Was wollt ihr denn noch? Akzeptanz!

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Das ist das Motto des diesjährigen CSD Nordwest in Oldenburg. In einer Zeit, in der scheinbar alles erreicht wurde, erstarkt weltweit der Populismus und in Deutschland sitzt die AfD im Bundestag. Viele freiheitliche Errungenschaften sind auf einmal wieder in Gefahr und so dürfen wir uns nicht ausruhen und müssen weiter einstehen und Flagge zeigen für Akzeptanz und Gleichberechtigung in der Gesellschaft. Das gilt nicht nur in Bezug auf Homosexualität, aber dieses Thema liegt mir nun einmal besonders am Herzen.

Und nicht nur mir wie die Rekordbeteilung von über 16.000 Menschen am diesjährigen CSD zeigt. Mit 35 Gruppen und Wagen war die Demonstration so groß wie noch nie. So beteiligten sich u. a. die Oldenburger Schulen, die Kirchen und sogar die Christlich Demokratische Partei daran. Erstmalig war auch mein Arbeitgeber dabei. Das zeigt, dass die gesellschaftliche Bandbreite der Akezeptanz immer größer wird, dies gilt es zu bewahren, zu fördern und auszubauen.

Ich werde gar nicht weiter viele Worte verlieren sondern im Folgenden einige beeindruckende Impressionen von der Demonstration, die ein Zehntel der Oldenburger Bevölkerung auf die Beine gebracht hat, zeigen.

Was es u. a. zu sagen gilt:

Das Organisationsteam hat in diesem Jahr wieder Unglaubliches auf die Beine gestellt. Ihnen gebührt der Dank, dass die Demonstration und das große, vielfältige Programm drumherum zu einem alljährlich immer größeren Erfolg wird.

Dieser CSD war ein beeindruckendes  Zeugnis für eine offene Gesellschaft und gegen rückwärtsgewandte und rechtsgesinnte Strömungen. Mögen wir immer die Oberhand behalten!

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Flügellahm

Erstaunlich lange war ich jetzt schon ohne nenenswerte Wehwehchen unterwegs. Von Reizungen der Fersenhaut, die mich mit zur Umstellung meines Laufstils animiert haben, abgesehen, lief es jetzt schon jahrelang wirklich gut und ich erspare mir in meinen Laufannalen nachzuschlagen, wann ich überhaupt das letzte Mal niedergestreckt wurde. Zu sehr sind mir noch meine Verletzungsserien vergangener Jahre in „bester“ Erinnerung.

Von daher bin ich wohl mal wieder dran. Eigentlich vermutete ich nur eine Verhärtung im linken Unterschenkel, die mich auch nicht ernsthaft am Laufen hinderte. Deshalb bat ich meine Masseurin bei der letzten Massage sich doch um den Bereich einmal etwas intensiver zu kümmern. Was sie auch tat und da war Schluß mit Lustig in Sachen Wellnessmassage, hola hat das weh getan. Das Ganze endete mit der Erkenntnis, dass da nix ist mit Verhärtung wegmassieren. Da ist was gereizt oder gar entzündet konstatierte meine liebe Masseurin und riet erstmal von sportlichen Heldentaten ab.

Was da zickt vermochte sie nicht mit Sicherheit zu sagen und auch ich bin mir nicht sicher, ob es ein Muskel, eine Sehne oder sonstwas ist. Um da wieder Ruhe reinzubringen, lasse ich das Laufen erstmal sein bis nichts mehr weh tut. Der letzte Lauf war der mit Manfred am Dümmer, seit dem wird geschont und mit Diclo-Salbe gecremt. Es ist auch schon viel besser geworden, im Alltag ist nicht mehr viel zu spüren und ich kann schon wieder den Unterschenkel auf den Oberschenkel legen ohne das es einen, vormals fiesen, Druckschmerz gibt.

 

Alternativ wollte ich diese Woche eigentlich mal wieder das Rennrad satteln, aber irgendwie hatte ich keine rechte Böcke und habe einfach gar nichts getan. Und was soll ich sagen? Die bisherigen fünf sportfreien Tage waren richtig nett und die Schläfchen auf dem Sofa zur sonst üblichen Laufzeit ein Genuß 😀 Hoffentlich gewöhne ich mich nicht dran 😯

Eine halbe oder auch eine ganze Woche ohne Laufen gebe ich mir noch, zumal ich morgen auch so viel auf den Beinen sein werde. Sollte ich dann schmerzfrei sein werde ich so sutsche wieder einsteigen. Ich gehe mal davon aus, dass bis dahin auch die Lauflust wieder zurückgekehrt ist 😆

 

Savanne

Die letzte Woche stand erneut unter dem Motto „heiß“. Viel Sonne, viel Wärme, kein einziger Tropfen Regen.

