Das macht das Laufen

Da bricht man nach der Arbeit etwas lustlos und etwas gehetzt, um noch so viel wie möglich vom Tageslicht zu erhaschen, auf zu einem schnöden Feierabendlauf auf die wohl von mir am allermeisten gelaufene Strecke und wird dann einfach mal wieder so geflasht. Entführt in einen Wintertraum, in knackig kalte, kristiallklare Luft, in Windstille und Stille. Die blaue Stunde kleidet sich in pastellfarbene Töne, Raureif überzieht Bäume und Sträucher und Eis liegt auf dem kleinen Kanal und dem immer noch wenigen Wasser in den Bornhorster Wiesen. Ich bin mit mir allein und könnte keine Dreiviertelstunde nach Abschließen der Haustür schrein vor Glück.

Vorsichtshalber hatte ich die Yaktrax und dicke Handschuhe in den Laufrucksack gesteckt, der mir angenehm den oberen Rücken warmhält. Einmal wechsel ich von den dünnen Laufhandschuhen auf die dicken und ein paar Kilometer später wieder zurück. Die Yaktrax brauche ich aber nicht, an den wenigen spiegelglatten Stellen wechsel ich kurz in den Gehmodus.

Ansonsten bin ich flott unterwegs, es läuft sich gut auf Schnee und Eis und blankem Asphalt. Das Tempo liegt für meine Verhätlnisse hoch, nur unterbrochen von den Fotostopps um festzuhalten, was mich einfach nur begeistert.

Auf den letzten 20 Minuten reicht das Tageslicht noch nicht, nun glitzern Reif und Schnee im Licht der Lauflampe. So gefällt mir der Winter, so könnte es noch wochenlang weitergehen.

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Was kann es schöneres geben als in einer Alltagssituation solche Glücksmomente zu erleben? Das macht das Laufen!

Vom Dollart zum Jadebusen

Etappe 2: Von Timmel nach Wiesede

Anfang Dezember starteten wir den dreiteiligen Lauf vom Dollart zum Jadebusen am Emdener Hafen. Wer seinerzeit diese erste Etappe laufend und lesend verpaßt hat, kann letzteres hier noch nachholen 🙂

Nun folgte gestern der zweite Streich, beginnend am Dezember-Ziel Timmeler Meer. Teilnehmer waren diesmal Marion, Sylke, Tomma, Ralf, Stephan und meiner einer.

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Schon die Anfahrt verhieß uns, wie schon bei der ersten Etappe, absolutes Bilderbuchwetter, diesmal allerdings sogar noch garniert mit einem Hauch von Schnee.

Nach einer kurzen Durchquerung von Timmel …

… begaben wir uns auf Teile der Deutschen Fehnroute. Das diese durchaus wörtlich zu nehmen ist, läßt sich schon an den Namen der durchquerten Orte ablesen. Westgroßefehn, Mittelgroßefehn, Ostgroßefehn, Spetzerfehn und Wilhelmsfehn sind nur die Orte unter einer Viezahl von „Fehns“ in dieser Region, die wir durchlaufen haben.

 

Dieser Landstrich mit seinen vielen Kanälen und Zugbrücken, den langgezogen und idyllischen  Ortschaften mit ihren schönen, typisch geduckt gebauten Häusern und Höfen, im Einklang mit dem flachen Land und dem hohen Himmel, ist von bestechender Schönheit. Und selbst für mich sind die langen Geraden entlang der Kanäle in ihrer schieren Unendlichkeit schon etwas besonderes.

Das Laufen auf den schneebedeckten, aber trotzdem größtenteils griffigen Wegen in der klaren, sonnigen Winterluft war ein Traum.

Dann begegnete uns inmitten der weiten Landschaft dieser „Berg“, den wir als Utkiek-Truppe natürlich sofort stürmen mußten.

Erstaunlich wie wenig Meter in die Höhe schon genügen um einen faszinierenden Blick über die Weite der Landschaft zu gewinnen. Aufgeschüttet ist dieser Hügel übrigens aus der Erde vom Kanalbau.

Danach ging es weiter und weiter immer an Kanälen entlang, nur kurz unterbrochen von etwas Moor. Erst kurz vor unserer Ankunft in Wiesede am Rande von Friedeburg trübten ein paar dunklere Wolken den strahlenden Schein der nun schon tiefstehenden Sonne und in der Ferne ging ein Schneeschauer nieder.

