Barfuß nach Berne

… das war meine Absicht. Den gut 20 km von Oldenburg entfernten Wohnort meiner Schwiegermutter habe ich in den letzten Jahren so einige Male laufend aufgesucht. Auch bin ich vor fast genau einem Jahr schon einmal ein gutes Stück der Strecke, nämlich 13,5 km, barfuß gelaufen. Diesmal sollte es erstmalig die komplette, auf 21,3 km ausgetüffelte Strecke sein.

Aber schon noch einem Kilometer fand mein Vorhaben ein jähes Ende durch frisch aufgebrachten Asphalt. Normalerweise ist frischer Asphalt ein Fest für bare Füße, aber in Oldenburg wird seit geraumer Zeit auf Nebenstrecken ein extrem grober Asphalt verwendet, der kurze Zeit später noch durch eine Lage Rollsplitt verschlimmbessert wird. Dieses Stück ist jetzt auf unabsehbare Zeit fürs Barfußlaufen verloren und auf Kilometer Nr. 2  hatte ich deshalb die Leguano Socks an den Füßen.

Ab dem dritten Kilometer ging es dann aber wieder barfuß weiter und nach gut sieben Kilometer folgte ein langer grasbewachsener Abschnitt unterm Huntedeich. Die Hoffnung auf geschmeides Laufen auf kuscheligem Gras wurde allerdings enttäuscht. Die Trockenheit hat den Boden hart werden lassen, steinhart. Außerdem gelang es mir über Kilometer kaum einer Treckerspur auszuweichen, die sich zu feuchteren Zeiten in den Weg gedrückt hatte und nun zu einer knüppelharten Waschbrettpiste mutiert war. Verdorrte Maulwurfshaufen zeigen Risse wie ausgetrocknete Flußbetten. Fast die ganzen sieben Kilometer rumpelte ich über solcherlei Geläuf.

Dann folgte ein steindurchsetzter Abschnitt. Hätte ich gewußt, dass er nur ca 200 m lang ist, hätte ich die Leguano Socks gar nicht erst angezogen, so mußte ich aber noch einmal 200 m von meiner Barfußlaufchallenge abziehen :-/

Schlußendlich war ich froh, als ich endlich wieder Asphalt unter die Fußsohlen nehmen durfte. Hach, Asphalt kann sooooo schön sein 😀 Vorbei an einem Haus im Bayernlook, mit entsprechenden Gemälde an der Garagenwand, lief ich über die große Klappbrücke, um auf die andere Hunteseite zu wechseln und um die letzten Kilometer auf Berne zuzustreben.

Nach 21,2 km erreichte ich mein Ziel und verfehlte dabei mein Ziel, die gesamte Strecke barfuß zu laufen um 1,2 km. Aber ich denke, ein Verhältnis 20 zu 1,2 km kann sich auch sehen lassen 😎

In Berne erwarteten mich aus diesem Anlaß (nein, nicht meine Schwiegermama, sondern meine Schwägerin 😆 ) …

… im kleinen Kreis zuerst Torte und später Gegrilltes. Da waren so manche rubbeligen Waschbrettkilometer schnell wieder vergessen und es bleibt die Erinnerung an einen insgesamt coolen Fastbarfußlauf nach Berne 😀

18 Kommentare zu “Barfuß nach Berne

  1. Lieber Volker
    Ein Halbmarathon, und dann erst noch fast alles Barfuss! Super!
    Ich wusste gar nicht, dass es in der Oldenburger Umgebung ein „Berne“ gibt. Ich dachte beim Titel zuerst, du läufst jetzt 1’000km in die Schweiz. 🙂
    Schlimm, dass der Boden so trocken ist. Hoffen wir, dass es bald regnet, sowohl für deine Füsse als auch die Landwirtschaft. Übrigens lustig, wie die Schafe dich anstarren!
    Und natürlich eine ganz herzliche Gratulation an deine Schwägerin! Ich hoffe, du bist dann bequem mit dem Auto zurück nach Hause.
    Liebe Grüsse aus dem sonnigen Zürich!

