Besser barfuß als Hartz IV

Knapp fünf Wochen Blogpause, die längste seit Beginn meiner Schreiberei hier vor neun Jahren, sollen jetzt zu Ende gehen. Vorab möchte ich ein kurzes Statement zu meiner Befindlichkeit abgeben:

Es geht mir inzwischen um einiges besser, aber noch nicht wirklich wieder richtig gut. Dessen bin ich mir bewußt und ich stelle mich darauf ein, dass es auch noch einige Wochen bis Monate dauert bis das wieder der Fall sein wird. Ich nehme zur psychischen Stabilisierung ein Medikament und beginne morgen eine ambulante Therapie. Nach fünf Wochen Krankschreibung werde ich wohl aller Voraussicht nach kommenden Montag wieder arbeiten gehen. Dies erzähle ich, weil ich von meiner psychischen Erkrankung kein Tabuthema machen möchte. Aus einem Beinbruch, einer Blinddarmentzündung oder einer chronischen Bronchitis macht man ja schließlich auch kein Geheimnis. Zusätzlich wird in Kürze einem chronischen Husten auf den Grund gegangen und die Fersen-Geschichte ist ja auch noch immer da. Nach knapp drei Wochen Laufpause habe ich diese ohne jegliche Besserung abgebrochen. Ich laufe wieder und daneben physiotherapiere ich nicht nur meine Ferse, sondern den ganzen Bewegungsapparat. Mein Dank für gute Tipps geht an Lizzy und an meinen Physio. Zwar ist der Erfolg noch mässig, aber ich merke schon Verbesserungen. Läuferisch bewege ich mich jetzt schon wieder grob geschätzt auf Dreiviertel meines normalen Niveaus, was ich schon nicht schlecht finde. Allein zu meiner Person gibt es also noch ein paar Baustellen.

Bedingt durch die Ferse und den „Kopf“ macht das Laufen vielfach noch nicht uneingeschränkt Freude, aber das Wissen um den physischen und den psychischen Effekt treibt mich nach draußen. Da mir dabei das reine Barfußlaufen am besten bekommt, laufe ich bis auf wenige Ausnahmen ausnahmslos barfuß. Feststellen darf ich zur Zeit, dass ich nahezu nicht in der Lage bin halbwegs flott zu laufen. Mein Tempo dümpelt augenblicklich bei gerade mal 6:45 bis knapp unter sieben rum, dabei fühle ich mich so als würde ich mein sonst übliches Tempo laufen. An die 6:00 bis 6:15 heranzukommen bedeutet für mich ungewohnte Anstrengung zu der ich augenblicklich keine Lust habe, also laß ich es. Positiver Effekt: Ich kann zur Zeit fast alle Untergründe barfußlaufen, mit denen ich mich sonst schwer getan habe. Grober Asphalt und Rollsplitabschnitte haben ihren Schrecken verlorgen. Ist doch auch schon einmal was.

Als ich nach der Laufpause wieder angefangen bin, bin ich mit dem Fahrrad zur meiner Lieblings- und barfußfreundlichsten Huntestrecke geradelt und da ein paar wenige Kilometer rumgetrabt.

Ohne Fahrradanreise ging es des öfteren zur Huntebrücke und dort rauf und runter. Mal mit und …

… mal ohne Heukunstwerke.

Einmal misslang es mir zwischen zwei Gewittern durchzulaufen und während in Oldenburg etliche Straßen absoffen, verkrümelte ich mich hoch unter die Huntebrücke um überhaupt trocken bleiben zu können. Obwohl das Regenradar recht harmlos aussah, erwischte ich das schwerste Unwetter seit langem. Zum Glück hat der Spuk nicht sehr lange gedauert.

Ein weiteres Mal begleitete ich Jens zu einem beruflichen Termin nach Emden und während er arbeitete, durfte ich bei einem Läufchen feststellen welch schöne Seiten diese Stadt hat. Dieser Tripp endete anschließendmit einem maskenfreien und somit entspannten Einkaufen im niederländischen Winschoten.

