Läuferpartei

Nun schlägt sie also doch nochmal richtig zu, die Hitze. Mit den steigenden Temperaturen sank gestern allerdings meine Motivation zu laufen. Erst recht keine Böcke hatte ich mich auch noch extra mit Trinkrucksack aufzurödeln. Also wurde der Lauf gedanklich eh schon mal eingekürzt.

Den endgültigen inneren Tritt in den Hintern mich bei 31° auf die Laufsocken zu machen, gab ich mir dadurch, dass ich noch ein paar Bilder von Wahlplakaten für die anstehende Kommunalwahl machen wollte, um diese in meinem anderen Blog thematisch zu verwursten.

So trabte ich brav los, machte auf dem ersten Kilometer die Bilder von den Plakaten und schlug mich dann ins Grüne.

Die Hitze bekam mir erstaunlich gut und es lief sich insgesamt ganz angenehm. Angesichts der inhaltsschwachen Wahlplakate kam mir bei dem Lauf allerdings der Gedanke, dass ich eine Läuferpartei gründen sollte und dachte über mein Wahlprogramm nach. Hieraus mal die ersten Punkte:

  • Abschaffung der Startgebühren an Volksläufen und Marathons
  • Trails für alle
  • Aufschütten des Utkieks für ein effektiveres Höhenmetertraining
  • Laufsport wird als Arbeitszeit angerechnet.
  • Kostendeckelung bei Laufschuhen

Das Programm ist zwar noch etwas dünn und größtenteils unrealistisch, aber für  5% bei der nächsten Wahl sollte es wohl trotzdem reichen😀

Vielleicht ist es für mich aber auch einfach nur besser, nicht bei Hitze laufen zu gehen:mrgreen:

 

 

 

 

So viel Regen

… war es heute denn doch nicht, dass gleich dieses niedliche Quietscheentchen XXL  hätte mit auf Reisen gehen können:

22.08.16 07

Trotzdem regnete es während meines Laufs vom Feinsten, vielleicht etwas zu schwach, aber immerhin Dauerregen. Dazu war es mit milden 17° so warm, dass ein Laufshirt reichte ohne den Kältetod fürchten zu müssen. Sprich: Es lief sich ganz vorzüglich.

Ein Reh gab es auch wieder zu sehen, ebenso den Deichschäfer, der zu einem kurzen Schnack durchs Autofenster neben mir anhielt.

Da ich das gesamte Wochenende nicht zum Laufen gekommen war, dehnte ich diese vorzügliche Feierabend-Runde auf 17 km aus. Mit einer Durchschnitts-Pace von 5:45 kam auch so langsam wieder so etwas ähnliches wie Tempofeeling auf.

Bei meinem vorletzten Lauf meckerte allerdings plötzlich mein linkes Knie. Den Utkiek-Lauf hatte es zwar gut weggesteckt, zeigte sich aber in den letzten Tagen diffus maulig. Der heutige Lauf verging aber wieder nahezu unauffällig und auch jetzt fühlt es sich gut an. Ich hoffe, dass das wirklich nur ein kurzzeitige Erscheinung gewesen ist.

Ausprobiert

Bei meinem letzten Utkiek-Lauf hatte ich ja mal geschaukelt. Daraufhin fürchtete Anne in ihrem Kommentar, dass mir das Schaukeln vielleicht mal zu langweilig werden könnte. Dann könnte ich die Schaukel auch mal für Liegestütze nutzen. Füße auf die Schaukel und pumpen. Die Schaukel dabei auszubalancieren wäre fordernd, meinte Anne.

Das wollte ich heute doch mal wissen und bin wieder etwas früher zum Utkiek gefahren und schon mal zur Schaukel hochgelaufen.

Uuuuuunnnd Action:mrgreen:

18.08.16 01

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Was soll ich sagen, liebe Anne, sind die Füße erstmal drauf, bleibt die Schaukel recht stabil und der Schwierigkeitsgrad ist eigentlich nicht höher als normal🙂 Trotzdem hatte ich mir danach noch etwas Schaukeln verdient.

