Wenn sich alles in Kreisen bewegt

… gehst Du links, geh ich rechts… Ich mag diesen Titel von Johannes Oerding!

Wenn sich eine muntere Läuferschar in einem großen, großen Kreis bewegt, dann läuft sie rechts und läuft sie rechts und läuft sie rechts und läuft sie rechts. So bewegte sich diese Winterlauftruppe eines Winters von West nach Ost vom Dollart zum Jadebusen, im Winter darauf von Nord nach Süd vom Jadebusen nach Oldenburg und im letzten Winter von Ost nach West von Oldenburg bis ins niederländische Bourtange. Nun fehlt noch die Bewegung von Süd nach Nord von Bourtange nach Emden um diesen großen Kreis zu schließen.

Zur ersten Etappe dieser Kreisvollendung machten sich am  gesterigen zweiten Advent auf: Antje, Freya, Kerstin, Sylke, Axel, Ralf, Stephan und meiner einer.

08.12.19 01

Leider ließ es der Fotograf etwas an Schärfe vermissen

Auf der Fahrt in die Niederlande schüttete es dabei teilweise wie aus Eimern und wir fühlten uns schon an die Läufe im letzten Winter erinnert, die teilweise zu den reinsten Regenschlachten ausgeartet waren. Aber pünktlich zum Start wurde es trocken und sollte es auch die gesamte Strecke über bleiben. Darüberhinaus wärmten üppige 10° nicht nur das Läuferherz sondern den gesamten Bewegungsapparat und ebenso üppiger, stürmischer Wind aus Südwest schob uns beherzt über nahezu die gesamte Distanz.

Wenn der norddeutsche Flächländer über die Flachheit der Landschaft staunt, dann ist er in den Niederlanden. Unglaublich, dass es hier wirklich noch einmal platter erscheint als in unseren eigenen, topfebenen Gefilden und die höchsten Erhebungen waren da schon einige Rübenberge am Wegesrand 🙂 Um das bereits erwähnte Wetterglück noch zu vollenden, blinzelte zwischenzeitlich auch noch die Sonne, von einigen Laufbegeisterten besonders begeistert begrüßt 😀

Weiter ging es gen Norden, immer entlang der deutsch-niederländischen Grenze. Ein Blick auf irgendein Haus sagte uns immer sofort auf welcher Seite wir gerade waren: Groß und neu: Deutschland; klein, unaufgeregt und symphatisch: Holland. Beiden Seiten gleich sind die teilweise langen geraden Strecken, die nicht gerade jedermanns Freund waren, und Windkraftanlagen 🙂

Am Ende einer dieser langen Geraden mit flauschigen Untergrund gab es die obligatorische und verdiente Pause mit Heißgetränken und gebrannten Mandeln, lecker!

So gestärkt konnten wir auf die Pferdestärken verzichten und unseren Weg entlang den Resten alter Festungsanlagen fortsetzen, die zeigen, dass die Niederländer offensichtlich schon manchen Kummer mit uns Germanen hatten 🙂

Als Abwechselung zu den langen Geraden waren uns die aber herzlich willkommen. Danach ging es nämlich wieder kilometerlang an einem Kanal entlang. Zum Glück endete dieses Stück dann doch irgendwann, noch bevor wir vom Kanal selbigen voll hatten 😀

Von da an war es nur noch ein Katzensprung bis zu unserem Etappenziel Bad Nieuweschans. Hier brachen wir mit einer über drei Winter mühsam aufgebauten Tradition. Nicht nur, dass wir das Schlußselfie vergessen haben, nein, es wurde anschließend auch nicht gemeinsam auf ein Stück Torte eingekehrt. Bad Nieweschanz lockte nämlich mit einem Thermalbad und dieser Verlockung konnte der Großteil unserer Truppe einfach nicht widerstehen 🙂

08.12.19 43

In den 36° warmen Termalbecken ließen sich in fantastisch ruhiger und entspannter Atmosphäre auf herrlichste Weise die müden Laufknochen auflockern und die Lebensgeister wieder wecken, ergänzt um köstliche Stärkungen im zum Termalbad gehörenden Restaurant, wobei zumindestens ich dann doch noch zu meinem Stück Torte gekommen bin 😛

Der Lauf war diesmal irgendwie überraschend schnell vorbei und bis zum Ende locker gelaufen und mein Garmintacho zeigte zum Schluß 24,5 km an. Erstaunlich barfußtauglich war die Strecke auch, insgesamt bin ich 11 km ohne Latschen gelaufen. Schlußendlich war es für mich tatsächlich auch noch mein längster Lauf seit meinem Selfmade-Marathon von Anfang Mai ❗ Cool, wie die nette Runde, in der wir da unterwegs waren, auf dieser flachsten aller flachen Strecken, mit a bisserl Matsch 😀

Eintausend, tollkühne Männer in ihrer fliegenden Kiste, (Glüh-)Weinseligkeit

Am Donnerstag war ganz schön was los im Reich des Deichläufers 😎

Zuerst vollendete ich, kurz vor Jahresschluß, bei einer schnellen Mittagsrunde 1.000 Barfußjahreskilometer!

04.12.19 01

Bei diesem Lauf war ich dann auch noch zufällig zur rechten Zeit am rechten Ort. Gerade als ich im Bereich der Treppe der Huntebrücke war, wunderte ich mich über einen sehr tief fliegenden Hubschrauber und dachte dabei zuerst an einen Polizeieinsatz. Als ich einen Moment später an der Hunte ankam, flog der Hubschrauber schon direkt über dem Wasser und … sauste einen Augenblick später unter der Huntebrücke durch. Dabei sah ich, dass es sich ein Bundeswehrhubschrauber handelte. Tze tze tze, unsere Vaterlandsverteidiger, nichts als Unsinn im Sinn 😀 Leider war ich in dem Moment etwas zu nah dran, so dass es nicht so gut zu erkennen ist, dass der Hubschrauber unter der Brücke durchflog. Dafür flog mir allerlei von ihm aufgewirbeltes Laub und Gras um die Ohren 😆

Am Abend konnte ich beim Utkiek-Lauf von diesem spektakulären Erlebnis erzählen. Wobei gerade dieser Lauf auch ein besonderer war, führte er uns doch vom üblichen Treffpunkt nicht über die Oldenburger Berge, sondern auf direktem Wege zum Weihnachtsmarkt. Dort gönnten wir uns einen Glühwein mit oder ohne Alkohol und trabten danach wieder zurück. Für die Statistik kamen dabei 2,8 km hin, Glühwein und 2,8 km zurück zusammen.

05.12.19 07

Von so viel Besonderheiten muß ich mich gestern und heute erst einmal erholen, bevor am morgigen Sonntag das nächste Highlight vor der Tür steht. Davon erzähle ich dann in den nächsten Tagen 😎

Geht das?

Geht das? Da treffen sich zwei Laufblogger und laufen nicht! Ja, das geht! Ein Wochenende ist schließlich kurz, ebenso wie zu dieser Jahreszeit die Tage in Sachen Tageslicht. Da will der Besuch von Doris schließlich minutiös durchgeplant werden 😀 Ein Problem war das für uns beide nicht, da Doris sich noch auf der Zielgeraden der Genesung von ihrer Erkältung befand und ich erstmals seit Mai für den November mal wieder mehr als 200 km verbuchen konnte.

Doris hat über ihren Besuch im hohen Norden schon geschrieben, da lassen sich im Folgenden ein paar Wiederholungen und Parallelen nicht vermeiden, aber seht selber:

Ohne irgendwelchen „Laufstreß“ konnten wir es nach Doris Ankunft am Freitagnachmittag gemütlich angehen lassen. Schließlich stand für den Samstag ein strammes Sightseeing-Programm in Bremen auf dem Plan. Das wir die altehrwürdige Hansestadt ausgerechnet am ersten Adventswochenende anvisierten hatte ich aber irgendwie gar nicht auf dem Zettel und so ging es in der Stadt nicht nur voll sondern auch sehr weihnachtlich zu. Allerdings wußte ich ja, dass das voll Doris Ding ist 😆 Das hat auch eine Verkäuferin im ganzjährig geöffneten Weihnachtshaus sofort erkannt und Doris als einzige Kundin im vollen Geschäft direkt angesprochen 😆

Um dem Ganzen dann noch das i-Tüpfelchen aufzusetzen, besuchten wir nach unserer Rückkehr auch noch den Oldenburger Weihnachtsmarkt und ich kann sagen, dass Doris wirklich tapfer war. Der ausreichende Genuß von Glühwein war dabei aber sicher hilfreich 😛

Bis auf ein wenig Beleuchtung war das Sonntagsprogramm aber ganz frei von weihnachtlicher Stimmung. Wir steuerten Bremerhaven an, um zum einen der Österreicherin etwas maritimes Flair zu bieten und zum anderen endlich einmal das Klimahaus zu besuchen.

Bislang hatten Jens und ich es noch nie geschafft das Klimahaus zu besuchen, ein großer Fehler, wie wir feststellen durften. Das Haus ist fantastisch gestaltet und läßt uns auf beeindruckende Weise auf eine Reise durch alle Klimazonen dieser Erde gehen. Doris fragt in ihrem Post, ob ich vielleicht noch ein paar Bilder zu dieser Weltreise besteuern kann. Kann ich!

Auf der Reise durch die Schweiz, Sizilien, Afrika, die Tropen und die Arktis erlebten wir die verschiedensten Paradiese dieser Erde und lernten die dort lebenden Menschen kennen. Wir durchquerten Berge, Wüsten, Regenwälder und Unterwasserwelten. Wir erlebten Hitze, Kälte, mystische Momente unterm Sternenhimmel und durften uns auf einer Hallig nasse Füße holen. Zum Beginn und zum Ende war das Ganze verbunden mit eindringlichen Warnungen sorgsam mit unserem Planeten umzugehen, was so bitter nötig ist und einem angesichts der Vielfalt und der Schönheit dieser Erde schon ein Tränchen wegdrücken läßt.

Das vier Stunden in diesem beeindruckenden Haus nicht ganz ausreichen würden um sich in Ruhe unsere Welt zu erschließen, hätten wir nicht gedacht und wir blieben bis zum Ende der Öffnungszeit und haben somit noch einmal einen Grund wiederzukommen.

Danach ließen wir noch etwas das abendliche Panorama Bremerhavens auf uns wirken …

  … bevor es zurück nach Oldenburg ging, wo wir das gemeinsame Wochenende mit Doris bei einem guten Essen ausklingen ließen.

Schön war es und wir haben viel erlebt. Danke Doris, dass Du da warst!

Novembervielfalt

Da sage noch einer der November kann nur grau. Nach meinem Nieselregenlauf mit ohne Laufjacke folgte der nächste Lauf bei schönstem Sonnenlicht, von dem widerum tags darauf …

… nichts mehr zu sehen war, da konnte der November dann tatsächlich nur grau. Allerdings sind so richtige Nebeltage hier im Nordwesten insgesamt recht selten. Von morgens bis abends Nebel hatten wir schon ewig nicht mehr und kalt war es auch, gerade mal ein Grädchen. Da mußte natürlich auch gelaufen werden 🙂

Dunkel geht aber auch, Utkiek:

Genauso wie ein Sonne-Wolken-Mix mit toller Lichtstimmung, einzelnen Regentropfen und Schiffen, die auf mich herabschauen.

Da komme ich als Herbstfreund so richtig auf meine Kosten und nach vollbrachten Lauftaten kann man es sich mit dem wohligen Gefühl, sich ausgiebig an der frischen Luft bewegt zu haben, auf dem Sofa gemütlich machen oder mit einem Pott Tee in der Küche die Zeitung auf dem Tisch studieren, während der Duft des Essens auf dem Herd einem schon das Wasser im Munde zusammenlaufen läßt. Das ist Besinnlichkeit, die wir uns heutzutage kaum noch gönnen, meistens schon gar nicht in der nun bald beginnenden Adventszeit.  Der November hat also auch diesbezüglich seine besondere Seite.

Schwitzen oder frieren?

Tageslicht beim Laufen ist zu dieser Jahreszeit wieder ein kostbares Gut und so begab es sich, dass ich gestern von der Arbeit aus zum Laufen gestartet bin, um dieses kostbare Gut zu erhaschen. Das Wetter war schaurig graurig und was bot sich da mehr an als im schaurig graurigen Moor laufen zu gehen? So startete ich automobil durch ins Gellener Moor und beim Wechseln der Kluft stellte ich fest ……… ich hatte meine Laufjacke nicht eingepackt 😦 Über die vergessene Jacke hinaus hatte ich an Oberbekleidung angesichts nieselregnerischer, aber windarmer 7° lediglich ein ärmelloses Leibchen und ein Langarmlaufshirt der dünnen Art eingesteckt.

