Schwelgen

Ich finde es ja immer wieder spannend, was so auf meinem Blog so alles gelesen und geguckt wird. Die WordPress-Statistik gibt darüber ja wunderbar Aufschluß. Gerne klicke ich die gelisteten Bilder und Berichte dann mal an um zu schauen, was ich da über die Jahre schon so alles geknipst und von mir gegeben habe. Seit einigen Tagen habe ich da viel zu tun, weil offensichtlich irgendein Robot oder sonst irgendetwas querbeet durch alle Jahre meinen Blog abgrast. Anders kann ich mir die mehreren hundert User aus den USA nicht erklären, die da angeblich plötzlich alle auf meinen Blog schauen.

Aber egal, meine Statistik listet da chronologisch völlig unsortiert die geklickten Bilder und Berichte und ich habe mir die gar nicht mal so wenige Zeit genommen, mir das alles mal anzuschauen. Bei dieser Reise durch die Jahre habe ich regelrecht in Erinnerungen geschwelgt. Das hat richtig Spaß gemacht.

  • der Wechsel der Jahre
  • der stete Wechsel der Jahreszeiten
  • Sonne, Regen, Sturm, Schnee, Hitze, Kälte
  • Ach herrje, da hatte ich ja noch die Brille
  • Ach herrje, da hatte ich ja noch Haare
  • Oh, Trier
  • Österreich
  • München
  • Nimwegen
  • immer wieder Berlin
  • Sieh an, meine ersten Tattoos
  • Läufe nach Neuwerk
  • Ach ja, im Winter 2012/2013 hatte ich schon mal versucht minimal zu laufen
  • auch immer wieder: Meine Güte was hast Du da denn für einen Schrunz geschrieben
  • Verletzungen
  • die fantastischen Winter-Etappenläufe
  • eine Handvoll Marathon sind es doch schon
  • dazu Hermannslauf, Harzquerung, Luxemburg, Ahrathon und und und
  • was ist da schon alles zusammengekommen
  • Dabei mache ich noch nicht einmal so richtig viel
  • emotionale Finishs und DNF
  • Februar `17, der Umstieg auf Minimal und Barfuß beginnt
  • viel viel viel viel viel norddeutsche Landschaft, flaches Land, Deiche, Wasser, Vogelschwärme
  • Hach
  • uvm
  • Und!: viele viele viele viele Begegnungen mit Freunden, die ich ohne diesen Blog niemals kennengelernt hätte, ohne die ich so manches Laufabenteuer nicht gewagt hätte und ohne die ich viele Erlebnisse, viel Spaß und viele schöne Stunden nicht gehabt hätte. Ohne die dieser Blog nur ein lebloses Tagebuch und wahrscheinlich schon längst wieder eingeschlafen wäre.

Die Zeit, die ich mir für diese Klickerei durch Bilder und Berichte genommen habe, war gut investiert. Laufen, bei Wind und Wetter draußen sein, was für ein intensives Leben durfte ich in all den Jahren genießen. Sollten, in Zeiten wo es mal gerade nicht so läuft mit dem Laufen, jemals Zweifel bezüglich der Fortsetzung aufkommen, dann fegt so eine Zeitreise diese gnadenlos vom Tisch.

Danke also einmal unbekannter Weise über den großen Teich für die Animation zum ausgiebigen Schwelgen in Erinnerungen 🙂

Das will ich wissen

Gestern stand der Besuch beim Osteopathen an. Eine ganze Stunde hat sich der Mann Zeit genommen und mir in dieser Zeit soviel Input gegeben, dass ich diesen über die kommenden Tage erst einmal in Ruhe verarbeiten muß.

Das Positive vorweg, er war von meiner Barfuß-/Minimallauferei sehr angetan, trägt selber auch nur Barfußschuhe. Das Negative aber gleich hinterher: Zum einen ist es um meine Beweglichkeit eher suboptimal bestellt. Genauer gesagt ich bin steif wie ein Brett. Zum anderen ist meine Ernährung … naja, ist ja nicht so, dass ich das nicht schon wußte.

