Krisenzeiten

Bei dem Titel könnte man an die ganzen aktuellen Krisen denken, die momentan die Schlagzeilen beherrschen. Aber um den ganzen Irrsinn soll es hier nicht gehen. Mir reicht dicke, was sich in meinem eigenen Leben abspielt. Die letzten Wochen waren heftig, sehr heftig, einige Tage sogar dramatisch. Deshalb ist es auch schon vier Wochen her, dass ich hier etwas geschrieben habe. Zum Lesen und Kommentieren komme ich leider im Moment auch nicht. Ich bitte um Nachsicht.

Ganz langsam glätten sich aber die ersten Wogen. Jens kommt in wenigen Tagen nach über drei Wochen aus dem Krankenhaus und dürfte dann weitestgehend wieder gesund sein. Ich nehme seit drei Tagen ein anderes Antidepressiva und hoffe, dass es mir nach der ersten Woche, die mit Übelkeit einhergeht, dann auch endlich mal nachhaltig etwas besser geht. Einige Nebenkriegsschauplätze der letzten Wochen haben sich auch erledigt, so dass es endlich etwas ruhiger werden könnte.

Läuferisch habe ich den Juli mit satten 15,9 km beendet. Im August bin ich noch gar nicht gelaufen. Dafür gehe ich weiterhin fleißig schwimmen und bin sogar erstmals 1.000 m gekrault. Ich habe dafür aber so lange gebraucht, dass ich mir dabei einen leichten Sonnenbrand zugezogen habe 😆

Einmal habe ich mir abends den Kopf bei einer kleinen Fahrradtour durch mein Laufrevier freigestrampelt.

Apropos Fahrrad: Nachdem ich im Frühsommer mit meinem Ansinnen gescheitert bin, mir ein neues Fahrrad zu kaufen, konnte ich das von mir auserkorene Pferdchen jetzt doch noch ergattern. Der Händler hatte noch einmal eine Lieferung Fahrräder erhalten und das von mir gewünschte war tatsächlich dabei.

Gängemäßig habe ich von über 20 auf 8 abgerüstet, was für den Norden defintiv reichen sollte. Dafür hat das neue Bike statt Kette einen Zahnriemen. Das wollte ich unbedingt, da der Zahnriemen langlebiger und wartungsärmer ist. Viel wichtiger noch, da das Ölen und die Ritzel entfallen, braucht es nicht mehr so viel Putzen, was mir sehr entgegen kommt 😀

Trotz oder wegen der ganzen Widrigkeiten der letzten Wochen bin ich eines Abends auch einfach mal dem Wahnsinn verfallen. Jens hat es sehr zum Lachen gebracht und damit war es das schon wert 🙂

Hier noch ein Bild, diesmal von zwei etwas zivileren Gestalten bei meinem heutigen Besuch bei Jens:

Als ich von dem Besuch nach Hause kam, fand ich von meinem Arbeitgeber zwei Briefe im Postkasten. Meine Versetzung in den Ruhestand ist durch. Allerdings darf ich schon im Mai nächsten Jahres wieder beim Amtsarzt antraben. Naja, immerhin erstmal neun weitere Monate Ruhe. Danach werden wir weitersehen. Aber soweit will ich im Moment gar nicht denken, sondern hoffe einfach inständig, dass sich die Krisenzeiten so langsam verabschieden, zumindestens die eigenen…

Corona, zum Abschied sag ich Dir goodbye

In Anlehnung an die Schnulze der Blue Diamonds von anno quark, sagte ich am Sonntag goodbye zu Corona.

Der Rest des Textes paßt aber so überhaupt nicht. Weder braucht mir die Sonne noch der Mond Corona zu grüßen und ich werde nach einem Jahr bestimmt auch nicht mit Blumen bei Corona vor der Tür stehen 😆 Trotzdem mußte ich am Sonntag ausgerechnet an diesen schmalztriefenden Song denken, als nach 12 Tagen der erste Corona-Test wieder negativ ausfiel.

