Und sonst so?

Seit Ende September läuft es bei mir wieder mit dem Laufen. Das ich darüber sehr glücklich bin, kann sich wohl jeder denken. Das gibt mir aber einmal die Gelegenheit kurz über meine Befindlichkeit im Allgemeinen zu schreiben. Meine ja etwas angeschlagene Psyche erlebte und erlebt eine wilde Achterbahnfahrt, ist doch das Thema, das mich triggert, präsenter denn je. Die meisten Politiker und die meisten Medien schüren nach wie vor Angst und Hysterie und von der Maskenpflicht werden wir wohl auf absehbare Zeit nicht wegkommen. Im Gegenteil, sie verbreitet sich schneller als das Virus selbst und hat jetzt auch noch das Bürogebäude, in dem ich arbeite, befallen. Mein Psychotherapeut müht sich redlich und ich habe mir jüngst eine neue Strategie überlegt: Ich gebe nach all den Monaten meine innere Verweigerungshaltung gegen die Maske auf, weil ich mir nur selbst damit schade und trage sie seit neuestem ganz brav (naja, so halbwegs wenigstens 😛 ). Motto Nr. 1 dazu: Lächle, Du kannst sie nicht alle töten, Motto Nr. 2: Der Klügere gibt nach, Motto Nr. 3: Alles kommt zu dem, der warten kann. Irgendwann wird es ja ein Leben nach der Maske geben, auch wenn wir darauf vielleicht bis zum Alterstod von Herrn Söder warten müssen 😆 Drückt mir die Daumen, dass diese Strategie erfolgreich sein wird. Es würde mir und meiner Umwelt sehr helfen! 🙂

Eine schwere Aufgabe für mich, aber daran arbeite ich:

Das das Laufen wieder läuft hat natürlich einen großen Einfluß auf mein psychisches und auch auf mein körperliches Wohlbefinden und ich zelebriere laufend den Herbst, meine liebste Jahreszeit. So freue ich mich an morgendlichen Nebelschwaden und tauglänzenden Wiesen in meinem Laufrevier.

Ich genieße den herbstlichen Sonnenschein, während mir der Deich im Rücken den kalten Nordost-Wind vom Leibe hält 🙂

Ich freue mich über das noch satte Grün und über das was da auf und neben den Wegen noch so alles grünt und blüht.

Der Gedanke wieder unbeschwert laufen zu können und überhaupt zumindestens körperlich gesund zu sein, zusammen mit dem Natur erleben, dass läßt mich schon dankbar sein. Trotzdem muß ich noch ein Zeitlang mit meiner Krise in dieser Krise leben. Immerhin geht es mir inzwischen erheblich besser als zum Tiefpunkt Mitte Juni. Zwar wird sich die Achterbahnfahrt noch weiter fortsetzen, aber immerhin komme ich auch schon ohne Medikamente aus und so hoffe ich für mich, dass ein Ende meiner Krise und für uns alle, daß ein Ende der großen Krise möglichst bald in Sicht kommt.

Motivation

Sylt ist Geschichte. Trotz corona- und gesundheitlich bedingter Einschränkungen war es sehr schön. Leider war ich eigentlich fast die ganzen 14 Tage dort etwas kränklich, so dass sich das Laufen auf lediglich zwei Läufe gleich zu Beginn beschränkte.

Zwar geht es mir inzwischen wieder gut und auch der Ruhepuls, der in den letzten Wochen teils exorbitant hoch gewesen ist, zeigt jetzt schon gelegentlich wieder Werte in den 40iger an, aber die Motivation war irgendwie restlos im Keller.

Montag fuhr ich dann weiter um noch einige Tage in Berlin zu verbringen und auch hier genoß ich die wunderbaren Spätsommertage lieber relaxend als laufend. Bis mich am Dienstag eine E-Mail erreichte. Forbi, ein im Norden Berlins lebender Blogbekannter über meinen Barfuß-Blog fragte an, wann ich das nächste Mal in Berlin bin. Er würde gerne geocachend eine Runde über das Tempelhofer Feld drehen. Tja, nun bin ich ja schon da und ruckzuck sind wir gestern gemeinsam losgetrabt um die von Forbi anvisierten Geocaching-Punkte zu suchen.

