Langzeitwirkung

Bei meinem Geschreibsel über den Etappenlauf von Bourtange nach Bad Nieuweschans hatte ich doch glattweg vergessen eine Sache zu erwähnen 🙂 Die lange Strecke, die wir entlang des Kanals gelaufen waren, war ja so herrlich grasbewachsen, dass ich dort natürlich barfuß gelaufen bin. Was ich allerdings nicht oder immer erst sehr spät gesehen hatte war, dass zwischen dem Gras immer mal wieder Brennesseln wuchsen.

08.12.19 31

Nicht höher als das Gras hatten sie sich gut getarnt, was mich ERST EINMAL auch nicht juckte, da ich irgendwie davon ausging, dass Brennesseln im Dezember nicht mehr brennen. Ein Irrtum, wie sich schnell herausstellen sollte 😯

Schon im kuschelig warmen Wasser des Thermalbads kribbelten und prickelten die Füße kräftig vor sich hin und auch in der folgenden Nacht ließ das kaum nach. Das aber selbst eineinhalb Tage später die Füße noch ein deutlich sichtbares Zeugnis von der Hinterhältigkeit dieser Pflanzen ablegen würden, hätte ich nicht gedacht 😆

10.12.19 01

Das hielt mich allerdings nicht davon ab, noch am selbigen Tag meinen schon über einen Jahr alten Barfußlangstreckenrekord zu pulverisieren. Nämlich von bisher 21,2 km auf …. 22,1 km ❗ 😆 Dabei war meine Garmin mal wieder nicht so wohl temperiert wie meine Füße und stieg mal wieder kältebedingt aus. Als ich zum Ende des Laufs die Speichertaste drückte, ging das gute Stück aus und quittierte nach dem Neustart meinen Allzeitrekord mit dem Wort „Ungültig“, Miststück, damisches 👿 Schließlich war es mit um die 5° nun nicht wirklich kalt, auch wenn der Wind die gefühlte Temperatur nahe Null drückte. Vielleicht will mir die Garmin damit aber auch nur zum Ausdruck bringen, dass sie auch Gefühle hat 🙄

10.12.19 01

Egal, wenigstens kribbelten meine Füße nach den 22 Asphalt-Kilometern erneut, was allerdings nichts mehr mit den Brennesseln zu tun hatte 😆 Da konnte auf meiner heutigen kurzen Runde ein wenig Kühlung nicht schaden. Kneippen soll ja schließlich so gesund sein 😛

Eintausend, tollkühne Männer in ihrer fliegenden Kiste, (Glüh-)Weinseligkeit

Am Donnerstag war ganz schön was los im Reich des Deichläufers 😎

Zuerst vollendete ich, kurz vor Jahresschluß, bei einer schnellen Mittagsrunde 1.000 Barfußjahreskilometer!

04.12.19 01

Bei diesem Lauf war ich dann auch noch zufällig zur rechten Zeit am rechten Ort. Gerade als ich im Bereich der Treppe der Huntebrücke war, wunderte ich mich über einen sehr tief fliegenden Hubschrauber und dachte dabei zuerst an einen Polizeieinsatz. Als ich einen Moment später an der Hunte ankam, flog der Hubschrauber schon direkt über dem Wasser und … sauste einen Augenblick später unter der Huntebrücke durch. Dabei sah ich, dass es sich ein Bundeswehrhubschrauber handelte. Tze tze tze, unsere Vaterlandsverteidiger, nichts als Unsinn im Sinn 😀 Leider war ich in dem Moment etwas zu nah dran, so dass es nicht so gut zu erkennen ist, dass der Hubschrauber unter der Brücke durchflog. Dafür flog mir allerlei von ihm aufgewirbeltes Laub und Gras um die Ohren 😆

Am Abend konnte ich beim Utkiek-Lauf von diesem spektakulären Erlebnis erzählen. Wobei gerade dieser Lauf auch ein besonderer war, führte er uns doch vom üblichen Treffpunkt nicht über die Oldenburger Berge, sondern auf direktem Wege zum Weihnachtsmarkt. Dort gönnten wir uns einen Glühwein mit oder ohne Alkohol und trabten danach wieder zurück. Für die Statistik kamen dabei 2,8 km hin, Glühwein und 2,8 km zurück zusammen.

05.12.19 07

Von so viel Besonderheiten muß ich mich gestern und heute erst einmal erholen, bevor am morgigen Sonntag das nächste Highlight vor der Tür steht. Davon erzähle ich dann in den nächsten Tagen 😎

Das war so nicht geplant

Eine Pendelstrecke sollte es werden. Einmal vom Parkplatz an den Bornhorster Wiesen bis zum Ende des Weges entlang der Hunte am Klärwerk und zurück. Zweimal sieben nicht sonderlich einfallsreiche Kilometer, aber dafür ein anvisierter neuer Barfußstreckenrekord auf Asphalt. Die Strecke hatte ich mir ausgeguckt, weil auf ihr der Asphalt bis auf ein 400 m langes Teilstück von guter Qualität ist. Trotzdem hatte ich sicherheitshalber den Laufrucksack mit den Leguano-Socken für den Fall dabei, dass die Füße keinen Bock auf neuen Rekord hatten.

Auf ging es bei um die 13° und etwas frischem Wind. Nach nur zwei Kilometern kommt schon das 400 m-Teilstück mit dem miesen Asphalt, aber die Füße nahmen es diesmal erstaunlich gelassen. Das hatte ich schon anders erlebt. Also konnte ich entspannt bis zum Wendepunkt auf Höhe der zarte Düfte verbreitenden Kläranlage weiterlaufen. Bis hierher lief es ausgezeichnet, sollte es auch. Bis 10 km bin ich bislang schon das ein oder andere mal ohne Probleme gekommen. Auch als nach knapp 12 km wieder die 400 m Schrottasphalt zu laufen waren, ging alles glatt. Etwas langsamer, etwas mehr mit dem ganzen Fuß aufgesetzt, paßte. Von da an nur noch die zwei Schluß-Kilometer und das 14 km-Maß war voll.

Am Parkplatz angekommen war ich super zufrieden. Auf der anderen Seite fühlte ich mich, fühlten sich auch meine Füße irgendwie noch etwas unausgelastet. Die Sohlen sahen super aus, nichts schmerzte, nichts brannte. Und so bin ein einfach noch einmal ein Teilstück der Pendelstrecke gependelt und habe schlußendlich den Halbmarathon voll gemacht ❗

Ein perfekter Lauf ohne Probleme, lediglich die Waden waren auf den letzten vier, fünf Kilometern nicht mehr ganz so amused, ob der ungeplanten Verlängerung. Ansonsten: Füße gut, alles gut. 21,2 km im 6:21iger Tempo, damit hätte ich nie gerechnet, krass.