Wat nu sprach Zeus. Eine automobile Kehrtwende gen Zuhause zwecks Laufjackeneinpacken hätte mich des kostbaren Tageslichts und meiner guten Laune beraubt. Ohne Jacke laufen im Nieselregen bei 7° hätte mich vielleicht meiner sensiblen Gesundheit und meiner guten Laune beraubt, zumal mir nach allem der Sinn stand, nur nicht danach in einem Tempo zu rennen, das diese Klamotten als adäquat hätte durchgehen lassen. Da fiel mein skeptischer Blick auf meine Jeden-Tag-für-jede-Gelegenheit-Winterjacke. Das ist so eine ultraleichte, gesteppte Jacke, wie sie ja jetzt gerade so hypermodern sind. Sollte das mit ihr gehen ohne auf den geplanten 10 km den Hitzetod zu sterben? Hmmm 🙄 Immerhin habe ich das gute Stück mal beim Sportartikeldiscounter erstanden, also ist sie quasi auch irgendwie eine Sportjacke 😆

18.11.19 16

Lange Rede hin, eigene Dummheit her, ich hatte mich fürs Jäckchen entschieden. Sah zwar doch irgendwie beknackt aus, aber Tageslicht ging vor Schönheit und so trabte ich über fantastisch weichgeregnete und mit Pfützen übersäte Wege, gewandet in eben diese watteweiche Jacke. Dabei nutzte ich meine obligatorischen Fotopausen zum Runterkühlen und hoffte, dass die Synthetik-Wattierung der Jacke durch den Nieselregen nicht klummt. Sie klumpte nicht und schlußendlich wurde es ein wunderbarer, 11 km langer Lauf durchs mystische Moor. Unerwarteterweise hatte ich in der Jacke doch nicht großartig angefangen zu schwitzen, was ich wohl der niedrigen Temperatur gepaart mit dem niedrigen Lauftempo zu verdanken hatte.

Wie hättet Ihr es bei einem entsprechenden Malheur gehalten? Wäre Euch schwitzen oder frieren lieber gewesen? Hättet Ihr es genauso gemacht wie ich oder hättet Ihr das Tempo erhöht um ohne Jacke laufen zu können oder wärt Ihr vielleicht still weinend nach Hause gefahren oder wäre Euch vor Ärger über Euch selber schon warm geworden? Oder passiert Euch solch Ungemach vielleicht gar nicht erst? Ich bin gespannt! 😀

 

Wenn

… im November die Sonne lacht, dann lacht auch das Läuferherz. Wenn das Herbstlaub immer noch strahlt, die Luft glasklar ist und sich die Temperaturen mit 2 – 3° gerade so aus dem morgentlichen Frost erhoben haben, ist das Laufen ein kaum noch zu topender Genuß. Wenn auch man nicht alleine ist, wie ein voller Parkplatz am Kleinen Bornhorster See zeigt, man muß dieses Wetter auch gönnen können.

Wenn man sich erneut einmal kurz im See erfrischt und wenig später eine radelnde Familie mit kleinen Kindern überholt, die den Barfußläufer bestaunen (war aber nur ungefähr ein Viertel der Strecke), dann kann ein Sonntag nicht schöner beginnen 🙂

Da vergißt man doch das vielfache Grau der Vortage, obwohl die trübe Novemberstimmung ja irgendwie auch ihren ganz speziellen Reiz hat.

Lediglich den komplett verregneten, naßkalten Samstag habe ich mir diese Woche gespart. Mit 63 Kilometern konnte ich mir das wohl mal erlauben 😎 Auch bezüglich dieser Wochenbilanz lacht gerade mein Läuferherz ❗

Aufgeräumt

… habe ich die Tage mal meinen Reader, der mich löblicher Weise seit Jahren über die Aktivitäten auf meinen Lieblingsblogs auf dem Laufenden hält. Dabei hat er seit geraumer Zeit immer weniger zu tun, da es in der Laufbloggerszene leider immer ruhiger wird. Einige von mir bis dato verfolgte Blogs wurden sogar schon still und heimlich gelöscht, während andere seit vielen Monaten vor sich hin schlummern. Mit Wehmut habe ich einige Male auf den „Löschen“-Button gedrückt, verbinden mich doch mit so manchem verwaisten Blog sehr gute Erinnerungen an tolle Posts und an einen intensiven Austausch mit den Schreibern, von denen ich einige auch persönlich kennen- und schätzen gelernt habe. Ein paar Blogs mag ich auch zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vom Reader schmeißen, in der Hoffnung, dass vielleicht doch noch einmal Leben in sie zurückkehrt.

Aber das Bloggen ist halt auch nur ein Spiegelbild unserer Zeit und gerät deshalb offensichtlich so ganz langsam ins Antiquariat des Internets. Es entspricht halt mehr dem hektischen Zeitgeist ein paar Bilder, vielleicht gerade noch um eine einsame Textzeile aufgepeppt, bei Facebook, Instagram und Konsorten hinzuwerfen und auch der geneigte Leser kann sich dort mit einem fixen „Gefällt mir“ schnell und ohne sich groß mit den eh oftmals nur dünnen Inhalten auseinandersetzen zu müssen aus der Affaire ziehen.

Nun denn, es ist so wie es ist. Aber so lange noch ein paar treue Seelen an ihren guten alten Blogs festhalten und auch der meine …*Moment, mal schnell mit dem Ärmel den Staub vom Bildschirm wisch* … noch den einen oder anderen Besucher anzieht, werde ich erst einmal weitermachen. Der Letzte macht aber irgendwann -bitte schön- das Licht aus, schaun wir mal wer das sein wird 😆

Genug der Nölerei, schließlich ist das hier ja ein Lebens- und Lauffreude versprühender Blog! 😀 Da paßt es gut ins Bild, dass ich vorgestern immerhin mal wieder 17 km am Stück gelaufen bin, wenn dabei auch jeglicher Versuch zumindestens mal in zaghaften Ansätzen das Tempo zu erhöhen zum Scheitern verurteilt war 🙄 Tags darauf rollte es zwar etwas zügiger, dafür waren es aber auch 10 km weniger. Mehr werden dafür wieder die Laufklamotten, da die Temperaturen ganz novemberlike im mittleren einstelligen Bereich vor sich hin dümpeln und durch den lebhaften Wind vom Empfinden her noch weiter gedämpft werden.

Heute auch noch einmal 10 Kilometerchen um die Bornhorster Seen, morgen Utkiek, läuft! Eigentlich braucht es für diese weltbewegenden Erkennt- und Erlebnisse auch keinen Laufblog, aber schön ist es doch, es auf diese entspannte Art und Weise in die Welt hinauszuposaunen 😀

Hunte:

Kleiner Bornhorster See:

Vergleiche

Wenn ich in Berlin meine Laufrunden über das Tempelhofer Feld drehe, bin ich eigentlich gar nicht weit weg von meinem Oldenburger Laufrevier. Auch auf dem alten Flughafenareal ist es weit, flach, grün und baumlos.

Hier wie dort geht es lange geradeaus:

An beiden Orten leuchtet zur Zeit das Herbstlaub:

Aber natürlich gibt es sehr spezifische Unterschiede, Berlin ist Berlin und das buntgemischte Volk auf dem Tempelhofer Feld, das den verschiedensten Aktivitäten nachgeht, inklusive zweier weiterer Barfußläufer, läßt einen die Großstadt auch hier spüren.

Und Oldenburg ist eben Oldenburg, ländlich, idyllisch, friedlich und ruhig.

Ich mag beide meine Hausreviere, an beiden Orten läßt es sich entspannt und ohne Hektik laufen und beide Reviere eignen sich hervorragend zum Barfußlaufen. Ebenso sind sie ohne Aufwand von der Haustür aus zu erreichen. Einen Neuigkeitswert bieten zwar beide nicht mehr, aber um im Alltag zu laufen ohne sich Gedanken über ein Wie und Wo machen zu müssen, sind sie einfach perfekt 🙂

Gelästert

… hat heute Abend meine Utkiek-Truppe, weil ich trotz üppiger Plusgrade in langer Hose erschienen bin. Noch schlimmer: Da ich keine Lust hatte mich für diesen einen Lauf in eine lange Tight zu zwängen, hatte ich einfach meine Trainingshose angezogen und wegen ihr wurde mir sogar eine Thermohose unterstellt! Mein Ruf ist ruiniert und nur weil ich meine Wade heute vorsichtshalber einmal warm halten wollte.

Auch wenn meine Trainingshose wirklich keine Thermohose war, so hatte ich nach einer halben Stunde trotzdem das Gefühl, dass mir der Schweiß die Beine runterlief, puh! Egal, in die Schuhe konnte mir der Schweiß ja nicht laufen 😆 Aber was tut man nicht alles für die Wade 🙂 Sobald sie wieder fit ist, wird allerdings wieder Bein gezeigt um mühsam meinen Ruf wieder herzustellen 😛

Schleichfahrt

29.10.19 02

Unglaublich, der furiose Wadenkrampf von vor einer Woche hat mich tatsächlich die letzten sieben Tage beeinträchtigt. Die Wade wollte bei den ersten beiden Läufen danach immer wieder dicht machen und tolerierte nur gemächlichstes Tempo. Aber lieber gemächlich als gar nicht und so ging ich halt die letzten Tage auf Schleichfahrt und war teilweise nur mit einer 7er-Pace unterwegs. Neben den Läufen wurde gedehnt und geblackrollt, wohl mit Erfolg, weil ich immerhin schon wieder die 10 km-Marke knacken und über die Woche fast 40 km sammeln konnte.

Es wäre aber auch Sünde gewesen, wenn ich dieses geniale Herbstwetter hätte sausen lassen müssen. Sonnig und frisch, so könnte es noch wochenlang weitergehen. Da legt man auch gerne mal ein Päuschen ein …

… oder erfrischt sich etwas:

Hauptsache es bleibt alles ganz unverkrampft 😎

Was für`n Krampf

… oder Übermut tut selten gut. Zwei Tage nach meinem Barfuß-Wettlauf-Debüt wollte ich gestern bei einem gemütlichen Lauf nur etwas die Beine ausschütteln. Allerdings hatten die wohl irgendwie noch das Tempo vom Sonntag in sich und dann war da auch noch dieses Binnenschiff names „Saturn“, das ich irgendwie nicht so wirklich überholen lassen wollte. Kurzum ich war recht zügig an der Hunte unterwegs als mir bei Kilometer 4,3 aus heiterem Himmel ein Krampf in die linke Wade schoß, wie ich ihn in 14 Jahren beim Laufen noch nie erlebt hatte.

Nach erfolgter Notbremsung versuchte ich den Krampf rauszudehnen, vergeblich. Ein vorsichtiges Anlaufen brach ich nach 40 – 50 Metern wieder ab. So blieb mir nichts anderes übrig als zum Startpunkt zurückzuwandern. Da ich mir einfach nur eine Pendelstrecke vorgenommen hatte und mich noch auf dem Hinweg befand , durfte ich also die besagten 4,3 km wieder zurück latschen. Zum Glück ging das noch recht zügigen Schrittes, weil für eine Wanderung gegen den zwar schwachen, aber doch recht frischen Ostwind, war ich doch etwas leicht bekleidet.

Merke: Auch wenn ich nicht granatenschnell unterwegs war, ein alternder Genußläufer sollte nicht gleich zweimal hintereinander Tempo laufen, wenn er es nicht gewohnt ist. Zumal sich in den letzten Wochen unabhänig vom Tempo immer mal wieder leichte Krämpfe in den Waden angedeutet hatten, was ich eigentlich überhaupt nicht kenne. Aber es gibt nichts Schlechtes, das nicht auch etwas Positives hat: Zum Glück ist mir das nicht am Sonntag passiert 🙂

Die noch mürrische Wade war denn auch der Grund, warum ich heute nicht zum Utkiek gefahren bin. Stattdessen habe ich eine kleine Testrunde an der Hunte gedreht. Diesmal im Schleichtempo ging das Ganze über 3,7 km gut, bis dann die Wade erneut dicht zu machen drohte. Deshalb bin ich die letzten 300 m bis zum Auto vorsichtshalber nur noch gegangen. Nicht schön, aber auch keine Katastrophe. Nach dem durchstandenen Fußproblem nehm ich das jetzt erstmal noch etwas locker und versuche die Wade die kommenden Tage ebenfalls etwas zu lockern und trete dafür auch nochmal etwas kürzer.