Ich hatte bis dato von Geocaching keinerlei Ahnung und bin einfach mal mitgetrabt. Das man dazu sogar auf Bäume klettern muß um an das Objekt der Begierde zu kommen, war mir erstrecht nicht bekannt und ich war fassungslos als Forbi auf eine Filmdose in einem Baum in fünf bis sechs Meter Höhe wies.

Wir rumpelten einen Müllcontainer heran, damit Forbi an den ersten tragfähigen Ast gelangen konnte und dann wieselte er wie ein Eichhörnchen den Baum hinauf, gelangte an die Filmdose und war wenige Momente später wieder zurück.

Ich stand nur bauklotzestaunend unter dem Baum, wie Forbi da barfuß durch den Baum wuselte, hab ich doch schon Höhenangst, wenn ich nur auf einen Stuhl steige 😀

Darum war ich auch nicht unfroh, als er wohlbehalten wieder unten angekommen war 😀

Das nächste Geocaching-Versteck befand sich erfreulicher Weise auf nur 1,80 m Höhe. Kaum waren von Forbi die entsprechenden Notizen gemacht, wurden wir von einem Läufer angesprochen, der sehr an unsere Barfußlauferei interessiert war. Bestimmt 10 min unterhielten wir uns mit ihm und in der Zeit lief noch ein anderer Läufer in Barfußlaufsandalen an uns vorbei.

Nach Ende des Gesprächs umkurvten wir noch das Tempelhofer Feld in der inzwischen recht weit vorgeschrittenen Dämmerung.

Auf dem Rückweg durchquerten wir einen schon recht dunklen Park, Forbi leuchtete mit seinem Smartphone und fischte fast nebenbei noch ein drittes Geocaching-Ziel ab.

Dann war es das, nach 7,5 km auf meiner Garmin und 8,4 km nach Forbis Aufzeichnungen beendeten wir den Lauf. Für mich war die Anfrage von Forbi eine gute Motivation wieder loszulaufen und Länge und Pausen paßten sehr gut für einen ersten Neustart.

Da waren zur Feier des Laufs und der erreichten drei von vier Geocoaching-Zielen Pizza und Bier mehr als redlich verdient 😀

Das war ein coole Sache und ich freue mich sehr Forbi persönlich kennengelernt zu haben.

Ich könnte wenn ich wollte

… in diesem Jahr sogar noch einen offiziellen Lauf bestreiten, will ich aber nicht. Anfang der Woche bekam ich eine E-Mail vom Orga-Team des Köhlbrandbrückenlaufs. Dieser darf am 03.10. unter Einhaltung des üblichen Corona-Blablablas stattfinden. In diesem Fall heißt das u. a. auch, dass in erheblich kleineren Startblöcken à 200 Läufer gestartet werden muß. Damit wäre auch meine gebuchte Startzeit aller Wahrscheinlichkeit nach hinfällig, geschweige denn von dem ganzen anderen Corona-Gedöns vor, während und nach dem Lauf. Nein danke, das macht in diesem Jahr einfach keinen Sinn, geschweige denn Spaß. Ebenso ausschlaggebendes Argument gegen eine Teilnahme ist aber meine mangelnde Fitness. So habe ich von dem Angebot der Veranstalter Gebrauch gemacht, den Startplatz eins zu eins auf das Jahr 2021 umzuschreiben. Neues Jahr neues Glück also.

