Ein Schmetterling und ein Schatz

Heute in der Mittagszeit flatterte ein Schmetterling, genauer gesagt ein Zitronenfalter, vor dem Haus herum. Ein Schmetterling im Februar, ich wüßte nicht, dass mir schon jemals einer zu dieser Jahreszeit begegnet ist. Es war aber mit 16 ° auch nochmal verdammt warm. So warm, dass ich meinte die diesjährige Badesaison eröffnen zu können. Nein, im Ernst, schon seit längerem liebäugelte ich damit, meine regelmäßigen Kneippkuren im Kleinen Bornhorster See einmal zu „vertiefen“ 🙂 Einfach mal ausprobieren wie es sich anfühlt und bei 16 ° brauchte ich ja wenigstens nicht beim Aus- und Anziehen zu frieren 🙂

Als ich gestern meine Laufrunde mit Torben drehte, war es noch wärmer als heute. Trotz kurz/kurz geriet ich so richtig ins Schwitzen. Wir liefen gerade an der Hunte entlang, als Torben am anderen Ufer auf dem Deich eine Kiste liegen sah. Er war der felsenfesten Überzeugung, dass es sich nur um eine Schatzkiste handeln könne. Da blieb uns nichts anderes übrig als die geplante Route zu ändern, den Fluß über die Huntebrücke zu überqueren, um auf eben diesen Deich zu gelangen. Auf dem bin ich tatsächlich noch nie gelaufen, allerdings führt er stadteinwärts auch direkt auf die Hafenanlagen zu.

Als wir bei der Kiste ankamen, war die Enttäuschung groß, der Schatz wurde offensichtlich schon geraubt und nur die leere Kiste zurückgelassen 😦 Als wir diesen Schock verdaut hatten, konnten wir aber immerhin mal eine andere Strecke genießen, u. a. über die Kaianlage vom Hafen. Da dort gerade keine Schiffe lagen, die be- und entladen wurden, trauten wir uns dort entlang und es war sogar so aufgeräumt, dass ich dort bedenkenlos barfußlaufen konnte.

Die Strecke wurde durch die Schatzsuche etwas länger und führte Torben nahe an einen Streckenrekord. Wenn das kein wahrer Schatz gewesen ist! 🙂

The one and only

Ladies and Gentlemen, Deichlaeufer.de proudly presents: The one and only run in long pants in the winter season 2020/2021! 😀

Heute vormittag war ich für 10 Uhr mit Torben zum Laufen verabredet. Um 9:00 Uhr betrug die Temperatur noch -10 ° und Torben hat keine lange Laufhosen. Da kam auch schon eine WhatsApp-Nachricht von ihm, ob wir den Start auf 11 Uhr verschieben wollen. Mir sollte es recht sein. Um 11 Uhr hatte es dann auch nur noch – 7 ° und ich war hin- und hergerissen, ob ich die lange Hose auch auslassen solte. Ich habe mich dagegen entschieden und Torben begrüßte mich mit den Worten „Was hast du denn da für eine Schlafanzughose an?“ 😀 Ich hatte mich nämlich einfach für eine Trainingshose entschieden, weil ich lange Tights nämlich genauso gerne mag wie Oliver überhaupt Tights, also gar nicht 😆

Nun, ich hätte es auch bei einer kurzen Hose belassen sollen, binnen kurzer Zeit war mir nämlich sehr sehr warm. Oben rum hatte ich noch ein Thermounterhemd untergezogen und unten rum eben die Schlafanzughose 🙂 Dazu die Fingerhandschuhe, wo man noch so dünne Fäustlinge überstreifen kann, puuuuh. Im strahlenden Sonnenschein mit nahezu ohne Wind kam es einem nämlich überhaupt nicht wie – 7 ° vor. Lediglich die Leguanos mit dünnen Socken paßten ganz gut und ich bin wirklich überrascht welch guten Grip diese soften Puschen auf Schnee und Eis bieten. Übrigens sehr faszinierend: Torben kann in einer 6er Pace maschieren! Das streute er immer mal kurz ein, Wahnsinn!

