Keniansiche Laufuniform

Schlagfertig muß man sein! Im Job liefern mein Fachdienstleister und ich uns schon ab und zu mal das ein oder andere Wortgefecht. Als er heute mit Jacket bei mir im Büro auftauchte, fragte ich ihn, ob etwas besonderes anstehen würde, weil er sich entgegen seiner sonstigen Gewohnheiten so uniformiert hätte. Da schaute er auf meine baren Füße und entgegnete, dass ich ja auch wieder meine kenianische Laufuniform anhätte 😆

Ich hätte mich wegschmeißen können. Punktsieg für den Chef. Man muß halt auch mal gönnen können 😀

 

 

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So richtig nett ist`s nur im Bett

Den Gedanken hätte ich vor kurzem einfach nicht denken dürfen. Da dachte ich nämlich, dass es in diesem Winter noch gar keine richtige Erkältungswelle gegeben hat. Kaum ausgedacht, kränkelte erst meine liebe Schwiegerma, dann meine Schwägerin, dann eine Freundin, dann Jens, dann noch viele andere und nun natürlich ich auch 😦

Ich zitiere hier und heute auch nicht den berühmten Männerschnupfen. Es gibt, wenn auch kaum vorstellbar, schlimmere Schicksale. Und so zelebrierten Jens und ich unseren 17. Kennenlerntag im Bett, jeder in seinem eigenen auf unterschiedlichen Etagen, damit wir uns nicht gegenseitig um den Schlaf bringen 😆

Lauftechnisch betrachte ich diese, nach der OP am Hals, zweite Auszeit in diesem Jahr einfach als Regenerationszeit für meine laufstil und -schuhumstellungsgeforderten Füße.

Der strahlenden Sonnenschein läßt sich auch besser aus den Wohnzimmerfenstern genießen, da draußen ein absolut ar…kalter Wind weht. Zumal die Sonne im Wohnzimmer über Nachmittag schon für muckeligen Temperaturen sorgt 🙂

Einwenig hatte ich ja gehofft, dass durch die Barfußabhärtung der Kelch an mir vorübergehen möge. Naja, hat nicht geklappt. Man kann nicht alles haben.

Deshalb:

Alternativ geht aber auch das Sofa 😀

Beton

Vor ein paar Wochen hatte ich mal mein Laufschuhregal aus- und umsortiert. Die minimalen Treter haben den prominensten Platz bekommen, einige meiner bisherigen Laufschuhe sind etwas ins Abseits geschoben worden und noch weitere von ihnen erst einmal in einem Plastiksack zwischengelagert, da ich mich doch noch nicht traue ihnen gänzlich den Laufpaß zu geben.

Bei dieser Räumerei habe ich Bauklötze gestaunt, wie schwer auf einmal meine bisherigen Lauffavoriten im Vergleich zu den Minimalen sind. Was ich jahrelang gut und gerne an den Füßen gehabt habe, kommt mir auf einmal vor, als könnte mich die Mafia damit im nächsten See versenken 😛

Die fluffigsten Flitzer, die ich besitze, sind zusammen nicht so schwer wie jeweils einer meiner bisherigen Lieblingslaufschuhe. Zugeben, der Vergleich ist vielleicht etwas böse, weil meine klassischen Laufschuhe aufgrund ihrer üppigen Dämpfung auch nicht gerade zu den leichtesten ihrer Gattung gehören und auch nicht alles Minimale so leicht ist wie die V-Runs, aber der Unterschied ist grundsätzlich schon eklatant.

Wenn ich denn noch bedenke, dass ich mich immer darüber gefreut habe, wieviel leichter meine Laufschuhe im Vergleich zu meinen normalen Straßenschuhen waren, bin ich sehr froh auch im Alltag auf minimale Schuhe bzw. soviel es geht barfuß umgestiegen zu sein.

Irgendwie drängt sich mir inzwischen immer mehr der Verdacht auf, dass das mit den normalen Schuhen, egal ob Straße oder Lauf, nicht so ganz im Sinne des menschlichen Anatomieerfinders sein kann 😯 Weil nicht nur beim Laufen hat sich mein Laufstil und die Körperhaltung verändert, sondern auch im Alltag, wo ich nun gefühlt gerader durchs Leben laufe, von der Freiheit der Füße ohne Klötze bzw. mal ganz ohne irgendwas sein zu dürfen mal ganz abgesehen.