Bei der heutigen Gelegenheit habe ich auch gleich mal kurz die Brustlampe angetestet, die ich heute für schlanke 10 Euronen bei Feinkost Albrecht (für Nichtkenner: Aldi 😀 ) erstanden hatte. Bis auf einen kleinen Silikon-Zippel, der die Abdeckung für die USB-Aufladung halten soll, aber gleich beim ersten Öffnen abgerissen ist, macht die Billig-Funzel einen erstaunlich wertigen Eindruck und ist auch im Licht um einiges besser als meine inzwischen schon leicht angejahrte Decathlon-Brustlampe. Für das was die Aldi-Lampe an Licht- und Verarbeitungsqualität bietet, habe ich bei Lenser vor einigen Jahren noch einen Hunni auf den Tisch gepackt, bzw. an den Versandhändler überwiesen, krass.

Am Licht soll es für die dunkle Jahreszeit also nicht scheitern, jetzt muß ich halt nur meiner Wade gut zureden.

 

 

„barfuß“

… war heute vormittag das am meisten von mir gehörte Wort. Heute habe ich mir nämlich etwas Würze für meine Lauferei gegönnt (ich schrieb ja gerade erst drüber) und bin recht spontan, die Anmeldung ist genau eine Woche her, auf der 10 km-Strecke des Oldenburg-Marathon gestartet. Ich wollte doch mal den Barfuß-Einstieg in Wettläufe finden 🙂 Nach 4,5 Barfußschlußkilometern während des Venlo-Halbmarathons im Frühjahr sollte es erstmalig eine komplette Distanz sein. Da bot sich dieser 10er auf flacher, asphaltierter Stadtstrecke einfach an. Ansonsten hab ich es ja nicht so mit 10 km-Läufen, was man auch daran erkennen kann, dass mein letzter 10 km-Wettlauf an Silvester 2014 stattgefunden hatte.

Ich muß gestehen, dass ich vor dem Start tatsächlich etwas nervös war. Obwohl ich ja schon reichlich barfuß über diese Distanz und länger gelaufen bin, ist ein Wettlauf halt doch ein Wettlauf und irgendwie will man ja doch ein halbwegs anständige Leistung zeigen. Darüber hinaus stellte sich noch die Frage, was mein linker Fuß zu diesem Unterfangen sagen würde. Mein bescheidenes Ziel, unter einer Stunde zu bleiben, sollte aber machbar sein.

Während ich zur frühen Sonntagmorgenstunde einen Becher Tee schlürfte und an zwei kleinen Bananen gemümelt hatte, hörte ich wie im Radio bei Bremen Eins der Moderator über den Oldenburg-Marathon sprach und mitlaufende Hörer dazu animierte einfach mal ein WhatsApp-Sprachnachricht ins Studio zu schicken, was sie heute so läuferisch vorhaben und wie sie sich darauf vorbereitet haben. Da dachte ich mir, dass ich da doch mal mitteilen könnte, dass ich die 10 km-Strecke heute erstmals als Wettlauf barfuß angehen wollte. Gedacht, getan und schon wenige Minuten später hatte ich eine Antwort, ob ich nicht Lust hätte im Radio kurz über meinen Lauf ohne Schuhe zu sprechen. Hatte ich und wurde noch etwas nervöser, ein Radiointerview hatte ich in meinem Leben schließlich noch nie gegeben. Freundlicher Weise hat mir Bremen Eins das Interview für mich herausgeschnitten und mir per WhatsApp zugeschickt, klasse. Wer sich das also mal anhören möchte:

Unmittelbar nach dem Radiogespräch mußte ich mich dann auch auf den Weg machen und radelte in die Innenstadt. In den Schloßhöfen konnte ich Jacke und Trainingshose im Sportbeutel verstauen, diesen abgeben und mich noch danach etwas im Warmen aufhalten, da wurde ich schon das erste Mal auf das Radiointerview angesprochen 😆

Das Wetter war für den Lauf ideal, bedeckt, trocken, nahezu windstill und so um die 12° warm. Auf dem Weg zum Start traf ich jede Menge Bekannte und ich staune jedes Mal, wieviele Menschen ich inzwischen durch das Laufen kenne. Tomma, die später das Begleitfahrrad für die führende Halbmarathon-Staffel fahren sollte, begleitete mich noch zum Start und nahm sogar meinen Pullover wieder mit, den ich sonst geopfert hätte, um nicht auszukühlen.

Dann ging es auch schon los. Gute 6.000 Teilnehmer in sämtlichen Laufdisziplinen zusammen sorgten in diesem Jahr für ein erstaunlich hohes Zuschaueraufkommen, das widerum für Kurzweil an der Strecke sorgte. Ich hatte mich recht weit hinten einsortiert, dass hatte zwar den Nachteil, dass es etwas dauerte bis ich mich halbwegs freilaufen konnte, aber der Vorteil war, dass ich fortan nahezu nur überholen konnte ohne großartig überholt zu werden 😀 Dabei lief es ausgesprochen gut für mich und ich konnte über die 10 km ein für meine Verhältnisse ordentliches Tempo anschlagen ohne wirklich am Limit zu laufen. Was mich nun fortwährend über die gesamten 10 km begleitete war das Wort „barfuß“. Ob aus den Läufer- oder den Zuschauerreihen, ständig kommentierten die Leute mein Barfußlaufen. Selten verstand ich allerdings, die komplete diesbezügliche Konversation. Meistens war es aber kurzes Staunen, einmal sagte ein Mädel zu einem anderen: Der spart zweimal im Jahr 170 € (meine Güte, kaufen die teure Laufschuhe) und andere fanden es offensichtlich einfach nur krass.

Ich selber brauchte aufgrund der feuchten Straßen sogar etwas bis meine Füße richtig warm waren. Aber ansonsten lief es wie geschmiert, wenn auch mancher Asphalt doch etwas rauer war als gedacht und die feuchte Strecke zusammen mit dem für mich doch recht hohen Tempo für die Füße recht fordernd war. Dafür waren die 10 km erstaunlich schnell vorbei und ich rannte mit einer offiziellen Schlußzeit von 0:52:56 Stunden über die Ziellinie. Genial, damit hätte ich absolut nicht gerechnet, schließlich hatte ich für diesen 10er trainingsmäßig doch so gut wie nichts getan. Im Zielbereich war ich wie geflasht und happy wie schon lange nicht mehr. Ein kurzer Fußsohlencheck: Alles in Ordnung.

Ein Erdinger Alkoholfrei später zog ich mich um, schnackte noch kurz mit ein paar Bekannten und Lauffreunden, schlenderte zurück zum Fahrrad und war zu unser sonntags üblichen, späten Frühstückszeit wieder zuhause. Nicht ohne vorher noch eine WhatsApp an Bremen Eins über mein gutes Durchkommen und die Zielzeit geschickt zu haben, die dann auch noch prompt über den Äther verkündet wurde 😎

Zuhause entdeckte ich dann zwar doch eine große Blase am kleinen Zeh des linken Fußes, das war aber auch das einzige Übel, ansonsten hat sich der Fuß während des Laufs und danach absolut ruhig verhalten. Perfekt, besser hätte diese Wettlauf-Premiere in allen Belangen nicht laufen können! 😀

Kalt erwischt

Ich liebe ja den Herbst in all seinen Facetten und freue mich jedes Jahr aufs Neue nach der Sommerhitze wieder auf- und durchatmen zu können. Aber in diesem Jahr startete der Herbst doch sehr plötzlich und heftig. Dazu holte der Oktober hier im Norden bislang offensichtlich das gesamte Regendefizit des Sommers auf. Es war naß und kalt und naßkalt und mir war vor allem eines: Kalt! Arschkalt!! Ich zog für draußen schon die dicke Jacke an und drehte im Haus die Heizung auf wie im tiefsten Winter. Aber ich gehe davon aus, dass der Herbst und ich auch in diesem Jahr noch wieder miteinander warm werden. Trotzdem genoß ich erst einmal sehr die letzten drei Tage, die es auch hier oben noch einmal schön warm geworden war.

So konnte ich z. B. heute wieder in der kurzen Shorts und dazu im Leibchen eine spätsommerlich sonnige Runde am Rande des Gellener Moors drehen. Der viele Regen der vergangenen Wochen spiegelt sich noch in zahlreichen Pfützen wieder und die Sandwege sind durch ihn großteils herrlich weich geworden, Laufgenuß pur ❗

Allerdings war die Nummer sehr schweißtreibend, nicht nur der Wärme wegen sondern vorallem weil die Luft trotz des lieblich blauen Himmels sehr feucht war. Aber egal, die Sonne und die Wärme haben gut getan und vielleicht verwöhnt der Herbst ja noch mit dem ein oder anderen schönen Tag, bis ich wieder so richtig drin bin, in meiner liebsten Jahreszeit 🙂

Übrigens: Während ich diese bedeutungsschweren Zeilen niederschreibe regnet es schon wieder sinnig auf unsere Dachfenster. Hier „Archivaufnahmen“ vom 12.10. 😆 :

 

Nicht mehr so die rechte Lust

Diese Woche traf ich einen ehemaligen Kollegen, der auch Läufer ist. Auf meine Frage wie es denn so läuft mit dem Laufen, druckste er etwas herum, dass er nicht mehr soviel machen würde. In vielen Jahren hätte er an so vielen, allen möglichen Läufen teilgenommen, dass er nicht mehr so die rechte Lust hätte. Das ist es, wovor ich auch „Angst“ habe, dass es mir irgendwann einmal passiert. Allerdings gibt es zwischen meinem Ex-Kollegen und mir einen Unterschied, der mich hoffen läßt, dass es bei mir so schnell nicht dazu kommen wird. Ich ziehe meine Freude am Laufen nämlich nicht aus der Teilnahme an irgendwelchen Läufen, sondern zum allergrößten Teil aus meiner alltäglichen Lauferei.

Die Teilnahme an Wettkämpfen ist sicherlich auch eine Würze in meiner Läufersuppe, aber satt macht mich die Suppe als solche 🙂 So hoffe ich doch sehr, dass mir die rechte Lust noch lange nicht abhanden kommt.

Mein heutiger Lauf war auch wieder so eine sättigende Einlage in meiner Läufersuppe. Nachdem der Oktober hier im Norden noch nicht viel Goldiges zu bieten hatte, war es heute plötzlich warm, die Sonne blinzelte zumindestens zeitweise und die Luft war gesättigt von Feuchtigkeit. Deshalb zog ich nochmal das kürzeste Höschen und Kurzarm-T-Shirt an und ab dafür.  Das Tempo war einen Hauch flotter als üblich, aber immer noch im absoluten Wohlfühlbereich. Nach knapp vier Kilometern lagen die schraddeligsten Eingangskilometer hinter mir und ich konnte raus aus den Sandalen. Wenig später konnte ich entlang des Geestrandgrabens zwei Läufer rechts überholen und sie die nächsten sieben Kilometer auf Abstand halten, bis ich zur Treppe der Huntebrücke abbog und die beiden weiter geradeaus liefen 🙂

Das Laufen machte so richtig Laune und der Herbst dreht in Sachen Farben so richtig auf. Fürs Barfußlaufen hält er allerdings auch ein paar Unannehmlichkeiten bereit, Eicheln und andere Baumfrüchte auf den Wegen und als Geschosse von oben geboten Obacht.

Aber ansonsten war diese erneute 14 km-Runde ein Paradebeispiel für meinen Spaß am Laufen und macht es mir nach wie vor unvorstellbar, dass mir die rechte Lust am Laufen vergeht. Möge es noch viele Jahre so bleiben.

Und dann…

… ist er seit Dienstag auch schon wieder zu Ende, mein Urlaub.

Und damit haben die heimatlichen Gefilde mich wieder:

01.10.19 01

Und dann laufe ich auch mal wieder etwas schneller, endlich mal wieder ne deutliche 4 vor dem Komma (auf einem Kilometer, wir wollen ja mal nicht übertreiben 😛 ).

Und dann sehe ich die alten Laufbekannten auch schon wieder:

Und dann ist ja auch schon wieder Kramermarkt:

Und dann bin ich heute auch noch mit 14 km auf die längste Strecke seit Ende Juni gelaufen. Und dann ist es seit ca. zwei Jahren auch noch der erste Lauf auf dem es von vorne bis hinten durchgehend geregnet hat. Und dann war es auch noch so kalt, dass ich mit Handschuhen gelaufen bin ❗ Und dann war es plötzlich auch noch zappenduster. Und dann wurde ich zum Ende des Laufs auch noch von einem derartigen Heißhunger überfallen, dass ich zuerst fünf Scheiben Schinkenwurst auf die Hand gegessen und danach noch eine Tafel weiße Schokolade vernichtet habe.