Nach dem kurzen Firmenlauf-Gehetze hatte ich am Dienstag erstmal eine ruhige Laufrunde bei Bullenhitze gedreht. Ich muß schon zugeben, dass meine Lauflust unter diesen Bedingungen etwas leidet. So versuchte ich mich mit etwas anderen Aussichten abzulenken. Deshalb bin ich zu erst durch den ländlich geprägten Teil vom Stadtteil Donnerschwee Richtung Hunte gelaufen. Der Einstieg zur Huntestrecke befindet sich dann allerdings auf Höhe der Kläranlage. Merke: Riecht nie gut, aber bei Hitze riecht es noch viel schlimmer 😛 Nach Passieren der Kläranlage wird es mit Ausblick auf den Hafen und dem dortigen Umschlag von Baustoffen aber gleich viel idyllischer 😆 Danach kommt dann allerdings das vertraute Grün.

Trotz der Wärme war ich etwas flotter als üblich unterwegs, da wirkte der Firmenlauf wohl noch etwas nach. Und Spaß hat es denn doch auch noch gemacht, nicht zuletzt auch wegen der 3,6 Barfuß-KM 🙂

Donnerstag hatte ich aufgrund der Hitze keine Meinung auf Utkiek sondern bin für mich alleine durch die Bornhorster Wiesen gelaufen. Glühende Hitze und verdorrte Wege und Deiche ließen mich gedanklich in die Savanne abschweifen. Während das vertrocknete Gras unter den Füßen wie Herbstlaub raschelte wurden die Kühe zu Antilopen und die auf dem Deich thronenden Schafe zu Löwen, die auf Beute lauerten; Fantasie oder Sonnenstich ❓ :mrgreen:

Wie auch immer, für den späten Frühling waren das wirklich extreme Bedingungen.

Noch heißer war es am Samstag. Schon auf der knapp einstündigen Anfahrt zu dem Lauf, auf den ich mich schon besonders gefreut hatte, zeigte das Thermometer im Auto 31°. Es ging an den „Dümmer“, wo ich nach der Premiere im letzten Jahr erneut zu einem gemeinsamen Lauf mit Manfred verabredet war. Die Hitze war schon krass und Manfred und ich waren uns sehr schnell einig es deshalb bei einer gut 10 km langen Runde zu belassen. Stattdessen zogen wir es vor noch eine ganze Weile in der Kühle des Jugendgästehauses, in dem Manfred beruflich residierte, ausführlich zu schnacken, wobei ich auch Manfreds sehr symphatische Frau kennenlernen durfte.

Schließlich kommen Läufer auch miteinander klar, wenn sie nicht im Laufschritt nebeneinander hertraben. Es war ein sehr schönes Zusammentreffen und ich freue mich schon auf die nächste Gelegenheit, die eigentlich gar nicht so lange auf sich warten läßt 🙂 Allerdings hoffe ich, dass es dann nicht mehr so warm sein wird und ggf. werden wir dann auch sehr viel länger nebeneinander hertraben 😀

Bald keine Schafe mehr

Mein Lieblingslaufrevier wird sich in wenigen Monaten verändern. Die Schafe, die neben Hunte, Wiesen und Deich quasi das Sinnbild meines Laufreviers sind, werden verschwinden. Das das nichts mit dem Wegfall von Romantik und Idylle zu tun hat, seht Ihr hier in einem dreimüntigen Beitrag von Radio Bremen:

https://www.ardmediathek.de/tv/buten-un-binnen-Regionalmagazin/Immer-weniger-Sch%C3%A4fer/Radio-Bremen-TV/Video?bcastId=967552&documentId=52938636

Ganz nebenbei zeigt der Beitrag einmal in bewegten Fernsehbildern mein alltägliches, mein liebstes und mir ans Herz gewachsene Laufrevier. Ich kann jede Kameraaufstellung auf den Meter genau zuordnen.