Der Laufgruppe mußte ich allerdings anschließend auch noch mal die Schaukelliegestütze demonstrieren und erntete dafür großen Respekt, hach😀

Das Laufen kam also ebenfalls nicht zu kurz, 10,6 km bei traumhaften Spätsommerwetter.

Spätsommerfeierabendrunde

Die einzige Besonderheit des heutigen Laufs war im Prinzip nur, dass ich mir zu Beginn den Laufrucksack umgeschnallt hatte und dann gute 800 m zum Bäcker gejoggt bin. Ich hatte vorher vergessen Brot zu kaufen. Mit dem Brot im Rucksack gings zurück, zuhause lud ich die Ladung ab und lief gleich weiter.

Einmal über die Huntebrücke zum Blankenburger See und wieder zurück. Blank und strahlend blau war auch der Himmel. Die Grillen zirpten wie es sich für Spätsommer gehört, wenn auch die Temperatur nicht so warm war wie ich es mit dem Zirpen in der Regel verbinde. Aber 20° mit seichter Brise waren schon perfekt.

Tolles Licht und zwei leider etwas fotoscheue Rehe auf dem Weg rundeten diesen 12,3 km-Lauf ab. Es war einfach nur schön.

Ein Lauf ans Meer

… habe ich mir heute gegönnt. Wer jetzt denkt, dass ich mich wieder, wie vor gut zwei Jahren, auf den Weg an die Nordsee gemacht habe, den muß ich enttäuschen. Das liegt daran, dass die Niedersachsen ein komisches Völkchen sind. Wenn das Meer an ihrer Küste schon Nord“see“ heißt, dann nennen sie die Seen halt Meere. So geschehen mit dem Steinhuder Meer in der Nähe von Hannover und auch mit dem Zwischenahner Meer vor den Toren Oldenburgs.

Deshalb war der Weg zum Meer heute nur 18 km lang. Einmal von Ost nach West quer durch Oldenburg und dann immer an der Bahnlinie nach Norddeich Mole entlang nach Bad Zwischenahn. Fünfmal habe ich eben diese Bahnlinie auf dem Weg zum Meer, das ein See ist, überquert.

Noch auf Oldenburger Stadtgebiet passierte ich den Sportplatz der Universität, auf dessen Tartanbahn ich das Tempotraining für meinen ersten Marathon abgerissen hatte. Danach geht es durch viel Grün ins Ammerland. Vorbei auch am Woldsee, in dessen Umfeld ich schon so manchen langen Lauf gelaufen habe. Die Bahn fast immer in unmittelbarer Nähe.

Das Ammerland ist die Baumschule Deutschlands. Baumschulen reihen sich hier dicht an dicht.

Ich erreichte Bad Zwischenahn, der Ort in dem die Oldenburger flanieren und sehen und gesehen werden wollen. Durch die Kurkliniken liegt der Altersschnitt allerdings so grob geschätzt kurz unter 100:mrgreen: Ich schickte mich an das Zwischenahner Meer zu umrunden.

Es waren glücklicher Weise verhältnismäßig wenig Radfahrer und Spaziergänger unterwegs. Ein Läufer holte mich ein, ein kurzer Schnack und er zog weiter. Wenig später widerstand ich der Versuchung in Dreibergen die Laufstrecke mit der Bad Zwischenahn abzukürzen. Der längste Teil der Strecke war eh geschafft. Es folgten noch zwei Holzwege, die sumpfige Bereiche überbrücken, und wenig später war ich zurück in Bad Zwischenahn. Nach exakt 30 km stoppte ich meine Uhr vor einem Springbrunen mitten im Kurpark. Ein würdiger Abschluß würde ich sagen.