Aber nun denn, dass war er halt eben, mein einziger Winterlauf in langer Hose, ab übermorgen soll es recht mild werden und auch erst einmal bleiben. Darum gehe ich mal ganz optimistisch davon aus, dass es nicht noch einmal so kalt wird, dass die Langen noch einmal in die Diskussion kommen 🙂

Dieses strahlende Wetter mit wenig Wind hatten wir die ganze Woche, nur nicht ganz so kalt wie heute. So gingen sich am Mittwoch sogar die ersten Barfußkilometer des Februar aus, da sich der Weg an der Hunte überraschend schneefrei zeigte und da wo noch Schnee lag, ließ es sich barfuß gut drüberlaufen. 7 der 16 km konnte ich deshalb unten ohne unterwegs sein, sogar für meine Verhältnisse recht flott mit unter 6er Pace für die gesamten 16 km. Es war aber auch einfach traumhaft schön. Darüberhinaus war auch gar nicht so viel los auf der Strecke, was wohl auch daran lag, dass man den beliebten Spaziergängerparkplatz an den Huntewiesen unverständlicherweise gesperrt hat.

Donnerstag bin ich noch einmal unbebildert mit Torben gelaufen und gestern hatte ich mir eine Laufpause gegönnt. Um aber das hammergeile Wetter nicht ungenutzt zu lassen, habe ich einen wunderbaren, acht Kilometer langen Spaziergang zum Kleinen Bornhorster See gemacht. Inklusive einem ausgiebigen Sonnenbad und jeweils einer kleinen Kneippkur vor und nach dem Sonnetanken. Klever wie ich bin hatte ich mir nämlich auf Verdacht, dass es ein Loch im Eis gibt, ein Handtuch mitgenommen 😎

Somit habe ich den sonnigen Wintertagen nahezu das Maximale abgerungen und mir ordentliche Vitamin D-Dosen gegeben 😀

Noch geht`s

… in kurzen Hosen. Findet auch Torben. Allerdings sind ca. – 2 ° nun auch wirklich nicht sooo kalt, zumal es zum heutigen Lauf keinen nennenswerten Wind gab. Allerdings war meine Schuhwahl wieder daneben. Ich hatte nach einer Ewigkeit mal wieder die V-Trails plus Zehenzocken rausgekramt. Dabei dienten die Zehensocken nicht als Kälte- sonders als Scheuerschutz gegen Blasen, da ich die FiveFingers einfach nicht mehr gewohnt bin. Schon nach 100 m, beim Überqueren der Straße mit ihrem Schneematsch, waren die Füße naß. Da hätte ich auch wieder die Sandalen anziehen können, zumal auch meine Fersen von der befremdlichen Umhüllung nicht sonderlich begeistert waren. Immerhin blieben die Füße diesmal warm 😎

Etwas anstrengender ist das Laufen auf und im Schnee ja schon, aber zum Glück nicht durchgehend so tricky wie die Treppe von der Huntebrücke hinunter zum Deich. Aber das Winterwonderland entschädigt doch für alles 🙂

Nicht so schlimm wie befürchtet

… fielen bei uns in Oldenburg bislang der lang angekündigte Sturm und Schneefall aus. Trotzdem bin ich gestern mit gut 20 km etwas auf Vorrat gelaufen. Das war auch gut, Schnee, eisiger Wind und – 6 °, gefühlt im zweistelligen Minusbereich, hätten mich heute trotz nicht ganz so großer Heftigkeit nicht unbedingt zum Laufen nach draußen gelockt.

Bilder habe ich diese Woche nur bei meinem Lauf am Mittwoch gemacht. Bei kräftigem Tauwetter und teilweise ebenso kräftigen Regen, wurde der Lauf zu einer recht nassen Angelegenheit und führte über Kilometer durch Schmelzwasser- und Regenpfützen. Mein geplanter Kneippgang im Kleinen Bornhorster See mußte aber wegen noch geschlossener Eisdecke ausfallen.

