Nich gut …

Vorgestern habe ich den August lauftechnisch noch einmal barfuß auf der Huntestrecke begrüßt. Zum Ende des unspektakulären und langsamen Laufes stand ich dann noch kurz da um etwas abzukühlen, als ein Radfahrer an mir vorbeifuhr. Als er mich ansprach verzichtete er auf einen Gruß, weil dann hätte die Zeit während des Vorbeiradelns für seine gewichtige Botschaft wohl nicht gereicht und beglückte mich mit der halb vernuschelten Mitteilung: „Nich gut, was Du da machst, hab ich mal einen Fersensporn von bekommen“, auf die mir in dem Moment nur ein „okay“ einfiel. Weg war er. Verständlich, dass er sich nicht auf ein Gespräch oder gar eine Diskussion eingelassen hatte, schließlich sprach seine Aussage für sich und damit erübrigte sich selbstverständlich auch jeglicher Dialog.

Nun stand ich da, fühlte mich mit meiner frevelhaften Tat ertappt, schließlich könnte hinter meinen momentanen Fersenproblemen ja auch tatsächlich ein Fersensporn stecken, wer weiß? Obwohl ich stark vermute, dass es auch schon (lauf)beschuhte Menschen mit Fersensporn gegeben haben soll, werde ich mich dieser unmissverständlichen Äußerung natürlich umgehend beugen und mir unverzüglich wieder Hokas, Pegasuses oder sonstige Laufsofas* an die Füße bappen um diesen Barfuß-Sündenfall nach drei Jahren wieder zu beenden! 😀

So kam es dann auch. Tags darauf schnürte ich zwar doch noch keine Kuschelpuschen* aber immerhin Sandalen an die Füße. Um ganz bewußt die Barfußchallenge zu beenden und nicht doch noch auf weitere Rekorde in dieser Hinsicht zu schielen und mich damit evtl. zu stressen, bin ich im Wald am Woldsee gelaufen. Die Strecke ist nahezu 100%ig nicht barfußgeeignet. Der Wald ist nicht groß, es bedarf schon einer Doppelrunde um 10 km zu laufen, aber er bot doch einwenig Schatten, denn die Sonne schien trotz teils dunkler Wolken kräftig, obwohl die Temperatur nur bei um die 19° lag. Aber eben diese Frische wollte ich noch einmal mitnehmen, bevor auch bei uns im Norden die Hitze Fuß fassen soll.

Erstaunlicher Weise durfte ich nach fünf Wochen unten ohne gleich wieder feststellen, dass meine Ferse auf das Laufen mit Sandalen empfindlicher reagiert als gänzlich barfuß, nicht dramatisch, aber doch spürbar. Für mich ist das unerklärlich, aber deshalb habe ich beschlossen nun doch nicht diesem weisen Radfahrer zu folgen, sondern weiterhin, wo immer es geht, auf jegliches Schuhwerk zu verzichten 🙂

*in Bezug auf meine etwas saloppen obigen Äußerungen zu Laufsofas und Co möchte ich noch einmal ausdrücklich daraufhinweisen, dass das für MICH gilt und ich damit keinerlei Wertung über Läufer abgeben möchte, die mit solchen Schuhen gut zurechtkommen!

 

Zwei in einem

Ein kurzer Lauf heute noch im gleißenden Sonnenlicht um die 170 km rund zu machen, dann stand er, der Doppelrekord im Monat Juli: Noch nie bin ich einen kompletten Monat ausschließlich barfuß gelaufen und dadurch sind auch so viele Barfußkilometer wie noch nie in einem Monat zusammen gekommen.

Aber vor dem Doppelrekord stand im wahrsten Sinne des Wortes der Schweiß (obwohl es den heutigen Lauf dazu gar nicht mehr gebraucht hätte, aber 170 klingt halt irgendwie schöner als 163 😆 ). Der bis dato für mich herrlich durchwachsene Sommer begann gerade heute mit einer Pause um für zwei Tage dem Hochsommer Platz zu machen. Schon in der Frühe bruzelte die Sonne vom blitzeblanken Himmel und ließ mich auf der geplanten kurzen Strecke nach kurzer Zeit garen. Zum Glück hatte sich der Asphalt aufgrund der frühen Zeit noch nicht aufgeheizt und es blieb für die Füße erträglich. Warmer Asphalt, er muß noch nicht einmal heiß sein, ist für meine Fußsohlen anstrengender und sie werden dadurch schneller empfindlicher als wenn der Untergrund kühl bis kalt ist.