Viel schöner war da schon der erste kleine Lauf an eben diesem Sonntag zur Feier des Tages. Meine kleine, bescheidene 5-km-Runde bei sehr angenehmen 17 °C. Diese Runde habe ich dann am gestrigen Donnerstag bei 18 °C noch einmal wiederholt. Damit habe ich jetzt schon das Ergebnis des Lauf-Juni überholt 😎

Im Schwimmbad war ich am Montag und am Mittwoch. Auf den heutigen Freitag hatte ich mich schon besonders gefreut, da kam erstmals ein Zusammentreffen mit Detlef zustande. Detlef sprach mich vor einigen Wochen morgens vorm Bäcker auf mein Barfuß-Dasein an und wie der Zufall es wollte, trafen wir uns am Nachmittag noch einmal. Da schnackten wir über dieses und jenes und auch über Sport und es stellte sich heraus, dass mir mit Detlef doch ein leibhaftiger Triathlet gegenüber stand und er darüber hinaus meinte er, er könnte das Schwimmen ganz gut vermitteln. Damit war sein Schicksal besiegelt und meines auch 😯 Mir schlug dann heute im Kleinen Bornhorster See das Stündlein der Wahrheit. Und es schlug mächtig zu: Ich setze meine Hände wie Baggerschaufeln ein, halte den Kopf unter Wasser nicht gerade, ziehe die Arme, besonders den linken, nicht weit genug durch und atme noch nicht genau zum richtigen Zeitpunkt in richtiger Weise.

Eine gute Stunde mühte sich Detlef mit mir ab und meinte immerhin, dass es zum Ende der Stunde schon besser aussah als zu Beginn. In der Zwischenzeit hatte ich ihn unzählige Male nach ein paar Schwimmzügen mit der Frage „Und wie sieht es aus?“ genervt 😳 Während ich über seine Schwimmkünste nur staunen konnte.

Aber immerhin weiß ich jetzt, wo bei mir noch erheblicher Verbesserungsbedarf besteht und jetzt heißt es weiter üben, üben, üben. Ich danke Detlef für diese lehrreiche Stunde und hoffe, dass er irgendwann noch einmal schaut, ob es sich bei mir nachhaltig zum besseren verändert hat.

Auf jeden Fall hat es Spaß gemacht und ich freue mich auf`s weitere Üben im Schwimmbad.

Dieses unfassbar schöne Blau

Es ist noch verhältnismäßig früh am Abend. Ich liege in meinem Zimmer auf dem Bett, auf dem Rücken, die Arme hinterm Kopf verschränkt. Durchs Fenster scheint die Sonne auf mein Gesicht, sorgt hinter den geschlossenen Augenlidern für einen warmen Terracotta-Farbton, mal heller, mal dunkel. Ab und zu mischt sich auch etwas helles Sonnengelb darunter. Dann schiebt sich eine Wolke vor die Sonne und die Terracotta-Töne weichen einem sensationallen, hellen Stahlblau mit einem Hauch von Weiß, wie zarteste Schleierwolken. Ein Blau wie ein wolkenloser Himmel über dem Meer. Wenige Momente später verwandelt sich dieses Stahlblau in ein strahlendes Königsblau. Das Stahlblau und das Königsblau haben eine unfassbare Tiefe, in die ich am liebsten versinken würde. Aber bevor es dazu kommt, ist die Wolke wieder weg und die warmen Farben sind wieder da. Bis zur nächsten Wolke …

Wenn Ihr nun denkt „Was schreibt der Typ denn da?“. Was macht er mitten im Sommer schon frühabends im Bett? Und was redet er da von Farben? Ist er auf Drogen? Ist er unter die Esoteriker gegangen? Ist er krank? Nun, letzteres ist der Fall. Keine Sorge, nichts schlimmes, ich bin auch schon wieder auf dem Weg der Besserung. Aber jetzt gehöre ich auch in den Club:

Ausgerechnet auf einer Fahrradtour am vergangenen Mittwoch ereilten mich die ersten Symptome. Ich bekam plötzlich heftige Schmerzen im Bereich Schultern und unterer Rücken. Da schob ich es noch auf das fürchterliche Wetter. Bei wolkenverhangenem Himmel war es schwül und heiß. Tatsächlich wurde es nach einer Pause in einem Café mit zwei Stücken Kuchen und einem halben Liter eiskalter Cola erstmal wieder besser. Abends taten mir dann auch die Beine weh und ich bekam 37,9 ° Fieber. Da mir schon was schwante, machte ich einen Schnelltest: Negativ. Bis zum nächsten Mittag, da war ein erneuter Test positiv und die Schmerzen in Buckel und Beinen schon wieder weg. Was einige Tage blieb war das Fieber, nicht sehr stark, in der Spitze erreichte es 38,0 °, dümpelte aber meist ein halbes Grad darunter. Die ersten zwei Tage hatte ich Kopfschmerzen und die wären schon das Unangenehmste gewesen, wenn sich nicht noch eine Rachenentzündung dazugesellt hätte. Die ist echt gemein, da sie das Essen und Schlucken sehr unangenehm macht. Auf der anderen Seite kommt mir etwas Diät ja auch nicht gerade ungelegen 😎

Morgen sind sieben Tage um und bis auf besagte, aber auch langsam nachlassende Rachenschmerzen und etwas Gehüstel scheint der Spuk vorbei zu sein. Die Medikamentierung bestand aus insgesamt vier Schmerztabletten für Kopf und Rachen und einer halben Tüte (bis jetzt) Hustenbonbons.

So ist nicht nur der ein oder andere Hustenbonbon gelutscht, sondern jetzt auch diese Infektion. Ein milder Verlauf wie man so schön sagt. Trotzdem, die besten Krankheiten taugen nichts, zumal diese schon fast an einen echten Männerschnupfen heranreichte und was das bedeutet, kann ja leider nur ungefähr die Hälfte meiner Leserschaft nachvollziehen 😆

Aber dieses Blau, bzw. diese beiden Arten von Blau, habe ich so noch nie hinter geschlossenen Augen gesehen. Aber wann liegt man auch schonmal mitten im Sommer frühabends mit Sonnenschein im Gesicht im Bett? Allein dafür hat sich C schon fast gelohnt. Naja … aber nur fast …

Kleine Zahlen

Nachdem ich im Mai überhaupt nicht gelaufen bin und in meiner Statistik nur einen Strich zu vermerken habe, bin ich im Juni immerhin wieder zweimal gestartet und komme dabei auf satte 9,1 km für den diesen Monat. Aber immerhin komplett barfuß 😀

Viermal habe ich bei meinem Kraulenlernen meine Bahnen gezählt und komme dabei in der Summe auf 2.300 m. Diese Zahl ist zwar auch klein, macht mich aber mächtig stolz. Immerhin gab es mal Zeiten, da konnte ich Bewegung im Wasser nichts, aber auch gar nichts abgewinnen, ganz zu schweigen von der Schwimmtechnik Kraulen.

Für Juni habe ich auch erstmals eine Statistik der besonderen Art geführt. Bei einem Chat mit Barfußfreund Forbi erzählte mir dieser, dass er aufschreibt, wie oft und wie lange er Schuhe trägt. Das habe ich jetzt auch gemacht. Ergebnis: Ich hatte im Juni sage ich schreibe zweimal für insgesamt knappe 20 Minuten „Schuhwerk“ an den Füßen. Das waren im ersten Fall ca. 15 min Flipflops, als wir nach langer Zeit mal wieder bei unser Thai-Masseurin gewesen sind. Um da mit sauberen Füßen aufzukreuzen habe ich die Flipflops angezogen und dann mußte Arun uns noch erst ihren wunderschönen Garten zeigen, deshalb hat es so lange gebraucht 😎 Das zweite Mal waren knapp 5 min in Barfußschuhen auf der Sperrmülldeponie, wo wir einigen Kremsel entsorgt haben und da muß man zu den einzelnen Containern über so fiese Roste laufen 🙂

So war der Juni der Monat verschiedener, kleiner Zahlen. Aber es war ein schöner Monat. Den Juli beginne ich aus gegebenen Anlaß erstmal komplett sportfrei, also auch kein Schwimmen. Mehr dazu im nächsten Post.

Fortschritt

Rühmte ich mich in meinem letzten Post noch der Bescheidenheit, darf ich jetzt verkünden, dass ich binnen weniger Tage große Fortschritte in Sachen Kraulen gemacht habe. Freute ich mich im besagten Post noch wie Bolle, dass es mit dem Durchschwimmen über 25 m recht gut klappt, konnte ich schon zwei Tage für mich etwas Unfassbares erreichen: Ich pendelte 20 mal recht problemlos über die 25 m hin und her, mit einer kurzen Pause nach jeder Bahn. 500 m Kraulen, ich fasse es nicht! Dabei hatte ich auch noch das ganze Freizeitbecken für mich alleine.

