Kalt erwischt

Ich liebe ja den Herbst in all seinen Facetten und freue mich jedes Jahr aufs Neue nach der Sommerhitze wieder auf- und durchatmen zu können. Aber in diesem Jahr startete der Herbst doch sehr plötzlich und heftig. Dazu holte der Oktober hier im Norden bislang offensichtlich das gesamte Regendefizit des Sommers auf. Es war naß und kalt und naßkalt und mir war vor allem eines: Kalt! Arschkalt!! Ich zog für draußen schon die dicke Jacke an und drehte im Haus die Heizung auf wie im tiefsten Winter. Aber ich gehe davon aus, dass der Herbst und ich auch in diesem Jahr noch wieder miteinander warm werden. Trotzdem genoß ich erst einmal sehr die letzten drei Tage, die es auch hier oben noch einmal schön warm geworden war.

So konnte ich z. B. heute wieder in der kurzen Shorts und dazu im Leibchen eine spätsommerlich sonnige Runde am Rande des Gellener Moors drehen. Der viele Regen der vergangenen Wochen spiegelt sich noch in zahlreichen Pfützen wieder und die Sandwege sind durch ihn großteils herrlich weich geworden, Laufgenuß pur ❗

Allerdings war die Nummer sehr schweißtreibend, nicht nur der Wärme wegen sondern vorallem weil die Luft trotz des lieblich blauen Himmels sehr feucht war. Aber egal, die Sonne und die Wärme haben gut getan und vielleicht verwöhnt der Herbst ja noch mit dem ein oder anderen schönen Tag, bis ich wieder so richtig drin bin, in meiner liebsten Jahreszeit 🙂

Übrigens: Während ich diese bedeutungsschweren Zeilen niederschreibe regnet es schon wieder sinnig auf unsere Dachfenster. Hier „Archivaufnahmen“ vom 12.10. 😆 :

 

Nicht mehr so die rechte Lust

Diese Woche traf ich einen ehemaligen Kollegen, der auch Läufer ist. Auf meine Frage wie es denn so läuft mit dem Laufen, druckste er etwas herum, dass er nicht mehr soviel machen würde. In vielen Jahren hätte er an so vielen, allen möglichen Läufen teilgenommen, dass er nicht mehr so die rechte Lust hätte. Das ist es, wovor ich auch „Angst“ habe, dass es mir irgendwann einmal passiert. Allerdings gibt es zwischen meinem Ex-Kollegen und mir einen Unterschied, der mich hoffen läßt, dass es bei mir so schnell nicht dazu kommen wird. Ich ziehe meine Freude am Laufen nämlich nicht aus der Teilnahme an irgendwelchen Läufen, sondern zum allergrößten Teil aus meiner alltäglichen Lauferei.

Die Teilnahme an Wettkämpfen ist sicherlich auch eine Würze in meiner Läufersuppe, aber satt macht mich die Suppe als solche 🙂 So hoffe ich doch sehr, dass mir die rechte Lust noch lange nicht abhanden kommt.

Mein heutiger Lauf war auch wieder so eine sättigende Einlage in meiner Läufersuppe. Nachdem der Oktober hier im Norden noch nicht viel Goldiges zu bieten hatte, war es heute plötzlich warm, die Sonne blinzelte zumindestens zeitweise und die Luft war gesättigt von Feuchtigkeit. Deshalb zog ich nochmal das kürzeste Höschen und Kurzarm-T-Shirt an und ab dafür.  Das Tempo war einen Hauch flotter als üblich, aber immer noch im absoluten Wohlfühlbereich. Nach knapp vier Kilometern lagen die schraddeligsten Eingangskilometer hinter mir und ich konnte raus aus den Sandalen. Wenig später konnte ich entlang des Geestrandgrabens zwei Läufer rechts überholen und sie die nächsten sieben Kilometer auf Abstand halten, bis ich zur Treppe der Huntebrücke abbog und die beiden weiter geradeaus liefen 🙂

Das Laufen machte so richtig Laune und der Herbst dreht in Sachen Farben so richtig auf. Fürs Barfußlaufen hält er allerdings auch ein paar Unannehmlichkeiten bereit, Eicheln und andere Baumfrüchte auf den Wegen und als Geschosse von oben geboten Obacht.