Auf Sylt habe ich die Lauferei erst einmal wieder eingestellt. Zwar ist das abwechselnde Frieren und Schwitzen vorbei, der Appetit wieder da und im Groben und Ganzen fühle ich mich schon wunderbar, allerdings ist da noch mein Ruhepuls, der immer noch im Minimum doppelt so hoch liegt wie normal. Also mache ich einfach mal Urlaub wie 99.9 % aller anderen hier auch Urlaub machen: Schlafen, im Strandkorb sitzen, lesen, spazierengehen, essen. Wobei essen nur „zuhause“ stattfindet, Restaurants und Cafes machen auf der für September immer noch sehr vollen Insel unter Coronabedingungen keinen Spaß (Fort Knox zu betreten dürfte gegenüber den meisten Speieslokalitäten hier ein Spaziergang sein) und die Schlange heute morgen vorm einzigen Bäcker des Ortes war, ohne Übertreibung, über 50 Meter lang! 😯 Ich hätte sie fotografieren sollen! Da tun`s dann auch Aufbackbrötchen 😀

Das klingt jetzt irgendwie alles negativer als es ist. Das Wetter paßt, es windet teilweise ordentlich, die Brandung rauscht. Bei der Umrundung der Südspitze der Insel gedenke ich traditonell meiner beiden Onkel, die hier seebestattet wurden. Die Füße im Wasser, der Blick auf den blanken Hans gerichtet, schöner kann man sich dieser beiden Schlitzohren nicht erinnern 🙂 Wir gucken dem Treiben am Hafen zu, gucken hier, gucken da 😀

Und mal nebenbei für alle, die denken, ich kann nur Flachland. Da sach noch einer das is flach 😆 :

Apropos, wer die Südspitze Sylts laufend umrunden will, sollte dies nicht unbedingt bei Hochwasser tun. Ok, die Schuhe und Socken (so man sie denn benötigt 😉 ) kann man eben ausziehen, aber eine falsche Welle und die Funktionsfaser wäre mit ihrem Feuchtigkeitstransport nach außen doch geringfügig überfordert. Die beiden hatten aber noch einmal Glück 😉

Humor ist also wenn man trotzdem lacht, Prost!

Besser barfuß als Hartz IV

Knapp fünf Wochen Blogpause, die längste seit Beginn meiner Schreiberei hier vor neun Jahren, sollen jetzt zu Ende gehen. Vorab möchte ich ein kurzes Statement zu meiner Befindlichkeit abgeben:

Es geht mir inzwischen um einiges besser, aber noch nicht wirklich wieder richtig gut. Dessen bin ich mir bewußt und ich stelle mich darauf ein, dass es auch noch einige Wochen bis Monate dauert bis das wieder der Fall sein wird. Ich nehme zur psychischen Stabilisierung ein Medikament und beginne morgen eine ambulante Therapie. Nach fünf Wochen Krankschreibung werde ich wohl aller Voraussicht nach kommenden Montag wieder arbeiten gehen. Dies erzähle ich, weil ich von meiner psychischen Erkrankung kein Tabuthema machen möchte. Aus einem Beinbruch, einer Blinddarmentzündung oder einer chronischen Bronchitis macht man ja schließlich auch kein Geheimnis. Zusätzlich wird in Kürze einem chronischen Husten auf den Grund gegangen und die Fersen-Geschichte ist ja auch noch immer da. Nach knapp drei Wochen Laufpause habe ich diese ohne jegliche Besserung abgebrochen. Ich laufe wieder und daneben physiotherapiere ich nicht nur meine Ferse, sondern den ganzen Bewegungsapparat. Mein Dank für gute Tipps geht an Lizzy und an meinen Physio. Zwar ist der Erfolg noch mässig, aber ich merke schon Verbesserungen. Läuferisch bewege ich mich jetzt schon wieder grob geschätzt auf Dreiviertel meines normalen Niveaus, was ich schon nicht schlecht finde. Allein zu meiner Person gibt es also noch ein paar Baustellen.

