Bestätigt

Vorgestern hatte mein Physio und Osteopath Zeit (selbst ihn darf ich nicht mehr ohne Schnelltest aufsuchen, was für ein kranker Wahnsinn). Grundsätzlich ist meine körperliche Bruchbude und speziell das Fundament, sprich das untere Gebälk in Ordnung. Kein orthopädisches Problem, keine Entzündung. Allerdings bestätigte sich, was ich mir selber schon vor einigen Wochen gedacht hatte, es herrscht depriverursachte (Ver-)Spannung in der besagten Bude. Das wiederum hat Auswirkung auf den gesamten Bewegungsapparat und führt beim Laufen schlußendlich zu den Problemen in den Achillesfersen.

Lösung: Dehnen, Entspannen, Schwimmen und nur so lange laufen wie es schmerzfrei möglich ist, sprich so gerade mal fünf bis sechs Kilometer. Na, dass sind ja immerhin schon fünf bis sechs Kilometer mehr als gar nicht laufen.

Gestern hatte ich das zusammen mit Torben gleich in die Tat umgesetzt und damit die fünf Kilometer trotzdem einen gewissen Reiz hatten, hatte es im Strömen geregnet 😀 Trocken war es heute, als ich nach ein paar Tagen mal wieder im See war, wo diesmal sogar nichts klappte. Aber in mir ist eh schon der Entschluß gereift, dass ich dann, wenn ich wieder normaler Teil der „normalen“ Gemeinschaft sein darf ohne dabei zu verarmen, einmal Unterricht in Sachen Kraulen nehmen werde. Bis dahin laufe ich erstmal Kurzstrecke und hoffe weiterhin auf ein paar warme Herbsttage zum Schwimmen (wobei mein Physio sagt, ich solle nicht nur kraulen sondern auch mal Brustschwimmen).

Also weiter geht`s auf kleiner Flamme. Immerhin geht es mir psychisch so gut wie schon lange nicht mehr. Der Urlaub hat gut getan und seitdem ich zusammen mit ein paar Millionen anderen politisch zum Menschen zweiter Klasse abgestempelt wurde, hat sich bei mir irgendwie ein Schalter umgelegt und ich fühle mich einigermaßen wohl in dieser Rolle des Außenseiters, Unsolidarischen, Bekloppten oder was auch immer.

Der Herbst wird in vielerlei Hinsicht spannend.

Fortgang und Niedergang

Unser Urlaub setzt sich fort und die zweite Woche war im Wesentlichen von Inaktivität geprägt. Wir haben nichts großartiges unternommen sondern die Woche gechillt vor sich hin plätschern lassen. Ausnahme: Das Auto mußte mit einem platten Reifen in die Werkstatt, nun steht es schon auf den Winterreifen und die Werkstatt beschafft in Ruhe den passenden Ersatz für den kaputten Sommerreifen. Winterreifen… im September zwar etwas früh, aber man erkennt wohin die Jahresreise geht. Diese Woche hatte aber noch richtig schöne Tage …

… allerdings auch schon solche:

Dem Fortgang der Urlaubserholung tut dies aber keinen Abbruch, dem Niedergang meiner sportlichen Aktivität wirkt es aber auch nicht entgegen. Seit dem wunderbaren Lauf mit Catrina und Kai bin ich nicht mehr gelaufen. Ich warte dringlich darauf, dass mein Physio Zeit für mich hat. Außerdem hatte mir an unserem letzten Tag in Berlin eine Wespe in den Knöchel vom linken Fuß gestochen und es dauerte fünf Tage bis sich der Fuß vom Klumpfuß wieder auf Normalmaß zurückverwandelt hatte. Hingegen nutze ich noch fast jeden Tag um das Kraulen bzw. das Atmen dabei zu üben. So richtig habe ich den Bogen leider immer noch nicht raus und nach ein paar Zügen am Stück endet mein Koordinationsvermögen aus Kraulen, Beinschlag und Ein- und Ausatmen zum richtigen Zeitpunkt. Dabei sieht es doch eigentlich schon sooooooo perfekt aus 😀 :

Und meine Ruhe habe ich beim Üben inzwischen auch weitestgehend, die Badegäste verschwinden, es sind nur noch vereinzelnd Schwimmer im Wasser und die Horden von Hundebesitzern erobern sich den kleinen Strand zurück. Auch die Ketten, die den Nichtschwimmerbereich begrenzen, sind in dieser Woche abgebaut worden, was gut für mich ist, so schwimme ich da wenigstens nicht mehr rein 😆

