Der Sache auf den Grund gehen

21.05.17 33

Wir schreiben den 21.05.2017. Es ist Sonntag. Die Sonne scheint. Die Gezeiten stehen günstig. Es ist genau der richtige Zeitpunkt gekommen für zwei Läuferinnen und vier Läufer das größte Abenteuer seit Jules Verns „20.000 Meilen unter dem Meer“ in Angriff zu nehmen. Die furchtlosen Sechs haben nichts anderes vor als über den Grund des Meeres zu laufen. Was für ein waghalsiges Unterfangen.

Wer sind diese Sechs, die sich scheinbar vor nichts fürchten? Das will ich Euch sagen: Es sind Barbara, Tomma, Klaus, Ralf, Uli und ein gewisser Deichläufer, die weder Tod noch Teufel bzw. Neptun scheuen 😆

Um es kurz zu fassen, es war mal wieder an der Zeit von Cuxhaven nach Neuwerk zu laufen 😀 Und ganz so waghalsig, gefährlich und abenteuerlich ist es denn doch nicht. Schließlich habe ich die Nummer im letzten Jahr schon einmal überlebt und andere aus unserer Truppe noch ein paar Mal mehr.

Nichtsdestotrotz ist es Tatsache, dass wir über den Grund des Meeres, das Wattenmeer gelaufen sind. Ganze neun Kilometer vom Festland aus zur Insel Neuwerk und nach kurzem Aufenthalt wieder zurück.

Unser Cheforganisator Ralf hatte den Gezeitenkalender studiert und den gestrigen Sonntag für günstig auserkoren. So konnten wir gegen 13:45 Uhr die ersten Laufschritte ins Watt wagen. Zu diesem Zeitpunkt lief das Wasser noch kräftig ab und unsere Laufschritte wechselten immer wieder mal in den Gehmodus, wenn der Wasserstand an diversen Stellen noch kein Laufen zuließ. Einige der nachfolgenden Bildern machen deutlich wie hoch das Wasser teilweise noch stand. Aber es geht noch mehr, dazu aber später mehr.

Uns begegneten viele von den typischen Pferdekutschen, die zwischen Neuwerk und Cuxhaven pendeln, um all die Touristen trockenes Fußes zu transportieren, die nicht das Schiff nehmen wollen. Einige Reiter waren auch unterwegs, wie auch wenige Wattwanderer, die allerdings nur einen Weg schaffen, bevor das Wasser zurückkommt.

Durch das Wattenmeer, Nationalpark und Weltnaturerbe, zu laufen ist eine grandiose Sache. Die Wettläufigkeit, die im Sonnenlicht schillernde Nordsee, der nur auf den ersten Blick scheinbar leblose Wattboden mit seinen Prielen und kleineren Muschelbänken, das alles ist absolut die Wucht. Dazu kommt der enorme Spaßfaktor mit nassen Füssen durch Watt und Wasser zu laufen. Vergesst die Trails dieser Welt, DAS muß man erlebt haben ❗

Hier ein kleiner Eindruck, wie es sich so läuft:

Auf Neuwerk angekommen, geht es beschaulich zu. Lediglich am Fuße des wuchtigen Leuchtturms wimmelt es von Touristen, die auf die Kutschfahrt zum Festland warten. Die Mädels und Klaus beschlossen eine kurze Kaffeepause zu machen, währenddessen Ralf, Uli und meiner einer, die Insel noch zur Hälfte umrundeten.

Anschließend machten wir uns auf den Rückweg, folgten der letzten Kutsche des ganzen Trecks, der sich nach Cuxhaven aufgemacht hat. Nun hatten wir den leichten Wind im Rücken und es wurde richtig warm. Richtig warm war auch das Wasser. 14° Wassertemperatur stand in Cuxhaven angeschlagen. Das wenige Wasser im Wattenmeer war aber durch die Sonneneinstrahlung erheblich wärmer, was uns noch zu Gute kommen sollte.

So machte es überhaupt nichts, dass man sich durch die Laufschritte selber naßspritzte und die Versuchung war groß, da wo es tief genug war einfach mal kurz ein Bad zu nehmen.