Ich verschnaufte kurz, suchte mir dann ein halbwegs ruhiges Plätzchen und angelte trockene Wechselklamotten aus dem Laufrucksack. Nach dem Umziehen  schlenderte zum nur wenige Hundert Meter entfernten Bahnhof, löste ein Ticket und schon fünf Minuten später fuhr mich der Zug zurück nach Oldenburg. In Oldenburg angekommen ging ich zum Bus, der nur 2 Minuten später abfuhr. Na, das paßte ja alles.

Nach deshalb nur 25 Minuten kurzer Rückreise war ich wieder zuhause. Ein wieder mal sehr abwechselungsreicher Lauf ohne große Längen. Die 30 km im 6:07er Schnitt liefen insgesamt locker und nicht mal zum Ende wurde es zäh. Mehr kann man nicht wollen🙂

Ein Satz mit X

… das war wohl nix.

Da bin ich extra ein Stündchen früher zum Utkiek gefahren um noch mehr vom angesagten Regen einzusammeln und dann versiegte der klägliche Spütterregen schon bevor ich überhaupt aus dem Auto gestiegen bin😦

Nun denn, da habe ich halt von dem Stündchen etwas abgezwackt um endlich mal eine Runde zu schaukeln😀

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Trotzdem hatte ich schon gute 7 km auf der Uhr als ich zur normalen Zeit am Parkplatz auf die anderen traf. Als ich mit ihnen weiterlief, fing es wieder leicht an zu nieseln und bei windigen 13° lief es sich ganz wunderbar. Offenbar ist das einfach das richtige Wetter für meine norddeutsche Seele😀

Den richtigen Regen entließ das trübe Himmelsgrau aber natürlich erst auf der Rückfahrt, typisch:-/ Aber immerhin hatte ich durch die Hoffnung auf Regen mit 15,7 km mal ein paar Meter mehr als sonst üblich am Utkiek gesammelt und in Sachen Utkiek-Höhenmeter müßte ich sogar einen neuen persönlichen Rekord gelaufen sein🙂

Gänsehaut

09.08.16 04

Für das Wochenende in Holland hatte ich nicht nur das Laufen vernachlässigt sondern auch mein Tagesschau-Training. So hatte ich meine Laufpause noch um den gestrigen Montag verlängert und erstmal das Geknechte auf der Gym-Matte nachgeholt. Eine knappe Stunde lang, alle Übungen, ich bin stolz wie Bolle😀

Der nochmalige Laufaufschub fiel mir aber auch deshalb leicht, weil für heute herbstlich frisches Wetter vorhergesagt war. Der Plan ging auf und ich konnte bei um die 15° und ausgesprochen frischem Nordwestwind meine Laufrunde drehen. Glasklare Luft mit super Fernsicht übers platte Land rundeten das ganze ab.

Im Gegenwind bekam ich an den Armen und sogar an den Beinen eine Gänsehaut, so frisch war es. Eine Frische, die die Lungen nach den vielen schwülen Wochen dieses Sommers regelrecht flutete. Eine Frische, die mich endlich mal wieder ohne etwas zu Trinken auf die 14 km-Runde gehen lassen konnte. Eine Frische, die mich so richtig auf den Herbst freuen läßt. Eine Frische, die mir auch eine Gänsehaut vor lauter Wohlbehagen bescherte.

Ein Wohlbehagen, dass sich durch die Ruhe und Einsamkeit noch steigerte und seinen Gipfelpunkt darin fand, dass die Alternative dieses Abends eine Sommerfest mit 400 Kollegen gewesen wäre. Das die durch die kurze Pause frischen Beine in der Frische auch noch flott laufen wollten, ließ mich zu der Erkenntnis kommen, dass ich definitiv die richtige Wahl getroffen hatte😀

Gar nicht erst mitgenommen

… hatte ich meine Laufklamotten zu unserem Kurztrip ans Ijsselmeer. Nicht nur weil der donnerstägliche Utkiek-Lauf schon wieder ein beschwerlicher, sondern das Wochendende ganz gut durchgetaktet war. So war es mir in den wenigen freien Momenten wichtiger zu entspannen und die Zeit mit Jens zu verbringen als zu laufen.