Bedingt durch die Ferse und den „Kopf“ macht das Laufen vielfach noch nicht uneingeschränkt Freude, aber das Wissen um den physischen und den psychischen Effekt treibt mich nach draußen. Da mir dabei das reine Barfußlaufen am besten bekommt, laufe ich bis auf wenige Ausnahmen ausnahmslos barfuß. Feststellen darf ich zur Zeit, dass ich nahezu nicht in der Lage bin halbwegs flott zu laufen. Mein Tempo dümpelt augenblicklich bei gerade mal 6:45 bis knapp unter sieben rum, dabei fühle ich mich so als würde ich mein sonst übliches Tempo laufen. An die 6:00 bis 6:15 heranzukommen bedeutet für mich ungewohnte Anstrengung zu der ich augenblicklich keine Lust habe, also laß ich es. Positiver Effekt: Ich kann zur Zeit fast alle Untergründe barfußlaufen, mit denen ich mich sonst schwer getan habe. Grober Asphalt und Rollsplitabschnitte haben ihren Schrecken verlorgen. Ist doch auch schon einmal was.

Als ich nach der Laufpause wieder angefangen bin, bin ich mit dem Fahrrad zur meiner Lieblings- und barfußfreundlichsten Huntestrecke geradelt und da ein paar wenige Kilometer rumgetrabt.

Ohne Fahrradanreise ging es des öfteren zur Huntebrücke und dort rauf und runter. Mal mit und …

… mal ohne Heukunstwerke.

Einmal misslang es mir zwischen zwei Gewittern durchzulaufen und während in Oldenburg etliche Straßen absoffen, verkrümelte ich mich hoch unter die Huntebrücke um überhaupt trocken bleiben zu können. Obwohl das Regenradar recht harmlos aussah, erwischte ich das schwerste Unwetter seit langem. Zum Glück hat der Spuk nicht sehr lange gedauert.

Ein weiteres Mal begleitete ich Jens zu einem beruflichen Termin nach Emden und während er arbeitete, durfte ich bei einem Läufchen feststellen welch schöne Seiten diese Stadt hat. Dieser Tripp endete anschließendmit einem maskenfreien und somit entspannten Einkaufen im niederländischen Winschoten.

Meine Krankschreibung ermöglichte mir auch acht Tage in Berlin zu verbringen, die ich sehr zur Entspannung nutzen konnte und bald wird ein frisch aufgearbeiteter, antiker Esstisch meine Wohnung zieren. Auch in Berlin setzte sich die Unempflindklichkeit meiner Fußsohlen fort und ich trabte erstmals kilometerlang direkt über die rauen Startbahnen des Tempelhofer Feldes, statt daneben auf dem Rasen zu laufen.

Wieder zuhause gelang es mir sogar einen Wettlauf gegen die „Opal“ zu gewinnen. Sie war aber auch so freundlich, mich schon mit einer sagenhaften Pace von 6:15 davonziehenzulassen. Zwei Tage später übermittelte ich dann einem Baseler Flußkreuzfahrtschiff Grüße in die Schweiz 🙂

Schließen möchte ich für heute mit einer kleinen Anekdote: Während ich vor drei Tagen an einer Ampelkreuzung auf Grün wartete, stand neben mir einer mit Fahrrad, Arm voll tättowiert und Kippe in der Hand. Da kam jemand mit einem Six-Pack Bier auf der Schulter vorbeigelaufen. Offensichtlich hatte er schon mehr Bier intus als auf der Schulter und rief so etwas wie: „Höhhh, barfuß hehehe“. Mit einem missbilligenden Blick in seine Richtung äußerte mein Fahrradnachbar „Besser barfuß als Hartz IV“. Als die Ampel grün wurde, verabschiedete er sich mit „Schönen Abend noch, Kumpel“ Ich bedankte mich mit einem Dito und staunte nicht schlecht, ehrlich gesagt hätte ich ihn selber auch in diesem Milieu verortet, so kann man sich offensichtlich täuschen.

So viel also erst einmal zur Lage im Deichläuferland. Ich freue mich wieder zurück zu sein!

