Ein Scheißthema

Ich kann Euch dieses Thema leider nicht ersparen, dafür ist es bei mir augenblicklich zu präsent. In diesem Beitrag hatte ich es auch schon kurz angedeutet. Wenn ich zur Zeit meine immergleichen Standardrunden drehe, werde ich jedes Mal damit konfroniert und muß sehen wie ich damit klar, bzw. dadurch komme. Es ist wirklich nicht einfach. Zu guter Letzt ist dieses Thema auch noch wirklich delikat, im wahrsten Sinne des Wortes. Mir muß beim Laufen aber auch wirklich immer der letzte Scheiß passieren 😦 Und zwar dieser hier 😆 :

Noch netter wird die Geschichte bei Regen:

Da können die Viecher noch so treudoof gucken, dass ist einfach kein Benehmen, is das nämlich nicht :-/

Da lob ich mir doch einen schönen grasbewachsenen Weg, der ist zwar auch nicht ganz ohne … Schafsgeschiss, aber das bisschen spielt keine große Rolle 😛 Kuhfladen waren allerdings keine zu befürchten, da die Hübschen auf der Weide waren 🙂

Aber trotz dieses Scheißthemas, es scheint langsam wieder aufwärts zu gehen 😎

Sieben Stunden Beton und keine zwei linke Füße

Letzte Woche Samstag waren Jens und ich nach Venlo in die Niederlande gefahren um im Großhandel für Jens Firma einzukaufen. Solche Tage haben es alleine wegen der Fahrerei in sich. Drei Stunden hin, drei Stunden zurück und dazwischen dann noch sieben Stunden Großhandel.

Sieben Stunden die Konzentration für den Einkauf zu wahren sind ja schon nicht ohne, aber sieben Stunden barfuß auf aalglatt gestrichenen Betonböden im Schlendermodus mit drei Schritten vor und zwei zurück waren auch für meine Kummer gewohnten Füße eine Herausforderung, erstrecht für die linke Ferse. Ich fürchtete für sie irgendetwas zwischen dem Rest geben und heilsamer Härte. Zum Glück tendierte sie zu letzterem, obwohl sich zum Ende mein Fahrgestell wie nach einem Marathon anfühlte, war meine Ferse am nächsten Tag sogar ruhiger als noch mehr beleidigt 😀

Das war auch sehr gut so, sind doch diese Tage meine Münchener Freunde Angela und Heimo im Lande. Da unser traditioneller Osterlauf dieses Jahr nur virtuell stattfinden konnte, freute ich mich wie Bolle mit den beiden am Sonntag endlich einmal wieder real laufen zu können und eine erste Runde zum und um den Kleinen Bornhorster See war auch schon ein schierer, wenn auch etwas schwülwarmer Genuß.

Am späten Mittwochnachmittag sind Heimo und ich zur Thülsfelder Talsperre gefahren um laufend zu erkunden, ob die Heide blüht. Da die 10 km Runde um die Talsperre zu großen Teilen nicht barfuß laufbar ist, habe ich meine Sandelen eingepackt. Wenn man allerdings in seinem Sandalensalat keine Ordnung hält und beim Einpacken auch nicht richtig hinschaut, darf sich der gemeine Deichläufer nicht wundern, wenn er zum Laufstart plötzlich mit zwei linken Sandalen dasteht 😆 Dafür hatte ich dann doch nicht die passenden Füße 😯 Was für ein Glück hatte ich aber, dass ich immer die Neopren-Schlappen als Notfallschuhe im Auto habe und man als Minimalläufer im Prinzip mit allem laufen kann, puh 😀

So konnte die Runde um die Talsperre starten. Nach dem es den ganzen Tag teilweise wie aus Eimern gegossen hatte, war es zum Lauf bis auf zwei kleinere Schauer trocken und wir genossen den Törn bei frischer Luft und teilweise imposantem Wolkenspiel. Allerdings blühten die großen Heideflächen im Bereich des alten Schafsstall nicht mehr 😦

Unsere Enttäuschung darüber wurde aber nach Überquerung der Brücke über einen Seitenarm der Talsperre gemildert, denn ab da blühte die Heide noch. Ein schönes Bild, wenn auch die Flächen dort nicht so groß sind.

