Ohne Dich

Die im vorherigen Post erwähnten 15 Tage Laufpause sollten genug sein. Drum ging ich am Montag wieder laufen um der längsten freiwilligen Laufpause ever ein Ende zu setzen. Ausgeruht waren dabei in erster Linie die Fußsohlen und schnurten klaglos über den üblen Asphalt rund um den Großen Bornhorster See, den sie sonst nur mit Sandalen zu überlaufen bereit sind. Ansonsten aber verflog die Hoffnung auf einen geschmeidigen Wiedereinstieg. Trotz angenehm niedriger Temperatur wollte kein Fluss aufkommen, auch nicht nach dem Bad im Kleinen Bornhorster See. Aber immerhin konnte ich 11 Barfuß-Kilometer in meine bis dato klägliche Juli-Statistik eintragen.

Am Mittwoch überlegte ich zum Ende meines Home-Office-Tages Jens zu einer Nordic-Walking-Runde zu animieren, während ich meine Laufrunde drehe. Es sollte anders kommen. Als Jens an diesem Tag einige Zeit nach mir aufstand und ich die ersten Worte mit ihm sprach, stimmte etwas mit ihm nicht. Ein Anruf in meiner Hausarztpraxis mit Schilderung der Symptome führte zu dem Kommentar „Kommen sie nicht, wählen sie gleich den Notruf 112“ und wenige Zeit später stand ein Rettungswagen auf unserer Auffahrt. Die dreiköpfige Besatzung kümmerte sich in unserer Küche um Jens und nach ca. einer halben Stunde rollte der Rettungswagen mit ihm vom Hof. Ins 30 km entfernte Westerstede wurde er gebracht, da sich die zuständige Oldenburger Klinik abgemeldet hatte. Erst am Nachmittag hörte ich erstmals etwas von ihm, da ging es ihm zum Glück schon wieder besser, er solle aber mindestens fünf Tage im Krankenhaus bleiben. Ich fuhr zur Klinik und brachte ihm eine Tasche mit allem Nötigen. Besuchen konnte ich ihn bei der Gelegenheit nicht, Corona läßt grüßen. Abends versuchte ich mich mit einem Lauf abzulenken, was leidlich funktionierte, ein Durchschnittspuls von 160 bei einer Pace von 6:35 sprach da Bände.

Am nächsten Tag dann kam mittags die Entwarnung, nachdem man Jens in der Klinik einmal komplett auf links gedreht hatte, bestätigte sich die anfängliche Befürchtung nicht und er durfte sogar schon wieder nachhause. Was für ein Schreck mit guten Ausgang. Die Gedanken, die einem in dieser Zeit durch den Kopf gehen, sind unbeschreiblich. Nach über 20 gemeinsamen Jahren mit all ihren Höhen und Tiefen, kann ich folgenden Liedtext nahezu voll und ganz unterschreiben:

Ob es an dieser Erleichterung lag, weiß ich nicht, aber der heutige Lauf war endlich mal wieder einfach nur schön. Sehr langsam, aber auch sehr entspannt lief ich erneut die Strecke vom Montag, erneut überliefen die Fußsohlen den schraddeligen Asphalt und erneut ging ich im Kleinen Bornhorster See ins Wasser und ließ mich nicht einmal von einer Gruppe Kinder entmutigen, die von ihrem Trainer ins Wasser gescheucht wurden und wie die Fische schwimmen konnten, kraulend und rückenschwimmend.

Ende gut, alles gut, in zweierlei Hinsicht. Wobei natürlich das erste so immens viel wichtiger ist. Gesundheit ist alles, ohne Gesundheit ist alles nichts. Das wurde mir, wurde uns mal wieder deutlich vor Augen geführt und über den glimpflichen Ausgang sind wir sehr glücklich und dankbar.

Das gab es noch nie

Sechzehneinhalb Jahre laufe ich nun schon! In all diesen vielen Jahren hat es so manche Laufpausen gegeben und soweit ich mich rückentsinnen kann, waren diese nie freiwillig. Entweder führten Verletzungen, Infekte oder kleinere OP`s zu entsprechenden Ausfällen, die ich immer mit mehr oder eher weniger Geduld ertragen habe. Und jetzt dies: Seit genau 15 Tagen habe ich nicht einen einzigen Laufschritt getan, ohne Grund, einfach so. Naja, nur fast ohne Grund. Die meisten der 15 Tage war ich in Berlin und da war es warm, sehr warm und schwül, teilweise sehr schwül und allein der Gedanke an ein sonnengeflutetes, schattenloses Tempelhofer Feld ließ jeden Gedanken ans Laufen in den abgründigen Tiefen meiner Seele verschwinden.

Stattdessen war ich die ersten Tag stinkenfaul und habe viel gegessen und geschlafen.

Draußen habe ich Sonnenuntergänge in lauer Sommerluft genossen.

Ich habe mich mit Freunden getroffen, war von ihnen zum Essen eingeladen, bin mit ihnen Essen gegangen und mit ihnen auf das ein oder andere Bierchen ausgegangen. Einmal habe ich das auch ganz alleine gemacht, einfach noch auf ein Bier in bzw. vor meine Stammkneipe und dem Treiben auf der Hermannstraße zugeschaut. Lediglich das Angebot zum Kiffen eines sehr launigen Tischnachbarn habe ich abgelehnt. Schließlich rauche ich ja nicht 😆

Unterwegs war ich aber auch. Z. B. in alten Kreuzberger Hinterhöfen, in denen in Werkstätten und Theatern das kreative Leben stattfindet…

… oder in den neuen U-Bahnhöfen im Herzen Berlins. Schick sind sie geworden:

Auf dem Wedding konnte ich unsere Vorräte an Likören der Preußischen Spirituosen Manufaktur wieder auffüllen:

Und am letzten Abend, auf dem Rückweg von einem meiner Lieblingslokale in Berlin, wo ich noch einmal tolle Stunden mit einem guten Freund verbracht habe, weinte ob des baldigen Abschieds sogar der Himmel Tränen.

Tränen ganz anderer Art vergoß ein Lindenbaum, unter dem mein Auto die eineinhalb Wochen in Berlin gestanden hat. Was für ein klebrige Angelegenheit 🙂

15 freiwillige Tage ohne Laufen, wie gesagt, dass gab es noch nie und ich habe es nicht einmal vermisst! Muß ich mir jetzt Sorgen machen? Ich hoffe nicht, nachher gehe ich nämlich laufen, versprochen! Wie könnte ich auch widerstehen, bei knapp unter 20 °, einer angenehmen Brise und ohne Schwüle 😀 Ich werde zu gegebener Zeit berichten, ob ich es noch kann 😎

Wo meine Sonne scheint

Vor meinem heutigen Lauf war ich doch tatsächlich etwas aufgeregt, wollte ich doch mal wieder etwas länger laufen. Anfang März hatte ich bisher das einzige Mal in diesem Jahr die 20 km-Marke gerissen und das mit 20,1 km auch nur so mit Ach und Krach. Ausgemessen hatte ich meine heutige Strecke nicht, nur grob im Kopf wo es langgehen sollte. Einfach loslaufen und mal gucken was es wird. Das Wetter dazu war Bombe. 22 – 24 Grad, etwas Wind und ab und zu mal ein paar Wölkchen. Aufgeregt war ich in erster Linie deshalb, weil ich nicht wußte, ob mein momentanes Gemüt das richtige für dieses Unterfangen ist, ob mein zur Zeit „schwindelerregendes“ Tempo auf längerer Strecke nicht noch weiter in den Keller gehen würde, ob ich überhaupt durchhalten würde und und und 😯

Da kam kurz vor meinem Start noch der Kommentar von Oliver auf meinen letzten Post rein, in dem er schrieb:

„Du machst Dir zuviel Kopf um Dinge die nicht funktionieren, statt wohlwollend das zu sehen was gut klappt. Du läufst, Du schwimmst, Du hast Deinen Humor nicht verloren“ und weiter „Bleib dran, selbst wenn es eine 8er Pace oder mehr ist, Hauptsache draussen sein und bewegen“

Diese Zeilen waren genau der richtige Arschtritt für mich um das Ding ruhig, locker und geschmeidig anzugehen. Und das funktionierte erstaunlich gut! 🙂 Tausend Dank, Oliver!

Los ging es ohne Sandalen zu erst noch etwas durch den Ortsteil Donnerschwee, hin zum Klärwerk, ab dem die Strecke an der Hunte startet. Dieser folgte ich sechs Kilometer, dann ging es ein kurzes Stück offroad. Wobei ich auf einigen hundert Metern die Wahl hatte zwischen zugewuchertem Weg oder Deichkrone mit kurios plattgedrücktem Gras. Ich entschied mich für erstes. Auf dem platten Gras ließ es sich nur wie Storch im Salat laufen.

Begleitet wurde ich auch mal wieder von einem Ohrwurm, dessen vier Titelworte ich ständig vor mich hin summte oder pfiff, blöderweise kannte ich nämlich nicht mehr vom Text. Darüberhinaus war ich lange Zeit damit beschäftigt darüber nachzudenken von wem dieses Machwerk stammte. Lange war ich mit Nana Mousmouri zufrieden, bis mir fast schon zum Ende des Laufs in den Sinn kam, dass es von Caterina Valente ist. Hach, die mochte ich immer gerne. Außerdem passte der Titel so gut zum Tag 🙂

Nach 11, 12 Kilomtern folgte ein erstes kurzes Päuschen im Schatten des Deichscharts.

Im Deichschart gab es eine Tür, auf der sich ein paar wenige kuriose Aufkleber befanden 🙂

Es folge noch ein kurzer Plausch mit einem jungen Radler-Pärchen, wobei es natürlich ums Barfußlaufen ging 😎 Kurze Zeit später der erste Hinweis auf meinen geplanten Zwischenstopp und zwei Kilometer weiter noch einer:

Dort gönnte ich mir einen chilligen Aufenthalt mit einem Stück Kirschstreuselkuchen (der göttliche Stachelbeer-Baiser-Kuchen war schon ausverkauft 😦 ) und einer kalten Zitronenbuttermilch. Ahhhhhhhhhhhhhh 😀

Außerdem kaufte ich noch eine Flasche Bananensaft für unterwegs. Eine gute Entscheidung, meine Halbliterpulle Mineralwasser neigte sich nämlich schon dem Ende zu. Ich hatte noch ein nettes Gespräch mit einer Wanderin, die feststellte, dass sie als Wanderin eine Exotin ist. Naja, das weite, platte Land mit seinen langen geraden Strecken lädt halt mehr zum Radeln ein (wobei wir beide über die E-Biker lästerten) und immerhin war ich als Läufer genauso ein Exot 🙂

Gut gestärkt und im Schatten erholt trabte ich weiter Richtung Kleiner Bornhorster See. Ein kurzes Bad mußte einfach noch sein. Wobei ich auf Schwimmeinlagen verzichtete, es war einfach zu voll. Außerdem muß laufen auch einfach mal reichen 😛

Zugeben, das Anlaufen nach dem Bad fiel mehr dann schon etwas schwerer, aber eigentlich klappte es mit dem lockeren Trab noch ganz gut und es war nun auch nur noch vier Kilometer. Als diese vorbei waren hatte ich 28 km auf dem Garmin-Tacho, von denen ich 22 km barfuß gelaufen bin.