Und damit ist erst einmal Schluß mit Und dann! 😛

Schnelle Beine

Eine neue Premiere für mich: Heute habe ich mir erstmals einen großen Marathon von der Zuschauerseite aus angesehen und ich muß sagen, dass ist wirklich mal eine spannende Sache.

Zusammen mit Frank machte ich mich auf dem Weg zu seinem bewährten Platz in der Yorckstraße zwischen Marathon-Kilometer 19 und 20. Auf dem Weg dorthin durfte ich allerdings erst einmal erleben, dass man bei der Wahl des Notrufs 110 bei der Berliner Polizeit in der Warteschleife mit Bandansage landet, krass! Zum Glück ließ sich der offensichtlich Geistigverwirrte von Passanten wieder aus dem Gleisbett der U-Bahn ziehen, bevor die nächste U 7 in die Station Hermannplatz einfuhr. Wenig später, in der U-Bahn-Station Gneisenaustraße, blieb unsere U-Bahn dann einfach stehen und nach ein paar Minuten entschloßen wir uns den Rest der Strecke zu Fuß zu gehen. Dabei konnten wir bereits die zuerst auf die Strecke gegangenen Handbiker anfeuern, bevor wir uns für den anstrengenden Zuschauerjob stärkten.

Dann wurde es Zeit an die Strecke zu gehen, weil schon sehr bald die Marathonweltelite herangerauscht kam um später knappst am Weltrekord vorbeizurauschen. Irgendwas zwischen 19 und 20 km in 56 Minuten und ein paar Kaputten zu laufen ist schon der Hammer und die vorbeifliegenden Topathleten kaum scharf auf die Speicherkarte zu bekommen.

Nach dem schnellsten Deutschen und anschließend der schnellsten Frau (beide irgendwo im kleinen Pulk unterwegs) …

… wurde es dann langsam voll auf der Strecke. Die Massen rauschten heran.

Man sieht jeden Laufstil, von elegant bis schwerfällig; mühelos dahineilende und schwer kämpfende Läufer-innen. Während bei den einen die Frisur sitzt, beginnen andere bereits im eigenen Schweiß zu zerfließen. Es lief jemand vorbei, der mit kleinen Bällen jonglierte, während ein weiterer mit zwei Basketbällen dribbelte und der Nächste ein Ananas auf dem Kopf balancierte! 😯 Zwei Barfußläufer konnten wir in dem Getümmel ausmachen, der Zweite entdeckte uns ebenfalls und wir hatten uns gegenseitig freudig gegrüßt.

Dazu kamen die kostümierten Läufer:

Allen gemein ist, so konnten sich bei diesem grundsätzlich genialen Läuferwetter warm laufen, während es für die Zuschauer zu erst frisch und dann (natürlich auch für die Läufer) naß wurde.

Als der Regen dann zu strömen begann, zogen es Frank und ich vor das Zuschauen zu beenden, immerhin hatten wir es aber bis zu den 4:15 / 4:30-Stundenläufern ausgehalten.

Eine Tasse Kaffee und (bei mir) einem Stück Kuchen später …29.09.19 27

… setzten wir unser Tagesprogramm an etwas trockeneren Orten fort.

Das war heute wirklich eine sehr interessante Perspektive auf den Berlin Marathon und ich konnte das alles auf mich wirken lassen, ohne das es mich in den Füßen gejuckt hatte, selber zu laufen. Wenn überhaupt hat mich das Wetter etwas neidisch, aber auch nur etwas 😉

Flugsand

Unfassbar, unsere Zeit auf Sylt neigt sich schon wieder dem Ende zu. Der erste Herbststurm ist über die Insel hinweggebraust und die Temperaturen sind mächtig in den Keller gerauscht. Aber „Wetter“ macht erst einen Großteil des Reizes der Insel aus und der Laufgenuß wird durch die Frische noch einmal bis an den Rand des Erträglichen gesteigert.

17.09.19 02

Die Tage drauf machte Niedrigwasser das Laufen am Strand recht einfach und es ließ sich die mannshohe Kante bewundern, die die Nordsee während des Sturms in manche Strandabschnitte gefräst hatte. Windig war es immer noch, was den Sand über den Strand fliegen ließ.

Durch den dann abflauenden Wind und Niedrigwasser wurden Sandbänke freigelegt. Leider sind diese recht kurz, da sie so wunderbar zu laufen sind.

Morgen noch einmal Laufen am Strand, dann war es das schon wieder mit der Zeit hier. Aber wie sagt man so schön?: Nicht traurig sein, dass es vorbei ist, sondern freuen, dass es gewesen ist 😀

Die stille Seite

Ich gebe zu, der Reiz von Sylt liegt für mich an der Westseite. Hier wo die Insel ihre fast 40 km lange Flanke der offenen See zuwendet, rauscht das Meer und tobt die Brandung, speziell wenn -wie gestern- eine steife Brise pfeift.

Aber Sylt hat auch eine ruhige, stille Seite, die Ostseite. Diese ist dem Wattenmeer zugewandt. Der stetige Westwind wird hier von der Insel abgefangen und hier zieht sich das Meer zweimal täglich im Wechsel der Gezeiten zurück und es läßt sich durch das Watt laufen. Auf dieser geschützten Seite liegt auch der Hafen von Hörnum.

Nach täglichen Läufen am Weststrand hat es mich heute einmal in diese Stille gezogen. Menschen sind hier nur wenige unterwegs. Auf der Wattenseite befindet sich die Kinderstube der Vogelwelt, deshalb kann man nicht überall uneingeschränkt laufen. Auch heißt es beim Trab durchs Watt ein Blick auf die Muscheln zu halten, sonst könnte das Barfußlaufen aufgrund der Scharfkantigkeit durchaus schmerzhafte Folgen haben.

Was an der Wattenseite auch fasziniert sind die ganz anderen Lichtverhältnisse, das Watt und die ruhige See spiegeln in der Sonne und auch der Himmel wirkt noch einmal höher als über der rauhen See. So hat auch die Stille durchaus ihre spektakulären Seiten.

Druckbetankung

10.09.19 00

Nicht was Ihr eventuell denkt, ich rede hier von Druckbetankung mit frischer, klarer Meeresluft. Die Lungen werden regelrecht geflutet mit dieser genialen Luft, die Bewegung ist der pure Genuß und abends bin ich von den vielen Stunden an Strand und Meer auf herrliche Weise todmüde.

Das Laufen am Strand und durch die auslaufenden Wellen ist ein Traum. Das Tempo ist dabei allerdings unterirdisch. Aber wen interessiert dabei das Tempo? Im Gegenteil, jede Sekunde langsamer ist eine Sekunde mehr Laufgenuß 😎  Und wer braucht hier schon Laufschuhe oder -sandalen? 😀

Beherrschung verloren

Endlich Urlaub! Bis in den September auf den Jahresurlaub zu warten, fiel dieses Jahr schon etwas schwer. Aber nun ist es soweit. Gestern ging es (mal wieder) nach Sylt.

Heute morgen eine erste Runde, die so genial war, dass ich in Sachen Laufzurückhaltung nahezu die Beherrschung verloren hatte. Um 10 Uhr war es schon herrlich warm, dazu Sonne satt und noch mehr Meer!

Gute 10 km, davon 7 barfuß, davon 5,4 km Strand und Meer. So ein genialer Lauf ließ sogar Vorfuß und Ferse restlos verstummen. Ein Traum!

Kleinvieh macht auch Mist

Heute habe ich den August läuferisch abgeschlossen. Trotz meiner bescheidenen Wiedereinstiegsläufe führe ich auch weiter tapfer meine Laufstatistik. Als ich in meiner Old-School-Excel-Tabelle für das Monatsergebnis auf Enter drückte, kniff ich die Augen zusammen und machte sie gleich wieder ganz groß auf: Immerhin gute 82 km habe ich mir in diesem Monat auf kurzen Strecken zusammengeeiert. Cool! 😎 Zugegeben: Ein einziger 10er war auch dabei und hat somit die Statistik mächtig gepusht, als ich von der Werkstatt nachhause gelaufen bin, weil mein alter Kleinwagen frisch inspiziert und getüvt wurde 😆

Die letzte Woche war dabei noch einmal richtig heiß und schweißtreibend. Deshalb gab es u. a. nackte Haut und kalte Duschen …

… schattenspendenden Wald am Woldsee …

… und kühlenes Eis zum offiziellen Abschluß der Utkiek-Sommersaison.

Der August geht somit durchaus versöhnlich zu Ende. Im kommenden September werde ich auch nichts forcieren. Endlich steht der Jahresurlaub auf dem Plan und dem Laufen werde ich den gewünschten Raum bieten, aber nicht die oberste Priorität. Somit schließe ich auch aus in den kommenden Wochen zu überziehen.

Kurios

Vor 14 Tagen stand mal wieder der Großhandel in Amsterdam auf dem Programm. Sieben Stunden sind wir durch die Hallen getourt und zur Schonung der Ferse wollte ich eigentlich Schuhe tragen. Eine der sieben Stunde habe ich das in ihnen auch ausgehalten, dann habe ich es doch vorgezogen barfuß zu gehen. Sechs Stunden Betonboden und die Ferse war anschließend ruhig. Hatte der Betonboden vielleicht so eine Art Blackroll-Effekt auf die Ferse ausgelöst? Ich weiß es nicht und ich verstehe es auch nicht. Aber am Montag ließ mich die Erkenntnis erstmals seit Ende Juni mal wieder barfuß traben. 4,3 km und die Ferse war ruhig, während der Vorfuß noch leicht vor sich hin zwackte.

19.08.19 01

Dientag das gleiche Ergebnis auf 5,1 km. Donnerstag auf dem Utkiek 7 km in den Trail-Pies Sucios mit ruhigen Vorfuß und dafür wieder zickender Ferse. Am Freitag 6,1 Barfuß-Kilometer auf dem Weg vom Blankenburger See nach Iprump und zurück mit wieder ruhiger Ferse und leicht murrendem Vorfuß.

Fazit dieser Woche: Die Ferse steht offensichtlich auf Härte und ist scheinbar über das Schlimmste hinweg. Der Vorfuß hingegen ist beim Laufen noch nicht komplett unauffällig, zeigt aber bislang nach den Läufen keinerlei Nachwehen. Vier Läufe brachten immerhin schon über 20 km. Und noch eine Erkenntnis: Wer kürzer läuft hat mehr Zeit zum Relaxen 😀

Wiedersehensfreude und Klarstellung

Nach ewigen Wochen bin ich am Donnerstag mal wieder beim Utkiek gewesen. Die Freude die ganzen Berggämsen wiederzusehen war groß und wurde noch dadurch gesteigert, dass Heimo auch dazugekommen ist. Nach automobiler Anreise aus München am selben Tag war der Utkiek für ihn genau das Richtige um nach der langen Fahrt die Beine auszuschütteln. Dabei konnte Heimo erstmalig die Oldenburg-Mountains und unser intensives Training dort kennenlernen 😀

Schön war es in gut gelaunter Runde wieder die altbekannten Schleifen zu ziehen. Mein Fuß hat das Stündchen recht gut verkraftet. Allerdings will die Ferse nach wie vor keinen rechten Frieden geben, aber ich bilde mir ein, dass sie doch allmählich ruhiger wird. Auch wenn sich mein gesamter Bewegungsapparat am Tag drauf anfühlte, als wäre ich einen Marathon gelaufen 😆

Apropos Fuß: Wenn man bei seinem Besuch beim Osteopathen mit seinem Blog angibt, muß man auch damit rechnen, dass der auch gelesen wird. So bekam ich zu meinem Betrag über meine Behandlung noch eine WhatsApp-Nachricht von ihm, mit dem Hinweis, dass er nicht mal „eben nur an meinen Zehen gezogen hat“, sondern schon eine konkrete Ursache für meine Beschwerden gefunden und behandelt hat, nämlich: eine “ Blockade “ des os naviculare und damit verbunden Impingement des Tibiotalaren Gelenkes ( verursacht durch myofasziale Spannungen !). Das wollte ich hier gerne noch einmal ergänzend hinzufügen. Die Lateiner und Mediziner unter Euch wissen jetzt Bescheid, der Rest kann bei Interesse (wie ich auch) zur allmächtigen Suchmaschine greifen und weiß es danach auch 🙂 Auf jeden Fall scheint die gelöste Blockade ein voller Erfolg zu sein, da im Vorfuß zu 95% Ruhe herrscht und meine bisherigen Wiedereinstiegsläufe keinen negativen Einfluß hatten!