In Sachen leerem Schwimmenbecken hatte ich gestern zwar nicht mehr so viel Glück, aber ich konnte trotzdem noch einmal einen drauf setzen. Wenn ich mich nicht verzählt habe, bin ich 32 mal gependelt und kam so auf mir mich absolut irrsinnige 800 m. Wieder jedesmal mit einer kleinen Pause nach jeder Bahn, diesmal auch um den Betrieb im Auge zu behalten und dabei manchmal zu warten, bis ich wieder freie Bahn hatte. Mir macht das augenblicklich wahnsinnigen Spaß und es gelingt mir sogar die ein oder andere Unsauberheit abzufangen, ohne gleich die Bahn abbrechen zu müssen.

Die nächsten Mal versuche ich dann ein paar Bahnen hintereinander ohne Pause durchzuschwimmen. Wenn das klappt, traue ich mich vielleicht bald mal ins Schwimmerbecken, wenn da morgens mal nichts los ist.

Aber da dies hier in der Hauptsache immer noch ein Laufblog ist, möchte ich natürlich auch darüber berichten, dass ich gestern ein zweites Mal in diesem Monat gelaufen bin. 5,1 km von Haustür zu Haustür, bei drückender Schwüle. Die abkühlenden Gewitter abzuwarten war leider ein Schuß in den Ofen, da diese ausgeblieben sind. Die Steigerung von 4 auf 5 km einen Fortschritt zu nennen halte ich allerdings für gewagt, da ich nach wie vor kein Vertrauen in die Ferse habe. Deshalb bleibt es weiterhin bei unregelmäßigen Kurzläufen und der Juni erstmal weiterhin einstellig 😆 Vielleicht schaffe ich es ja auch endlich mal mir ärztlichen oder osteophatischen Beistand zu holen, weiterhin auf meine Selbstheilungskräfte zu hoffen, scheint nach der langen Zeit nicht mehr sehr vielversprechend zu sein.

So bleibt es erstmal vermehrt beim Thema Schwimmen, zumal ich mich sehr darüber freue, dass ich dabei inzwischen auf ein gewisses Bewegungspensum komme 🙂

Bescheidenheit

Heute ist der 17. Juni. Früher war das bei uns ein Feiertag, der Tag der deutschen Einheit. Den gibt es zwar immer noch, aber er wird jetzt am 03. Oktober begangen. Trotzdem war der heutige 17. Juni für mich ein Feiertag, ein ganz persönlicher. Es war nämlich einfach ein richtig guter Tag!

Heute morgen war ich um 9:00 Uhr im Schwimmbad und es gelingt mir inzwischen schon fast immer die 25 m-Bahn recht sauber durchzukraulen. Ein paar Hinweise von Torben und auch schon mündlich von Detlef, der mir das Kraulen noch mal ausführlich zeigen und beibringen will, waren sehr hilfreich. Detlef ist allerdings für drei Wochen in Urlaub, so dass wir noch nicht gemeinsam ins Wasser gehen konnten.

25 m durchzukraulen mag zwar manche zum Schmunzeln bringen, aber für mich ist das ein Grund zum Feiern. Zumal ich heute so einige Bahnen kraulen konnte. Sie zu zählen ist mir allerdings nicht gelungen 😆 Dieser Erfolg stellte sich sogar ein, bevor die erste 10er-Karte leer ist, dass ist sie erst beim nächsten Mal 🙂

So bin ich happy vom Schwimmbad nachhause geradelt und habe den Elan dazu genutzt, mich am Nachmittag noch einmal auf`s Rad zu schwingen und in mein Laufrevier zu fahren. Dort bin ich dann das erste Mal nach gut zwei Monaten wieder gelaufen. Satte 4 km im fetten 6:51iger Schnitt. Aber hey, ich bin gelaufen! Auch wenn es sich aufgrund der Schwüle nicht so supertoll angefühlt hat und mir vier Kilometer echt lang vorkamen 😆

