Deichläufer meets Tridreamteam

… auf diesen etwas sperrigen aber zutreffenden Team-Namen haben Helge, Karina und ich uns spontan geeinigt, um als Staffel beim Uewersauer-Trail in Luxemburg gemeinsam auf die 52 km-Strecke zu gehen.

Helge fürchtete mich schon fürs Traillaufen verloren als ich Ende April die Harzquerung zwar gefinisht aber nicht genossen hatte. Deshalb lud sie mich zu dieser Staffel ein und was lag näher als Karina als Dritte mit ins Boot zu holen.

Ruckzuck ist es dann auch November geworden und die Sache konnte dieses Wochenende über die Bühne gehen. Der Vierte im Bunde war Helges Göga Andi, der die ganze Strecke in Angriff genommen hat.

Nach meiner samstäglichen Anreise in den Hunsrück ging es am Sonntagmorgen in das knapp eineinhalb Autostunden entfernte luxemburgische Heiderscheid, dem Start- und Zielort des Trail Uewersauer.

Um 8:45 Uhr war der Start, zu dem uns allerfeinstes, stürmisches, regnerisches und a…kaltes Wetter erwartete. Allein auf dem ca. 200 m langen Weg vom Auto zur Veranstaltungsort froren einem nahezu die Hände ab.

Davon ließen wir uns die gute Laune natürlich nicht vermiesen und kurze Zeit später bibberten Andi und ich, der ich die Ehre hatte die erste Etappe zu laufen, dem Start entgegen. Gegen Kälte hilft aber bekanntlich Bewegung und auf den ersten Kilometern stellte sich bald die gewünschte Körperwärme ein. Die wirklich schöne Strecke lenkte darüber hinaus von den Wetterunbilden ab, die mir so unannehm auch gar nicht waren.

Nach zwei oder drei Kilometern setzte ich mich etwas von Andi ab, der mir aber immer dicht auf den Fersen blieb. Am ersten Verpflegungspunkt nach 10 km tauchte er schon auf, bevor ich weitergelaufen bin. Auch als nach 19 sehr kurzweiligen Kilometern meine Etappe an nächsten Verpflegungspunkt zu Ende war, war er dicht hinter mir.

Für mich war es schwer abzuschätzen wie lange ich für die 19 km brauchen würde. Ich kannte die Strecke mit ihren Steigungen und Wegeverhältnissen nicht. Deshalb orientierte ich mich an meinen Harzquerungszeiten und gab Helge und Karina an, dass ich wohl ungefähr zweieinhalb Sunden brauchen würde. Allerdings war die Strecke mit geschätzen 350 bis 400 Höhenmetern dann doch nicht so anspruchsvoll und auf den letzten Kilometern der Etappe ging es stetig leicht bergab, so dass ich schon nach 2:06 Stunden mein Ziel erreichte. Das versetzte Karina und speziell Helge, die mich ablöste etwas in Streß, da die beiden mit dem Auto gerade erst ein oder zwei Minuten vor mir am Wechselpunkt angekommen waren. Für mich war es super gelaufen, Helge sagte mir beim Start „Hab einfach nur Spaß“ und den hatte ich total 😀

Während Helge sich auf den Weg auf ihre Etappe macht, wechselte ich noch ein paar Worte mit Andi, bevor auch er seinen noch langen weiteren Weg fortsetzte. Dann konnte ich mich in Ruhe am Auto umziehen und Karina und ich fuhren zum nächsten Wechselpunkt. Der Matschfaktor auf den Trails hatte sich trotz des schlechten Wetters aber in Grenzen gehalten 🙂

Am nächsten Wechselpunkt hatten Karina und ich reichlich Zeit und ließen (liebe Umweltschützer bitte jetzt die Augen zu machen) das Auto laufen um in Regen und Sturm nicht erfrieren. Dann kam aber auch schon Helge angeflogen, strahlend wie man sie kennt. Ein Foto von Karina und Helge für die Presse und schon machte sich Karina auf die letzte Etappe.

Helge hatte auf Andi einen größeren Vorsprung erlaufen als ich und sie war schon umgezogen als er am zweiten Wechselpunkt auftauchte. Auf das Angebot von Helge, alles für ihren Göga zu tun, reagierte Andi mit einem Wunsch, den ich hier wirklich nicht wiedergeben kann 😀 Nur soviel, er hatte wohl noch reichlich Power.