Viel fehlte uns am tiefsten Priel dann aber auch nicht zu einem Bad in den Fluten. Da wo wir auf dem Hinweg noch mit trockenen Klamotten davongekommen waren, mußten wir wohl eine etwas tiefere Stelle erwischt haben und so ging es tiefer ins Wasser und tiefer und noch tiefer. Schlußendlich stapften wir durch hüfthohes Wasser. So hoch hatte auch unser erfahrenster Wattenläufer Ralf das Wasser dort noch nicht erlebt. Gut, dass uns das Wasser und anschließend die Luft noch nicht einmal ein Frösteln entlockte.

Schlußendlich sind wir alle gut durchgekommen und nach Schuhpflege und Klamottenwechsel, gab es statt Torte mal ein Eis 😀

Das war gestern wirklich der Hammer, ein allerfeinster Lauf bei traumhaften Bedingungen. Das schreit danach der (Meeres-)Sache gelegentlich noch einmal wieder auf den Grund zu gehen!

Das Glück liegt im Kleinen

Diese Erkenntnis ist ja nicht neu, aber die Wahrheit zeigte sich mal wieder in meinem heutigen Lauf. Dabei stand der gar nicht auf dem Programm. Aber während ich so auf dem Sofa saß, die Uhr gen 20 Uhr vorrückte, der Regen auf die Dachfenster trommelte und das Regenradar von Wetteronline ein fettes Regengebiet zeigte, konnte ich nicht anders als mich vom Sofa zu lösen und in die Laufklamotten zu schmeißen. Der Regen hat die Temperatur auf deichläuferfreundliche 12° abstürzen lassen, während z. B. Berlin zur gleichen Zeit bei 28° vor sich hin kochte.

Also schnell einmal die Rampe der Huntebrücke angesteuert, rauf und runter gedüst, dabei jede Pfütze mitgenommen. Herrlich, mein Laufwetter, ich liebe es.

Kurz vor Zuhause die Schuhe ausgezogen und die letzten Meter zur Haustür barfuß spaziert, klitschnaß und smilend like a honeycakehorse. Das Glück liegt im Kleinen, es war heute 6,8 km und knapp 41 Minuten lang.

Nu hab ich den Salat

Ach, wo ist sie hin, die glasklare, frische Luft der vergangenen Wochen und Monate?

Donnerstag: Utkiek-Lauf erstmals bei sommerlicher Temperatur, aber noch gut erträglich.

Gestern ein kurzer Lauf in den minimalen Laufschuhen zwischen zwei Gewittern in feucht, schwüler Luft.

Heute ein langer Lauf nach Berne zu Schwiegermuttern bei drückender Wärme. Die Sonne stach und da der laue Wind von hinten kam, konnte er keine Erfrischung bringen. Dieses Klima machte mir wirklich zu schafen, drückte auf Kreislauf und Atmung und nach gut 10 km durfte mich sogar in die Büsche schlagen, weil auch der Darm rebellierte. Jede Wolke, jeden Windhauch hatte ich begrüßt, allerdings war das nicht viel und die Hoffnung auf einen erlösenden Schauer blieb unerfüllt. Die Lauffreude beschränkte sich auf kurze Abschnitte und nach 23,6 km war ich froh als ich endlich mit kochendem Kühler bei Adele einlief.

Immerhin war die sattgrüne Natur um Ablenkung bemüht und ich nutzte jeden Fotostopp zum Verschnaufen. Da hab ich also den Wettersalat auf den ich getrost verzichten kann. Die plötzliche Wärme und vorallem die Schwüle sind wirklich nicht meins und bedürfen definitiv noch der Gewöhnung.

Missliche Lage

An die Hunte im Bereich der Bornhorster Wiesen komme ich ja fast nie :mrgreen: Deshalb entschloß ich mich gestern dort einfach mal spazieren zu gehen. Dieser Umstand kam einem Schaf sehr gelegen, das sich selber in eine ziemlich missliche Lage gebracht hat:

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Keine Ahnung warum Schaf meinte einen Ausflug auf das Siel unternehmen zu müssen. Fakt war nur, es steckte mit dem Kopf im Geländer fest. Wenn es versuchte den Kopf herauszuziehen, trat es hinten über und drohte in die Hunte zu stürzen. Wenn es versuchte sich hinzulegen, hing der Hintern hinten über und es stand sofort wieder auf, blieb einen Moment ruhig stehen und dann ging das Spiel von vorne los, hinten übertreten, hinlegen, aufstehen, stehenbleiben.