Danach bin ich dann noch zum Kleinen Bornhorster See geradelt. Hier war ich durch das Üben im Schwimmbad schon einige Wochen nicht mehr. Nachdem ich ins Wasser gegangen bin und noch einmal einwenig rumgekrault bin, habe ich auch gleich wieder die Vorzüge des Schwimmbades zu schätzen gewußt. Das Wasser war sehr trüb und man konnte nicht zum Grund gucken, mir fehlte jede Orientierung und so gelang es mir nicht vernünftig Kurs zu halten. Da der See sehr schnell sehr tief abfällt, wollte ich nicht zu weit rausgeraten und anderseits auch nicht in die Nichtschwimmerabgrenzung schwimmen. Ein schwieriges Unterfangen. Wie praktisch sind da doch Kacheln am Schwimmbadboden 😎

Nichtsdestotrotz bin ich auch dort halt noch etwas geschwommen, habe mich von der Schwüle erfrischt und bin dann entspannt nachhause geradelt.

Zu guter Letzt zeigen die obigen Bilder, dass es meiner Digi-Cam wieder gutgeht. Damit war nicht unbedingt zu rechnen. Ihre erste urkundliche Erwähnung auf diesem Blog fand sie vor acht Jahren, somit dürfte sie noch etwas älter sein. Vermutlich ist es dieses Alter, was ihrer Wasserdichtheit inzwischen abträglich geworden ist. Als ich sie vor zwei, drei Wochen einmal mit ins Schwimmbad nahm, ist sie nämlich abgesoffen. Sie wollte partout keine Aufnahmen machen und als ich die SD-Karte rausnahm, hingen an dieser Wassertropfen. Auch eineinhalb Wochen später sah es noch so aus:

Sie ging zwar noch an, aber das war es auch. Da erinnerte ich mich, dass Jens so kleine Uhrmacher-Schraubenzieher hat, schraubte sie auf, baute sie auseinander, ließ sie trocknen, baute sie wieder zusammen und siehe da, sie tut`s wieder 😀

Also: Ich kraule relativ entspannt 25 m am Stück, nutze das Fahrrad um mich zum Schwimmen, zum Laufen und sonst wohin transportieren zu lassen, bin vier Kilometer gelaufen und meinem Kamera-Schätzchen (ins Wasser muß sie jetzt nicht mehr) geht es wieder gut. All diese bescheidenen Erfolgserlebnisse machen mich gerade sehr zufrieden und ich hatte einen richtigen guten Tag. In aller Bescheidenheit, ich hätte gerne mehr davon 🙂

No sports! No sports?

Mein letzter Post ist schon beinahe drei Wochen her. Aber was gibt es auch schon zu berichten aus dem Leben eines Nichtsportlers? Meine Schwimmversuche kann ich nicht ernsthaft als Sport zählen, Laufen findet nicht statt und somit sieht es ziemlich mau aus. (Nöl-Modus Ende, damit auch weitergelesen wird 😛 )

Immerhin habe ich am 22.05. mal ein halbwegs anständige Fahrradtour gemacht. Da war in Hude verkaufsoffener Sonntag anläßlich des 1. Huder Frühlingslauf. Jens war in dem Möbelhaus, mit dem er zusammenarbeitet, und der Inhaber war maßgeblich an der Organisation des Laufs beteiligt und hatte mir dazu im Vorfeld sogar einige Fragen gestellt 🙂 Da mußte ich mir das doch anschauen, wenn ich schon nicht mitlaufen konnte.

Die Landschaft ist Richtung Hude zwar auch sehr flach, aber nicht mehr ganz so offen wie direkt um Oldenburg und Richtung Wesermarsch und es läßt sich auf sehr idyllischen Strecken radeln. Beim Anblick der Läufer durfte ich feststellen, dass ich doch sehr gerne mitgelaufen wäre. Sehr schön, erscheint mir das Laufen doch manchmal schon gedanklich in die Ferne abzuschweifen.

50 km war ich an dem Tag unterwegs und fühlte mich als hätte ich die ganze Tour de France absolviert 😆 Allerdings sei angemerkt, dass ich auch etwas auf die Tube gedrückt hatte 😎

Einige Tage fuhr ich nach Berlin. Auch dort kam das Fahrrad zum Einsatz, wenn auch nur auf kurzen Strecken, um einen Freund zu besuchen und um zu einem Baumarkt und zu Möbelhäusern zu fahren. Ansonsten war es ein sehr entspannter Aufenthalt mit lecker Essen, ein wenig Kultur und viel Kontakt mit Freunden in der Stadt.