Vom heutigen Schneesturm-Sonntag ein paar kleine Eindrücke vor und während eines Spaziergangs mit Jens, ein Wetter bei dem man sogar den Schneemann reinholt und froh ist, dass die Heizung läuft (Bild von „unserem“ Fernwärmekraftwerk)

Zum Abschluß noch ein kleines Video, das zeigt, dass es doch ein kleines Bisschen windig ist:

Fällig

… war heute nach satten zwei Monaten Kurzstrecke mal wieder ein 20-km-Lauf. Das Wetter lockte mit trockenen, sonnigen und mäßig windigen 4°, drum steckte ich von Anfang an meine Laufsandalen als Notfallequipment in den Laufrucksack und trabte in der Mittagszeit los.

Die Rollsplitt-Strecke vermeidend lief ich entlang der Hauptstraße durch Bornhorst, fragte mich kurz ob sich da vielleicht zwei Esel gegenüberstehen, folgte dem Weg zwischen Geestrandgraben und der Landstraße nach Elsfleht/Berne. Anschließend ging es unterm Deich weiter, eine lange Gerade nach der anderen. Ich mag das.

Bis zum Wendepunkt hatte ich Rückenwind und in der Sonne war mir total warm, deshalb wanderten die Handschuhe in den Rucksack und der Reißverschluß der Jacke ein Stück weit nach unten. Die Füße waren nach ca. zwei Kilometern warm.

Mit Beginn des Rückwegs mit Gegenwind wanderten die Handschuhe aber wieder an die Hände und der Reißverschluß zurück nach oben 🙂

Die Sonne und der blaue Himmel taten der Seele gut und ein Regenschleier in der Ferne blieb auf Distanz. Herz, was wollte ich mehr. Das sich nicht alle uneingeschränkt daran erfreuen konnten, erfuhr ich kurze Zeit später, als mich eine entgegenkommende Fahrradfahrerin ohne mich eines Blickes zu würdigen von der Seite anranzte, dass das doch nicht gesund sein kann. Ich hatte mich richtig erschrocken und gar nicht reagiert, sie war ja eh gleich weg, allerdings können kurze Hosen und bare Füße bei 4 ° nicht ungesünder sein als so eine verhärmte Grantigkeit. So was ist mir schon zum zweiten Mal passiert, wie wäre es mit einfach mal die Fr… halten und harmlose Barfußläufer einfach in Ruhe lassen? 😛

Ab dem Ende der Huntestrecke mit dem lieblich müffelnden Klärwerk, folgten noch drei Kilometer Stadtstrecke …

… und dann hatte ich den ersten 20iger in 2021 im Sack. Exakt waren es 20,7 schöne Kilometer im ruhigen Tempo, die auch meinem Barfußkilometerkonto einen ordentlichen Pusch gaben. Zusammen mit ein paar weiteren Barfußläufen in diesen Monat kann ich damit auch meine Schwarzmalerei begraben, dass die Witterung meine diesbezügliche Statistik ruiniert 😎

Na also, geht doch!

Und der fiese Graupelschauer kam auch erst, als ich schon ca. 10 Minuten wieder zuhause war 😀

Nun hoffe ich nur, dass der nächste 20iger nicht wieder acht Wochen auf sich warten läßt 😉

Was man so findet

Wenn man so Jahr für Jahr so um die 160 bis 170 mal laufen geht, sieht man sehr viel an den Rändern der Laufstrecken. Schönes und weniger Schönes. Dabei sind Dinge, die einem zur Weißglut bringen können, wie immer wieder mit voller Absicht in die Landschaft geschmissener Sperrmüll oder achtlos weggeworfene Verpackungen, Tempotaschentücher oder Zigarettenkippen. Total im Trend sind zur Zeit die von mir ach so geliebten Masken. Warum man die Dinger überhaupt mit in die Natur schleppt, um sie dann zu verlieren oder wegzuwerfen, erschließt sich mir noch weniger als der Nutzen von diesen Dingern. Schon jetzt läßt sich sogar erkennen, dass der brave Bürger nicht mehr nur die bläulichen Einwegmasken verliert, sondern die seit allerneusten gehypten FFP2-Masken.