Ich rief den Deichschäfer an und während ich auch ihn wartete, gelang es mir das Schaf seitlich zu drehen und dann erst ein Ohr und schließlich den ganzen Kopf durch die die Gitterstäbe zu frimeln, was es -ganz Schaf- stoisch über sich erheben ließ. Allerdings hatte ich das Schaf falsch herum gedreht und es zeigte nun mit dem Allerwertesten Richtung rettender Wiese und ließ sich auch nicht dazu bewegen rückwärts zu gehen. Dies gelang schließlich dem Deichschäfer. Zum Dank rannte das Schaf dann durch zwei Zäune und mitten durch eine Kuhherde und selbst der Hüttehund hatte keine Chance es zurückzutreiben. So wurde es erstmal in Ruhe gelassen und wird wahrscheinlich irgendwann von ganz alleine zur Herde zurückgekehrt sein.

Deswegen bin ich halt so gerne an der Hunte, es wird nie langweilig 🙂 Und deshalb bin ich dort heute auch gleich wieder gelaufen. Allerdings mit automobiler Anreise. Ich wollte mit den minimalen Leguanos laufen und da möchte ich die Strecken noch etwas kürzer halten. Schlußendlich waren es dann aber doch 8 km, von denen ich 1,3 km gleich ganz ohne Schuhe auf der Deichkrone gelaufen bin, die allerdings gar nicht so fluffig war, wie ich mir das vorgestellt hatte. Mit den leichten Knautschtretern läuft es sich ohne Anstrengung allerdings witziger Weise etwas flotter als mit normalen Laufschuhen.

Unterwegs sah ich diesen Raubvogel (Bild 2) auf einem Zaunpfahl sitzen. So nah bin ich noch nie einem gekommen. Er guckte von mir weg und ich mußte mich räuspern, damit er überhaupt zu mir her schaute und noch zwei Schritte näherkommen bis er dann doch wegflog, cool 🙂 Weiß jemand, was das für einer ist?

Ich sag ja, es wird nie langweilig auf dem platten Land 😀

Leerlauf

Mit dem Syltlauf im März und dem Hermannslauf vor einer guten Woche sind nun schon die ersten beiden Jahreshighlights passé. Das dritte geplante Highlight ist zugleich auch schon das letzte für dieses Jahr und läßt mit dem Berlin-Marathon noch bis Ende September auf sich warten. Da es bei mir in den kommenden Wochen und Monaten aus persönlichen Gründen eine gewisse Planungsuntersicherheit gibt, ist das auch gut so.

Mit meinem Fitness-Level bin ich ganz zufrieden und ich möchte die Laufumfänge in den kommenden Wochen und Monaten nach Möglichkeit auf dem jetzigen Niveau halten, dann brauche ich für den Berlin-Marathon nicht mehr viel draufpacken.

Und deshalb trabe solange ich einfach durch meine platte Heimat. Sollte sich spontan irgendeine Abwechselung bieten und ich Zeit haben, werde ich dann die Gelegenheit beim Schopfe packen. Und ich kann peu à peu an meiner Umstellung auf  Minimal-Schuhwerk und ein paar Barfußetappen arbeiten.