Irgendwie hört sich das jetzt alles nach einem Plädoyer, nach einem Aufruf, nach Weltverbesserung an, dass will ich eigentlich gar nicht, sondern eigentlich nur ganz bescheiden mitteilen, wie oberaffengeil gut mir das Ganze bis hierher einfach tut 😀

 

 

Ausgeblieben

… ist das für heute versprochene Winterwunderland. Dabei hatte ich mich schon so auf einen Lauf durch den Schnee, während es immer noch weiterschneit, gefreut.

Statt der angekündigten 10 cm Neuschnee sah es zu Beginn meines Laufes allerdings so aus:

Aber immerhin fing es nach ungefähr einer Dreiviertelstunde doch noch an zu schneien und Flora und Fauna bekamen wenigstens etwas Zuckerguß.

Die Temperatur war ein Hauch im Plus und machte es dem Schnee schwer gleich liegenzubleiben. Allerdings war es schon kalt genug meine Garmin nach knapp 10 km mit Totalausfall aussteigen zu lassen. Mistvieh, die Nummer bringt sie bei Kälte jetzt schon zum zweiten Mal 👿 Was will das Schönwettersensibelchen denn erst bei richtigem Frost machen? Soll ich sie da auf eine Wärmflasche binden? 😦

Ohne Aufzeichnung ging es also weiter. Hinterm Klärwerk sind die Xavier-Schäden noch immer nicht beseitigt und auf matschigem Weg durfte ich mich noch ein paar Mal durchs umgestürtze Gebäum schlagen. Dafür sah es abseits der Hunte schon etwas mehr nach Winteridylle aus und reetgedeckte Häuser strahlen gerade bei Schnee so etwas ungeheuer Gemütliches aus, dass man am liebsten klingeln und sich bei einer Tasse Tee an den Ofen setzen möchte 🙂

Habe ich natürlich nicht gemacht, sondern bin brav meine 17 km-Runde zu Ende gelaufen. Auch wenn es nicht der erhoffte Winterzauber war, war es eine schöne Runde mit zum Schluß doch etwas kalten Füßen in durchnäßten V-Trails. Ach, was haben die Füße beim Warmwerden erst einmal gejuckt 😆

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Schleier des Herbstes

Regentropfen dröppeln heute morgen auf die Dachfenster und beenden ein paar wunderbar sonnige und warme Tage. Diese Tage waren goldener Oktober in höchster Vollendung und eine kleine, bescheidene Entschädigung für den hier oben im Norden nicht gerade überragenden Sommer. Diese sanfte Wärme, das milde Licht, ein Traum, den ich gerne festhalten würde um mich damit über den Winter zu retten.

Beim gestrigen Utkiek-Lauf kam bei mir das erste Mal in dieser Herbst-/Wintersaison die Brustlampe zum Einsatz. Bis wir am oldenburger Berg wieder auf die leuchtenden Accessoires verzichten können, wird sich schon der März dem Ende entgegen neigen 😦 Nicht dran denken!

In den Bornhorster Wiesen sind tausende Wildgänse eingetroffen. Sehr früh in diesem Jahr, ich hoffe mal nicht, dass das ein Indiz für die Härte des kommenden Winters sein wird 😯

Aber noch ist Herbst und am Rande des Weges zur Hunte liegen silbergraue Schleier auf dem Gras. Feinste Spinnennetze, von abertausenden ganz kleinen Spinnen gewoben, bewegten sich wie Wellen im sanften Wind.

Zarte und vergängliche Kunst:

Was würde uns nicht alles entgehen, wenn uns unser Sport nicht zu jeder Jahreszeit in die Natur treiben würde (Allerdings muß ich gestehen, dass dieses kleine Video „nur“ bei einem Spaziergang entstanden ist)

Bedrückend

… war mein heutiger Lauf angesichts der vielen umgestürzten Bäume und abgebrochenen Kronen, die Xavier hinterlassen hat. Während Oldenburg wohl noch bis Mittwoch nicht mit der Bahn zu erreichen sein wird, drehte ich heute eine Laufrunde hin zum Großen Bornhorster See.