Neben den Wegfall der Schafe werde ich auch die Begegnungen mit Fred vermissen. Aber vielleicht findet sich ja doch noch ein Nachfolger. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Untypisch

… war der heutige Lauf für mich. Sowohl die Länge des Laufes und das Gruppenerlebnis als auch das Segeln unter den Fahnen meines Arbeitgebers waren doch eher ungewöhnlich. Der alljährliche Everstener Brunnenlauf stand an und mit ihm der 6,3 km lange Firmenlauf durch den Eversten Holz. Daniel kam vor einigen Wochen mit der Idee um die Ecke dort von unserem Fachdienst aus mitzulaufen, wozu es im Minimum vier Läufer braucht. Mit Bojana, Nadine, Svenja, Daniel und meiner einer kamen wir schlußendlich sogar auf fünf, die sich am heutigen Tag in das 800 Teilnehmer starke Läuferfeld einreihten.

Daniel hatte neben der Anmeldung auch für einheitliche Laufshirts gesorgt und es wurde in den letzten Wochen fleißig trainiert. Für die Mädels war die Distanz eine Herausforderung, entsprechend aufgeregt waren sie vor dem Start. Aber auch ich war etwas nervös, bedeuten 6,3 km doch mal tempomäßig etwas auf die Tube zu drücken, was ja nicht so wirklich meins ist, wie erst im letzten Post geschrieben.

So schritten wir gemeinsam zum Start und wenn man sich das erste Bild anschaut, müßte es eigentlich noch mit Vangelis Conquest of Paradise unterlegt werden 😆

Für mich war es der erste „Wettkampf“ in den V-Runs, womit ich offensichtlich alleine war, zumindestens ich habe keinen anderen Läufer in FiveFingers gesehen.

An der Strecke hatten wir mit Frank unseren eigenen Fotoreporter, der lediglich Daniel nicht richtig erwischt hatte und von Svenja offensichtlich ein Verbot erhalten hat, ihr Bild weiterzugeben, weil die Bilder von ihr fehlen 😛

Zum Lauf selber muß ich eingestehen, dass sich meine heimliche Hoffnung auf eine 4 vorne bei der Durchschnittspace nicht erfüllt hat. Obwohl ich mich diesmal entgegen meiner Gewohnheiten nicht ganz hinten sondern im vorderen Mittelfeld einsortiert, mehr oder minder nur überholt hatte und mich eigentlich einigermaßen flott fühlte, sprang nicht mehr als ein 5:24iger Schnitt heraus. Allerdings lag meine Garmin bei der Streckenmessung diesmal relativ stark daneben. Beim Zieleinlauf piepste sie exakt 6 km ab. Die fehlenden 300 m noch obendrauf gehauen, komme ich immerhin auf eine Pace von 5:09 min. Knapp daneben ist auch vorbei, aber es liest sich halt schon besser 😎

Daniel war erwartungsgemäß der erste von uns und nach mir liefen dicht getaket die drei Mädels ins Ziel. Auf welchen Platz wir mit unserer Gruppe gelandet sind, habe ich gar nicht nachgeschaut, ist mir auch nicht wichtig. Wichtig ist mir nur, dass wir unseren Spaß hatten und das jeder von uns gut und heile ins Ziel gekommen ist.

Nach dem Lauf hatte ich noch unbändige Lust die sechs Kilometer nachhause zu laufen. Aber erst einmal sind wir über das angrenzende Straßenfest gebummelt und eine Currywurst/Pommes/Mayo und zwei Bier später war diese Lust dann kulinarisch niedergerungen und ich freute mich, dass Daniel mich nicht nur zum Lauf abgeholt sondern auch wieder nachhause gekarrt hatte 😀

Super war`s und Spaß hat es gemacht. Da stört es auch nicht, dass wir, wie schon bei meiner ersten Teilnahme im Jahre 2013, in diesem Jahr wieder mit einem mintfarbenen Finishershirt beglückt wurden. Vor fünf Jahren habe ich über diesen Blog noch eine dankbare Abnehmerin gefunden. Aufruf an alle: Wie sieht es in diesem Jahr aus?  😆

Ich sage danke an unser Team für diesen coolen Lauftag!

 

Ein ganz normaler Laufmonat

… oder auch nicht.