Mir wurde auf gerade einmal gut sieben Kilometern sogar so warm, dass ich mir auf den letzten eineinhalb Kilometern den Shirtless-Proll erlaubte. Es aber auch noch nichts los auf der Strecke 😛

Tja, und damit war die Sache rund, einen Monat mit guten 170 km ohne alles an den Füßen! Der neue Allzeitrekord in Sachen Barfußkilometern fiel aber gar nicht so deutlich aus. Ein Blick in meine Statistik zeigte mir, dass ich im November letzten Jahres schon einmal knapp 160 km barfuß gelaufen bin, nur kamen da nochmal um die 70 km in Sandalen hinzu.

Mich freut es sehr, dass ich diese kleinen Rekorde in nicht gerade rosigen Zeiten feiern kann. Zumal meine maulige Ferse dieses Gelaufe zugelassen hat. Sie ist nämlich immer noch nicht ganz ruhig, aber sie läßt sich durch die Physio-Übungen gut bändigen. Genauso wie die rechte Achillessehne, die auch etwas in Unruhe geraten ist, was mich total wundert. Die Achillessehnen habe ich jahrelang nicht gespürt und die Laufleistung liegt ja auch eher am unteren Rand meiner normalen Monatsnorm. Aber egal, man ist halt nicht mehr der Jüngste und trotzdem geht da noch was, wenn in diesem Monat auch nur im Schleichtempo 🙂

Nun nehme ich mir erst einmal zwei Tage Hitzefrei, meine Füße haben es verdient 😀

31.07.20 07

Danach werden auch wieder die Sandalen ins Spiel kommen. Der Rekord wurde nämlich durch eine recht beschränkte Streckenauswahl erkauft und zwei Mal bin ich mit dem Auto zum Laufen gefahren, weil ich keinen Bock auf die ersten Kilometer mit schlechtem Untergrund hatte. Deshalb wird es wohl so schnell nicht zu einem Bruch dieses Rekordes kommen 🙂

Neben meiner Lieblingsbank

… auf meiner üblichen Huntestrecke (zu sehen hier) spielte sich heute ein Notarzteinsatz ab. Ich konnte noch nicht ahnen wo die hin wollten, als ich auf dem schmalen Weg zur Hunte zur Seite trat um Rettungs- und Notarztwagen passieren zu lassen, bis sie dann nach wenigen hundert Metern an just jenem Punkt anhielten. Im Vorbeilaufen sah ich mit einem kurzen Seitenblick einen leblosen Männerkörper mit entblößter Burst, um den sich die Wagenbesatzungen mühten. So etwas wünscht man sich beim seinem Lieblingssport nicht zu sehen, zumal mich der Gedanke daran beklemmte, dass ich den RTW bestimmt schon über 10 Minuten vorher das erste Mal und zwischenzeitlich an anderer Stelle gesehen hatte, offensichtlich konnten sie den Einsatzort nicht gleich finden.

Trotzdem konnte ich die Gedanken daran erstaunlich schnell wieder loslassen und genoß trotz regen Pfingstausflugsverkehrs, mit einigen Bemerkungen zu meinem Barfußlaufen, diesen Lauf bei fanastischem Wetter. Ungefähr einen Kilometer vor Zuhause, schon wieder im Oldenburger Stadtgebiet auf dem Bürgersteig laufend, fuhr ein Auto ganz langsam neben mir und der Fahrer fragte mich freundlich durchs geöffnete Fenster, ob er mich einmal fragen dürfte wie weit ich barfuß so laufen würde, witzig! Auf den allerletzten paar hundert Metern begegnete er mir noch mal und grüßte ein weiteres Mal.

