Düt un dat

Gestern Abend war mein Blogwart-Lauf schon eine Woche her und statt laufen bin ich gestern zu der Zeit schon in die Heia gegangen. Ich kann fast nicht sagen, was schöner war 😛 Seit gestern ist auch die Ausgangssperre schon wieder passé, aber ich bin die ganze Woche eh wieder zu zivileren Zeiten gelaufen. So am Sonntag, wo Torben und ich gemeinsam die Wassertemperatur vom Kleinen Bornhorster See erkundet hatten. Also die Luft hatte an dem Vormittag ca. 8 ° und das Wasser fühlte sich ähnlich an. Es war wirklich herrlich und wir liefen beide nach dem Bad mit einem breiten Grinsen und muckelig warm weiter 😀

Noch kälter und vorallem nasser war es bei meinem Lauf am Dienstag …

… genauso wie am Mittwoch mit Torben.

Heute gab es den ersten Barfußlauf im Mai und es war gleichzeitig der erste Lauf seit längerer Zeit, der sich wirklich von vorne bis hinten super locker anfühlte und mich gute 16 km lang vor mich hin grinsen ließ. Wenn es überhaupt eine Beeintächtigung gab, dann war es die, dass mich fast die ganze Zeit ein grauenhafter Ohrwurm begleitete. „Ich trink auf dein Wohl, Marie“ von Frank Zander. Ich habe dieses Lied nirgends gehört und kenne auch keine Marie, keine Ahnung, wo diese Eingebung in meine Hirnwindungen herkam und ich verzichte zu EUREM WOHL auch auf eine Youtube-Verlinkung.

Apropos Hirnwindungen. Erst vor zwei oder drei Wochen dachte ich bei einem Stopp an meiner Lieblingsbank in den Bornhorster Wiesen, dass diese so langsam in die Jahre gekommen ist und ich fürchtete, dass man sie vielleicht bald einfach nur entfernen würde. Prompt fand ich heute eine neue Bankgruppe dort vor. Hurra. Das freut mich wirklich, dass die alte verwitterte Bank tatsächlich erneuert worden ist.

Das war das Düt un Dat der vergangenen Woche, morgen soll es warm werden und ich bin gespannt, ob ich meinen Mitläufer noch einmal ins Wasser bekomme 😎

2 + 13 und 16 + 13 + 9

Freitagmittag, Feierabend, Wochenende. Ab nach Hause, Essen und dann aufs Sofa, zwei Stunden schlafen und den im Anschluß geplanten Lauf gleich mal auf Samstag verschieben. Am Abend des selben Tages ging es gegen 23 Uhr ins Bett, um am Samstag gegen 12 Uhr, also nach 13 Stunden, wieder aufzustehen. Binnen kürzester Zeit 15 Stunden pennen, meine Güte, aber ich hatte ja gerade erst geschrieben, dass ich zur Zeit bis zum Abwinken schlafen kann.

Immerhin war ich dafür am Samstag leidlich ausgeschlafen genug um auf die selbe 16 km-Barfuß-Runde zu gehen, die mir eine Woche vorher zum Ende hin so schwer fiel. Diesmal war alles in Ordnung, auch bei den Fußaußenkanten.

Am heutigen Sonntagvormittag lief ich nach nur neun Stunden auf einem 13 km-Lauf mit Torben zum Kleinen Bornhorster See. Ganz langsam scheint sich das Wasser etwas zu erwärmen, trotz nach wie vor durch den kalten Wind frischen Lufttemperaturen, aber die viele Sonne macht es wohl.

Am Nachmittag bin ich dann mit Jens ins Gellener Moor gefahren, wo ich während seiner Nordic-Walking-Runde noch einmal neun Kilometer barfuß gelaufen bin. Trotz anhaltender Kälte sind die Sandwege schon sehr mullig, obwohl es in den vergangen Wochen recht viel geregnet hat. Der Wind trocknet die Böden schnell aus.