Olivers Kommentar-Zeilen noch vor dem geistigen Auge nahm ich die Durchschnittspace mit 7:02 schmunzeln zur Kenntnis. Immerhin war es mein längster Lauf seit dem Berlin-Marathon im September 2018! Mit der Pause am Melkhus und dem Bad im Kleinen Bornhorster war ich fette fünf Stunden unterwegs. Bei meiner Ma habe ich dann noch gegen Viertel vor Acht ein halbes Blech Erdbeerkuchen verdrückt, die wohl späteste Tea-Time ever. Und mit eine der gierigsten 😀 Sch…egal, es war ein super Nachmittag/früher Abend und hat einfach nur gut getan 🙂

Wettkampf

Bleibe ich der Begrifflichkeit „Kampf“ doch noch etwas treu. Nachdem ich in meinem letzten Beitrag „Kampf“ von meinem erschütternden Zustand berichtet hatte, der sich unter anderem in einem exorbitant niedrigen Lauftempo niederschlägt, hatte ich es gestern trotzdem gewagt mich einem „Wettkampf“ zu stellen. Da auf die Schnelle kein entsprechender Lauf zu finden war, habe ich es stattdessen mit einem läuferischen Sparringspartner allererster Güte aufgenommen, der da wäre:

Tadaaaaaaa

Auf die Plätze! Fertig! Los! :

Aber ich hatte keine Chance, die Granate ist mir einfach auf und davon gezogen 😦 :

Frustrierend, aber ich mußte ja auch noch den dicken Stein auf dem Bild umlaufen 😯

Nur gut, dass ich es mir gleich erspart hatte, es mit diesen Rennpferden aufzunehmen:

Den letzten Kilometer meiner gestrigen gut 14 km konnte ich nicht mehr unter 7er Schnitt laufen. Ging einfach nicht! Unmöglich! Der Asphalt klebte förmlich an den Fußsohlen. Es ist so bitter 😦

Gut, dass es wenigstens vom Vortag einen wirklich sensationellen Erfolg zu feiern gibt. Zu der Zeit wo Deutschland gegen England verlor, bin ich bei feinstem Regen zum Kleinen Bornhorster See gelaufen und dort das ERSTE MAL IN MEINEM LEBEN 100 M AM STÜCK GESCHWOMMEN! Ich bin so stolz! Und ich bin bestimmt sogar schneller geschwommen als ich gestern gelaufen bin 😆

Mit dem Wettkampflauf beendete ich dann auch den ersten Teil des Laufjahres 2021. Mein Ziel, dieses Jahr im Schnitt monatlich 200 km zu laufen, hinke ich mit 90 km hinterher und wird nicht mehr ernsthaft verfolgt. Davon abgesehen und unter Anbetracht der diesjährigen Umstände bin ich mit den gelaufenen Kilometern sehr zufrieden. Es sind bei mir also doch noch nicht Hopfen und Malz verloren 🙂

Kampf

Meine Depri hat mich zur Zeit wieder stärker im Griff und es ist dadurch wieder ein verstärkter Kampf den Alltag zu bestehen, während ich mich doch am liebsten an einen einsamen stillen Ort zurückziehen würde. Da ist es auch nicht gerade förderlich, dass sich das Laufen für mich zur Zeit auch nicht sonderlich leicht anfühlt. Zwar sind meine Beschwerden in den Achillesfersen nur noch hintergründig vorhanden, aber das Laufen fühlt sich zur Zeit einfach beschwerlich an und das Tempo ist sehr langsam.

Trotzdem ist es mir gelungen, diese Woche wieder einmal knapp die 50 km-Marke zu knacken und auch immer wieder etwas schwimmen zu gehen. Wie am Montag bei Dauerregenwetter, wo es am herrlich leer war und der See in der kühlen Luft vor sich hin dampfte.

Nach dem Dauerregen stand das Wasser teilweise noch tagelang auf den Wiesen, aber die Luft war für Mensch und Tier wieder etwas angenehmer. Auch wenn ich beim Laufen schwitzte wie die S.. 🙂

Zum Ausklang der Laufwoche widerstand ich dem Ruf ins Gotteshaus (ich liebe das Geläut der Ohmsteder Kirche, auch wenn es in dem Handy-Video etwas schepprig klingt) …

… und lief lieber in Gottes Natur, obwohl die aufgrund des schönes Wetters recht bevölkert war. Speziell am Kleinen Bornhorster See war schon am Vormittag viel Betrieb bei bester Badestimmung. Deshalb reichte auch ein kurzer Sprung in die Fluten, bevor ich mich wieder nach Hause trollte.

Dieser Lauf fühlte sich immerhin schon einmal wieder etwas besser an. Irgendwann muß es ja wieder aufwärtsgehen und wird es auch. Bis es soweit ist wird eben gekämpft 🙂

Was noch fehlt

In letzter Zeit kam bei meiner Lauferei meine Lieblingsstrecke etwas zu kurz. So war es gestern mal wieder Zeit das zu ändern. Weil ich etwas genervt war, hatte ich allerdings keine Meinung erst von der Haustür aus den Anlauf durch bevölkertes Terrain zu nehmen. Drum habe ich die Umweltsau raushängen lassen und bin mit dem Auto rausgefahren und war überrascht, dass mir der Parkplatz trotz des warmen Wetters ganz alleine gehörte. Das versprach eine recht leere Strecke, was mir nur recht sein sollte. Trotz nicht ganz so hoher Temperaturen wie am Vortag und einem Start erst gegen Halbsechs war der Asphalt noch ganz schön heiß, aber gerade eben noch barfuß laufbar. 11,5 km in einer grottenlangsamen Pace kamen zusammen.

Heute kam noch eine andere Disziplin dazu. Nachdem ich ja auch immer wieder wacker ins Wasser gehe um das Kraulen zu erlernen (immerhin 50 m am Stück schaffe ich schon, fragt aber bitte nicht, wie das aussieht 😆 ) fehlt eigentlich nur noch das Fahrradfahren. Mehr als samstägliches Brötchenholen passiert da bei mir in der Regel nicht. Da kam es mir gelegen, dass es eine Ersatzveranstaltung zum eigentlich heute stattfindenden CSD gegeben hat, nämlich eine Fahrraddemo.

Zugegeben, mit sportlicher Betätigung hatte die nichts zu tun, aber es ist ein schöner Aufhänger um auf diese kleine Veranstaltung überzuschwenken, bei der alleine die Tatsache, dass alle auf Rädern sitzen für die heutzutage notwendigen Abstände sorgte. Auf dem sonnengefluteten, knallig warmen Versammlungsgelände zwischen kleiner und großer EWE-Arena galt Maskenpflicht, so dass ich mich am Rande und im Schatten aufgehalten hatte, bis sich ein paar Hundert Radler in Bewegung setzten.

Zugegeben, die Fahrraddemo kann den eigentlichen CSD nicht ersetzen, aber Not macht erfinderisch und schön war die Veranstaltung trotzdem. Zumal ich noch zwei liebe Bekannte getroffen habe und mit diesen saß ich noch zweieinhalb Stunden zusammmen. In der Zwischenzeit war von der ganzen Veranstaltung schon weit und breit nichts mehr zu sehen.

Friesoythe

Gestern verschlug es mich wieder einmal in das knapp 40 km von Oldenburg entfernte Friesoythe. In dieser Kleinstadt bin ich geboren und aufgewachsen und habe dort bis vor 20 Jahren gelebt. Hier ist auch mein früh verstorbener Vater beerdigt und es stand Grabpflege an. Nach deren Erledigung habe ich meine Mutter zu ihrer Freundin auf die alte Nachbarschaft gebracht und endlich einmal in die Tat umgesetzt, was ich schon lange einmal wollte: Mir laufend noch einmal die Gegend erschließen, wo ich als Kind und Jugendlicher rumgestromert bin.

Ich habe zu Friesoythe ein sehr zwiespältiges Verhältnis. Zum einem habe ich die Kindheit auf dem Land (Wir haben knapp hinter dem Ortsschild gewohnt) in guter Erinnerung, zum anderen bin an dieser extrem katholischen Kleinstadt im Oldenburger Münsterland fast erstickt. Trotzdem bin ich meinen Eltern zur Liebe und auch mangels anderer Idee in der Stadt geblieben.

Direkter Nachbar zu der Freundin meiner Mutter ist der Betrieb, der meine Familie nach Friesoythe verschlagen hat. Hier hat meine Vater viele Jahre gearbeitet.

Auf der anderen Straßenseite stand das kleine Reihenhaus für die Meister des Betriebes, dort bin ich groß geworden.

Schornstein und Anbau gab es damals noch nicht. Rechts des Schornsteins lugt das Fenster meines späteren Zimmers.

Nach fünfhundert Metern befand ich mich auf dem ehemaligen Bahndamm der Bahnstrecke ins Saterland. Dieser wurde offensichtlich nach unserem Wegzug irgendwann einmal geteert und ich konnte aufs Barfußlaufen umsteigen. Vorbei an der ehemaligen Stammkneipe meines Vaters (die Wirtin war ein absolutes Original, so man denn ihren ausgesprochen derben Humor vertragen konnte), in der jetzt Flüchtlinge untergebracht sind, überquerte ich den alten Friesoyther Kanal. Unvorstellbar, dass auf diesem zum Rinnsal verkommenen Kanal früher einmal Schiffe getreidelt wurden. Wenig später bog ich auf einen Sandweg ab. Inzwischen steht Wald wo früher Moorflächen gewesen sind, wie sich doch so manches verändert. Hier befindet sich aber immer noch der Modellflugplatz, von dem auch Ultraleichtflugzeuge starten.

Weiter ging es zum Küstenkanal, wohin ich meinen alten Herrn oft zum Angeln begleitet hatte. Später habe ich mich dort auch viel mit meinem Schulfreund Christoph rumgetrieben. Zwei Kilometer lang ziehe ich die Sandalen wieder an, da der Sandweg mit Schottersteinen gespiekt ist. Dann bin ich wieder am Friesoyther Kanal, die parallel führende Straße ist inzwischen asphaltiert. Früher war sie gepflastert und ich kann mich noch gut an den Singsang der Autoreifen erinnern, wenn man Vater sie mit 100 km/h langgebrettert ist. Tempolimits waren zu der Zeit noch eine Seltenheit 😀 Zum Barfußlaufen kommt mir der Asphalt aber sehr entgegen.

Ich biege über die alte Zugbrücke ab, vorbei an dem Dachdeckerbetrieb, für den mein Vater am Samstag schwarzgearbeitet hatte. Von der Höhenfestigkeit meines alten Herrn habe ich so gar nichts abbekommen.

Ich komme am Bauernhof meines ersten Schulfreundes Uwe vorbei und nähere mich wieder meinem alten Zuhause und wieder der Zufall es so will, treffe ich die jetzigen Eigentümer unseres ehemaligen Reihenendhauses. Ruckzuck bin ich zu einer kleinen Besichtigung und ein Glas Wasser eingeladen. Ich staune über den nagelneuen Anbau und darüber, wie klein „unser“ Wohnzimmer und „unsere“ Küche doch sind. Irgendwie hatte ich das alles großzügiger in Erinnerung und ich schmunzel über die Dinge, die sich seitdem nicht verändert haben, die Türen, die Fliesen usw.

Rechts hinten haben wir gewohnt, das ganze rechte Fenster der Dachgaube gehörte zu meinem Kinderzimmer 😀

Hi

Nach dem Schnack und der Erfrischung lief ich weiter in die Stadt. Über die Soeste hinweg (die ist auch so schmal 😯 ), wo ich als Kind immer dem rauschenden Wasser zugeguckt habe, hin zu meiner alten Schule. Mehr als Realschule und anschließender Höhere Handelsschule ist es bei mir ja nicht geworden. Vorbei an der Sportstätte des Grauens (die Sporthalle, ich habe Schulsport ja gehaßt wie die Pest) lief weiter zu meiner ehemaligen Grundschule, die durch zahlreiche Anbauten kaum wiederzuerkennen ist. Es gab zwei Grundschulen in Friesoythe, die andere war nur für katholische Kinder. Zum Glück war die eh weiter weg.

Am Elternhaus meines Schulfreundes Christoph vorbei lief ich zu meiner Doppelhaushälfte, in die ich direkt aus meinem Elternhaus eingezogen bin. Nachdem mein Vater gestorben ist habe ich sie nach nur viereinhalb Jahren wieder verkauft um nach Oldenburg zu ziehen. Eine Nachbarin suchte damals ein Haus für ihre Eltern, die aus Düsseldorf zu ihr nach Friesoythe ziehen wollten. Es war die Zeit meines Coming Outs und heute weiß ich, dass sie mein Haus nicht gekauft hätten, wenn sie gewußt hätten, dass ich schwul bin. Dafür hängt heute links neben der Haustür so ein Marienhäuschen, mich gruselt es, wenn ich so etwas sehe.