Aber weg von meinem „Lieblingsthema“ und hin zu dem Kuriosen und Witzigen, dass sich auch immer mal wieder finden läßt. So hatte ich schon 2013 einmal darüber geschrieben, dass an der Hunte auf einer Strecke von gerade einmal 2,5 km satte 20 Schuhe, Latschen und ähnliches angeschwemmt wurden. Im selben Jahr stieß ich dann auf das erste Fundstück, das auch den Weg zu uns nachhause gefunden hat, ein kleines Quietscheentchen. Gut, dass in dem Jahr dem ebenfalls entdeckten Tretttrecker (ebenfalls im Schuhbeitrag zu sehen) die Vorderräder fehlten, sonst hätte ich denn wahrscheinlich auch noch mitgeschleppt 😆

2019 stieß ich dann auf ein besonders dekoratives Stück Treibholz, das ich allerdings aufgrund von Größe und Schwere nicht beim Laufen mitgenommen hatte, sondern anschließend auf einer Fahrradtour mit Jens geborgen habe.

Im letzten Jahr war es dann Quasimodo, den ich einfach nicht seinem Schicksal überlassen konnte. Am heutigen Tag war es nun, Ihr ahnt es schon, das Krokodil, das von mir eingesammelt wurde. Zum Glück war darüberhinaus von einem größeren Spielzeugauto nur ein Fragment angeschwemmt worden, so dass ich da nicht auch noch in Versuchung kam 😯

Rückwirkend betrachtet ist die Ausbeute über so viele Jahre zum Glück nicht allzu groß, somit muß ich mir für die weitere Zukunft keine größeren Sorgen machen, dass die Sammlung doch arg zu üppig wird 😎

Es folgen zwei Bilder vom Deko-Brett im Einsatz und ein Gruppenfoto aller vier Fundstücke 🙂

Nebenbei sei noch erwähnt, dass der Krokodilrettungslauf ein kleiner Traum war. Knapp 12 km, davon nur 1,2 km nicht barfuß, bei trockenen 5 °, die einfach liefen wie geschnitten Brot und ich hätte eigentlich immer weiter laufen können. Kurz vor Ende des Laufs, vorm Bäckerladen, sprach mich noch ein älterer Herr auf meine Barfüßigkeit an und erzählte mir, dass er bis vor ein paar Jahren im Winter geregelmäßig im See baden gegangen ist. Es war ein kurzes, nettes Gespräch, es gibt so viele besondere Menschen!

Norddeutsche Berge und ein Krokodil

Ich bleibe den Bergen treu. Nach den zwei Berliner Bergläufen ging es nahezu nahtlos weiter mit einem heimischen Berglauf. Vorweg kann ich allerdings bezüglich meiner aufgeritzten Fußsohle Entwarnung geben. Was am Tage des Ungemachs noch nach einem fiesen tiefen Krater in der Fußsohle aussah, zeigte sich am Tag drauf schon recht unspektakulär und am dritten Tag schloß sich die Hornhaut schon wieder über der wunden Stelle. So wagte ich am gestrigen Mittwoch einen Barfußlauf, den ich mir wegen der herrlich hohen Temperatur von gut 10 ° und trockener Strecke auch ungerne hätte entgehen lassen.

Nach zweieinhalb Kilometern kontrollierte ich erstmalig das Befinden meiner Fußsohle, es war alles in Ordnung und blieb es auch, wie mir weitere gelegentliche Blicke zeigten.