Heute war ich gar schon ganz alleine im Wasser, während die Spaziergänger bei ostwindigen 15° teilweise schon dick angezogen unterwegs waren. Da die Nächte schon recht frisch werden, bin ich gespannt, wie lange ich noch meine 15 – 20 Minuten im Wasser aushalte. Dann hat es sich mit dem Schwimmen nämlich leider erst einmal erledigt. In den Schwimmbädern gilt 3G, das kostenlose Testen endet in Kürze und man MUSS sich elektronisch via Luca- oder CoronaApp einbuchen. Beides nutze ich nicht. Zumal ich auch einen Widerspruch daran sehe, dass man keine Wertsachen mit ins Schwimmbad nehmen soll, was angesichts häufig verbogener Spindtüren auch seine Berechtigung hat, aber das Smartphone dann zwingend dabei haben muß.

So sehe ich sportlich einem gewissen Niedergang entgegen. Meine Hoffnung in Bezug auf das Laufen besteht in schneller Hilfe durch meinen Physio und die Hoffnung in Bezug auf die Fortsetzung meiner Schimmübungen in einer Einsicht unserer Politiker auch unser Land zur Normalität zurückkehren zu lassen (natürlich ist die Hoffnung nicht groß, haben unsere Volksvertreter doch ab nächsten Sonntag erst einmal genug damit zu tun, sich zu irgendeinem neuen Gängel-Haufen zusammenzuraufen). Leider ist das nächste Schwimmbad im freien Holland mit ca. 90 km doch etwas zu weit entfernt 😦 Ansonsten: Das nächste Frühjahr kommt bestimmt und dann fange ich halt noch einmal von vorne an.

Ab morgen geht unser Urlaub in sein letztes Drittel und wir haben noch einiges auf dem Plan, was wir gerne erledigen wollen. Das torpediert leider auch meine Idee die letzten Urlaubstage noch einmal in Berlin zu verbringen. Man kann nicht alles haben, ich möchte ja entspannt bleiben. Auch wenn ich fürchte, dass es in Bezug auf körperliche Aktivtität in den kommenden Zeit schon zuviel Entspannung geben wird :-/

Wie im Süden

Die letzten neun Tage waren wunderbar. Am Freitag letzter Woche begann mein Urlaub, Jens mußte noch bis Samstag warten, und gleich an diesem Samstag startete der Urlaub mit einem Highligt. Catrina und Kai waren im Norden Deutschlands und statteten auch Oldenburg einen Besuch ab. Kai ist in und um Oldenburg aufgewachsen und pflegt hier noch Freundschaften. Das die Beiden trotz strammen Besuchsprogramms noch Zeit für einen gemeinsamen Lauf gefunden hatten, rechne ich ihnen hoch an und so standen sie am Vormittag bei mir vor Tür um eine Runde zu drehen. Catrina wollte gerne den Kleinen Bornhorster See sehen, wo ich ja fleißig das Kraulen übe, und ich wollte ihnen doch gerne die Bornhorster Wiesen und die Hunte zeigen. Beides zusammen führte zu einer 17 km langen Strecke.

Es war ein toller Lauf, wir hatten uns viel zu erzählen und es wirkte -wie eigentlich immer bei solchen Treffen- als würden wir uns schon länger kennen. Die Hunte hatte sogar eine spezielle Überraschung für uns parat, die Kai mit scharfem Auge gesehen hatte. Ein Seehund oder eine Kegelrobbe war in ihr unterwegs, obwohl weder der eine noch die andere dort etwas zu suchen hat. Leider zeigte sie sich nur kurz und es ließ sich nicht genau klären, welche Spezies da genau unterwegs war. Das Wetter war perfekt, wechselnd wolkig, mäßig warm und kaum Wind. Durch den Besuch aus der Schweiz fühlte ich mich aber wie im Süden 😎 Danke Catrina und Kai, dass Ihr da. Es war mir eine riesen Freude.

Tagsdrauf ging es für Jens und mich in den Urlaub. Eigentlich hätten wir einen Ferienhaus-Urlaub in Dänemark machen wollen. Da man ein Ferienhaus aber lange im Voraus buchen muss und wir nicht wussten, ob uns Corona in die Parade fährt, haben wir davon Abstand genommen. Sehr schade, weil die Dänen fünf Tage vorher in ihrem Land zur Normalität zurückgekehrt sind und wir dort hätten einen Urlaub verbringen können in einer Art und Weise wie man es einmal normales Leben nannte, ohne Tests, Maskenmumpitz und den all anderen Irrsinn.