Mein Fuß selber war zur Untersuchung, von der Ferse mal abgesehen, erwartungsgemäß ganz brav, so dass der Osteopath lediglich die Zehen einmal ordentlich zum Knacken gebracht (das ging aber auch am rechten Fuß) und mir darüber hinaus „nur“ Fazien-, Dehn- und Gymnastikübungen gezeigt hat. Darüberhinaus offenbarte mein ganzer Körper die oben bereits erwähnte Steife. Zur Anschauung hat mich der Osteopath mit meinem eigenen Smartphone fotografiert. Das hat nicht nur den Vorteil, dass ich mir nicht nur das Elend immer wieder anschauen, sondern Euch an dem Bild des Jammers auch noch teilhaben lassen kann. Allerdings auch gleich an dem allersten kleinen Erfolg (siehe Bilder vom durchgestreckten Bein)

Der Osteopath kann mit durchgestreckten Beinen locker die gesamten Handflächen auf dem Boden aufsetzen. Und jetzt kommt`s: Auf mein bodenloses Staunen sagte er mir, dass ich das bei täglicher Ausübung der mir beigebrachten Übungen in vier Wochen auch könne. Das will ich wissen! Deshalb und nicht nur deshalb wird jetzt regelmäßig geübt. Die Notwendigkeit meinen Körper zumindestens ansatzweise etwas geschmeidiger zu bekommen sehe ich ein. Schlußendlich könnte ich dadurch sogar etwas schneller werden, faszinierend aber zweitrangig.

Auch an meiner Ernährung werde ich arbeiten um den Körper zu entsäuern, in diesem Zusammenhang besteht nämlich auch die Hoffnung meine permanente Müdigkeit, für die es bis dato keine medizinische Erklärung gibt, zu vertreiben.

Fazit: Das war eine lehrreiche Stunde, die mir in einigen Punkten noch einmal die Augen geöffnet hat. Nicht nur den Fuß (der offensichtlich in den vergangenen sechs Wochen gut gesundet ist), sondern gleich den ganzen Körper DAUERHAFT zu mobilisieren und obendrauf an der Ernährung zu arbeiten, wobei auch Jens gerne mitmachen will, sind schon ziemlich hehre Ziele. Aber das Wissen um meine Defizite schlummerte schon länger in mir und hoffe, dass der gestrige Tag der notwendige Tritt in den Hintern war selbigen endlich über das Laufen hinaus hochzukriegen.

Fast schon ein Triathlon

Gestern hatte ich den zweiten Laufversuch unternommen. Dazu war ich mit dem Fahrrad raus zur Hunte gefahren und dort in die Laufsandalen geschlüpft. Nach vier erfolgreich absolvierten Laufkilometern (HURRA! Allerdings zickt jetzt die linke Ferse, die aber auch durch die Schonhaltung der letzten Wochen arg strapaziert wurde) ging es weiter zum Kleinen Bornhorster See. Dort konnte ich der Versuchung nicht widerstehen einmal in die Fluten zu steigen. Da dies nicht geplant war mußte die Laufunnerbüx als Badehose herhalten und anschließend die Luft das Handtuch ersetzen. Aber herrlich war es!

20 km radeln, 4 km laufen und ungefähr 10 Schwimmzüge, wenn das nicht schon fast ein Triathlon gewesen ist 😆 😎

Auf zwei Rädern hin und zurück ging es dann heute zu Schwiegermuttern . Dabei kamen völlig relaxte 43,4 km zusammen.

Kurze (Zwangs-)Pause:

Entspannte Zeit:

Das Ganze bei Sommerwetter wie ich es liebe. Warm, etwas wechselhaft und trocken 🙂

Einsatzbereit

… sind nun endlich meine beiden Fahrräder in Berlin. So kann ich nicht nur in lauffußlahmen Zeiten die Stadt auch auf zwei Rädern erkunden 😀 Quasi geerbt hatte ich da zwei Mountinbikes. Klein, wendig und robust sind die gar nicht mal die schlechteste Wahl für den Großstadtdschungel.

Das erste Bike ist nichts besonderes. Die Marke heißt Hawk und eine Google-Suche ergab, dass es wohl in der Regel in Bau- und Supermärkten vertickt wird. Aber es fährt sich sehr bequem und macht einen sicheren Eindruck und hat immerhin auch Shimano-Komponenten.

Das zweite ist ein Cannondale, pechschwarz heißt es bei mir jetzt schon das schwarze Biest. Auf jeden Fall das bessere und auch schickere Teil.

Künftig werde ich auch mal einige Wege mit dem Rad zurücklegen statt die Öffis zu benutzen. So wird es teilweise noch etwas einfacher, ich freue mich darauf.

Ein kurzer Sprint …

… und Hitzefrei.