Schwelgen

Ich finde es ja immer wieder spannend, was so auf meinem Blog so alles gelesen und geguckt wird. Die WordPress-Statistik gibt darüber ja wunderbar Aufschluß. Gerne klicke ich die gelisteten Bilder und Berichte dann mal an um zu schauen, was ich da über die Jahre schon so alles geknipst und von mir gegeben habe. Seit einigen Tagen habe ich da viel zu tun, weil offensichtlich irgendein Robot oder sonst irgendetwas querbeet durch alle Jahre meinen Blog abgrast. Anders kann ich mir die mehreren hundert User aus den USA nicht erklären, die da angeblich plötzlich alle auf meinen Blog schauen.

Aber egal, meine Statistik listet da chronologisch völlig unsortiert die geklickten Bilder und Berichte und ich habe mir die gar nicht mal so wenige Zeit genommen, mir das alles mal anzuschauen. Bei dieser Reise durch die Jahre habe ich regelrecht in Erinnerungen geschwelgt. Das hat richtig Spaß gemacht.

  • der Wechsel der Jahre
  • der stete Wechsel der Jahreszeiten
  • Sonne, Regen, Sturm, Schnee, Hitze, Kälte
  • Ach herrje, da hatte ich ja noch die Brille
  • Ach herrje, da hatte ich ja noch Haare
  • Oh, Trier
  • Österreich
  • München
  • Nimwegen
  • immer wieder Berlin
  • Sieh an, meine ersten Tattoos
  • Läufe nach Neuwerk
  • Ach ja, im Winter 2012/2013 hatte ich schon mal versucht minimal zu laufen
  • auch immer wieder: Meine Güte was hast Du da denn für einen Schrunz geschrieben
  • Verletzungen
  • die fantastischen Winter-Etappenläufe
  • eine Handvoll Marathon sind es doch schon
  • dazu Hermannslauf, Harzquerung, Luxemburg, Ahrathon und und und
  • was ist da schon alles zusammengekommen
  • Dabei mache ich noch nicht einmal so richtig viel
  • emotionale Finishs und DNF
  • Februar `17, der Umstieg auf Minimal und Barfuß beginnt
  • viel viel viel viel viel norddeutsche Landschaft, flaches Land, Deiche, Wasser, Vogelschwärme
  • Hach
  • uvm
  • Und!: viele viele viele viele Begegnungen mit Freunden, die ich ohne diesen Blog niemals kennengelernt hätte, ohne die ich so manches Laufabenteuer nicht gewagt hätte und ohne die ich viele Erlebnisse, viel Spaß und viele schöne Stunden nicht gehabt hätte. Ohne die dieser Blog nur ein lebloses Tagebuch und wahrscheinlich schon längst wieder eingeschlafen wäre.

Die Zeit, die ich mir für diese Klickerei durch Bilder und Berichte genommen habe, war gut investiert. Laufen, bei Wind und Wetter draußen sein, was für ein intensives Leben durfte ich in all den Jahren genießen. Sollten, in Zeiten wo es mal gerade nicht so läuft mit dem Laufen, jemals Zweifel bezüglich der Fortsetzung aufkommen, dann fegt so eine Zeitreise diese gnadenlos vom Tisch.

Danke also einmal unbekannter Weise über den großen Teich für die Animation zum ausgiebigen Schwelgen in Erinnerungen 🙂

Ein Widerspruch in sich

Ärgerlich, dass mein Wiedereinstieg ins Laufen jetzt durch die Ferse behindert wird. Das Dingen will sich aber im Moment auch einfach nicht beruhigen. Drum habe ich zuerst tief in meinem Gedächtnis und dann noch tiefer in meiner Kommode mit meinem ganzen Laufgeraffel gekramt. Nach einigen Suchen hatte ich denn die Objekte meiner Begierde, die Fersengeleinlagen, die mir mein Orthopäde anno quark schon einmal wegen ähnlicher Beschwerden verschrieben hatte. In die engen V-Runs bekam ich die Dinger, bzw. das Ding weil nur für den linken Fuß notwendig, nicht, aber in die etwas geräumigeren V-Trails paßte es hinein.

Einen Barfußschuh mit einer Einlage aufzumotzen ist ja nun wirklich ein Widerspruch in sich, aber damit konnte ich heute eine 7 km-Runde im Bereich Kleiner Bornhorster See/ Alte Braker Bahn fast ohne Beschwerden laufen. Noch wichtiger: Die Ferse war auch nach dem Lauf nicht so auf Krawall gebürstet wie nach den vorherigen Läufen. Tada! Man muß sich nur zu helfen wissen. Auch wenn ich mir, weil ich die V-Trails nicht mehr gewohnt bin, gleich noch wieder eine Blase gelaufen habe. Egal, Fuß vorne ruhig, Fuß hinten fast ruhig, da kann mich auch so eine poppelige Blase nicht mehr belasten.

Und zur Feier des gelungenen Laufs ging es im Kleinen Bornhorster See auch gleich noch einmal in die Fluten. Allerdings so ganz ohne diese anstrengenden Schwimmbewegungen, dafür aber mit Besuch! Bzw. eigentlich war ich der Besuch 😀

😀

 

 

Das will ich wissen

Gestern stand der Besuch beim Osteopathen an. Eine ganze Stunde hat sich der Mann Zeit genommen und mir in dieser Zeit soviel Input gegeben, dass ich diesen über die kommenden Tage erst einmal in Ruhe verarbeiten muß.

Das Positive vorweg, er war von meiner Barfuß-/Minimallauferei sehr angetan, trägt selber auch nur Barfußschuhe. Das Negative aber gleich hinterher: Zum einen ist es um meine Beweglichkeit eher suboptimal bestellt. Genauer gesagt ich bin steif wie ein Brett. Zum anderen ist meine Ernährung … naja, ist ja nicht so, dass ich das nicht schon wußte.

Mein Fuß selber war zur Untersuchung, von der Ferse mal abgesehen, erwartungsgemäß ganz brav, so dass der Osteopath lediglich die Zehen einmal ordentlich zum Knacken gebracht (das ging aber auch am rechten Fuß) und mir darüber hinaus „nur“ Fazien-, Dehn- und Gymnastikübungen gezeigt hat. Darüberhinaus offenbarte mein ganzer Körper die oben bereits erwähnte Steife. Zur Anschauung hat mich der Osteopath mit meinem eigenen Smartphone fotografiert. Das hat nicht nur den Vorteil, dass ich mir nicht nur das Elend immer wieder anschauen, sondern Euch an dem Bild des Jammers auch noch teilhaben lassen kann. Allerdings auch gleich an dem allersten kleinen Erfolg (siehe Bilder vom durchgestreckten Bein)

Der Osteopath kann mit durchgestreckten Beinen locker die gesamten Handflächen auf dem Boden aufsetzen. Und jetzt kommt`s: Auf mein bodenloses Staunen sagte er mir, dass ich das bei täglicher Ausübung der mir beigebrachten Übungen in vier Wochen auch könne. Das will ich wissen! Deshalb und nicht nur deshalb wird jetzt regelmäßig geübt. Die Notwendigkeit meinen Körper zumindestens ansatzweise etwas geschmeidiger zu bekommen sehe ich ein. Schlußendlich könnte ich dadurch sogar etwas schneller werden, faszinierend aber zweitrangig.

Auch an meiner Ernährung werde ich arbeiten um den Körper zu entsäuern, in diesem Zusammenhang besteht nämlich auch die Hoffnung meine permanente Müdigkeit, für die es bis dato keine medizinische Erklärung gibt, zu vertreiben.

Fazit: Das war eine lehrreiche Stunde, die mir in einigen Punkten noch einmal die Augen geöffnet hat. Nicht nur den Fuß (der offensichtlich in den vergangenen sechs Wochen gut gesundet ist), sondern gleich den ganzen Körper DAUERHAFT zu mobilisieren und obendrauf an der Ernährung zu arbeiten, wobei auch Jens gerne mitmachen will, sind schon ziemlich hehre Ziele. Aber das Wissen um meine Defizite schlummerte schon länger in mir und hoffe, dass der gestrige Tag der notwendige Tritt in den Hintern war selbigen endlich über das Laufen hinaus hochzukriegen.

Fast schon ein Triathlon

Gestern hatte ich den zweiten Laufversuch unternommen. Dazu war ich mit dem Fahrrad raus zur Hunte gefahren und dort in die Laufsandalen geschlüpft. Nach vier erfolgreich absolvierten Laufkilometern (HURRA! Allerdings zickt jetzt die linke Ferse, die aber auch durch die Schonhaltung der letzten Wochen arg strapaziert wurde) ging es weiter zum Kleinen Bornhorster See. Dort konnte ich der Versuchung nicht widerstehen einmal in die Fluten zu steigen. Da dies nicht geplant war mußte die Laufunnerbüx als Badehose herhalten und anschließend die Luft das Handtuch ersetzen. Aber herrlich war es!

20 km radeln, 4 km laufen und ungefähr 10 Schwimmzüge, wenn das nicht schon fast ein Triathlon gewesen ist 😆 😎

Auf zwei Rädern hin und zurück ging es dann heute zu Schwiegermuttern . Dabei kamen völlig relaxte 43,4 km zusammen.

Kurze (Zwangs-)Pause:

Entspannte Zeit:

Das Ganze bei Sommerwetter wie ich es liebe. Warm, etwas wechselhaft und trocken 🙂

Ein zartes Pflänzchen?

Hin- und hergerissen war ich heute Abend. Sollte ich es wagen? Mal ein kurzes Stück zu laufen? Im Alltag verhält sich der Fuß weiterhin nahezu komplett ruhig und auch den Bahnsteigsprint vom vergangenen Donnerstag hat er nicht nachhaltig übelgenommen. Ebenso wenig wie die sieben Stunden, die ich am Samstag auf baren Füßen auf dem CSD in Berlin unterwegs war.

Ich habe mich für einen Versuch entschieden und war aufgeregt und nervös, wie ein kleines Kind vor dem ersten Schultag. Seichter Regen und knappe 20° erleicherten mir noch die Enscheidung. Wahnsinn, wieviel Spannung sich in mir breitgemacht hat, dabei ist das Laufen mir doch das Vertrauteste von der Welt und es war ja auch wahrlich nicht mein erster Aussetzer. Aber gerade dieses Vertrauen in das Vertraute ist halt augenblicklich erschüttert.

Das erste Antraben mit klopfendem Herzen, ein kurzer Stich, dann schmerzfrei! Genauso wie die ersten paar Hundert Meter. Ich versuche den Fuß so locker wie möglich zu lassen. Hypersensibles Hineinhorchen in ihn, ein leicht dumpfes Gefühl, kein Schmerz. Es beginnt richtig zu regnen, Freudentränen? Nach einem Kilometer kurz Innehalten an der Hunte, dann umdrehen und zurück. Nach eineinhalb Kilometern irgendwie Unruhe im Fuß. Und Jucken! Ist Jucken nicht ein Zeichen für Heilung? Nach zwei Kilometern beende ich den Lauf, die Sonne kommt raus und ein großer, kräftiger Regenbogen steht am Himmel, ich bin klitschnaß. Eine schon fast kitschige Hollywood-Happy-End-Szenerie, aber egal, wenn das kein gutes Zeichen ist? Der Fuß?: Ruhig. Auf der Rückfahrt macht sich ein leichtes Zirpen auf dem Fußrücken bemerkbar, wie ich es kenne, wenn ich Schuhe zu fest schnüre, aber kein Schmerz!

Was für ein lange Analyse eines zwei Kilometer kurzen Laufs, an den sich eine Mischung aus Freude, verhaltenem Optimismus und Skepsis anschließt. Aber auch was für ein Gefühl diese paar Minuten gelaufen zu sein, trotz des Horchens und Bangens, Wahnsinn ❗

Bleibt der Fuß ruhig, werde ich am Wochenende noch einmal die gleiche Strecke probieren mit einem kleinen Fünkchen Hoffnung, dass da wieder ein zartes Laufpflänzchen wächst.

 

Einsatzbereit

… sind nun endlich meine beiden Fahrräder in Berlin. So kann ich nicht nur in lauffußlahmen Zeiten die Stadt auch auf zwei Rädern erkunden 😀 Quasi geerbt hatte ich da zwei Mountinbikes. Klein, wendig und robust sind die gar nicht mal die schlechteste Wahl für den Großstadtdschungel.