Meine Krankschreibung ermöglichte mir auch acht Tage in Berlin zu verbringen, die ich sehr zur Entspannung nutzen konnte und bald wird ein frisch aufgearbeiteter, antiker Esstisch meine Wohnung zieren. Auch in Berlin setzte sich die Unempflindklichkeit meiner Fußsohlen fort und ich trabte erstmals kilometerlang direkt über die rauen Startbahnen des Tempelhofer Feldes, statt daneben auf dem Rasen zu laufen.

Wieder zuhause gelang es mir sogar einen Wettlauf gegen die „Opal“ zu gewinnen. Sie war aber auch so freundlich, mich schon mit einer sagenhaften Pace von 6:15 davonziehenzulassen. Zwei Tage später übermittelte ich dann einem Baseler Flußkreuzfahrtschiff Grüße in die Schweiz 🙂

Schließen möchte ich für heute mit einer kleinen Anekdote: Während ich vor drei Tagen an einer Ampelkreuzung auf Grün wartete, stand neben mir einer mit Fahrrad, Arm voll tättowiert und Kippe in der Hand. Da kam jemand mit einem Six-Pack Bier auf der Schulter vorbeigelaufen. Offensichtlich hatte er schon mehr Bier intus als auf der Schulter und rief so etwas wie: „Höhhh, barfuß hehehe“. Mit einem missbilligenden Blick in seine Richtung äußerte mein Fahrradnachbar „Besser barfuß als Hartz IV“. Als die Ampel grün wurde, verabschiedete er sich mit „Schönen Abend noch, Kumpel“ Ich bedankte mich mit einem Dito und staunte nicht schlecht, ehrlich gesagt hätte ich ihn selber auch in diesem Milieu verortet, so kann man sich offensichtlich täuschen.

So viel also erst einmal zur Lage im Deichläuferland. Ich freue mich wieder zurück zu sein!

Notbremse

Dem ein oder anderen dürfte es vielleicht schon aufgefallen sein. Mir geht es zur Zeit nicht sonderlich gut und ich spüre, dass ich psychisch abgleite. Dabei beschäftigen mich mehrere Baustellen und ich bin inzwischen wohl auch ein ganz eigenes Opfer von Corona geworden. Dieser ganze Wahnsinn macht mich krank, wie aus dem Vorpost unschwer zu erkennen ist.

Dieser Vorpost ist auch ein Warnsignal für mich meinen Blog hier nicht zu versemmeln und statt Lauf- und Lebensfreude nur noch Frustration und Ohnmacht zum Ausdruck zu bringen.

Deshalb werde ich mich jetzt hier eine Zeit lang zurückziehen, bis ich mich wieder etwas gesammelt und stabilisiert habe, um Euch dann wieder auf gewohnte Weise mit Berichten und Bildern vom platten Land und baren Füßen auf den Keks gehen zu können 🙂

Haltet die Ohren steif und bleibt gesund.

Die haben doch nicht mehr alle Tassen im Schrank

Es geht mal wieder um mein Lieblingsthema, die Maskenpflicht. In der heutigen Ausgabe der Oldenburger Nordwest-Zeitung wurde folgender Artikel veröffentlicht:

„Niedersachsen hält zusammen“ gestartet

In diesem Artikel heißt es u. a.: „Die Bevölkerung müsse sich darauf einstellen, noch rund ein Jahr lang Rücksicht zu nehmen sowie an Abstandsregeln und der Maskenpflicht festzuhalten, um andere zu schützen“ Geäußert von Ministerpräsident Weil. Mich macht dieser Irrsinn so aggro, dass ich mich zu einem Schreiben an unser liebes Bundesland habe hinreißen lassen:

Protest

Die sind doch wirklich nicht mehr ganz dicht 😦 Ich weiß einfach nicht wohin mit meiner Wut.

Ja, in einer Textzeile sind Fehler drin, so what.

Füße in die Weser

… und ansonsten still halten, dass war die Devise für das vergangene Wochenende. Das Stillhalten der Füße werde ich auch noch etwas fortsetzen, zu lange schon rebelliert die linke Ferse und zuwenig konsequent war der erste Versuch, diese wieder ruhigzustellen. Mein Ansinnen, dass mit etwas reduzierten Laufumfängen im laufenden Laufbetrieb zu bewerkstelligen war leider gescheitert. Darum ersteinmal kompletter Laufstillstand bis zur hoffentlich nicht allzu fernen kompletten Schmerzfreiheit.