Schon keine 50 bis 100 m von der Haustür entfernt sah es wüst aus.

An den Straßenrändern liegen überall zu Haufen zusammengelegte, abgebrochene Äste. Auf meinem weiteren Weg konnte mein Blick nicht ein einziges Mal schweifen ohne umgeworfene Bäume und riesige, abgebrochene Äste zu sehen.

Auch am Großen Bornhorster See sah es teilweise verheerend aus. Auch dort wo ich am Montag noch mit Doris gelaufen bin, im Bereich des kleinen Steges und der Bootsanleger, hat Xavier Verwüstungen hinterlassen.

Überall heulten in den letzten zwei Tagen die Motorsägen und sie heulen noch. Im Bereich der Straßen und Wege ist das große Aufräumen aber schon weit vorgeschritten. So mancher treuer Gefährte am Wegesrand wird mir künftig fehlen.

Soviel Sturmschaden in der Natur habe ich bislang noch nie gesehen.

Zu diesen traurigen Bildern paßte auch das heutige Wetter. 10°, grauer Himmel, Nieselregen und naßkalter Wind.

07.10. 26

Angesichts der Bilder ist es ein Glück, dass in und um Oldenburg niemand zu Schaden gekommen ist.

Der heutige Lauf war nur 10 km lang und ich bin froh, nichts längeres geplant zu haben. Noch mehr Sturmschäden hätte ich mir echt nicht antun müssen 😦

Zu anderen Ufern

… als denen des Wallersees treibt es dieser Tage die Doris. Ein paar Ihrer Urlaubstage verbringt sie bei uns im hohen Norden. Nach ihrer gestrigen Ankunft ging es natürlich erst einmal sofort auf eine kleine Laufrunde. Dafür verschmähte Doris schweren Herzens sogar frischen Pflaumenkuchen bei meiner Mutter. Das fand das Wetter gar nicht gut und strafte uns bei unserer kleinen Einstiegsrunde mit strömenden Regen.

Aber wer Doris und mich kennt, weiß dass Regen für uns keine allzu große Strafe bedeutet 😉 Und schon kurze Zeit später stand Doris zuerst an den Ufern des Großen Bornhorster Sees …

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… und anschließend an den Ufern des Kleinen Bornhorster Sees:

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Zum ersten Beineausschütteln reichten uns 7,8 km, schließlich stand für heute ein strammes Oldenburg-Sightseeing auf dem Programm. Dazu hat das Wetter jeden Widerstand aufgegeben 😀

Und weil ein Stadtbummel alleine noch keine Läufer müde macht, haben wir anschließend noch die drei Gipfel des berühmten Osternburger Utkiek-Massivs bezwungen 🙂

Fortsetzung folgt …

Sturm-Report

Auf diesen Tag war ich schon gespannt. Schon sehr früh wurde für heute ein kräftiger Sturm vorhergesagt. Ungewöhnlich für September und nicht ganz ungefährlich, speziell weil die Bäume noch voll im Grün sind und damit dem Wind viel mehr Angriffsfläche bieten. So war in norddeutschen Gefilden heute schwer was los.

Direkt an der Nordsee, speziell auf Sylt, hat so ein Sturm mit Orkanböen noch eine ganz andere Qualität. Ab dem Nachmittag ging es dann auch so richtig los. Ein Spektakel, dass ich bislang bei meinen vielen Besuchen auf der Insel noch nicht erlebt hatte. Verdrücken hätten wir uns auch nicht können, der Autozug zum Festland hatte den Verkehr eingestellt.

Der Nachmittag:

Nachdem es seitdem frühen morgen wieder wie aus Kübeln geschüttet hatte, klarte es mit zunehmenden Wind teilweise auf und Jens und ich trauten uns aus dem Haus um uns so richtig kräftig den Wind um die Nase wehen zu lassen.

Weststrand:

Am Vortag sind offensichtlich in einer Hauruck-Aktion fast alle Strandkörbe vom Strand geholt worden. Besser war das wohl.