Mein Anschluß-Zug nach Berlin in Hannover hatte gestern Abend eine Stunde Verspätung. Als er denn endlich eintrudelete, war die Wagenreihung genau andersherum als auf dem Wagenstandsanzeiger angezeigt. Auf der Bahnsteiganzeige wurde das entweder nicht angezeigt oder mir ist dieses Detail entgangen. Wie auch immer, da der ICE aus zwei Zugteilen bestand und bis Berlin keinen Zwischenhalt hatte um noch einmal zu wechseln, durfte ich einen Barfuß-Sprint über fast den gesamten Bahnsteig hinlegen um mir noch meine Sitzplatzreservierung zu ergattern. Hat geklappt und der Überraschungsmoment für den Fuß war so groß, dass er im ersten Moment sogar schmerzfrei war. Dann war er aber doch wieder recht deutlich zu spüren, aber er konnte sich ja auf meinem ergatteren Sitzplatz, von dem ich erst einen arroganten Business-Typen vertreiben mußte, gleich wieder erholen und war dann zum Glück auch gleich wieder ruhig.

Heute in Berlin gönne ich mir einen Tag Hitzefrei. Nach dem sehr langen, anstrengenden und heißen Vortag mit der schlußendlich über eineinhalb Stunden verspäteten Anreise steht jetzt heute nur Müßiggang auf dem Plan. Kann ich bei den Temperaturen sehr gut 😀

Morgen möchte ich erstmals am CSD hier in Berlin teilnehmen. Wie mir das Zusammenspiel von angesagten 30° C und bis zu 1.000.000 angekündigter Besucher gefallen wird, zeigt sich dann 🙄 Ich fand, dass es beim Berlin-Marathon schon sehr viele Menschen waren und das waren 960.000 weniger! 😯 😆

Selbst ist der Privatpatient

Meinen Unmut über die fehlende Diagnose bezüglich meiner Fußbeschwerden habe ich hier hinlänglich zum Ausdruck gebracht. Speziell das ich auf eine CT-Aufnahme noch vier bis sechs Wochen warten sollte, wenn denn die Schmerzen in dieser Zeit nicht von alleine verschwinden, frustrierte mich -Achtung Wortwitz- bis in die Haarspitzen.

Deshalb habe ich mir stumpfdumm selber einen Termin in einer Radiologie-Praxis besorgt. Als Privatpatient brauche ich schließlich keine Überweisung und dadurch ging es natürlich auch mit dem Termin recht schnell. Heute war es deshalb schon soweit und das Ergebnis:

23.07.19 07

Überhaupt ist alles gesund und sieht wunderbar aus. Der Radiologie sagte man könnte jetzt noch viel untersuchen, all diese Untersuchungen (z. B. Knochenszintigramm) würden allerdings dauern und seiner Meinung letztendlich nichts mehr zu Tage fördern, was in dieser Zeit nicht auch wieder von alleine heilen könnte, da jetzt ein ernsthaftes Erkrankungsbild nahezu auszuschließen ist. Eine Blockade könnte eventuell noch bestehen, diesbezüglich bemühe ich mich gerade um einen Termin bei einem hochangesehenen Osteopathen in Oldenburg. Ansonsten bleibt mir nur warten, schonen und auf baldige Besserung hoffen. Inzwischen weiß ich gar nicht, ob mir nicht eine simple Fraktur lieber gewesen wäre, die wäre zeitlich wenigstens kalkulierbar 🙄 Aber zu wissen, dass nichts Ernstes vorliegt ist ja auch schon einmal was.

Da ich keinen Orthopäden benennen konnte, dem er den Befund und die CD mit den Aufnahmen zuschicken sollte, er hat mir das alles in die Hand gedrückt. Die CD habe ich dann mal in meinen Laptop gesteckt und siehe da, der konnte die Bilder sogar auslesen. So sieht er also aus, mein linker Fuß, spannend 🙂

Die Carboneinlage werde ich aber beim Rennradeln erst einmal weiter im Schuh belassen, um den Fuß bei der Treterei nicht zu sehr zu belasten. Aber das Rennradeln werde ich die kommende Tage auch erst einmal lassen, bei der angekündigten Affenhitze tue ich mir das nicht an. Vielleicht kommt diese wetterbedingte Komplett-Pause dem Fuß ja auch noch einmal zugute.

 

Verpaßte Schanze

Es gibt da so eine alberne Werbung für angeblich spottbillige Luxusreisen, wo ein Frau auf einer Liege am Pool zu ihrem Nachbarn sagt: Wissen Sie, ich dürfte eigentlich gar nicht hier sein… bla bla bla. Umgekehrt ging es mir am Wochenende aber genauso. Ich hätte eigentlich gar nicht in Oldenburg sein dürfen, sondern stattdessen im Schwarzwald, genauer gesagt in Titisee-Neustadt, um dort gemeinsam mit meinem Chef die dortige Skischanze hochzulaufen, bzw. sie wohl eher auf allen Vieren hochzukriechen. Der Veranstalter spricht von den härtesten 400 m der Welt und das wären sie für mich sicher auch geworden.