Leider war der Lauf viel zu schnell zu Ende, es ist an der Thülsfelder Talsperre immer wieder schön. Die 8 €-Neoschlappen haben auch einen guten Job gemacht, wer braucht da schon teure Laufschuhe? 😆

Tolle Läufe waren es mit Angela und Heimo. Ich freue mich jetzt schon auf Weihnachten 🙂

Nette Gespräche und die Härten des Barfußlaufens

„Das sieht ja ganz geschmeidig aus“ sagte ein anderer Läufer zu mir, als er zu mir aufschloß, als ich während meines einzigen Hitzelaufs in den letzten Wochen an der Hunte entlang trabte (wie oft ich das wohl schon gemacht habe 🙄 ).  Es folgte ein kurzes nettes Gespräch übers Barfußlaufen und dann zog er mit einem flotten, lässigen Laufstil weiter.

Die Möwe ist ein Seltenheit an der Hunte. Leider gelingt es mir mit dem neuen Editor nicht die Bilder zu beschriften, weiß da jemand Rat?

Gestern folgte bei meinem ersten Lauf nach Ende der großen Hitze ein Gespräch mit einer Fahrradfahrerin, der ich die Pforte neben einem Gatter aufhielt, weil wir nahezu zeitgleich dort ankamen. Sie ist mir schon oft begegnet, gegrüßt hatte sie nie. Aber nun weiß ich die halbe Krankengeschichte der 71-Jährigen 😀 Der Lauf blieb mit gut 7 Kilometer erst einmal im einstelligen Bereich, um es, mit Ausnahme des oben geschilderten Laufs, nach vierzehn Tagen Pause nicht gleich zu übertreiben.

Nahezu auf die gleich Länge kam ich auch heute und wieder ergab sich zum Ende des Laufs ein Gespräch mit einem Radfahrer, den ich auch schon häufig gesehen habe, es aber immer bei einem kurzen Nicken zum Gruß geblieben ist. Er bewunderte mein ganzjähriges Barfußlaufen und auch wieder nicht, weil er schon vor über 20 Jahren einen Barfußläufer gekannt hat, der seinerzeit ein Oldenburger Original gewesen sein soll. Nun, dass war noch lange bevor ich das Laufen für mich entdeckt hatte und der Name sagte mir auch nichts.

Das waren drei nette Kontrastgespräche zu dem „Nich gut“- Radfahrer von vor zwei Wochen und überhaupt ungewöhnlich viel Gespräche für die drei Läufe 😀

Einen gewissen Anspruch hatten meine beiden kurzen Läufe aber auch, beinhalteten sie doch einen Abschnitt, auf dem seit mehreren Tagen die Schafe frei herumlaufen. Ihre Hinterlassenschaften glichen einem Minenfeld, das ich mit nonchalanter Eleganz und nahezu mit 100%igem Erfolg umtänzelte. Witzigerweise wurde ich bei dem Hindernislauf immer schneller, ohne die Trefferquote zu erhöhen 😆 Manch andere Läufer, Spaziergänger und Radfahrer nötige mein Barfußspießrutenlaufen allerdings das ein oder andere Schmunzeln oder den ein oder anderen Kommentar ab 😀

Dat Leben is aber auch wirklich voller Härten, insbesondere das eines Barfußläufers 😆

Ein weiterer Härtefall sind die Gitter unter den Pforten neben den Gattern, die verhindern sollen, dass die Schafe durch die Pforten entkommen. Auch sie sind wahrlich nicht barfußfreundlich, ein lockeres Durchlaufen ist da nicht, sondern immer ein vorsichtiges Drüberhangeln 😀

Zur augenblicklich letzten Härte des Barfußlaufens: Kaum ist es mir in den letzten Monaten ein paar Mal gelungen von der Haustür aus meine komplette Huntewiesenrunde barfuß zu laufen und dabei den Wegstrecken mit schlechtem Asphalt zu trotzen, wurden diese jetzt mit einer frischen und äußerst üppigen Rollsplitt-Schicht überzogen. Aus dem Maus mit Santa Klaus, da fällt das Barfußlaufen erst für einige Zeit wieder flach.