Überhaupt war die fast ganze Straße froh (ich hatte ein recht alte Nachbarschaft), dass ich weggezogen bin, als bekannt wurde, dass ich schwul bin. Der Einladung zur Verabschiedung nach Oldenburg sind sie dann aber nahezu alle gefolgt und es war ein sehr schöner Abend. Vielleicht hat sich bei einigen von ihnen dadurch doch noch etwas geradegerückt.

Abschließend bin ich durch die Innenstadt zurück in die alte Nachbarschaft gelaufen.

Hier ist mir dann noch der vierzig Kilo schwere Jagdhund vom Schwiegersohn von Mutters Freundin auf den Fuß gestiegen 😆 Das macht er immer und bei jedem, sagte Arnold 😀

Nach 18 km beende ich den Erinnerungslauf mit gemischten Gefühlen. Bis auf einige wenige nette Nachbarn habe ich in dieser Stadt nichts zurückgelassen und bin froh, dass ich weg bin. An meine Kindheit habe ich aber nahezu durchweg gute Erinnerungen.

Immerhin sehr barfußfreundlich ist dieses gediegen gepflegte Städtchen und die Umgebung und ich war nur knapp drei Kilometer in Sandalen unterwegs.

Abtrocknen unnötig

Neun Tage habe ich meinen gestreßten Achillessehnen Ruhe gegönnt und heute wollte ich schauen, ob es sich gelohnt hat. Eigentlich wollte ich das schon am Donnerstag tun und damit nach einem Jahr meine Rückkehr zum Utkiek „feiern“. Eine Gewitterwetterlage hatte mich aber davon abgehalten. Allerdings sah es heute auch nicht viel besser aus. Keine halbe Stunde vor meinem Lauf ging noch die Luzie ab.

Das Ganze wurde von Blitz und Donner begleitet, aber das Regenradar signalisierte den Abzug des Gewitters und so machte ich mich keine halbe Stunde später doch auf den Weg. Die Wetterlage blieb allerdings besonders. Es schüttete weiter bei über 20 °. Da konnte ich mich getrost in wenig Klamotte naßregnen lassen und das ging auch ruckzuck 😆

Der Weg führte mich wieder zum Kleinen Bornhorster See um mich auch bei diesem Wetter wieder in die Fluten zu stürzen. Gestern war ich auch schon da, da war es bei schönstem Wetter rappelvoll. Heute war kaum eine Menschenseele zu sehen, nur drei junge Männer befanden sich ebenfalls im Wasser. Eigentlich hätte ich mich gar nicht ausziehen brauche, so naß waren meine Laufklamotten. Allerdings schwimmt es sich ohne doch angenehmer und da eh nichts los war, kramte ich auch gar nicht erst die Badehose aus dem Rucksack. Dort blieb nach dem Schwimmen auch gleich das Handtuch und ich pellte mich klitschnaß in die klitschnaßen Laufklamotten, was gar nicht so einfach ist 😆

Während des Schwimmens hat es kaum noch geregnet, aber kaum lief ich weiter, fing es wieder an zu gießen. Aber es blieb warm und somit war auch der Rückweg ein Hochgenuß.

Überhaupt war es der nasseste Lauf seit Ewigkeiten, dank der Wärme war er aber einer der genialsten Regenläufe überhaupt.

Morgen bin ich noch auf die Reaktion der Achillessehnen gespannt, aber ich bin zuversichtlich.

Oh watt`n Meer

Zu Hochdeutsch: Oh was für ein Meer. Dieses Wattenmeer der Nordsee.

Vom Laufen gibt es im Moment nicht viel zu berichten, von schon seit einiger Zeit beidseitig etwas gereizten Achillessehnen einmal abgesehen, weshalb ich wohl doch die kommenden Tage mal kürzer treten werde. Der Frühling bleibt unterkühlt und der Kleine Bornhorster See bleibt es auch. Trotzdem genieße ich die klitzekleinen sonntäglichen Schwimmeinlagen inzwischen sehr. Das war es im Prinzip auch schon. Deshalb gibt es im Folgenden einmal einen Abstecher vom Laufen 😎

Der heutige Pfingstmontag fiel etwas aus dem April- und Maiwettereinerlei, indem es mal einwenig wärmer war. Grund genug um einen kurzen Trip an die Nordsee an den Strand von Hooksiel zu machen. Irgendwie bleibt das bei uns immer wieder auf der Strecke, obwohl es eigentlich keine Entfernung ist. Zumal ich heute das neue Auto erstmalig so richtig habe laufen lassen und wir schon nach einer halben Stunde dort waren. Leider fing es auf der Fahrt schon wieder leicht an zu tröpfeln, trotzdem war es schön kurzzeitig etwas anderes zu sehen. Erstaunt waren wir darüber wie voll es schon ist, die Küste hat zu Pfingsten reichlich Gäste. Es sei der schwerleidenden Tourismusbranche von Herzen gegönnt.

Mein Barfußvergnügen im Watt wurde leider etwas getrübt, da es sehr viele Quallen gab. Das haben wir in Hooksiel noch nie erlebt und ist für diese Jahreszeit auch etwas ungewönlich.

Am Hafen gab es noch ein lecker Softeis und etwas fürs Abendessen vom Fischwagen und dann ging es auch schon wieder zurück. Mal wieder mit der Absicht uns in Zukunft öfters solche kleinen Auszeiten zu gönnen 🙂

Außerdem kann ich den kleinen Ausflug dafür nutzen einen gewissen landschaftlichen Kontrast zu diesem Post hier herzustellen 😆

Katzen und die längste seit Trier 2015

Torben mag Katzen und er ist immer noch ganz traurig, dass die Nachbarskatze, die sich wohl mehr bei ihm als bei ihrem eigentlichen Dosenöffner aufgehalten hatte, weggezogen ist. Beim Laufen bedeuten Begegnungen mit Katzen regelmäßig kurze Unterbrechungen, weil Torben mit den Katzen Kontakt aufnehmen möchte. Heute waren es gleich vier Katzen. Die erste Katze war von drei Kindern umringt und Torben beließ es bei der Frage wie die Katze heißen würde. Die drei anderen Katzen hingegen hielten nicht viel von den Annäherungsversuchen und machten sich allesamt aus dem Staub, was auf dem zweiten Bild eindrucksvoll zu sehen ist 🙂 Ich selber habe nichts gegen Katzen, also nichts Wirksames zumindestens 😆 , solange sie nicht, wie erst im Winter geschehen auf unsere Fußmatte p…. ähhh urinieren 👿

An Sonntagen führt uns unser Laufweg inzwischen fast schon routinemäßig zum Kleinen Bornhorster See, wo wir auch am vergangenen, schon vormittags superwarmen und schwülen Sonntag ins Wasser gegangen sind und es bei mir sogar für die ersten Schwimmbewegungen gereicht hat.

Am heutigen Feiertag ging es wieder zum See und wieder hinein in die Fluten. Dabei bin ich heute die wohl längste Strecke seit meinem Schwimmbadbesuch anläßlich unseres damaligen Bloggertreffens in Trier vor ziemlich genau sechs Jahren geschwommen. So um die 50 m mögen zusammengekommen sein. Und was soll ich sagen? Das Schwimmen ist noch genaus so anstrengend wie 2015 😛 Aber es hat auch Spaß gemacht und ich hatte heute erstmals nicht mehr das Bedürfnis das Wasser wegen dessen Temperatur zu verlassen. Irgendwie scheine ich so langsam auf den Geschmack zu kommen, wie auch Lizzy in ihrem Kommentar auf meinen letzten Blogbeitrag feststellte 🙂 Sie findet es toll und -ganz ehrlich- ich auch! 🙂 Schaun wir mal was sich ergibt, vielleicht schaffe ich ja bis zum Ende des Jahres schon 100 m 😆

Die Strecke zum Kleinen Bornhorster See beträgt für mich, mit Schlenker bei Torben vorbei, immer gute 6 km. Das paßt sehr gut, da man gut aufgewärmt, aber nicht überhitzt am See ankommt und danach herrlich erfrischt nicht allzu weit wieder zurückläuft. Das macht summa summarum einen tollen Einstieg in den Tag.

Düt un dat

Gestern Abend war mein Blogwart-Lauf schon eine Woche her und statt laufen bin ich gestern zu der Zeit schon in die Heia gegangen. Ich kann fast nicht sagen, was schöner war 😛 Seit gestern ist auch die Ausgangssperre schon wieder passé, aber ich bin die ganze Woche eh wieder zu zivileren Zeiten gelaufen. So am Sonntag, wo Torben und ich gemeinsam die Wassertemperatur vom Kleinen Bornhorster See erkundet hatten. Also die Luft hatte an dem Vormittag ca. 8 ° und das Wasser fühlte sich ähnlich an. Es war wirklich herrlich und wir liefen beide nach dem Bad mit einem breiten Grinsen und muckelig warm weiter 😀

Noch kälter und vorallem nasser war es bei meinem Lauf am Dienstag …

… genauso wie am Mittwoch mit Torben.

Heute gab es den ersten Barfußlauf im Mai und es war gleichzeitig der erste Lauf seit längerer Zeit, der sich wirklich von vorne bis hinten super locker anfühlte und mich gute 16 km lang vor mich hin grinsen ließ. Wenn es überhaupt eine Beeintächtigung gab, dann war es die, dass mich fast die ganze Zeit ein grauenhafter Ohrwurm begleitete. „Ich trink auf dein Wohl, Marie“ von Frank Zander. Ich habe dieses Lied nirgends gehört und kenne auch keine Marie, keine Ahnung, wo diese Eingebung in meine Hirnwindungen herkam und ich verzichte zu EUREM WOHL auch auf eine Youtube-Verlinkung.

Apropos Hirnwindungen. Erst vor zwei oder drei Wochen dachte ich bei einem Stopp an meiner Lieblingsbank in den Bornhorster Wiesen, dass diese so langsam in die Jahre gekommen ist und ich fürchtete, dass man sie vielleicht bald einfach nur entfernen würde. Prompt fand ich heute eine neue Bankgruppe dort vor. Hurra. Das freut mich wirklich, dass die alte verwitterte Bank tatsächlich erneuert worden ist.

Das war das Düt un Dat der vergangenen Woche, morgen soll es warm werden und ich bin gespannt, ob ich meinen Mitläufer noch einmal ins Wasser bekomme 😎

Blockwart

Die Fürsorge unserere Corona-Politiker kennt ja keine Grenzen und so werden sogar völlig selbstlos verfassungsrechtliche Bedenken weggewischt um uns mit einer pauschalen Ausgangssperre vor dem Virus zu schützen. Da dieses Killervirus nach Kenntnis dieser Politiker ab einer Inzidenz von 100 + exakt zwischen 22:00 und 5:00 Uhr die Menschen auf der offenen Straßen niedermäht, müssen alle in dieser Zeit zuhause bleiben. Das gilt allerdings nicht für Spaziergänger und Einzelsportler. Vorallem letztere sind für das Virus wohl zu schnell und die Gefahr von diesem eingeholt zu werden besteht erst ab Mitternacht. Somit kann der gemeine Einzelsportler noch den Wettlauf mit dem Virus aufnehmen und in der Zeit zwischen 22:00 und 0:00 Uhr schauen, ob sich der gemeine, gesetzestreue Deutsche an das Ausgangsverbot hält.