Egal, das war halt nicht zu ahnen und so sind wir stattdessen in mein Domizil nach Berlin gefahren, wo wir in den eigenen vier Wänden leben konnten wie wir wollten. Immerhin war uns das Wetter gewogen, es erwarteten uns sonnige und warme Tage wie im Süden bis fast zum Schluß. Leider streikte in meiner Wohnung zu Anfang das Wlan, so dass ich das schöne Erlebnis mit Catrina und Kai nicht sofort posten konnte. Auf der anderen Seite war es auch ein Wink des Schicksals und deshalb machte ich aus der Not eine Tugend und einmal für acht Tage Pause mit dem Blog und auch mit dem Bloglesen (Ich hoffe Ihr seht mir das nach, also das Nichtlesen bei Euch meine ich 🙂 )

Da Jens nicht so der große Berlin-Freund ist, hatte ich ihm Ausflüge ins Umland versprochen und gleich am Tag nach unserer Ankunft ging es los mit dem Park Sans Souci. Bei Kaiser… pardon Königswetter vermittelte der Park, speziell im Bereich der Orangerie mit ihren vielen Palmen, nahezu mediterranes Flair, getoppt natürlich noch vom Schloß Sans Souci selber.

Am nächsten Tag standen Köpenick und Müggelsee auf dem Programm.

Uuuund der nächste Park, Park Bavelsberg mit gleichnamigen Schloß. Das Wetter: Der Hammer.

Am Freitag dann verließ uns das Wetterglück, zwar immer noch warm, wurde es gewittrig und der Besuch des Sowjetschichen Ehrenmals im Treptower Park wurde zur nassen und auch schnellen Angelegenheit. Aber immerhin stand mir nicht das Wasser in den Schuhen 😛

Abends war es denn wieder trocken und herrliche Wärme bis tief in die Nacht ließ uns doch einmal das Zentrum aufsuchen um das Festival auf Lights auf uns wirken zu lassen. Viel bunt, aber auch sehr schön. Nur die vielen Menschen war man nach den trüben Pandemiezeiten so gar nich mehr gewöhnt 🙂

Am letzten Tag erwischte uns auch auf dem Tempelhofer Feld ein kräftiger Schauer, aber wir fanden zum Glück Unterstand im Urban-Gardening-Bereich.

Am Abend dann noch ein Treffen in meiner Stammkneipe mit befreundeten Stammgästen unseres Stammrestaurants in Oldenburg, die am selben Tag in Berlin angekommen waren. Am Sonntag ging es zurück nach Oldenburg.

Damit war die erste unserer drei Urlaubswochen vorbei. Wenn auch Berlin und sein Umland Dänemark nicht ersetzen können, den Süden konnten sie ersetzen und wir hatten eine wirklich gute Zeit.

(Sorry für die Länge des Posts und die Bilderflut, ich konnte nicht anders 😙)

Da damm da damm da damm

Samstag, viel Zeit, mäßig warmes, wechselnd bewölktes Wetter. Perfekte Bedingungen für einen langen Lauf. Aber halt! Einen lang Lauf mit angefressenen Achillesfersen, den wollte ich mir dann doch nicht antun. Also ab auf`s Rad. Kurz überlegte ich das einstmals für diese Zwecke angeschaffte Rennrad aufzuklaren, aber ich wollte eigentlich ne ganz gechillte Runde drehen, außerdem kann ich auf dem Rennrad nicht barfuß radeln. Also rauf auf meine Alltagsmöhre und ab dafür.

Rüber über die Huntebrücke, durch Iprump nach Neuenhuntorf …

… dort erwartete mich absolutes Strand(korb)feeling 😀 :

Weiter gings mit Naschpause 🙂 :

Apropos Naschen, Kuchen ist nie weg, zusammen mit einer Fruchtbuttermilch 🙂 :

Strand(ohne Korb)feeling zum Zweiten an der Weser:

Dann Huntesperrwerk, Oldenburgs Versicherung gegen Sturmfluten, kurz vor der Einmündung der Hunte in die Weser:

Elsfleth:

Rückweg:

Warum jetzt der Titel „Da damm da damm da damm“? So einige Kilometer gingen über wunderbar verkehrsarme Nebenstrecken, die vielfach noch aus Betonplatten bestanden, über deren Fugen ich mit einem melodischen Da damm da damm da damm hinwegradelte. Das erinnerte mich an Autoreisen in meiner Kindheit, als viele Autobahnen ebenfalls aus solchen Betonplatten bestanden, ebenso wie die Straßen auf Sylt. Da damm da damm da damm. Das hat für mich etwas sehr vertrautes und erinnert mich ans Reisen.