„Gelaufen“ bin ich dann am Samstag eh genug. Fünf Stunden Großmarkt-Rundgang am Rande von Amsterdam mit Dekorationsartikeln und Wohnaccesoires bis zum Pupillenstillstand, gewürzt mit insgeamt gut drei stündiger An- und Abreise.  Für das in diesen sauren Apfel beißen hatte ich wirklich die Königswürde verdient😀

Nein, so schlimm war es wirklich nicht, es macht schon Spaß. Auf ein erfolgreiches und schönes Wochenende hin gehen wir gleich essen. Laufen kommt morgen, läuft ja nicht weg😉

Immer am Wasser lang

Abwechselung tat heute mal wieder not. Damit ich nicht wie so oft an der Hunte laufen mußte, bin ich heute zur Abwechselung mal an der Hunte gelaufen🙂 Und am Küstenkanal und am Osternburger Kanal und an der Mühlenhunte und an der Haaren.

Ohne Wasser geht es bei mir halt nicht. Aber Abwechselung geht. Deshalb führte mich mein Weg erst entlang idyllischerr Wiesen, dann durch den Agrar- und den Stadthafen vorbei an den Luxusneubauten, Richtung Innenstadt. Kurz vor der Fußgängerzone bog ich scharf nach links ab zum Küstenkanal, der hier mitten durch die Stadt führt. Dann lief ich ein paar Meter entlang des Osternburger Kanals und anschließend wieder entlang des Küstenkanals und später der Hunte durch die Buschhagenniederung zu den Tungelner Wiesen.

Wendepunkt war der Wanderparkplatz zwischen der Stadtgrenze Oldenburg und dem kleinen Örtchen Tungeln. Zurück lief ich aber einen anderen Weg. Zur Abwechselung ging es wieder entlang des Osternburger Kanals, der  an diesem Parkplatz in die Hunte führt. Gatter und Stacheldraht zum Deich des Kanals ließen sich mit entsprechenden Übersteighilfen problemlos überwinden und ich durfte nicht nur bestaunen, dass auf diesem Deich Ziegen statt Schafe weideten, sondern auch das hier ein Kanal offensichtlich renaturiert wird.

Mit Erreichen der Mauern der JVA –dahinter bin ich auch schon Halbmarathon gelaufen– endete die Idylle und über den Fahrrad- und Fußgänger-Highwigh zwischen Kreyenbrück und Osternburg und die Brücke über die Schleuse, über den großen P + R Parkplatz unter der Autobahn, vorbei am Olantis-Schwimmbad und dem Schloßgarten, erreichte ich, der Mühlenhunte folgend, das Gerichtsviertel, Oldenburgs vornehmes Viertel. Weiter ging es über den Paradewall zum Schloßplatz, wo ein Flohmarkt meinen Vorwärtsdrang etwas bremste. Da auch die Fußgängerzone, es war inzwischen schon gegen 20 Uhr, noch voller Menschen war, schlug ich mich zu den Wallanlagen durch. Entlang der Haaren mogelte ich mich entlang der City und streifte dabei auch noch den Cäcilien-Park hinter dem Staatstheater.

Anschließend lief ich über den Pferdemarkt, Oldenburgs zentralstem Verkehrkreisel und der Ort wo ich arbeite, und ging auf die letzten 3,5 Kilometer, die meinem täglichen Arbeitsweg mit dem Fahrrad entsprachen.

Abwechselungsreich war sie, die 24,1 km lange Strecke. Das Wetterchen war mit seinen 20 bis 22°  und Sonne und Wolken im Wechsel vom Feinsten.

Tat alles mal wieder gut, tat not😀