Diese Chance einmal Blockwart zu spielen konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen und bin gestern um kurze nach 22 Uhr losgelaufen. Nein, im Ernst, ich wollte einfach einmal erleben, wie eine ausgangsgesperrte Stadt so wirkt. Ich hoffe ja, dass dieses Ereignis in meiner Lebenszeit ein einmaliges bleiben wird, schaun wir mal. Auf jeden Fall mußte ich mich in dem Sinne beeilen, dass die Stadt Oldenburg schon den dritten Tag in Folge eine Inzidenz von unter 100 hat und damit die Ausgangssperre in Kürze zu kippen droht.

Bevor wir also unsere nächtliche, aber sowieso fast sinnbefreite Freiheit wieder erlangen, bin ich Richtung Innenstadt und durch die Fußgängerzone gelaufen. Hier meine Eindrücke:

Extra für Manfred, wenn auch etwas dunkel:

Weiter geht es über ZOB, Bahnhof und Hafen Richtung Fußgängerzone.

Schloßplatz und Fußgängerzone menschenleer, ebenso wie die Kneippenstraße Wallstraße. Hier wurde ich noch von einer Frau mit Migrationshintergrund übel angemeckert, was ich da machen würde, ich würde die Autos fotografieren, sie würden schließlich arbeiten und rief schon einen Kollegen zur Hilfe. Auf meinen Hinweis, mich würden die Autos nicht interessieren und sie könne sich die Fotos gerne anschauen, wurde sie geringfügig freundlicher und wünschte mir schlußendlich noch einen schönen Abend.

Wieder raus aus der Fußgängerzone ging es weiter über die Hauptumsteigestelle „Lappan“, an der einsam eine Familie mit vier kleinen Kindern auf einen Bus wartete, zurück über den großen Verkehrskreisel Pferdemarkt und die Nadorster Straße nachhause.

Fazit: Schön ist das nicht, eine Stadt so zu erleben. Zwar waren noch überraschend viele Autos unterwegs, von denen zwei von der Polizei kontrolliert wurden (ob wegen der Ausgangssperre weiß ich allerdings nicht) und zu Beginn begegneten mir auch noch einige Fahrradfahrer, ansonsten aber war die Stadt bis auf ganz wenige Fußgänger tot. Zu der Atmosphäre paßte ein windstilles, feuchtes Wetter, bei dem es auf den letzten paar hundert Metern noch leicht anfing zu regnen.

Hoffen wir, dass dieser elende Spuk bald ein für allemal ein Ende hat.

2 + 13 und 16 + 13 + 9

Freitagmittag, Feierabend, Wochenende. Ab nach Hause, Essen und dann aufs Sofa, zwei Stunden schlafen und den im Anschluß geplanten Lauf gleich mal auf Samstag verschieben. Am Abend des selben Tages ging es gegen 23 Uhr ins Bett, um am Samstag gegen 12 Uhr, also nach 13 Stunden, wieder aufzustehen. Binnen kürzester Zeit 15 Stunden pennen, meine Güte, aber ich hatte ja gerade erst geschrieben, dass ich zur Zeit bis zum Abwinken schlafen kann.

Immerhin war ich dafür am Samstag leidlich ausgeschlafen genug um auf die selbe 16 km-Barfuß-Runde zu gehen, die mir eine Woche vorher zum Ende hin so schwer fiel. Diesmal war alles in Ordnung, auch bei den Fußaußenkanten.

Am heutigen Sonntagvormittag lief ich nach nur neun Stunden auf einem 13 km-Lauf mit Torben zum Kleinen Bornhorster See. Ganz langsam scheint sich das Wasser etwas zu erwärmen, trotz nach wie vor durch den kalten Wind frischen Lufttemperaturen, aber die viele Sonne macht es wohl.

Am Nachmittag bin ich dann mit Jens ins Gellener Moor gefahren, wo ich während seiner Nordic-Walking-Runde noch einmal neun Kilometer barfuß gelaufen bin. Trotz anhaltender Kälte sind die Sandwege schon sehr mullig, obwohl es in den vergangen Wochen recht viel geregnet hat. Der Wind trocknet die Böden schnell aus.

Innerhalb von knapp 23 Stunden habe ich 15 Stunden geschlafen und nahezu direkt im Anschluß bin ich innerhalb von 26 Stunden 38 km gelaufen. Das soll mir in dieser Kombination erst einmal jemand nachmachen 😀 😆 😛

Mal andersrum

Manfred widmte sich neulich dem Thema Wartezeit und zeigte uns dabei schöne Bilder von Darmstadt, die er aufgenommen hatte, während seine Schwiegermutter Arzttermine wahrgenahm. Nun war es mir heute vergönnt das zweite Mal auf meine Mutter zu warten, die ihr zweite Corona-Impfung bekommen hat. Wie beim ersten Mal hat es ziemlich genau eine Stunde gedauert. Ich könnte ja jetzt schon wieder lästern wie lange es bei dem Tempo dauert bis Oldenburg irgendwann einmal durchgeimpt ist. Aber stattdessen möchte ich auch schöne Bilder von Oldenburg zeigen, die ich während der Wartezeit aufgenommen habe.

Et voilà:

Dat Impfzentrum …
… in der Weser-Ems-Halle

Da stehen die Impflinge an, mit ihren FFP2-Masken an der frischen Luft. Ich finde es ja ein Ding, dass es überhaupt zu so langen Warteschlangen kommt. Könnte ja auch mal regnen oder sehr warm sein und die jetzigen Impfkandidaten sind ja in der Regel auch nicht mehr die jüngsten und fittesten.

Auch sehr schön: Der Parkplatz …
… und links die riesige Freifläche für den Oldenburger Kramermarkt. Rechts im Hintergrund sieht man die EWE-Arena, Spielstätte der EWE-Baskets

Bevor nun ein falscher Eindruck entsteht. Oldenburg ist insgesamt schon etwas schöner, allerdings liegt das Impfzentrum halt an diesem Veranstaltungsort, kann man nix machen. Deswegen habe ich die meiste Zeit auch im Auto auf meine Mutter gewartet und auf dem Telefon Solitäre gespielt 😀

Trotz der einstündigen Wartezeit und Dank der letzten Woche meiner Wiedereingliederung blieb aber noch genügend Zeit um am Nachmittag zu laufen. Dabei kam sogar die Sonne raus und die Temperaturen ließen sogar etwas den Frühling erahnen. So machte ich mich auf eine Barfußrunde. Während ich sonst immer etwas brauche um so richtig in den Lauf zu kommen und erst nach einigen Kilometern und dann im Idealfall bis zum Ende hin so richtig gut unterwegs bin, fluppte es heute von Anfang an. Als ich auf dem Radweg durch Bornhorst lief, war dieser und die danebenliegende, stadteinwärtsführende Fahrbahn der Landstraße wegen Baumpflegearbeiten für ein kurzes Stück gesperrt und ich mußte auf die freie Fahrbahn ausweichen. Dabei war die Fahrbahn durch die danebenliegende Sperrung so schmal, dass mich die Autos nicht überholen konnten und ich wetzte barfuß im Tribünenschritt durch die Baustelle, während die entgegenkommenden Autos sowieso davor warten mußten. Ganz großes Kino für einen Barfußläufer 😆

Kurze Zeit danach ging es aber auf altvertrauten Nebenstrecken weiter. Dabei hätte ich zu Beginn folgenden Gedanken nicht denken sollen: Wenn es sonst immer etwas braucht bis ein Lauf bei mir so läuft und es diesmal von Beginn an flott und flockig läuft, hoffentlich ist es dann nicht umgekehrt. Nun, diesen gedachten Gedanken nicht mehr zu denken, dafür war es nun zu spät und nach ca. 10 km fingen, besonders beim linken Fuß, die Fußaußenkanten im Bereich der Ballen an zu brennen und dieses Brennen steigerte sich kontinuierlich. Abkürzen? Dann hätte ich wieder durch die Sperrung durchlaufen müssen, diesmal aus der anderen Richtung, das wollte ich nicht. Außerdem hätte mich das auch nur zwei Kilometer gespart. Also trabte ich weiter und ertrug auf den letzten zweieinhalb Kilometern tapfer den ein oder anderen miesen Bürgersteigbelag und rang mir auch noch ein Lächeln und zwei, drei lockere Sätze ab, als mir auf dem letzten Kilometer Manfred, ein Wahnsinns-Ultraläufer, begegnete. Zuhause lief ich dann noch einmal meine Wohnstraße rauf und runter um die 16 Kilometer vollzumachen und hatte fertig. Es lief also tatsächlich mal andersrum, erst locker vom Hocker und dann rumpelig und etwas gequält. Zum Glück ist der holprige Beginn und der gute weitere Verlauf der Regelfall, so rum ist mir das nämlich viel lieber als so wie es heute lief.

Warum die Außenkanten der Füße auf dieser für sie gewohnten Strecke heute so krawallig waren, weiß ich auch nicht. Das kommt zwar nicht oft, aber immer mal wieder vor. Ich hätte ja auch Sandalen mitnehmen können, aber der Barfußläufer in mir hat ja auch seinen Stolz 😎

Ob es morgen wohl schon wieder andersrum vom Andersrum läuft ❓

Was macht eigentlich…

… des Deichläufers Depri? Ich kann mit Sicherheit sagen, dass das tiefe Tal der Tränen erst einmal weitestgehend durchschritten ist. Ich fühle mich um einiges besser, kann wieder schlafen (eigentlich könnte ich sogar nur noch schlafen, schlafen und nochmals schlafen) und meinen Gewichtsverlust habe ich auch schon wieder zu ca. 2/3 wettgemacht. Nach über einem Vierteljahr Krankschreibung befinde ich mich in der siebten Woche meiner achtwöchigen Wiedereingliederung und es läuft ganz gut. Die ersten vier Wochen brauchte ich nur drei Stunden täglich arbeiten, dass war ein Segen! In den letzten vier Wochen sind es jetzt sechs Stunden täglich, bevor ich in eineinhalb Wochen dann wieder ganz normal arbeite.

Ich nehme weiter täglich meine „Glücklichmacherpille“ und stemme mich weiterhin mit psychotherapeutischer Hilfe gegen das Ungemach dieser Tage. Das dieser C-Irrsinn mit all seinen Einschränkungen weiterhin nicht gerade hilfreich ist, dürfte klar sein. Auf der Arbeit bedrückt mich die Atmosphäre. Wechselweise befinden sich Kollegen im Homeoffice, die andere Hälfte drückt sich in den Büros rum. Das Gebäude ist für Publikum geschlossen. Persönliche Gespräche finden kaum statt und sollen auch unterbleiben und über nahezu gespenstisch leere Flure und Treppenhäuser wird mit Masken gehuscht. Schlimm. Desweiteren dämpft mich die Tatsache, dass nach dem grauenhaften Winter der Frühling nicht in die Füße kommt. Kälte, Frost und Glätte am Morgen, tagsüber ein Hagelschauer nach dem anderen. Es nervt. Immerhin ist es schon wieder lange hell und die kalte Luft ist sehr klar und läßt die Frühlingsfarben der erwachenden Natur sehr intensiv erscheinen.

Wenn ich nicht mit Torben laufe oder mit Jens gemeinsam starte, muß ich mich in Sachen Laufen teilweise ziemlich überwinden und mir manchmal innerlich kräftig in den Arsch treten um nicht den Schlendrian einreißen zu lassen. Wie auch heute. Wieder nur um die sechs Grad und jedesmal wenn ein Hagelschauer runterkommt, wird es in der Zeit noch kälter. Da das Sofa und die Decke gegen Laufklamotten, Mütze, Handschuhe und Sandalen einzutauschen und loszutraben ist Schwerstarbeit, obwohl ich doch genau weiß, was kommt, wenn ich denn erst einmal unterwegs bin. Immerhin wurde meine heldenhafte Aktion mich laufend in Bewegung zu setzen mit Trockenheit und ausbleibenden Eisbombardement belohnt. Allerdings nur ganz knapp:

Auch bleibt mir der Blick für die Schönheit der Natur, die Frühlingsfarben und die Lichtstimmungen am Himmel erhalten und nach einigen Kilometern bin ich drin im Lauf, den ich aber auch gerne zum Ablichten all dessen kurz unterbreche. Diese kurzen Stopps störten mich noch nie.