Das paßte also ganz gut zu meiner gut 70 km langen Tour, die ich gechillt mit meistens so um die 22 km/h dahingeradelt bin. Eine wirklich schöne Tour, die einfach nur Spaß gemacht hat. Ich war schon so lange keine Radtour mehr gefahren, da müssen erst so Fersen kommen … 🙂

Ohne Dich

Die im vorherigen Post erwähnten 15 Tage Laufpause sollten genug sein. Drum ging ich am Montag wieder laufen um der längsten freiwilligen Laufpause ever ein Ende zu setzen. Ausgeruht waren dabei in erster Linie die Fußsohlen und schnurten klaglos über den üblen Asphalt rund um den Großen Bornhorster See, den sie sonst nur mit Sandalen zu überlaufen bereit sind. Ansonsten aber verflog die Hoffnung auf einen geschmeidigen Wiedereinstieg. Trotz angenehm niedriger Temperatur wollte kein Fluss aufkommen, auch nicht nach dem Bad im Kleinen Bornhorster See. Aber immerhin konnte ich 11 Barfuß-Kilometer in meine bis dato klägliche Juli-Statistik eintragen.

Am Mittwoch überlegte ich zum Ende meines Home-Office-Tages Jens zu einer Nordic-Walking-Runde zu animieren, während ich meine Laufrunde drehe. Es sollte anders kommen. Als Jens an diesem Tag einige Zeit nach mir aufstand und ich die ersten Worte mit ihm sprach, stimmte etwas mit ihm nicht. Ein Anruf in meiner Hausarztpraxis mit Schilderung der Symptome führte zu dem Kommentar „Kommen sie nicht, wählen sie gleich den Notruf 112“ und wenige Zeit später stand ein Rettungswagen auf unserer Auffahrt. Die dreiköpfige Besatzung kümmerte sich in unserer Küche um Jens und nach ca. einer halben Stunde rollte der Rettungswagen mit ihm vom Hof. Ins 30 km entfernte Westerstede wurde er gebracht, da sich die zuständige Oldenburger Klinik abgemeldet hatte. Erst am Nachmittag hörte ich erstmals etwas von ihm, da ging es ihm zum Glück schon wieder besser, er solle aber mindestens fünf Tage im Krankenhaus bleiben. Ich fuhr zur Klinik und brachte ihm eine Tasche mit allem Nötigen. Besuchen konnte ich ihn bei der Gelegenheit nicht, Corona läßt grüßen. Abends versuchte ich mich mit einem Lauf abzulenken, was leidlich funktionierte, ein Durchschnittspuls von 160 bei einer Pace von 6:35 sprach da Bände.

Am nächsten Tag dann kam mittags die Entwarnung, nachdem man Jens in der Klinik einmal komplett auf links gedreht hatte, bestätigte sich die anfängliche Befürchtung nicht und er durfte sogar schon wieder nachhause. Was für ein Schreck mit guten Ausgang. Die Gedanken, die einem in dieser Zeit durch den Kopf gehen, sind unbeschreiblich. Nach über 20 gemeinsamen Jahren mit all ihren Höhen und Tiefen, kann ich folgenden Liedtext nahezu voll und ganz unterschreiben:

Ob es an dieser Erleichterung lag, weiß ich nicht, aber der heutige Lauf war endlich mal wieder einfach nur schön. Sehr langsam, aber auch sehr entspannt lief ich erneut die Strecke vom Montag, erneut überliefen die Fußsohlen den schraddeligen Asphalt und erneut ging ich im Kleinen Bornhorster See ins Wasser und ließ mich nicht einmal von einer Gruppe Kinder entmutigen, die von ihrem Trainer ins Wasser gescheucht wurden und wie die Fische schwimmen konnten, kraulend und rückenschwimmend.