    • Liebe Catrina,

      wenn ich die 21 km nach Berne wirklich einmal komplett barfuß schaffe, nehme ich mir danach die 1.000 km nach Bern vor 😀 Ansonsten muß man Berne nicht kennen, es ist kein besonders schöner Ort, um es einmal freundlich auszudrücken.

      Ich gönne den Landwirten den Regen mehr als meinen Füßen, ich kann mir alternativ ja immer noch was anziehen. Ja, dass können die Schafe, wie erstarrt stehenbleiben und einen angucken. Aber einen Augenblick später wird es ihnen dann aber schon wieder zu langweilig 😉

      Ja, der Rücktransport erfolgte komfortabel mit dem Automobil 🙂

      Die Glückwünsche richte ich gerne aus, liebe Grüße aus dem ebenfalls sonnigen Oldenburg
      Volker

  2. Lieber Volker,

    ich dachte schon, dass diese Unterbrechungen … aber nein, sie konnten deiner guten Laune wohl nichts anhaben. Zumindest ziehst du ein sehr positives Fazit! Schöner Lauf bei dem wohl auch Wetter und Temperaturen gepasst haben. Und die leichten Irritationen unterwegs hat bestimmt der Kuchen locker wettmachen können! 😉

    Gratulation an die Schwägerin und einen Dank an Jens, der dich bestimmt wieder heile nach Hause gebracht hat! 😆

    Aber die Schafe unterwegs sind auch schon wieder unvorsichtiger, die Abstände stimmen nicht mehr alle. 😛 Tse, tse, Mensch wie Tier! 😉

    In der Hoffnung, dass es bald auch bei euch mal regnet LG Manfred

    • Hihi, Du kennst mich schon ganz gut, lieber Manfred, speziell das neue Asphaltstück ganz zu Anfang, hat mich kurzzeitig schon geärgert. Mit dem Asphaltieren hätten die ja auch noch bis Montag warten können 😀 Auf dem knüppelharten Grasweg habe ich mich dann damit getröstet, dass es auch in Sandalen kein Vergnügen gewesen wäre 😉 Das Wetter hingegen war perfekt, mild, keine knallige Sonne, da gab es wirklich nichts zu meckern 😛

      Den dummen Schafen kann man in Sachen Abständen nichts vorwerfen, den dummen Menschen schon.Aber die Masken sorgen ja für Sicherheit! 😦 👿

      Hoffen dürfen wir auf Regen, der Wetterbericht unterstützt diese Hoffnung allerdings leider nur sehr bedingt.

      LG Volker

  3. Lieber Volker,

    ist zu verschmerzen, das kleine Defizit was die Barfußkilometer anbetrifft, allerdings ist es schade, dass so ein übler neuer Asphalt aufgebracht wurde, da es damit einen ganze Weile braucht, bis der glattgeschliffen ist.
    Darfst trotzdem stolz sein, ich bin gestern an der 10 Kilometermarke gescheitert, oder besser die Vernunft hat gesiegt, egal. Die nächste Woche wird dann zweistellig werden, wenn es nur nicht so mühsam wäre 😏

    Salut

    • Lieber Christian,

      echt ärgerlich diese Verschlimmbesserung, weil mich fast jeder Lauf ab Haustür dort entlang führt. Für Barfuß war da sogar der vorherige schlaglöchrige Belag noch um einiges besser :-/ Bis sich das auf dieser Nebenstrecke glattgeschliffen hat kann dauern. Naja, andererseits ist dies wahrlich ein Luxusproblem.

      Ich kann diesen Streckenabschnitt umgehen, dadurch würde der nächste Lauf nach Berne aber ca. 4 bis 5 km länger, was wiederum einen absoluten Barfußstreckenrekord bedeuten würde. Ich denke, damit lasse ich mir noch etwas Zeit 🙂

      Mit der Vernunft hattest Du gestern sicherlich nicht den schlechtesten Sieger und nach so langer Zeit kommt es auf ein paar Tage mehr für zweistellig doch auch nicht mehr an. Du kämpfst Dich ran und gibst nicht auf, Du kannst ebenfalls stolz auf Dich sein. Die Daumen nicht nur für die nächste Woche sind auf jeden Fall gedrückt!

