur der Utkiek-Lauf aus. Da war dann nichts mehr mit Sonne, auch wenn während der Anfahrt und zum Start der schöne Untergang selbiger anzeigte, dass auch hier bald wieder Schluß sein wird mit den Dunkelläufen.

Nach meinem erfolgreichen Testlauf vom Vortag in den Pies Sucios-Sandalen beschloß ich kurzerhand diese erneut anzuziehen. Damit war ich wieder mal der Exot in der diesmal recht großen Laufgruppe. Während die Fivefingers inzwischen keine besondere Beachtung mehr finden, war das mit den Sandalen ganz anders und einige waren ganz gespannt, wie ich mit Dingern unterwegs sein werde.

Bei den Utkiek-Läufen hänge ich ja häufiger etwas durch und glänze meistens nicht mit dem größten Elan und mit Frische. So war ich auch nicht sonderlich amused darüber, dass Ralf und Uli an der Spitze zu Anfang ein verhältnismäßig flottes Tempo anlegten, hatte ich mich doch innerlich schon auf das allgemein sehr niedrige Tempo eingestellt. Aber kaum waren die ersten Anstiege der Oldenburg Hills erklommen, war alle Müdigkeit verflogen und es lief richtig locker und flockig und das Rauf und Runter in den ehemaligen Müllbergen machte mal wieder so richtig Laune. Ob es auch an den Sandalen lag? Keine Ahnung. Aber die Pies Sucios bewährten sich erneut allerbest und machten mir auf dem schottrig-steinigen Untergrund sogar mehr Spaß als die Fivefingers.

Zum Ende der üblichen Stunde, die diesmal ungefähr einen Kilometer mehr gebracht hat als gewohnt, war es dann schon reichlich frisch geworden. Aber mein Füße waren gewohnt warm und ich vermute mal, dass sich über die nächsten Wochen und Monate auch die Blicke auf die Laufsandalen legen werden. Der Exot werde ich in dieser Hinsicht aber wohl trotzdem bleiben.

 

Erlegen

… bin ich den Verlockungen der Werbung. Erst kürzlich schrieb ich hier über die Chala Evos, die ich im Internet erworben hatte. Und wie das so ist, wenn man sich im WWW etwas „ergoogelt“ hat, tauchen dann auf anderen Websites immer wieder Werbeeinblendungen dieser oder ähnlicher Produkte auf. Genauso in diesem Fall. Egal ob ich auf`s Wetter schaute oder in meinen E-Mail-Account, überall war da auf einmal die Amazon-Werbung für diese „Pies Sucios Simna Ultra Sandals“. Während die Chalas einen satten Hunni gekostet haben, lockten die Pies Sucios auch noch mit einem unschlagbaren Preis von 40 €. Da war es um mich geschehen, genauso wie meine Hand automatisch zu Schokolade greifen würde, wenn diese vor mir steht, klickte sie in diesem Fall ruckzuck die Bestellung zusammen. Ich war absolut machtlos! 😯

Zwei Tage später war es dann da, dieses federleichte Päckungen mit den spanischen Sandalen. Hineingeschlüpft und eingestellt stellte sich sofort ein Wow-Effekt ein. Nochmals leichter als die Chalas sitzen die Pies Sucios perfekt und nahezu unmerklich am Fuß. Ich stand etwas gerader und passender auf der Sohle als bei den Chalas und während man die Chalas irgendwie immer etwas spürt, merkt man von den Pies Sucios fast gar nichts, nicht einmal die Plastikschnalle auf dem Fußrücken, was ich zu Anfang befürchtet hatte, und auch nicht das Band zwischen den Zehen. Erstaunlich, dass zwei so minimale Sandalen so sehr unterschiedlich in der Wahrnehmung sein können.

Da war ich natürlich auf den ersten Lauf sehr gespannt. Der Eindruck blieb. Ein Hauch von nichts umgibt die Füße. Die Bänder und Riemen umschmeicheln den Fuß lediglich wie ein leichter Sommerschal, irre. Trotzdem lief ich sie im ersten Versuch nur gute fünf Kilometer, den Rest der höhenmeterlosen 😆 knappen 12 km legte ich barfuß zurück. Wobei ich die ultraleichten Sandalen einfach in den Hosenbund steckte, wo sie fast ebenso wenig zu merken waren wie am Fuß.