Ein paar Schneeflocken rieselten dann auch, als wir uns nach 26 km in einem Café die verbrauchten Kalorien wieder anfutterten.

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Tomma ist irgendwie nicht mit aufs Bild gekommen 😯

Es war wieder ein genialer Lauf in einer im Vergleich zur ersten Etappe schon ganz anderen Landschaft. Wieder eine tolle Truppe, wieder viel Spaß. Besser konnte es nicht sein!

Beeilen

… muß ich mich, wenn ich denn auch mal einen Beitrag mit Schneebildern präsentieren möchte. Kurzzeitige, kräftige Schneefälle gehen hier einher mit sachten Plusgraden, so dass das Winteridyll immer nur von kurzer Dauer ist. Sich daraus ergebender dicker Schneematsch sorgt dabei lediglich für nasse Füße.

Da stört es mich doch insgesamt recht wenig, dass sich seit Montag kein Lauf mehr ausging. Morgen geht es wieder los, da hoffe ich aber auf etwas schönere Bedingungen 😎

Kontrapunkt

Ein Besuch in Nimwegen machte aus dem gerade gewesenen Wochenende ein lauffreies Wochenende, was angesichts der auch in Nimwegen vorherrschenden Eisregenwetterlage aber eh nicht schlimm war. Zum Glück blieben sowohl die automobile An- als auch die Abreise von diesem Wetterungemach verschont.

Umso mehr freute es mich aber heute wieder unbeschwert Auslauf bekommen zu haben. Mein Laufrevier setzte dazu einen absoluten Kontrapunkt zu all den schneeweißen und sonnigen Bildern auf vielen andern Laufblogs. Ein freundliches Grau mit ein paar minimalen Auflockerungen und zum Schluß Nieselregen zeigten den Winter so wie er hier typisch ist. Kein Schnee, keine Eisglätte und nahezu trockene Laufwege. Running as usual. Kann ich durchaus mit leben.

Trotzdem bin ich gespannt, ob ich mich in diesem Winter noch in den Schneebilderreigen einreihen kann. Ein paar Wochen besteht die Chance oder das Risiko, je nach Gusto, ja noch.

Blankgeputzter Himmel

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… bei herrlich klarer und kalter Luft am Mittag deutete es schon an: Heute abend am Utkiek war Schluß mit kurzen Hosen.

Da kann man schon mal gucken wie ein erschrockenes Kaninchen 😀 Immerhin schlief der eisige Nordwind pünktlich zum Lauf ein und der Utkiek präsentierte sich noch schneefrei.

Lange Lauftights, die schickste Erfindung seit sherwood forest 😀

So läuft Spaß

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Na also, geht doch, muß man denn immer erst meckern? Sechs Tage nach meiner Feststellung,  dass der letzte anständige Regenlauf schon über ein halbes Jahr zurück lag, goß es heute in Strömen. Da ich den eigentlich für heute geplanten Saunabesuch aus anderen Gründen hab sausen lassen, konnte ich ganz im Gegensatz  zu gestern einfach nicht widerstehen und bin in dieses Deichläufertraumwetter hineingesprintet 🙂

Zum Regen gesellten sich stürmischer Wind und muckelige 5°. Da es schon den ganzen Tag geregnet hatte, waren die Wege schon schön matschig und mit Pfützen übersät. Da kannte der männlich/kindliche Spieltrieb keine Grenzen.

Dunkelheit und Regen fegten auch die Hunde und Herrchen vom Kleinen Bornhorster See und es begegnete mir auf dem ganzen Lauf keine Menschenseele. Ein kleines Läuferträumchen 🙂

14,4 im 5.45iger Schnitt gewetzte, ungeplante Spaßkilometer. Herz was will ich mehr. Das neue Jahr scheint sich so doch ganz gut anzulassen 🙂

Hoffnung

Ei ei ei, dass war heute ein Einstieg in mein Laufjahr 2017. Schon über den ganzen Arbeitstag verspürte ich absolut null Bock nach Feierabend laufen zu gehen und nasskaltes Schmuddelwetter machte mir auch nicht gerade mehr Laufappetit :-/