Ende gut, alles gut, in zweierlei Hinsicht. Wobei natürlich das erste so immens viel wichtiger ist. Gesundheit ist alles, ohne Gesundheit ist alles nichts. Das wurde mir, wurde uns mal wieder deutlich vor Augen geführt und über den glimpflichen Ausgang sind wir sehr glücklich und dankbar.

Das gab es noch nie

Sechzehneinhalb Jahre laufe ich nun schon! In all diesen vielen Jahren hat es so manche Laufpausen gegeben und soweit ich mich rückentsinnen kann, waren diese nie freiwillig. Entweder führten Verletzungen, Infekte oder kleinere OP`s zu entsprechenden Ausfällen, die ich immer mit mehr oder eher weniger Geduld ertragen habe. Und jetzt dies: Seit genau 15 Tagen habe ich nicht einen einzigen Laufschritt getan, ohne Grund, einfach so. Naja, nur fast ohne Grund. Die meisten der 15 Tage war ich in Berlin und da war es warm, sehr warm und schwül, teilweise sehr schwül und allein der Gedanke an ein sonnengeflutetes, schattenloses Tempelhofer Feld ließ jeden Gedanken ans Laufen in den abgründigen Tiefen meiner Seele verschwinden.

Stattdessen war ich die ersten Tag stinkenfaul und habe viel gegessen und geschlafen.

Draußen habe ich Sonnenuntergänge in lauer Sommerluft genossen.

Ich habe mich mit Freunden getroffen, war von ihnen zum Essen eingeladen, bin mit ihnen Essen gegangen und mit ihnen auf das ein oder andere Bierchen ausgegangen. Einmal habe ich das auch ganz alleine gemacht, einfach noch auf ein Bier in bzw. vor meine Stammkneipe und dem Treiben auf der Hermannstraße zugeschaut. Lediglich das Angebot zum Kiffen eines sehr launigen Tischnachbarn habe ich abgelehnt. Schließlich rauche ich ja nicht 😆

Unterwegs war ich aber auch. Z. B. in alten Kreuzberger Hinterhöfen, in denen in Werkstätten und Theatern das kreative Leben stattfindet…

… oder in den neuen U-Bahnhöfen im Herzen Berlins. Schick sind sie geworden:

Auf dem Wedding konnte ich unsere Vorräte an Likören der Preußischen Spirituosen Manufaktur wieder auffüllen:

Und am letzten Abend, auf dem Rückweg von einem meiner Lieblingslokale in Berlin, wo ich noch einmal tolle Stunden mit einem guten Freund verbracht habe, weinte ob des baldigen Abschieds sogar der Himmel Tränen.

Tränen ganz anderer Art vergoß ein Lindenbaum, unter dem mein Auto die eineinhalb Wochen in Berlin gestanden hat. Was für ein klebrige Angelegenheit 🙂

15 freiwillige Tage ohne Laufen, wie gesagt, dass gab es noch nie und ich habe es nicht einmal vermisst! Muß ich mir jetzt Sorgen machen? Ich hoffe nicht, nachher gehe ich nämlich laufen, versprochen! Wie könnte ich auch widerstehen, bei knapp unter 20 °, einer angenehmen Brise und ohne Schwüle 😀 Ich werde zu gegebener Zeit berichten, ob ich es noch kann 😎

Kampf

Meine Depri hat mich zur Zeit wieder stärker im Griff und es ist dadurch wieder ein verstärkter Kampf den Alltag zu bestehen, während ich mich doch am liebsten an einen einsamen stillen Ort zurückziehen würde. Da ist es auch nicht gerade förderlich, dass sich das Laufen für mich zur Zeit auch nicht sonderlich leicht anfühlt. Zwar sind meine Beschwerden in den Achillesfersen nur noch hintergründig vorhanden, aber das Laufen fühlt sich zur Zeit einfach beschwerlich an und das Tempo ist sehr langsam.

Trotzdem ist es mir gelungen, diese Woche wieder einmal knapp die 50 km-Marke zu knacken und auch immer wieder etwas schwimmen zu gehen. Wie am Montag bei Dauerregenwetter, wo es am herrlich leer war und der See in der kühlen Luft vor sich hin dampfte.