Nach viereinhalb Kilometern wandern die Sandalen ins Heckabteil, die Huntestrecke habe ich heute auch mal wieder fast für mich allein und die störende Kälte stört nicht mehr. Zum Abschluß der 15 km ist es dann wie (fast) immer, der Lauf war toll, ich bin frischluftgeflutet und es hat Spaß gemacht. Nicht umsonst wird Laufen als der perfekte Sport bei Depressionen gepriesen und ich freue mich schon auf die Zeit, wo das Laufen es wieder alleine schafft, ohne Pillen und Therapie. Aber bis dahin werde ich mir wohl trotz allem Wissen noch das ein oder andere Mal in den Hintern treten müssen. Aber solange auch das erfolgreich ist … 🙂

Skurril

Kurz zu meinem gestrigen Lauf: Einen Kilometer vor Zuhause traf ich auf eine Freundin und wir kamen ins Schnacken, bestimmt so 10 bis 15 Minuten lang. Zwischendurch kamen mehrer Spaziergänger vorbei, einer sprach mich an, ob ich keine kalten Füße hätte. Ich konnte ihm versichern, dass dem nicht so ist. Aber erst später wurde mir bewußt, wie skurril es auf die Menschen wirken muß, wenn da an einem bewölkten Ostersonntagvormittag bei 5 °C jemand in kurzen Hosen und barfuß in der Gegend rumsteht und ein Schwätzchen hält. Witzig inwieweit sich der eigene Horizont da schon verschoben hat 🙂 Aber das nur am Rande.

Noch skurriler ist es nämlich, dass es schon das zweite Osterfest unter Corona-Bedingungen ist und mein traditioneller Osterlauf mit Heimo erneut virtuell stattfinden muß, da er und seine Familie wieder in München geblieben sind. Im letzten Jahr hatte ein gemeinsamer Lauf mit einer Telefonverbindung und Kopfhörern hervorragend geklappt, so dass wir das in diesem Jahr wiederholt haben.

Allerdings konnten die Gegensätze wettertechnisch kaum größer sein. Lief ich im letzten Jahr noch bei sommerlichen Temperaturen in kurz/kurz, war daran in diesem Jahr nicht dran zu denken. Nach am Vormittag stürmte es mächtig und es hagelte am laufenden Band.

Aber pünktlich zum gemeinsamen Start um 14:00 Uhr strahlte die Sonne und es konnte bei nach wie vor stürmischen Wind und üppigen 3 °C mit Mütze, Handschuhen und Jacke losgehen. Heimo hatte es in München zwar auch sehr windig, konnte aber auf dem Temperatur-Konto satte 10 / 11 °C mehr verbuchen.

Immerhin sorgte das kalte, unbeständige Wetter für sehr wenig Ausflugsverkehr auf der Strecke und ich brauchte mich im Gegensatz zum letzten Jahr nicht extra ins Moor absetzen. So liefen wir gemeinsam unsere Strecken und hatten uns wieder viel zu erzählen. Darüber durften sich auch wieder die wenigen Mitmenschen, die mir begegneten, wundern, war doch von meinem Telefon und meiner Kopfhörerverkabelung aufgrund der Wintervermummung fast nichts zu sehen 😀 Ansonsten klappte es mit dem Telefonieren wieder prima. Nur einmal riss die Verbindung ab und auf ca. 2,5 km konnte ich nichts verstehen, weil mir der Gegenwind so dermaßen um die Mütze pfiff, dass ich Heimo überhaupt nicht hören konnte. Aber man kann ja auch am Telefon mal ein paar Schweigeminuten einlegen 😛

Zusammen sind wir 15 km gelaufen, Heimo war dabei etwas schneller unterwegs und somit früher fertig als ich. Dafür mußte er auch keine 100-stufige Treppe runtergehen und keine Sandalen an- und ausziehen 😉 Aber knapp sieben Kilometer auf schöner, trockener Strecke mußte ich einfach barfuß laufen 😎

So toll es auch war, dass wir mal wieder gute eineinhalb Stunden miteinander geschnackt haben, das nächste Mal würde ich doch lieber wieder mit Heimo persönlich zusammen laufen und das hoffentlich nicht erst zu Ostern 2022. Damit diese Skurrilität wieder ein Ende hat, „virtuelle Läufe“ kann ich nämlich eigentlich schon mehr hören :-/

Danke Heimo, für diese im wahrsten Sinne des Wortes coole Runde mit Dir!

Neuer Streckenrekord und drei Läufe an drei Tagen

Am Montag gab es einen neuen Streckenrekord! Ok, nicht bei mir, mein Streckrekord wird in diesem Jahr schon sieben Jahre alt und wird so schnell wohl auch nicht mehr getoppt werden. Torben ist am Montag seine bislang weiteste Strecke ever gelaufen. 14 km hat er mich absolut spontan bei meinem Standardlauf an der Hunte begleitet. Neben der Streckelänge war auch der Gegenwind auf sieben Kilometer durchaus eine Herausforderung. Für mich war es der erste von drei Frühlingswetterläufen hintereinander.

Dienstag liefen Jens und ich wieder „gemeinsam“ und erlebten einen absoluten Massenauflauf auf der Strecke. Schönes und noch wärmeres und vorallem weniger windiges Wetter als am Montag, Schulferien und Lockdown, mehr Argumente für einen Ausflug auf Fährrädern, Inlinern und per pedes gibt es aber auch kaum.

Noch schöneres Wetter und noch mehr Menschen gab es heute. Wieder mit Torben unterwegs (auch er hat Ferien) überlegte ich einmal kurz in den Kleinen Bornhorster See einzutauchen, Badehose und Handtuch hatte ich im Laufrucksack dabei. Aber die Lust verging ging mir als sich uns das hier präsentierte:

Also aufs Bad verzichtet und stattdessen die förmlich explodierende Natur genossen.

Und extra für Manfred, zwei schnelle Schnappschüsse aus dem Auto heraus vom blühenden Straßenbegleitgrün in Oldenburg 😀 :

Ach ja, jetzt darf man auch endlich wieder mal richtig schwitzen beim Laufen 😆

Endlich mal wieder abkühlen müssen/dürfen 😆

Aber dran gewöhnen muß ich mich ja noch nicht, es soll ja wieder erheblich kühler werden. Drum war es gut, die letzten drei Tage ausgiebig genutzt zu haben 🙂

Vom lonely Wolf zum Rudeltier?

Na, meine liebe Leserschaft, soll ich mich hier mal wieder zum gestrigen Corona-Gipfel auslassen? Nein, ich erspare es Euch und mir. Das Ergebnis spricht für sich, wie immer Ihr das jetzt auslegt :mrgreen:

Widme ich mich also lieber dem Angenehmen in dieser Zeit:

Das ich in letzter Zeit desöfteren mit Torben laufe, sollte hier schon einigermaßen bekannt geworden sein. Da er als verhinderter Schwimmer nicht ganz lange Strecken läuft, nehme ich dafür sogar in Kauf, dass ich ihn jedesmal bei sich Zuhause abhole und dort auch wieder abliefere. Zusätzlich nehme ich ebenfalls in Kauf, dass dadurch meine Barfußlaufstatistik leidet. Rundum das Zuhause von Torben sind die Strecken weitestgehend barfußuntauglich.

Was ich dafür allerdings gewinne ist Gesellschaft und Motivation. Offensichtlich kompensiere ich die zermürbende Corona-Einsamkeit ausgerechnet etwas beim Laufen, wo ich eigentlich die Einsamkeit immer schätze. In den Zeiten als meine Depression und das nasskalte Winterwetter auf ihrem langanhaltenden Höhepunkt waren, waren mir die Laufverabredungen auch eine wichtige Motivation, die ich sonst so nie nötig hatte. Zwei von meinen vier bis fünf Läufen die Woche bin ich nun also mit Torben unterwegs.

Wie auch am vergangenen Sonntag, wo Torben ja eigentlich kneippen und ich noch einmal ein kurzes Vollbad im Kleinen Bornhorster See nehmen wollte. Allerdings war es am Sonntag so kalt und es bließ so ein kräftig-kalter Nordwestwind, dass wir das Ansinnen aufgegeben haben. So blieb es bei mir beim Kneippen und Torben hat immerhin einmal kurz die Wassertemperatur gefühlt 😎

Immerhin bekennt der Frühling trotz anhaltender Kälte schon einmal etwas Farbe:

Heute nachmittag hatte ich wieder leichte Motivationsprobleme und schnappte mir daher mein nächstes Opfer 👿 Jens hatte kürzlich in einer Reha Gefallen am Nordic Walken gefunden (Laufen kommt aus gesundheitlichen Gründen für ihn leider nicht in Frage und auch er ist ein Opfer geschlossener Schwimmbäder) und sich letzte Woche bei Feinkost Albrecht auch schon die passenden Stichwaffen gekauft. Deshalb fragte ich ihn, ob er nicht Lust hätte in den Bornhorster Wiesen eine erste Runde zu drehen, während ich laufen gehe. Er hatte! 🙂

So sind wir zu den Bornhorster Wiesen rausgefahren und Jens hat sich mit den Stöckern bewaffnet auf den 5 km langen Rundweg gemacht und ich bin derweil eine Pendelstrecke gelaufen. So haben wir zwar nicht wirklich gemeinsam gesportelt, aber wir sind immerhin gemeinsam gestartet und auch ungefähr zeitgleich wieder gemeinsam ins Ziel gekommen. Schön war das und Jens hat es auch gefallen.

So genieße ich momentan die Gesellschaft, ob es allerdings ein wirklicher Wandel vom Einzelgänger bzw. -läufer zum Rudeltier wird, wird die Zukunft zeigen. Im Moment paßt es einfach und es tut hoffentlich nicht nur mir gut.

Fast ein ganzes Auto

Heute auf einem meiner gelegentlichen Läufe an der Hunte: Nanu, was parkt denn da am Wegesrand? Ein Fiat 500 Cabrio! Faszinierend!

Leider weist das Auto doch erhebliche Gebrauchsspuren und vorallem schwerwiegende Unfallschäden durch Seitenkollisionen links und rechts auf. So bedauerlich das ist, für mich ist es ein großes Glück, wäre ich doch sonst mehr als nur in Versuchung geraten auch dieses Fundstück zu bergen und mit Nachhause zu schleppen. Dafür wäre es auch etwas unhandlich gewesen, vorallem über mehrere Kilometer 🙄

Allerdings habe ich die Vermutung, dass ich am 23.Januar, bei dem Lauf auf dem ich das Krokodil geborgen hatte, schon einmal ein Fragment von diesem Gefährt gefunden habe:

Leider konnte ich das heute nicht wieder entdecken, obwohl ich es in den letzten Wochen noch mehrmals gesehen hatte. Ansonsten hätte ich es mitgenommen und ausprobiert, ob es paßt. Die übereinstimmenden Bruchkanten an Fiat und Seitenteil-Fragment legen das aber nahe. Das Bruchstück lag ungefähr zwei Kilometer vom Auto entfernt und, wie gesagt, das habe ich schon vor Wochen gesehen, während der Fiat erst heute auftauchte. Ich vermute, dass ihn erst jetzt jemand in der Uferböschung entdeckt und an den Wegesrand verfrachtet hat.

Im weiteren Verlauf des Laufs fand sich dann auch noch folgende Frage auf dem Weg:

Tja, ich habe da so meine Vermutungen 😦

Als ich dieses Foto machte, schloß von hinten ein Ende Zwanzig, Anfang Dreißig jähriger Läufer auf. Der muß ne ganze Ecke schneller als ich gewesen sein, hatte ich ihn doch vorher gar nicht bemerkt. Er lief an mir vorbei ohne mich eines Blickes zu würdigen. Als ich wieder anlief stellte ich aber fest, dass er langsamer war als ich und ich setzte locker flockig zum Überholen an. Nach dem Überholen war ich dann bemüht schnellstmöglich Abstand zu ihm herzustellen, schnaufte und prustete er doch, als wäre er auf Marathonweltrekordkurs und, was noch schlimmer war, er rotzte permanent vor sich hin, ekelig! Wozu das gut sein soll erschließt sich mir nicht wirklich, der muß doch zum Ende völlig ausgetrocknet sein, wenn man sein ganzes Inneres nach draußen befördert, bäh.