Ein paar Impressionen:

Ohne Tempelhofer Feld geht es aber nicht, wenigestens ein Spaziergang dorthin mußte sein. Vorbei an einem recht speziellen Berliner Stillleben, …

(Kleine „Anekdote“ am Rande: An dem Eiswagen im Hintergrund vom linken Bild wurde vor ca. vier Jahren am helllichten Tag ein Clan-Mitglied erschossen)

… zum üblichen Treiben auf dem ehemaligen Flugfeld …

Aber es gibt auch Natur zu entdecken:

Nach den sieben oder acht Kilometern dort ging es wenige Tage später nur einmal per pedes durch die Stadt. Größtenteils entlang des Schifffahrtskanals und des Landwehrkanals lief ich weitestgehend über ruhige und schöne Strecken abseits des Verkehrsgewusels insgesamt 14 Kilometer mitten durch die Stadt. Mit dabei war auch der sehr sehenswerte Markt am Maybachufer. Allerdings gibt es von dem ganzen Ausflug nur ein unscharfes Foto, da ich in Begleitung unterwegs war und deshalb das Fotografieren glattweg vergessen habe.

Am Pfingstsamstag bin ich nach Oldenburg zurückgekehrt. Die Autofahrt wurde mir dabei durch ein langes Telefonat mit einem lieben Bloggerfreund sehr verkürzt. Das war sehr angenehm und ich bedanke mich noch einmal bei dem Freund 😎

Am heutigen Dienstag bin ich dann wieder im Freibad gewesen, bei 13° und Nieselregen. Das Bad war bei diesem Wetter schön leer. Nur Fortschritte wollen mir im Moment so recht keine gelingen. Aber vielleicht ändert sich das bald, ich habe nämlich vor Kurzem eine Zufallsbekanntschaft gemacht, aus der sich für mich eventuell ein besseres Kraulenlernen ergeben könnte. Es würde mich freuen, schaun wir mal 🙂

Also es mangelt insgesamt nicht unbedingt an Bewegung, aber ob man es Sport nennen kann, sei einmal dahingestellt 🙂

Fahrrad und Zeit

Das Fahrrad kommt seit einigen Wochen wieder vermehrt zum Einsatz. Zum einen gebe ich offen zu, dass mich die Spritpreise dazu animieren, wirklich jede mögliche Strecke mit dem Fahrrad zu fahren. Dazu wird dann auch schon mal wieder der Anhänger angekoppelt um entspannt den Einkauf zu erledigen. Zum anderen habe ich jetzt auch die Zeit, wobei das Fahrrad in der Stadt eh kaum langsamer wenn nicht sogar schneller als das Auto ist. Schlußendlich macht es die Jahreszeit ja jetzt auch sehr angenehm.

Nachdem seit Samstag das Flötenteich-Freibad geöffnet hat, hat mich mein Fahrrad am Montag das erste Mal auch dorthin gebraucht. Allerdings sind es auch gerade mal drei Fahrrad-Minuten 😎 Gegen 9:30 Uhr war ich im Wasser und es war einfach nur herrlich. Es war wenig los und viel Platz, trotz einer Schulklasse, die sich in einem andere Teil des Beckens tummelte, das ich für meine Kraulversuche auserkoren habe. Dazu ist auch noch der erhoffte Effekt eingetreten, dass es sich im Schwimmbad leichter üben läßt als im See und so ist es mir an dem Montag immerhin schon viermal gelungen so 25 m durchzukraulen. Arme, Beine und Atmung zu koordinieren bleibt aber noch eine Herausforderung und bis ich es halbwegs beherrsche wird wohl noch so manche 10er-Karte durchgehen, die ich mir heute, beim zweiten Besuch, zu gelegt habe. Das Flötenteich-Bad ist ganz nett, allerdings geht es diesen Sommer in seine letzte Saison, weil es einem neuen Hallen- und Gesundheitsbad weichen wird.