Die dritte Etappe hatte es dann aber noch wirklich in sich. Auf einer Anhöhe stürmte der Wind einen Regenschauer waagerecht von vorne gegen die Läufer. Für Karina und Andi und all die anderen Läufe war das schon grenzwertig. Richtig schlammig wurde es auf der Etappe auch noch. Aber Karina und auch Andi liefen wohlbehalten ins Ziel in der Sporthalle von Heiderscheid ein. Leider habe ich die beiden dabei nicht fotografisch erwischt.

20-11-16-20

Damit endete ein tolles Lauferlebnis. Andi hat ein Wahnsinnsleistung abgelegt und Karina, Helge und meine Wenigkeit sind super durchgekommen und es hat uns wirklich Spaß gemacht. Wir haben schon verabredet, dass wir diese Staffel noch zweimal laufen werden, damit jeder von uns mal jede Etappe gelaufen ist. Schließlich bin ich nur die Sissyetappe gelaufen 😉

Mit Ende des Laufes waren aber noch nicht alle Highlights zu Ende. Aus den Luxenburger Ardennen ging es zurück zu Karina nachhause, wo ihr Mann gekocht hatte. Zum Essen waren auch Rainer, Karin und Anne geladen und so endete der erfolgreiche Lauftag mit einem schönen Bloggertreffen. Mehr geht einfach nicht!

Ich bedanke mich bei Helge, Karina und Andi für das tolle gemeinsame Lauferlebnis, bei Torsten fürs leckere Essen, bei Karina auch noch dafür, dass ich mit sauberen Laufklamotten wieder nachhause gefahren bin und bei Helge und Andi für die liebe Gastfreundschaft und Fahrdienste. Mehr Spaß mit so unkomplizierten Leuten wie Euch kann man nicht haben.

Es war super und hat mir einen wunderbaren Abschluß meiner diesjährigen Laufreiserei beschert ❗

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36 Kommentare zu “Deichläufer meets Tridreamteam

  1. So war es also in geschriebener Form 😉

    Nochmal Kompliment an das Trio plus Andi!

    Den Ausklang bei leckerem Essen fanden wir auch klasse. Dann also im nächsten Jahr. Ich hoffe, das klappt!

    Liebe Grüße
    Rainer 😎

    • Lieber Rainer,,

      die geschriebene Form damit Du es immer nochmal wieder nachlesen kannst! 😀

      Der Termin ist gesetzt, hat aber ja nun erstmal ein Jahr Zeit, wer weiß was bis dahin alles passiert. Aber etwas planen muß man ja schon einmal 🙂

      Danke Dir und liebe Grüße
      Volker

  2. Hey Volker, das klingt ja echt nach einem absolut gelungenen Wochenende.
    Und, bist du jetzt gänzlich vom Trailfieber infiziert? 😉

    • Klingt nicht nur nach einem absolut gelungenen Wochenende, war auch eines Steve 🙂

      Das Trailfieber nimmt bei mir mangels vernünftiger Trails ja leider immer wieder etwas ab. Aber sobald sich die Gelegenheit ergibt, flammt es gleich wieder auf! 🙂

      VGV

  3. Hallo Volker,

    schon wieder eine so schöne Laufreise, diesmal gar mit matschigen Trails. Ein ganz klein wenig neidisch werde ich da ja.
    Und scheinbar hat es ja seine trailanziehende Wirkung, da du für die nächsten 2 Jahre schon gebucht bist. Da bin ich ja mal gespannt was sonst noch so auf dem Programm steht nächstes Jahr.

    Liebe Grüße!

    • Moin Roni,

      den matschigsten Teil durfte Karina laufen und den steilsten Teil Helge, deshalb wollen wir die Etappen noch durchtauschen, damit ich das auch noch alles mitkriege 🙂

      Der Jahreskalender 2017 füllt sich langsam, bin gespannt, was davon wirklich alles zu Stande kommt. Ich werde berichten 😎

      Liebe Grüße
      Volker

  4. Der Volker lernt noch die Höhenmeter zu schätzen. Ich glaube ich bin im falschen Film 😀
    Aber ich kann es ja verstehen, gerade wenn es so matschig und trailig zu geht!

    • Jedesmal nach solchen Läufen überlege ich noch einmal ganz angestrengt, wo ich hier die Chance hätte ein paar mehr Höhenmeter zu laufen und jdesmal komme ich leider zu dem Ergebnis, dass ich keine habe ohne ca. eine Stunde Autozufahren. Damit muß ich leider leben.