Bilder vom Freitagslauf

So endet der Mai mit einem schönen, etwas über 17 km langen Lauf. Das Monatsergebnis ist dieses Mal etwas verhaltener als im März und April, aber ich bin immer noch sehr zufrieden. Zumal sich mein in letzter Zeit krauses Nervenkostüm wieder etwas zu glätten scheint und mich das heutige Erlebnis an der Hunte zusätzlich noch einmal mit der Nase darauf gestoßen hat, dankbar zu sein. Da scheint sich ein Einsatz einer lieben Freundin für mich offensichtlich doch gelohnt zu haben. Ein besonderes Dankeschön deshalb noch einmal dafür! 🙂

Barfuß nach Berne

… das war meine Absicht. Den gut 20 km von Oldenburg entfernten Wohnort meiner Schwiegermutter habe ich in den letzten Jahren so einige Male laufend aufgesucht. Auch bin ich vor fast genau einem Jahr schon einmal ein gutes Stück der Strecke, nämlich 13,5 km, barfuß gelaufen. Diesmal sollte es erstmalig die komplette, auf 21,3 km ausgetüffelte Strecke sein.

Aber schon noch einem Kilometer fand mein Vorhaben ein jähes Ende durch frisch aufgebrachten Asphalt. Normalerweise ist frischer Asphalt ein Fest für bare Füße, aber in Oldenburg wird seit geraumer Zeit auf Nebenstrecken ein extrem grober Asphalt verwendet, der kurze Zeit später noch durch eine Lage Rollsplitt verschlimmbessert wird. Dieses Stück ist jetzt auf unabsehbare Zeit fürs Barfußlaufen verloren und auf Kilometer Nr. 2  hatte ich deshalb die Leguano Socks an den Füßen.

Ab dem dritten Kilometer ging es dann aber wieder barfuß weiter und nach gut sieben Kilometer folgte ein langer grasbewachsener Abschnitt unterm Huntedeich. Die Hoffnung auf geschmeides Laufen auf kuscheligem Gras wurde allerdings enttäuscht. Die Trockenheit hat den Boden hart werden lassen, steinhart. Außerdem gelang es mir über Kilometer kaum einer Treckerspur auszuweichen, die sich zu feuchteren Zeiten in den Weg gedrückt hatte und nun zu einer knüppelharten Waschbrettpiste mutiert war. Verdorrte Maulwurfshaufen zeigen Risse wie ausgetrocknete Flußbetten. Fast die ganzen sieben Kilometer rumpelte ich über solcherlei Geläuf.

Dann folgte ein steindurchsetzter Abschnitt. Hätte ich gewußt, dass er nur ca 200 m lang ist, hätte ich die Leguano Socks gar nicht erst angezogen, so mußte ich aber noch einmal 200 m von meiner Barfußlaufchallenge abziehen :-/

Schlußendlich war ich froh, als ich endlich wieder Asphalt unter die Fußsohlen nehmen durfte. Hach, Asphalt kann sooooo schön sein 😀 Vorbei an einem Haus im Bayernlook, mit entsprechenden Gemälde an der Garagenwand, lief ich über die große Klappbrücke, um auf die andere Hunteseite zu wechseln und um die letzten Kilometer auf Berne zuzustreben.

Nach 21,2 km erreichte ich mein Ziel und verfehlte dabei mein Ziel, die gesamte Strecke barfuß zu laufen um 1,2 km. Aber ich denke, ein Verhältnis 20 zu 1,2 km kann sich auch sehen lassen 😎

In Berne erwarteten mich aus diesem Anlaß (nein, nicht meine Schwiegermama, sondern meine Schwägerin 😆 ) …

… im kleinen Kreis zuerst Torte und später Gegrilltes. Da waren so manche rubbeligen Waschbrettkilometer schnell wieder vergessen und es bleibt die Erinnerung an einen insgesamt coolen Fastbarfußlauf nach Berne 😀

Es reicht

… schon ein bisschen Nieselregen und es herrscht wieder Ruhe auf meiner Laufstrecke 🙂 Ich bitte es nicht falsch zu verstehen, ich gönne jedem in diesen schweren Zeiten seine Bewegung in der Natur, aber schön war es halt schon, wieder fast alleine über mein Lieblingslaufstrecke zu düsen 😀

Lediglich vier Radfahrer und drei Spaziergängerinnen begegneten mir auf 14 Kilometern, herrlich. Wetter und Einsamkeit beflügelten mich offensichtlich dermaßen, dass ich auch etwas schneller als üblich war. Außerdem waren die 14 km neuer Barfußrekord auf nassem Asphalt, den die Fußsohlen blendend überstanden haben. Die Pace lag bei schönen 5:42 und der Durchschnittspuls angeblich nur bei 137, woran ich aber leichte Zweifel hege, da ich bei meinem üblichen Tempo zwischen 6:00 bis 6:15 schon immer einen Puls im 140er-Bereich habe.