      Moin Moin
      Volker

  4. Lieber Volker,
    ich bleibe immer wieder bei Bild 05 hängen, bei den Schafen, die ihre Ohren wie Antennen ausgerichtet haben – grandios! 😀
    Gratuliere zu den 20 barfüssigen Kilometern!!! Noch nicht mal Rumpelasphalt, Wüstentreckerspuren und steinige Abschnitte konnten dich beirren. (Ok, du wußtest ja vermutlich, dass es bei Schwiegermuttern Kuchen gibt, aber trotzdem… 😉 ).
    Ein toller Lauf! 🙂

    • Liebe Doris,

      bei den weißköpfigen Schafen stehen die Ohren ganz anders als bei den dunklen, das sieht wirklich zum schreien aus 😀

      Ich muß gestehen, dass es mich gestern eher nach dem Grillfleisch gelüstete als nach dem Kuchen, aber so als Vorspeise … 😀

      Ja, doch, toll war der Lauf. Auch wenn ich die vielen rumpeligen Kilometer heute durchaus in den Fußgelenken spüre 😀

      Liebe Grüße
      Volker

  5. Hey Volker,
    beachtlich, welche Strecken Du inzwischen barfuß zurücklegst. Sehr beachtlich. Ich laufe solche Distanzen zwar inzwischen auch wieder. Aber niemals ungestüzt, und ach gar nicht unten ohne. Aber egal, Hauptsache wir haben Spaß!

    Liebe Grüße
    Rainer 😎

    • Moin Rainer,

      ist doch super, dass wir jeder auf unsere Weise diese Distanzen laufen können. Hauptsache es macht Spaß, das sollte absolut im Vordergrund stehen, und so ganz nebenbei tun wir ja auch noch etwas für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden im Allgemeinen.

      Auf Deinen Strecken wäre ich übrigens auch nicht barfuß unterwegs, da braucht es schon die (Trail-)Sandalen 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

  6. Moin Volker,
    bei „normalen Läufern“ gehen auch Leguano Socks als barfuß durch, also Mission erfüllt 😉
    20km barfuß! Hallo?! Ganz beachtlich, wirklich. Ich schaffe zur Zeit grade mal 8km, dann schreit die Sohle… aber bin dran mehr zu machen.
    Eure Schafe sind schon geschoren, sehr schön, bin eben an „unseren“ Deichschafen vorbei gelaufen, die haben alle noch volle Wolle. Aber jede Menge kleiner Lämmer dazwischen 🙂
    Du wirst noch mehr als HM Distanz barfuß laufen, da bin ich mir sehr sicher.
    Liebe Grüße, Oliver

    • Ne ne, lieber Oliver, ich bin da streng, Barfußlaufen ist nur Barfußlaufen. wenn ich barfuß laufe 😀
      Außerdem finde ich die Leguano Socks inzwischen nur noch schrecklich, ich hatte sie eigentlich nur eingepackt, weil sie am wenigsten Platz wegnehmen und am allerschnellsten an- und ausgezogen sind. Das ist es aber inzwischen auch schon mit Vorteilen bei den Dingern 🙂

      Bei uns müssen die Schafe schon zu den Eisheiligen bibbern, Eure dürfen wohl noch bis zur „Schafskälte“ warten 😉

      8 km sind auch schon eine stramme Strecke und wie ich Dich kenne, hast Du mich bestimmt bald eingeholt.

      Ich hoffe doch, dass ich noch mehr als HM-Distanz barfuß laufe, schließlich träume ich davon einmal einen Marathon zu laufen. Aber das wird wohl noch etwas dauern 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

  7. Lieber Volker,
    also ich muss mich Oliver anschließen: Leguanos sind doch barfußlaufen, sie geben Dir nur ein wenig mehr Hornhaut untern Fuß. Also insofern, klasse gemacht.
    Ja verrückt, wie trocken schon wieder alles ist. Hoffen wir auf Regen! Obwohl doch Deine Bilder ein eher trübes Wetter zeigen.
    Am Ende hätte ich jetzt noch ein Foto des belegten Tellers erwartet. Geht doch nichts über ein leckeres Stück Kuchen nach dem Sport 😉
    Liebe Grüße
    Elke

    • Liebe Elke,

      die Leguano Socken hatte ich schon ewig nicht mehr an und sie waren ganz schrecklich zu tragen, so rutschig am Fuß. Ich bin inzwischen wirklich entwöhnt 🙂 Ansonsten siehe erster Satz in meiner Antwort bei Oliver, hier wird nicht geschummelt 😀

      Zuviel Sonne war gestern tatsächlich nicht, aber es sieht auf den Bildern etwas trüber aus, als es war.