Aber ansonsten war diese erneute 14 km-Runde ein Paradebeispiel für meinen Spaß am Laufen und macht es mir nach wie vor unvorstellbar, dass mir die rechte Lust am Laufen vergeht. Möge es noch viele Jahre so bleiben.

Und dann…

… ist er seit Dienstag auch schon wieder zu Ende, mein Urlaub.

Und damit haben die heimatlichen Gefilde mich wieder:

01.10.19 01

Und dann laufe ich auch mal wieder etwas schneller, endlich mal wieder ne deutliche 4 vor dem Komma (auf einem Kilometer, wir wollen ja mal nicht übertreiben 😛 ).

Und dann sehe ich die alten Laufbekannten auch schon wieder:

Und dann ist ja auch schon wieder Kramermarkt:

Und dann bin ich heute auch noch mit 14 km auf die längste Strecke seit Ende Juni gelaufen. Und dann ist es seit ca. zwei Jahren auch noch der erste Lauf auf dem es von vorne bis hinten durchgehend geregnet hat. Und dann war es auch noch so kalt, dass ich mit Handschuhen gelaufen bin ❗ Und dann war es plötzlich auch noch zappenduster. Und dann wurde ich zum Ende des Laufs auch noch von einem derartigen Heißhunger überfallen, dass ich zuerst fünf Scheiben Schinkenwurst auf die Hand gegessen und danach noch eine Tafel weiße Schokolade vernichtet habe.

Und damit ist erst einmal Schluß mit Und dann! 😛

Flugsand

Unfassbar, unsere Zeit auf Sylt neigt sich schon wieder dem Ende zu. Der erste Herbststurm ist über die Insel hinweggebraust und die Temperaturen sind mächtig in den Keller gerauscht. Aber „Wetter“ macht erst einen Großteil des Reizes der Insel aus und der Laufgenuß wird durch die Frische noch einmal bis an den Rand des Erträglichen gesteigert.

17.09.19 02

Die Tage drauf machte Niedrigwasser das Laufen am Strand recht einfach und es ließ sich die mannshohe Kante bewundern, die die Nordsee während des Sturms in manche Strandabschnitte gefräst hatte. Windig war es immer noch, was den Sand über den Strand fliegen ließ.

Durch den dann abflauenden Wind und Niedrigwasser wurden Sandbänke freigelegt. Leider sind diese recht kurz, da sie so wunderbar zu laufen sind.

Morgen noch einmal Laufen am Strand, dann war es das schon wieder mit der Zeit hier. Aber wie sagt man so schön?: Nicht traurig sein, dass es vorbei ist, sondern freuen, dass es gewesen ist 😀

Die stille Seite

Ich gebe zu, der Reiz von Sylt liegt für mich an der Westseite. Hier wo die Insel ihre fast 40 km lange Flanke der offenen See zuwendet, rauscht das Meer und tobt die Brandung, speziell wenn -wie gestern- eine steife Brise pfeift.

Aber Sylt hat auch eine ruhige, stille Seite, die Ostseite. Diese ist dem Wattenmeer zugewandt. Der stetige Westwind wird hier von der Insel abgefangen und hier zieht sich das Meer zweimal täglich im Wechsel der Gezeiten zurück und es läßt sich durch das Watt laufen. Auf dieser geschützten Seite liegt auch der Hafen von Hörnum.

Nach täglichen Läufen am Weststrand hat es mich heute einmal in diese Stille gezogen. Menschen sind hier nur wenige unterwegs. Auf der Wattenseite befindet sich die Kinderstube der Vogelwelt, deshalb kann man nicht überall uneingeschränkt laufen. Auch heißt es beim Trab durchs Watt ein Blick auf die Muscheln zu halten, sonst könnte das Barfußlaufen aufgrund der Scharfkantigkeit durchaus schmerzhafte Folgen haben.

Was an der Wattenseite auch fasziniert sind die ganz anderen Lichtverhältnisse, das Watt und die ruhige See spiegeln in der Sonne und auch der Himmel wirkt noch einmal höher als über der rauhen See. So hat auch die Stille durchaus ihre spektakulären Seiten.

Druckbetankung

10.09.19 00

Nicht was Ihr eventuell denkt, ich rede hier von Druckbetankung mit frischer, klarer Meeresluft. Die Lungen werden regelrecht geflutet mit dieser genialen Luft, die Bewegung ist der pure Genuß und abends bin ich von den vielen Stunden an Strand und Meer auf herrliche Weise todmüde.