      VGV

  5. Lieber Volker,
    aha, war es dann doch der Uewersauer! Den kenne ich ja aus Chris‘ Schilderung. Wie ich hier lese hattet ihr ein rundum schönes Lauferlebnis und habt Euch nicht vom stürmischen Wetter unterkriegen lassen. Und hey, der Deichläufer rennt flotter durchs Gelände, als die Wechselmannschaft per Auto rollt 😉 ! Die strahlenden Gesichter auf Deinen Bildern sprechen Bände. Sicherlich werden Karina und Andi an ihre spezielle dritte Etappe lange zurückdenken.
    Und dann noch ein Bloggertreffen hinterher – ein schönes Läuferwochenende hattest Du!
    Liebe Grüße
    Elke

    • Liebe Elke,

      ja, es war der Trail Uewersauer. Sorry, ich bin in meiner Antwort auf Deine E-Mail gar nicht darauf eingegangen.

      Wenn der Deichläufer flotter rennt als das Auto fährt, spricht das nicht unbedingt für das Auto :mrgreen:

      Das Laufwochenende war schon richtig geil, wenn ich das mal so ausdrücken darf.

      Es ist schon ein Traum, was ich durch das Laufen alles erleben darf!

      Liebe Grüße
      Volker

  6. Lieber Volker,
    das klingt ja rundherum einfach nur gut! 🙂
    Schön, dass du diesesmal Spass hattest. Wenn es in der Gruppe leichter fällt, als für dich alleine am sich quälen Spass zu haben, bist du ja prädestiniert für Staffelveranstaltungen!

    Bestes Traillaufwetter, die beste Begleitung sowieso und hintennach noch gutes Essen und ein Bloggertreffen – hach, da bedeide ich dich ein wenig darum! 😀
    Gratulation an alle drei und eure super Leistung und an Andi als Einzelkämpfer! 🙂

    • Liebe Doris,

      es ist mir weniger wegen der Gruppe leichter gefallen (ich war ja eh alleine auf der Strecke) sondern eher aufgrund der viel kürzeren Strecke :mrgreen:

      Kein Grund zum Neid, im kommenden Jahr versuchen wir noch eine zweite Staffel vollzukriegen, was hälst Du davon? 😀

      Danke Dir und liebe Grüße an den Wallersee
      Volker

      • Auch wenn man alleine läuft, läuft man doch für die anderen Staffelteilnehmer mit! 😉
        Aber ok – die kürzere Strecke ist auch ein gutes Argument! 😆

      • Gelle? Ein gutes Argument! Aber Du hast meine Frage nicht beantwortet, wir versuchen auch noch die Anne mit ins Boot zu kriegen! 🙂

  7. Lieber Volker,
    das Wochenende war wirklich sehr schön und ich freue mich schon auf eine Wiederholung. Aber unser Auto müssen wir vorher noch trainieren, damit es dann wenigstens etwas schneller ist als du 😆
    Oder wir lassen den Eisbecher am Tag davor weg und du läufst etwas langsamer 😉
    Liebe Grüße
    Helge

    • Liebe Helge,

      die Tempobremse werden im kommenden Jahr die vielen Höhenmeter Deiner diesjährigen Etappes sein. Also laßt das Auto einfach in Ruhe 😀

      Auf den Eisbecher würde ich ungerne verzichten 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

  8. Lieber Volker, Text und Bilder bezeugen nochmal den Spaß, den ihr hattet – es war schön, den am Sonntagabend bereits so unmittelbar nacherlebt zu haben. Pläne für’s kommende Jahr sind geschmiedet. Und wie ich euch einschätze, werdet ihr nur schwer davon abzubringen sein. 🙂

    Liebe Grüße,
    Anne

    • Liebe Anne,

      ich habe mich sehr gefreut, dass es mit Sich sehen beim dem leckeren Essen geklappt hat!

      Der Kalender 2017 beginnt sich zu füllen und davon will ich mich, wollen wir uns doch auch gar nicht abbringen lassen 🙂 Und wer weiß, vielleicht bist Du sogar mit dabei ❓

      Liebe Grüße in meine Lieblingsstadt
      Volker

  9. Lieber Volker,
    das hört sich wie ein herrliches Wochenende an – abgesehen von den widrigen Wetterbedingungen. Eine gelungene Laufveranstaltung und dann noch ein kleines Bloggertreffen – da könnte man ja glatt neidisch werden 😉
    Liebe Grüße Anna

    • Liebe Anna,

      das Wetter war für die Ultraläufer und die letzten Läufer der Staffel sicher nocheinmal richtig hart. Die beschriebene Situation dauerte wohl ungefähr drei Kilometer, die können da echt lang werden.