Auf 11,4 km mit einer Pace von 6:03 hat die defekte Stelle in der Fußsohle gehalten, wunderbar. Also stand dem heutigen Berglauf nichts im Wege 😀 Dazu habe ich die selbe Strecke wie gestern gewählt. Wie jetzt Huntestrecke und Berge ❓ Jepp ❗ Die norddeutschen Berge sind doch schließlich bekanntermaßen der Wind und heute fegte ein ordentliches Stürmchen übers Flachland 😀

Und deshalb ging es …

😀

Mit kleinen Schritten, wie man das beim Bergauflaufen so macht, so wenig wie möglich mit dem Wind kämpfend, trabte ich voran. Der Wind pfiff über die Jacke wie um eine Hausecke und die Kaputze flatterte kräftig vor sich hin 😀 Die noch mäßig gefluteten Bornhorster Wiesen fungierten als blaue Bergseen 😆

Nach fünf Kilometern habe ich gewendet (ich lief exakt auf der Griesheimer Silversterlaufstrecke 😎 ) und konnte mich ab da dem Downhill hingeben 😀 Leicht und flockig ging es zurück, allerdings habe ich mich tierisch erschrocken, als da plötzlich ein Krokodil im Gras lauerte. Ist der Klimawandel jetzt schon soweit fortgeschritten, dass sich sogar solch liebliche Tierchen an der Hunte wohlfühlen? Ich kann es allerdings nicht anders sagen, aber ich fand das Raubtier eigentlich voll symphatisch 😀

Ob Krokodile auch Rehe fressen? 😯

Mich hat es auf jeden Fall nicht gefressen und ich beendete den Lauf nach 10 km unbescholten. Ich muß aber zugeben, dass ich schon bei stärkeren Sturm gelaufen bin. So war dieser Lauf nicht unbedingt Hochgebirge, aber geweht hat es trotzdem schon ganz ordentlich 🙂

Wo ich gerade dabei bin

… habe ich heute gleich noch den nächsten Berliner Berg gestürmt 😀 Die mir schon bekannte Rixdorfer Höhe im Volkspark Hasenheide ist mit ihren 68 m sogar noch zwei Meter höher als der vorgestern bezwungene Kreuzberg. Man muß sich ja noch steigern können 😆

An- und Abflug zur Rixdorfer Höhe erfolgten wieder über das Tempelhofer Feld, wo echt der Berliner Bär los war. Kein Wunder, was sollen die Menschen im Lockdown auch anstellen, wenn an einem Sonntag trockenes, fast windstilles und leicht frostig Wetter zumindestens nach draußen lockt.

Was allerdings nach wirklich dichtem Gedränge aussieht, ist nur der Fotoperspektive geschuldet, in Wirklichkeit war für jeden Platz genug. Von einem Weg zwischen Tempelhofer Feld und der Hasenheide einmal abgesehen, der war wirklich einfach nur voll und nervig zu laufen, zum Glück aber nicht allzu lang. Allerdings war auch die Hasenheide sehr gut besucht. Apropos Besuch, den habe dem guten alten Turnvater Jahn abgestattet. Coronabestimmungenkonform war ich alleine bei ihm.

Im Gegensatz zum Kreuzberg bietet die Rixdorfer Höhe keine großartige Aussicht, weil „dort oben“ leider alles zugewachsen ist.

Auf dem Rückweg, noch auf dem Tempelhofer Feld, merkte ich, dass der linke Fußballen anfang an der Sohle der Sandale festzukleben. Zuhause ergab die Untersuchung, dass Blut der Klebstoff gewesen ist. Nach genauerem Hinsehen stellte ich fest, dass sich ein ungefähr apfelkerngroßes Steinchen im Profil der Sohle verklemmt, diese dann durchbohrt und meine inzwischen eigentlich sehr widerstandsfähige Haut am Fußballen aufgerieben und ebenfalls durchbohrt hatte. Interessanterweise habe ich unterwegs aber überhaupt nichts Störendes oder gar irgendeinen Schmerz festgestellt.

Das Löchle im Fußballen ist gar nicht mal so klein 😯 Da zieht man extra Sandalen an und trotzdem … tze tze tze :-/

Warum nicht mal einen Berg laufen?