Notbremse

Dem ein oder anderen dürfte es vielleicht schon aufgefallen sein. Mir geht es zur Zeit nicht sonderlich gut und ich spüre, dass ich psychisch abgleite. Dabei beschäftigen mich mehrere Baustellen und ich bin inzwischen wohl auch ein ganz eigenes Opfer von Corona geworden. Dieser ganze Wahnsinn macht mich krank, wie aus dem Vorpost unschwer zu erkennen ist.

Dieser Vorpost ist auch ein Warnsignal für mich meinen Blog hier nicht zu versemmeln und statt Lauf- und Lebensfreude nur noch Frustration und Ohnmacht zum Ausdruck zu bringen.

Deshalb werde ich mich jetzt hier eine Zeit lang zurückziehen, bis ich mich wieder etwas gesammelt und stabilisiert habe, um Euch dann wieder auf gewohnte Weise mit Berichten und Bildern vom platten Land und baren Füßen auf den Keks gehen zu können 🙂

Haltet die Ohren steif und bleibt gesund.

Die haben doch nicht mehr alle Tassen im Schrank

Es geht mal wieder um mein Lieblingsthema, die Maskenpflicht. In der heutigen Ausgabe der Oldenburger Nordwest-Zeitung wurde folgender Artikel veröffentlicht:

„Niedersachsen hält zusammen“ gestartet

In diesem Artikel heißt es u. a.: „Die Bevölkerung müsse sich darauf einstellen, noch rund ein Jahr lang Rücksicht zu nehmen sowie an Abstandsregeln und der Maskenpflicht festzuhalten, um andere zu schützen“ Geäußert von Ministerpräsident Weil. Mich macht dieser Irrsinn so aggro, dass ich mich zu einem Schreiben an unser liebes Bundesland habe hinreißen lassen:

Protest

Die sind doch wirklich nicht mehr ganz dicht 😦 Ich weiß einfach nicht wohin mit meiner Wut.

Ja, in einer Textzeile sind Fehler drin, so what.

Füße in die Weser

… und ansonsten still halten, dass war die Devise für das vergangene Wochenende. Das Stillhalten der Füße werde ich auch noch etwas fortsetzen, zu lange schon rebelliert die linke Ferse und zuwenig konsequent war der erste Versuch, diese wieder ruhigzustellen. Mein Ansinnen, dass mit etwas reduzierten Laufumfängen im laufenden Laufbetrieb zu bewerkstelligen war leider gescheitert. Darum ersteinmal kompletter Laufstillstand bis zur hoffentlich nicht allzu fernen kompletten Schmerzfreiheit.

Nicht zu laufen eröffnet jedes Mal ungewohnte und ungewollte zeitliche Spielräume, die Jens und ich am Sonntag für einen Spaziergang am Weserstrand genutzt haben. Da mit dem Nichtlaufen auch gleichzeitig ein Mangel an Laufbildern einhergeht, ersetze ich diese durch Bilder von der Weser. Ich denke es lohnt sich, denn als wir dort unterwegs waren boten sich wahrlich dramatische Wolkenbilder.

Die Weser hat vielfach schöne Strände aufzuweisen und wir kamen mal wieder zu der Erkenntnis, dass wir uns dort viel zuwenig blicken lassen. Nur etwas schmal war der Strand, weil das gerade auflaufende Wasser schon nahe an seinem Höhepunkt angekommen war.

Was gestern aber wirklich besonders faszinierte, war das ungeheure Spiel zwischen Sonne und Wolken. In dieser Stimmung kann dann plötzlich auch einmal ein Kraftwerk schön aussehen 🙂

Als die Sonne das Spiel ungültig zu verlieren drohte, begaben wir uns doch lieber auf den Rückzug und saßen pünktlich zu den ersten Regentropfen bei Schwiegermuttern in der trockenen Stube. Schlußendlich war es aber nur ein ganz bescheidenes Schäuerchen.

07.06.20 12

Zum Abschluß noch meine beiden Highlight-Bilder des gestrigen Nachmittags:

Wenn einen die Natur so beeindruckt, kann man auch einmal ein paar Tage Laufausfall verkraften. Ich hoffe trotzdem, dass es nicht zuviele werden 🙂

Genervt vom genervt sein

Ja, ich gebe es zu, seit mehreren Wochen schon bin recht genervt.