Nach dem Dauerregen stand das Wasser teilweise noch tagelang auf den Wiesen, aber die Luft war für Mensch und Tier wieder etwas angenehmer. Auch wenn ich beim Laufen schwitzte wie die S.. 🙂

Zum Ausklang der Laufwoche widerstand ich dem Ruf ins Gotteshaus (ich liebe das Geläut der Ohmsteder Kirche, auch wenn es in dem Handy-Video etwas schepprig klingt) …

… und lief lieber in Gottes Natur, obwohl die aufgrund des schönes Wetters recht bevölkert war. Speziell am Kleinen Bornhorster See war schon am Vormittag viel Betrieb bei bester Badestimmung. Deshalb reichte auch ein kurzer Sprung in die Fluten, bevor ich mich wieder nach Hause trollte.

Dieser Lauf fühlte sich immerhin schon einmal wieder etwas besser an. Irgendwann muß es ja wieder aufwärtsgehen und wird es auch. Bis es soweit ist wird eben gekämpft 🙂

Was noch fehlt

In letzter Zeit kam bei meiner Lauferei meine Lieblingsstrecke etwas zu kurz. So war es gestern mal wieder Zeit das zu ändern. Weil ich etwas genervt war, hatte ich allerdings keine Meinung erst von der Haustür aus den Anlauf durch bevölkertes Terrain zu nehmen. Drum habe ich die Umweltsau raushängen lassen und bin mit dem Auto rausgefahren und war überrascht, dass mir der Parkplatz trotz des warmen Wetters ganz alleine gehörte. Das versprach eine recht leere Strecke, was mir nur recht sein sollte. Trotz nicht ganz so hoher Temperaturen wie am Vortag und einem Start erst gegen Halbsechs war der Asphalt noch ganz schön heiß, aber gerade eben noch barfuß laufbar. 11,5 km in einer grottenlangsamen Pace kamen zusammen.

Heute kam noch eine andere Disziplin dazu. Nachdem ich ja auch immer wieder wacker ins Wasser gehe um das Kraulen zu erlernen (immerhin 50 m am Stück schaffe ich schon, fragt aber bitte nicht, wie das aussieht 😆 ) fehlt eigentlich nur noch das Fahrradfahren. Mehr als samstägliches Brötchenholen passiert da bei mir in der Regel nicht. Da kam es mir gelegen, dass es eine Ersatzveranstaltung zum eigentlich heute stattfindenden CSD gegeben hat, nämlich eine Fahrraddemo.

Zugegeben, mit sportlicher Betätigung hatte die nichts zu tun, aber es ist ein schöner Aufhänger um auf diese kleine Veranstaltung überzuschwenken, bei der alleine die Tatsache, dass alle auf Rädern sitzen für die heutzutage notwendigen Abstände sorgte. Auf dem sonnengefluteten, knallig warmen Versammlungsgelände zwischen kleiner und großer EWE-Arena galt Maskenpflicht, so dass ich mich am Rande und im Schatten aufgehalten hatte, bis sich ein paar Hundert Radler in Bewegung setzten.

Zugegeben, die Fahrraddemo kann den eigentlichen CSD nicht ersetzen, aber Not macht erfinderisch und schön war die Veranstaltung trotzdem. Zumal ich noch zwei liebe Bekannte getroffen habe und mit diesen saß ich noch zweieinhalb Stunden zusammmen. In der Zwischenzeit war von der ganzen Veranstaltung schon weit und breit nichts mehr zu sehen.

Oh watt`n Meer

Zu Hochdeutsch: Oh was für ein Meer. Dieses Wattenmeer der Nordsee.

Vom Laufen gibt es im Moment nicht viel zu berichten, von schon seit einiger Zeit beidseitig etwas gereizten Achillessehnen einmal abgesehen, weshalb ich wohl doch die kommenden Tage mal kürzer treten werde. Der Frühling bleibt unterkühlt und der Kleine Bornhorster See bleibt es auch. Trotzdem genieße ich die klitzekleinen sonntäglichen Schwimmeinlagen inzwischen sehr. Das war es im Prinzip auch schon. Deshalb gibt es im Folgenden einmal einen Abstecher vom Laufen 😎

Der heutige Pfingstmontag fiel etwas aus dem April- und Maiwettereinerlei, indem es mal einwenig wärmer war. Grund genug um einen kurzen Trip an die Nordsee an den Strand von Hooksiel zu machen. Irgendwie bleibt das bei uns immer wieder auf der Strecke, obwohl es eigentlich keine Entfernung ist. Zumal ich heute das neue Auto erstmalig so richtig habe laufen lassen und wir schon nach einer halben Stunde dort waren. Leider fing es auf der Fahrt schon wieder leicht an zu tröpfeln, trotzdem war es schön kurzzeitig etwas anderes zu sehen. Erstaunt waren wir darüber wie voll es schon ist, die Küste hat zu Pfingsten reichlich Gäste. Es sei der schwerleidenden Tourismusbranche von Herzen gegönnt.