Wunderbar auch, dass ich jetzt die Zeit habe um morgens schwimmen zu gehen, wo eben wenig los ist. Das macht es sehr streßfrei und gibt mir auch Sicherheit um in Ruhe zu üben. Zeit habe ich dann auch für ein entspanntes Frühstück danach. Bei dem jetzigen schönen Wetter natürlich auf der Terrasse.

Zeit ist aber auch, um das Fahrrad nicht nur für reine Transportzwecke zu nutzen, sondern um auch mal eine etwas flottere Runde zu drehen. So genoß ich es gestern mit bis zu 32 km/h durch die flachen Lande zu rauschen und dabei meinem Laufrevier mal wieder einen Besuch abzustatten.

So versuche ich langsam die Trägheit, die in den letzten Wochen über mich gekommen ist, wieder etwas abzulegen, was hoffentlich auch meinem Gewicht zuträglich ist, das am Wochenende das erste Mal in meinem Leben die 80 kg-Latte übersprungen hat 😯 Außerdem tut`s dem Gemüt gut, ist ja auch nicht ganz unwichtig 🙂

„Tag ohne Schuhe“

Heute brachte ich mein Auto zur Inspektion und weil ich zur Zeit ja nicht laufe, verfrachtete ich gestern Abend mein Fahrrad in den Kofferraum um von der Werkstatt zurückradeln zu können. Während ich gerade damit beschäftigt war, kam meine Mutter aus ihrer Haustür mit ihrem Telefon am Ohr. „Telefon für Dich, Radio Bremen“ sagte sie zu mir. Dran war der Redakteuer der Morgensendung und wollte mich für ein Interview angesichts des „Tages ohne Schuhe“ am heutigen 10.05. gewinnen. Offensichtlich hat man im Internet gestöbert um jemanden zum Thema zu finden und ist über meinen Blog gestolpert . Da ich eine entsprechende Anfrage-E-Mail nicht so schnell gelesen hatte, suchte man im Telefonbuch nach diesem Dank und fand nur die Telefonnummer meiner Mutter 😀

Lange Rede kurzer Sinn, auch wenn ich von diesem „Tag ohne Schuhe“ noch nie gehört hatte, stand ich natürlich für ein Interview zu Thema „barfuß“ zur Verfügung und freundlicher Weise hat mir Radio Bremen, genauer gesagt Bremen Eins, auch die Genehmigung zur Veröffentlichung auf meinem Blog gegeben.

Mit freundlicher Genehmigung von Radio Bremen

Das ist schon das zweite Interview, dass ich diesem Sender gegeben habe. Vor drei Jahren kam ich schon einmal zum Zuge, als ich meinen ersten Barfuß-Wettkampf gelaufen bin 🙂 Damals kam das sehr spontan zustande.

Ansonsten mache ich das, was ich mir nach dem Abbruch meines Klinikaufenthalts vorgenommen habe: Es mir gutgehen lassen. Mit etwas Schwimmen, etwas Radeln und viel Relaxen.

Damit geht es mir im Augenblick ganz gut und dieses Interview war ein ungeahntes Highlight in diesen Tagen 😀

Feuer mit Benzin löschen

„Wenn ich aus der Klinik wieder da bin, gehen wir essen“, das sagte ich zu Jens an meinem letzten Abend zuhause und so sind wir gestern abend essen gegangen 🙂 Da war ich nämlich schon wieder zuhause, weil ich meinen Ankunftstag in der Klinik auch zum Abreisetag erkoren habe.

Ein grottiges Mittagessen als erste Mahlzeit, nebst Unterhaltung mit meinen Tischnachbarinnen und die Zuweisung meines Zimmers haben mir gereicht um zu entscheiden: Hier bleibst Du nicht. Bei gekochtem Rindfleisch, wässerigen Kartoffeln, fieser Meerrettich-Soße und ungenießbaren Bohnen erzählte mir eine Tischnachbarin, dass sie vor vier Tagen angekommen sei und noch kein Gespräch mit einem Psychologen führen konnte. Eine andere Tischnachbarin erzählte mir, dass es bei ihr Tage gibt, wo überhaupt nichts an Therapien stattfinden würde. Da gäbe es nur die drei Mahlzeiten und sonst nichts, gar nichts. Dazu muß man wissen, dass die Klinik drei Kilometer außerhalb des Ortes mitten in der Pampa liegt.