Im Mai bin ich 170,2 km gelaufen. An und für sich ist das keiner besonderen Erwähnung wert. Das ist so der Monatsdurchschnitt der letzten Jahre um schlußendlich auf round about 2.000 km pro anno zu kommen. Was die Jahresstatistik angeht, hinke ich 2018 aber hinterher. Eine kleine OP, Grippe und die Umstellung auf Minimal sind die Gründe dafür.

Aber zurück zum Mai. Was diesen Monat doch zu etwas besonderen macht, sind die 44,9 gelaufenen Barfußkilometer. Ein gutes Viertel oder, für die Mathematiker unter uns, 26,38 % der gesamten Monatskilometer. Ein neuer Rekord! (zum Vergleich im April waren es gerade mal 4 km 😛 ). Großen Anteil daran hatte mein bislang längster Barfußlauf über 14,1 km. Aber es kommt auch schon vor, dass bei Mix-Läufen mit Barfuß- und Schuhanteilen, der Barfußanteil höher liegt. So geschehen z. B. bei meinem leicht bekleideten Proletenlauf vom 30. Mai (5,1 km V-Runs, 6,2 km barfuß).

Wo ich gerade bei der Zahlenspielerei bin, mache ich doch einfach noch etwas weiter. Das letzte Mal, dass ich einen gedämpften Laufschuh an den Füßen hatte, war der Berlin-Marathon am 24.09.2017. Seitdem ging es nur noch auf dünnen Sohlen oder eben auch barfuß weiter.

Das Durchwühlen meiner Tabellen förderte für die Zeit nach dem Marathon folgende Zahlen zu Tage: Insgesamt bin ich seitdem 1.262,2 km unterwegs gewesen, davon barfuß 186,7 km oder 14,79 %. Die  1.075,5 km in Minimalschuhen verteilten sich dabei auf 12 ❗ Paar Schuhe, wobei nicht alle dabei wirklich Laufschuhe sind 🙂 Ich könnte jetzt auch noch jedem Schuh seine Kilometer zuordnen, aber das würde hier wohl doch etwas zu weit führen 😛

Schlußendlich liegt der Schnitt der letzten acht Monate mit gut 154 km noch nicht einmal großartig unter dem was ich mir sonst so erschleiche. Damit hätte ich gar nicht gerechnet und so hebt sich leicht erstaunt eine Augenbraue 🙂

Kleiner Wermutstropfen, so ich ihn denn überhaupt so nennen mag, ist, dass ich immer langsamer werde. Wenn ich auch seit November dreimal neue Kilometerrekorde aufgestellt habe, meistens steht bei meinen Kilometerzeiten eine dicke, fette Sechs vorne. Aber so what, dafür sind die Gräten schon seit langer Zeit heile geblieben und das ist das absolut wichtigste.

Langes Geschreibsel, kurzer Sinn, meine Umstellung des Laufstils und der Laufschuhe ist schon recht weit fortgeschritten und ich habe das Einschlagen dieses Weges, den ich nun schon insgesamt 15 Monate beschreite, noch keinen Tag bereut. Ich bin wirklich rundum zufrieden. Läuft!

 

 

 

 

Vollproll oder Rocky Balboa läßt grüßen

Mangels Alternative pfeife ich mir zur Zeit einen Hitzelauf nach dem anderen rein. Just als ich gestern loslaufen wollte, fing es erst an einzelne dicke Tropfen zu regnen und anschließend grummelte es. Dabei sah das Regenradar völlig unauffällig aus. Erst ein nochmalige Aktualisierung des Radarbildes ergab, dass sich offensichtlich hinter der Stecknadel, die Oldenburg markiert, eine Regenwolke verbarg, die sich direkt über der Stadt zu einem Gewitter entwickelte. Aber nach nur einer halben Stunde hatte sich das kleine Gewitterchen nach Westen verkrümelt und ich konnte loslaufen. Die Luft war nun allerdings zum Schneiden und auch nach dem Kurzgewitter hatte es noch 29°.