Nicht zu laufen eröffnet jedes Mal ungewohnte und ungewollte zeitliche Spielräume, die Jens und ich am Sonntag für einen Spaziergang am Weserstrand genutzt haben. Da mit dem Nichtlaufen auch gleichzeitig ein Mangel an Laufbildern einhergeht, ersetze ich diese durch Bilder von der Weser. Ich denke es lohnt sich, denn als wir dort unterwegs waren boten sich wahrlich dramatische Wolkenbilder.

Die Weser hat vielfach schöne Strände aufzuweisen und wir kamen mal wieder zu der Erkenntnis, dass wir uns dort viel zuwenig blicken lassen. Nur etwas schmal war der Strand, weil das gerade auflaufende Wasser schon nahe an seinem Höhepunkt angekommen war.

Was gestern aber wirklich besonders faszinierte, war das ungeheure Spiel zwischen Sonne und Wolken. In dieser Stimmung kann dann plötzlich auch einmal ein Kraftwerk schön aussehen 🙂

Als die Sonne das Spiel ungültig zu verlieren drohte, begaben wir uns doch lieber auf den Rückzug und saßen pünktlich zu den ersten Regentropfen bei Schwiegermuttern in der trockenen Stube. Schlußendlich war es aber nur ein ganz bescheidenes Schäuerchen.

07.06.20 12

Zum Abschluß noch meine beiden Highlight-Bilder des gestrigen Nachmittags:

Wenn einen die Natur so beeindruckt, kann man auch einmal ein paar Tage Laufausfall verkraften. Ich hoffe trotzdem, dass es nicht zuviele werden 🙂

Genervt vom genervt sein

Ja, ich gebe es zu, seit mehreren Wochen schon bin recht genervt.

Nein, eigentlich darf ich es nicht sein, schließlich geht es mir gut, gesundheitlich wie wirtschaftlich.

Trotzdem bin ich genervt und komme aktuell nur schwer dagegen an. Dabei nervt es mich, dass ich so genervt bin. Ich schwanke zwischen sich dem Genervtsein einfach hinzugeben und mir dafür selber noch welche auf den Deckel zu hauen.

Das nervt!

Was mich nervt ist natürlich in erster Linie die never ending C-Story. Zwar verschließe ich mich relativ erfolgreich der Nachrichten- und Geschwafellage zu diesem Thema. Aber ansonsten hat man im Alltag nahezu keine Chance nicht permanent daran erinnert zu werden. Nicht einmal beim ordinären Brötchenkaufen oder beim Bezahlen der Tankrechnung. Schilder über Schilder, überall Klebelinien am Boden, jeder Laden übertrumpft den nächsten in seiner vorbildlichen Umsetzung der Abstands- und Hygienregeln. Permanent habe ich das Gefühl mit einem Fehltritt die Volksgesundheit aufs Spiel zu setzen, wenn nicht gar schlimmeres. Und natürlich die dämliche Verpflichtung sich überall einen Lappen vor die Fr…. zu hängen. Mich stresst das! Für mich ist das alles eine Fortsetzung des Lockdowns, weil ich unter diesen Umständen wirklich nur das Allernötigste einkaufe und erledige. Ausnahme: Wir gehen, seit es wieder erlaubt ist, wieder in unser kleines Restaurant um die Ecke, aber auch dort, nackte Tische, um alles fix desinfizieren zu können. Wir desinfizieren uns noch dumm und dämlich und nach Corona sind wir deswegen wahrscheinlich empfänglich für jeden Sch…. für alles mögliche.

Nicht besonders erhellend kommt hinzu, dass meine bessere Hälfte seit einigen Wochen krank ist und mir darüberhinaus eine räumliche Veränderung auf der Arbeit noch zusätzlich auf den Nerven rumtrampelt. Da droht sogar meine Lauflust den Bach runterzugehen, höchst bedenklich!

Dem widerstehe ich aber tapfer und laufe meine gewohnten Umfänge und das obwohl meine linke Ferse aktuell zickt. Das hat sie vor einem Dreivierteljahr schon einmal getan und so erinnerte ich mich heute daran wieder einmal meine FiveFingers anzuziehen und daran links eine Gel-Ferseneinlage zu verwenden. Hat wieder prima geklappt, wenn auch meine, einer vollständigen Umhüllung entwöhnten, Füße gleich wieder mit Blasen auf die engen V-Runs reagiert haben. Zwar hatte ich damit gerechnet und Pflaster eingesteckt, die blieben aber nicht einmal einen Kilometer an ihrem Platz. So bin ich die letzten eineinhalb Kilometer der knapp 11 Kilometer langen Strecke doch wieder barfuß gerannt. Was mich dabei gewundert hat, ist, dass mich diese Umstände gar nicht genervt haben. Deshalb scheint bei mir wohl doch noch nicht Hopfen und Malz verloren zu sein 🙂

Gepimpter Barfußlaufschuh, eigentlich ein Widerspruch in sich. Aber wenn´s hilft 😀

Trockenheit

Wenn ich in den letzten Wochen von der großen Trockenheit hier im Norden schreibe, steht das immer etwas im Widerspruch zu den Bildern von der sattgrünen Natur, die ich dazu zeige.

Deshalb einfach mal so zu Demonstrationszwecken ein paar Bilder von meinem heutigen Lauf. So sieht es derzeit auf den Äckern aus:

Dabei sah die Welt vor gut zwei Monaten noch ganz anders aus. Kaum vorstellbar, dass ich am 10.03. noch so unterwegs war:

10.03.20 03

Und im Großen und Ganzen soll die Trockenheit auch noch bleiben. Hoffentlich kommt dieses Jahr nicht auch noch der dritte Dürresommer in Folge :-/

Mein persönlicher Lockdown

Die letzten zwei, drei Wochen habe ich noch einmal intensiv versucht mich mit dem Thema Corona auseinanderzusetzen und neben der Nachrichtenlage das Internet nach Informationen zum Thema durchforstet. Ich habe mich mit den Ergebnissen von Studien befasst, die Seite des Robert-Koch-Instituts (RKI) durchstöbert, Statements von Experten zum Anfang und zum jetzigen Zeitpunkt der Pandemie verglichen und und und.  Was dabei an Widersprüchlichkeiten und Ungereimtheiten zu Tage getreten ist, ist der Wahnsinn.

Nahezu erschreckt hat mich teilweise die Rolle der Medien. Ob Fernsehen oder Printmedien: Da werden Fachleute in Zweifel gezogen und diffamiert, wenn sie eine andere als die Meanstreammeinung vertreten. Geht eine Studie nicht vom schlimmsten aus, wird sie zertreten. Es wird sich vielfach in Weltuntergangsszenarien gesuhlt statt Für und Wider sachlich abzuwägen. Am schlimmsten sind dabei die Wissenschaftsreporter, die für sich offenbar in Anspruch nehmen, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben, die sind teilweise schon, verzeiht die Ausdrucksweise, zum K….. Das ist mir in der Vergangenheit bei anderen Themen nie so klar ins Auge gesprungen, grauenhaft!

Die Ministerpräsidentenriege präsendiert sich wie eine quengelnde Kindergartenhorde: Wenn Du das machst, dann mache ich das und wenn Du Dich nicht daran hältst, dann halte ich mich auch nicht daran. Werden Regelungen von Gerichten gekippt, sind sie teilweise beleidigt und bockig, unfassbar. Was zu Anfang der Pandemie auf Bundes- und Landesebene klar und deutlich kommuniziert wurde, entwickelt sich immer mehr zu einem grotesken Provinztheater. Da kann einem die Kanzlerin nur noch leid tun, deren Bemühen um ein einheitliches und für die Menschen nachvollziehbares Vorgehen den Bach runtergeht.

Mich haben diese letzten Wochen in hohem Maße erschöpft und mein Vertrauen in die sachliche, objektive Berichterstattung vieler (nicht aller) Medien erschüttert. Ebenso wie den anfänglichen hohen Respekt für die Entscheidungen der politischen Führungsebene.

Darum verkünde ich meinen persönlichen Lockdown. Ab Donnerstag (die Kanzlerin-/Ministerpräsidentenschalte am Mittwoch nehme ich noch mit, da kann ich nicht aus mir raus) werde ich mich den Nachrichtenkanälen im Fernsehen verschließen. Verboten werden für mich Extrasendungen und Talkshows ebenso wie die täglichen Ausführungen eines Prof. Dr. Wieler in den Pressekonferenzen des RKI. Ich werde mich sämtlichen Diskussionen zu  diesem Thema im Kollegen- Nachbarschafts- oder sonstigen Kreisen entziehen. Erlaubt bleiben für mich lediglich die Nachrichten im Radio als Nachrichtengrundversorgung und der Lokalteil der Lokalzeitung.

Diese Anordnung gilt zunächst für eine Woche, danach werde ich schauen, wie sich diese Maßnahmen auf meinen Gesundheitszustand im Allgemeinen und meine Nerven im Speziellen ausgewirkt haben. Sollte es erste Anzeichen einer Besserung geben, kann ich über vorsichtige Lockerungsmaßnahmen zum Ausstieg aus dem Lockdown nachdenken. Ich werde da versuchen auf Sicht zu fahren und nur in kleinen Schritten zu denken, um keine Rückschläge zu riskieren, die das bis dahin Erreichte wieder zunichte machen.

Ne, doch nicht

In der jeweiligen Woche, in der ich Homeoffice mache, ist mein Rhythmus doch ein etwas anderer als wenn ich normal ins Büro fahre. Das macht es mir auch leichter mal morgens zu laufen 🙂 Als ich vorgestern auf meiner ersten Morgenrunde erneut zum Kleinen Bornhorster See gelaufen bin, um noch einmal die Wassertemperatur zu prüfen, schwamm Doris im See. Ja, ganz sicher, wer sonst außer Doris würde in der morgentlichen Frische in einem noch frischeren See schwimmen? Als die Dame aber aus dem Wasser stieg, mußte ich allerdings feststellen, dass sie es doch nicht gewesen ist, wie schade 😦 Es gibt also auch bei uns im Norden so hartgesottene Mädels. So hartgesotten, dass das Mädel im Weggehen sogar Handtuch und Badeanzug auf der Bank hat liegenlassen, so dass ich ihr noch kurz hinterher sprintete, um sie darauf aufmerksam zu machen 🙂

Mir reichte auf jeden Fall wieder eine Kneippkur bis zu den Oberschenkeln, verbunden mit der Erkenntnis, dass das Wasser morgens doch um einiges kälter ist als abends 😀  Anna konnte ich bei der Gelegenheit gleich einmal demonstrieren, dass man die Laufsandalen für dieses Unterfangen tatsächlich nicht extra ausziehen muß, auch wenn es barfuß im Wasser denn doch schöner ist. Zumal die Sandalen durch das Bad sehr sandig geworden waren 🙂

Ein anderes Laufuntensil von mir fiel gestern der Schere zum Opfer. Eines meiner Schlauchtücher, die ich mir fürs Laufen so gerne zum Piratentuch knote, mußte daran glauben, um mir daraus meinen ganz persönlichen Mundschutz zu basteln, da wir ja ab Montag zum Einkaufen auch diesem Blödsinn mitmachen müssen. Im ÖPNV kann ich das ja noch nachvollziehen, wenn Busse und Bahnen mal etwas voller sein sollten, aber beim Einkaufen sind wir ja nun inzwischen alle auf Abstand geeicht und auf Hygiene sowieso. Schade, dass sich aus dem bislang wirklich sachlich begründbaren und notwendigen Vorgehen unserer Landes- und Bundesregierungen nun so ein Aktionismus entwickelt. Aber nützt ja nichts, ohne werde ich künftig wohl nichts mehr zu Essen kaufen können und aus meinem Schlauchtuch konnte ich immerhin drei „Mundschutzmasken“ gewinnen.

Für mich hat dieser „Mundschutz“ mehrere Vorteile:

  1. Ich muss nicht sehen, wo ich irgendeinen Mundschutz gekauft bekomme.
  2. Der Stoff ist so dünn, dass er nur sehr geringfügig das Atmen erschwert, was mir bei zur Zeit zunehmenden Allergie-Beschwerden sehr wichtig ist.
  3. Ich habe keine Haltebändsel hinter die Ohren, die meine Hörgeräte behindern.
  4. Das Ding ist zusammengeknüllt ruckzuck in jeder Hosentasche verschwunden. Ich werde das Teil nämlich erst vor der Ladentür auf- und beim Rausgehen sofort wieder absetzen.

Der Weltärztepräsident Montgomery bezeichnet in seiner allgemeinen scharfen Kritik an der Mundschutzpflicht die Erlaubnis zur Verwendung von Tüchern als lächerlich. Ich stimme ihm da voll und ganz zu, aber für mich sind sie auf die oben beschriebene Weise das kleinste Übel und mehr interessiert mich in diesem eh unsinnigen Zusammenhang nicht.

Reden wir von Glück, dass uns (noch) niemand die Verwendung von irgendwelchen Masken beim Laufen vorschreibt 😎

Ja, ist denn heut schon wieder Weihnachten?

17.04.20 10Jahr für Jahr um die Weihnachtszeit erlebt ein Uralt-Post von mir vom Neujahrstag 2012 eine Renaissance. Offensichtlich tun sich viele Menschen schwer mit den vielen freien Festtagen und entsinnen sich und googeln nach Goethes Worten, die da gelautet haben sollen: „Nichts ist schwerer zu ertragen als eine Reihe von guten Tagen“, um dadurch schlußendlich auf meinem Post mit gleichem Titel zu landen. Durch diese jährliche Sonderkonjunktur ist dieser Post derjenige mit den höchsten Zugriffszahlen überhaupt.

In diesen außergewöhnlichen „C“-Zeiten erlebe ich nun wieder, dass dieser Post zu Hauf angeklickt wird. Jetzt ist es zwar nicht gerade so, dass ich bis dato schwerwiegend unter der leidigen C-Krise leide, aber etwas stressig finde ich sie schon und ganz sicher nicht als eine -endlose- Reihe von guten Tagen. Warum die Leute gerade jetzt wieder auf diesen Spruch kommen, erschließt sich mir somit so gar nicht :-/ Aber egal, ich bin ja auch kein Püchologe 😆

Was gibt`s sonst neues? Eigentlich wäre ich dieses Wochenende ja in Berlin um meinen zweiten Barfuß-Wettlauf über 10 km auf dem Flughafen BER unter die Sohlen zu nehmen. Aber der ist ja abgesagt worden. Warum eigentlich? Irgendwie ist mir das gerade entfallen 🙄

Naja, stattdessen bin ich gestern, nach zwei Tagen Pause, halt mal wieder an der Hunte lang getrabt und habe mir heute flauschige Sandwege als Alternative zu hartem Startbahn-Asphalt gegönnt. Der wochenlange Sonnenschein ohne nenneswerten Regen hat die Sandwege sehr mullig gemacht, daher trabt es sich watteweich, wenn auch teilweise etwas tief und beim Laufen ziehe ich ab und zu kleine Staubwölkchen hinter mir her 🙂

Allerdings fallen auch auf dieses Barfußlaufparadies an ein einigen Stellen ein paar Schatten und es ist dort Obacht angebracht, soll das Strandlauffeeling nicht den ein oder anderen schmerzhaften Dämpfer erfahren 🙂

Aber man hat ja Augen im Kopf und so läuft es wieder oder weiter in normalen Bahnen. Hat ja auch was, zum Glück, weil neben dem BER-Nightrun entfällt ja nächstes Wochenende auch gleich der Hermannslauf. Zwei Wettläufe an zwei Wochenenden hintereinander, ne oh ne, wat bleibt mir da aber auch für ein Streß erspart 😛

Absurdistan

Gestern war ich mit Kopfschmerzen laufen, die ich schon den ganzen Tag hatte. Kopfschmerzen machen schlechte Laune und diese, inzwischen zwar schon wieder verflogene, möchte ich einmal nutzen, drei exemplarische Absurditäten zu erzählen, die das Leben in Corona-Zeiten auch nicht gerade einfacher machen.

Example No. One:  Da berichtet unsere hiesige Tageszeitung dieser Tage, dass städtische Ordnungskräfte in der Oldenburger Parkanlage „Großer Bürgerbusch“ unterwegs gewesen sind, um Läufer von der Finnbahn auf die benachbarten Spazierwege zu scheuchen. Die Finnbahn sei schließlich eine Sportstätte und Sportstätten sind jetzt nun einmal geschlossen. Der Pressesprecher der Stadt rechtfertigt das Vorgehen auch noch mit der Breite der Finnbahn von 1,50 m, so dass sich begegende Läufer im Vorbeilaufen den Mindestabstand zueinander nicht einhalten könnten. Das ist natürlich auf den anderen Wegen des Parks, wo auch Spaziergänger, Radfahrer, Inliner usw. unterwegs natürlich gar kein Problem! Was für ein Blödsinn!

Plan Großer Bürgerbusch

Das weiße Oval ist die Finnbahn, die fliederfarbenen sind die anderen Wege

Example No two: Das Einkaufen des Alltäglichen ist jetzt teilweise eine ziemlich stressige Sache. In jedem Supermarkt muß man sich orientieren, wie und ob überhaupt Zugang und Bewegungsmöglichkeiten organisiert sind. So wird z. B. oft das Mitführen eines Einkaufswagens vorgeschrieben um die Leute besser auf Abstand zu halten. Soweit so gut und auch nicht in Frage zu stellen. Wenn man aber, wie ich gestern, mitten im Laden feststellt, dass man einen Artikel vergessen hat, dann aus alter Gewohnheit den Einkaufswagen beiseite stellt und zurückgeht, um dann zwei, drei Meter vor Erreichen des betreffenden Regals von einer Verkäuferin gestoppt zu werden und sich den betreffenden Artikel nicht nehmen darf, sondern erst umdrehen und den ganzen Weg zurückgehen muß um den Einkaufswagen zu holen, obwohl gerade nichts los war, dann ist so etwas nur noch Schikane. Aber okay, ich habe brav meine Missetat gesühnt, schließlich hatte ich ja in dem Moment die Gesundheit meiner Mitmenschen aufs Übelste gefährdet.

Example No three: Momentan werden sie zu Recht gefeiert, unsere Helden dieser Krise. Neben Ärzten und Pflegekräften sind dies vielfach Lkw-Fahrer und Supermarktmitarbeiter. Während Lkw-Fahrer aber kaum noch die Möglichkeit haben irgendwo Toiletten- und Sanitäranlagen aufzusuchen, bedanken sich die Supermarktketten, immerhin die Gewinner in dieser Krise, nun oft publikumswirksam bei den Mitarbeitern in ihren Werbeanzeigen und -Spots. Eine Supermarktkette geht sogar soweit, dass sie ihren Mitarbeitern einmalig Warengutscheine zukommen läßt. Die Höhe beträgt für Vollzeitkräfte 125,00 € und wird für die Teilzeitkräfte und geringfügig Beschäftigen auf Heller und Pfennig auf die entsprechende Stundenzahl umgerechnet. Da bleibt wirklich mal etwas hängen, da klotzen die Leute doch gleich wieder vollmotiviert rein 👿

Da kann man sich nur noch (Achtung Wortwitz) die Haare raufen, laufen gehen und auf ruhige Strecken hoffen, was immerhin ansatzweise gelingt 😀

Aber eben nur ansatzweise, allerdings machen das schöne Wetter und die Natur das bei weitem wieder wett  😉

Für die Ostertage habe ich mir läuferisch durch meine – schriftliche- große Klappe nun auch noch etwas aufgebrummt. Ich werde bei Gelegenheit berichten 🙂 Eine verschworene Gruppe meiner Leserschaft ist aber eh schon im Bilde 😛