Innerhalb von knapp 23 Stunden habe ich 15 Stunden geschlafen und nahezu direkt im Anschluß bin ich innerhalb von 26 Stunden 38 km gelaufen. Das soll mir in dieser Kombination erst einmal jemand nachmachen 😀 😆 😛

Mal andersrum

Manfred widmte sich neulich dem Thema Wartezeit und zeigte uns dabei schöne Bilder von Darmstadt, die er aufgenommen hatte, während seine Schwiegermutter Arzttermine wahrgenahm. Nun war es mir heute vergönnt das zweite Mal auf meine Mutter zu warten, die ihr zweite Corona-Impfung bekommen hat. Wie beim ersten Mal hat es ziemlich genau eine Stunde gedauert. Ich könnte ja jetzt schon wieder lästern wie lange es bei dem Tempo dauert bis Oldenburg irgendwann einmal durchgeimpt ist. Aber stattdessen möchte ich auch schöne Bilder von Oldenburg zeigen, die ich während der Wartezeit aufgenommen habe.

Et voilà:

Dat Impfzentrum …
… in der Weser-Ems-Halle

Da stehen die Impflinge an, mit ihren FFP2-Masken an der frischen Luft. Ich finde es ja ein Ding, dass es überhaupt zu so langen Warteschlangen kommt. Könnte ja auch mal regnen oder sehr warm sein und die jetzigen Impfkandidaten sind ja in der Regel auch nicht mehr die jüngsten und fittesten.

Auch sehr schön: Der Parkplatz …
… und links die riesige Freifläche für den Oldenburger Kramermarkt. Rechts im Hintergrund sieht man die EWE-Arena, Spielstätte der EWE-Baskets

Bevor nun ein falscher Eindruck entsteht. Oldenburg ist insgesamt schon etwas schöner, allerdings liegt das Impfzentrum halt an diesem Veranstaltungsort, kann man nix machen. Deswegen habe ich die meiste Zeit auch im Auto auf meine Mutter gewartet und auf dem Telefon Solitäre gespielt 😀

Trotz der einstündigen Wartezeit und Dank der letzten Woche meiner Wiedereingliederung blieb aber noch genügend Zeit um am Nachmittag zu laufen. Dabei kam sogar die Sonne raus und die Temperaturen ließen sogar etwas den Frühling erahnen. So machte ich mich auf eine Barfußrunde. Während ich sonst immer etwas brauche um so richtig in den Lauf zu kommen und erst nach einigen Kilometern und dann im Idealfall bis zum Ende hin so richtig gut unterwegs bin, fluppte es heute von Anfang an. Als ich auf dem Radweg durch Bornhorst lief, war dieser und die danebenliegende, stadteinwärtsführende Fahrbahn der Landstraße wegen Baumpflegearbeiten für ein kurzes Stück gesperrt und ich mußte auf die freie Fahrbahn ausweichen. Dabei war die Fahrbahn durch die danebenliegende Sperrung so schmal, dass mich die Autos nicht überholen konnten und ich wetzte barfuß im Tribünenschritt durch die Baustelle, während die entgegenkommenden Autos sowieso davor warten mußten. Ganz großes Kino für einen Barfußläufer 😆

Kurze Zeit danach ging es aber auf altvertrauten Nebenstrecken weiter. Dabei hätte ich zu Beginn folgenden Gedanken nicht denken sollen: Wenn es sonst immer etwas braucht bis ein Lauf bei mir so läuft und es diesmal von Beginn an flott und flockig läuft, hoffentlich ist es dann nicht umgekehrt. Nun, diesen gedachten Gedanken nicht mehr zu denken, dafür war es nun zu spät und nach ca. 10 km fingen, besonders beim linken Fuß, die Fußaußenkanten im Bereich der Ballen an zu brennen und dieses Brennen steigerte sich kontinuierlich. Abkürzen? Dann hätte ich wieder durch die Sperrung durchlaufen müssen, diesmal aus der anderen Richtung, das wollte ich nicht. Außerdem hätte mich das auch nur zwei Kilometer gespart. Also trabte ich weiter und ertrug auf den letzten zweieinhalb Kilometern tapfer den ein oder anderen miesen Bürgersteigbelag und rang mir auch noch ein Lächeln und zwei, drei lockere Sätze ab, als mir auf dem letzten Kilometer Manfred, ein Wahnsinns-Ultraläufer, begegnete. Zuhause lief ich dann noch einmal meine Wohnstraße rauf und runter um die 16 Kilometer vollzumachen und hatte fertig. Es lief also tatsächlich mal andersrum, erst locker vom Hocker und dann rumpelig und etwas gequält. Zum Glück ist der holprige Beginn und der gute weitere Verlauf der Regelfall, so rum ist mir das nämlich viel lieber als so wie es heute lief.