Oststrand und Hafen:

Hier sind die Strandkörbe ganz dicht unter die Flutmauer gerückt worden, im Hafenbecken steht das Wasser bis knapp unter der Kante. Und die Hose blieb auch nicht bis zum Schluß trocken, der Himmel öffnete immer wieder seine Schleusen.

Nach zwei Stunden gönnten wir uns erst einmal eine Pause in der Wohnung. Trockenlegen und Teetime 🙂

Der Abend:

Die vorgesagte Sturmflut ist da, zum Hochwasser machen wir uns wieder auf den Weg. Der Sturm hat noch an Stärke zugelegt.

Oststrand und Hafen:

Der Kai im Hafen ist überflutet. Am Oststrand wurden die schon an die Flutmauer gerückten Strandkörbe noch in Windeseile mit Hilfe der Feuerwehr geborgen. Der Oststrand ist komplett verschwunden.

 

Weststrand:

An der Treppe zum Weststrand kann man sich kaum noch auf den Beinen halten und selbst das Atmen fällt schwer. Leider schwindet inzwischen das Licht, so dass es mit dem Fotografieren schwierig wird. Die Kamera ruhig zu halten gelingt eh so gut wie nicht mehr. Sandkörner schmiergeln wie Geschosse die Beine und auch meinen Kopf, weil kurz nach dem Schnappschuß macht sich auch mein Buff aus dem Staub. Zum Glück konnte ich es noch wieder aus dem Dünengras fischen.

Was hab ich gesagt?:

Hier auf Sylt kann man mit so einem Wetter umgehen und die Einheimischen zucken höchstens mit den Schultern. Das einzig Ungewöhnliche ist lediglich die Frühe in diesem Jahr. Für mich war das aber schon ein Erlebnis und morgen oder übermorgen werde ich erstmal schauen, was dieser Sturm der Insel wieder an Substanz gekostet hat.

Wie anders die Sache im September aussehen kann, durften wir im letzten Jahr erleben. Da wurden wir zur gleichen Zeit von zwei Wochen Hochsommer verwöhnt.

 

Alle Wetter

Ich gebe zu, ich bin nicht willenstark genug. Ich schaffe es nicht die Sendepause durchzuhalten 🙂  Aber das sehr wechselhafte Wetter auf Sylt gibt Zeitfenster frei, die ich dann doch mal eben mit einem Blogbeitrag füllen kann 😛

Am Anreisetag verabschiedete sich mein heimatliches Laufrevier mit traumhafter Morgenstimmung, so dass wir schon nach fünf Kilometern den ersten Zwischenstop einlegen mußten. Der weitere Reiseverlauf konnte aber auch schon als erster Urlaubstag durchgehen.

Auf Sylt angekommen empfing uns in den ersten Tagen das schönste Spätsommerwetter. Allerdings setzte das Antibiotikum zu einer späten Rache an, im Rekordtempo (sprich in nicht einmal einer Stunde) hatte ich einen Sonnenbrand auf dem Schädel. Dass das Zeugs zu einer hohen Sonnenbrandempfindlichkeit führt, hatte mir mein Hausarzt vor zweieinhalb Wochen zwar gesagt, aber über eine so lange Zeit hatte ich das schlicht und ergreifend vergessen 😦 Schön war der Sonnenbrand wahrlich nicht.

So gesehen wurde das Wetter in den Tagen darauf für mich doch etwas verträglicher, was mir auch lauftechnisch sehr entgegenkam 🙂 Bei zwei meiner bis dato drei Läufe hat es geschüttet wie aus Eimern.

Aber zwischen den Regen(schauern) ist es bekanntlich trocken und der Urlaubsgenuß kommt wirklich nicht zu kurz.

Und wenn die Wetterpropheten recht behalten, bekommen wir Mittwoch noch einen ausgewachsenen Sturm mit Windstärken bis 11.

Dabei war es heute schon nicht wenig windig, was zu atemberaubender Brandung führte.

Morgen gönne ich mir dann noch einen schönen langen Lauf fürs gute Marathongewissen und dann guck ich mal, was Insel und Wetter denn die Tage noch so zu bieten haben 🙂