Da gefielen mir die nach den Stürmen und Dauerregen noch einmal ordentlich vollgelaufenen Bornhorster Wiesen doch erheblich besser.

Helges Fun Factory

Nach einigen doch recht fordernden Barfußläufen auf Asphalt, Beton und Pflastersteinen wollte ich meinen diebezüglich etwas gereizten Fußsohlen mal etwas Erholsames und Schmeichelndes bieten. Nachdem mich vor drei Tagen Klausilein ja recht ordentlich durchgepustet hatte, nahm gestern Vormittag sein Nachfolger Luis so langsam Fahrt auf. Beiden gemeinsam war viel viel Regen und ich unternahm einen kleinen Ausflug zu den schönen Sandwegen zwischen dem Ipweger Moor und den Gellener Torfmöörten. Vollgesogen mit Wasser und bedeckt mit riesigen Pfützen boten sie einen weichen, matschigen Untergrund für die Fußsohlen, quasi wie eine Fango-Packung, nur nicht ganz so warm 😉

Manche Pfützen waren auch tiefer als es den Anschein hatte und der Matsch spritzte beim Durchlaufen bis zu den Oberschenkeln. Da erwachte das Spielkind im Manne und ich mußte an Helge denken, die auch immer viel Spaß hat, wenn ihr der Matsch um die Ohren fliegt 😀 Deshalb übernehme ich auch einmal die Spaßskala von Helge und bewerte den 12 km-Lauf mit einer 10 +++ 😀

Praktischerweise fing es auch erst wieder an zu schütten, als ich wieder im Auto saß.

Trocken blieb es auch auf meiner heutigen Vormittagsrunde mit Torben. Wir liefen gemeinsam zum Kleinen Bornhorster See, wo ich endlich mal einen Fotografen für meinen Kneippgang hatte, dass mußte ich doch gleich ausnutzen 😛

Torben hätte es auch gerne selber ausprobiert, aber mit nassen Füßen wieder in Socken und Schuhe zu kommen, ist eben nicht so einfach. Was ist das doch schön mit den Sandalen 😀 Aber beim nächsten Mal nehmen wir für ihn ein Handtuch mit 😎

What shall we do with the drunken sailor ?

Heute war mal wieder einer dieser Tage, wo wir auch im Norden schon einmal das Wort Sturm in den Mund nehmen. Es gab hier zwar schon weit aus mehr Wind als heute, aber ganz schön pustig war es trotzdem. So pustig, dass ich es vorzog für meine Laufrunde mit dem Auto zu den Bornhorster Wiesen zu fahren. Der vorteilhafte Grund: Dort kann einem nichts auf den Kopf fallen. Nachteil: Es gibt auch nichts, was den Wind abhält bzw. Schutz vor diesem bietet.

Egal, fix aus dem beim Parken im Wind leicht vor sich hin schaukelnden Auto ausgestiegen und losgetrabt. Den ersten Kilometer hatte ich noch Rückenwind, der es mir schwer machte Kurs zu halten. Teilweise lief ich seitlich schräg im Wind, wurde kräftig von ihm geschubst und brauchte gelegentlich die gesamte Wegbreite 😀 Dabei kam mir der viel besungene betrunkene Seemann in den Sinn 😆

Aber immerhin war es nicht so heftig, dass ich mir mit dem einen Bein gegen das andere geschlagen habe, was bei anderen Sturmläufen schon vorgekommen ist. Nach dem ersten Kilometer ging es dann voll in den Wind und es kam mir gar nicht einmal so schlimm vor. Okay, das ein oder andere Mal bin ich nahezu auf der Stelle getreten, aber es lief, wenn auch eine Pace von um die 7:30 auf gerader flacher Strecke nicht unbedingt für Bestzeiten zu gebrauchen war 😆

Das einzige Mal, dass mein Blick sorgenvoll nach oben ging, war beim Unterqueren der Huntebrücke. Die ist bei Sturm schon so manchem Lkw oder Anhängergespann zum Verhängnis geworden, aber runtergefallen ist zum Glück doch noch nie ein Fahrzeug 🙂 Witzigerweise konnte ich auch nach dem Wendepunkt mit Rückenwind kein zügiges Tempo anschlagen und nur einige wenige Male schob mich der Wind derart, dass ich nichts anderes machen konnte als immer schneller zu werden.

Zu Anfang hatte es teilweise noch kräftig geregnet und die Regentropfen schossen mir wie Hagelkörner ins Gesicht, so dass ich mir teilweise die Hand über die Augen halten mußte. Etwas später blinzelte aber sogar ab und zu die Sonne. Dem Sturm hatte ich auch zu verdanken, dass ich mir die Strecke heute nur mit zwei Läufern und einem Spaziergänger teilen mußte, sehr angenehm. Einer der Läufer -Typ athletisch-muskulöser Sportstudent- überholte mich, fragte mich kurz „Tut das nicht an den Füßen weh?“ und entschwand so schnell, dass ich nur ein kurzes „Nö“ antworten konnte. Kurze Zeit später bog er ab und übersprang elegant zwei Pforten in den Weidezäunen *neid*

Der letzte Kilometer bot mir dann noch einmal die volle Dröhnung von vorne und die Pace sank gegen 9. Schlußendlich lief ich die gut 14 km im 6:47er Tempo mit einem Durchschnittspuls von 164. Die Sache war eben doch etwas fordernder 😎

Überhaupt hatten wir hier neben dem Sturm die letzten Tage so ziemlich alle Wetter: Regen, Sonne, Nebel und vorgestern sogar noch einmal Schnee, der aber zum Glück nicht liegengeblieben ist. An dem Tag mußte auch wieder die kleine Kneippvariante im Kleinen Bornhorster See reichen 🙂

War sonst noch was? Nö, mehr fällt mir zumindestens nicht ein 🙂

Etwas ist neu!

Es besteht Hoffnung bei mir! Brachen bei mir bisher nach jeder Konferenz von Mutti Merkel und den 16 Landesfürsten und -fürstinnen Verzweifelung, Wut und Aggression aus, unter denen nicht zu letzt Ihr, meine werte Leserschaft, zu leiden hattet, war es heute morgen schallendes Gelächter, das sich bei mir Bahn brach.

Was die o. g. Garde da in stundenlangen Beratungen ausgebrütet hat, ist so harnebüchend, so kompliziert, so unübersichtlich und so regionalisiert, dass ich beim Durchlesen zum Ende schon nicht mehr wußte was oben gestanden hat. Wie man so einen Scheiß allen Ernstes unters Volk bringen will ist mir ein Rätsel. Ihr müst es Euch selber durchlesen, eine halbwegs schlüssige Zusammenfassung kann ich Euch hier leider nicht liefern. Wer da den Überblick behalten will, wer da Freigaben erteilen und das ganze überwachen und ggf. wieder zurücknehmen will und wie sich die Menschen vor Fehlverhalten schützen können, erschließt sich mir ebenso wenig. Die Damen und Herren sollten sich für diese Beschlüsse schämen. Wenn Mutti von einem „Konzept der Verlässlichkeit, ein Konzept des schrittweisen Vorgehens“ spricht, ist das ein Hohn, da sich noch immer alles an bestimmten Inzidenzen über einen bestimmten Zeitraum aufhängt, die unterschritten werden müssen und nicht wieder überschritten werden dürfen und somit überhaupt nichts fassbar ist.

Zugegeben mein schallendes Gelächter bleibt mir gleich wieder im Halse stecken, angesichts der Tatsache, dass unser aller Zusammenleben weiterhin eingeschränkt bleibt, die Öffnung von Sportstätten überhaupt nicht erkennbar geregelt ist und für weite Teile des Handels, der Gastronomie, der Kultur und und und weiterhin überhaupt nichts gewonnen ist.

Ich bin gespannt wie lange das noch gut geht bis das Pulverfaß in unserem Land explodiert.

Kurze Fragen zu kurzen Läufen

Während ich heute etwas länger gelaufen bin und mit 20,1 km mit Ach und Krach den zweiten 20iger in diesem Jahr voll bekommen habe, ging mir nicht nur ein gewisser „Duft“ durch die Nase …

… sondern auch eine gewisse Frage durch den Kopf. Aber zuerst noch ein paar wenige Eindrücke zum heutigen 20iger, den ich wieder komplett barfuß laufen konnte:

Was mir nun bei diesem Lauf u. a. durch die Kopf ging, war die Frage, ab wann ist ein Lauf eigentlich ein Lauf? Warum? Weil ich am vergangenen Wochenende einmal nur zum Brötchenholen gelaufen bin. An dem samstäglichen Vormittag war es kalt und ich überlegte auf welche Art und Weise ich die 1,3 km zum Bäcker zurücklegen sollte. Im Regelfall mache ich das mit dem Fahrrad, hatte aber irgendwie keine Lust aufgrund der Kälte extra Schuhe anzuziehen. Ein Spaziergang dauerte mir zu lange und das Auto kam schon einmal gar nicht in Frage. So entschied ich mich eben mal schnell in die Laufklamotten zu schlüpfen und hinzujoggen. Weil der direkte Weg eine nicht barfußtaugliche Rollsplit-Passage enthält, legte ich mit einem kleinen Schlenker schlußendlich satte 3,1 km zurück. Hin, rein zum Bäcker und wieder zurück. Mit dieser beeindruckenden Kilometerzahl konnte ich dann noch fett meine etwas maue Februar-Statistik pimpen 😀

Wenn man sich die Regeln fürs Streaken anschaut, muß man ja täglich mindestens eine Meile, sprich 1,6 km, zurücklegen. So gesehen war es schon ein „richtiger“ Lauf, mit dem Vorteil, dass aufgrund von kühler Temperatur und Kürze kein anschließendes Duschen notwendig war 🙂

Hier einmal zwei kurze Fragen zu kurzen Läufen an meine treue, laufende Leserschaft:

  • Ab wann ist für Euch ein Lauf ein Lauf, für den es sich lohnt die Laufklamotten anzuziehen?
  • Lauft Ihr eventuell auch extra nur mal um eine kleine Besorgung zu erledigen?

Ein Schmetterling und ein Schatz

Heute in der Mittagszeit flatterte ein Schmetterling, genauer gesagt ein Zitronenfalter, vor dem Haus herum. Ein Schmetterling im Februar, ich wüßte nicht, dass mir schon jemals einer zu dieser Jahreszeit begegnet ist. Es war aber mit 16 ° auch nochmal verdammt warm. So warm, dass ich meinte die diesjährige Badesaison eröffnen zu können. Nein, im Ernst, schon seit längerem liebäugelte ich damit, meine regelmäßigen Kneippkuren im Kleinen Bornhorster See einmal zu „vertiefen“ 🙂 Einfach mal ausprobieren wie es sich anfühlt und bei 16 ° brauchte ich ja wenigstens nicht beim Aus- und Anziehen zu frieren 🙂

Als ich gestern meine Laufrunde mit Torben drehte, war es noch wärmer als heute. Trotz kurz/kurz geriet ich so richtig ins Schwitzen. Wir liefen gerade an der Hunte entlang, als Torben am anderen Ufer auf dem Deich eine Kiste liegen sah. Er war der felsenfesten Überzeugung, dass es sich nur um eine Schatzkiste handeln könne. Da blieb uns nichts anderes übrig als die geplante Route zu ändern, den Fluß über die Huntebrücke zu überqueren, um auf eben diesen Deich zu gelangen. Auf dem bin ich tatsächlich noch nie gelaufen, allerdings führt er stadteinwärts auch direkt auf die Hafenanlagen zu.