Aber ansonsten ist eigentlich alles tutti 😛

Nich gut …

Vorgestern habe ich den August lauftechnisch noch einmal barfuß auf der Huntestrecke begrüßt. Zum Ende des unspektakulären und langsamen Laufes stand ich dann noch kurz da um etwas abzukühlen, als ein Radfahrer an mir vorbeifuhr. Als er mich ansprach verzichtete er auf einen Gruß, weil dann hätte die Zeit während des Vorbeiradelns für seine gewichtige Botschaft wohl nicht gereicht und beglückte mich mit der halb vernuschelten Mitteilung: „Nich gut, was Du da machst, hab ich mal einen Fersensporn von bekommen“, auf die mir in dem Moment nur ein „okay“ einfiel. Weg war er. Verständlich, dass er sich nicht auf ein Gespräch oder gar eine Diskussion eingelassen hatte, schließlich sprach seine Aussage für sich und damit erübrigte sich selbstverständlich auch jeglicher Dialog.

Nun stand ich da, fühlte mich mit meiner frevelhaften Tat ertappt, schließlich könnte hinter meinen momentanen Fersenproblemen ja auch tatsächlich ein Fersensporn stecken, wer weiß? Obwohl ich stark vermute, dass es auch schon (lauf)beschuhte Menschen mit Fersensporn gegeben haben soll, werde ich mich dieser unmissverständlichen Äußerung natürlich umgehend beugen und mir unverzüglich wieder Hokas, Pegasuses oder sonstige Laufsofas* an die Füße bappen um diesen Barfuß-Sündenfall nach drei Jahren wieder zu beenden! 😀

So kam es dann auch. Tags darauf schnürte ich zwar doch noch keine Kuschelpuschen* aber immerhin Sandalen an die Füße. Um ganz bewußt die Barfußchallenge zu beenden und nicht doch noch auf weitere Rekorde in dieser Hinsicht zu schielen und mich damit evtl. zu stressen, bin ich im Wald am Woldsee gelaufen. Die Strecke ist nahezu 100%ig nicht barfußgeeignet. Der Wald ist nicht groß, es bedarf schon einer Doppelrunde um 10 km zu laufen, aber er bot doch einwenig Schatten, denn die Sonne schien trotz teils dunkler Wolken kräftig, obwohl die Temperatur nur bei um die 19° lag. Aber eben diese Frische wollte ich noch einmal mitnehmen, bevor auch bei uns im Norden die Hitze Fuß fassen soll.

Erstaunlicher Weise durfte ich nach fünf Wochen unten ohne gleich wieder feststellen, dass meine Ferse auf das Laufen mit Sandalen empfindlicher reagiert als gänzlich barfuß, nicht dramatisch, aber doch spürbar. Für mich ist das unerklärlich, aber deshalb habe ich beschlossen nun doch nicht diesem weisen Radfahrer zu folgen, sondern weiterhin, wo immer es geht, auf jegliches Schuhwerk zu verzichten 🙂

*in Bezug auf meine etwas saloppen obigen Äußerungen zu Laufsofas und Co möchte ich noch einmal ausdrücklich daraufhinweisen, dass das für MICH gilt und ich damit keinerlei Wertung über Läufer abgeben möchte, die mit solchen Schuhen gut zurechtkommen!

 

Neben meiner Lieblingsbank

… auf meiner üblichen Huntestrecke (zu sehen hier) spielte sich heute ein Notarzteinsatz ab. Ich konnte noch nicht ahnen wo die hin wollten, als ich auf dem schmalen Weg zur Hunte zur Seite trat um Rettungs- und Notarztwagen passieren zu lassen, bis sie dann nach wenigen hundert Metern an just jenem Punkt anhielten. Im Vorbeilaufen sah ich mit einem kurzen Seitenblick einen leblosen Männerkörper mit entblößter Burst, um den sich die Wagenbesatzungen mühten. So etwas wünscht man sich beim seinem Lieblingssport nicht zu sehen, zumal mich der Gedanke daran beklemmte, dass ich den RTW bestimmt schon über 10 Minuten vorher das erste Mal und zwischenzeitlich an anderer Stelle gesehen hatte, offensichtlich konnten sie den Einsatzort nicht gleich finden.

Trotzdem konnte ich die Gedanken daran erstaunlich schnell wieder loslassen und genoß trotz regen Pfingstausflugsverkehrs, mit einigen Bemerkungen zu meinem Barfußlaufen, diesen Lauf bei fanastischem Wetter. Ungefähr einen Kilometer vor Zuhause, schon wieder im Oldenburger Stadtgebiet auf dem Bürgersteig laufend, fuhr ein Auto ganz langsam neben mir und der Fahrer fragte mich freundlich durchs geöffnete Fenster, ob er mich einmal fragen dürfte wie weit ich barfuß so laufen würde, witzig! Auf den allerletzten paar hundert Metern begegnete er mir noch mal und grüßte ein weiteres Mal.