 

Da hab ich das getan, was ich bei großer Hitze gerne tue, mir ein Baumwollhemdchen übergeschmissen. Was sonst nur ekelig ist, mag ich bei solch extremen Bedingungen, dass mir der Fetzen auf der Haut klebt und kühlt. Hat son bischen was von Rocky Balboa, wenn ich auch mit seinem Körper nicht ganz mithalten kann, zumindestens nicht mit dem zu damaliger Zeit 😆

 

Als ich zum Ende des Laufs in meiner Straße den Garmin stoppte und die Auffahrt hoch spazierte, grummelte es wieder und während ich noch auf der Gartenbank etwas abdampfte fing es an zu regnen und ich blieb einfach sitzen, herrlich! 😀 Als das Gewitter dazu kam, habe ich mich dann aber doch ins Haus verkrümelt.

29.05.18 05

Von Gewitter, Wolken oder einfach nur einem Schauer zur Abkühlung konnte ich heute nur träumen. Nach einem Routinecheck beim Zahnarzt bin ich gleich weiter zum Laufen in die Bornhorster Wiesen gefahren. Es war genauso warm und schwül wie gestern und nach nur 200 m entschied ich mich aufgrund totaler Einsamkeit mein Baumwollshirt gleich ganz auszuziehen. Über 11 km habe ich mir das noch nie gegeben. Aber bis auf ein paar (Renn-)Radfahrer war bei diesem Klima niemand sehen. Die letzten gut 6 km war ich so spärlich bekleidet wie noch nie, da ich da auch noch barfuß lief.

 

Der Vollproll läßt grüßen, aber angenehm war es schon, speziell wenn die wenigen Windzüge direkt an die Haut kamen. So bin ich gestern und heute zusammen immerhin schwül-feuchte 22 km gelaufen. Da muß man es sich halt selber schön machen 😛

Schöne Wärme

Das was uns der Mai an Wetterchen präsentiert ist aller Hochsommerehren wert. Bei meinen Läufen hatte es diese Woche immer zwischen 26 und 29°. Eigentlich ist das ja überhaupt nicht meins, da solche Temperaturen hier im Norden in der Regel mit einer gewissen Schwüle einhergehen. Nicht aber dieser Tage. Knochentrockene Luft und frischer Wind machten das Laufen durchaus angenehm. Der Wind ist allerdings Fluch und Segen zugleich. Fluch, weil er die eh dürstende Natur weiter austrocknen läßt und Segen, naja, weil es sich mit ihm eben wunderbar laufen läßt.

So war ich entgegen meiner sonstigen Warmwetterlaufgewohnheiten diese Woche durchaus fleißig 🙂 Mal mit mal ohne Schuhe war ich am Dienstag gute 16 km unterwegs…

 

… am Donnerstag 12 …

 

…. ebenso wie am Samstag, wo ich mich auf zwei Kilometern sogar vollprollmäßig shirtless der Sonne hingegeben habe.

 

Die Laufwoche lief dann heute noch einmal mit 15,5 km aus. Erstmals seit langer Zeit schoben sich aber Wolken vor die Sonne, die auch etwas nach Unwetter aussahen. Aber es blieb trocken, lediglich der so verläßliche Wind ließ mit dem Wolkenaufzug nach und prompt war es auf den letzten Kilometern gleich so miefig wie ich es eben nicht mag.

 

Trotzdem brauchte ich nicht in den, mitten auf dem Land ordentlich am Straßenrand geparkten, Einkaufswagen steigen, in der Hoffnung, dass mich jemand nachhause schiebt 😆

Das war eine schöne Laufwoche! Mal sehen wie es sich in den kommenden Tagen verhält, die Temperaturen sollen ja noch etwas weiter aufdrehen. Da kann ich nur hoffen, dass mein Freund, der Wind, mir weiter treu bleibt 🙂

 

Idylle mit Schönheitsfehlern

Ein einziges Pfingstläufchen habe ich an diesem langen Wochenende hinbekommen, zuviel anderes stand auf dem Plan. Aber dieses Läufchen war ein wirklich tolles. Automobil hatte ich mich zum Gellener Moor begeben, ich wollte auf angenehmen Untergründen einen schönen Barfußlauf unternehmen. Auf weichen Sandwegen ging es los, wenn auch der erste an einigen Stellen mit Schotter „ausgebessert“ wurde, aber das ließ sich gut umlaufen. Nach gut acht Kilometern lief ich dann direkt ins Moor. Das explodierende Grün zaubert eine fantastische Stimmung ins Moor. Allerdings wurde dort die durch Einsamkeit gekrönte Idylle durch eine wahre Insekteninvasion getrübt. So lange ich im Laufschritt blieb war alles ok, aber wehe ich machte auch nur eine kurze Pause, dann wurde ich regelrecht von irgendwelchen blutsaugenden Viechern überfallen. Zum Ende des Laufs zierten reichlich Einstiche meine Beine und selbst meine Kopfhaut wurde durch das Buff gestochen.