      An eine entsprechende kulinarisch-fotografische Dokumentation hatte ich echt nicht gedacht, wobei es mir gestern tatsächlich auch mehr nach dem Gegrillten als nach dem Kuchen gelüstete 😉

      Liebe Grüße
      Volker

  8. Lieber Volker,
    wow, die 1,2 Kilometer zählen doch gar nicht – tolle Leistung! 🏆
    Dass es bei euch sooo trocken ist – hier hat es fast eine Woche durchgeregnet 🌧 und wir freuen uns jetzt endlich!! auf etwas Sonne! ☀️ Die Natur hat es aber sehr gut getan, außer am Dienstag als wir ein zentimeterdicker Schneeschicht 😳 im Garten hatten 🙈 Jetzt sind die Eisheiligen wenigstens vorbei und ich hoffe wir bekommen wieder etwas wärmere Temperaturen.
    Dann war der Lauf nach Berne eigentlich sowas wie eine Vorbereitung auf die schöne Feier – Waschbretter sind sowieso überbewertet! 😅
    Liebe Grüße Anna

    • Liebe Anna,

      eine Woche Regen, dass wäre hier auch mal wichtig, auch wenn ich da selber so gar keinen Bock drauf hätte 🙄 Auf Schnee allerdings noch weniger! 😆

      In Zeiten von Waschmaschinen sind Waschbretter nicht nur überbewertet sondern sogar überflüssig! 😀

      Liebe Grüße in die Berge
      Volker

  9. Lieber Volker,
    also ich finde das mit den 1,2 km abziehen und so auf genau 20 barfuß-KM zu kommen klingt fast geplant 😆
    Und nach so einem Lauf (egal ob mit oder ohne was an den Füßen) schmeckt doch Torte und Gegrilltes doppelt so gut, oder?
    Also jedenfalls geht es mir immer so 😉
    Bei euch scheint es wirklich elende trocken zu sein. Bei uns hat es tatsächlich zwischendurch viel geregnet. Es gibt jetzt immer noch einige Stellen im Wald wo noch Wasser oder Schlamm ist.
    Und wenn ich solche Treckerspuren sehe, bei uns auch, dann ärgere ich mich immer über die Aussage vieler, das MTBer den Wald kaputt machen würden. Also ich habe noch nie solche Spuren hinterlassen das andere sich die Füße drin kaputt stoßen können 😆
    Die Schafe auf dem Deich sind einfach herrlich!
    Die gucken irgendwie voll cool
    Liebe Grüße
    Helge

    • Du hast mich ertappt, liebe Helge!
      Ich bin nämlich noch 100 m an Schwiegermutters Haus vorbeigelaufen um diese schöne glatte Barfußkilometerzahl hinzubekommen 😀

      Ich kann ja nicht behaupten, dass mir Torte und Gegrilltes ohne vorherigen Lauf nicht auch schmecken, aber mit schmeckt es noch besser und man hat vorallem ein viel besseres Gefühl beim Essen 😀

      Wir hatten in den letzten Wochen wirklich wenig Regen und das bisschen hat wirklich nicht gereicht um die Böden wieder etwas weicher zu machen. Pfützen sehen bei uns so aus wie der abgebildete Maulwurfshaufen. Schlamm gibt es keinen.

      Die Trecker hier sind so groß wie Einfamilienhäuser, die fahren auch befestigte Wege immer wieder kaputt. Das flache Land ist halt leider die perfekte Spielwiese für die riesige Agrarbetriebe mit riesen Flächen und mit riesigen Maschinen 😦

      Da wirken die Schäfereien mit ihren Tieren schon fast antiquarisch/romantisch.

      Liebe Grüße
      Volker

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