Mein Zimmer lag im hintersten Winkel der Station. Fast so groß wie ein Tanzsaal und finster, da direkt vorm Fenster Bäume standen, deren Zweige fast an den Scheiben kratzten. Das zweite Fenster gab dafür mehr Weitblick auf den Parkplatz. Kein Fernsehen, kein Radio und bis in den Winkel der Station reicht auch das Klinik-Wlan nicht. Ein Zimmer zum depressiv werden und nicht um die Depression loszuwerden und das für Wochen? 🙄 Ein Zimmertausch wurde aus „organisatorischen“ Gründen abgelehnt.

Das Aufnahmegespräch mit der Stationsärztin war nett, das mit der Oberärztin völlig emotionslos. Routiniert wurde abgefragt, ohne das ich das Gefühl hatte, dass wirklich auf einen eingegangen wurde. Dafür war das Interesse an meiner FFP2-Maske umso größer. „Die sitzt nicht richtig, wir geben ihnen eine andere“. Überhaupt die Maske, gleich nach Ankunft hatte ich sie zwei Stunden ununterbrochen auf der Nase. Was arbeitschutzrechlich schon gar nicht zulässig ist, wird hier um des edlen Gesundheitsschutzes Willen gnadenlos durchgezogen. Corona bedingt sind auch Wochenendheimfahrten nicht erlaubt, es interessiert aber keinen, was Du am Wochenende treibst und mit wieviel Menschen du dich wo triffst.

Solche unsinnigen, widersprüchlichen Corona-Maßnahmen haben mich schon während der letzten zwei Jahre zum Wahnsinn getrieben und nachdem endlich die Maskenpflicht und weiterer Blödsinn aufgehoben sind, holt mich in der Klinik alles wieder ein. Dazu kommt, dass ich als Ungeimpfer bei Kontakt zu einer im Hause positiv getesteten Person die Klinik für die 10-tägige Quarantäne-Zeit verlassen muß, da „darf“ man dann nach Hause. Die Oberärztin hat mir dann auch gleich gesagt, dass es aktuell dauernd positiv getestete Personen im Haus gäbe. Also hätte dieses Damoklesschwert auch noch ständig über mir gehangen. Weitere Kleinigkeiten wie das eine Patientin, die vorher meinen Platz am Esstisch gehabt hat, aber über einen Wechsel in eine andere Essensgruppe offensichtlich nicht informiert wurde und deshalb wutschnabend und fuchsteufelswild den Speiseraum verließ und so weiter und so fort will ich hier gar nicht alle aufführen.

Nein, nein, so kann keine psychosomatische, psychiatrische Behandlung funktioneren. Ein Freund von mir, dem ich kurz vor Abreise erzählt hatte, wie das in der Klinik corona-mäßig so laufen soll, sagte in Bezug auf mein spezielles Verhältnis zu diesem Thema: Das ist ja wie Feuer mit Benzin löschen. Ich konnte nich ahnen, wie recht er haben sollte. Da mein Psychotherapeut hier in Oldenburg jetzt selber erst einmal in eine Reha geht, werde ich mir jetzt erst einmal eine Auszeit von allem Therapie-Gesumse nehmen und einfach versuchen zur Ruhe zu kommen und die Zeit zu genießen. Wie zum Beispiel am Dienstag vor Abreise, wo ich noch einmal zum See geradelt und etwas geschwommen bin. Da habe ich echt mehr von!

Darüber hinaus werde ich mich mal um einen Termin beim Orthopäden kümmern, in der Hoffnung, dass der weiß, wie ich das mit meiner Ferse endlich mal wieder in Ordnung bekomme. Am 14.05. öffnet das Freibad bei mir in der Nähe und ich will vorher nochmal ins Hallenbad, damit ich wenigstens beim Schwimmen langsam mal weiterkomme 🙂

Mit der Entscheidung nicht in der Klinik zu bleiben, bin ich nach erster Aufgewühltheit jetzt mit mir im Reinen. Ein Freund von mir schrieb mir bei WhatsApp: „Wenn sich alles in einem sträubt, dann kann es schwerlich sinnvoll sein, trotzdem zu verweilen, nicht bei seelischer Relevanz und nicht bei wochenlanger Dauer“ Besser kann man es nicht zusammenfassen.