So wie heute, als ich feststellen mußte, dass Schafe schneller sind als sie aussehen. Als ich aus den Schuhen schlüpfte, waren die Schafe weit weg. Als ich nach 400 m die Kehrwende zurück zu meinen Schuhen machte, nahmen drei Schafe direkt Kurs auf meine schicken, noch fast neuen Wave Rider. Da wurde ich unbeschuht mal richtig flott, fürchtete ich doch, dass die Schafe das frische Neon-Grün der Schuhe für lecker ansehen könnten. Die Schafe waren schlußendlich vor mir da, interessierten sich dann aber glückerweise in keinster Weise für meine Treter 😀  Und den Hinterlassenschaften der Wollknäuel bin ich auch noch gekonnt ausgewichen. Es wird also auch ohne irgendwelche Highlights nicht langweilig  😎

Dafür sorgt auch die sattgrüne Natur und das launische Wetter. Auch wenn mir der kalte Nieselregen des heutigen Tages mächtig auf den S…. ähh auf die Nerven ging, zum Abend war es sonnig und der kalte Wind zusammen mit der klaren Luft erneut ein Genuß. 16 Feierabendkilometer vom Feinsten ❗

Team Höhenrausch beim Hermannslauf

„Team Höhenrausch“, das war der Titel unter dem Ralf im Januar die Sammelanmeldung für den Hermannslauf  vorgenommen hat und somit war es Team Höhenrausch, das  am Samstag nach Bielefeld gereist ist um dort Tags drauf auf die 31,1 km lange Strecke vom Hermannsdenkmal zur Sparrenburg in Bielefeld zu laufen.

Ralf hat nicht nur dankenswerter Weise die Sammelanmeldung vorgenommen, sondern saß ebenso dankenswerter Weise am Steuer des Sammeltransporters und chauffierte uns nach Bielefeld.

Wir, das waren Freya, Ralf in Begleitung seiner Frau, Uli und meinereiner. Später sollten noch, auf anderem Transportwege, Stephan und Tomma zu uns stoßen.  Freya konnte aufgrund einer Verletzung leider nicht mitlaufen und hat ihren Startplatz an Stephan abgetreten.

Nach Quartierbezug und einer ersten Stärkung machten wir uns auf, die Startunterlagen abzuholen. Schon auf dem Weg dorthin grüßte uns das Ziel vom Folgetag, die über der Stadt thronende Sparrenburg. Bei der Abholung der Startunterlagen merkte man, dass der Hermannslauf ein Megaevent ist. Die Stadt war voll von mit Startbeuteln behangenen Läufern und auch die Schule, in der die Startunterlagen ausgegeben wurden, quoll über vor Menschen. Lediglich auf der kleinen Läufermesse ging es recht beschaulich zu.

Die Sparrenburg haben wir dann anchließend auch noch inspiziert, bevor es nach einer zweiten Stärkung beim Italiener und einer dritten Stärkung im Irish Pub einigermaßen zeitig in die Federn ging. Freya und Stephan nächtigen dazu in einer Sporthalle, der Rest der Truppe bevorzugte hingegen Hotelkomfort, was speziell ich nicht bereut habe 🙂

Zum Lauftag:

Um Laufen zu können hieß es ersteinmal Busfahren, das gesamte Läufervolk, irgendwas in den Siebentausendern, wurde mit Bussen von Bielefeld zum Hermannsdenkmal gekarrt. Das war eine logistische Meisterleistung und man sah in Bielefeld (einer Stadt, dies angeblich gar nicht geben soll 🙂 ) nur Läufer und Busse.

Im Bus war es irgendwie das Team Höhenrausch, das sein Umfeld mit viel Gelabber und Gelächter in den Ohren lag, aber wir hatten einfach jede Menge Spaß und der muß halt raus 😀

Am Hermannsdenkmal angekommen hatten wir noch eineinhalb Stunden bis zum Start. Genug Zeit um sich umzuschauen und im Wuhling irgendwo ein Plätzchen zu finden um nicht unterzugehen und sich nicht zu verlieren. In dem Gewimmwl verirrte sich dann noch ein Oldenburger zu uns, Michael, den die anderen von ihrem Laufverein her kannten.

Da Tomma etwas fröstelte habe ich ihr ein hübsches Kleidchen geschenkt …

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… Das hat sie später einfach weggeworfen. Da war ich sehr traurig, weshalb ich sie nun wohl doch nicht heiraten werde 😦

In der Startaufstellung, es wurde in drei Startaufstellungen gestartet, ging es dann sehr kuschelig zu.