Wer hätte gedacht, dass ich mich nach dem mordsmäßig verregneten Winter so über Regen freuen würde. Für die Natur war es allerdings erst einmal nur ein Tropfen auf den heißen Stein :-/

Und einmal extra für Elke, die in meinen Posts Bilder von Häusern und Industrie vermisst 😉 : Am Ende meiner 7 km-Pendelstrecke gelange ich an den Hafen, da kann ich dann auch einmal etwas anderes als Grün und Natur bieten, aber nur ein bisschen 😀

Ein eigentlich alltäglicher Lauf, der wieder einmal einfach nur genial gewesen ist! 😎

Die Langen kommen zu kurz

Irgendwie ist es mir bis dato gar nicht so aufgefallen, aber nun kam es mir kürzlich in den Sinn: Ich laufe in letzter Zeit, ein Blick in meine Statistik verrät mir sogar schon seit ca. ein Jahr, kaum noch lange Läufe. Dabei sammel ich ja verhältnismäßig fleißig Kilometer und die Monatszahl überspringt mittlerweile regelmäßig die 200er-Marke. Zustande kommt das dadurch, dass ich inzwischen oft mehrere Tage hintereinander laufe. So kam z. B. der März auf 21 Läufe und der April, Stand heute, auch schon auf 18. So läppern sich die Kilometer zusammen, ohne dass es mir großartig aufgefallen ist, dass da kaum noch was Längeres dabei ist. In der Regel laufe ich so zwischen 10 und 14/15 km, wobei sich gelegentlich auch mal einstellige Läufe daruntermogeln.

Lange Rede kurzer Sinn, es wurde wieder einmal Zeit einen 20+-Lauf zu absolvieren. Auserkoren hatte ich dafür den Samstag. Es ging zur Huntebrücke, dann entlang der Hunte, weiter zur Gellener Torfmöörte und zum Großen und Kleinen Bornhorster See.

Am Kleinen Bornhorster See wagte ich nach 19 km einmal etwas mehr als nur eine kleine Kneippeinlage und schwang mich kurz bzw. ganz kurz 😆 komplett in die Fluten. Und was soll ich sagen?: Es war eigentlich ganz kühl cool, sprich herrlich erfrischend 😀

Nach dem Bad schnurrte ich dann etwas hölzern die letzten vier Kilometer nach Hause und vollendete immerhin mal wieder eine 23 km-Distanz 🙂

Für heute gibt es vom gut 10 km langen Lauf nur einen schnellen Blick auf die Bornhorster Wiesen, aus denen das Wasser inzwischen nahezu vollständig verschwunden ist.

Nun will ich mal schauen, dass ich die etwas längeren Läufe wieder öfters mit eingebaut bekomme. Nicht, dass mir die Langen dauerhaft zu kurz kommen 🙂

Ja, ist denn heut schon wieder Weihnachten?

17.04.20 10Jahr für Jahr um die Weihnachtszeit erlebt ein Uralt-Post von mir vom Neujahrstag 2012 eine Renaissance. Offensichtlich tun sich viele Menschen schwer mit den vielen freien Festtagen und entsinnen sich und googeln nach Goethes Worten, die da gelautet haben sollen: „Nichts ist schwerer zu ertragen als eine Reihe von guten Tagen“, um dadurch schlußendlich auf meinem Post mit gleichem Titel zu landen. Durch diese jährliche Sonderkonjunktur ist dieser Post derjenige mit den höchsten Zugriffszahlen überhaupt.

In diesen außergewöhnlichen „C“-Zeiten erlebe ich nun wieder, dass dieser Post zu Hauf angeklickt wird. Jetzt ist es zwar nicht gerade so, dass ich bis dato schwerwiegend unter der leidigen C-Krise leide, aber etwas stressig finde ich sie schon und ganz sicher nicht als eine -endlose- Reihe von guten Tagen. Warum die Leute gerade jetzt wieder auf diesen Spruch kommen, erschließt sich mir somit so gar nicht :-/ Aber egal, ich bin ja auch kein Püchologe 😆

Was gibt`s sonst neues? Eigentlich wäre ich dieses Wochenende ja in Berlin um meinen zweiten Barfuß-Wettlauf über 10 km auf dem Flughafen BER unter die Sohlen zu nehmen. Aber der ist ja abgesagt worden. Warum eigentlich? Irgendwie ist mir das gerade entfallen 🙄