Da wollte ich es heute noch einmal wissen, wie sich die Sandale in etwas anspruchsvollerem Terrain bewehrt und bin mal alleine über die Utkiek-Hills mit ihren steinigen, schottrigen oder grasbewachsenen Wegen gelaufen. 8,4 km, auf deren sechse ungefähr 110 Höhenmeter zusammenkamen. Und was soll ich sagen? Ich bin begeistert, die Pies Sucios liegen federleicht und trotzdem stabil am Fuß. Der Halt ist hervorragend, obwohl der Fersenriemen im Gegensatz zu den Chalas nicht aus Gummiband besteht. Der Grip der Sohle überzeigt auch auf dem abwärts gelaufenen, feuchtgrasigen Rodelhang. Die Sohle dämpft Steine und Schotter gut weg und im Gegensatz zu den Fivefingers können sich auch keine Steine zwischen den Zehen durchbohren.  Erstaunlicher Weise stößt man sich die Zehen auch nicht an irgendwelchen Steinen. Cool, wirklich sehr cool.

Knapp 14 km in zwei Läufen sind sicherlich keine annähernd ausreichende Strecke für eine aussagekräftige Bewertung, aber der erste Eindruck ist überwältigend und wenn ich den Pies Sucios fürs erste überhaupt etwas anhängen kann, dann ist es das etwas platschende, an Flipflops erinnernde Laufgeräusch auf Asphalt.

Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen, wie sich meine Eindrücke weiterentwickeln, vorallem wenn ich jetzt sukzessive die Streckenumfänge ausbaue.

links Bethlehem rechts

Nanu? Ist die etappenlaufende Truppe auf ihrem Weg in die Niederlande etwa vom selbigen abgekommen? Dazu mehr im weiteren Verlauf.

Etappe 4 am gestrigen Sonntag auf unserem Winterlauf ins niederländische Bourtange. Ich muß zugeben, angesichts der Wettervorhersage hatte ich schwer mit meinem Schicksal gehadert 🙂 Täglich änderten sich die Vorhersagen für diesen Sonntag. Mal 11°, mal 6°, mal Sturm bis Stärke 10, dann nur wieder ein laues Lüftchen. Die einzige Konstante in der Vorhersage war Regen, viel Regen. Schon wieder Regen und das nachdem wir doch schon auf der dritten Etappe regelrecht abgesoffen waren.

Aber wie das so ist mit der Gruppendynamik, ich wollte da nicht das Mädchen sein, das kneift. Außerdem hätte es mir in der Seele wehgetan, wenn ich nur wegen son bisschen Wetter eine Etappe verpaßt hätte. Und so stand ich mit fünf weiteren wackeren Gesellinnen und Gesellen, die da waren Antje, Antje, Sylke, Ralf und Stephan, am Start im emsländischen Nirgendwo. Tja, und was soll ich sagen? Dieser Wagemut, sich den Elementen zu stellen, wurde belohnt. Wirklich absolut pünktlich zum Start hörte es auf zu regnen und es blieb immerhin bis Kilometer 11 trocken. Sensationell!

Somit bildeten die zahlreichen Pfützen auf den Wegen vorerst das einzige Naß, garniert mit allerlei Gezweig, das der Sturm vom Vortag von den Bäumen geschüttelt hatte. Um die Sehne auf dem linken Spann zu schonen, lief ich ausnahmsweise nicht in den FiveFingers sondern in meinen Merrell Vapor Glove, dazu das erste Mal nach geschätzt 10 Monaten mit Laufsocken. Beides sollte noch reichlich Gelegenheit bekommen sich restlos vollzusaugen.

Eine ganze Zeit lang liefen wir am Auto-Testgelände entlang, wo die noch so arg geheimen automobilen Offenbarungen der Zukunft ihre Runden drehen. Selbst am Sonntag hört man sie fahren. Zu sehen ist hinter Wällen und Wäldern aber nichts. Auch zwei Brücken, die über das Testgelände führen sind blickdicht abgeschottet. Zuvor versperrte uns ein völlig sinnfrei auf einem Weg rumstehendes Tor den Durchmarsch und wir mußten uns durchs Unterholz schlagen um es zu umgehen.