Mein Barfußvergnügen im Watt wurde leider etwas getrübt, da es sehr viele Quallen gab. Das haben wir in Hooksiel noch nie erlebt und ist für diese Jahreszeit auch etwas ungewönlich.

Am Hafen gab es noch ein lecker Softeis und etwas fürs Abendessen vom Fischwagen und dann ging es auch schon wieder zurück. Mal wieder mit der Absicht uns in Zukunft öfters solche kleinen Auszeiten zu gönnen 🙂

Außerdem kann ich den kleinen Ausflug dafür nutzen einen gewissen landschaftlichen Kontrast zu diesem Post hier herzustellen 😆

Blockwart

Die Fürsorge unserere Corona-Politiker kennt ja keine Grenzen und so werden sogar völlig selbstlos verfassungsrechtliche Bedenken weggewischt um uns mit einer pauschalen Ausgangssperre vor dem Virus zu schützen. Da dieses Killervirus nach Kenntnis dieser Politiker ab einer Inzidenz von 100 + exakt zwischen 22:00 und 5:00 Uhr die Menschen auf der offenen Straßen niedermäht, müssen alle in dieser Zeit zuhause bleiben. Das gilt allerdings nicht für Spaziergänger und Einzelsportler. Vorallem letztere sind für das Virus wohl zu schnell und die Gefahr von diesem eingeholt zu werden besteht erst ab Mitternacht. Somit kann der gemeine Einzelsportler noch den Wettlauf mit dem Virus aufnehmen und in der Zeit zwischen 22:00 und 0:00 Uhr schauen, ob sich der gemeine, gesetzestreue Deutsche an das Ausgangsverbot hält.

Diese Chance einmal Blockwart zu spielen konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen und bin gestern um kurze nach 22 Uhr losgelaufen. Nein, im Ernst, ich wollte einfach einmal erleben, wie eine ausgangsgesperrte Stadt so wirkt. Ich hoffe ja, dass dieses Ereignis in meiner Lebenszeit ein einmaliges bleiben wird, schaun wir mal. Auf jeden Fall mußte ich mich in dem Sinne beeilen, dass die Stadt Oldenburg schon den dritten Tag in Folge eine Inzidenz von unter 100 hat und damit die Ausgangssperre in Kürze zu kippen droht.

Bevor wir also unsere nächtliche, aber sowieso fast sinnbefreite Freiheit wieder erlangen, bin ich Richtung Innenstadt und durch die Fußgängerzone gelaufen. Hier meine Eindrücke:

Extra für Manfred, wenn auch etwas dunkel:

Weiter geht es über ZOB, Bahnhof und Hafen Richtung Fußgängerzone.

Schloßplatz und Fußgängerzone menschenleer, ebenso wie die Kneippenstraße Wallstraße. Hier wurde ich noch von einer Frau mit Migrationshintergrund übel angemeckert, was ich da machen würde, ich würde die Autos fotografieren, sie würden schließlich arbeiten und rief schon einen Kollegen zur Hilfe. Auf meinen Hinweis, mich würden die Autos nicht interessieren und sie könne sich die Fotos gerne anschauen, wurde sie geringfügig freundlicher und wünschte mir schlußendlich noch einen schönen Abend.

Wieder raus aus der Fußgängerzone ging es weiter über die Hauptumsteigestelle „Lappan“, an der einsam eine Familie mit vier kleinen Kindern auf einen Bus wartete, zurück über den großen Verkehrskreisel Pferdemarkt und die Nadorster Straße nachhause.

Fazit: Schön ist das nicht, eine Stadt so zu erleben. Zwar waren noch überraschend viele Autos unterwegs, von denen zwei von der Polizei kontrolliert wurden (ob wegen der Ausgangssperre weiß ich allerdings nicht) und zu Beginn begegneten mir auch noch einige Fahrradfahrer, ansonsten aber war die Stadt bis auf ganz wenige Fußgänger tot. Zu der Atmosphäre paßte ein windstilles, feuchtes Wetter, bei dem es auf den letzten paar hundert Metern noch leicht anfing zu regnen.

Hoffen wir, dass dieser elende Spuk bald ein für allemal ein Ende hat.