Warum die Außenkanten der Füße auf dieser für sie gewohnten Strecke heute so krawallig waren, weiß ich auch nicht. Das kommt zwar nicht oft, aber immer mal wieder vor. Ich hätte ja auch Sandalen mitnehmen können, aber der Barfußläufer in mir hat ja auch seinen Stolz 😎

Ob es morgen wohl schon wieder andersrum vom Andersrum läuft ❓

Was macht eigentlich…

… des Deichläufers Depri? Ich kann mit Sicherheit sagen, dass das tiefe Tal der Tränen erst einmal weitestgehend durchschritten ist. Ich fühle mich um einiges besser, kann wieder schlafen (eigentlich könnte ich sogar nur noch schlafen, schlafen und nochmals schlafen) und meinen Gewichtsverlust habe ich auch schon wieder zu ca. 2/3 wettgemacht. Nach über einem Vierteljahr Krankschreibung befinde ich mich in der siebten Woche meiner achtwöchigen Wiedereingliederung und es läuft ganz gut. Die ersten vier Wochen brauchte ich nur drei Stunden täglich arbeiten, dass war ein Segen! In den letzten vier Wochen sind es jetzt sechs Stunden täglich, bevor ich in eineinhalb Wochen dann wieder ganz normal arbeite.

Ich nehme weiter täglich meine „Glücklichmacherpille“ und stemme mich weiterhin mit psychotherapeutischer Hilfe gegen das Ungemach dieser Tage. Das dieser C-Irrsinn mit all seinen Einschränkungen weiterhin nicht gerade hilfreich ist, dürfte klar sein. Auf der Arbeit bedrückt mich die Atmosphäre. Wechselweise befinden sich Kollegen im Homeoffice, die andere Hälfte drückt sich in den Büros rum. Das Gebäude ist für Publikum geschlossen. Persönliche Gespräche finden kaum statt und sollen auch unterbleiben und über nahezu gespenstisch leere Flure und Treppenhäuser wird mit Masken gehuscht. Schlimm. Desweiteren dämpft mich die Tatsache, dass nach dem grauenhaften Winter der Frühling nicht in die Füße kommt. Kälte, Frost und Glätte am Morgen, tagsüber ein Hagelschauer nach dem anderen. Es nervt. Immerhin ist es schon wieder lange hell und die kalte Luft ist sehr klar und läßt die Frühlingsfarben der erwachenden Natur sehr intensiv erscheinen.

Wenn ich nicht mit Torben laufe oder mit Jens gemeinsam starte, muß ich mich in Sachen Laufen teilweise ziemlich überwinden und mir manchmal innerlich kräftig in den Arsch treten um nicht den Schlendrian einreißen zu lassen. Wie auch heute. Wieder nur um die sechs Grad und jedesmal wenn ein Hagelschauer runterkommt, wird es in der Zeit noch kälter. Da das Sofa und die Decke gegen Laufklamotten, Mütze, Handschuhe und Sandalen einzutauschen und loszutraben ist Schwerstarbeit, obwohl ich doch genau weiß, was kommt, wenn ich denn erst einmal unterwegs bin. Immerhin wurde meine heldenhafte Aktion mich laufend in Bewegung zu setzen mit Trockenheit und ausbleibenden Eisbombardement belohnt. Allerdings nur ganz knapp:

Auch bleibt mir der Blick für die Schönheit der Natur, die Frühlingsfarben und die Lichtstimmungen am Himmel erhalten und nach einigen Kilometern bin ich drin im Lauf, den ich aber auch gerne zum Ablichten all dessen kurz unterbreche. Diese kurzen Stopps störten mich noch nie.