Naja, stattdessen bin ich gestern, nach zwei Tagen Pause, halt mal wieder an der Hunte lang getrabt und habe mir heute flauschige Sandwege als Alternative zu hartem Startbahn-Asphalt gegönnt. Der wochenlange Sonnenschein ohne nenneswerten Regen hat die Sandwege sehr mullig gemacht, daher trabt es sich watteweich, wenn auch teilweise etwas tief und beim Laufen ziehe ich ab und zu kleine Staubwölkchen hinter mir her 🙂

Allerdings fallen auch auf dieses Barfußlaufparadies an ein einigen Stellen ein paar Schatten und es ist dort Obacht angebracht, soll das Strandlauffeeling nicht den ein oder anderen schmerzhaften Dämpfer erfahren 🙂

Aber man hat ja Augen im Kopf und so läuft es wieder oder weiter in normalen Bahnen. Hat ja auch was, zum Glück, weil neben dem BER-Nightrun entfällt ja nächstes Wochenende auch gleich der Hermannslauf. Zwei Wettläufe an zwei Wochenenden hintereinander, ne oh ne, wat bleibt mir da aber auch für ein Streß erspart 😛

Hochmut kommt vor dem Laufen

Elke kommunizierte am Gründonnerstag in unserer WhatsApp-Gruppe zum (noch nicht abgesagten) Ahrathon 2020, dass der München-Marathon einen virtuellen Ostermarathon anbot, zu dem man sich kostenlos anmelden konnte. Gebeten wurde lediglich um eine Spende für das Bayrische Rote Kreuz. Den Marathon konnte man dann an den vier Ostertagen in Etappen nach eigenen Belieben laufen.

Meine Begeisterung für dies Offerte hielt sich aber in Grenzen. Wenn ich sowieso alleine laufe, kann ich auch alleine laufen und brauche diesen „offiziellen Charakter“ nicht. Ebenso würde mir als Nordlicht eine Spende ins Bayrische doch schwer abgehen 😉 Zu guter Letzt habe ich dann noch richtig einen auf dicke Hose gemacht und kundgetan, dass ich mich außerdem über Ostern nicht auf die Marathondistanz beschränken lassen möchte 😆

Uhhh, da hatte ich aber etwas geschrieben und ein großes Echo in der Gruppe ausgelöst. Das ging sogar soweit, dass Doris ankündigte vielleicht sogar ihre Blog-Pause zu beenden, wenn ich wirklich einen Ultra laufen würde 😀

Nun denn, ein echter Deichläufer löffelt die Suppe aus, die er sich eingebrockt hat und so machte ich mich von Karfreitag bis zum heutigen Ostermontag auf, einen kleinen Ultra zu laufen. Schlußendlich kam ich auf exakt 60 km, davon 26,2 km barfuß. Im Einzelnen sah das so aus:

Karfreitag: vormittags virtueller Lauf mit Heimo, 11,2 km (2,2 km barfuß), nachmittags noch einmal 7,2 km barfuß.

Samstag: 10,7 km (5,4 km barfuß).

Ostersonntag:  Der megageniale Telefonielauf mit Heimo, 15,2 km ( – km barfuß).

Ostermontag: 15,7 km (11,4 km barfuß)

Die Durchschnittspace lag über die vier Tage zwischen 6:03 und 6:28, also recht sutsche. Die Temperaturen unterschieden sich erheblich. So lagen sie z. B. am Ostersonntag bei 21 ° und tagsdrauf am Ostermontag bei gerade einmal 6 °.

In der Endabrechnung stellte ich noch zufällig fest, dass sogar gleich sieben Tage am Stück gelaufen bin. Überhaupt bin ich im April bislang an 11 von 13 Tagen gelaufen. Drum werde ich mir morgen und eventuell auch übermorgen erst einmal ein Laufpäuschen gönnen.

Hier noch ein paar Impressionen vom Abschlußlauf. Kälte und strammer Wind sorgten für eine wunderbar freie Strecke 🙂

Doris, ich freue mich bald wieder auf Deinem Blog lesen zu können! 😀

Ab durch die Mitte

Elke kommentierte gestern auf meine Flucht ins Moor, dass sie gerade antiterritoriales Verhalten an den Tag legt. Während sich nämlich alles in der Natur bewegt, läuft sie u. a. durch ihren Heimatort und kann dort aufgrund der Menschenleere unbehelligt ihre Runden drehen.