Kann man mögen, muß man aber nicht

Und dann durfte endlich die Schlacht, äähhh, der Lauf beginnen. Uli war im schnelleren Startblog vor uns. Stephan lief sein eigenes Tempo und Tomma, Ralf und ich wollten so ziemlich das gleiche Tempo laufen. Der Startschuß fiel und im Gedrängel hatte ich nicht direkten Anschluß an Tomma und Ralf. Da es anfänglich erstmal stramm bergab ging waren die beiden doch etwas flotter und noch nicht einmal zwei Kilometer beschloß ich sie ziehen zu lassen. Ich bin das Alleinelaufen ja eh gewohnt.

Ich weiß nicht, ob es diese plötzliche Einsamkeit, die überraschend große Wärme, die steinigen Wege, allgemeiner Weltschmerz oder die drei Karamellvodka vom Vorabend waren, auf den ersten 10 km kam ich nicht so richtig in Fluß und ahnte schon Fürchterliches. Zum Glück sollte sich die Ahnung nicht bewahrheiten und ich kam auf den beiden letzten Dritteln immer besser in den Lauf. Witzigerweise bin ich einige Steigungen stoisch und ohne allzu große Anstrengung hochgedieselt und andere Steigungen gleicher Couleur bin ich gegangen. Welchem Schema Körper und Kondition da gefolgt sind, konnte ich dabei irgendwie nicht erkennen 🙄

Von der Strecke gibt es leider nicht so viele Bilder, sie verlangte einfach zu viel Konzentration. Die steinigen, oder auch mal wurzeligen, Wege brauchten Aufmerksamkeit, genauso wie die Tatsache, dass sich das riesige Läuferfeld nie wirklich auseinanderzog und man immer aufpassen mußte, niemanden in die Hacken zu treten.

Was für einen Landschaftslauf nach meinen bisherigen Erfahrungen einzigartig war, war die gewaltige Stimmung an der Strecke. Überall, auch mitten in der Pampa waren Leute und es wurde Stimmung gemacht, musiziert und angefeuert. Im Örtchen Orlinghausen war offensichtlich die gesamte Bevölkerung auf den Beinen und auf der Strecke kam man sich vor wie bei den Bergetappen der Tour de France, einfach Hammer. Auch auf der Zielgeraden war unglaublich viel los. Freya rief mir zu und überall wurden Kinder in die Strecke gereicht. Ich habe leider keines abbekommen, aber das war vielleicht auch gut so, wer weiß ob ich es hätte irgendwo wieder abgeben können :mrgreen:

Im Ziel hat sich das Team Höhenrausch dann bald wiedergefunden, wobei sich herausstellte, dass ich Tomma und Ralf irgendwann und irgendwie überholt hatte, ohne dass wir drei das bemerkt hatten.

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Freya wollte, da sie nicht gelaufen ist, nicht mit aufs Bild. Zum Glück ist es ihr nicht gelungen 😀

Nach Verlassen des Laufs und vor der Heimfahrt gönnten wir uns in der Stadt noch, was bei den Höhenrauschlern immer dazugehört:

Fazit: Ein toller Lauf mit absolut perfektionistischer Organisation, durch einen wunderschöne Landschaft auf einer recht anspruchsvollen Strecke. Ein Slogan des Laufs ist „Hermannslauf, der gefühlte Marathon“. Ja, doch, meine Beine fühlen heute auch so 😀   Man muß allerdings, wie bei einem großen Stadtmarathon, dazu bereit sein, die wahren Menschenmassen zu akzeptieren.

Es war sehr lustig und hat riesen Spaß gemacht mit dem Team Höhenrausch und es war mir eine Freude ein Teil davon zu sein. Für die 31,1 km habe ich 3:25.38 gebraucht. Für nur aufs Ankommen angelegt, bin ich sehr zufrieden. Herz was willst du mehr rund um den Hermann.

Wolken- und Laufspiele

Auch auf das Risiko hin, von Euch Haue zu bekommen: REIN LAUFTECHNISCH gefällt mir dieses Aprilwetter. Ich muß nicht sonderlich schwitzen und die Luft ist so glasklar, dass es eine Freude ist, sich diese Frische auf Lunge zu ziehen.