Das erste Bike ist nichts besonderes. Die Marke heißt Hawk und eine Google-Suche ergab, dass es wohl in der Regel in Bau- und Supermärkten vertickt wird. Aber es fährt sich sehr bequem und macht einen sicheren Eindruck und hat immerhin auch Shimano-Komponenten.

Das zweite ist ein Cannondale, pechschwarz heißt es bei mir jetzt schon das schwarze Biest. Auf jeden Fall das bessere und auch schickere Teil.

Künftig werde ich auch mal einige Wege mit dem Rad zurücklegen statt die Öffis zu benutzen. So wird es teilweise noch etwas einfacher, ich freue mich darauf.

Ein kurzer Sprint …

… und Hitzefrei.

Mein Anschluß-Zug nach Berlin in Hannover hatte gestern Abend eine Stunde Verspätung. Als er denn endlich eintrudelete, war die Wagenreihung genau andersherum als auf dem Wagenstandsanzeiger angezeigt. Auf der Bahnsteiganzeige wurde das entweder nicht angezeigt oder mir ist dieses Detail entgangen. Wie auch immer, da der ICE aus zwei Zugteilen bestand und bis Berlin keinen Zwischenhalt hatte um noch einmal zu wechseln, durfte ich einen Barfuß-Sprint über fast den gesamten Bahnsteig hinlegen um mir noch meine Sitzplatzreservierung zu ergattern. Hat geklappt und der Überraschungsmoment für den Fuß war so groß, dass er im ersten Moment sogar schmerzfrei war. Dann war er aber doch wieder recht deutlich zu spüren, aber er konnte sich ja auf meinem ergatteren Sitzplatz, von dem ich erst einen arroganten Business-Typen vertreiben mußte, gleich wieder erholen und war dann zum Glück auch gleich wieder ruhig.

Heute in Berlin gönne ich mir einen Tag Hitzefrei. Nach dem sehr langen, anstrengenden und heißen Vortag mit der schlußendlich über eineinhalb Stunden verspäteten Anreise steht jetzt heute nur Müßiggang auf dem Plan. Kann ich bei den Temperaturen sehr gut 😀

Morgen möchte ich erstmals am CSD hier in Berlin teilnehmen. Wie mir das Zusammenspiel von angesagten 30° C und bis zu 1.000.000 angekündigter Besucher gefallen wird, zeigt sich dann 🙄 Ich fand, dass es beim Berlin-Marathon schon sehr viele Menschen waren und das waren 960.000 weniger! 😯 😆

Selbst ist der Privatpatient

Meinen Unmut über die fehlende Diagnose bezüglich meiner Fußbeschwerden habe ich hier hinlänglich zum Ausdruck gebracht. Speziell das ich auf eine CT-Aufnahme noch vier bis sechs Wochen warten sollte, wenn denn die Schmerzen in dieser Zeit nicht von alleine verschwinden, frustrierte mich -Achtung Wortwitz- bis in die Haarspitzen.

Deshalb habe ich mir stumpfdumm selber einen Termin in einer Radiologie-Praxis besorgt. Als Privatpatient brauche ich schließlich keine Überweisung und dadurch ging es natürlich auch mit dem Termin recht schnell. Heute war es deshalb schon soweit und das Ergebnis:

23.07.19 07

Überhaupt ist alles gesund und sieht wunderbar aus. Der Radiologie sagte man könnte jetzt noch viel untersuchen, all diese Untersuchungen (z. B. Knochenszintigramm) würden allerdings dauern und seiner Meinung letztendlich nichts mehr zu Tage fördern, was in dieser Zeit nicht auch wieder von alleine heilen könnte, da jetzt ein ernsthaftes Erkrankungsbild nahezu auszuschließen ist. Eine Blockade könnte eventuell noch bestehen, diesbezüglich bemühe ich mich gerade um einen Termin bei einem hochangesehenen Osteopathen in Oldenburg. Ansonsten bleibt mir nur warten, schonen und auf baldige Besserung hoffen. Inzwischen weiß ich gar nicht, ob mir nicht eine simple Fraktur lieber gewesen wäre, die wäre zeitlich wenigstens kalkulierbar 🙄 Aber zu wissen, dass nichts Ernstes vorliegt ist ja auch schon einmal was.

Da ich keinen Orthopäden benennen konnte, dem er den Befund und die CD mit den Aufnahmen zuschicken sollte, er hat mir das alles in die Hand gedrückt. Die CD habe ich dann mal in meinen Laptop gesteckt und siehe da, der konnte die Bilder sogar auslesen. So sieht er also aus, mein linker Fuß, spannend 🙂

Die Carboneinlage werde ich aber beim Rennradeln erst einmal weiter im Schuh belassen, um den Fuß bei der Treterei nicht zu sehr zu belasten. Aber das Rennradeln werde ich die kommende Tage auch erst einmal lassen, bei der angekündigten Affenhitze tue ich mir das nicht an. Vielleicht kommt diese wetterbedingte Komplett-Pause dem Fuß ja auch noch einmal zugute.

 

Verpaßte Schanze

Es gibt da so eine alberne Werbung für angeblich spottbillige Luxusreisen, wo ein Frau auf einer Liege am Pool zu ihrem Nachbarn sagt: Wissen Sie, ich dürfte eigentlich gar nicht hier sein… bla bla bla. Umgekehrt ging es mir am Wochenende aber genauso. Ich hätte eigentlich gar nicht in Oldenburg sein dürfen, sondern stattdessen im Schwarzwald, genauer gesagt in Titisee-Neustadt, um dort gemeinsam mit meinem Chef die dortige Skischanze hochzulaufen, bzw. sie wohl eher auf allen Vieren hochzukriechen. Der Veranstalter spricht von den härtesten 400 m der Welt und das wären sie für mich sicher auch geworden.

Nun, aus mittlerweile bekannten Gründen habe ich die Reise in den Schwarzwald nicht angetreten und meinen Chef alleine auf die Schanze geschickt. Dafür landete er durch ein auf der Anreise geführtes Gespräch mit einem Lokalredakteur der hiesigen Nordwest-Zeitung mit einem Artikel über diesen Lauf in eben selbiger. Das Zitat vom ihm „Ich fahr alleine, obwohl ich viel dafür werbe, findet sich irgendwie niemand, der 800 Kilometer Anreise für 400 Meter bergauf als lohnenswert erachtet“ schreibe ich allerdings mal der journalistischen Freiheit des Redakteuers zu, schließlich hätte es ja heißen müssen, dass er leider alleine reisen mußte, weil sein Mitstreiter aufgrund einer Verletzung nicht teilnehmen konnte. Aber was soll`s, ich bin ja nicht nachtragend.

Dafür zitiere ich Daniel bezüglich dessen, was er mir nach dem Lauf per WhatsApp beschrieben hat: „… die blanke Hölle“ und „Ich war (…) in meinem ganzen Leben noch nie so im Arsch wie danach“. Das Ganze untermalt mit einem Schnapschuß, wo er zufällig noch jemanden mit aufs Bild bekommen hat.

SW

Hach, so eine Laufverletzung kann doch etwas Herrliches sein, was ist mir da offensichtlich erspart geblieben 😆 Allerdings hat Daniel mir schon angedroht, dass ich dann nächstes Jahr auf jeden Fall mitmuß 😯

Stattdessen bin ich am gestrigen Sonntag ganz entspannt 72 km gerennradelt, unterbrochen von zwei großzügigen Zwischenstopps, zum einen beim verkaufsoffenen Sonntag in Hude, wo Jens gearbeitet hat, und zum anderen bei Schwiegermuttern zum Bingo-Gucken 😀

Dabei durfte ich mich die ersten 20 km vom teils kräftigen Rückenwind treiben lassen. Fanastisch, wie man dabei ganz locker kurbelnd mit fast 30 km/h durch die Gegend rollt. Aber auch sonst vermied ich jeden großen Kraftaufwand um den Fuß nicht zu sehr zu belasten. Ich kann nicht verhehlen, dass mir diese lockere/zwanglose Tour viel Spaß gemacht hat. Lediglich das Sitzen wurde ab Kilometer 50 so allmählich etwas unangenehm, zumal ich in normaler Lauftight geradelt bin, weil ich partout meine kurze Radlertight mit dem Kissen am Allerwertesten nicht finden konnte 😆

Gurkenbowle

Logischischer Weise fallen bei mir in den kommenden Wochen auch die Utkiek-Läufe aus und ich muß somit auch auf meine wöchentliche Dosis Laufgesellschaft verzichten. Gestern gab es aber einen Grund mich trotzdem an den Fuß der Oldenburg Mountains zu begeben. Aus Anlaß ihres Geburtstages gab Sylke ihre legendäre, sommerfrische Gurkenbowle aus. Mir war es bis dato noch nicht vergönnt, diese zu kosten, drum fuhr ich hin um mich zum Ende der Laufstunde in die Geburtstagslaufgesellschaft einzureihen.

Zugegeben, ein kleinen Stich gab es mir schon, als die Lauftruppe gut gelaunt angejoggt kam. Zum Glück hatten Sylke und ihre Mädelstruppe ihren Lauf schon etwas früher beendet und waren schon am Platz als ich ankam, so hatte ich gleich Unterhaltung und Ablenkung. Die anschließende große gesellige Runde war dann einfach nur schön und die Gurkenbowle in der Tat extrem köstlich. Leider will Sylke aber partout das Rezept nicht verraten 🙂

Dem Plan für einen Lauf nach Neuwerk am letzten Juli-Wochenende, über den gesprochen wurde, konnte ich auch ganz entspannt lauschen. Zum einen weil ich da eh nicht in Oldenburg bin und zum anderen weil ich 2016 und 2017 schon zweimal die Gelegenheit hatte über den Meeresgrund zu laufen. Dabei wäre ich natürlich trotzdem gerne, aber die Nordsee läuft ja nicht weg 🙂 Es wurde sogar schon über die ersten Läufe für 2020 angesprochen. In diese Gespräche konnte ich mich dann auch gleich wieder einklinken 🙂

Alles im allen war es gestern eine schöne Gelegenheit mit meinen Lauffreunden eine Runde anszustoßen und zu quatschen 😀

 

Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor

Drei schmerzfreie Tage verführten mich heute zu einem Versuch mal eine kleine Laufrunde zu probieren. Um es gleich zu sagen: Es hat nicht geklappt, ab dem ersten Laufschritt war der Schmerz wieder da, nach vierhundert Metern bin ich stehengeblieben, für weitere 200 m noch einmal angelaufen, aus. Zurück im Auto griff ich frustiert zum Smartphone und wählte die Nummer meines eigentlichen Orthopäden und Sportmedizieners, der vor drei Wochen leider nicht verfügbar war, und hatte -was für ein Wunder- am Nachmittag einen Termin.

Alleine schon als Sportler wahrgenommen zu werden, der unter seinem Sportentzug leidet, ist ein Wohltat für die gequälte Läuferseele. Der Orthopäde findet die Symptome typisch für eine Fraktur und widerspricht seinem Kollegen, dass eine Fraktur noch vierzehn Tagen via Röntgendiagnose auszuschließen ist. Ein MRT hält er aber augenblicklich für nicht zielführend, da er davon ausgeht, dass ein Ödem den Blick auf die Knochen verdeckt. Vier Wochen soll ich noch einmal warten, aber zwischenzeitlich immer mal wieder versuchen zu laufen, ob sich der Schmerz weiterhin einstellt.

Um meinen generellen Laufentzug zu lindern und um für die Umwelt erträglich zu bleiben, soll ich radfahren (haben Sie eine Rennrad?) oder schwimmen. Als ich seine Frage, ob ich schwimmen würde, verneinte, schlug er sich auf die Schenkel und sagte „Wußt ich es doch, Läufer schwimmen nicht“ Der Mann kennt sich aus! 😆 Auf eine Bemerkung von mir, dass ich nicht gerne mit Schmerzen laufe, erwiderte er, dass ich dann wohl keinen Marathon laufen würde. Als ich dem widersprach und anmerkte, dass ich dieses Jahr schon einen Marathon für mich alleine gelaufen bin, äußerte er schmunzeln Unverständnis und findet 50 Wochenkilometer schon an der Suchtgrenze 🙂 So humorig das Gespräch auch gelaufen ist, so frustrierend erst einmal das Ergebnis. Vier Wochen ziehen noch einmal ins Land, sofern in dieser Zeit keine grundlegende Besserung eintritt dann ein CT. Wie dann nach bis dahin sieben verstrichenen Wochen eine Behandlung, bzw. Ruhigstellung des Fußes aussehen wird, keine Ahnung.