Da habe ich ganz tief in die Läufertrickkiste gegriffen und alle Kniffe angewandt um mich zu motivieren: Eine andere und kürzere als die ursprünglich geplante Strecke gewählt, mit der Option ggf. noch weiter abzukürzen. Diese Strecke bin ich dann auch noch in die andere als sonst übliche Richtung gelaufen. Darüberhinaus hatte diese einen etwas höheren Offroad-Anteil auf leicht aufgeweichten Wegen. All dies sollte die Hoffnung nähren, dass 100%-Null Bock-Läufe in der Regel doch irgendwie ganz geil werden.

Was soll ich sagen? Hat geklappt! 😀 Von vornherein waren die Beine gut bei der Sache, es lief sich unvermutet locker und flott. Ein teilweise klarer Himmel sorgte noch für ausreichend Tageslicht und zu guter Letzt verwöhnte mich auf dem letzten Kilometer noch ein schnuckeliger Schneeregenschauer. Dieser letzte und 12. Kilometer war dann sogar einer mehr als es nach dem Notfallplan sein sollte 🙂

Der Einstieg ins neue Laufjahr ist also geglückt und ich hoffe, dass ich in seinem weiteren Verlauf nicht noch öfters die ganze Trickkiste auskippen muß 😎

2016 2017

Mit einem kleinen persönlichen Silvesterlauf nur für mich beendete ich heute das Laufjahr 2016.

Bevor nun das Jahr als solches in wenigen Stunden ausklingt, möchte auch ich einen Blick zurückwerfen. Da es der Rückblick auf mein Jahr ist, blende ich an dieser Stelle alle anderen Geschehnisse in dieser Welt aus. Nur so gelingt es mir zu sagen, dass 2016 ein gutes Jahr war. Rein für mich war es nach vielen schwierigen Jahren, gekrönt vom katastrophalen 2015, endlich mal wieder ein ruhiges und erfolgreiches Jahr.

Weder Tod noch schwere Krankheiten trübten das engere familiäre Umfeld und auch die eigene Gesundheit blieb stabil. Nach jahrelangen schwer zu ertragenden Umständen im Beruf kam ich in diesem Jahr endlich wieder in ruhigere Fahrwasser und das sogar verbunden mit einem kleinen „Karriereschritt“. Ein traumhaft schöner Urlaub war Jens und mir vergönnt und sorgte ebenfalls dafür wieder Kräfte zu sammeln.

Auch läuferisch bin ich mit dem Jahr 2016 sehr zufrieden, auch wenn die beiden Höhepunkte mit der mit Ach und Krach überlebten Harzquerung und dem nicht gefinshten Bestzeitmarathon in München nicht wirklich wie gewünscht verlaufen sind. Insgesamt hatte ich aber viele tolle Läufe und kaum Sorgen wegen irgendwelcher Verletzungen.

Mit der Harzquerung, einem weinseeligen Halbmarathon im Ahrtal, dem nächtlichen Marathonversuch in München und dem Staffellauf beim Uewersauer-Trail in Luxenburg war ich wieder reichlich auf Laufreisen und habe dabei viele liebe Bloggerfreunde besuchen und treffen dürfen. Schön war es und ich möchte die Begegnungen nicht missen.

Erstmalig hatte ich mal ein Jahreskilometerziel ins Auge gefasst. So richtig ernsthaft hatte ich es aber nicht verfolgt und wegen einiger etwas geschlönzter Laufmonate bin ich in der ersten Dezemberhälfte noch in eine kleine Jahresendrallye gestartet. Nach zwei etwas intensiveren Laufwochen lag ich dann aber wieder im Soll und konnte wieder auf Normalmodus zurückfahren. Gestern denn, quasi auf dem vorletzten Drücker des Jahres, konnte ich dann vermelden:

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30.12.2016: An dieser Stelle Jahreskilometer 2000 erreicht! Yeah!