Wenn dann noch bei einem Lauf die Wolken nahezu alle Selbstdarstellungsregister ziehen, wird die Feierabendtour mal wieder zur reinsten Wonne.

Spielerisch bin ich laufend unterwegs. Neben den normal langen Läufen baue immer häufiger kurze Läufe von bis zu 5 km ein, in denen entweder barfuß oder in Minimalschuhen unterwegs bin.  Das Vor- / Mittelfußlaufen klappt inzwischen ganz gut, umso besser, je zügiger ich laufe. Und ist die Ferse aus dem Spiel, vermisse ich auch die fehlende Dämpfung nicht.

Heute beim Utkiek war im Vorfeld des Hermannslaufs nur etwas Rekom-Getrappel angesagt und so habe ich meine fluffigen Stoffschlappen – Leguanos -, zum Lauf angezogen. Eigentlich wollten wir nur eine halbe Stunde laufen, etwas länger und vorallem etwas flotter ist es dann aber doch geworden, aber auch die sieben Kilometer sind mir gut bekommen.

Das Laufen mit wenig oder ohne Schuh kann wirklich süchtig machen. Aber der Umstellungsweg ist noch lang und über die 31 Hermann-Kilometer werden mich meine klassischen Laufschuhe tragen. Das haben die schließlich bis dato auch immer ganz anständig gemacht.

Rop un dal in Berg en Dal

Zwei Läufe hintereinander in nicht ganz topfebener Umgehung, dass ist für den Deichläufer nahezu genauso exotisch wie ein Tropenhelm für einen Eskimo 😀

War der erste Lauf noch nichts wirklich Außergewöhnliches, nämlich das donnerstägliche Kreuz und Quer-Gewetze auf`m Utkiek…

… so war der zweite Lauf eher in der Kategorie „Bombationös“ einzuordnen. Ein Besuch im niederländischen Nimwegen brauchte mir das Vergnügen ein paar ordentliche Höhenmeter zusammenzuschrubben.

Vor fast genau einem Jahr hatte ich das unvermutet hügelige Laufrevier schon einmal vorgestellt. Die neuerliche Gelegenheit ließ ich mir am Sonntag nicht nehmen und steuerte vom Hause meines Gastgebers direkt das wunderbare Gebiet der Gemeinde Berg en Dal an. Nach nur einem guten Kilometer, noch im Stadtgebiet Nimwegens merkt man schon, dass es recht langanhaltend und kontinuierlich nach oben geht, bis man nach ca. 5 km Berg en Dal erreicht hat …

…  und dort auf wunderbare Trails aufbiegen kann, die sich im beständigen Auf und ab durch den Wald ziehen.

Da wo die Waldtrails einen wieder ausspuken, gibt es weite Blicke über beschauliche Landschafen.

Leider reichte die Zeit nur für eine 17,5 lange Runde, die war aber vom Allerfeinsten mit allerhöchstem Spaßfaktor und dazu noch eine willkommene Vorbereitungstour auf den nächsten Sonntag anstehenden, ebenfalls nicht ganz ebenen Hermannslauf 🙂

 

Osterfrische

Verhältnismäßig schattig sind die Ostertage ausgefallen. Es hat zwar erheblich weniger geregnet als vorhergesagt, aber die Temperaturen ließen alles andere als Frühlingsgefühle aufkommen. Aber was interessiert mich das Wetter, wenn ich nach einem Jahr endlich mal wieder die Gelegenheit hatte mit Heimo zu laufen.

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Da war bei mir die Freude groß, dass wir schon am Karfreitag gemeinsam eine gut 10 km lange Runde laufen konnten. Aber die Krönung der Ostertage gönnten wir uns am heutigen Ostermontag. Heimo hatte eine 25 km-Strecke von Oldenburg nach Wardenburg vorgeschlagen. Das paßte mir ausgezeichnet in den Kram und um dem Ganzen noch ein Sahnehäubchen aufzusetzen, lief auch Heimos Frau Angela mit uns.