Nein, eigentlich darf ich es nicht sein, schließlich geht es mir gut, gesundheitlich wie wirtschaftlich.

Trotzdem bin ich genervt und komme aktuell nur schwer dagegen an. Dabei nervt es mich, dass ich so genervt bin. Ich schwanke zwischen sich dem Genervtsein einfach hinzugeben und mir dafür selber noch welche auf den Deckel zu hauen.

Das nervt!

Was mich nervt ist natürlich in erster Linie die never ending C-Story. Zwar verschließe ich mich relativ erfolgreich der Nachrichten- und Geschwafellage zu diesem Thema. Aber ansonsten hat man im Alltag nahezu keine Chance nicht permanent daran erinnert zu werden. Nicht einmal beim ordinären Brötchenkaufen oder beim Bezahlen der Tankrechnung. Schilder über Schilder, überall Klebelinien am Boden, jeder Laden übertrumpft den nächsten in seiner vorbildlichen Umsetzung der Abstands- und Hygienregeln. Permanent habe ich das Gefühl mit einem Fehltritt die Volksgesundheit aufs Spiel zu setzen, wenn nicht gar schlimmeres. Und natürlich die dämliche Verpflichtung sich überall einen Lappen vor die Fr…. zu hängen. Mich stresst das! Für mich ist das alles eine Fortsetzung des Lockdowns, weil ich unter diesen Umständen wirklich nur das Allernötigste einkaufe und erledige. Ausnahme: Wir gehen, seit es wieder erlaubt ist, wieder in unser kleines Restaurant um die Ecke, aber auch dort, nackte Tische, um alles fix desinfizieren zu können. Wir desinfizieren uns noch dumm und dämlich und nach Corona sind wir deswegen wahrscheinlich empfänglich für jeden Sch…. für alles mögliche.

Nicht besonders erhellend kommt hinzu, dass meine bessere Hälfte seit einigen Wochen krank ist und mir darüberhinaus eine räumliche Veränderung auf der Arbeit noch zusätzlich auf den Nerven rumtrampelt. Da droht sogar meine Lauflust den Bach runterzugehen, höchst bedenklich!

Dem widerstehe ich aber tapfer und laufe meine gewohnten Umfänge und das obwohl meine linke Ferse aktuell zickt. Das hat sie vor einem Dreivierteljahr schon einmal getan und so erinnerte ich mich heute daran wieder einmal meine FiveFingers anzuziehen und daran links eine Gel-Ferseneinlage zu verwenden. Hat wieder prima geklappt, wenn auch meine, einer vollständigen Umhüllung entwöhnten, Füße gleich wieder mit Blasen auf die engen V-Runs reagiert haben. Zwar hatte ich damit gerechnet und Pflaster eingesteckt, die blieben aber nicht einmal einen Kilometer an ihrem Platz. So bin ich die letzten eineinhalb Kilometer der knapp 11 Kilometer langen Strecke doch wieder barfuß gerannt. Was mich dabei gewundert hat, ist, dass mich diese Umstände gar nicht genervt haben. Deshalb scheint bei mir wohl doch noch nicht Hopfen und Malz verloren zu sein 🙂

Gepimpter Barfußlaufschuh, eigentlich ein Widerspruch in sich. Aber wenn´s hilft 😀

Trockenheit

Wenn ich in den letzten Wochen von der großen Trockenheit hier im Norden schreibe, steht das immer etwas im Widerspruch zu den Bildern von der sattgrünen Natur, die ich dazu zeige.