Nun, aus mittlerweile bekannten Gründen habe ich die Reise in den Schwarzwald nicht angetreten und meinen Chef alleine auf die Schanze geschickt. Dafür landete er durch ein auf der Anreise geführtes Gespräch mit einem Lokalredakteur der hiesigen Nordwest-Zeitung mit einem Artikel über diesen Lauf in eben selbiger. Das Zitat vom ihm „Ich fahr alleine, obwohl ich viel dafür werbe, findet sich irgendwie niemand, der 800 Kilometer Anreise für 400 Meter bergauf als lohnenswert erachtet“ schreibe ich allerdings mal der journalistischen Freiheit des Redakteuers zu, schließlich hätte es ja heißen müssen, dass er leider alleine reisen mußte, weil sein Mitstreiter aufgrund einer Verletzung nicht teilnehmen konnte. Aber was soll`s, ich bin ja nicht nachtragend.

Dafür zitiere ich Daniel bezüglich dessen, was er mir nach dem Lauf per WhatsApp beschrieben hat: „… die blanke Hölle“ und „Ich war (…) in meinem ganzen Leben noch nie so im Arsch wie danach“. Das Ganze untermalt mit einem Schnapschuß, wo er zufällig noch jemanden mit aufs Bild bekommen hat.

SW

Hach, so eine Laufverletzung kann doch etwas Herrliches sein, was ist mir da offensichtlich erspart geblieben 😆 Allerdings hat Daniel mir schon angedroht, dass ich dann nächstes Jahr auf jeden Fall mitmuß 😯

Stattdessen bin ich am gestrigen Sonntag ganz entspannt 72 km gerennradelt, unterbrochen von zwei großzügigen Zwischenstopps, zum einen beim verkaufsoffenen Sonntag in Hude, wo Jens gearbeitet hat, und zum anderen bei Schwiegermuttern zum Bingo-Gucken 😀

Dabei durfte ich mich die ersten 20 km vom teils kräftigen Rückenwind treiben lassen. Fanastisch, wie man dabei ganz locker kurbelnd mit fast 30 km/h durch die Gegend rollt. Aber auch sonst vermied ich jeden großen Kraftaufwand um den Fuß nicht zu sehr zu belasten. Ich kann nicht verhehlen, dass mir diese lockere/zwanglose Tour viel Spaß gemacht hat. Lediglich das Sitzen wurde ab Kilometer 50 so allmählich etwas unangenehm, zumal ich in normaler Lauftight geradelt bin, weil ich partout meine kurze Radlertight mit dem Kissen am Allerwertesten nicht finden konnte 😆

Bewegungsmangel

Knapp drei Wochen habe ich nun schon keinen einzigen Laufschritt mehr getan und ich behaupte mal, dass ich ohne das Laufen bislang ganz gut zurecht gekommen bin. Was generell fehlt ist die Bewegung als solche und damit einhergehend stellt sich allmählich eine gewisse Unausglichenheit ein 😦 Mein GöGa leidet zur Zeit unter Rückenproblemen und hat daher das gleiche Problem. Um so schöner, dass wir heute gemeinsam zumindestens für einen ganz kurzen Trip auf unsere Fahrräder steigen konnten.

Eben mal schnell zum Kleinen Bornhorster See und zurück. Der Nieselregen des Tages hatte aufgehört und die Luft war klar und mäßig warm. Ein Genuß. Ebenso wie dieses Mindestmaß an Bewegung und das kurze Antesten der Wassertemperatur.

Gerade einmal 8 km auf den Rädern, normalerweise ist fast jede meiner Laufstrecken länger, aber trotzdem war es die pure Freude an der Bewegung an der frischen Luft. Zumal auch der Fuß heute zu 99 % schmerzfrei gewesen ist. Manchmal kann so wenig so viel sein. Schön war`s 🙂

Kurz vor Zuhause dann noch zwei kleine Mädchen auf dem Bürgersteig. Die eine: Guck mal der ist barfuß! Die andere: Das darf man nicht! Jens: Das darf man doch!     Herrlich! 😆

Ausnahmezustand

… an diesem Wochenende mal wieder im Hause Deko-Stührmann/Deichläufer. Der Frühling wollte präsentiert werden und da ließ sich das Wetter natürlich auch nicht lumpen 😀

Schau(d)erhaft kalt war es am Samstag und am Vormittag graupelte und schneite es vor sich hin. Zum Beginn unserer Ausstellung wurde es dann aber zum Glück trocken und so konnten Freunde, Familie und Kollegen trockenen Fußes unser Heim entern um sich doch einwenig frühlingsinspirieren zu lassen.