Das Laufen am Strand und durch die auslaufenden Wellen ist ein Traum. Das Tempo ist dabei allerdings unterirdisch. Aber wen interessiert dabei das Tempo? Im Gegenteil, jede Sekunde langsamer ist eine Sekunde mehr Laufgenuß 😎  Und wer braucht hier schon Laufschuhe oder -sandalen? 😀

Beherrschung verloren

Endlich Urlaub! Bis in den September auf den Jahresurlaub zu warten, fiel dieses Jahr schon etwas schwer. Aber nun ist es soweit. Gestern ging es (mal wieder) nach Sylt.

Heute morgen eine erste Runde, die so genial war, dass ich in Sachen Laufzurückhaltung nahezu die Beherrschung verloren hatte. Um 10 Uhr war es schon herrlich warm, dazu Sonne satt und noch mehr Meer!

Gute 10 km, davon 7 barfuß, davon 5,4 km Strand und Meer. So ein genialer Lauf ließ sogar Vorfuß und Ferse restlos verstummen. Ein Traum!

Kleinvieh macht auch Mist

Heute habe ich den August läuferisch abgeschlossen. Trotz meiner bescheidenen Wiedereinstiegsläufe führe ich auch weiter tapfer meine Laufstatistik. Als ich in meiner Old-School-Excel-Tabelle für das Monatsergebnis auf Enter drückte, kniff ich die Augen zusammen und machte sie gleich wieder ganz groß auf: Immerhin gute 82 km habe ich mir in diesem Monat auf kurzen Strecken zusammengeeiert. Cool! 😎 Zugegeben: Ein einziger 10er war auch dabei und hat somit die Statistik mächtig gepusht, als ich von der Werkstatt nachhause gelaufen bin, weil mein alter Kleinwagen frisch inspiziert und getüvt wurde 😆

Die letzte Woche war dabei noch einmal richtig heiß und schweißtreibend. Deshalb gab es u. a. nackte Haut und kalte Duschen …

… schattenspendenden Wald am Woldsee …

… und kühlenes Eis zum offiziellen Abschluß der Utkiek-Sommersaison.

Der August geht somit durchaus versöhnlich zu Ende. Im kommenden September werde ich auch nichts forcieren. Endlich steht der Jahresurlaub auf dem Plan und dem Laufen werde ich den gewünschten Raum bieten, aber nicht die oberste Priorität. Somit schließe ich auch aus in den kommenden Wochen zu überziehen.

Kurios

Vor 14 Tagen stand mal wieder der Großhandel in Amsterdam auf dem Programm. Sieben Stunden sind wir durch die Hallen getourt und zur Schonung der Ferse wollte ich eigentlich Schuhe tragen. Eine der sieben Stunde habe ich das in ihnen auch ausgehalten, dann habe ich es doch vorgezogen barfuß zu gehen. Sechs Stunden Betonboden und die Ferse war anschließend ruhig. Hatte der Betonboden vielleicht so eine Art Blackroll-Effekt auf die Ferse ausgelöst? Ich weiß es nicht und ich verstehe es auch nicht. Aber am Montag ließ mich die Erkenntnis erstmals seit Ende Juni mal wieder barfuß traben. 4,3 km und die Ferse war ruhig, während der Vorfuß noch leicht vor sich hin zwackte.

19.08.19 01

Dientag das gleiche Ergebnis auf 5,1 km. Donnerstag auf dem Utkiek 7 km in den Trail-Pies Sucios mit ruhigen Vorfuß und dafür wieder zickender Ferse. Am Freitag 6,1 Barfuß-Kilometer auf dem Weg vom Blankenburger See nach Iprump und zurück mit wieder ruhiger Ferse und leicht murrendem Vorfuß.

Fazit dieser Woche: Die Ferse steht offensichtlich auf Härte und ist scheinbar über das Schlimmste hinweg. Der Vorfuß hingegen ist beim Laufen noch nicht komplett unauffällig, zeigt aber bislang nach den Läufen keinerlei Nachwehen. Vier Läufe brachten immerhin schon über 20 km. Und noch eine Erkenntnis: Wer kürzer läuft hat mehr Zeit zum Relaxen 😀