Deshalb einfach mal so zu Demonstrationszwecken ein paar Bilder von meinem heutigen Lauf. So sieht es derzeit auf den Äckern aus:

Dabei sah die Welt vor gut zwei Monaten noch ganz anders aus. Kaum vorstellbar, dass ich am 10.03. noch so unterwegs war:

10.03.20 03

Und im Großen und Ganzen soll die Trockenheit auch noch bleiben. Hoffentlich kommt dieses Jahr nicht auch noch der dritte Dürresommer in Folge :-/

Mein persönlicher Lockdown

Die letzten zwei, drei Wochen habe ich noch einmal intensiv versucht mich mit dem Thema Corona auseinanderzusetzen und neben der Nachrichtenlage das Internet nach Informationen zum Thema durchforstet. Ich habe mich mit den Ergebnissen von Studien befasst, die Seite des Robert-Koch-Instituts (RKI) durchstöbert, Statements von Experten zum Anfang und zum jetzigen Zeitpunkt der Pandemie verglichen und und und.  Was dabei an Widersprüchlichkeiten und Ungereimtheiten zu Tage getreten ist, ist der Wahnsinn.

Nahezu erschreckt hat mich teilweise die Rolle der Medien. Ob Fernsehen oder Printmedien: Da werden Fachleute in Zweifel gezogen und diffamiert, wenn sie eine andere als die Meanstreammeinung vertreten. Geht eine Studie nicht vom schlimmsten aus, wird sie zertreten. Es wird sich vielfach in Weltuntergangsszenarien gesuhlt statt Für und Wider sachlich abzuwägen. Am schlimmsten sind dabei die Wissenschaftsreporter, die für sich offenbar in Anspruch nehmen, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben, die sind teilweise schon, verzeiht die Ausdrucksweise, zum K….. Das ist mir in der Vergangenheit bei anderen Themen nie so klar ins Auge gesprungen, grauenhaft!

Die Ministerpräsidentenriege präsendiert sich wie eine quengelnde Kindergartenhorde: Wenn Du das machst, dann mache ich das und wenn Du Dich nicht daran hältst, dann halte ich mich auch nicht daran. Werden Regelungen von Gerichten gekippt, sind sie teilweise beleidigt und bockig, unfassbar. Was zu Anfang der Pandemie auf Bundes- und Landesebene klar und deutlich kommuniziert wurde, entwickelt sich immer mehr zu einem grotesken Provinztheater. Da kann einem die Kanzlerin nur noch leid tun, deren Bemühen um ein einheitliches und für die Menschen nachvollziehbares Vorgehen den Bach runtergeht.

Mich haben diese letzten Wochen in hohem Maße erschöpft und mein Vertrauen in die sachliche, objektive Berichterstattung vieler (nicht aller) Medien erschüttert. Ebenso wie den anfänglichen hohen Respekt für die Entscheidungen der politischen Führungsebene.

Darum verkünde ich meinen persönlichen Lockdown. Ab Donnerstag (die Kanzlerin-/Ministerpräsidentenschalte am Mittwoch nehme ich noch mit, da kann ich nicht aus mir raus) werde ich mich den Nachrichtenkanälen im Fernsehen verschließen. Verboten werden für mich Extrasendungen und Talkshows ebenso wie die täglichen Ausführungen eines Prof. Dr. Wieler in den Pressekonferenzen des RKI. Ich werde mich sämtlichen Diskussionen zu  diesem Thema im Kollegen- Nachbarschafts- oder sonstigen Kreisen entziehen. Erlaubt bleiben für mich lediglich die Nachrichten im Radio als Nachrichtengrundversorgung und der Lokalteil der Lokalzeitung.

Diese Anordnung gilt zunächst für eine Woche, danach werde ich schauen, wie sich diese Maßnahmen auf meinen Gesundheitszustand im Allgemeinen und meine Nerven im Speziellen ausgewirkt haben. Sollte es erste Anzeichen einer Besserung geben, kann ich über vorsichtige Lockerungsmaßnahmen zum Ausstieg aus dem Lockdown nachdenken. Ich werde da versuchen auf Sicht zu fahren und nur in kleinen Schritten zu denken, um keine Rückschläge zu riskieren, die das bis dahin Erreichte wieder zunichte machen.