Nun steh ich also da, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor und kann nur warten und mich ärgern, dass es alles so lange dauert. Dauer und Ende des Ganzen offen.

Da kommt mir stimmungsmäßig so ein Hinweis auf meiner meistgemühten Wetterseite gerade recht 👿 :

Na toll

Nun denn, aufstehen, Krone richten. Jetzt schlägt sie also doch noch, die Stunde meines Rennrades. Entstaubt, die Reifen aufgepumpt, ging es auf eine kleine Testrunde, ob Bremsen und Schaltung noch richtig ihren Dienst tun.

Tun sie! Also wird es in den kommenden Wochen öfters mal dieses silberne Gefährt zu sehen geben. Und Schuhe werde ich auch anhaben, wenn ich auf dem Teil in die Pedale trete 🙂

Bewegungsmangel

Knapp drei Wochen habe ich nun schon keinen einzigen Laufschritt mehr getan und ich behaupte mal, dass ich ohne das Laufen bislang ganz gut zurecht gekommen bin. Was generell fehlt ist die Bewegung als solche und damit einhergehend stellt sich allmählich eine gewisse Unausglichenheit ein 😦 Mein GöGa leidet zur Zeit unter Rückenproblemen und hat daher das gleiche Problem. Um so schöner, dass wir heute gemeinsam zumindestens für einen ganz kurzen Trip auf unsere Fahrräder steigen konnten.

Eben mal schnell zum Kleinen Bornhorster See und zurück. Der Nieselregen des Tages hatte aufgehört und die Luft war klar und mäßig warm. Ein Genuß. Ebenso wie dieses Mindestmaß an Bewegung und das kurze Antesten der Wassertemperatur.

Gerade einmal 8 km auf den Rädern, normalerweise ist fast jede meiner Laufstrecken länger, aber trotzdem war es die pure Freude an der Bewegung an der frischen Luft. Zumal auch der Fuß heute zu 99 % schmerzfrei gewesen ist. Manchmal kann so wenig so viel sein. Schön war`s 🙂

Kurz vor Zuhause dann noch zwei kleine Mädchen auf dem Bürgersteig. Die eine: Guck mal der ist barfuß! Die andere: Das darf man nicht! Jens: Das darf man doch!     Herrlich! 😆

Entwarnung

Eine Fraktur könne er definitiv ausschließen verkündete heute der Orthopäde nach erneuter Röntgenuntersuchung meines linken Fußes. Soweit die gute und erleichternde Nachricht! 😀

Gute 14 lauffreie Tage sind schon vorbei. Die Schmerzen sind auch schon erheblich weniger geworden, aber noch nicht weg. So zirbelt es immer noch bei unbedachten oder zu forschen Bewegungen (z. B. fand es mein Fuß gar nicht witzig als ich letzte Woche gedankenlos mit ihm einen Türkeil unter eine Tür drückte, barfuß natürlich). Auf der anderen Seite kann ich aber wieder normal gehen und auch Treppensteigen ist wieder möglich, genauso wie unangestrengtes Fahrradfahren.

Der Doc ultraschallte den Fuß auch noch einmal gründlich und stellte dabei an zwei Zehengelenken kleine Wasseransammlungen fest, die Folge einer Überreiztheit sein könnten. Weitere Probleme konnte er nicht erkennen, was ihn mit Blick auf meine brandneuen aborigen Sandals – Tòtem (heute frisch eingetroffen, mehr dazu demnächst in einem anderen Post) zu der Mutmaßung hinreißen ließ, dass eventuell mein Schuhwerk ursächlich sein könnte. Dabei konnte er ja froh sein, dass ich überhaupt etwas an den Füßen hatte 😆 Ich sollte doch einmal die Überlegung anstellen wieder festes Schuhwerk mit Einlagen zu tragen, wobei er auf den Sinn und Zweck einer solchen Maßnahme, speziell der von Einlagen, nicht einging und ich in der Situation einfach nicht auf die Idee kam nachzufragen. Weiterhin sprach er aber, könnte ich „auch so“ nichts kaputtmachen. Ahhhhhhhh jetzt ja, naaaaa dann …… Ärzte! 👿 Dreimal kann meine geneigte Leserschaft raten, welche Schlußfolgerungen ich aus dieser mehr als widersprüchlichen Aussage ziehen werde.

Meine eigene Vermutung geht eh dahin, dass ich in diesem Jahr wohl speziell die Barfußlauferei etwas zu stark forciert habe. Auf schlechten Untergründen kam vielleicht auch eine zur Vermeidung von schmerzhaften Kontakten mit Steinchen und ähnlichem nicht ganz lockere, vielleicht sogar verspannte Fuß-/Laufhaltung dazu. Im Zusammenspiel mag das etwas zu viel Streß für den Fuß gewesen sein.

Sobald ich wieder loslege, werde ich die reinen Barfußetappen wohl erst einmal wieder etwas reduzieren und mich auf gute Untergründe konzentrieren, mal schauen. Aber ein, vielleicht sogar eher zwei Wochen werde ich mit dem Wiedereinstieg noch warten. Erst muß das letzte Fünkchen Schmerz aus dem Fuß verschwunden sein und ein paar Tage Karrenz würde ich auch noch gerne obendrauf packen. Ich hoffe, dass ich bezüglich letzterem auch die Disziplin aufbringen werde.

 

Es hätte

… die Sternstunde meines Rennrades sein können. Vor ein paar Jahren habe ich es mir unter anderem auch als sportliche Alternative für eine Laufverletzung gekauft. Eine innige Beziehung hat sich zwischen uns nicht entwickelt und so steht es im Schuppen und verstaubt.

29.06.19 01

Nun ist es mal gerade nicht mit Laufen und das gute Stück kommt trotzdem nicht zum Einsatz, weil kräftiges in die Pedale treten und somit Druck auf den Fuß im Moment auch nicht geht. Außerdem müßte ich für die Pedale Schuhe anziehen, geht ja erst recht und überhaupt schon mal gar nicht 🤣

Fünf Tage nach meinem in die Hose gegangenen Standardlauf kann ich inzwischen wieder mit dem gesamten Fuß aufteten und mein Gangbild nähert sich fast schon wieder der Normalität an. Auch Treppe runter traue ich mich seit heute wieder im normalen Bewegungsablauf. Das freut insbesondere meine Fersen, die das Gehumpel der letzten Tage überhaupt nicht toll fanden. Schmerzhaft eine gewischt bekomme ich nur noch wenn ich mal einen zu forschen Schritt mache. Es ist ja soooo schön wenn der Schmerz nachläßt und ich nicht mehr jeden einzelnen Schritt mit voller Achtsamkeit setzen muß.

Ob ich in Bezug auf die doch erheblich nachlassenden Schmerzen auf einen glimpflichen Ausgang hoffen darf? Für eine diesbezügliche Feststellung dürfte es wohl zu früh sein. Die nächsten acht bis zehn Tage werden es zeigen.

Und jetzt erst einmal Wochenend und Sonnenschein 🎵🎶🎵🎶

Läuft sich weg oder auch nicht

Seit ca. zweieinhalb Jahren terrorisiere ich meine Leserschaft nun schon mit meiner Minimal- und Barfußlauferei. Ein Thema glänzte in dieser ganzen Zeit allerdings durch völlige Abwesenheit, nämlich das Thema Verletzung. Bis auf eine kurzzeitige Verhärtung im rechten Unterschenkel gab es da über die gesamte Zeit nichts zu vermelden. Die Umstellung verlief so reibungslos, dass es mir selber schon manchmal unheimlich wurde. Zeit also, sich dem Thema mal wieder zu widmen.

Seit einigen Wochen verspürte ich immer wieder mal einen mehr oder minder dezenten Schmerz aus dem Inneren des linken Fußes. Selten während des Laufens sondern in der Regel immer danach. Auch nie langanhaltend und auch nicht sonderlich stark. Außerdem ließ er sich durch ein wenig Fuß- und Zehengymnastik immer wieder gut wegarbeiten. Das mal ja und mal nein ließ mich auch von dem Gedanken an eine sich möglicherweise ankündigende Überlastungsfraktur absehen. Deshalb lief ich auch munter weiter, so manches Zimperlein verschwindet ja schließlich so wie es gekommen ist. Bis zu meinem Lauf am Montag, da wurde der Schmerz auf einmal beim Laufen deutlich und kurze Zeit sogar überdeutlich. Das es so nicht gut läuft wurde mir erst ungefähr zum Wendepunkt meiner 14 km-Strecke deutlich und so mußte ich den Lauf im  Notlaufprogramm noch irgendwie zu Ende bringen.

Tagsdrauf ging dann gar nichts mehr, ich konnte mit dem Fuß nicht mehr auftreten, Treppensteigen wurde zur Qual und jede Fehlbelastung ließ mich jubilieren. Also doch eine Fraktur? Dies vermutete auch der Orthopäde, den ich glücklicherweise kurzfristig kontaktieren konnte. Allerdings war ihm der Schmerz dafür noch nicht ausgeprägt genug und auch das Röntgenbild blieb ohne Befund und zeigte ein kerngesundes Fußskelett. Es besteht zwar noch ein minimales Risiko eines auf dem Röntgenbild unsichtbaren Haarrisses, wovon der Orthopäde allerdings nicht ausgeht. Das würde sich aber zeigen, wenn sich die Beschwerden über die nächsten 14 Tage nicht bessern. So blieb eine konkrete Diagnose für die Schmerzen erst einmal aus.

Ich vermute mal, dass eine oder mehrere von den Sehnen, die die einzelnen Zehen ansteuern rebellisch geworden sind und die Ursache dafür könnte darin liegen, dass ich in diesem Jahr doch schon so einige Kilometer mehr auf dem Tacho habe als z. B. im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Nachdem ich 2018 bis Ende Juni gute 860 km gelaufen bin, sind es in diesem Jahr schon gute 1200 km. Darüberhinaus bin ich in diesem ersten Halbjahr 2019 schon fast auf den Kilometer genau soviel Kilometer barfuß gelaufen wie im gesamten Jahr 2018. Es lief halt so gut und so bin ich seit geraumer Zeit auch gerne mal mehrere Tage hintereinander unterwegs und überhaupt soviel wie noch nie seit Beginn meiner Laufaufzeichnungen.

Vielleicht war das wohl doch etwas to much. Nun liegt erst einmal die Kraft in der Ruhe und es wird geschont, gekühlt und gemagerquarkt und dann hoffe ich mal, dass sich das ganze nicht so ewig hinzieht. Wie schön, dass gerade Hochsommer ist, da fällt mir das Pausieren vergleichsweise leicht.

Überhaupt lehrt mich diese Malesche auch mal wieder etwas Demut. Wenn ich gestern für die 200 m von der Haustür zur Apotheke und die selbe Strecke zurück eine halbe Ewigkeit brauchte, jeder Bordstein zur Hürde wurde und ich dabei gehörig ins Schwitzen geriet, dann hat mir das mal wieder deutlich gemacht welche Gnade mir zu Teil wird in der Regel so viel und so weit laufen zu können wie ich will.

 

Jubiläumsausgabe

Gestern fand die 10. Ausgabe des Osternburger Mittsommernachts-Berglaufs statt und zum 10. Mal stürmten Hunderte von Laufbegeisterten die Oldenburger Bergwelt.

Aber fang ich mal von vorne an. Ich selber geriet nämlich in schwere terminliche Gewissensbisse, hatte ich doch am selben Tag auch Sommerfest von der Arbeit aus. Die Lösung war allerdings gar nicht so schwer. Das Sommerfest begann nämlich schon um 16:00 Uhr und der Mittsommernachts-Berglauf startete ja traditionell erst um 21:06 Uhr. Da konnte ich getrost erst etwas feiern und dann laufen.

So habe ich mich in höchster Diziplin auf dem Sommerfest mit einer Currywurst, mit einer Portion Kartoffelsalat, mit einem Softeis vom extra vom Chef engagierten Eiswagen und mit drei alkoholfreien Bieren zufrieden gegeben 😀  Rechtzeitig verließ ich denn das Fest um so früh den Utkiek zu erreichen, dass ich noch einen Exkluvisparkplatz direkt auf dem Gelände ergattern konnte.

Der Pavillion, die Tische, Teile des Läuferbüffets, der Stehtisch mit dem Läufergästebuch, alles war zu dieser frühen Stunde von Familie Rakelmann und deren Freunde aber schon aufgebaut.