Nach viereinhalb Kilometern wandern die Sandalen ins Heckabteil, die Huntestrecke habe ich heute auch mal wieder fast für mich allein und die störende Kälte stört nicht mehr. Zum Abschluß der 15 km ist es dann wie (fast) immer, der Lauf war toll, ich bin frischluftgeflutet und es hat Spaß gemacht. Nicht umsonst wird Laufen als der perfekte Sport bei Depressionen gepriesen und ich freue mich schon auf die Zeit, wo das Laufen es wieder alleine schafft, ohne Pillen und Therapie. Aber bis dahin werde ich mir wohl trotz allem Wissen noch das ein oder andere Mal in den Hintern treten müssen. Aber solange auch das erfolgreich ist … 🙂

Neuer Streckenrekord und drei Läufe an drei Tagen

Am Montag gab es einen neuen Streckenrekord! Ok, nicht bei mir, mein Streckrekord wird in diesem Jahr schon sieben Jahre alt und wird so schnell wohl auch nicht mehr getoppt werden. Torben ist am Montag seine bislang weiteste Strecke ever gelaufen. 14 km hat er mich absolut spontan bei meinem Standardlauf an der Hunte begleitet. Neben der Streckelänge war auch der Gegenwind auf sieben Kilometer durchaus eine Herausforderung. Für mich war es der erste von drei Frühlingswetterläufen hintereinander.

Dienstag liefen Jens und ich wieder „gemeinsam“ und erlebten einen absoluten Massenauflauf auf der Strecke. Schönes und noch wärmeres und vorallem weniger windiges Wetter als am Montag, Schulferien und Lockdown, mehr Argumente für einen Ausflug auf Fährrädern, Inlinern und per pedes gibt es aber auch kaum.

Noch schöneres Wetter und noch mehr Menschen gab es heute. Wieder mit Torben unterwegs (auch er hat Ferien) überlegte ich einmal kurz in den Kleinen Bornhorster See einzutauchen, Badehose und Handtuch hatte ich im Laufrucksack dabei. Aber die Lust verging ging mir als sich uns das hier präsentierte:

Also aufs Bad verzichtet und stattdessen die förmlich explodierende Natur genossen.

Und extra für Manfred, zwei schnelle Schnappschüsse aus dem Auto heraus vom blühenden Straßenbegleitgrün in Oldenburg 😀 :

Ach ja, jetzt darf man auch endlich wieder mal richtig schwitzen beim Laufen 😆

Endlich mal wieder abkühlen müssen/dürfen 😆

Aber dran gewöhnen muß ich mich ja noch nicht, es soll ja wieder erheblich kühler werden. Drum war es gut, die letzten drei Tage ausgiebig genutzt zu haben 🙂

Fast ein ganzes Auto

Heute auf einem meiner gelegentlichen Läufe an der Hunte: Nanu, was parkt denn da am Wegesrand? Ein Fiat 500 Cabrio! Faszinierend!

Leider weist das Auto doch erhebliche Gebrauchsspuren und vorallem schwerwiegende Unfallschäden durch Seitenkollisionen links und rechts auf. So bedauerlich das ist, für mich ist es ein großes Glück, wäre ich doch sonst mehr als nur in Versuchung geraten auch dieses Fundstück zu bergen und mit Nachhause zu schleppen. Dafür wäre es auch etwas unhandlich gewesen, vorallem über mehrere Kilometer 🙄

Allerdings habe ich die Vermutung, dass ich am 23.Januar, bei dem Lauf auf dem ich das Krokodil geborgen hatte, schon einmal ein Fragment von diesem Gefährt gefunden habe:

Leider konnte ich das heute nicht wieder entdecken, obwohl ich es in den letzten Wochen noch mehrmals gesehen hatte. Ansonsten hätte ich es mitgenommen und ausprobiert, ob es paßt. Die übereinstimmenden Bruchkanten an Fiat und Seitenteil-Fragment legen das aber nahe. Das Bruchstück lag ungefähr zwei Kilometer vom Auto entfernt und, wie gesagt, das habe ich schon vor Wochen gesehen, während der Fiat erst heute auftauchte. Ich vermute, dass ihn erst jetzt jemand in der Uferböschung entdeckt und an den Wegesrand verfrachtet hat.