Mit dem heutigen Lauf erklärt sich dann auch der Titel dieses Beitrags: Ich bin 2016 2017 Kilometer gelaufen 😀

Wem diese Zahl jetzt nicht beeindruckend genug vorkommt, ich habe noch etwas mehr zu bieten. Ein weiterer Erfolg im Jahre 2016 ist es, dass ich im Mai wieder mit etwas Krafttraining angefangen bin. Zwar im recht überschaubaren Umfang, aber immerhin sind z. B. 4.493 Liegestütze, 3.942 Dips und 4.807 Situps zusammengekommen 😎

Der Titel 2016 2017 kann natürlich auch mit Rückblick 2016 und Vorschau 2017 übersetzt werden. Mit der Vorschau möchte ich es aber kurz halten. Syltlauf im März, Berlin-Marathon im September, erneuter Staffellauf beim Uewersauer-Trail im November und, sofern ich einen Startplatz ergattere, der Hermannslauf im April sind die gesetzten Marken. Wenn sich noch mehr Läufe in anderen Gefilden ergeben sollten, werte ich diese als zusätzliche Bonbons. Schaun wir mal. Das Wichtigste aber ist es gesund zu bleiben, das wäre das größte Geschenk.

In diesem Sinne:

feuerwerk

 

 

Und scroll und scroll und scroll

Gestern habe ich mal laufend nachgeschaut, ob die Sturmflut an der Nordsee in der Nacht zum Dienstag auch die Hunte soweit zurückgedrückt hat, dass mal wieder die Bornhorster Wiesen geflutet worden sind. Dem war aber nicht so, dort steht nach wie vor sehr wenig Wasser.

Sehr wenig Wasser ist überhaupt das Stichwort. Irgendwie habe ich das Gefühl schon ewig nicht mehr im Regen gelaufen zu sein. Also ich meine jetzt so im richtigen Regen, nicht nur etwas Geniesel, Getröpfel oder mal einen Schauer. Wann war denn nur der letzte gescheite Regenlauf?

Nichts ist leichter rauszukriegen als das. Wofür führe ich schließlich einen Laufblog, der ja nahezu jeden meiner Läufe lückenlos dokumentiert 🙂

Und so scrolle ich meine Beiträge durch und scrolle und scrolle und scrolle. Nicht nur, dass ich offensichtlich viel schreibe, nein, der letzte Regenlauf liegt wirklich schon eine Ewigkeit zurück.

Fündig werde ich erst am 22.08., da hat es zumindestens mal für die Dauer des Laufs gedauerregnet, wenn auch nicht kräftig.

Das letzte Mal so richtig geschüttet hat es beim Laufen sage und schreibe sogar zuletzt am 25.06..

Da sage noch einmal jemand, dass es in Norddeutschland nur regnet 😎

Irgendwie hätte ich ja mal wieder Bock so richtig durch Starkregen zu rennen, klatschnaß zu werden und den Dreck so richtig spritzen zu lassen. Aber jetzt macht sich ja gerade erstmal so ein Superhoch breit. Also wird dieses Vergnügen noch etwas warten müssen. In diesem Jahr wird das wohl nichts mehr.

Bewegung

… läßt einen die Feiertage leichter „ertragen“. Vorbeugend bin ich deshalb noch einmal Heiligabend unterwegs gewesen.

Leider mußte ich diese Runde und auch meine Weihnachtsrunde ohne Heimo drehen, der dieses Jahr Weihnachten im Krankenhaus in München verbringen muß, statt die Tage wie üblich  im hohen Norden zu feiern. Das war nach fünfjähriger Traditon richtig ungewohnt. An dieser Stelle deshalb noch einmal gute Besserung und alles Gute!

Dabei hätten wir dieses Jahr die Heiligabendrunde sogar trockenen Fußes laufen können, im Gegensatz zu vor fünf Jahren 🙂

Am ersten Weihnachtsfeiertag schüttelte ich mir bei mildem Nieselregenwetter noch vor dem mittäglichen Festtagsschmaus die Beine aus.

Am Weihnachstfeiertag Nr. Zwo reichte hingegen ein ausgiebiger Spaziergang mit Jens. Dabei ließen wir uns vom Sturm kräftig durchblasen. Mein Laufrevier bei solchen Gelegenheiten in Slow Motion zu erleben ist mir dabei immer ein besonderes Vergnügen.

Und das war es auch nahezu schon wieder mit dem Weihnachtsfest. Der Sturm läßt das Dachgebälk knacken und sorgt noch für einen heimelig, gemütlichen Ausklang.