Bilder vom Freitagslauf

So endet der Mai mit einem schönen, etwas über 17 km langen Lauf. Das Monatsergebnis ist dieses Mal etwas verhaltener als im März und April, aber ich bin immer noch sehr zufrieden. Zumal sich mein in letzter Zeit krauses Nervenkostüm wieder etwas zu glätten scheint und mich das heutige Erlebnis an der Hunte zusätzlich noch einmal mit der Nase darauf gestoßen hat, dankbar zu sein. Da scheint sich ein Einsatz einer lieben Freundin für mich offensichtlich doch gelohnt zu haben. Ein besonderes Dankeschön deshalb noch einmal dafür! 🙂

Genervt vom genervt sein

Ja, ich gebe es zu, seit mehreren Wochen schon bin recht genervt.

Nein, eigentlich darf ich es nicht sein, schließlich geht es mir gut, gesundheitlich wie wirtschaftlich.

Trotzdem bin ich genervt und komme aktuell nur schwer dagegen an. Dabei nervt es mich, dass ich so genervt bin. Ich schwanke zwischen sich dem Genervtsein einfach hinzugeben und mir dafür selber noch welche auf den Deckel zu hauen.

Das nervt!

Was mich nervt ist natürlich in erster Linie die never ending C-Story. Zwar verschließe ich mich relativ erfolgreich der Nachrichten- und Geschwafellage zu diesem Thema. Aber ansonsten hat man im Alltag nahezu keine Chance nicht permanent daran erinnert zu werden. Nicht einmal beim ordinären Brötchenkaufen oder beim Bezahlen der Tankrechnung. Schilder über Schilder, überall Klebelinien am Boden, jeder Laden übertrumpft den nächsten in seiner vorbildlichen Umsetzung der Abstands- und Hygienregeln. Permanent habe ich das Gefühl mit einem Fehltritt die Volksgesundheit aufs Spiel zu setzen, wenn nicht gar schlimmeres. Und natürlich die dämliche Verpflichtung sich überall einen Lappen vor die Fr…. zu hängen. Mich stresst das! Für mich ist das alles eine Fortsetzung des Lockdowns, weil ich unter diesen Umständen wirklich nur das Allernötigste einkaufe und erledige. Ausnahme: Wir gehen, seit es wieder erlaubt ist, wieder in unser kleines Restaurant um die Ecke, aber auch dort, nackte Tische, um alles fix desinfizieren zu können. Wir desinfizieren uns noch dumm und dämlich und nach Corona sind wir deswegen wahrscheinlich empfänglich für jeden Sch…. für alles mögliche.

Nicht besonders erhellend kommt hinzu, dass meine bessere Hälfte seit einigen Wochen krank ist und mir darüberhinaus eine räumliche Veränderung auf der Arbeit noch zusätzlich auf den Nerven rumtrampelt. Da droht sogar meine Lauflust den Bach runterzugehen, höchst bedenklich!

Dem widerstehe ich aber tapfer und laufe meine gewohnten Umfänge und das obwohl meine linke Ferse aktuell zickt. Das hat sie vor einem Dreivierteljahr schon einmal getan und so erinnerte ich mich heute daran wieder einmal meine FiveFingers anzuziehen und daran links eine Gel-Ferseneinlage zu verwenden. Hat wieder prima geklappt, wenn auch meine, einer vollständigen Umhüllung entwöhnten, Füße gleich wieder mit Blasen auf die engen V-Runs reagiert haben. Zwar hatte ich damit gerechnet und Pflaster eingesteckt, die blieben aber nicht einmal einen Kilometer an ihrem Platz. So bin ich die letzten eineinhalb Kilometer der knapp 11 Kilometer langen Strecke doch wieder barfuß gerannt. Was mich dabei gewundert hat, ist, dass mich diese Umstände gar nicht genervt haben. Deshalb scheint bei mir wohl doch noch nicht Hopfen und Malz verloren zu sein 🙂

Gepimpter Barfußlaufschuh, eigentlich ein Widerspruch in sich. Aber wenn´s hilft 😀

Barfuß nach Berne

… das war meine Absicht. Den gut 20 km von Oldenburg entfernten Wohnort meiner Schwiegermutter habe ich in den letzten Jahren so einige Male laufend aufgesucht. Auch bin ich vor fast genau einem Jahr schon einmal ein gutes Stück der Strecke, nämlich 13,5 km, barfuß gelaufen. Diesmal sollte es erstmalig die komplette, auf 21,3 km ausgetüffelte Strecke sein.