Schön nicht wahr?:

Leider führt der imposante Wasserfall zur Zeit kein Wasser, er wäre sonst auf dem ersten Bild zu sehen gewesen. Was mich fasziniert hat ist, dass ich bis zum Gipfel des Berges in kleinen Schritten durchlaufen konnte. Die Aussicht von ganz oben war dann auch unglaublich schön. Leider lag kein Schnee, das wäre natürlich noch toller gewesen 😀

Wie kommt es aber nun, dass der gemeine Deichläufer plötzlich durch die Berge trabt? Die Antwort ist simpel und banal: Nach einem Vierteljahr zog es mich mal wieder nach Berlin. Auch wenn ich superliebe Nachbarn haben, die sich um meine Wohnung kümmern, wollte ich doch einmal wieder selber nach dem Rechten sehen und auf bessere Zeiten oder gar ein Ende der Lockdownerei zu warten, erschien mir aussichtslos.

Um mir beim Laufen einmal etwas Abwechselung zum Tempelhofer Feld zu verschaffen, überquerte ich dieses nur, lief dann anschließend über den Columbiadamm und weiter über den Mehringdamm zur Kreuzbergstraße, an der der Viktoriapark mit dem Kreuzberg liegt. Der Kreuzberg hat satte 66 m über NN, aber zum Glück brauchte ich nur 36 HM überwinden um vom unteren Punkt des Parks hoch zum Gipfel mit dem Monument zu kommen 😛 Von dort hat man dann einen wunderschönen Blick über die Stadt und eine direkte Blickachse über den Wasserfall in die Großbeerenstraße. Der direkte Laufweg dorthin betrug fünf Kilometer.

Auf der Strecke hin und zurück überquerte ich, wie bereits erwähnt, das Tempelhofer Feld, umkurvte die imposanten Gebäude des ehemaligen Flughafen Tempelhofs (in denen zu normalen Zeiten auch die Marathonmesse des Berlin Marathon stattfindet) und überquerte den Platz der Luftbrücke mit seinem Denkmal. Auf dieser gar nicht einmal so langen Strecke wird einem also Allerhand geboten. Sogar ein paar Schneekrümel bei Temperaturen von knapp unter 0 ° 🙂

Diese Tour war ein schöner Lichtblick in einer ansonsten durch den Lockdown und graues Winterwetter ziemlich trostlosen Stadt.

Gegenseitigkeit

Ich erwähnte es ja bereits in meiner Jahresbilanz 2020: Gute 63 % meiner Jahreskilometer bin ich barfuß gelaufen. Es hätten sogar noch etwas mehr sein können, aber der Dezember zeigte sich mit seiner feucht nassen Kälte arg garstig und so kamen in dem Monat gerade mal maue 40 Barfußkilometer zusammen. Auch der Januar verhagelt mir entsprechend weiter meine Barfußbilanz und die Sandalen sind im Dauereinsatz. So what würde der Franzose sagen, es gibt schlimmeres. Meine Motivation zum Beispiel. Feuchtkaltes, dauergraues Winterwetter gepaart mit depressiver Watte im Kopf sorgte und sorgt im Augenblick nicht gerade für die allergrößte Lauflust und es hätte und würde mir nicht nur die Barfuß- sondern die Gesamtbilanz verhageln, wenn ich da nicht zur Zeit Torben als meinen Laufpartner hätte. Das Laufen harmoniniert mit ihm sehr gut. Das Tempo stimmt und wir können uns etwas erzählen, ohne ununterbrochen reden zu müssen.

Für Torben als verhinderter Schwimmer ist Laufen ja nur ein Ersatz und er würde nicht laufen, wenn ich es nicht mit ihm täte. Somit ist die gegenseitige Motivation für uns quasi eine Win win-Situation und auch starker, nasser Schneefall hält uns dann nicht ab. Die Dauer unserer Runde am Donnerstag hatte aber weder der Schneefall noch der klägliche liegengebliebene Schnee überlebt.

Immerhin sorgte leichter Nachfrost zwei Tage später auch noch einmal für einwenig Winterfeeling 🙂

So läppern sich die Kilometer halt doch zusammen und ich liege für den Januar im Soll und ich weiß nicht recht, ob ich Torben noch länger geschlossene Schwimmbäder wünschen soll. Nein, das tue ich natürlich nicht! So einer bin ich nicht 🙂