Im weiteren Verlauf des Laufs fand sich dann auch noch folgende Frage auf dem Weg:

Tja, ich habe da so meine Vermutungen 😦

Als ich dieses Foto machte, schloß von hinten ein Ende Zwanzig, Anfang Dreißig jähriger Läufer auf. Der muß ne ganze Ecke schneller als ich gewesen sein, hatte ich ihn doch vorher gar nicht bemerkt. Er lief an mir vorbei ohne mich eines Blickes zu würdigen. Als ich wieder anlief stellte ich aber fest, dass er langsamer war als ich und ich setzte locker flockig zum Überholen an. Nach dem Überholen war ich dann bemüht schnellstmöglich Abstand zu ihm herzustellen, schnaufte und prustete er doch, als wäre er auf Marathonweltrekordkurs und, was noch schlimmer war, er rotzte permanent vor sich hin, ekelig! Wozu das gut sein soll erschließt sich mir nicht wirklich, der muß doch zum Ende völlig ausgetrocknet sein, wenn man sein ganzes Inneres nach draußen befördert, bäh.

Da gefielen mir die nach den Stürmen und Dauerregen noch einmal ordentlich vollgelaufenen Bornhorster Wiesen doch erheblich besser.

Helges Fun Factory

Nach einigen doch recht fordernden Barfußläufen auf Asphalt, Beton und Pflastersteinen wollte ich meinen diebezüglich etwas gereizten Fußsohlen mal etwas Erholsames und Schmeichelndes bieten. Nachdem mich vor drei Tagen Klausilein ja recht ordentlich durchgepustet hatte, nahm gestern Vormittag sein Nachfolger Luis so langsam Fahrt auf. Beiden gemeinsam war viel viel Regen und ich unternahm einen kleinen Ausflug zu den schönen Sandwegen zwischen dem Ipweger Moor und den Gellener Torfmöörten. Vollgesogen mit Wasser und bedeckt mit riesigen Pfützen boten sie einen weichen, matschigen Untergrund für die Fußsohlen, quasi wie eine Fango-Packung, nur nicht ganz so warm 😉

Manche Pfützen waren auch tiefer als es den Anschein hatte und der Matsch spritzte beim Durchlaufen bis zu den Oberschenkeln. Da erwachte das Spielkind im Manne und ich mußte an Helge denken, die auch immer viel Spaß hat, wenn ihr der Matsch um die Ohren fliegt 😀 Deshalb übernehme ich auch einmal die Spaßskala von Helge und bewerte den 12 km-Lauf mit einer 10 +++ 😀

Praktischerweise fing es auch erst wieder an zu schütten, als ich wieder im Auto saß.

Trocken blieb es auch auf meiner heutigen Vormittagsrunde mit Torben. Wir liefen gemeinsam zum Kleinen Bornhorster See, wo ich endlich mal einen Fotografen für meinen Kneippgang hatte, dass mußte ich doch gleich ausnutzen 😛

Torben hätte es auch gerne selber ausprobiert, aber mit nassen Füßen wieder in Socken und Schuhe zu kommen, ist eben nicht so einfach. Was ist das doch schön mit den Sandalen 😀 Aber beim nächsten Mal nehmen wir für ihn ein Handtuch mit 😎

What shall we do with the drunken sailor ?

Heute war mal wieder einer dieser Tage, wo wir auch im Norden schon einmal das Wort Sturm in den Mund nehmen. Es gab hier zwar schon weit aus mehr Wind als heute, aber ganz schön pustig war es trotzdem. So pustig, dass ich es vorzog für meine Laufrunde mit dem Auto zu den Bornhorster Wiesen zu fahren. Der vorteilhafte Grund: Dort kann einem nichts auf den Kopf fallen. Nachteil: Es gibt auch nichts, was den Wind abhält bzw. Schutz vor diesem bietet.

Egal, fix aus dem beim Parken im Wind leicht vor sich hin schaukelnden Auto ausgestiegen und losgetrabt. Den ersten Kilometer hatte ich noch Rückenwind, der es mir schwer machte Kurs zu halten. Teilweise lief ich seitlich schräg im Wind, wurde kräftig von ihm geschubst und brauchte gelegentlich die gesamte Wegbreite 😀 Dabei kam mir der viel besungene betrunkene Seemann in den Sinn 😆

Aber immerhin war es nicht so heftig, dass ich mir mit dem einen Bein gegen das andere geschlagen habe, was bei anderen Sturmläufen schon vorgekommen ist. Nach dem ersten Kilometer ging es dann voll in den Wind und es kam mir gar nicht einmal so schlimm vor. Okay, das ein oder andere Mal bin ich nahezu auf der Stelle getreten, aber es lief, wenn auch eine Pace von um die 7:30 auf gerader flacher Strecke nicht unbedingt für Bestzeiten zu gebrauchen war 😆

Das einzige Mal, dass mein Blick sorgenvoll nach oben ging, war beim Unterqueren der Huntebrücke. Die ist bei Sturm schon so manchem Lkw oder Anhängergespann zum Verhängnis geworden, aber runtergefallen ist zum Glück doch noch nie ein Fahrzeug 🙂 Witzigerweise konnte ich auch nach dem Wendepunkt mit Rückenwind kein zügiges Tempo anschlagen und nur einige wenige Male schob mich der Wind derart, dass ich nichts anderes machen konnte als immer schneller zu werden.

Zu Anfang hatte es teilweise noch kräftig geregnet und die Regentropfen schossen mir wie Hagelkörner ins Gesicht, so dass ich mir teilweise die Hand über die Augen halten mußte. Etwas später blinzelte aber sogar ab und zu die Sonne. Dem Sturm hatte ich auch zu verdanken, dass ich mir die Strecke heute nur mit zwei Läufern und einem Spaziergänger teilen mußte, sehr angenehm. Einer der Läufer -Typ athletisch-muskulöser Sportstudent- überholte mich, fragte mich kurz „Tut das nicht an den Füßen weh?“ und entschwand so schnell, dass ich nur ein kurzes „Nö“ antworten konnte. Kurze Zeit später bog er ab und übersprang elegant zwei Pforten in den Weidezäunen *neid*

Der letzte Kilometer bot mir dann noch einmal die volle Dröhnung von vorne und die Pace sank gegen 9. Schlußendlich lief ich die gut 14 km im 6:47er Tempo mit einem Durchschnittspuls von 164. Die Sache war eben doch etwas fordernder 😎

Überhaupt hatten wir hier neben dem Sturm die letzten Tage so ziemlich alle Wetter: Regen, Sonne, Nebel und vorgestern sogar noch einmal Schnee, der aber zum Glück nicht liegengeblieben ist. An dem Tag mußte auch wieder die kleine Kneippvariante im Kleinen Bornhorster See reichen 🙂

War sonst noch was? Nö, mehr fällt mir zumindestens nicht ein 🙂

Kurze Fragen zu kurzen Läufen

Während ich heute etwas länger gelaufen bin und mit 20,1 km mit Ach und Krach den zweiten 20iger in diesem Jahr voll bekommen habe, ging mir nicht nur ein gewisser „Duft“ durch die Nase …

… sondern auch eine gewisse Frage durch den Kopf. Aber zuerst noch ein paar wenige Eindrücke zum heutigen 20iger, den ich wieder komplett barfuß laufen konnte:

Was mir nun bei diesem Lauf u. a. durch die Kopf ging, war die Frage, ab wann ist ein Lauf eigentlich ein Lauf? Warum? Weil ich am vergangenen Wochenende einmal nur zum Brötchenholen gelaufen bin. An dem samstäglichen Vormittag war es kalt und ich überlegte auf welche Art und Weise ich die 1,3 km zum Bäcker zurücklegen sollte. Im Regelfall mache ich das mit dem Fahrrad, hatte aber irgendwie keine Lust aufgrund der Kälte extra Schuhe anzuziehen. Ein Spaziergang dauerte mir zu lange und das Auto kam schon einmal gar nicht in Frage. So entschied ich mich eben mal schnell in die Laufklamotten zu schlüpfen und hinzujoggen. Weil der direkte Weg eine nicht barfußtaugliche Rollsplit-Passage enthält, legte ich mit einem kleinen Schlenker schlußendlich satte 3,1 km zurück. Hin, rein zum Bäcker und wieder zurück. Mit dieser beeindruckenden Kilometerzahl konnte ich dann noch fett meine etwas maue Februar-Statistik pimpen 😀

Wenn man sich die Regeln fürs Streaken anschaut, muß man ja täglich mindestens eine Meile, sprich 1,6 km, zurücklegen. So gesehen war es schon ein „richtiger“ Lauf, mit dem Vorteil, dass aufgrund von kühler Temperatur und Kürze kein anschließendes Duschen notwendig war 🙂

Hier einmal zwei kurze Fragen zu kurzen Läufen an meine treue, laufende Leserschaft:

  • Ab wann ist für Euch ein Lauf ein Lauf, für den es sich lohnt die Laufklamotten anzuziehen?
  • Lauft Ihr eventuell auch extra nur mal um eine kleine Besorgung zu erledigen?

Ein Schmetterling und ein Schatz

Heute in der Mittagszeit flatterte ein Schmetterling, genauer gesagt ein Zitronenfalter, vor dem Haus herum. Ein Schmetterling im Februar, ich wüßte nicht, dass mir schon jemals einer zu dieser Jahreszeit begegnet ist. Es war aber mit 16 ° auch nochmal verdammt warm. So warm, dass ich meinte die diesjährige Badesaison eröffnen zu können. Nein, im Ernst, schon seit längerem liebäugelte ich damit, meine regelmäßigen Kneippkuren im Kleinen Bornhorster See einmal zu „vertiefen“ 🙂 Einfach mal ausprobieren wie es sich anfühlt und bei 16 ° brauchte ich ja wenigstens nicht beim Aus- und Anziehen zu frieren 🙂

Als ich gestern meine Laufrunde mit Torben drehte, war es noch wärmer als heute. Trotz kurz/kurz geriet ich so richtig ins Schwitzen. Wir liefen gerade an der Hunte entlang, als Torben am anderen Ufer auf dem Deich eine Kiste liegen sah. Er war der felsenfesten Überzeugung, dass es sich nur um eine Schatzkiste handeln könne. Da blieb uns nichts anderes übrig als die geplante Route zu ändern, den Fluß über die Huntebrücke zu überqueren, um auf eben diesen Deich zu gelangen. Auf dem bin ich tatsächlich noch nie gelaufen, allerdings führt er stadteinwärts auch direkt auf die Hafenanlagen zu.

Als wir bei der Kiste ankamen, war die Enttäuschung groß, der Schatz wurde offensichtlich schon geraubt und nur die leere Kiste zurückgelassen 😦 Als wir diesen Schock verdaut hatten, konnten wir aber immerhin mal eine andere Strecke genießen, u. a. über die Kaianlage vom Hafen. Da dort gerade keine Schiffe lagen, die be- und entladen wurden, trauten wir uns dort entlang und es war sogar so aufgeräumt, dass ich dort bedenkenlos barfußlaufen konnte.

Die Strecke wurde durch die Schatzsuche etwas länger und führte Torben nahe an einen Streckenrekord. Wenn das kein wahrer Schatz gewesen ist! 🙂