Als wir bei der Kiste ankamen, war die Enttäuschung groß, der Schatz wurde offensichtlich schon geraubt und nur die leere Kiste zurückgelassen 😦 Als wir diesen Schock verdaut hatten, konnten wir aber immerhin mal eine andere Strecke genießen, u. a. über die Kaianlage vom Hafen. Da dort gerade keine Schiffe lagen, die be- und entladen wurden, trauten wir uns dort entlang und es war sogar so aufgeräumt, dass ich dort bedenkenlos barfußlaufen konnte.

Die Strecke wurde durch die Schatzsuche etwas länger und führte Torben nahe an einen Streckenrekord. Wenn das kein wahrer Schatz gewesen ist! 🙂

Leben!

Vom Grundsatz her bin ich ein Mensch, der gerne und viel alleine sein kann. Beim Laufen und überhaupt. Das ich trotzdem ein halbwegs soziales Wesen bin zeigt allerdings alleine schon dieser Blog. Das ich darüberhinaus durch Kontakteinschränkungen und die allgemeine Verunsicherung durch das allseits präsente Elendsthema leide ist auch hinlänglich bekannt. Umso schöner, dass Elke eine spontane Idee hatte, kurzfristig ein virtuelles Bloggertreffen einzuberufen. Zu acht tauschten wir uns über knapp drei Stunden über alles Mögliche und Unmögliche aus. Es war so toll! Danke an alle, die dabei waren und speziell an Elke für die Organisation und Bereitstellung der technischen Basis.

Zwei Tage später zog mich ein Handwerkertermin in meiner Wohnung in meine Lieblingsstadt. Große Lust hatte ich keine, herrscht doch auch in der Hauptstadt tote Lockdownhose. Das es trotzdem wieder einmal ganz anders kam, läßt mir jedesmal das Herz aufgehen. Johann hat mich zum Essen und Filmabend eingeladen. Es blieb beim Essen, wir hatten uns soviel zu erzählen, dass wir in der Küche hängenblieben. Da braucht es keinen Fernseher 🙂 Am Nachmittag war ich noch mit meiner Nachbarin zwei Stunden spazieren. Tags drauf war ich gerade am kochen, als aus dem Vorderhaus die Einladung zum Essen kam. Da habe ich spontan die Pfanne vom Herd genommen, noch das Rührei gemacht und mit rübergenommen zu Ulrike und Christoph, um mit ihnen einen schönen Abend zu verbringen. Am Tag drei hatte ich dann Besuch, mein Barfuß-Freund Frank kam zu mir. Zuvor hatten wir uns etwas zu essen geholt und dann gab es viel zu schnacken bei dem ein oder anderen Bierchen und Likörchen.

Nachmittags war ich noch spazieren. Das Laufen hatte ich mir gespart, ahnte ich doch schon, dass an einem unglaublich schönen Vorfrühlings-Sonntag auf dem Tempelhofer Feld die Höhle los sein wird. Es war die Höhle los, was auf dem gigantisch großen Areal aber kein Problem darstellt. Lediglich an den Zugängen war es extrem wuselig. Es wurde gechillt, spaziert, gelaufen, geradelt, gekitesurft, gesurft und getanzt. Es wurde Basketball gespielt und Tennis und Volleyball und Fußball. Obwohl es mir eigentlich schon etwas zu viele Menschen waren, habe ich die Atmosphäre einfach nur in mich aufgezogen. Soviel Aktivität und soviel gute Laune, das war nach diesen schrecklichen Winterwochen einfach nur fantastich. Einfach Leben!

So ein Tag schon im Februar, wo ich in kurzen Hosen spazieren konnte, war für alle Menschen ein echter Glücksfall.

Gerade einmal fünf Tage vorher bin ich noch im grauen Restwinter-Tauwetter in Oldenburg laufend unterwegs gewesen.

Und heute schwitzte ich erstmals aufgrund der Temperaturen:

Wenn es die letzten Tage überhaupt einen Wermutstropfen gab, dann war es das ganz Neukölln und auch das Tempelhofer Feld mit Tonnen von Split vollgeschmissen sind. Barfußlaufen kann ich da knicken und die fiesen Steinchen finden auch immer wieder den Weg in die Sandalen. Aber was kratzt mich das, wenn ich mal wieder so richtig leben konnte, nicht nur mit echten Menschen, sondern auch mit echten, guten Freunden!

Das passende Lied dazu:

The one and only

Ladies and Gentlemen, Deichlaeufer.de proudly presents: The one and only run in long pants in the winter season 2020/2021! 😀

Heute vormittag war ich für 10 Uhr mit Torben zum Laufen verabredet. Um 9:00 Uhr betrug die Temperatur noch -10 ° und Torben hat keine lange Laufhosen. Da kam auch schon eine WhatsApp-Nachricht von ihm, ob wir den Start auf 11 Uhr verschieben wollen. Mir sollte es recht sein. Um 11 Uhr hatte es dann auch nur noch – 7 ° und ich war hin- und hergerissen, ob ich die lange Hose auch auslassen solte. Ich habe mich dagegen entschieden und Torben begrüßte mich mit den Worten „Was hast du denn da für eine Schlafanzughose an?“ 😀 Ich hatte mich nämlich einfach für eine Trainingshose entschieden, weil ich lange Tights nämlich genauso gerne mag wie Oliver überhaupt Tights, also gar nicht 😆

Nun, ich hätte es auch bei einer kurzen Hose belassen sollen, binnen kurzer Zeit war mir nämlich sehr sehr warm. Oben rum hatte ich noch ein Thermounterhemd untergezogen und unten rum eben die Schlafanzughose 🙂 Dazu die Fingerhandschuhe, wo man noch so dünne Fäustlinge überstreifen kann, puuuuh. Im strahlenden Sonnenschein mit nahezu ohne Wind kam es einem nämlich überhaupt nicht wie – 7 ° vor. Lediglich die Leguanos mit dünnen Socken paßten ganz gut und ich bin wirklich überrascht welch guten Grip diese soften Puschen auf Schnee und Eis bieten. Übrigens sehr faszinierend: Torben kann in einer 6er Pace maschieren! Das streute er immer mal kurz ein, Wahnsinn!

Aber nun denn, dass war er halt eben, mein einziger Winterlauf in langer Hose, ab übermorgen soll es recht mild werden und auch erst einmal bleiben. Darum gehe ich mal ganz optimistisch davon aus, dass es nicht noch einmal so kalt wird, dass die Langen noch einmal in die Diskussion kommen 🙂

Dieses strahlende Wetter mit wenig Wind hatten wir die ganze Woche, nur nicht ganz so kalt wie heute. So gingen sich am Mittwoch sogar die ersten Barfußkilometer des Februar aus, da sich der Weg an der Hunte überraschend schneefrei zeigte und da wo noch Schnee lag, ließ es sich barfuß gut drüberlaufen. 7 der 16 km konnte ich deshalb unten ohne unterwegs sein, sogar für meine Verhältnisse recht flott mit unter 6er Pace für die gesamten 16 km. Es war aber auch einfach traumhaft schön. Darüberhinaus war auch gar nicht so viel los auf der Strecke, was wohl auch daran lag, dass man den beliebten Spaziergängerparkplatz an den Huntewiesen unverständlicherweise gesperrt hat.

Donnerstag bin ich noch einmal unbebildert mit Torben gelaufen und gestern hatte ich mir eine Laufpause gegönnt. Um aber das hammergeile Wetter nicht ungenutzt zu lassen, habe ich einen wunderbaren, acht Kilometer langen Spaziergang zum Kleinen Bornhorster See gemacht. Inklusive einem ausgiebigen Sonnenbad und jeweils einer kleinen Kneippkur vor und nach dem Sonnetanken. Klever wie ich bin hatte ich mir nämlich auf Verdacht, dass es ein Loch im Eis gibt, ein Handtuch mitgenommen 😎

Somit habe ich den sonnigen Wintertagen nahezu das Maximale abgerungen und mir ordentliche Vitamin D-Dosen gegeben 😀

Ich komme nicht umhin

… ich muß mich hier noch einmal zu Corona bzw. zur Coronapolitik äußern. Auch wenn jetzt einige wohl die Augen verdrehen. Ich nehme gerade die neuesten Beschlüsse von Mutti und den 16 Dumpfbacken zur Kenntnis.

Nun wird der Lockdown also bis zum 07.03. verlängert, genädigerweise dürfen die Friseure schon zum 01.03. öffnen und den Ländern bleibt es überlassen was sie mit Kitas und Grundschulen veranstalten.

Das es beim 07.03. nicht bleiben wird, ist aber jetzt schon sonnenklar, werden doch Lockerungen für den Einzelhandel und Museen und Galerien plötzlich von einer stabilen DEUTSCHLANDWEITEN Inzidenz von unter 35 abhängig gemacht. Das ist bis zu dem Termin doch vollkommen illusorisch. Geschweige denn, dass von Gastronomie und Hotelerie überhaupt nicht die Rede ist. Ganz nebenbei dürfen wir uns weiterhin nur mit einer Person außerhalb des eigenen Haushaltes treffen. Sport? Wer braucht denn so etwas? Weiterführende Schulen, überhaupt Jugendliche? Wen interessieren die denn?

Was sich dieses Politikerpack erdreistet ist absolut unfassbar, es gehört meiner Meinung nach inzwischen komplett vor Gericht gezehrt. Sie hat ein eklatantes Versagen beim Schutz von Altenheimen und Pflegeeinrichtungen und ein noch haarsträubenderes Versagen bei der Impferei zu verantworten, wobei unsere Kanzlerin natürlich überhaupt keine Fehler erkennen kann.

Kleine Lockdown-Historie gefällig?

Vor einem Jahr hieß es, der erste Lockdown könne nur beendet werden, wenn sich die Zahl der Infektionen nicht schneller als alle 10 Tage verdoppeln, kurz danach galten 14 Tage. In der Versenkung verschwunden. Dann kam der R-Wert von unter 1. In der Versenkung verschwunden. Dann kam der POLITISCH festgelegte Inzidenz-Wert von 50, der auch noch dem aktuell bis zum 14.02. dauernden Lockdown zu Grunde liegt. Jetzt heißt es plötzlich 35. Ach ja, alles natürlich nur wenn uns die Mutaten aus England und Südafrika nicht in die Parade fahren. Das alles unter dem Gesichtspunkt, dass das Gesundheitssystem nicht überlastet wird. Dabei nur einmal nebenbei bemerkt, die Zahl der Covid-Intensivpatienten ist seit Anfang Januar um mehr als ein Drittel zurückgegangen, der Rückgang begann übrigens schon, bevor die Infektionszahlen zu sinken begannen.

Wenn diese Mutanten nicht das absolute Grauen bringen sollten und sich der Indiz irgendwann tatsächlich einmal bei 35 einpendeln sollte, werden wir wahrscheinlich die nächsten Mutanten aus Ostfriesland, dem Odenwald, aus Wanne-Eickel oder dem Kongo haben. Sollten die auch nicht eintreten, muß der Indiz halt bei -10 liegen.

WIR WERDEN VERARSCHT WO WIR DANEBEN STEHEN!

Nur mal ein paar wahllos aufgelistete Einzelheiten, ohne ansatzweise Anspruch auf Vollständigkeit:

41 % der Bremer Einzelhändler fürchten die Pleite, wenn der Lockdown über den Februar hinaus geht.

90 % der Corona-Toten in Schleswig-Holstein und 86 % in Hessen sterben in Alten- und Pflegeheimen. Das Durchschnittsalter der Coronatoten liegt mit 84 Jahren über der allgemeinen Lebenserwartung in Deutschland. Die die nicht sterben, vereinsamen, wegen Besuchsverboten, weil man es monatelang versäumt hat Besucher und Mitarbeiter dieser Einrichtungen mittels Schnelltests zu testen.