Dasselbe in Oldenburg zu tun hatte ich auch schon überlegt, aber ich hatte das ungute Gefühl, dass ein entsprechender Lauf angesichts der geschlossenen Geschäfte doch etwas von Katastrophentourismus hätte. Da heute aber Sonntag ist und die Geschäfte sowieso geschlossen hätten, hatte ich mich tatsächlich dazu entschlossen, ab durch die Mitte -die Stadtmitte- zu laufen.

Anlauf Richtung Innenstadt nahm ich auf üblichem Weg entlang der Hunte und dann durch den Hafen ins Zentrum.

In der Fußgängerzone herrschte fast normale sonntagvormittägliche Ruhe. Aber nur fast, es fehlte die bei so einem Wetterchen belebte Außengastronomie. Kaum eine Menschenseele, wo sonst das Leben pulsiert. Keine Tische, keine Stühle, nirgends. Lediglich ein paar Spaziergänger und Radfahrer bevölkerten die ansonsten leeren Straßen.

Ein Polizeibus rollte durch die Fußgängerzone, die Polizistin am Steuer lächelte mir freundlich zu. Es lag ein ungewohnter Frieden zwischen den Häusern. Ich konnte bedenkenlos barfuß laufen, da kein nächtliches Partyvolk ihre Scherben hinterlassen hatte. In einem Schaufenster lockte eine wunderschön dekorierte Ostertafel, wie sie in diesem Jahr wohl nirgends stattfinden wird. In einem leerstehenden Geschäft grüßte, völlig surreal, ein vergessener Weihnachtsbaum.

Ich verließ die Innenstadt und meine Digi-Cam verließ mich mit leerem Akku. Es war mein erster Barfußlauf durch das Zentrum Oldenburgs, …

… der bei frischen Temperaturen begann und bei angenehmer Wärme endete. Ich kann nicht verhehlen, dass es für mich ein schöner Lauf war, nicht zuletzt weil mir heute viele lächelnde Menschen begegnet sind. Ob es alleine am schönen Wetter lag oder auch an dem Bedürfnis Menschen zu begegnen, weiß ich nicht. Es wurde einfach viel gelächelt, das zählt in diesen Zeiten!

Flucht ins Moor

Es grünt und blüht allenthalben und …

… die Sonne strahlt seit Tagen vielfach vom blankgeputzen Himmel. Lediglich die Temperaturen nebst kaltem Wind dämpfen noch etwas das Frühlingsgefühl. Zum Laufen ist das aber nahezu perfekt. Aber nicht nur zum Laufen, wie meine situationsbedingt vollen Lieblingslaufstrecken zeigen.

Um die von mir so geschätzte Ruhe zu haben, muß ich schon etwas von den üblichen Freizeitrouten abweichen, was in der hiesigen aufgeräumten Agrarregion teilweise gar nicht so einfach ist, zumindestens wenn man allzu weite Anreisen vermeiden möchte. Es gibt halt nicht an jeder Ecke Pfade und Trails, die sich in vielfacher Zahl durch Wald und Flur ziehen. Was mich ansonsten wenig tangiert, läßt mich in diesen Tagen doch etwas die Stirn runzeln.

Gestern gelang mir aber ein Entkommen in das von mir so sehr geschätzte kleine Moorgebiet der Gellener Torfmöörte. Hier herrschte (noch) himmlische Ruhe und bis auf ein menschliches Dreiergespann nebst ihren drei Hunden begegnete mir hier niemand. Fantastisch!

An der Hunte hatte ich heute auch noch Glück und erwischte eine günstige Uhrzeit und auch der sehr kräftige, kalte Wind mag seinen Anteil daran gehabt haben, dass erhältnismäßig wenig los war.

Zur Hochwasserzeit konnten sich meine Fußsohlen rehabilitieren, indem sie einen zügigen 10er wieder absolut klaglos ertrugen 😎

Zum Wochenende sollen nun auch die Temperaturen das Frühlingserlebnis rund machen, dann wird mit Sicherheit alles auf den Beinen und Rädern sein. Ich hoffe, dass ich auch dann noch meine zeitlichen oder örtlichen Fluchten finde 🙂