      Aber davon abgesehen war das Wochenende ein absolut runde Sache. Das Bloggertreffen war da noch das i-Tüpfelchen. Irgendwann hoffe ich Dich bei einer entsprechenden Gelegenheit auch endlich einmal persönlich kennenlernen zu dürfen! 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

      • Darauf freue ich mich auch schon!! Irgendwann wird sich der Gelegenheit bestimmt ergeben!! 🙂

      • Mit Sicherheit, ich bin ja gerne viel unterwegs 😀

        Ich glaube ja kaum, dass ich Dich für die norddeutsche Tiefebene begeistern kann 😉

      • Sag niemals nie… aber vielleicht geht sich ja im nächsten Jahr ein Bloggertreffen irgendwo in der Mitte aus. Das wäre sehr schön!! 🙂

      • In der Mitte bietet sich ja immer wieder Trier an. Da wäre der Hospizlauf im Sommer vielleicht ideal! 🙂

  10. Hallo Volker,
    schön war es und ich freue mich auf die Wiederholung. Also schön immer den Müllberg rauf und runter rennen :-).
    Bin gerade an unserem Bericht dran, der geht dann im Laufe des Tages online.
    Liebe Grüße
    Karina

    • Liebe Karina,

      ich werde mir Mühe geben im Training zu bleiben! 😀

      Ich bin schon gespannt wie ein Flitzebogen! 😀

      Liebe Grüße
      Volker

  11. Lieber Volker,
    toller Bericht von einem tollen WE!
    Wie so manch anderer bin ich ein bisschen neidisch. Mal sehen, wann ich wieder Trails und vielleicht sogar Ultras laufen darf. Dann sollte mir das Wetter auch wieder egal sein!
    Höhenmeter: 20 x 5 m sind auch 100 m! 😆
    Mein Kumpel auf Usedom macht es fast so, allerdings ist deren größte Auffaltung doch etwas höher! 😉
    LG Manfred

    • Lieber Manfred,

      vielleicht bietet sich für Dich zum Wiedereinstieg ins Traillaufen auch mal ein Staffellauf an. Geteiltes Leid ist gar kein Leid. Und wenn man Spaß vor Leistung stellt, sollte das das klappen, oder? 🙂

      Der Utkiek ist leider so ziemlich ausgereizt. Aber es gibt einfach keine Alternative zu ihm. Um mehr zu wollen müßte ich eine Stunde Autofahren. Das ist für den Laufalltag einfach illusorisch 😦

      Dein Kumpel auf Usedom, ist das der Ulrich, der Transalpinbezwinger?

      LG Volker

      • Lieber Volker,
        ja genau, mit Ulrich bin ich sehr gut befreundet. 2014 sind wir den Transalpin „sogar“ zusammen gelaufen. Bei Ulrich war es die 3. Querung. – Aber gerade von den Gebirgsläufen haben wir ein paar Sachen gemeinsam gemacht!
        Staffelläufe, ja vielleicht steige ich darüber wieder ein. 😉
        LG Manfred

      • Du bist ja ein krasserer Typ als ich dachte, mit ebenso krassen Freunden 😀

        Ich hatte vor Jahren mal einen kurzen, intensiven Kommentaraustausch mit Ulrich auf Margittas (der Ultraguten) Blog. Da ging es um die Filme, die er während des Transalpine-Lauf gedreht hat und wie man soviel Kilometer mit sovielen Höhenmetern an meheren Tagen hintereinander laufen kann. Für mich übrigens heute immer noch unfassbar 🙂

        LG Volker

  12. Krasssss? … weiß gar nich … 😉
    Es hat nur unendlich, super viel Spaß gemacht. Wenn du Muße, Lust und Zeit hast, kannst du es auf meiner Seite (im Archiv) nachlesen. Meinen Blog hatte ich genau für dieses Ereignis begonnen, um meinen Leuten zuhause mitzuteilen, wie es mir geht.
    Wenn mein Knie wieder wird, vielleicht nochmal als Rentner (ist ja nich mehr soooo lange). 😆
    LG Manfred

    • Die Muße und Zeit nehme ich mir!

      Da hatte der Lauf ja mit dem Entstehen Deines Blogs noch einen positiven Effekt gehabt!

      Als Rentern durch die Alpen laufen, warum nicht? 😀

      LG Volker ,

    • Das war es auch wirklich, liebe Bianca. Ich hoffe doch immer noch, dass es so ein gemeinsames Erlebnis auch noch mal mit Dir geben wird! 🙂

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