Aber von dieser Kleinigkeit abgesehen war es ein genialer Lauf. Gute 10 km auf tollen weichen Naturwegen und knappe vier auf Asphalt. Die 14,1 km waren dabei ein neuer Barfußlängenrekord. Es hat wirklich Spaß gemacht *juck* kratz*  😆

Schiebung

Schiebung, Bedeutung laut Duden u. a.  ungerechtfertigte Bevorzugung und Begünstigung.

Der vorgestrige Tag verwöhnte mit schönstem Maiwetter. Nach morgendlichen Regen wurde es viel schöner als vorhergesagt und ich runzelte diesbezüglich schon die Stirn, hatte ich mir doch nach Feierabend das dritte Tempotraining seit November letzten Jahres vorgenommen 😛 Schließlich ist schon die Kombination Volker + Tempo sehr exotisch und die Kombination Volker + Tempo + Wärme wäre es noch viel mehr geworden 😆

Doch es sollte anders kommen. Bis ich nach Feierabend und Teatime bei Muttern inklusive zweier Stücke Marmorkuchen und etwas Schokolade endlich soweit war, hatte das Wetter umgeschlagen. Der Wind hatte mächtig zugelegt, auf Nord gedreht und die Temperatur binnen kürzester Zeit um 9° gesenkt. Da war ich schon einmal froh, noch spontan meinen Windbreaker übers Laufleibchen gezogen zu haben.

Auf meinem Eintrabkilometer durch die inzwischen sattgrünen statt wasserglitzernden Bornhorster Wiesen schob mich der kräftig kühle Nordwind ordentlich von hinten. Als ich an der Hunte das erste Mal anfing Gas zugeben hatte ich den nahezu schon stürmischen Wind von schräg hinten. Nach einem Kilometer bin ich dann umgedreht und gegen den Wind locker zurückgetrabt, nach dem nächsten Kilometer wieder umgedreht und tempomäßig aufgedreht usw. und sofort. Schon den zweiten Tempokilometer piepste Garmin mit einem deutlichen, neuen Rekord ab, den ich auf dem dritten Tempokilometer nochmals unterbieten konnte 😯 Allerdings muß ich mir diesbezüglich den oben erläuterten Vorwurf der -im wahrsten Sinne des Wortes- Schiebung gefallen lassen. Wenn auch nur schräg von hinten bzw. seitlich hat der Wind mit Geschwindigkeiten von bis zu 7 m pro Sekunde schon etwas mitgeholfen. Cool bzw. sogar g..l war es aber trotzdem 😆

Nach dem vierten schnellen und insgesamt acht Kilometern wollte ich dann nur noch locker zwei Kilometer austraben, wozu ich die V-Runs in die Hand nahm. Schlußendlich trug ich die Schuhe aber insgesamt sechs Kilometer mit mir rum, weil ich die herrliche Kühle, den Wind und die wunderbar klare Luft einfach noch etwas ausgiebiger genießen mußte 🙂

14,1 km, zwei schnellste Kilometer ever, sechs Kilometer barfuß, mächtig Spaß, Herz was will ich mehr 🙂

Gestern lief auch der Utkiek-Lauf unerwartet flott. Lediglich Uli und ich waren dort anfangs unterwegs, was irgendwie automatisch zu einem schnellerm Tempo führte. Später stieß noch Antje zu uns, was aber das Tempo keineswegs minderte 🙂 Durch meine sehr zeitige Ankunft am Utkiek war ich darüber hinaus auch schon eine erste Runde alleine gelaufen, so dass der Utkiek-Lauf nicht nur verhältnismäßig schnell sondern mit elf Kilometern auch verhältnismäßig lang war.

An diesem Donnerstag fehlte unser zuverlässigster Utkiek-Läufer und allseits geschätzter Lauforganisator Ralf. Ralf hat sich am Christi Himmelfahrtswochenende beim Laufen den Fuß gebrochen und wird deshalb noch ein paar Wochen ausfallen. Ralf, auch an dieser Stelle noch einmal gute Besserung und schnelle Heilung. Du fehlst!