Aber schon noch einem Kilometer fand mein Vorhaben ein jähes Ende durch frisch aufgebrachten Asphalt. Normalerweise ist frischer Asphalt ein Fest für bare Füße, aber in Oldenburg wird seit geraumer Zeit auf Nebenstrecken ein extrem grober Asphalt verwendet, der kurze Zeit später noch durch eine Lage Rollsplitt verschlimmbessert wird. Dieses Stück ist jetzt auf unabsehbare Zeit fürs Barfußlaufen verloren und auf Kilometer Nr. 2  hatte ich deshalb die Leguano Socks an den Füßen.

Ab dem dritten Kilometer ging es dann aber wieder barfuß weiter und nach gut sieben Kilometer folgte ein langer grasbewachsener Abschnitt unterm Huntedeich. Die Hoffnung auf geschmeides Laufen auf kuscheligem Gras wurde allerdings enttäuscht. Die Trockenheit hat den Boden hart werden lassen, steinhart. Außerdem gelang es mir über Kilometer kaum einer Treckerspur auszuweichen, die sich zu feuchteren Zeiten in den Weg gedrückt hatte und nun zu einer knüppelharten Waschbrettpiste mutiert war. Verdorrte Maulwurfshaufen zeigen Risse wie ausgetrocknete Flußbetten. Fast die ganzen sieben Kilometer rumpelte ich über solcherlei Geläuf.

Dann folgte ein steindurchsetzter Abschnitt. Hätte ich gewußt, dass er nur ca 200 m lang ist, hätte ich die Leguano Socks gar nicht erst angezogen, so mußte ich aber noch einmal 200 m von meiner Barfußlaufchallenge abziehen :-/

Schlußendlich war ich froh, als ich endlich wieder Asphalt unter die Fußsohlen nehmen durfte. Hach, Asphalt kann sooooo schön sein 😀 Vorbei an einem Haus im Bayernlook, mit entsprechenden Gemälde an der Garagenwand, lief ich über die große Klappbrücke, um auf die andere Hunteseite zu wechseln und um die letzten Kilometer auf Berne zuzustreben.

Nach 21,2 km erreichte ich mein Ziel und verfehlte dabei mein Ziel, die gesamte Strecke barfuß zu laufen um 1,2 km. Aber ich denke, ein Verhältnis 20 zu 1,2 km kann sich auch sehen lassen 😎

In Berne erwarteten mich aus diesem Anlaß (nein, nicht meine Schwiegermama, sondern meine Schwägerin 😆 ) …

… im kleinen Kreis zuerst Torte und später Gegrilltes. Da waren so manche rubbeligen Waschbrettkilometer schnell wieder vergessen und es bleibt die Erinnerung an einen insgesamt coolen Fastbarfußlauf nach Berne 😀

Morgenlauf

Was macht man, wenn man die halbe Nacht nicht schlafen kann? Statt sich nur noch hin und her zu wälzen, aufstehen und laufen gehen. So bin ich heute in aller Herrgottsfrühe auf die Piste gegangen und wurde dafür am Kleinen Bornhorster See mit einem wunderschönen Sonnenaufgang belohnt 😎

Überraschung: Das Wasser war wärmer als die Luft, die hatte aber auch nur 3 bis 4°.

Nun zum Sonnenaufgang:

 

Bäume

Es läuft mit dem Laufen. Läufe und Kilometer sammeln sich fleißig, die Lauffreude ist groß, das Wetter läßt keine Wünsche offen, was will mein Läuferherz mehr? 🙂 Immer wieder Sonne, Sonne, Sonne, allerdings bei sehr unterschiedlichen Temperaturen. So zog ich bei meinem letzten April-Lauf am 30. sogar noch einmal meine gelbe Allwetterallzweckwaffenjacke an. Aber dieser Himmel, diese Wolken, diese Farben, dieses Blütenmeer, diese Frische, fanatastisch!