Unsere Politik handelt mit der Verpflichtung zum Tragen von FFP2-Masken sogar gehen die Expertise ihres ach so hochgelobten Robert-Koch-Instituts. Ebenso tat sie dies schon bei der Schließung der Gastronomie vor knapp 4, in Worten VIER, Monaten.

Die Entwicklung eines Impfstoffs wurde mit aberwitzigen Milliardensummen gefördert. Die Entwicklung von Medikamenten zur Behandlung einer Covid-Erkrankung droht an mangelndem Geld zu scheitern oder verzögert sich dadurch zumindestens.

Und immer noch befürwortet angeblich eine große Mehrheit die Fortsetzung des Lockdowns. Ich möchte mal wissen wen die fragen. Den von der Pleite bedrohten Einzelhändler? Die Gastronomen, die ebenso vor dem Aus stehen? Alle Menschen, die quasi mit einem Berufsverbot belegt sind, wie Künstler, Kosmetiker, Beschäftigte der Veranstaltungs- und Messebranche usw. usw.? Millionen mit verminderten Einkommen kurzarbeitende Menschen? Überforderte Familien in prekären Wohnsituationen? Vereinsamende Menschen? Soziologen, Psychologen, Ökonomen, die alle als Experten nicht gehört werden?

Es ist etwas faul im Staate und stinkt gewaltig zum Himmel. Jeder Anflug von Hoffnung wird durch unsere Politiker zu Nichte gemacht. Sie redet davon uns Perspektiven zu geben und tut genau das Gegenteil. Mit jeder Verlängerung des Lockdowns verspielt und enttäuscht sie mehr Vertrauen. Wie lange soll dieser Irrsinn noch gehen? Wann platzt den Menschen der Kragen damit sie den Politikern endlich an den selbigen gehen?

Selbst unser renommierter ehemaliger Präsident des Verfassungsgerichts Papier beklagt, dass er sich nie hätte vorstellen können, wie weit unsere Grundrechte ohne Einschaltung der Parlamente eingeschränkt werden können. Ein Konstrukt wie es seit einem Jahr unser Leben bestimmt, ein Gremium aus Kanzlerin und Ministerpräsidenten, ist im Grundgesetz explizit nicht vorgesehen.

Die Justiz hat kaum Handlungsmöglichkeiten, weil sich die Verordnungen (von Gesetzen reden wir gar nicht erst) schneller ändern, als Richter und Rechtsanwälte handeln können.

Ich bin verzweifelt, wie eine Politikergarde, die nicht mal in der Lage ist die simpelsten Dinge, wie einen Nutri-Score für Lebensmittel durchzusetzen, und Millionen für Beraterverträge und eine angebliche Autobahnmaut in den Sand setzen, die sehenden Auges über Jahre unser Gesundheitssystem an die Wand fährt, unser Land in die Grütze reitet und dabei mit unglaublicher Arroganz meint uns mit einem minimalen Expertengremium richtig durch diese Pandemie zu führen. Ich bin verzweifelt, weil die Politik nicht ansatzweise bereit ist einen Plan B oder C zu verfolgen.

Ich bin verzweifelt, dass es kein Aufbegehren in der Bevölkerung gibt, dass anerkannte Experten mit anderer Meinung im höchsten Maße diskreditiert werden, dass Poltik und Medien seit einem Jahr unwidersprochen Angst und Schrecken verbreiten, dass sich niemand traut diese Politik anzuprangern, weil man immer noch sofort als Corona-Leugner und Covidiot abgestempelt wird.

Ich bin verzweifelt, weil ich schon ein Jahr lang massiv in meinem Leben eingeschränkt bin und einfach kein Ende absehbar ist.

Noch geht`s

… in kurzen Hosen. Findet auch Torben. Allerdings sind ca. – 2 ° nun auch wirklich nicht sooo kalt, zumal es zum heutigen Lauf keinen nennenswerten Wind gab. Allerdings war meine Schuhwahl wieder daneben. Ich hatte nach einer Ewigkeit mal wieder die V-Trails plus Zehenzocken rausgekramt. Dabei dienten die Zehensocken nicht als Kälte- sonders als Scheuerschutz gegen Blasen, da ich die FiveFingers einfach nicht mehr gewohnt bin. Schon nach 100 m, beim Überqueren der Straße mit ihrem Schneematsch, waren die Füße naß. Da hätte ich auch wieder die Sandalen anziehen können, zumal auch meine Fersen von der befremdlichen Umhüllung nicht sonderlich begeistert waren. Immerhin blieben die Füße diesmal warm 😎

Etwas anstrengender ist das Laufen auf und im Schnee ja schon, aber zum Glück nicht durchgehend so tricky wie die Treppe von der Huntebrücke hinunter zum Deich. Aber das Winterwonderland entschädigt doch für alles 🙂

Nicht so schlimm wie befürchtet

… fielen bei uns in Oldenburg bislang der lang angekündigte Sturm und Schneefall aus. Trotzdem bin ich gestern mit gut 20 km etwas auf Vorrat gelaufen. Das war auch gut, Schnee, eisiger Wind und – 6 °, gefühlt im zweistelligen Minusbereich, hätten mich heute trotz nicht ganz so großer Heftigkeit nicht unbedingt zum Laufen nach draußen gelockt.

Bilder habe ich diese Woche nur bei meinem Lauf am Mittwoch gemacht. Bei kräftigem Tauwetter und teilweise ebenso kräftigen Regen, wurde der Lauf zu einer recht nassen Angelegenheit und führte über Kilometer durch Schmelzwasser- und Regenpfützen. Mein geplanter Kneippgang im Kleinen Bornhorster See mußte aber wegen noch geschlossener Eisdecke ausfallen.

Vom heutigen Schneesturm-Sonntag ein paar kleine Eindrücke vor und während eines Spaziergangs mit Jens, ein Wetter bei dem man sogar den Schneemann reinholt und froh ist, dass die Heizung läuft (Bild von „unserem“ Fernwärmekraftwerk)

Zum Abschluß noch ein kleines Video, das zeigt, dass es doch ein kleines Bisschen windig ist:

Kalte Füße und dem Husten auf der Spur

Nach meinem Traumwinterlauf vom Samstag hatte ich am Sonntag in einem unerklärlichen Anflug von Mimimi plötzlich das Bedürfnis Schuhe für meinem gemeinsamen Lauf mit Torben anzuziehen. Gewählt hatte ich dazu meine schwarzen Leguanos, die ich, bei entsprechender Notwendigkeit, auch im Alltag trage. Einen Vorteil haben die Leguanos auf jeden Fall, sie bieten mit ihrer noppigen Sohle guten Grip auf glattem Untergrund. Trotzdem bereute ich es bald sie angezogen zu haben, wurde mir in den Dingern doch nach einiger Zeit sowas von warm. Das kehrte sich allerdings etwas später ins Gegenteil um, als die Leguanos im teilweise vorhandenen Schneematsch naß wurden, wurde auch den Füßen, genauer gesagt den Zehen, etwas kalt.

Vereisten Nebenstrecken und Spaziergängermassen ausweichend, hatten wir einen Kurs durch die Innenstadt und den Hafen gewählt. In der Fußgängerzone konnten wir bei der Gelegenheit auch überprüfen, ob in der fast menschenleeren Innenstadt auch am Sonntagnachmittag brav die Masken getragen wurden. Wurden sie zum überwiegenden Teil! 🙄

Als ich nach gut 11 km wieder zuhause war, machte ich mich noch in Laufklamotten daran mein Auto schon einmal aus seinem Schnee- und Eisregenpanzer zu befreien, da ich es am nächsten Morgen brauchte. Die nassen Leguanos tauschte ich zügig gegen Flipflops um wieder warme Füße zu bekommen 🙂 Schlußendlich brauchte ich eine gute halbe Stunde um mein Gefährt frei zu bekommen, wobei mir immer wieder Schnee und Eis auf die Füße fiel, was für ein herrliches Gefühl 😀 Kalt? Ja, den Händen in den Handschuhen 🙂

Die Leguanos trug ich auch heute. Ich hatte einen Termin zur Magenspiegelung im Krankenhaus (was mir am Vortag erstmalig einen PCR-Test bescherte). Nach dem ich als jungerer Erwachsener zweimal eine Magenspiegelung bei vollem Bewußtsein erlebt habe, ein absolutes Grauen, ließ ich mich dieses Mal in eine kurze Narkose versetzen. Nach der Spiegelung durfte ich dann in einem Aufwachraum zusammen mit einer jungen Frau wieder munter werden und hatte dabei in den Leguanos schon wieder kalte Füße, so dass ich sie ausgezogen habe, danach waren die Füße fix wieder warm. Nebenbei konnte ich durch die offene Tür auf den Arbeitsplatz der Schwestern schauen, dort zeigte ein Monitor die Herzfrequenz von der jungen Frau und von mir an. Während ihr Herz gut 90ig mal die Minute schlug, pulste ich im mitterlen 40er-Bereich und die Pulslinien sahen krass unterschiedlich aus. Da scheint die Lauferei offensichtlich doch etwas zu bringen 🙂

Fazit: Schuhe bedeuten bei mir immer noch kalte Füße, dass bestätigt sich bei jeder der recht seltenen Gelegenheiten, zu denen ich welche trage. Und durch die Magenspiegelung ❗ steht nach Jahren endlich die Ursache für meinen chronischen Husten fest und der kann jetzt auch behandelt werden. Hurra!

Winter, heut hab ich dich tanzen gesehen

Grundsätzlich vermisse ich den Winter ja nicht. Wenn er aber schon ein paar Jahre nahezu komplett durch Abwesenheit glänzte, bin auch ich ganz verzückt, wenn es, wie gestern, einmal einen ganzen Tag lang schneit und die weiße Pracht auch liegenbleibt. Da geht es mir wie im folgenden Lied besungen:

Als es anfing zu schneien hatte es zuerst noch nicht gefroren und der Schnee wollte noch von nassem Grund weggeschoben werden, was selbst meinen Kummer gewohnten Füßen etwas zu kalt war und mich zu Flipflops greifen ließ. Zwischendurch hatte es auch einmal geeisregnet, dann aber kam nur noch Schnee und es fing an zu frieren, was ein spätabendliches Nachräumen wesentlich angenehmer machte 🙂

Heute strahlte dann die Sonne vom blankgeputzten Himmel. Das ich bei diesem Wintertraum laufen gehen mußte, war natürlich klar. Ich zog die Trail-Luna Osos an die Füße und los ging es erstmal über geräumte und nicht geräumte und vielfach mit Salz oder Granulat gestreute Fußwege. Die schmalen Straßen ohne Fußwege wirkten leider als würde der Schnee schon ein paar Tage liegen, vereist und holperig, wie angetaut und wieder gefroren. Aber die Osos boten guten Grip.

Das es auch Eisregen gegeben hatte, sorgte teilweise für kristallene Baumkronen, Büsche und Zäune. Zusammen mit dem Schnee bot sich eine hier lange nicht mehr gesehene Traumlandschaft. Der Nachteil vom Eisregen war, dass er den Schnee verharscht hat und dieser deshalb nicht wirklich zum Barfußlaufen taugte. Ausprobieren mußte ich es natürlich trotzdem und so gelang mir der erste Barfußschneelauf meines Lebens. Zwar nur auf 1,1 km, dann wurde das ganze leider doch etwas schartig, aber immerhin.

Ansonsten war viel los, massenhaft Spaziergänger, Kinder rodelten den Deich hinunter, mitten im Nirgendwo war ein Schneemann gebaut worden und sogar Ski-Langläufer waren auf meiner Leib- und Magenstrecke unterwegs. Es gab viel zu gucken und die Leute hatten mit mir viel zu gucken, mit zwei Mountainbiker ergab sich sogar ein kurzes Gespräch. Es war so schön das alles auf sich wirken zu lassen und all die Betrübnis dieser Zeit war einfach mal wie weggeblasen, für eine gewisse Zeit eine andere Welt.