Da gab es für mich gar nichts mehr zu tun und da es tatsächlich etwas frisch war, zog ich mich in mein Auto zurück und machte noch ein dreiviertelstündiges Nickerchen 😀 Zu verpassen gab es erstmal nichts:

21.06.19 01

Als die Musik losging schälte ich mich wieder aus meinem Gefährt und sah zu, wie sich der Platz mehr und mehr füllte und traf auf die ersten bekannten Gesichter. Zwischenzeitlich ging Kerstin durch die Läuferreihen und verteilte aus Anlaß des Berglauf-Jubiläums kleine Zillertaler Glocken, damit auf den Wegen hundertfaches Geläut für zünftige Stimmung sorgen würde. Viele banden sich die Glöckchen an die Laufschuhe, mangels Schnürsenkel ging das bei meinen Sandalen nicht und ich behielt mein Glöckchen in der Hand.

Pünklich um 21:06 Uhr läutete Kerstin dann mit einer etwas größeren Zillertaler Glocke den Start ein und ab ging die Lutzi through the Oldenburg mountains 😀 Wie immer ohne Zeitnahme und Ranglisten, jeder nach seinem Gusto in zwei Runden über insgesamt für jeden laufbare 5,4 km.

Auf dem ersten Kilometer wußte mein Magen meine extreme Zurückhaltung auf dem Sommerfest nicht wirklich zu würdigen und zwickte etwas, aber danach konnte ich dann doch für meine Verhältnisse recht zügig über die Hügel flitzen und dann sind gute fünf Kilometer ja auch ruckzuck wieder vorbei. Das Wetter war für dieses Läufchen absolut perfekt, trocken und nicht zu warm und auch nicht zu kalt.

Beim üppigen Büffet hielt ich mich mit ein paar Bananenstückchen etwas zurück, es wurde aber auch ohne mein Zutun restlos leer 🙂

Vor und nach dem Lauf traff ich viele Freunde und Bekannte, als da z. B. wären: Kerstin, Stephan, Ralf, Sylke, Elke, Oliver, Nils, Freya, Antje und Hermann. Und genau wegen diesen vielen Begegnungen wollte ich bei dem Lauf auch unbedingt dabei sein. Mit Hermann verquatschte ich mich sogar bis wir die Allerletzten waren und noch mit ein paar (viel zu) wenigen Handgriffen beim Abbau helfen konnten.

Inzwischen war ich ja auch schon einige Male beim Mittsommernachts-Berglauf und er ist mir in seiner zwanglosen Art regelrecht ans Herz gewachsen. Aber nicht nur mir, wie die große Teilnehmerzahl auch in diesem Jahr wieder gezeigt hat. Deshalb noch einmal der Dank an Stephan (der sich auch noch mit ein paar Halbstarken anlegen mußte, die die Wegemarkierungen aus Sägespänen abgeändert und sogar angezündet hatten), Kerstin und Kinder und die gesamte Helferschaft.

 

Verschlimmbessert

Lauftechnisch waren meine acht Tage in Berlin mau. Zuerst der gerissene Riemen an meinen Pies Sucios nach nur vier Kilometern im Grunewald, dann brachte mir der erste Lauf in den als Ersatz gekauften Chala-Sandalen doch eine Scheuerstelle, verursacht durch den Fersenriemen, so dass sich weitere Läufe bis zu meiner Abreise erübrigten.

Zum Glück bietet Berlin ja genügend Alternativen zum Laufen, so lockte z. B.  die große Hitze an den Müggelsee, wo die Straßenbahn mitten durch den Wald fährt um einen bei der Haltestelle „Licht- und Luftbad“ fast direkt am Strand auszuspucken 😀

Zurück in Oldenburg konnte ich Mittwochabend meine Laufrunde drehen. Nach dem Gewitter ist vor dem Lauf und so lief ich einem abziehenden Gewitter quasi direkt hinterher. Bezüglich reißender Pies Sucios- und scheuernde Chala Evo Light-Riemen lief ich meine Standardrunde (beleidigt) erneut barfuß 🙂 Dabei durfte ich feststellen, dass einige der vielen Schadstellen großflächig ausgebessert wurden. Allerdings wurde dafür wirklich der allerletzte und wahrscheinlich billigste Asphalt ever verwendet. Grob und rau überzieht dieser Asphalt die vormals kaputten Stellen. Eine Verschlimmbesserung sondergleichen. Trotzdem waren die Füße überraschend gut drauf. Ich lief sogar noch an den Straßenarbeitern vorbei und einer rief mir zu, ob mir die Schuhe geklaut wurden. Ich blieb daraufhin stehen und fragte, ob sie nicht etwas barfußfreundlicheren Asphalt hätten verwenden können. Da mußten die drei Arbeiter lachen und boten mir an, über den just von ihnen aufgebrachten Asphaltflicken zu laufen und mir so eine schwarze Schuhsohle anzuschaffen. Witzig, die Jungs! 😀

Während des Laufs kam dann noch die Sonne wieder raus und ich durfte bei drückender Schwüle meinen ersten enorm schweißtreibenden Lauf diesen Jahres erleben.

Zum heutigen Utkiek-Lauf hatte ich dann wieder die Pies Sucios Stones an den Füßen. Hunte und Utkiek sagten zu mir: Willkommen zuhause. Die Pies Sucios sagten zu meinen Füßen: Willkommen zuhause. Die Sandalen sind neben barfuß einfach das geilste. Ich glaube ich werde mir wohl einen ganzen Karton Ersatzriemen bestellen müssen 😀

Rosinenbomber

Im Radio hörte ich heute, dass im Rahmen des 70-jährigen Jubiläums der Luftbrücke am Nachmittag die Rosinenbomber von damals über das Tempelhofer Feld fliegen würden. Eine Landeerlaubnis zu diesem historischen Anlaß auf dem alten Flugfeld haben sie vom Berliner Senat aber leider nicht bekommen.

Da ich ja ganz in der Nähe des Tempelhofer Felds wohne, war es natürlich klar, dass ich mir den Überflug anschauen mußte. So durfte ich erleben, wie die 15 Maschinen über dem alten Flughafen-Areal hinwegschwebten. Sehr cool! Wie geil wäre das erst gewesen, wenn sie dort auch hätten landen dürfen, dass wäre ein Riesenspektakel geworden.

Aber neben dem schönen Anblick der alten Maschinen durfte ich auch erkennen, dass entgegen der Vorhersage der Himmel bewölkt und es nicht ansatzweise so warm wie vorhergesagt war. Perfektes Wetter also um meine am Tag zuvor noch bei großer Hitze erstandenen Ersatzlaufsandalen dem ersten Praxiseinsatz zu unterziehen.

Es sind wieder ein Paar Chalas geworden, diesmal die Evo light. Eigentlich wollte ich nicht gerade wieder Chalas haben, da ich mich mit meinem vor Monaten erworbenen Paar nicht anfreunden kann. Bei denen will die linke Sandale einfach nicht vernünftig sitzen und der Fersenriemen hält nicht an der Ferse. Aber in Berlin war nichts anderes an Laufsandale zu bekommen und die Evo light ist auch etwas leichter als meine Evo 4 XRD. Im Vergleich zu den Pies Sucios machen sämtliche Riemen einen wesentlich solideren Eindruck, weswegen sie allerdings auch nicht ganz so unauffällig am Fuß sitzen.

Nach meinem Barfußspaziergang zum Flugzeuge gucken bin ich also gleich wieder zum Tempelhofer Feld aufgebrochen, nun in Laufklamotten und den besagten neuen Chalas an den Füßen. Anfänglich wollte ich wieder die Krise kriegen, da am linken Fuß schon wieder der Fersenriemen zu rutschen begann, aber nach zweimaligen Nachstellen saß er dann doch so wie er sollte und die Chalas verhielten sich ab da insgesamt recht unauffällig. Wenn da nur das laute Badelatschenklatschen nicht wäre. Die Pies Sucios sind da doch ne Ecke leiser gewesen. Aber egal, ich habe wieder Schutz für die Fußsohlen, da müssen meine Ohren und die aller anderen in meiner Nähe halt mal mit durch.

Zwischendurch lief ich zur Schonung des Gehörs auf einem guten Asphaltstück aber doch mal 1,4 km barfuß. Die Chalas kamen bei ihrem ersten Ausritt auf 9,9 km, dass reichte fürs erste Eintragen, ohne das es zu irgendwelchen Scheuerblessuren gekommen ist.

200 m vor meiner Haustür habe ich dann auf den ersten erfolgreichen Auslauf mit meinem Verlegenheitskauf bei Charlotte vor ihrem Café Plume mit einer Zitronen-Ingwer-Limo mit mir selber angestoßen 😎

Totalschaden

Heute war es in Berlin endlich mal nicht so heiß und die Unwetter des Vorabends waren zum Glück auch abgezogen.

13.06.19 23

Auch in meinem Zuhause war etwas Wasser in den Treppenhauseingang eingedrungen

Drum hatte ich mir, nach meiner Ankunft am Dienstag, den ersten Lauf in meiner Zweitheimat vorgenommen. Zwar waren „nur“ 28° vorhergesagt, trotzdem wollte ich mir gerne etwas Schatten gönnen, den ich im Grunewald und an den Ufern des Wannsees zu finden hoffte. Also nüscht wie raus nach Wannsee …

… und dort auf traumhaft schönen Wegen einfach laufen. Bis ins Detail hatte ich mir keine Strecke ausgetüpfelt, ich wollte nach Lust und Laune laufen und gucken wo es mich langtreibt. Irgendwie und irgendwo finden sich immer öffentliche Verkehrsmittel in der Nähe, die einen wieder zurück bringen.

Nachdem ich noch relativ zu Anfang die sehr villenlastige Insel Schwanenwerder mitgenommen hatte …

… und danach weiter dem Wannsee-/Havelufer gen Norden folgen wollte, geschah es: Bei exakt Kilometer Nr. 4 riss an der rechten Sandale meiner heißgeliebten Pies Sucios der Zehenriemen, …

… die dadurch unlaufbar wurde, Totalschaden! Fuckemio, so ein Ärger 😦 Barfuß laufbar war die Strecke definitiv nicht und deshalb zog ich mein Smartphone zu rate, das mir den kürzesten Weg zurück zum S-Bahnhof Nikolassee zeigte. Zum Glück ist das Barfußgehen ja für mich Alltag, sonst wäre dieser Weg schon unangenehm geworden.

Kurz vor dem S-Bahnhof kam ich an einem Imbiss/Kiosk vorbei und veranstaltete erst einmal ein Frustfressen und -saufen. Dort wanderten die Pies Sucios dann auch schweren Herzens in die Mülltonne. Aber nach einem launigen Gespräch mit der echten Berliner Schnauze hinter dem Imbisstresen war die Welt auch schon wieder halbwegs gut und ich fuhr, nachdem ich noch einen Bummel über die Schloßstraße in Steglitz gemacht hatte, wieder nachhause.

Der Totalausfall der Sandalen ist echt ärgerlich. Nicht einmal 400 km haben sie gehalten, da tröstet auch der verhältnismäßig günstige Preis von 45 € nicht sonderlich. Sehr, sehr schade, weil ich sie einfach hypergerne getragen habe. Gut nur, dass ich auf direktem Weg schon nach gut zwei Kilometern wieder an der S-Bahn war.

Jetzt brauche ich nur schnell irgendeinen Ersatz um in Berlin noch laufen zu können. Die Flipflops für 2,99 €, die ich mir in Steglitz gekauft habe, um überhaupt erstmal irgendwelche „Schuhe“ zu haben, taugen dafür denkbar schlecht 😆

In Oldenburg wartet noch ein brandneues Paar der Pies Sucios auf mich, aber mein Vertrauen ist doch etwas erschüttert. Auf einem langen Törn abseits der Zivilisation, z. B. durchs Oldenburger Land, wäre so ein Ausfall eine Katastrophe gewesen. Und wer will schon auf langen Läufen auch noch Ersatzsandalen mitschleppen? :-/

Bei Pies Sucios lassen sich allerdings auch Ersatzriemen bestellen, für 10 € das Stück. Macht 20 € pro Paar plus Versand aus Spanien. Eine Alternative?

 

Heute ging es rund

Das erste Mal komplett barfuß auf meiner absoluten Standardhausrunde mit 14 km Länge! Warum das so lange gedauert hat, wo ich doch schon längere Barfußstrecken absolviert habe? Nun ja, so einige Passagen auf dieser Strecke sind nicht gerade die barfußfreundlichsten und vernünftige Alternativen dazu gibt es aber leider keine.

Dazu eine Bilderstrecke mit entsprechenden Erläuterungen:

Das Tempo lag im Durchschnitt bei 6: