Was wollt ihr denn noch? Akzeptanz!

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Das ist das Motto des diesjährigen CSD Nordwest in Oldenburg. In einer Zeit, in der scheinbar alles erreicht wurde, erstarkt weltweit der Populismus und in Deutschland sitzt die AfD im Bundestag. Viele freiheitliche Errungenschaften sind auf einmal wieder in Gefahr und so dürfen wir uns nicht ausruhen und müssen weiter einstehen und Flagge zeigen für Akzeptanz und Gleichberechtigung in der Gesellschaft. Das gilt nicht nur in Bezug auf Homosexualität, aber dieses Thema liegt mir nun einmal besonders am Herzen.

Und nicht nur mir wie die Rekordbeteilung von über 16.000 Menschen am diesjährigen CSD zeigt. Mit 35 Gruppen und Wagen war die Demonstration so groß wie noch nie. So beteiligten sich u. a. die Oldenburger Schulen, die Kirchen und sogar die Christlich Demokratische Partei daran. Erstmalig war auch mein Arbeitgeber dabei. Das zeigt, dass die gesellschaftliche Bandbreite der Akezeptanz immer größer wird, dies gilt es zu bewahren, zu fördern und auszubauen.

Ich werde gar nicht weiter viele Worte verlieren sondern im Folgenden einige beeindruckende Impressionen von der Demonstration, die ein Zehntel der Oldenburger Bevölkerung auf die Beine gebracht hat, zeigen.

 

Was es u. a. zu sagen gilt:

 

Das Organisationsteam hat in diesem Jahr wieder Unglaubliches auf die Beine gestellt. Ihnen gebührt der Dank, dass die Demonstration und das große, vielfältige Programm drumherum zu einem alljährlich immer größeren Erfolg wird.

 

Dieser CSD war ein beeindruckendes  Zeugnis für eine offene Gesellschaft und gegen rückwärtsgewandte und rechtsgesinnte Strömungen. Mögen wir immer die Oberhand behalten!

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Bald keine Schafe mehr

Mein Lieblingslaufrevier wird sich in wenigen Monaten verändern. Die Schafe, die neben Hunte, Wiesen und Deich quasi das Sinnbild meines Laufreviers sind, werden verschwinden. Das das nichts mit dem Wegfall von Romantik und Idylle zu tun hat, seht Ihr hier in einem dreimüntigen Beitrag von Radio Bremen:

https://www.ardmediathek.de/tv/buten-un-binnen-Regionalmagazin/Immer-weniger-Sch%C3%A4fer/Radio-Bremen-TV/Video?bcastId=967552&documentId=52938636

Ganz nebenbei zeigt der Beitrag einmal in bewegten Fernsehbildern mein alltägliches, mein liebstes und mir ans Herz gewachsene Laufrevier. Ich kann jede Kameraaufstellung auf den Meter genau zuordnen.

Neben den Wegfall der Schafe werde ich auch die Begegnungen mit Fred vermissen. Aber vielleicht findet sich ja doch noch ein Nachfolger. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Schatten und Wind

Das passiert mir ja nicht oft, aber gestern hatte ich tatsächlich mal vergessen die Kamera einzustecken als ich mit einem langen Umweg zur Werkstatt gelaufen bin, um mein Auto wiederzuholen 😯

So kann ich Euch leider nicht die sattgrünen und vielfach gelbblühenden Wiesen und die unter strahlend blauem Himmel schimmernden und funkelnden Kanäle in Iprump zeigen. Auch nicht, wie der zum Glück recht kräftige Wind die wenigen Wolken über den Himmel trieb, während ich froh war, wenn ich diesen Wind von vorne spüren durfte und glücklich war über jeden Schatten spendenden Baum, jede schattige Allee.

Nach einem komplett lauffreien langen Christihimmelfahrtswochenende freute ich mich trotz der 27°  immerhin 18,6 km eingesammelt zu haben. Gänzlich bewegungsfrei waren aber auch die vier Tage davor nicht. Da wir die Tage in Berlin verbrachten, hatte ich/hatten wir auch so genügend Kilometer unter die Fußsohlen genommen ohne dabei in den Laufschritt zu verfallen.

Und da ich einfach keinen Blogbeitrag ohne Bilder an den Start gehen lassen kann, lasse ich einfach ein paar Berlin-Impressionen sprechen.

An Christi Himmelfahrt verbrachten wir ein paar entspannte Stunden im Neuköllner Kleinod Körnerpark, wo wir uns im Café Kuchen und selbstgemachte Zitronenlimonade gönnten…

… und im Atelier eine Ausstellung mit dem Thema „Entwurzelt“ anschauten. Neben der menschlichen Entwurzelung wurde dort auch ein alter Baum ausgestellt, der bei einem der letzten Stürme im Körnerpark entwurzelt wurde. Wie stark dessen Lebenswille ist, zeigen diese beiden Bilder:

Am Samstag lachte die norddeutsche Seele als wir dann -ja, ich rede von Berlin- aufs Hafenfest gegangen sind, inklusive Shanty-Chor und Schifffahrt auf einer historischen Barkasse 😀

 

Weiterhin standen Besuche bei Freunden, leckeres Essen und gemütliche Abende auf dem Programm und die vier Tage waren mal wieder viel zu schnell zu Ende.  Das Wetter in Berlin war Bombe, so dass uns auch dort Wind und Schatten hochwillkommen waren 🙂

 

Keniansiche Laufuniform

Schlagfertig muß man sein! Im Job liefern mein Fachdienstleister und ich uns schon ab und zu mal das ein oder andere Wortgefecht. Als er heute mit Jacket bei mir im Büro auftauchte, fragte ich ihn, ob etwas besonderes anstehen würde, weil er sich entgegen seiner sonstigen Gewohnheiten so uniformiert hätte. Da schaute er auf meine baren Füße und entgegnete, dass ich ja auch wieder meine kenianische Laufuniform anhätte 😆

Ich hätte mich wegschmeißen können. Punktsieg für den Chef. Man muß halt auch mal gönnen können 😀

 

 

So richtig nett ist`s nur im Bett

Den Gedanken hätte ich vor kurzem einfach nicht denken dürfen. Da dachte ich nämlich, dass es in diesem Winter noch gar keine richtige Erkältungswelle gegeben hat. Kaum ausgedacht, kränkelte erst meine liebe Schwiegerma, dann meine Schwägerin, dann eine Freundin, dann Jens, dann noch viele andere und nun natürlich ich auch 😦

Ich zitiere hier und heute auch nicht den berühmten Männerschnupfen. Es gibt, wenn auch kaum vorstellbar, schlimmere Schicksale. Und so zelebrierten Jens und ich unseren 17. Kennenlerntag im Bett, jeder in seinem eigenen auf unterschiedlichen Etagen, damit wir uns nicht gegenseitig um den Schlaf bringen 😆

Lauftechnisch betrachte ich diese, nach der OP am Hals, zweite Auszeit in diesem Jahr einfach als Regenerationszeit für meine laufstil und -schuhumstellungsgeforderten Füße.

Der strahlenden Sonnenschein läßt sich auch besser aus den Wohnzimmerfenstern genießen, da draußen ein absolut ar…kalter Wind weht. Zumal die Sonne im Wohnzimmer über Nachmittag schon für muckeligen Temperaturen sorgt 🙂

Einwenig hatte ich ja gehofft, dass durch die Barfußabhärtung der Kelch an mir vorübergehen möge. Naja, hat nicht geklappt. Man kann nicht alles haben.

Deshalb:

Alternativ geht aber auch das Sofa 😀

Beton

Vor ein paar Wochen hatte ich mal mein Laufschuhregal aus- und umsortiert. Die minimalen Treter haben den prominensten Platz bekommen, einige meiner bisherigen Laufschuhe sind etwas ins Abseits geschoben worden und noch weitere von ihnen erst einmal in einem Plastiksack zwischengelagert, da ich mich doch noch nicht traue ihnen gänzlich den Laufpaß zu geben.

Bei dieser Räumerei habe ich Bauklötze gestaunt, wie schwer auf einmal meine bisherigen Lauffavoriten im Vergleich zu den Minimalen sind. Was ich jahrelang gut und gerne an den Füßen gehabt habe, kommt mir auf einmal vor, als könnte mich die Mafia damit im nächsten See versenken 😛

Die fluffigsten Flitzer, die ich besitze, sind zusammen nicht so schwer wie jeweils einer meiner bisherigen Lieblingslaufschuhe. Zugeben, der Vergleich ist vielleicht etwas böse, weil meine klassischen Laufschuhe aufgrund ihrer üppigen Dämpfung auch nicht gerade zu den leichtesten ihrer Gattung gehören und auch nicht alles Minimale so leicht ist wie die V-Runs, aber der Unterschied ist grundsätzlich schon eklatant.

Wenn ich denn noch bedenke, dass ich mich immer darüber gefreut habe, wieviel leichter meine Laufschuhe im Vergleich zu meinen normalen Straßenschuhen waren, bin ich sehr froh auch im Alltag auf minimale Schuhe bzw. soviel es geht barfuß umgestiegen zu sein.

Irgendwie drängt sich mir inzwischen immer mehr der Verdacht auf, dass das mit den normalen Schuhen, egal ob Straße oder Lauf, nicht so ganz im Sinne des menschlichen Anatomieerfinders sein kann 😯 Weil nicht nur beim Laufen hat sich mein Laufstil und die Körperhaltung verändert, sondern auch im Alltag, wo ich nun gefühlt gerader durchs Leben laufe, von der Freiheit der Füße ohne Klötze bzw. mal ganz ohne irgendwas sein zu dürfen mal ganz abgesehen.

Irgendwie hört sich das jetzt alles nach einem Plädoyer, nach einem Aufruf, nach Weltverbesserung an, dass will ich eigentlich gar nicht, sondern eigentlich nur ganz bescheiden mitteilen, wie oberaffengeil gut mir das Ganze bis hierher einfach tut 😀

 

 

Ausgeblieben

… ist das für heute versprochene Winterwunderland. Dabei hatte ich mich schon so auf einen Lauf durch den Schnee, während es immer noch weiterschneit, gefreut.

Statt der angekündigten 10 cm Neuschnee sah es zu Beginn meines Laufes allerdings so aus:

Aber immerhin fing es nach ungefähr einer Dreiviertelstunde doch noch an zu schneien und Flora und Fauna bekamen wenigstens etwas Zuckerguß.

Die Temperatur war ein Hauch im Plus und machte es dem Schnee schwer gleich liegenzubleiben. Allerdings war es schon kalt genug meine Garmin nach knapp 10 km mit Totalausfall aussteigen zu lassen. Mistvieh, die Nummer bringt sie bei Kälte jetzt schon zum zweiten Mal 👿 Was will das Schönwettersensibelchen denn erst bei richtigem Frost machen? Soll ich sie da auf eine Wärmflasche binden? 😦

Ohne Aufzeichnung ging es also weiter. Hinterm Klärwerk sind die Xavier-Schäden noch immer nicht beseitigt und auf matschigem Weg durfte ich mich noch ein paar Mal durchs umgestürtze Gebäum schlagen. Dafür sah es abseits der Hunte schon etwas mehr nach Winteridylle aus und reetgedeckte Häuser strahlen gerade bei Schnee so etwas ungeheuer Gemütliches aus, dass man am liebsten klingeln und sich bei einer Tasse Tee an den Ofen setzen möchte 🙂

Habe ich natürlich nicht gemacht, sondern bin brav meine 17 km-Runde zu Ende gelaufen. Auch wenn es nicht der erhoffte Winterzauber war, war es eine schöne Runde mit zum Schluß doch etwas kalten Füßen in durchnäßten V-Trails. Ach, was haben die Füße beim Warmwerden erst einmal gejuckt 😆

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Schleier des Herbstes

Regentropfen dröppeln heute morgen auf die Dachfenster und beenden ein paar wunderbar sonnige und warme Tage. Diese Tage waren goldener Oktober in höchster Vollendung und eine kleine, bescheidene Entschädigung für den hier oben im Norden nicht gerade überragenden Sommer. Diese sanfte Wärme, das milde Licht, ein Traum, den ich gerne festhalten würde um mich damit über den Winter zu retten.

Beim gestrigen Utkiek-Lauf kam bei mir das erste Mal in dieser Herbst-/Wintersaison die Brustlampe zum Einsatz. Bis wir am oldenburger Berg wieder auf die leuchtenden Accessoires verzichten können, wird sich schon der März dem Ende entgegen neigen 😦 Nicht dran denken!

In den Bornhorster Wiesen sind tausende Wildgänse eingetroffen. Sehr früh in diesem Jahr, ich hoffe mal nicht, dass das ein Indiz für die Härte des kommenden Winters sein wird 😯

Aber noch ist Herbst und am Rande des Weges zur Hunte liegen silbergraue Schleier auf dem Gras. Feinste Spinnennetze, von abertausenden ganz kleinen Spinnen gewoben, bewegten sich wie Wellen im sanften Wind.

Zarte und vergängliche Kunst:

Was würde uns nicht alles entgehen, wenn uns unser Sport nicht zu jeder Jahreszeit in die Natur treiben würde (Allerdings muß ich gestehen, dass dieses kleine Video „nur“ bei einem Spaziergang entstanden ist)

Bedrückend

… war mein heutiger Lauf angesichts der vielen umgestürzten Bäume und abgebrochenen Kronen, die Xavier hinterlassen hat. Während Oldenburg wohl noch bis Mittwoch nicht mit der Bahn zu erreichen sein wird, drehte ich heute eine Laufrunde hin zum Großen Bornhorster See.

Schon keine 50 bis 100 m von der Haustür entfernt sah es wüst aus.

An den Straßenrändern liegen überall zu Haufen zusammengelegte, abgebrochene Äste. Auf meinem weiteren Weg konnte mein Blick nicht ein einziges Mal schweifen ohne umgeworfene Bäume und riesige, abgebrochene Äste zu sehen.

Auch am Großen Bornhorster See sah es teilweise verheerend aus. Auch dort wo ich am Montag noch mit Doris gelaufen bin, im Bereich des kleinen Steges und der Bootsanleger, hat Xavier Verwüstungen hinterlassen.

Überall heulten in den letzten zwei Tagen die Motorsägen und sie heulen noch. Im Bereich der Straßen und Wege ist das große Aufräumen aber schon weit vorgeschritten. So mancher treuer Gefährte am Wegesrand wird mir künftig fehlen.

Soviel Sturmschaden in der Natur habe ich bislang noch nie gesehen.

Zu diesen traurigen Bildern paßte auch das heutige Wetter. 10°, grauer Himmel, Nieselregen und naßkalter Wind.

07.10. 26

Angesichts der Bilder ist es ein Glück, dass in und um Oldenburg niemand zu Schaden gekommen ist.

Der heutige Lauf war nur 10 km lang und ich bin froh, nichts längeres geplant zu haben. Noch mehr Sturmschäden hätte ich mir echt nicht antun müssen 😦