Ein paar Impressionen auch hier. Außen:

Und drinnen:

Sprüche:

Das Laufen steht an diesem Wochenende logischer Weise zurück. Am Sonntagmorgen gelang vor dem Frühstück aber immerhin ein überraschend zügiger Lauf über gute 10 km zu den Bornhorster Seen. Strahlend sonnig war es, aber auch a…kalt. Trotzdem sah ich am Kleinen Bornhorster See wie gerade eine junge Frau den Fluten entstieg, brrrrr.

Abgemeldet

Heute kurz einmal ein Thema abseits vom Laufen: Irgendwann hätten wir ungefähr zu dieser Zeit Silberhochzeit feiern können, meine Hautkrankheit am Kopf und ich. Grob vor einem Vierteljahrhundert merkte ich eine kleine Stelle am Hinterkopf und vermutete einen Pickel. Der ging aber nicht weg und nach und nach breitete sich die Stelle immer mehr aus. Der Hautarzt diagnostizierte eine chronische Haarwurzelentzündung (für die Mediziner unter Euch: eine Folliculitis decalvans), die sich nur schwer behandeln läßt. Diese Diagnose wurde 1996 auch noch einmal von der Dermatologie des Klinikums Oldenburg bestätigt, wo ich fortan in Behandlung war.

Allerdings war das mit der Behandlung so eine Sache, denn die Krankheit ist selten und die Erforschung von Medikamenten lohnt sich für die Pharmafirmen nicht. Die Menge der weißen Kortisoncreme, die ich über die Jahre bis zu dreimal täglich aufgetragen hatte, hätte wohl auch gereicht um mein Wohnzimmer damit zu streichen. In den Hochphasen der Entzündung schaffte sie es kaum Ruhe in die Kopfhaut zu bekommen, genauso wenig wie die schwersten Akne-Medikamente, die es auf dem Markt gibt. Wie ein Flächenbrand breitete sich die Krankheit aus, näßte, verkrustete und blutete. Immer unterbrochen von kürzeren ruhigeren Phasen. Zum Glück war sie aber selten schmerzhaft.

Je kürzer ich die Haare trug, umso gezielter konnte ich offensichtlich die Kortisonsalbe einsetzen, je erfolgreicher war die Behandlung und ich brauchte sie nicht mehr so oft auftragen. In den letzten Jahren konnte ich dann wechselweise auch eine andere Salbe verwenden. Schlußendliche reichte dann sogar diese andere Salbe (Elidel).

Seit über zwei Jahren -meiner geneigten Leserschaft dürfte es nicht entgangen sein- rasiere ich mir die Haare ganz ab. Anfänglich war ich sehr skeptisch, ob dies meiner Hautkrankheit bekommen würde, mache ich doch ein tägliche Naßrasur. Mit Argusaugen behielt ich sie deshalb im Blick und durfte zu meiner Überraschung erleben, wie sie Monat um Monat, Woche um Woche besser wurde. Den Einsatz von Elidel reduzierte ich auf einmal am Tag und wenn ich es mal vergessen hatte, war es auch nicht schlimm. Jetzt nehme ich sie, nach Absprache mit meiner Dermatologin, gar nicht mehr. Zwei Monate ist das her und es ist nach wie vor alles ruhig. Das ungefähr Handteller große Gebiet bleibt zwar sichtbar, aber das liegt ja auch in der Natur der Sache, weil die Vernarbungen bleiben, ebenso wie Stellen wo die Haare wegen der Krankheit ausgefallen sind. Es ist allerdings keine Entzündung mehr zu sehen. Unglaublich, nach 25 Jahren verschwindet diese Krankheit, ohne das sie jemals adäquat behandelt werden konnte, wie sie gekommen ist!

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Irgendwie mag ich dem Frieden immer noch nicht so richtig trauen. Aber mit jedem Tag länger Ruhe an der Front freue ich mich ein kleines bisschen mehr, dass ich diesen ewigen Entzündungsherd los bin 🙂

Da seien die letzten beiden Läufe mal nur am Rande und der Vollständigkeit halber erwähnt. 10,2 und 5,8 Barfußkilometer, mit einer Pace mit endlich mal wieder einer 5 vor dem Komma, bei naßkaltem, windigem Wetter (Bilder von gestern abend).