So machten wir uns von mir zuhause auf durch Oldenburg durch und viele Kilometer entlang der Hunte gen Wardenburg zu laufen. Noch einen dicken Schauer abwartend starteten wir gegen 11:30 Uht. Die Kälte hatte einen entscheidenden Vorteil: Die Luft war kristallklar und die Sonne schaffte es trotzdem den Windbreaker binnen kürzester Zeit überflüssig zu machen. Gut nur, dass sich die (Graupel-)Schauer in Grenzen hielten, denn während dieser fiel die Temperatur von 8° auf nur noch 5°.

Dem guten Laufgefühl tat das keinen Abbruch und wir schnurrten Kilometer um Kilometer ab. Sonnenschein und knallig blauer Himmel wechselten in rascher Folge mit dicken Wolken und verliehen der Frühlingslandschaft immer wieder neue Lichtstimmungen.

Hinter Oldenburg bekommt die Hunte einen ganz anderen Charakter als auf meinen sonst üblichen Strecken, nahezu lieblich schlängelt sie sich durch die Landschaft und ist ein beliebtes Revier für Kanu- und Kajakfahrer. So wurde dem Auge immer etwas geboten.

Die Autobahn A 29 galt es einmal zu unter- und anschließend wieder zu überqueren und schon wenig später näherte sich der überraschend kurzweilige Lauf dem Ende.

Als wir auf den Hof von Angelas Elternhaus aufbogen, fehlten uns zwar noch 500 m an den 25 km, aber dafür waren war recht zügig unterwegs gewesen. Ohne meine Uhr zwischendurch bei irgendwelchen Stopps anzuhalten, zeigte sie eine Tempo von 6:14 an. Da kann man nicht meckern, zumal wir alle im Ziel noch frisch und munter waren.

Mir hat es riesig Spaß gemacht mit den beiden zu laufen und ich freue mich jetzt schon, wenn sie diesmal schon zu Pfingsten erneut den Weißwurstäquator überqueren und wir dann erneut laufend das Oldenburger Land unsicher machen können.

Patsch Patsch – Patsch Patsch

Es verändert sich was an meinem Laufstil. Deshalb erklang das Patsch Patsch -Patsch Patsch heute nicht nur, weil ich im strömenden Regen unterwegs war, sondern auch weil ich wohl inzwischen komplett auf dem Mittelfuß lande. Das klingt zwar erstmal nicht so elegant, aber ich bin zufrieden, die Richtung stimmt und ich komme nicht mehr zuerst mit der Ferse auf, die das schon lange nur noch mit gut gedämpfen Laufschuhen toleriert.

Somit spüre ich die Veränderung im Laufstil auch während ich in diesen gut gedämpften Laufschuhen stecke. Das konsequente Einbauen von kurzen Barfußetappen in nahezu jeden Lauf macht sich bemerkbar. Sehr genau merke ich wie der Fußballen nun das meiste Körpergewicht auffängt. Die Zehen spreizen sich und reizen den kompletten Raum der Zehenbox aus. Ein Gefühl als wäre ich nicht auf Füßen sondern auf Tatzen unterwegs. Witzig und angenehm.

Aber ich spüre auch den stärkeren Zug in der Achillessehne und auch das Zehenskelett läßt spüren, dass die Fußmuskulatur noch viel Zeit braucht bis sie stark genug ist, schützend und stützend zu agieren. Nichts fürchte ich mir als dass mir ein irgendein Mittelfußknochen durchknackt. So bleibt es erstmal, speziell auf Asphalt, weiterhin bei noch recht kurzen Barfußabschnitten. Zumal sich das Barfußlaufen auf Asphalt auch irgendwie noch nicht richtig flüssig und rund anfühlt.

Durchgezogen werden die schuhlosen Einlagen aber auf jeden Fall, auch heute bei strömendem Regen, 9° und kräftigem Wind.

Die schwierigste Nummer war es mit naßen, kalten Händen, die naßen Socken und die naßen Schuhe an die naßen Füße zu bekommen 😀 Man muß nicht bekloppt sein für solche Aktionen, aber es erleichtert die Sache doch sehr :mrgreen:

16 spaßige, locker und fluffig gelaufene Kilometer bei bestem Deichläufer-Wetter. Herz, was willst du mehr.