Das es immer wieder Idioten gibt, muß man einfach ausblenden. Diesen Müll sammelt regelmäßig ein 10-jähriges Mädchen. Da muß schnell noch ein idyllischen Storchenbild her, um das wieder zu vergessen.

Ein paar Tage später bot sich mir die Gelegenheit eine Runde durch den Barneführer Holz, ein Waldgebiet südlich von Oldenburg zu drehen. Dort ist es wunderschön, bedingt aber immer eine automobile Anreise, weswegen ich dort recht selten laufe. Im Wald zu laufen ist deshalb immer etwas besonderes für mich, weil selten und fast schon exotisch. Und es geht auch regelmäßig schief, so selten ich dort auch laufe, so regelmäßig verlaufe ich mich nämlich in diesem Wald. Des gewohnten freien Blickes durch die vielen Bäume beraubt, war der erste Weg, den ich an einer Abbiegung nehmen wollte, schon der falsche und der nach ca. drei Kilometern erhoffte Trail entlang der Hunte wollte und wollte sich nicht finden lassen. Genauso wenig wie die Bahnlinie Oldenburg – Osnabrück, die ich vorher noch überqueren mußte. Als ich endlich an einer Rasthütte auf einen dort hängenden Plan schauen konnte, deutete ich die Richtung, aus der kam falsch und lief deshalb folgerichtig wieder auf einem falschen Weg weiter. Die Kartenfunktion auf dem Smartphone führte mich im weiteren Verlauf noch zweimal in plötzlich endende Wege und ich gebe zu, dass ich schon etwas genervt war, als ich den Huntetrail endlich nach knapp 14 statt der grob geschätzen drei Kilometer erreichte 😆

Schlußendlich wurden deshalb aus den knapp 10 geplanten 18 Kilometer. Aber wat willste machen, wenn die Bäume da einfach zu Hauf rumstehen und Dir gnadenlos die Orientierung erschweren :mrgreen: Schön war der Lauf aber trotzdem, oder gerade deswegen? 🙄 😉

Da lobe ich mir doch Bäume in etwas homöopathischeren Dosen auf meinen üblichen Strecken, da komme ich einfach besser mit ümme 😆

Es geht halt nichts über den nötigen Weitblick 😀

Und barfuß laufen geht auf meiner Standardstrecke auch besser. Wer nämlich denkt, der Wald ist ein Barfußlaufparadies, der irrt gewaltig. Tannenzapfen, alte Bucheckern, Wurzeln, Steine und immer wieder Schotter auf den Wegen lassen diesen Traum nämlich wie eine Seifenblase zerplatzen 😉

Es reicht

… schon ein bisschen Nieselregen und es herrscht wieder Ruhe auf meiner Laufstrecke 🙂 Ich bitte es nicht falsch zu verstehen, ich gönne jedem in diesen schweren Zeiten seine Bewegung in der Natur, aber schön war es halt schon, wieder fast alleine über mein Lieblingslaufstrecke zu düsen 😀

Lediglich vier Radfahrer und drei Spaziergängerinnen begegneten mir auf 14 Kilometern, herrlich. Wetter und Einsamkeit beflügelten mich offensichtlich dermaßen, dass ich auch etwas schneller als üblich war. Außerdem waren die 14 km neuer Barfußrekord auf nassem Asphalt, den die Fußsohlen blendend überstanden haben. Die Pace lag bei schönen 5:42 und der Durchschnittspuls angeblich nur bei 137, woran ich aber leichte Zweifel hege, da ich bei meinem üblichen Tempo zwischen 6:00 bis 6:15 schon immer einen Puls im 140er-Bereich habe.

Wer hätte gedacht, dass ich mich nach dem mordsmäßig verregneten Winter so über Regen freuen würde. Für die Natur war es allerdings erst einmal nur ein Tropfen auf den heißen Stein :-/

Und einmal extra für Elke, die in meinen Posts Bilder von Häusern und Industrie vermisst 😉 : Am Ende meiner 7 km-Pendelstrecke gelange ich an den Hafen, da kann ich dann auch einmal etwas anderes als Grün und Natur bieten, aber nur ein bisschen 😀

Ein eigentlich alltäglicher Lauf, der wieder einmal einfach nur genial gewesen ist! 😎